1874 / 115 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 18 May 1874 18:00:01 GMT) scan diff

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legener Distrikte mit Altpommern, dem Regieru sbezirke Stettin und den Kreisen Anklam und Demmin, seren die Abgg. Wendorf und Krech, und wurde der Gesehentwurf unverändert nach dem Vorschlage der Kommisfion angenommen.

Gs fol te die Berathung des vom Herrenhause abgeänderten Entwurfs e nes, Geseßes, betreffend die Ausführung des Vor- behaltes bezüglich der Grafschaften Wernigerode und Stolberg

in §. 181 der KreiSordnung vom 13. Dezember 1872.

Nach einer längeren Debatte, an welcher fich die Ab g. 1)r. Ebern), v. BiSmarck (Flatow), Bertog, 1)r. Virchow, 1)r. Rindt- horß und der Mini?“ des Innern, Graf zu Eulenburg, be- theiltgten, wurden de §§. 1 und 6 der Beschlüsse des Herren- hauses angenommen, ie §§. 2_5 und 7 aber gestrichen. _ Schuß 41 Uhr.

_ In der heutigen (69.) Sißung des Hauses 'der Ab- Yordneten, welcher der Vice-Präfident des Staats-Ministeriums, nanz = Minister Eamphausen mit zahlreichen Kommifsa'rien beiwohnte, wurde zunächft der Eingang folgender Vorlagen an- gekündigt: eines Gesehentmurfs, betreffend die Bereitstellung einer Summe von 340,000 Thlrn. zum Ankauf der Suermondtschen Sammlun von Gemälden und Handzeickznungen; der Minister der geistlicKen :e. Angelegenheiten 1)r. Falk erklärte sich in einem Schreiben bereit, die früher auSgeseßte Interpellation des Abg. Dr. Respondek .nunmebr beantworten zu Wolken. Eingegangen war noch eine neue InterpeUation des

- Abg. von Mallinckrodt. _ Dann erledigte das Haus die

dritte Berathung des Geseßentrvurfs, betreffend die Vereinigung mehrerer jeßt zu Neuvorpommern gehöriger, am linken Peeneufer bei den Stadien Anklam und Demmin belegener Distrikte mit Altp'ommern, dem Regierungsbezirke Stettin und den Kreisen Anklam und Demmin und die erske und zweite Berathung des Entwurfs eines Geseßes, betreffend die gerichtliche Eintragung von Grundlaften in den vormals bayerisohen Landestheilen des Bezirks des Appellationßgerichts zu Cassel.

Der Geseßentwurf, betreffend die im Jahre 1875 vor Fest- stellung des Staatshaushalts - Etats zu leißenden StaatSaUSga- ben wurde nach einer kurzen Debatte zwischen den Nbg „Rickert,

, Dr. Lasker, Hoppe und dem Finanz - Minister Camp aufen in

folgender Fassung genehmigt: Einziger Artikel.

„Da für das Jahr 1875 der Staatshaushaltsetat nicht vor dem Beginn des Jahres zur Feststellung elangcn wird, so wird die Staats- regierung unter Vorbehalt der verßaffungSmäßtgen Feststeuugg des StaatshaushaltSetats für das Jahr 1875 ermächtigt, die im Staats- lxanöhaltéetat für das Jahr 1874 unter den dauernden Auögaben vor- ! * !:rqen Staatsaußgaben bis zum 1. Abril 1875 in den Grenz-xn L_.r bei den einzelnen Kapiteln und Titeln fur das Jahr 1874 bewil- ligten Summsn aus den Einnahmen des Jahres 1875 fort- lejsten zu lassen.“ .

(Jm Uehrigen ist der Gase entwurf unverändert geblieben.)

Es folgte der Bericht er )(711. Kommission zur Vor- berathung des Gesehentwurfs, betreffend die Auf- nahme einer Anleihe von 50,600,000 Thlrn., zur Er- weiterung des StaatSeisenbahnneHes, _ über Peti-

" tionen. Dieselben wurden nach einigen Bemerkungen der Abgg.

v. Saucken-Tarputschen, v. Benda, Berger und v. Eckardtftein durch die Beschlüsse des Hauses für erledigt erklärt.

Dann trat das Haus in die zweite Berathung des Ent- wurfs eines Geseßes, betreffend einige Abänderungen der Vor- schriften über die Besteuerung der Gewerbe der Bäcker, Fleischer, Brauer, der Agenten der Verftcherungs-Gesellschaften, der Klein- bändler und des Gewerbebetriebes im Umherziehen ein; in der- selben ergriffen die Abgg. Rickert, Horne, Wiffelinck und ein Regierungs-Kommiffar das Wort. Bei Schluß des Blattes dauerte dte Debatte uber §§. 1-3 (§. 1 der Vorlage) noch fort.

