verbunden und mit preußischen und deutschen Fahnen befiaggt waren; zu beiden Seiten derselben waren die Marmschaften des Regimems in je 6Kompagnien mit der RegtmxntS-Mufik und den BataiUons-Mufiken aufgesteat. Unter den Klangen der russischen Nationalhymne ging Se. Majeßät der Kaiser die Fronten ab, sprach dann mit einem Feldwebel und mehreren Leuten und begab Sich in die GeseUschafiSräume des Regiments. Im Vorder- raume war in einem Gebüsch von Palmen eine Büße des Ersten Chefs des Regiments Kaiser Alexander ]. aufgestellt; zu beiden Seiten ßand ein Ehrenpoften. Im Speisesaale war eine lange Frühßückstafel servirt, auf der einen Seite saßen der Kaiser, derKronprinz, die Großfürßen, die Prinzen, die Generale, theils als direkte Vorgeseßte, theils als frühere Regimentsangehörige; auf der andern Seite die beiden Oberßen, die StabSoffiziere und Haupt- leute des Regimentes und die Commandeure des Kürasfier: Regiments Nr. 6 un es Brandenburgischen Ulanen-Regimems Nr. 3. In einem zweiten Speisesaal war die Tafel der Offi- ziere, vom Hauptmann ab, für frühere Regimentskameraden, die Aerzte und Zahlmeißer gedeckt.
Den erßen Toaß brachte Se. Majeßät der Kaiser Alexander auf Se. Majeftät den Kaiser und König aus, einen zwei- ten auf das Regiment selbß. In dem anderen Speisefaale wieder- holte der Generabxntendcmt, Major von Hülsen, als älteßer Regimentskamerad den Toast Sr. Majeßät des Kaisers Alexander auf des Kaisers und Königs Majestät Die Toast: beant- wortete der Commandeur des Regiments Oberß von Wussow mit einem Trinkspruch auf den Allerhöchften Chef Kaiser Alexander 11. Während der Tafel spielte die RegimentSmufik; nach Auf- hebung derselben begab Sich Se. Mnjeftät der K_aiser Alexander in den Speisesaal zu den ]üngeren Offizieren begrüßte dieselben, und, in den kleinen wohlgepflegten Garten hinauStretend, besichtigte AUerhöckJßderselbe das mit Blumen bekränzte Denkmal, auf dem die Namen der GefaUenen des Re- giments vom Jahre 1848749 an bis zu dem deutsch- ftanzbfischen Kriege eingetragen sichen. _
Unter den Hurrahrufen der Offiziere und Mannschaften verließ der Kaiser unter dem Ausdruck Allerhöchßseines Dankes mit der Begleitung die Kaserne und begab Sich nach dem rusfischén Bot- schaftshotel, wo aus Anlaß der Verlobung Sr. Kaiserlichen Hoheit des Großfürßen Wladimir mit Ihrer Hoheit der Herzogin Marie von Meckienburg ein feierliches Tedeum celebrirt wurde, dem der Kaiser mit den Beiden Söhnen, die Großherzoglich mecklenburg- schwerinsche Familie und der Botschafter mit den Herren und Damen der Botschaft beiwohnte.
Die Familientafel fand Nachmittags bei Ihren Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten dem Kronprinzen und der Kran- prinzessin statt und war im blauen Saale zu 25 Convert?- eco
irt
Abends um 9 Uhr erfolgte die Abreise Sr. Majestät des Kaisers Alexander nach Stuttgart vom Anhalter Bahnhofs aus. In den Königs-Gemächnn desselben hatten Sich zur Verabschie- duna vni'ammelt Ihre Majefiät die Kaiserin-Königin, Ihre Kai- serlichen und Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Kron- prinzessin, Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog, die Großherzogin und die Großherzogin-Muiter von Mecklenburg- Schwerin, Ihre Königlichen Hoheiten der Prinz und die Prin- zessin Carl, der Prinz und die Prinzessin Friedrich Carl, die Prinzessinnen Marie und Elisabeth, der Prinz Auguß von Württemberg und der Erbgroßherzog von Mecklenburg- Schwerin, ' Ihre Hoheiten die Herzogin Marie von Mecklenburg, die Prinzesßn Marie von Sachfrn-Meiningen, der Herzog Paul von Mecklenburg, der Erbprinz von Sachsen- Meiningen und Se. Durchlaucht der Prinz Friedrich von Hohen- zollern, die General-Feldmarschälle, die General- und Flügel- Udjutanien, der Ehrendienft des Kaisers und der Großfürsten, der Ober-Stalimeister Graf Pücklcr, und der Vice-Ober-Staümeifter von Rauch, der Polizei-Präsident von Madai, der rusfische Vot- schafter von Oubril mit dem gesammten Botschaftöpersonal und den Damen desselben,
Se. Majestät der Kaiser und König hatten Se. Majestäi den Kaiser Alexander vom russischen Botschaftshotel abgeholt. Nach den Beiden Kaisern traten die Beiden Großfürfien in die Versammlung, von der Sich Se. Majestät der Kaisrr Alexander und Se. Kaiserliche Hoheit der Großfürst Alexis Alexandrowitsch in zlichßer Weise verabschiedeten.
Se. Majestät der Kaiser und König und sämmtliohe Prinzen, sowie die ganze Suite gaben Sr, Majestät dem Kaiser Alexander und dem Großfüriim Aiexis Aiexandrowitsch dae; Geleit bis zu dem Kaiserlichen Salonwagen, worauf nach nochmaliger herzlicher Umarmung der Beiden Souveräne die Abreise der Hohen Gäste
erfolgte.
_ Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute militärischc Meldungen entgegen, empfingen den Bxsuch Sr, Kaiserlichen uud Königlichen Hoheit des Kronprinzen, dem- nächft Allerhöchßihren General-Adjutanien, General der Infanterie v. Voyen und Flügel-Adjutrmicn Oberüen Prinzen Reuß und verabichiedeten AlLerhöchßfich auf dem Hamburger Bahnhof von den Großherzozlirh mecklenburgisiijén Herrschaften und dem Groß- fürßen W[adimir.
