* “„ «***.» ,
.* 7“ "
“_ .. ;“ *“ * “_ .*ÉU'U „... . „ . . . . *.*“ _ ,- .
;ck.
diesem Wege ie betreffenden Bekanntmachungen in kürzester Frist
ur Kenntnif; des Publikums zu bringen. Von mehreren Sexien :| in Folge der Veraus abung eines nur halben Bogens eme Formatver-“nderung in nregung gebracht worden, 'die auSge- führt wer en wird, sobald sich bei der weiteren Enthcbelung dxs Deutschci' Central-Handels-Regisiers übersehen [affen mird, ob em halber Bogen für die tägliche Nummer auSreickzt.
Mit dem 1. April d. I. ist der Inhalt des Central=Han= delS-Registers durch folgende Rubriken erweitert worden:
1) Aufsäße aus dem Gebiet des HandelSrechts, geseßxiche und Verivaltungsbeßimmungen über Handelöangelegenhetten, üb r die Organisation der Handelébehörden, Handengertchte und Hmdelskammern, sowie handelsstatistische Ueberfichten.
2) Prinzipielle Entscheidungen des Re1chs-Ober-Hat_1deis- gericbts, sowie dEr Gerichte der deutschen Bundesstaaten; Wichtige Beschlüsse der Handelskammern.
3) Mittheilungen aus der Handelsliteratur.
Jene Aufsätze werden auch noch in. weiteren Kreise]! ver- breitet, indem dieselben in Separatabdrücken an dte Re- daktionen der betreffenden Fachzeitschriften und der größeren Zeitungen mit dem Anheimsteüen unentgeltlicher Benutzung ver- sendet werden,
Von der mit dem 1. April eingetretenen Befugniß, das Central-Handelsblatt auch abgesondert vom Deutschen Reichs- Anzeiger im Wege des Poftabonncments oder des Buck]- handels zu beziehen, haben bereits zahlreiche Interessenten Gebrauch gemacht.
Um das Eentral-Handelczregister bei seiner weiteren Entwicke- lung auch den Bedürfnissen des Handelörechts möglichst anzu- passen, hat der Kurator des RcichH-Anzeigers zahlreich e Auto- ritäten auf dem Gebiete des HandelSrcchts um Beguiachtung des Unternehmens gebeten. Der Plan ist zu diesem Zweck vor-
läufig vorgelegt worden den Herren: Ober-Tribunals-Rath'
Hartmann, Kammergerichtzö-Räthcn Keyßner und Nenmann, Iustiz-Räthen 1)r. Braun und R. Les e in Berlin; Apchations- gerichtS-Rath Banck in Marienwerder; AppeUationSgerichis-Ratb Voigtel in Magdeburg; AppellatiomzgerichtH-Ratk) v. Kräwell in Naumburg; Appellationsgerickzts-Rath 0x. Schütt in Kjkl; Dr. Auerbach in Frankfurt a. M.; Rechtvaalt ])r. Herz in Wiesbaden; 01“. Bezold, StaatS-anwalt Küffner und Ministerial- Rarh ])r. Freiherr v. Völderndorf in München; Rcichß-Ober- Handel99crichts-Räthen Dr. Hoffmann, 1)r. Gallenkamp, ])r. Goldschmidt, Dr.Puckxelt und Wiener, RechtHanälten ])1'. Calm, Illgner und Instiz-Rath Stegemann in Leipzig; Appellations- gerichts-Ratl) Wengker in Zwickau; KrengerichtS=Rath Heins- heimer, Rechtsanwaltön Kah und Dr. Ladeberg in Mannheim; Hofgerichts-Ratl) Zimmermann in Gießen; Geh. Justiz:.Ratl) und Ober-Appellation-derichis - Rath Rehling in Eisenach; Ober- ApchationSgerichtH-Rath Professor Dr. Endemann in Jena; 1)r. Lamprecht in Lübeck; Dr. K. W. Halbes in Hamburg; Professor Dr. Blodig in Wien; Professor Dr. Fick in Zürich; Professor Dr. Gareis in Bern. Mehrere dieser Herren haben i re Gutachten bcreits eingesendet; fie sprechen ficl) fast sämmt- ltck) im Wesentlichen günstig und crmunternd über das Unter- nehmen aus, zum Theil dahin, daß das Centraleandclsregiftrr rücksichtlick] der Wirkung der PUblikation eine in der Praxis fühl- bare Lücke, die in Ermangelung eines solchen Ccntral-Publi- kationSOrgancs im Allgemeinen Deutschen HatidengeseHbuck) ge- blieben, aUSzufüllen geeignet sei. Einzelne dieser Gutachten smd im Central=Handelsregifter bereits vrröffentlirht worden, rücksicht- lich der übrigen wird der Abdruck erfolgen, sobald der betreffende Herr Verfasser seine Einwilligung hierzu ertheilt hat.