_ Ihre Majestät die Kaiserin-Königin verab- schiedsxe Sich geßem Abend von Sr. Majeßät dem Kaiser Alex- ander auf der Eisenbahn. Allerhöchßbieselbe reiß heute Abend zum Kurgebrcmch nach Baden ab und wird dastibß bis zum 15. Juni verweilen
_ Ihre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin wohnten am Monjag Vormittag dem auf dem Tempelhofer Felde vor Sr. Majestai dem Kaiser von Rußland ßatrfindenden Gxerciren bei. Nachmittags eri eiiie Sr. Kaiserliche Hoheit dem Ober-Präfi- denten a. D. Fr von Stafft-Bilsackz Audienz VeideHöchfte
_ nahmen um 5 Uhr am Diner im Kaiserlichen
's Thul- und erschienen daselbß Abends zur Soirée, naeh- dem K_Kmsezinhe Hoheit der_Kronprinz noch vorher die Vor- ßeaung un FmdnthilhelMitadvschen Theater besucht hatte.
Geßcrn_Vormrttag um 102 Uhr'begab Suh Se. Kaiserliche uud Körngsjche hen der Kronprinz in der Beglein Sr. Majestät des K ' ers zu Pferde nach dem rusßschen Botfchafts- Hotel und von dort mit St_- Maje'tät dem Kaiser Alexander Q Barbuda: F; Vrmxdmbmgtsthm Kürasfier-Regimems nach
Komgßp .
Nach der Rückkehr folgv Se. Kaiserliche Hoheit der Ein- Ladung des MUW des Kaiser Alexander Gard-Erenadier- MUWDÉWU indecKasernediese-Ykegimentsund
um
des
2 Rathmittagßeiumsokesdimßinderka- msfischen Botschasts-Hoteu bei. - Um 5 Uhr Nach- uiitagz audimKtouprinzlihuBalaikFamiüeu-Dinnßatt.
xischm Wie, _ darauf „dem Schwß dex Vorftemmg nu Fnedrnh-erxelmsladiischm Wmter-Theater ber und kehrte mit dem 11 Uhr- uge nach otsdam zurück. _.
Ihre Kaiserliche un Königliche Hoheit die Kron- prinzes s in wohnte gestern Vormittags mir Ihrer_Ma'eßät der Kaiserin-Königin der Parade auf dem KönigSp aß bei, Nachmittags 2 Uhr besuchte Höchßdieselbe die Wadczek-Anstalt, war Abends 9 Uhr mit Ihrer Hoheit der Prinzesfin Marie von Sachsen-Meinin cn bei der Abreise des Kaisers von Rußland auf dem Anha tischen Vahnhofe anwesend und kehrte um 10 Uhr nach dem Neuen Palais bei Potsdam zurück.
_ Sr. Majestät dem Kaiser und König sind von den Vertretern der Städte Treptow a. d. Toll., Streliß, Reu- Streliß. Stargard i. Mecklenb. und Fürstenberg i. Mecklenb. Dankschreiben für die Absicht der preußischen Staats ierung, als Hülfe zum Zußandekommen der Berliner Nordba n eine Staatharantie für die von der Nordbahn-Gesellschast aufzu- nehmende Prioritäts-Anleihe durch den Landtag zu bringen,
unterbreitet worden. _ Der Bundeörath, der Ausschuß für Zoll: und
Steuerwesen und die vereinigten Ausschüffe für das Landheer und die Fefiungen und für Seewesen hielten heute Sisungen.
_ Im ferneren Verlaufe der gestrigen Sißung des Haus es der Abgeordneten, welcher noch die StaatS-Minißer Graf zu Eulenburg und Dr. Achenbach beiwohnien, wurde die zweite Beraihung des Gesetzes, betreffend dieVerwaltung erledigter katholischer Bisthümer, fortgesetzt und zwar zunächst §. 4 angenommen.
§. 5 lautet:
.Kircheudicuer, welche auf,!!uordrmug oder im Auftrage eines staatlich mcht anerkanntenddcr m Folge_gerichtlichen Erkenujmsses aus seinem Amte entlassenen BlZÖOfS, oder einer Person, welche bischöfliche Rechte oder Verrichtungen den Vorschriften dieses Gesetzes zuwider ausübt, oder eines von diesen Personen ernannten Vertreters Amts- handlungen vorurbmru,_werdcr_i mit Geldstrafe bis zu 100 Thlr. oder mit Hair oder mit Gesänguißbiz zu einem Jahre, und wenn auf Gxnnd eines i_olcbanluftrages biichöfiiche Rechte odcr Verrichtungen aus- geubt find, mnGesanguiß von 1xchs Monaten bis zwei Jahren bestraft.“
Derselbe wurde nach einigen kurzen Bemerkungen der ngg. Biesenbach, Kalle und 131“. Röckerath und des Referenten Abg. Zr. Gneifi angenommen.
§_. 6. „Wsun die S_ielie eines Bischofs in Folge erichtiicheu Urthelis nlxdigt worden iii, hat der Ober-Präfidrni das omkapiiel zur ]ofcriigen Wg [ mies Bthumsverwesers (Kapitelövikars) aurzurordern._ Erhat der Ober-Präsidrnt nicht innerhalb 3th Tagen Nachricht vdr! der zu Stande gekommenen Wahl, oder erfolgt nicht binnen nxertereu vierzehn _Tagrn die eikliche Verpflichtung deb Gewahliexi, 1o xmeunt d:r Minister der geistlichen Angelegen- britxn. emen Kcmmtffarins, welrber das dem bijcböflichm Siuhle gehorige und das der Bemerkung desselben oder des jeroeiligeu B:?chvfs u:;terltxgeude beweglrchr uud nnbcivegliebe Vermögen in erwqbrung und Verwaltung nimmt. Zwangßmaßregeln, welche errcrderlich werden, um daß Vermögen der Vrrfügung des Kom- mxssars _zu unterwerfen, infft dcr Ober-Präfident. Derselbe ist befugj, 1ckon ryr Ernennung des Kommiffars und Zelbst schon bei Erlnx; dcr Aufxorderng an das Domkapitel das im Vorstehenden bezeichnete Verrnögcn m Vrrivabrung zu nehmm und die hierzu er- forderlichen Maßregeln nötbtgenialis zwangsweise zu treffen,“
wurde, nachdem nch der Abg. Sarrazin dagegen erklärt hatte, in namentiicher Abstimmung mit 266 gegen 92 Stimmen an- genommen. „
§ 7. „Die Bestimmungen des 5. 6 finden glrichfalls Anwen- dung 1) Wenn "? einem Julie, m weickzem die Sieüe eines Bischofs m Feige genchilrcheßUrsi-eils ' edisi ift, drr Bistbumsverweser aus innrm Amte aussthxsdet, i: ne daß die Einsetzung eines nennt staatlich anerkannten Biizhofs fiattgefunden hai, und 2) wenn in anderen Fallen der Erledig ing emrs bischöflichen Stuhls bifchöfli e Rechte odcr Vemchtnngeu von Perwneu ausgeübt Werden, Wel den Erfordernissen der §§. 2 und 3 nicht Msprecheu;“
murde' nach einer kurzen Bemerkung des Abg. v. Mallinckrodt und einer Gegenbemerkung des Abg. Dr. Gneiß angenommen.
Ohnr Diskussion wurde angenommen §. 8; ,Die Beytimmungm des §. 6 über die Bestellung eines Kom- :,mffarzirs mx Verivaltung de_s dort bezeichneten Vermögens, sowie uber die Be1chlaguahme dicies Vermögens finden ferner in allen Falieu Anwxndung, wenn em erledigte!“ bischöflicbcr Stuhl nicht muxrhalb emeZJnhroY nach der_Erlkdiguug mit einem staatlich anxrkannten _Bt!ch_ore wrederbesext ist. Der Minister der geistlichen Angeiegénbettcn nt ermächtigt, die Frist zu vrrlängeruk '
J 9 lautet nach _den_ Beschlüssen der Kommission:
;Die VrriyaltuogMerugmsH dcs Bixchcfs gehen auf den Kommiffatius uber. Die Kosten der erwaliung werden aus dem Vermögen vonveg entnommen." Der chnmissarins vertritt den bischöflichen Stuhl oder den Biicbor als ichhen _iu allen vermögeusrechtiixhen Beziehungen nach An xn. Er fuhrt die dem Bischof zustehende obere mezal'iuug und Au 11cht_ uber _das kirchliche Vermögen in dem biicbofltrhen Sprengel, eunzblirßlr des Psarr-, Vikariev, Kaplauei- und Snftirngsvermogkns, mme n er das zu kirchlichen Zwecken be- stimnxie Vermögen _ aller Art. Der Kommifiarius wird Dritten gegenuber durch die' mit Stxgel nnd Unters-brift versehene Erneu- nimgs-Urkrwde auch in den Faileu legitimirt, in welchen die Gesetze eure Spezml-Bollmacht oder eine gerichtliche, notarielle oder ander- weit beglaubigte VoUmncht erfordern.“
An der Diskussion uber denselben belheiligten fich die Abgg. 1)r. W-tndthorß „(MxppenY und Dr. Gneiß und der Regierungs- Kammiffar Mmutenal-Drrektor 1)r. Foerster. Der §. 9 wurde angenommen.
§. 10 lautet:
, ,Die Vrrrpalirmg de? Kommiffars endet, sobald ein in Gemäß- hejt _der Vorichancn dixses Gesetzes gültig brfteliier Bisrhmns- yerwmriK-ivitertkar) die_BtéthnméverwaltUu übernimmt, oder ]cbaid die Etniesung eines. 1taa_ilich_auerkatutm ischofs staitgehai't bai. Der ;KommKanus ift fur jeme Verivaltnng nur der vorge- 1eßien Bebqrde verantwyrtlich, und _die von ihm zu legmde Rech- nung uuigrltxgt der Revision derKömglichen Ober-Recbnnngökammer 121,1, GMUYMYZZMEVoüchnft des . 10 Nr. 2 des Gefeses vom
. arz . me andemeiie antivortun oder mm lest!!! findet nicht statt.“ g Rech gs-
Narhdem sul; die Abgg. v. MaU'mckrodt und br. Windihorß (Meppen) gegen, _die Abgg. Dr.,!Ztrth-ow nnd 1)1-. Gneiß für den Paragraphen erklart nnd der Mmrßenczl-Dtrektor 1)r. Foerster fich gegen xm Amendment des Abg. Dr. Buchau) erklärt hatte, wurde der Paragraph angenoxumm. ngetchm ohne Diskussion §. 11:
„Der Ober «Neat brmgi die nach den Vorischriftm dicses
Geieses erfolate _steünng des Bist umsvmvesers, owie die Er- "WSF?“ Zommrffars unter_Ang_ des Tages, an welchem ihre Anrt'stbgngknt begonnen hat, 113an das Erlöschen der Amts- thatjgkxtt mid den Tag deüelbeu durch den Staats-Auzeiger, sowie durch immiitche Antik- und Krnsblätier, welche in dem bischöf- lzch? 1S2preugel erscheinen, zur öffentlichen Keramik.“
UU . :
Die Aawendmis der 55. 6_11 wird dad nicht ausge- schloßax, daß das Domkapitel für die Dauer der 1edigm: m btschofuchen Stuhles einen _beioudmn Vergrögenkvemalter ( o- noumr) bestellt oder _selbsddte Pamina, uberaommeu hat, oder daß eme besondere bischöfliche Behörde fur dieselbe besteht,“
_ In der heutigen (so.) Sißung des Abgeordneten- hauses, welcher am Ministertifth der Staats-Minifter Vr. Falk mit mehreren Kommisarien beiwohnte, wurde zunächß der Um Fug zweier Vorlagen mijgetheilt: ein Gesehentwurf, betreffend
' tm Jahre “1875 vor "Feßstellung des Staatshaushalts-Etats zu leistenden StaatScmSgaben, und ein Staatsvertrag mit Meck- lenburg-Schwerin. Dann schie das Haus die zweite Berathung des Gesehentwurfs, betreffend die Verwaltung erledigte: katholischer Bisthümer, fort.
. 13 (nach der Fassung der Regieru' n Soorla e):
§„Kommt in den Fünen der 55.6 und 7 Licht inn2rbalb der ge-
se ien Frist die Wahl eines. Viktbumsvemesers zu Stande, oder er olgt nicht binnen weiterer vierzehn Ta e die eidliche Verpflich- tung drs Gexväblteu, so verfügt der Mini er der geiülicbeu Auge- legenbetteu die Einbehaltung der zum Unterhalt der Mitglieder des wqblberechtigtnr Domkapitels destimmien Staatömittel, bis ein
Bisiiyumzverwetrr auch den Vorschriften dieses Gesetzes gültig bes
sielit oder ein „staatlich anerkannter neuer Bischof eingeseßt ift.