Da ferner viele kommerzielle Kap'azitäten, die Preußische Bank, der bleibende Ausschuß des deutschen Handels- Tages, zahlreiche Handelskammern, die ständige Deputation des volksmirthschaftlichen Kongresses, die freie volkUvirthschaftliche Kommisfion des Deutschen Reichstags u. A. dem Unternehmen ihre Unterstüßung zugesagt haben, so ist die Hoffnung begründet, daß dasselbe fick) nach allen Richtungen hin zmcckentsprechend entwickeln Werde. *
Mit der im Plane liegenden Veröffentlichung periodis ck) er Uebersichten Über die Bekanntmachungen des Centralregisters, so geordnet, daß dieselben nicht nur alt.“: Inhaltherzeickwiß zu dem CentrabHandelsrcgister dienen, sondern fick) auch als regel- mäßige Fortseßungen an die in verschiedenen Staaten bereits bestehenden Firmen- und kaufmännischen Adreßbücher anschließen, wird binnen Kurzem begonnen werden,
Schon bei den Verhandlungen der Kommisfion für die weitere AquildUng der Statistik des Zollvereins im Jahre 1870 hatte man die Nothwcndigkeit erkannt, die Statistik des Handelsftandes eingehender zu behandeln, und bereits Formulare für die hierzu erforderlichen Erbebungen entworfen. Der Seitens der Kommisfion damals gegebenen Anregung ist bis jeßt keine Folge gegeben worden. Das Central-Handels- register bietet nun durch die darin aufzunehmenden Thatsachen eine neue Grundlage für eine Staiistik der Bewegung des Han- delsftandes. Von diesem GefichtsPunkt aus ist dae; Kuratorium
'des Deutschen Reichs-Anzeigers mit dem Kaiserlichen Statistischen
Amt und den statistischen Centralstellen in den einzelnen Bundes- ßaaten in Verbindung getreten. Sowohl das Erstere als die ßatiftiscben Centralsteüen von Preußen, Hessen, Oldenbnrg, Braunschweig und Anhalt, deren Antworten bereits eingegangen find, haben dem Unternehmen ihre Unterftüßung zugesagt und sich ausführlich über dasselbe geäußert. Ihre Anfichten stimmen im Wesentlichen darin überein, daß das CentrabHandelSregister eine geeignete Grundlage für die Statißik des Handelsstandes bilde, wenn" sein Geltungsbereich auf das ganze Deutsche Reich au9gedehnt werde, so daß es eine voUständige Uebersichtüber alle deutsche Firmen enthalte, und wenn ferner die bekannt zu machenden Thatsgchen fick) nicht blos auf das nach dem Handengeseßbucl) unbedingt Nothwendige beschränken. In letzterer Beziehung sei hiyfichtlrch aller Firrnen die Veröffentlichung der Geschäftsbranche wunschen-ererth'; mindestens in Betreff der Aktiengesellschaften und KommandttgeseUschasten auf Aktien aber auch die Centrali- ßrung aner anderen wichtigen gerichtlichen Bekanntmachungen, z. 23. Über Konkurse, in) Central:HandelSregister. Wir haben zur Prüfung res_p. Ausfuhrung der in diesen Gutachten ent- haltenen Vorschlage bereits die nöthigen Einleitungen getroffen. Wie vorstehend hervorgehoben ist, hängt der kommerzieUe und statistische Werth des CentralHandelSregifters hauptsächlich davon ab, daß aus demselben auch die Geschäftöbranche der betreffenden Firma 1chtlich ist, wie dies bei allen gerichtlichen Bekanntmachungen 1": er Eintragungen in die österreichischen Handelöre ister der Fall ist, Mehrere deutsche Gerichte befolgen im Intereß'e der Betheiligten bereits die Pra is, in der Bekannt- machung auch die Geschäfisbranche der betreéenden Firma kurz
zu erwähnen; es wäre aber sehr wünschenswerth, daß sich alle Gerichte dieser Praxis anscizlössen, und daß Seitens der Hohen StaatSregierungen und von allen einflußreichen Stellen aus mit Nachdruck dahin gewirkt würde,
_ Im Verfolg der Ordre vom 22. März d. I. haben Se. Majeftät der Kaiserund König besiimmt, daß auch die Mannschaften der 4 Garde-Grenadier-Regtmenter und desGarde-Schüßen-Bataillons aufdenAermelpatten der Waffenröcke Lißen zu tragen haben.]
_ In diesem Jahre werden Generalßabs-Uebungs- reisen bei dem Garde-Corps dem U., W., U., 17111, )(17. und 117. Armee-Corps stattfinden.
_ Der General der Kavallerie und General-Inspecteur des Mikitär- und Erziehungs- und Bildungswesens Baron von Rheinbaben hat fich mit Urlaub nach Carlsbad begeben.
- _ Der General-Major von Kaxczewski„x)irextor des Militär - Oekonomie - Departements im Kriegs-Mimstermm hat eine Dienstreise zunächst nach Darmstadt angetreten.
_ Der Oberst Heinrich )(111. Prinz Reuß, Flügel-Adju- tant Sr. Majestät des Kaiser?- und Königs und Commandeur des Königs-Husaren-Regiments (1. RheinischeS) Nr. 7, hat fich nach Bonn zurückbegeben.
Bayern. Münchtn, 5. Mai. Der König wird am nächsten Sonntag der Fahnenweihe des Veteranen: und Krieger- vcreins München anwohnen und, wie zur Zeit bestimmt, hierauf Abends nach Schloß Ber überstedeln.
_ Da gutem Verne men nach die StaatSregierung außer den bereits erfolgten Geseßvorlagen an den Landtag noch mehrere weitere vorbereitet, die Durchbcrathung des Budgets aber, sowei! dasselbe nicht bereits erledigt ist, aUein Mindestens sechs“ Wochen in Anspruch nehmen wird, so soll der „A. Abdztg.“ zufolge in Aussicht genommen sein, den Landtag nach Erledigung des Budgets abermals und zwar bis zum Schlusse der Herbst- scsfion des Reichstages zu vertagen.
_ Ju Rißtissen starb in der Nacht vom 1. zum 2., 66 Jahre alt, der Freiherr Friedrich Schenk v. Stauffen- berg, Vater ch Rcichstag9abgcordneten und Präsidenten der bayerischen Zweiten Kammer. Der Bruder des Verstorbeneti ist der Königlich bayerische Reichsrat!) und Prästd'ent des inckzs- raths Graf von Stauffenberg. Der zwsite Sohn ist Kömgltck) bayerischer Major und Flügel-Ndiutanr des Königs von Bayern.
Sachsen. Dresden, 6. Mai. (Drs.) DreErsteKammer begann heute die Beraihung ch Etats des KUlLUS=Ministeriuu1s. Die allgemeine Debatte bot drei Rcdnern, Präsident v. Zehmen, Prof. 01“. Fricke und Meinhold, Anlaß, die Schatxenseiten und Gefahren des Bildungswesens und des ganzen geistigen Lebens der Zeit in lebhaften Farben zu schildern. KultUS-Minister 131“. v. Gerber versagte sich, tiefer auf das von diesen Rednern angeregte, nicht leicht zu erschöpfende Thema einzugehen; er drüchte die Hoffnung aus, daß es der Leitung des Schulwesens gelingen werde, den berechtigten Wunsch, nicht durch eine Ueberbürdung der Schule mit Wiffexxsohaft die Charakter- bildung der Jugend zu gefährden, mit der Berücksichtigung der hock) gesteigerten Ansprüche zu vermitteln, welche das Leben heute an die Schule stelle. ' In der Spezialdebaite wurde der Etat des neUen Landes - Konsistoriums nur in der von der Zweiten Kammer beschlossenen Höhe bewiÜigt; ein An- trag des Ober - Hofpredigers Dr. Kohlschütter, das Regierungs- Postulat herzustellen, fand nur 12 Stimmen, Gegen den An- Trag der Finanz-Deputation wurde die Forderung von 200,000 Thlrn. für die Anlage eines neuen botanischen Gartens an der Univerfität Leipzig mit IQ,“;pgen 19 Stimmen bewilligt. Be- wiiligt wurden auch alle Übrigen" auf die Universität bezüglichen Postulate des außerorchtlicßen Budgets. Die Berathung wird morgen fortgeseßt. „ „
Die Zweite Kammer nahm in einer kurzen Sißung zn- nächft den Antrag der Abgg. Schreck und Eysoldi auf Errich- tung ciner Weiche beim Haltepunkte Pößsckm an der sächsisch- böhmischen Bahn, über welchen gestern die Abstimmung Stim- mengleichheit ergeben hatte, an und erledigte hierauf eine Anzahl Petitionen.