Dcr Minister ist jedoch befugt, einzelnen Mitgliedern des Dom-
kapitels das Sianiögchali forizablen zu lassen.“ rief eine längere Debatte hervor, an welcher sich derStaats-Minißer 1)r. Falk und der Regierungs-Kommiffar Appellationsgeriäzts-Prä- fident Dr. von ScheUing, die Abgg. Schröder (Lippstadt), v. Sybel und Dr. Gneift beiheiligten. . 13 wurde darauf gänzlich gestrichen. Zu den §§. 14 bis 1 „ die in der Debatte vereinigt wurden, sprach der Abg. Dr. Windthorst (Meppen), dem bei Schluß des Blattes der Regierungs-Kommiffar Mi- nifterial-Direktor 1)r. Foerßer antwortete. ' ,
_ Der General-Lieutenant und Commandeur der 9. Di- vision von Rauch, sowie der General-Lieutenant und Com- mandeur der 17. Divifion, Freiherr von Schlotheim, haben fich in ihre Garnisonen Glogau resp. Schwerin zurückbegeben.
_ Der General-Major von Kienski, bisher Comman- deur der 7. Feld-Artillerie-Vrigade, welcher vor Kurzem unter Verseßung zu den Offizieren 513 suite der Armee mit der Uniform des Brandenburgisrhen Feld-Artillerinegiments Nr. 3 (General-Feldzeugmeifter) Corps-Artiaerie, behufs Uebernahme des Kommandos der 13. (Königlich Württembergischen) Artil- lerie=Brigade kommandirt und zum General-Major befördert morden, iß aus diesem Anlaß zur Abftatmng persönlicher Mel- dungen von Münsier hier eingetroffen,
_ Der General-Major von Biehler, beauftragt mit Wahrnehmung der Geschäfte der General-Inspektion des Ingenieur- Corps und der Festungen, hat ßch zur Inspizirung einiger Feßungen und Pionier-Vataillone nach außerhalb begeben.
_ Der General-Arzt dcs Garde-Corps und Leibarzt Sr. Majestät des Kaisers und Königs, Professor Dr. von Lauer, _hat fich mit einem mehrwöchentlichen Urlaub nach der
Schweiz begeben.
Bayern. München, 4. Mai. Die bayerischen Bevon- mächtigten beim deutschen BundeSrath, Staats - Minister 131“. von Fäustle und Minifterial-Rath von Riedel, find heute Vormittag?- aus Berlin hierher zurückgekehrt.
_ Nack) Wiederbeginn der Sißungen der Kammer der Abgeordneten in kommender Wockze wird zunächst die vor- läufige Berathung über den vom Abgeordneten von Schlör b- antragten Gesrßemwurf bezüglich des Ankaufs der bayeri- schen Ostbahnen auf die TageSordnung gesiellt werden.
Sachsen. Dresden, 5. Mai. Die Zweite Kammer beschäftigte sich gestern in einer Abendfisung zunächst mit dem Bericht der Finanzdtputation Abtheilung 13. über das regel- mäßig in Höhe von 140,000 Thlr. im außerordentlichen Budget wiederkehrende Postulat zur planmäßigen Jortseßung der Elb- stromkorrektionsbauten. Hierbei rief eine Petition des Vorstands des sächsischen Schiffervereins, welcher die Bewilligung einer größeren Summe zur rascheren Förderung jener Korrektions- bauten bezweckt, eine Diskussion hervor. Die Kammer beschloß jedoch die Petition auf sich beruhen zu [affen und die Summe in der postu- lirten Höhe zu bewilligen. _ Ohne Debatte wurde alsdann der Pensions: und Wartegeldererhöhungen betreffende Geseßeniwurf mit den von der Deputath im Einverßändniß mit der Regierung bean- tragten Zusäßen angenommen, wonach den Hinterlaffenm der vor dem 1. Januar 1874 verstorbenen Staatsdiener die geseh- lichen Pensionen vom 1. Januar 1874 ab mit einem, nach der Höhe der Pension abgeßuften Zuschlage von 20 biH 10 Prozent gewährt werden sollen. Im Anschluß daran wurde der Pen- swnSetat ohne Debatte bewilligt.
In ihrer heutigen Sißung beschloß die Kammer auf An- trag derselben Tepuiationöabtheilung die Regierung zu ermäch- tigen, der Leipziger Handelskammer zu den Koßen der Vorar- beiten für eine Kanalverbindung der Stadt Leipzig mit der Eibe einen Beitrag von 3000 Thlr., dem Elfter-Saalekanaloer- ein zu Leipzig zu den von ihm vorzunehmenden Vorarbeiten eventuell einen solchen von 1000 Thlr. zu gewähren. _ Als- dann beschäftigte iich die Kammer mit einer längeren Reihe von Petitionen um Errichtung von Gütersiaiionen, Anlage von Haltestellen rc. Es fand darüber eine mehr als zweistündige Diskusßon ßatt, da faft alle diese Wünsche ihre eingehende Ve- fürwortung in der Kammer fanden. _
Württemberg. Stuttgart, 3. Mai Der Prinz Wilhelm von Württemberg ist heute zum Besuche der Königlichen Familie hier eingetroffen. Die Großfürstin Con- stantin von Rußland ist seit zwei Tagen mit ihren beiden Söhnen hier anwesend.
_ Außer den Kaiserlick; russischen Herrschaften und der bu reits vor einiger Zeit hier eingetroffenen Erbgroßherzogin von Sachsen werden _zu den bevoritehenden Vermählungsfeierlickzkeiten noch folgende Furftltehe Gaße hier erwartet: Prinz Auguß von Wéxiteinberg, der Herzog und die Herzogin Eugen Erd- mann mit ihrer Tochter, der erzogin Paulne von Württem- ber , der.Grbgroßherzog von chsen, der Prinz Wilhelm von Ba mit Gemahlin, die Prinzessin Marie, geb. Prinzessin von Leuchtenberg, und deren Bruder, der Herzog Sergei von Leuch-
g. ,
_ Die Reihe der Festlichkeiten, welche aus Aula der bworftehenden Vermählung des Herzo s Wilhßelm Eugen von Württemberg mit der Gro ?ürßin Vera von Rußland in Aussicht enommen find, oll am Montag den 4. Abends mit e_inem auf der Königlichen Wilhelma eroffnet werden. Daranf findet am Dienßag Abend dem Hohen Brautpaare zu Ehren uu „großen Saale des Königsbaues eine dramatische Aufführun unt lebenden Bildern, von Herren und Damen der fgesells veranstaltet, |att. Mittwoch,“ den 6. Mai, erfolgt ' AnkunftdesKaisers von Ru land; Abend! is im Königl. Hoftheater Galavorstellung, der d ganze Köni [.
UbendSZKZUhrfuhrSe. “:ck-che heitz Verab- schiedung s:. Äajeßä: des KanerTaYux-mdaßomch deu": Anhal-
Schluß 4; uh;
; Familie mit ihren Gäßeu anwohnen wird, und zu welcher
werden. Am Donnerßqg, _ als ungsfeßes, bringen die Mitglieder iefigen Liederkranzes dem Hohen Braytpaare im_ Schloß- hofe eine Serenade. Die Trauung selbst lß. auf Freitng “den 8. Mai festgeseßt und wird zuerst nach dem Ritus der griechisch: katholischen Kirche in der rusßichen Kapelle, sodann nach dem der evangelischen Kirche im Weißen Saale des Komgltchen Re- fidenzschéoffes vollzo en, worauf die hohen Neuvermahllen noch am gleichen Tage | zunächft nach Friedrichshafen und sodann zum Besuche der Eltern des Herzogs nach Schlefien begeben
werden. . , _ Der König und die Kön: in haben aus_ Anlaß der bevorstehenden Vermählung ihrer Ni te, der Großinrßm Vera, Kaiserlichen Hoheit, der Centralieilung de_s Wdhlthangkeiisderems die Summe von 2000 sl. aus ihren Punatmrtteln zugeunesen. _ 4. Mai. Der Minißer der Jamüun-Lingelegenhetten des Königlichen Haufcs, der Iuftiz und der auSwarttgen Angelegen- heiten, v. Mittnacht, iß nach Abschluß der Beraihung der Reichs-quj'geseße im Iustizau ckschuß des BundeSraths, am
Fondue Unladuugm _ am Vorabend des Ver!!!
2. Mai Na mittags hierher ziuru gekehrt. .
_ Heute ist die ßaatSreéhtlithe Kommission der Karn- mer der Abgeordneten zusammengetreten, rim, dxn Bericht über die auf die Landessynode bezüglnhen Komglnhen Ver- ordnungen zu berathen. Die Verhandlungen wcrden .me rere Tage in Anspruch nehmen. _ Auf den_ 11. d,_ M. ist die m- misfion für außerordentliche Militar_bedurfn1ssezur Be- rathung der Berichte über die Geseßesimtwurfe, betreffenddie Ver- willigung der erforderlichen Mittel zu Vollendung des Retabliffements in engerem Sinn und“ den außerordentlichen Bedarftfur Bauten und Beschaffungen zu Ergänzung der Garnisonseinrtchtungen, einberufen; die Dauer ihrer Sihungen wird sich gleichfails auf mehrere Tage crftrecken. _ Der Wiederzusanimentrttt drr Ständeversammlung, welcher in der Hauptiache nur _die Erledigung der bei der Vertagung vom 31._Ianuar_l. I. nicht mehr zum Abschluß gekommenen Gegenßande obliegen wrrd, kann dem „St. A. f. W.“ zufolge nicht wohi vor dein 18. d.M erfolgen; die muthmaßliche Dauer ihrer Sthungen iß auf vier bis fünf Wochen zu berechnen. *
Baden. Baden, 3. Mai. Auf der Durchreise von Schloß Lenbach, wo am 28. April ihre Trauung ftatigehabt batte, be nden fich seit einigen Tagen Herzog Karl Theodor in Bayern, Sohn des Herzogs Max in Bayern, und seine Gemahlin, Prinzessin Maria Josepha von Br.aga.nza, Tochter des verstorbenen Dom Miguel von Poriugai, m hiesiger Stadt. Die Hohen Herrschaften find im englischen Hofe abge- ßiegen. Ihr Besuch gilt der Schwester des Herzog9, der hier verweilenden Gräfin Trani.
Mecklenburg. Schwerin, 5. Mai. . Die Groß- herzoglichen Herrschaften werden morgen mit dem Groß- fürsten Wladimir von Rußland gegen 51/4 Uhr Nach- miitags mittelß Extrazuges von Berlin hier eintreffen.
_ Den „Meckl. Anzeigen“ entnehmen wir Folgendes:
„Mit Bezug auf die Nachricht von der Yerlobuug _Jhrcr Loben der Herzogin Marie mit-Sr.Ka11er11chen Hohertdem
eriirsten Wladimir von Rußland babrn vrrschiedene__Biat_ier die itiheilung gebracht, die Herzogin habe, als der Großiurst im Jahre 1872 zuerst um sie geworben, die von _russ'ucber Seite, der dortigen Tradition gemäß, zugleich gestellte Aurorderung des Ueber- triits zur griechischen Kirche abgelehnt, es sei aber aber _neuerdmgs diese Anforderung von russischer Seite aufgegebxn, so daß die'Herzvgm auch als rusfiickxc Großfürstin demnächst bei ihrem evangelijch-luthe: rischen Bekenntnisse verbleiben werke. Sicherem Vernehmen nach ist diese erfreuliche Mitiheilung bcgründri, indem es den von Sr. Majestät dem Kaiser Alexander veraniaßten migrgenkommmdrn Bemühungen auf misischer Seite gelungen 1st,_tn dtexexn Falle dl? Schwierigkeiten zu beseitigen, welche bisher die Tradition der Ver- mähiung russischer Großfürsten mit epangeiiicbcnPrinzrsfinnr-i enigxgen- gestellt hat. Uurichiig ist dagegen die Milthciluug_and_crcr Viatier, es habe die Verlobung durcb Prokuraii-ou vermiiient emexr namhaft gemachten dritten Persönlichkeit stattgefunden. Vielmehr ist, „nne die gestrige amtliche Bekanntmachung besagi, die Veriobun-g inst __am 2, Mai unmittelbar nach der Ankun' des Großiursten geschlonext, und nur die Proklamation derselbrn Hirt crsx am folgenden Tage in Bcrlin in Gegenwart Sr. Majeftät dcs Katjers von Rußland stali- gefunden.“ - .
Sachyeu-WeimarsEisem-ch. Weimar, 2. Mal. (Fr. I,) Aus den beiden letzten Sißungen des Landt_ags ift als bemerkenöwerth Folgendes zu notiren: Die Etntsuber: schüsse sollen von der nächsten Finanzperiode an m Einnahme geßellt werden'; das Steuergeseß auf die Jahre 1875_77 ward angenommen, der Steuerfuß, wie seither, mit 12 Pfenmgen vom Thaler, oder 3,4 von der Mark, genehmigt; für die S_taats- diener wurden die höheren Besoldungen sthon mit dem nqchften 1. Juli bewilligt, für die Geißlichen und Lehrer ward ]edoxh diese Begünßigung abgelehnt; die Wittwenpenfisn soll künftig nicht unter 100 Mark, sonß den fünften Theil dxr_Besol= dung des Verstorbenen, betragen; die begehrten Beitrage, zur Unterßüsung armer Gemeinden bei Schulbauten wurden benniligt, eben so 250 Thlr. pro 1874 zur Ausbildung von Lehrerinnen.