Württemberg. Stuttgart, 4. Mai. Der Erb- großherzog von Sachsen sowie der Prinz Sergei Ro- manoffski, Herzog von Leuchtenberg, find heute aus Anlaß der Vermählungsfeierlichkeiten zum Beinche der Königlichen Familie hier eingetroffen und im Königlichen Refidcnzschioffe abgestiegen.
_ Vermöge Höchster Entschließung vom 3, Mai smd, wie der „St.Vl. f. W.“ meldet, die Großfürsten Constantin, Dmitri und Wjatscheslaw, Söhne des Großfürsten Con- stantin von Rußland, unter die Großkreuze des Ordens der Württembergischen Krone aufgenommen worden.
_ 6. Mai. (W. T B.) eute Nachmittag 3 Uhr traf der Kaiser von Rußland hter ein. Auf dem Bahnhofe wurde er von dem Könige und der Königin, den Prinzen des Königlichen Hauses, dem Großfürsten Constantin nebst Söhnen, dem Herzog Eugen von Württemberg, der Großfürstin Vera und mehreren a ideren anwesenden deutschen Prinzen empfangen. Nachdem die Begrüßung stattgefunden, fuhren die Hohen Herr- schaften unter stürmischen Hochrufen der VolkSmenge nach dem Königlichen Schlosse. eute Abend werden die Königliche Fa- milie und die Hohen Gaste im Theater der Vorsteüung der Oper Lohengrin beiwohnen.
Baden. KarlSruhe, 5. Mai. Am Sonntag, dem 3. Mai, Nachmittags waren der Prinz Wasa und dieHerzogin von Hamilton, Prinzessin Marie von Baden, zum Besuch der Großherzoglichen Familie hier anwesend und kehrten Abend?- nach Baden zurück. Prinz von Wasa verabschiedete sich von seinen hohen Verwandten vor der Rückreise nach Wien. _ Heute Nachmittag kamen der Graf und die Gräfin Trani aus Baden hier an, um der Großherzoglichen Familie einen BesuY abzustatten, und begaben sich am Abend dorthin zurück. _ Au die Königin von Schweden traf heute Nachmittag hier ein und wurde von Ihren Königlichen Hoheiten auf dem Bahnßof begrüßt. Die Königin, welche ßch zu Ihrer Schwester, der Für- ßin von Waldeck, nach Baden begiebt, sehte nach kurzem Aufent- halt die Reise dorthin fort.
Hessen. Darmstadt, 6. Mai. (W. T. B.) Der Kai- f er von Rußland ist heute Mittag hier eingetroffen und von dem Großherzoge und den Prinzen Ludwig, Alexander und Wil- helm von Hessen am Bahnhofs: empfangen worden. Der Kaiser reiste, nachdem er das Dejeuner im Refidenzschloffe eingenommen hatte, nach Stuttgart weiter.
Sachnn- Weimar-Eisenach. Weimar, 6. Mai. (213. T. B.) Der Landtag des Großherzogthums ist heute in der herkömmlichen Weise geschlossen worden. Der LandtagSabschied zählt 20 Gesetze auf, die verab- [chiedet' worden sind. Es befinden fich darunter'das GULF uber Einführung von Friedenörickztern, ein neues Volkösch =
gesch, ein Gesch über die Gehalte der VolksschuUehrer, die neue Gemeindeordnung. Die Sanktionirung des Wahlgeseßes ist vor- behalten worden, es wird beabsichtigt, den gegenwärtigen Land- tag nochmals einzuberufen. Mit besonderer Befriedigung wird in dem Verabschiedungsdekrete der Thätigkeit gedacht, die der Landtag auf dem gesammten Gebiete des öffentlichen Unterrichts- wckensxen1wickelt habe, und der erfolgten namhaften Erhö?ung der Lehrergehalte. Es wird bedauert, daß in Bezug au die äußeren Verhältnisse der Kirche zur Zeit nur die aUerdringend- sten Bedürfnisse befriedigt worden sind, zugleich wird die Ein- berufung der Landessynode in nahe Ausßcht gestellt.
Bremen, 3. Mai. Die Deputation für Verwaltungs- reform hat einen Gesehentwurf über die Rechtsverhält- nis s e der Beamten auSgearbeitet, den der Senat mit seinen Bemerkungen versehen nun der Bürgerschaft zugehen läßt. Gs soil danach die Gehalt?:zahlung der Regel nach monatlich im Voraus erfolgen und mit dem ersten Tage des Kalender-Monats das Gehalt als für den ganzen Monat verdient angesehen wer- den. Alterözulagen treten, wenn nichts anderes bestimmt ift, von fünf zu fünf Jahren, zuleßt fünfzehn Jahre nach dem Dienstantritte ein. Ohne Erlaubniß des Senats darf kein Beamier ein Nebenamt bekleiden, noch eine Nebenbeschäftigung mit fortlaufender Vergütung oder sonst ein Erwerngeschäft be- treiben, noch auch dem Vorftande, Verwaltunaswth oder Auf- fichtSratk) einer auf Ertverb gerichteten GeseUschaft angehören. Das Ruhegehalt tritt nach zehn Jahren ein und beträgt dann zwei Fiinftcl des Gehalts, steigt mit jedem weiteren Dienstjahre um ein Fünfzigstel, und zwar bis zu vier Fünfteln des Ganzen nach vollendetem dreißigsten Dienstjahre. Disziplinarisck) gestraft kann werden durch Ordnungsftrafen und Dienstentiaffung, _ jene in Warnung, Verweis und Geldbuße bestehend. Die Se- nats-Kommisstonen an der Spitze der einzelnen Verwaltungs- zweige und der Präsident des Rickzter-Koliegs find befugt, Geld- strafen bis zu 100 Mark zu verhängen.
Elsaß-Lothringen. Schlettstadt, 1. Mai. In seiner Sißung vom 25. U. M., welcher der Kreis-Direkwr Graf zu Solms, Regierungs-Rath Pietsch, Vertreter des Ober-Präfidiums, und Hauptmann Heyde, Vertreter des Kriegs - Ministeriums, beiwohnten, hat, Wie die ,Els.Nachr.“ mitiheilen, der Gemeinde- rath zu Schlettstadt einsiimmig einem die Schleifung der Fast ung betreffenden Vertrage beigesiimmt.