Anhalt. Dessau, 4.Mai. Die Herzo in Karoline von Mecklenburg-Strelih wird mir dem eutigen Abend- zuge die Stadt wieder verlassen. _ Der dritte Sohn des 1er- zogs, Prinz Eduard, der vor einigen Tagen vonBalleniiadt zum Besuch hier eintraf, hai Krankheitshalber seme Abreise verschoben, befindet fich jedoch in der Besserung.
_ Am 7. d. M. wird General v. Blumenthal zur In- spizirung der Truppen hier eintreffen.
Oefierreich-Ungarn. Wien. 4. Mai. Der Kais er iß geßern Abend nach Budapest abgereist.
_ Das ReichSgeseßblait veröffentlicht die Konzessions- Urkunde vom 30. Oktober 1873 für die Lokomotiv-Eismbahn Jalkenan-Graßlis. , .
_ 5. Mai. (W. T. B.) In der heutigen Stßung des Abgeordnetenhaus“ erklärte in Erwiderung auf die Interpellation beireffs der finanziellen Krifis de_r Finanz-Minifter, daß es der Regierung willkommen „ser, vor der Vertagung des Rezchörathes nochmals ihre Stellung zur Krifis darzulYen. Die Abnghme der Konsumtion und die damit verbundene tockun in unkrelnen Produktions- zweigen seien theils eine natürl' e Rückxv kung der auf dem Effektenmarkt herrschenden Krifis, theils eme S_olge wiederholter Mißernien nnd außerdem noch dadurch rvesentlnh verschar_ft, daß viele aUSwärtige Verkehrstiete das Sch1cksal gleich tzngunßtger Wirthschaftöverhältniffe m uns 1 eilten. Es sei unmoglich, daß man um den Mitteln, welche einer Staawgewalt zur Verfugung ßehen, einer Krißs Stillßand gebieten könnte, welthe “aus dem Zusammentreffen so verschiedenartiger Ursachen hervorging. In- soweit ein Ein eisen desStaates besonderß behufs der PMI rung der Kred gewährung und Öeförderung der Vauth ! ,
eiiunden. Die iernng sei unablässig bemüht, die _geseßlich ge- isiethiglen EiseFthnk-auten und Stagisbauten moglichst bald aukzuführen. Falls gegen Erwarten eme Stockung der Arbeits- thätigkeit größere Dimensionen annehmen sollte, werde die .Re- ierung alle durch die Umstände geboirnen Maßregeln einleiten. ' enn die Nachfrage nach Salinenschemen nichl na_m_haft narh- ließe, würde die Regierung eine weitere Ztnsfußermqßigung _em- treten lassen. Auf Grund des Dezembergeseßes seien zunachst 16 Vorschußkaffen mit einer Dotation bon 10.600,000 Gulden errichtet worden. Namhafte Beiträge seien. dadurch dem Handel und Gewerbe zugeführt, außerdem habe die Regierung auf an- derem Wege noch weit bedeutendere Summen flusfig_ gemacht. Die Regierung begreife vonommen den. Ernst der wrrthschxrft: liehen Situation, könne sich aber auch nnhtverhehlen, daß, wah- rend früher durch die Ueberschätzung der Kayitaiskrnft und die Anpreisung aller Werthe auf die Leichtglnubigkeit des_ Pu- blikums hin gesündigt wurde, nunmehr eme Untrrschaßung der wirthschaftlichen Kraft und ein ungerechiiertigtrs Mix;- trauen in die ailgemeine Kreditwürdigkeit eingetreten ser, tyelches von gewinnsüchtigen Spekulanten auögebeutei werde.__ Die Re- gierung werde fernerhin die: Entwickelung der ökonochhen Ver- hältniffe mit offenem Auge und warmen) Herzen verfolgen, und wenn fie sich auch nicht berufen fühle, die Scixadrn, wclche Em- zelne durch verfehlte Spekulationen erlitten haiien, auf Ko'sien der Gesammtheit zu heilen, so werde sie tm Sinne des,.Kaner- lichen Handschreibens vom 28. Februar .d. I. fich moglichst bx- streben, die wirihichaftlichen Bedrängmffe quYindern. _ Die Ausführungen des Jinanz-Minißers wurden betsaliig aufgenom- men. _ Im weiteren Verlaufe der Sisung ward der Antrag des Abg. 131“. v. Plencr, über diese Beantwortung der Inter- pellation morgen die Debatte zu eröffnen, mit 126 gegen 70 Siimmen abgelehnt.
Im weiteren Verlaufe der heutigen Sitzung deZ Abgeord- netenhauses ßellte der Abg. Dr. Heilsberg den Antrag, daß die Wahl der Mitglieder der Delegation künftig aus dem ganzen Hause statt aus den einzelnen Ländern vorgenommen werden solle.
Peß, 3. Mai. Die AbendauSgabe der „PesterCorrespon- denz“ meldet: Der Marineaussckzuß der ungarischen Dele- gation authenticirte den Bericht, demgemäß der Ausschuß als unbedecktes Gesammterforderniß der Marine für 1875 10.002,916 Fl. (um 762.144 Fl, weniger als für 1874) zu votiren be- antragt. .
Das Fünfer-Subcomité des HecreSausschuises ungari- schen Delegation beantragte, bei den Titeln 10 bis 16 drk: Extra- ordinariums zusammen 926.300 Fl. zu streichen. .
Der HeereSausschuß hielt eine fünfstündige Sißung, eriednzte die Titel 3 bis 12 des Extraordinariums und beantragte, nn Exiraordinarium bisher zusammen 1,644,300 Ji. zu zirenhen.
_ 4. Mai. Das Abgeordnetenhaus verweigerte, dem Antrags des ImmunitäiSausschuffes gemäß, die Auslieferung der Abgeordneten Becze und Graf Haller. .
Sodann wurden der Geseßentwurf über Aichung der See: schiffe unverändert angenommen und die rückstandigen Para- graphe der Notariatsvorlage verhandeli Bei den §§. 2 und 7, weiche die Sprachenfrage bei Notariatéurkunden betreffen, bean- tragte der Centralausichuß die Zulässigkeit auch anderer Lanes- sprachen als der ungarischen. Ein Minoritätsimtum wrmschie den ausschließlichen Gebrauch der ungarischen Sprache. Nach längerer Debatte wurde der Ausschußantrag, von Bonds amen- dirt, angenommen.
Im Oberhaus: wurden Geseve publicirt,
Schiveiz. Bern, 1. Mai. In Charftarb ain 28. U. M. der ehemalige Sonderbands-General I. U. v. Salis-Soglro im Alter von 84 Jahren. Geboren 16. März1790, wgr er zuerst zum Kaufmann beßimmt, entschiedlfich aber dann fur die militärischa-Laufbahn, irai' in bayerische Dienste und. machte unter Wrede die Feldzüge von 1813 und 1814 mit. Bei Hanau und Brienne zeichnete er sick) aus. 1815 trat er als Hauptmann eines Schweizer-Regimems in holländische Dienste, welche er 1840 als Generalmajor verließ. Er wurde hierauf eidgenösfischer Oberst. 1847 übernahm er, obgleick; Protestant, den Oberbefehl über die Sonderbands-Armee. , . ,
St. Gallen, 29. April. Das Oi*ganisa110ns:ComitL des schweizerischen Schüßenfeßes sagt, der „Karlsruher Ztg.“ zufolge, in seiner Einladung an die deutschen Schuhen zum eid- genösfischen Schüyenfeßs in St. Gallen: _ _ . _-
St. Gaiicn, die Ihren Gaara zunächst „gelegxge _1chw_exzern_chc Skadi, hegt die frei): Hoffnung, «_m dicÖjaiirigen Ochußenreste _e_1ne besonders starke Zahl deutscher SrbuJen in ihren Mauxru begrußen zu können. Nicht dcs blos äußxriichenUmsiaych nachjtcr NaÖbar- schaft wegen bauen wir zuversichtlich aur z_ahireichcn Zuzug vom Reich? her, nein, unicre Erwariuna. stützt iich aur, emen tieferen *Grund. V;: der hoher: Bedeutung des großrnKulixirkampkes, weirbe das ja einem ewig denkwürdigen Kriege geschaffene und1eithrr durch wxrsr V.“ ndcögeseße ken- solidirte Deutschs Reich mit wahrheiis- uud freihrii-Znhruen, finsiereu Mächten nufgenc-mmnr hat, und nachdem auch_d1e1chiveizeri1cheE1kge- noffrnscbaft berufen erscheint, an dreiem Kampfe Theil JU nehmen, ist es zum wahren doppelten Bcdürinisie der deutschen und ichweizernchen Schützen gewvrden, sich ncnrrdmgs zusamznca zu findrn uud sich„3u scharen unter die gemeiniamr Fane. Diese Fahne nt x_s, deuiicbe Schüßenfreuude, Welche wir in Hi. Gallen ausbis'seu, So kommt denn und tauscht ein gegen das m:]rige Curt Manneswori, das_ unver- brücixliche, daß wir zusammenhalten_ und_au§barren woüen wre treue Bunchgenoffm im Kampfe für die Geistesfreihsit und alle schonen Errungenschaften moderner Kulr'ur!
Niederlande. Haag, 29, April. Im Hafen von Vlissingen langte, von Nicolajeff kommend, am 26. d. die russische Dampfjacht „Livadia“, an deren Bord der K_aiser von Rußland sich nach England begeben mird, an. Tab Kriegs- dampfschiff , Franklin“ von der Flotte der nordamenkanixchen Union wird nebst noch mehreren Kriegsschtffxn der Vereinigten Staaten ehefier Tage auf der Rhede von Vltsfingen erwartet.
Großbritannien und Irland. _ London, 4. Mai. Die Königin kam heute in Begleitung ihrerYfmgßtn Tochter von Schloß Windsor nach London, m_o fie nn uckmghampalaß abstieg und bis Mittwoch verweilen tmrd. ' .
_ Wie der „Morning Post" aus Dublin mitgetheilt wird, ift, nachdem der Herzog und die Herzogin von Edinburg die Einladung des Herzogs von Ubercorn zu einem Besu e Irlands während . dex kommenden Herbstes nn- genommen haben, auch Ihrer Majestat von dem Statthalter eme Einladung zugegangen.
_ 5. Mai. (W. T, B.) Ueber den von Lord Rujsell schon "vor längerer Zeit angekündigten, in der geßngen Srßung des Oberhauses verhandelten Antrag betreffs VorlengJo der diplomatischen Korrespondenz über Verhandlungen der_ nii- nentalmächte zur Aufrechterhaltung des Furopcrischen Friedens wird weiter berichtet: Lord Russell wunschte uber die Verhältnisse der europäischen Staaien xu emander_und die Ab- fichien Englands, namentlich aber daruber unterrichtet zu sein,
eines vorübergegangenen oder als die Vorboten eines neu aufziehenden Sturmes zu betrachten habe. Lord Russel! nahm Bezug auf die vom Feldmarschall Moltke im Deutschen Reichstage gethane Aeußerung, „dasjenige, was Deutstlx land in einem halben Jahre mit den Waffen errungen habe, das möge es ein halbes Inhrhundert mit den Waffen schüßen, damit es nicht wieder entriffen werde.“ Redner fügte hinzu, daß nach den ihm zugekommenen Mittheilungen die franzöfische Armee vom höchßen Marschall bis zum niedrigfien Soldaten Revanche für dasjenige wolle, was fie als eine Spa- liirung des französischen Gebietes betrachte. Seien aUe diese Dinge als die Anzeichen eines neu herannahenden Sturmes an- zusehen, so sei es wünschenSwerth, zu wiffen, ob die englische Regierung bereit sei, Maßregeln zu treffen, durch welche der Frieden er alien werden könnte. Er (Redner) sei überzeugt, daß der Einfluß England:?- im europäischen Rathe so groß sei, daß es in seiner Macht siehe, den allgemeinen Frieden aufrecht zu erhalten. Er nehme an, daß England bereit sei, alie ver- tragsmäßigen Verpflichtungen seinen Alliirten gegenüber zu er- füllen, und hoffe, England werde alien ihm zu Gebote stehenden Einfluß zur Erhaliung des Friedens aufbieten, falls die Gefahr einer Störung deffelben bestehe. Lord Derby erwiderte, es sei schwierig, in aUZemeinen Wendungen und Ausdrücken einen so wichtigen Gegenstand zu erörtern Allein die Verantwortlichkeit seiner Steliung mache es ihm zur Pflicht, nur in sehr allgemeinen Ausdrücken und unter großer Reserve eine Antwort zu geben. Was etwaige politische Verwickelungen in einer weiter hinaus lirgenden Zukunft anbe- trifft, so würde es für Jeden in seiner Stellung weder recht, noch ehrenhaft sein, leugnen zu wollen, daß in den gegenwär- tigen Erscheinungen einiger Grund zu