Ocfterreich-Ungarn. Wien, 6. Mai. Im Herren- hause legte die Regierung gestern ein Börsengeseß, sowie ein Geseß über die Handeleakler vor. Das Herrenhaus nahm in zweiter und dritter Lesung die Geseßentwürfs, betreffend die Eisenbahn LeoberSdorf-Si. Pölten, die Gebührenerleichterungen bei Fufionirnng yon thie11gesellschaften, die Einrichtung der Griindbüchcr in mehreren Kronländern und die Eisenbahn Ra- koniß-PribrannProtivin, an.
_ (W. T. B.) In der heutigen Sißung des Herren- hauses wurde der Geseßentwurf über die staatliche Anerkennung der ReligionsgeseUschaften ohne Debatte angenommen.
_ Im Abgeordnetenhause gelangte das Landwehrge- sey zur Berathung. Nach längerer Debatte und nachdem der Minister für Landeswertheidigung dasselbe auf das Wärmste befürwortet hatte, beschloß das Haus einstimmig, in die Spezial- diskusston einzutreten.
_ 7. Mai. (W. T. B.) Auf die InterpeUation des Ab- geordneten Vr. Ofner, betreffs der Maßregelung von ruthe- nischen geistlichen Deputirten wegen ihrer Abstinimung über die Kirchengesehe, antwortete der Kultus-Minister: Der Erzbischof Sembratowics habe die betreffenden geistlichen De- putirten derjenigen Funktionen enthoben, welche er ihnen aus eigener Machtvolikommenheit übertragen habe und wclche er ihnen daher zu jeder Zeit zu entziehen befugt sei. Der Regierung fehle daher jede Handhabe zum Ei11sch)reiten. Dagegen habe dieselbe Vorsorge: getroffen, daß die gemaßregelten geistliehen Députirten an ihren Einnahmen keine Einbuße erleiden würden. Sie habe in diesem Falle alles gese lich Zuläffige ge- than und würde auch künftighin jedem ähnli en Vorgehen mit allen gesetzlichen Mitteln entgegentreten. (Beifall.)
Pest, 5. Mai. Das Abgeordnetenhaus Wies §. 54 der Notariatsvorlage, betreffend die Fälle des Nota .is-zwanges, nach langer Debatte abermals an den Centralaus ÜMß zurück, die übrigen rückständigen Theile der Vorlage wurden nach den Ausschußanträgen erledigt, und die Geseßentwürfe Über die Haft- pflicht der Eisenbahnen und über Wechselfälschungen nach kurzer Debatte angenommen.
_ 7. Mai. (W. T. B.) Sämmtliche Mitglieder des Subcomités des kirchenpolischen Ausschusses haben in Uebereinstimmung mit dem Kultus-Minister fick) im Prinzipe für die Einführung der obligatorischen Civilehe auSJe- sprochen. An den Iustiz-Minifter wird deshalb der Antrag, ge- richtet, den auf das Eherecht bezüglichen Theil des bürgerlichen Gesetzbuches noch in diesem Jahre vorzulegen.
Großbritannien und Irland. London, 7. Mai. (W. T. B.) Der „Times“ wird aus Paris gemeldet, daß von Seiten einiger Mitglieder der Nationalversammlung in Be- treff der vom Grafen Derby auf die Interpellation Lord Russells in der Unterhausfißung vom 5. d. abgegebenen Erklärung über die politische Lage Europas eineAn- frage an Mitglieder der Regierung gerichtet worden und von leßteren darauf die formelle Verficherung ertheilt sei, daß fich in der leßten Zeit Nichts ereignet habe, was zu dieser Erörterung Tizi englischen Parlamente cine ipezielle Veranlassung habe geben onnen.
Frankreich. Paris, 6. Mai. Der Präsident der Republik kam in Saumur am 4. Abends an und wurde am Bahnhof von Genera! Thorton, Komman- danten der Kavalleriesckgule in Saumur, dem Präfekten von "Angers und den übrigen Behörden empfangen. Am 5. fruh war “Parade in der Kavallerieschule. Um 11 Uhr farrd der Empfang der Behörden ßatt, und des Nach- m1tiags besucht? der Präfident nochmals die Schule. Abends FZZ großes Diner, worauf der Präfident Nach Paris zurück- e e.
_ (W. T. B.) Der Herzog von Broglie hat bei Gelegxnhett eines in Evreux stattgehabten Festmahles, dem er beiwohnte, fich dahin auSgesprochen, daß die Regierung die bestimmte Abficht habe, die konftitutionellen Gesek- entwürfe- der Nationalversammlung vorzulegen, und daß die- selbe es als dringénd nothwendig erachte, daß diese Gesehent- würfe schleunigst berathen würden, damit den schwankenden Zu- ständen der Regierung und der Institutionen, unter deren Herr- schaft Frankreich gegenwärtig stehe, endlich ein Ziel geseßt werde.
_ (W. T B.) Der Deputirte für das Departement der See-Ulpen (Nina) Vergondi hat fich erschaffen.
Spanien. Madrid, 6. Mai. (W. T. B.) Nach ler eingegangenen Meldungen aus Durango vom 4. d. M. ha en |ck die carlistischen Truppen, welche vor Bilbao geßanden haben, getheilt. Einige navarrefische Bataillone befinden fich in Durango bei der Person des Don Carlos, während die bis- cayschen Bataillone nnter Valchpina fich nach BiScaya zurück- gezogen haben. _Vier caßilianische Bataiilone iind nach Areta marschirt, vier andere nach Guardjuyela. Die Kavallerie hat sich nach Orduna, die Artilierie in das Thal von Arratio ge- o en. zg _ Aus Santander wird gemeldet, daß die in Verfol- gung der Carlißen begriffenen Truppen Zornosa pasfirt aben und ihren Marsch auf Durango richten. Die Carlißen aben ihren Rückzug nach Estella (in Navarra unweit Pamplona) ge- nommen. -
_ Der amtlichen ,Gaceta“ zufolge ist ein Carlistentrupp unter dem Befehle der beiden Eucala (Vater und Sohn) in der Provinz Valencia geschlagen worden.";
_ Dem Marschall Serrano ist auf seiner Reise von Santander hierher an allen von ihm pasfirten Orten ein enthusiastischer Empfang bereitet worden. Derselbe traf heute Mittag um 1 Uhr hier ein und wurde von den Ministern und Behörden empfangen. Eine zahlreich versammelte Volks- menge begrüßte den-Marschall mit lautem Iubsl.
_ Ein Telegramm aus Paris, 6. Mai, Abends, meldet: Nach aus Bilbao unterm 3. d. hier eingetroffenen Nachrichten haben die Bewohner der Stadt nur wenig durch die Belagerung gelitten. Die Zahl sämmtlicher durch daS Bombardement Ge- tödieten beträgt etwa 130. Fast alle englischen Unierthanen, welche hier wohnten, hatten die Stadt am 20. April verlassen. Nach dem Einzuge der ngierungStruppen ist von den Freiwil- ligen eine größere Anzahl von Gebäuden, deren Bewohner den Carlisten günstig gefinnt waren, in Brand gesteckt worden.
Italien. Rom, 1. Mai. Zu Anfang der gestrigen Sihung der Deputirtenkammer fragte der Abgeordnete Corte den Kriegs-Minister, ob es wahr sei, daß die Regierung dem Marine-Minister die KÜftenvertHeidjgung anheim stelicn wolle. Der Kriegs-Minister ermiderie, daß er und der Marine-Minister, von der Zweckmäßigkeit dieser Maßregel überzeugt, eine Kom: mission von Generalen und höheren Marine-Offizieren ernannt haben, um diese wichtige Frage griindlich zu prüfen. Diese Kommisfion sei bereits in Rom zusammengetreten und arbeite eifrig an ihrem Werke. Die Regierung bshalte fick) natürlich vor, ihre Rathschläge zu befolgen oder sie zu verwerfen und die leßte Entscheidung der Kammer zu Überlassen, ohne deren Einwilli- gung schon darum nichts in der Sache geschehen könne, Weil im Falle der Ausführung gedachter Maßregel die Budgetziffern bedeutend modifizirt wsrden müßten. Nachdem fick) Herr Corte mit dieser Nniwort zufriedengestellt erklärt hatte, seßte die Kam- mer die Verhandlungen Über die Abänderungen des Mahlsteuer- geseßes fort und nahm den zweiten und dritten Lkrtikek der betreffenden Regierungövorlage an.
_ Die zur Prüfung des neuen Strafgeseßentwurfes niedergeseßte Senatskommission hat dieser Tage ihr Urtheil über die Todesstrafe gefällt und zwar hat sie fick) mit einer Stimme Mehrheit für die Beibehaltung derselben ausgesprochen, Diese einzige Stimme, welche in der Kommisfion den Ausschlag gab, war die des Senators Giorgini. Hr. Gadda und einige andere*Senatoren, welche mit ihm stimmten, gaben die Erklärung ab, daß auch fie für die Abschaffung der Todesstrafe gestimmt hätten, wenn ein Ersatzmittel, wie z. B. die Deporiaiion, vor- handen wäre. Der Vorschlag Mirabelii's, die Todesstrafe prin- zipiell aus dem Geseßbuck) zu streichen, fie aber durch Spezial- geseß interimiftisck) wieder einzuführen, erlangte die Majorität nicht, weil man c;!aubte, daß fick) die anderen Provinzen dieses Inferioritäiszcugniß Toscana gegenüber nicht gefallen lassen würden. Es wurde indeß beschlossen, bei dcr Berichterstatiung an den Senat zu erwähnen,. daß der Vorschlag des Senators Mirabel?) Tie Aufmerksamkeit der Kommission im Höchsten Grade e e elt a e. gfff" 2, Mai. Die „Italia militare“ bestätigt heute, daß die vor mehreren Jahren unternommenen Arbeiten zur enropäi- schen Gradmessung von italienischen Und österreich-ungari- schen Generalstabs-Offiziercn am 5. Mai von Neuem in Angriff genommen werden sollen. Die Arbeiten bestehen in der Aus- meffung einer gwdätischrn Basis in der Umgegend von Udins, welche von der im September 1873 in Wien zusammengetretenen permanenten Kommission zur MeridianauSmeffung beschlossen worden ist.
“Griechenland. Athen, 6. Mai. (W. T. B.) Das Ministerium Bulgaris führt, nachdem die Bemühungen Deligeorgis, ein neues Kabinet zu bilden, gescheitert find, einst- wsilen die Geschäfte weiter, Wie es heißt, würde die Deputirten- Kammer vertagt werden.
Schtveden und Norsvegen. Stockholm, 1. Mai. Der König und die Königin kamen am 27. U. M. Abends um 101/2 Uhr in Gothenburg an. Die Majestäten wurden in der hell erleuchteten Bahnhofshalle von allen Behörden empfan- gen. Dcr Vorstßende der Bürgerrepräsentantschaft hielt darauf eine Ansprache im Namen sämmtlicher Bürger. Vom Bahnhofe fuhren die Hohen Reisenden durch die anßerordenilick) reick) geschmückten, hell erleuchteten Straßen, umgeben von einer zahlreiehen, jubelnden Menschensthaar nach der Wohnung des Amtmannes. Am folgenden Tage besuchte der König die Militär- Anlagen, während die Königin die mildthätigen Stiftungen in Augenschein nahm. .
_ Am 28. April Vormittags kam in den Kammern das sogenannte Decharge-Gutachten des Konstitutionsaussch11ffes zur Verhandlung, Die Erste Kammer schloß die Verhandlung Vor- mittags mit Beiseitelegung des Gutachtens; die Zweite Kammer aber, welche ihre Verhandlung erst Abends um 103 Uhr been- det hatie, beschloß in Uebereinstimmung mit dem Vorschlage des Freiherrn Ericson, beim Könige um die Verabschiedung der Siaatsräthe Berg, Wärn und Lejonhufvud anzuhalten. Die- ser Beschluß wurde mit 96 Stimmen gegen 82 angenommen.
_ 2. Mai. Der König und die Königin, zu deren Ehre“zahlreicl)e Festlichkeiten in Gothenburg flattgefunden haben, reisten von dort vorgestern Abend um 11 Uhr mit einander mit einem Extrazuge nach Falköping (10,7 schw. Meilen) ab; hier aber trennten fick) Ihre Majestäten, der König um nach Stock= holm zurückzukehren, wo er gestern um Mittag eintraf, und die Königin, um sich mit ihrem zweiten Sohne, dem Herzog von Gotland, der ihr bis dahin entgegengekommen war, auf der fick] bei Falköping-von der westlichen abzweigenden südlichen Stamm- bahn nach Malmö und weiter über Kopenhagen nach Deutsch- land zu begeben und einen Besuch bei ihrer Schwester, der Fürstin von Wied, abzustatten.