Mißverständniffen und Beiorgniffen gefunden werden könnte. Diese seine Ansicht gründe fich nicht auf offizielle Mittheilungen, er komme zu derselben viel- mehr durch Informationen, die außer ihm auch der ganzen Welt zugänglich seien. In Frankreich herrsche die virlverbreitete An- iicht, daß man das durch Krieggglück Verlorene wirder ge- winnen müsse, während Deutschland ebmso fest entschlossen sei, das Gewonnene zu behalten. Das Alles sei weltbekannt. Wenn in Folge dessen früher odér später Krieg entstehen sollte, so hege er den Wunsch und die Hoffnung, daß dies später ge- schehen möge, weil dann wahrscheinlich die jeßt noch herrschende Erregiheit fich gemindert haben werde, und weil in diesem Falle die Wahrscheinlichkeit für eine Erhaltung des Friedens kine grö- ßere sein werde. Er könne nicht sagen, m.:s in einigen Jahren etwa geschehen dürfte; aber froh dieses Gsiühles der Ungerniß- heit müsse er erklären, daß nach allen Nachrichten zu urtheilen, die ihm geworden, und nach der aUgemeinen Bedeutung und dem Sinne der Miitheilungen zu schließen, die ihm aus aUen Theilen Europas zugegangen, ein Anlaß zu der ernst: lichen Besorgnis; nickzt vorliege, daß irgend eine Störung des europäischen Friedens bevorstehc. Im Falie einer imminenien KriegSgefahr sei es unzweifelhaft, daß Eng- land kein fich darbietendcs Mittel zur Erhaltung des Friedens unversucht [affen werde, ohne jedoch England seibft in einen Streit zu verwickeln, an dem es kein Interesse haben würde. Was die internationalen Verträge betreffe, so sei es, falls aus irgend einem Grunde ein Vertrag oder. eine Verpflich- tung zeitweilig unanwendbar werden soUte, jedenfalls Englands Pfiirix, folches den anderen Kontrahenten mitzutheiien. „Aber wenn wir die Verpflichtungen eincH Vertrages übernehmen und den anderen Kontrahenten die Berechtigung zu der Annahme geben, daß wir dieselbe als bindend betrachten, so verlangen die Ehre und die Redlichkeit deren Aufrechterhaltung. England ist noch in den leßten Jahren Verträge eingegangen _ ich sage, daß wir dieselben als bindend betrachten.“ Lord Derbi; schloß darauf mit der Erklärung, daß er die gewiinsehien Korrespon- denzen aus Rückficht auf andere Rckgierungen nicht vorlegen könne; andere Schriftstücke, die ohne Unbequemlichkeit dem Hause ZUFZetheiit werden könnten, woile er demselben gern zugehen i en.
Frankreich. Paris, 5. Mai. Wie dae.“- „Iournal offi- ziel“ meldet, ift der Präsident der Republik in Begleitung des Kriegs-Minifters und eines Adjutanten am 3. Abend?- nach Tours abgereist, wo er am Montag früh eintraf. Während des Vormittags legte der Marschall den Grundstein zu den ' ncucn Kasernen, besuchte darauf die Kasernen der Kavallerie und die städtischen und militärischen HoSpitäier und bestckztigte, nachdem er vorher die Cioiibehörden und die Geistlichkeit empfan- gen, die in Tour?- in Garnison liegenden Truppen. Am Abend begab sick) der Marschall nach Saumur, wo er am 4. die Reit- schule befichtigen wird.
_ Die Fefiung Toul, aus der man einen bedeutender: Waffenplaß machen will, soll von vier Forts umgeben Werden. Das erste kommt auf den Moni Saint Michel. der 385 Meter hoch ist und 950 Meter nördlich von der Stadt entfernt liegt. Derselbe beherrscht die Landstraßen na-„ii Meß und Verdun. Das zweite Fort wird im Westen auf der äußersten Südspitze der Hochebene des Waldes von Vagm) errichtet werden. Dieselbe hat eine Höhe von 359 Meter, ist 1500 Meter vom Plaße ent- ernt und beherrscht das Thal des Ingresfinbaches. Die Pofition von Domgermain, die zwischen Val de Paffeh und dem Ringe der Mosel liegt und 382 Meter hock) ist (bei St. Maurice), wird durch das dritte Fort befestigt. Dieser Punkt befindet fich 310 Meter von Tous entfernt, hat aber den Nachtheil, daß er von gewissen Punkten des Waldes Grand Mont und der Gegend von Charmes beherrscht wird. Es ist daher möglich, daß man ein weiteres Fort auf der an der Landstraße nach Vaucoulcurs und Langres gelegenen Anhöhe von Iacobin (750 Meter) erbaut. Das vierte Fort kommt nach Villeq-le-Sec, das 3000 Meter vom Pl e entfernt ist und das Moselthal beherrscht. Villeq hat eine HFe von 333 Meter. Für diese Position ist eine 365 Meter hohe Anhöhe im Walde von Bois l'Evéque gefährlich. Ebenso soi] Reims ein wichtiger Waffenpiaß werden. Man will es zum Sih des Ober-Kommandos des 71. Armee-Eorps machen und eine ArtiUerie-Direktion und Schule dort errichten. Diese mili- tärischen Anßalten werden 5 Millionen koften, welche die Stadt dem Kriegs-Minißer vorschießen und von dem Staate später zurückerhalten wird.
_ Ein weiterer Konflikt ist zwischen drm Rhone- Präfekten Ducros und dem Generalrath seines Departe- ments auSgebrochen. Der Präfekt weigert fich, einem Theile der Mitglieder der von dem Rhone-Departement zur Ausstellung nach Wien gesandien Yrbeiterdelegation die ihnen noch zukommende Geldentschädigung auszuzahlen. Wie aus emenr Schreiben des Präfekten an eines der Mitglieder der Delegatmn hervorgeht, slüßt fich der Präfekt bei seiner Weigerung darauf, daß die be- treffenden Delegirten in ihren Berichten dix Politik und die soziale Frage berührt hätten, _und daß deshalb weder das Departe- ment noch die Stadt Lyon lhnen Subventionen zukommen lassen
möglichwar, hättedaffelbe unterMitwirkung des Reichörathes tt-
ob man die sich zeigenden Symptome als die lehten Spuren
könnte.