_ Der Reichstag hat in Uebereinstimmung mit der Königlichen Propoßtion und dem Gutachten des StaatSaussckmffes beschlossen, solche Kronhufcn _ an Zahl 174 _ für welche die jährliche Pacht 200 Kronen nicht übersteigt, auf öffentlicher Auktion zu verkaufen, das dafür einfließende Geld aber dem Reichsscl)uldenkonwr zur Verwaltung zu übergeben, bis der Reichstag die Verwendung desselben zum Einkauf solcher Län- dereien beschließt, die entweder mit Waldung bestanden oder zum Waldanbau dienlich find.
_ 4. Mai. Einem Telegramm des „Rißauschen Bureans“ zufolge ist Iustizrath Carleson, Mitglied des Höchstengerichts, heute zum Iustiz-Minister ernannt worden
_ Bei der Debatte, welche im Reichstage über das Dechargegutachten stattgefunden hat, erklärte fich der Minister des Aeußern, Björnstjerna, über die Lootscnfrage. Er stellte die Behauptung in Abrede, daß die Lootsenfrage durch den Traktat von 1857 eine internationale Frage und der Sund ein internationales Fahrwasser geworden sei. Der Titel des Trak- tats: „Traktat über Zollabgaben“, gäbe dessen Inhalt an, welcher nur die „Kapitalisirung der Abgaben“, die den Schiffen und Waaren beim Pa-sfiren des Oereiundes auferlegt waren, beträfe und fiel) in keiner Weise auf die Frage wegen eines freien Meeres oder völkerrechtliche Prinzipien einließe. Nachdem der Minister nachgewiesen hatte, daß man alle früheren, von schwedischer Seite vorgenommenen Versuche, das Lootssn im Okre- s und zu besorgen, hätte aufgeben müssen, erklärte derselbe, daß die Dänen mit sehr großer Mäßigung aufgetreten, und daß von ihrer Seite keine Ungeseßlichkeiten vorgenommen worden seien. Schive- den erkenne selbst keine unbegrenzte Lootsenfreiheit in seinen Ge- wässern an und könne somit auch nicht fordern, daß seine Nack)- barn den schw-cdischen Laotsen eine solche Freiheit in ihren Ge: wässern gestufte. Das Lootsen würde außerdem von den Staaten im Allgemeinen nicht als ein Vortheil betrachtet, denn es folgten damit verschiedene Vcrpflichtungen, wie z. B. das ganze Jahr bindurck) für die Nufrechterhaltung der Serfahrt zu sorgen. Daß das Lootsen unter gewissen Verhältnisssn auch vortheilbringend sein könne, sei nicht zu lsugnen; die 02resundsche LootsengescÜicbaft könne als ein Beweis dafür dienen. Diese Geseilscbast wäre jedoch der Meinung gewesen, daß fie mtr Rschte, aber keine Verpflichtrmgcn hätte. Die Böte dieser Gesellschaft hätten fick) nur nack) eignem Gutdünken hinaus begeben, um größere, tiefgrhende FÜHrzeuge aufzusuchen, während die dänischen Lootsen in jsdem beliebigen Wetter pflichtgemäß in See gehen und lootscn mußtsn 2c.
Dänemark. Kopenhagen, 2. Mai. Die „Mini- sterialtidn.“ theilt einen, vpm Münz-Direktor, EtatSratk) Levi), dcm Finanz-Ministerium erstatteten Bericht über die in Ver- anlaffuxig der Einfiihrung dcs Goldmünzfußes statt- gefunden Operationen mit, woraus hervorgeht, daß die Staats- kasse beim Uebergange vom Silber- zum Goldmünzfnß einen Verlust von 185,132 Rdl. erlitten hat, nämlich Verlust bei Ein- ziehung von Reich§münze, um dafür einen Theil des nöthigen Goldes einzukaufen: 165,550 Ndl., Liu-Zgabsr-i bci Prägung der Goldmünzen 29,222 Ndl., während dagegen beim Einkaufs des Goldes 9640 Ndl. verdient worden smd. Im Gabzen find cht 1,153,124 Zwanzig-Kroneustücke und 368,929 ZeHn-Kronenftücke, zum Gesammtwertbe von 13,375,885 Rdl. ansgcmünzt worden.
_ 4. Mai. DisLeicbe des am 1.Ja11Uard.I.l)ier verstorbenrn Geh. Konferenz-Raths, Kammvrherrn"uud“OrdeUS=Vicc-ka11z[ers L. N. v. S che e[ e soll am Donnerstag leend“über Korsör und Kiel nach Rellingen bei Pinneberg traUSportirr und daselbst am Freitag, den 8. d. M., bestattet werden. _ Die Beerdigung des Kammerherrn, Rittmrifters und Adjutanten beim Könige, Bardenfleth, hat heute hier stattgefunden. Vor der HolmenSkirche paradirte eine Infanterie-Abtheilung mit einem Mufikcorps. Offizirre des Husaren-Regiments fungirten akt.": Trauermarschälle an der Kir- chentbiir und beim Sarge. Der König crwieH dem Verstorbenen die Ehre, in eigener Person den Frierlichkeiten in der Kirche beizuwohnen. Auch der Kronprinz und der Bruder des Königs, Prinz Johann, hatten fich daselbst eingefunden. In dem zahlreichen Gefolge, welches größtentheils aus Militärpersonen bestand, waren der KonseilS=Präfident, der Justiz:Minister, General Scharffciibcrg, alle höheren Hofckzargen u. s. w.
Amerika. Die New-Yorkrr Zeitungen von? 23. U. M. cnihaltcn auczführlichx Berichte über die furchtbaren Verhserungen, welche die Ueberschwemmnngen im ganzen Distrikt, dnrch welcben der Mississippi und seine Nebenflüsse fließen, verursacht haben. Während dieses Jahrhunderts, sagen die Blätter, ist nichtc3 Der- artiges vorgekommen, und der bereits angerichtetc Schaden muß die Verhcerungcn der Brände von Chicago und Boston min- destens zehnmal überftkigcn. Hunderte von Quadratmeilen des fruchtbarsten und am besten ultivirtk-n Landes in Amerika weriea durch rapide Strömungen weggeschwcmmt; die Städte Nrw- Orleans und Nashville und viele kleinere Städte stehen mehr als halb unter Wasser; Vieh ift zu Hunderten ertrunken, viele Häuser und Farmen sind weggefchwemmi worden und den Dämmen des Misfisfippi ist unbrrechenbarer Schaden- zugefügt worden. In Boston und anderwärts smd Subskriptionen für die Nothleidenden eröffnet worden.
Ferner meldet ein New-Yorkcr Kabeltelegramm vom 4. ds.: Die durch den Austritt des Mississippi verursachten Ueberschtvem- mungen gewinnen an Ausdehnung, und einige reiche Baum- wollplantagen in Arkansas find ruinirt worden. Aufrufe um Unrerstüßung finden noch immer statt. Das Hülfs-Comité in Louisiana vertheilt täglich 50,000 Rationen unter die von den Fluthen heimgesuchten.
Aus Brasilien wird gemeldet, daß fick) anläßlick; des von dem Bischof Vita! d'Olinda ausgesprochenen Interdikts, welches er gegen die geistlichen Briiderschaften der Provinz Pernambuco verhängte, und Angesichts des Auftretens des Bischofs von Pari; innerhalb der liberalen Partei eine lebhafte, umfaffende Agitation geltend macht, um Ydte Gestaltung einer brafilianischen Nationalkirche herbeizuführen.
Kunst, Wiffenschaft und Literatur.
Zum Besten des Liebig-Dsnkmals ist in München gegeywärtig ein Gemälde von Gabriel Mexx auSgcsteUt, _waches dxe all- gemeine Aufmerksamkeit auf fich zieht. Dab _Motiv ist alis Romeo und Julie entnommen und stellt letztere _aus „ihrem Lager 111 iodt_en- haftcm Schlaf? dar, nachdem sie den verlxangmßvollen Trank geschlurft _ neben ihr auf einem Tabouret steht die erlo cherzeherabgeschmolzcne Kerze neben Romeo's Ring und dem Gkbetbuck); aber der Brtzst hält sie ihren Myrthenkcanz in der Handz 1m Hintergrund aber br1cht_der voile Glanz des Morgens in das düvtc-r verbangene Gemqch; heitere Gespielinnen wollen sie mit Vrautgesänqcn wecken. aber die Freundin hört sie nicht Mkbk. Das Gsmälde ist der „Allg. Ztg.“ zufolgr tn malerischer Hinsicht, was Zeichnung,_ Komposition m_id Farbe'bctrlffi nach jeder Beziehung ein Meisterstuck, und doch ist das etgeutlt
künstlerische Moment, das der Auffassung und Darsteüung des Ge- dankcns, npch bedeutender. .Es ist unmöglich,“ sagt das genannte Blatt, „die ganze erschütternde Tragik des Moments, Vergangenheit und ZgFunff, schöner und wahrer im Augenblicke festzuhalten und ihre Gxgenmße zu zerkxgen, und doch zu solch inniger Einheit zusammen- zur.1_s_scn _ wahrlich, das heißtShakespeare nxchdichten in drr ganzen Große feines Geistes.“
_ Am 24. d. M. wird in Drchen eine Ausschußsißung des deutschen Journalistentaqes stattfinden, auf Welcher Zeit, dOrtsliiw Tages-ordnung des 1x, Journalistentages festgesetzt wcr-
en o en.
Meß, 30. April. .Die Restayratiönsarbeiten an der thhedrgle schreiten rusxig fort; die1clben find an dem dem Quer- sch1ffe zungchst stehenden Strxbepfetler dcr Nordwestseite des Lang- ba_uses bereits vdllendef, und die neue Kreuzblums prangt auf diesem Pskllkr m berrlxiher beö_n_[)5'it. Gegrnwäctig ist man mit der Ab- rahxne des Germtcs bc!chasttg_i, um dasselbe an den nächstgslegenen Pfeiler aufzustellcn. Unierdeß nehmen die Arbeitsn an den anderen Stellen der Kathcdrale, namentlich an der Südostisiié, ihren unge- störten Fortgang.
' Rom., 2, Ma]. Vorgestern Wurde auf dem protestantischen Kirchbofe m Rom in _Gkgenwart des deutschen Gsiandten von Keudel] und_v-.eler deut1chcr Kunstler das Denkmal ?ingeMibt, Welches dem dcut]chcn__Maler Karstens auf dem Wege der Sabskription geseßi Worden nt.
_ Ji) Fborenz ist der berühmte Schriftsteller Nicolo Tom- mscxfebo Mik Hmterlussung mehrerer noch nicht verbffentlichten Wkkké ge or en.
Landtvirthschaft.
. Das landivirihschafiliche Ministeriym hat für den zu Trier m Ausfixbt genomrncncrr pymologi1ch€n und önologifchen angrcß zur Betbulfe fur dre Kosten, We'lchs durch die Abhaltung desßlb-cn und den damit vkrbundsnm Llysstcllungen cntstcben, 500 Thlr. [*LWlUth.. Zu dem „Kongresse iind außer den dcniscbm (einfchließiich der Cnaß-Lotbrmgxr) Pomologen und Ocnoloaen aucb dicjsnigen von Luxsmburg, OestccretchzUngarn, der Schweiz, Frankrcick), Bclgien und deri Nicderland-n, www die in Wien eingescJen permanenten Kom- missionen zur Regelurg der Nomenklatur dcs MW und dcr Trauben eingeladen. ths Werk folien gescßt Wrrden Ausstellungcn: 11, des Objteé und zwar: 1) des robsn Obstes; 2) des Dörrobstes, eingemach- txr Frucht? 79; ]3. der Trauben; 0. der jungen Obstbäume; 1). der 11159- [!chst rnit reisen Trauben verséhsncn Reben _ in Körbkn _ namsntlicb zur Fcststcklung dcr Sortennanxen; [*)- Geräihscbaftcn und zwar ]) für den Obst- und Weinbau,_ 2) „fur die Wkin- und Mostbsreitung sowie für Verwertbung dcr R11chstande, 3)fi"1r dia Bobnpdltmg “Dcr FlasÖ-m- Weine im K_eller und_siir die C[)ampagner-Fabrikaiion, 4) für Obst- nußung (Dorrxn. Mublsn, Kelicr:12c.), 5) künsil-scixer Weinbergdünger; 17. der I)i'qiertalien fur Behandlung und Verbsssrrung des Weins, (*- lttkrar11chcr Werke über Obst- und Wcinbau, Wéinbelmndlung, L€[)rmitisl_2(. _ Bei dxrAusxié-llung dss Obstes und derTraubcn wirdbeson- der»? Gavxbt cms größsrc,_mtt dem richtigen Namcn bezeichnete Kollektiv- Ausstklinngen des aiigsmrtn an dantraßyn, aui dén Baumfeldsrn und in d„cn_Garien' Verbreitstcn Obstos gelegt. An Die NUÖstLÜSr der vorzüg- lrchytxn Objc'kte soklen Pramim vrrtbrilf werden. Das Geschäfts- Comité drr Yluöstsllunß bat Llussicks, daß das landwirihschaftlickpe Mrnqiérium Ebrkuprstyr bewiÜigen wird, die übrigen Prämien Werden vvn dem Geschafts'ConUi-é bsichaffrwerden. Zar Beurtbxilung des WIÉÖTÖ der auSgestciiten Gegenstände wsrden ischs Jury-letbcilungen & *snnr Pefrwncn gTblldkt Werden, und zwar für Obst, Trauben, Flafckxenw-eme, Gsraisxe und Obstprodukts ailer Art, Obstbäume, Weinstöcke 2c. und wisyrnschaftliché Gegenstände.
_ Die „Wiener Abondz.“ vsröffentlicht folgenden vorläu i en Sanienstandsbericbi für die Periode von Mitte bis &Zde April Obnxohl von dsr; zu_e_rwnrtcndcn Bkriclsm biSHer kaum der drtitc Tbxii cmgcgangen Ut- laßi fichdocb, da der Einlauf fick) ziemlich glcickzxnaßxg auf alle Thetie der 1vestl1chen Reichsbälste mitAuSnabme von (H'NLÜZWU, der Bukowma und Dalmaiicn, vcriheili, bcreits iiber die Wirkung des starken Temperaturrückaangcs in den letzten Tagen des April em zutreffendes Bild liefern. Das eben erwähnte bedeutende und iichc Fallen der T-cnzpcratur War zivar allen Theilen der erwähn- ien Landergruppe gemetn1am,' jedoch kam es nicht iibrrail zum Froste, indem entweder umwölktcr Hirniml mit oder ohne Sckmccgostöber oder andauyrnde_starke Winde dcn Eintritt dcssslbcn verhinderten. So wird aus Cizrudtm m Vohmen, (zus einigen Stationen in Niedcr-Oester- reich, aus Graz und aus Laibackx gkmxldei, das; dort (mit Auönabme der benachbarten Berge)“ kein Frost eingetreten [sei.
In den Nordwgstlandkrn (Böbincn, Mä)ren, Schlesien) richtete der Frost, Wo er austrxrt, nur wcnig oder gar keincn Schaden an, *da die Temperatur, 10 Wert die Berichte reichen, nirgcnds untcr _3 Grad sank, während mit Au5n_ah1ne des Sieinobstes dis Vegetation noch bci_kciner Kulturpflanze 10 Weit vorgefchritirn War, um durch einen mäßigen Frost viel zu leidxn.
Dort bc1chränkx_ sich also der Schaden auf einen Theil der Gersten- felder, wo dre SWM- der noch !éhr jungen Saat versengt wurden, _ ein_ Schadep, der eme vollkommene Erholung zuläßt, _ und auf Nußbaume, Kirschen und zum Theil auch auf Pflaumen,
„ In den Alpen und _deren Vorländern hingegen stbadete der Frost 1:11" nochjxnehr der dem1elben voranßcgangene beträchtliche Svimeefall str; ;UWélst' auch dem Korn ssbr bchiend, Weil dieses zum Theil bereits in die Nehren geschossen war und durch den stellcmveise be- deutenden Schnexfall geknickt wnrde.
SolcheSchadetr Worden gemeldet ausOber-Ocsterreich und Steier- mark, und 1z11xßtetrm ersterem Lande vieie Kornfelder abgemäht wer- de_n; aucb _durrte vxxbLagerchcht bstm Korne voraussichtlich in beiden Landern die Folge 1etn, wenn auch günstige Witterung noch Vieles wieder guimachcn karin.
Nüsse und Steinobst Wurden in den msisten Gegenden versengi, besonderö erstere; das Kernobst abcr blicb auch hier unversehrt.
Der Wein litt nur in den höheren, dann in den von Winden ge- schützten Lagsn bedeutend, in den meisten Lagsn aber wenig und in mamben garnicht. _
Aus den Ländern der südlichen Zyne liegen nur sehr Wenige Ve- ricbte vor; aber, so Weitdies der Fall iii, wird kcin irgsndwie bkträcht- lichcr Schaden gemeldet. .
Wien, 6. Mai. (W. T; B.) Der dritte offizieUe Berichi über den Stand der Saaten tn O_e_sterreich-Ungaru in der zwei- ten Hälfte des Monais April bestattZt die Angaben des jüngst gemel- deten vorläufigon Berichts. Ayß-rdcm find aus den nördlichen Län- dern des Reläxx"; ziemlich beruhigende, aus Ungarn dagegen zum größ- ten Theil ungunsttge Nachrichtm uber Frostschaden eingelaufen.
Gewerbe und Handel.
Stettin, 6. Mai. Von Mittnwch den 27. bis Sonnabend den 30. dieses Monats findet hier die Géneralversqmmlung des „Vereins für die Rübenzucker-Industrie des Deutschen Reichs,“ statt. Im lechluß an die fachmanni1chen Verhandlungen ist ein reichhaltiges Festprogrammgufgcstelit, bei welchem auch auf die Be- ibeiligung Seitens _dcs größerm Publikums gcrechnet wird. Ayf den 28. (Donnerstag) iyt eine Dampfschiffahrt nach Frauendorf ber Be- leuchtung drr Oderufer auf der Rückkehr angcsekzt.
Düsseldorf, 2. Mai. Gestern fand hier elbst eine außerordent- liche Generalversammlung des Vereins zur Wahrung der ge- meinsamen wirtbschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen statt, Welcher, außkr den Vertretern der bedeu- tendften wirthsÖaftlichen Vereine des Westlichen Deutschland?, der Re- gicrungs-Präfident von Ende, der vortragendc Rats) 1m Reichs-(Zisen- babn-Amte, Gel). Regierungs - Rath Kraefft und der Ober - Burger- meister Hammers bewohnten. , _ . ,
Auf der Tageéordnung stand erstens dte Eisenbabn-Tartffrage, rücksichxlicb welcher nach eingkhender Debatte mit allen gcgsn eine Stimme folgknde Resolution angrnommen Wurde: ,Generalvcrsamm- lung verlangt: ' _ .
1, daß Koniuxkturschwapkuygeu, Wie uberhaupt vorubergehende Zustände, namentlich aber die m den anormalen [chien Jahren ge-
“1 ..