_ Nach einem Bescheide des Ministers des Innern vom 2. d. M. an das hiesige Königliche Polizei-Präsidium find die- jenigen auf die Fonds der Central-Verfvaltungen zu Pen- sionen und Unterstüßungen für Beamten-Wittwen und Waisen, sowie für penstonirke Beamte angewiesenen lau- fenden Beihülfen, deren Bewilligung in der Eigenschaft einer Unterftüßung und nicht einer Penfion stattgefunden hat, bezüg- lich ,der Gnadenzeit nicht mit Pensionen gleich zu behandeln, und muß daher die Zahlung des Gnadenmonatsbetrages von laufenden Unterstüßungen ßen": von der nur in besonders drin- genden Fällen zu beantragenden Genehmigung des Ministers abhängig bleiben.

' _ Der'Kaiserlich rusfische General - Adjutant und Polizei- metster von St. Petersburg, General von Trepoff, 4'st- gestern Mittag nach Leipzig abgereist.

_ DZ:: Kaiserlich russische Obertruchseß Graf Potocki ist gestern fruh aus Petersburg hier eingetroffen und im Hötel

. Royal abgeftiegen.

_ Se. Majestät Brigg ,Rover“ hat am 7. April St. Thomas verlassen, ankerte am 14. des. Mis. im Hafen von, Port Royal und beabfichtigte, am 22. April die Reise nach Ha"- vannah fortzuseßen. '

Bayern. München, 15. Mai. Die „Allg. 3.“ schreibt: *„Mit Rücksicht auf die in Aussicht genommene. für das ganze YundeSgebiet gleichmäßige Regelung der Naturalleistungen ur die bervaffneü Macht im Frieden, insbesondere auch bezüglich

er Quartierleiftung, sind schon jeßt die nöthigen Ermittelungen zur _FeXFeUung der Klasjeneintheilung der Ortschaften des Koüi*re zs unter Zugrundlegung des Geseßes des vormaligen Nord eutschen Bundes vom 25. Juni 1868 vorzunehmen. Das gedachte Gesch umfaßt das Regulativ für die QuartierbedürfnZse, den Servts - Tarif und die Klaffeneintheikung der Orte. 111 eine Grundlage fur die Klaffeneintheilung zum Servis - Tarif fur das _Maxschquartier zu gewinnen, at das Königliche StZatY-Mmtsterium des Innern und des rieges Verfügungen bezuglich der Bildung der Kommissonen in Be irksämtern und unmittexbaren Stadien erlassen, welche den Prei's der Quartier? bedürfznffe mit Bezug auf den nach den örtlichen Verhältnissen Zu scha enden Werth der Naturalleiftung zu ermitteln und zu“ eguta ten haben.“

_ Die Staatöregierung at der Rei Stathskammer einen GeseßenthrÉ betre*1fend de Ausschei ung der Kom- pxxenzen der öniglié'en Polizeidirektion und des Ma- gistrats der Stadt ün en, vorgelegt.

_ 16. März. Der Bes werde-Ausschuß der Kammer der A;);geordneten ist heute zur Berathung der Beschwerde des

Ie uitenp a'ters Graf Herm. von Fugger-Glött we en de,. en AuSwetsung aus Bayern zusammengetreten. Nach v er- Fundiger Debatte wurde mit 5 gegen 4 Stimmen dem Antrag es Referenten. Schmidt zugestimmt und die Beschwerde abge- wiÄen; die Mitglieder der patriotischen Fraktion werden ein Mi- no tätsgutaYen abgeben. ““

_ 17. ai. (W. T. B.) Fürß ChlodwigzuHohen-

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lohe-S [ sfürft, welcher seit einigen Tagen hier bei seiner Fa i*;Zokéskueilte, | in vergangener Nacht nach Paris abgereist. L;;

Saohfax- Dresd*en,16. Mat. (Dr. I.) Die Zweite Kammer Wängi: heute in der Berathung des Einkommen- ßxuergeseß es zuden in den §§, 37 und 38 getroffenen Be- sttmmrzngen über die DeklarationSpflicht. Ueber diese Materie gingen die Anfickzten innerhalb der Deputation sowohl als der Kammer,:veit auöeinander. Bei §. 37 handelte es |ck darum, ob die DekkarationSpflicht auf alle Steuerpflichtigen erstreckt, oder auf Diejenigen bsschränkt werden soll, deren Ein-

kommen nicht zweifellos unter dem Betrage von 1600 Mark-

bleibt. Erstere Ansicht wurde vom Abg. Kirbach, lehtere, die der Majoritä't der Deputation, in der Debatte vom Referenten ])r. Gensel vertreten; die' Kammer pflichéete dieser leßtern bei. Bet §. 38, Form und Inhalt der Deklaration, |anden iich, von kleinern Differenzen und der die Deklarationspflicht überhaupt ' perhorreöcirenden Anficht des Abg. Kraus e abgeieZen, welche leßtere in der Kammer blos 5 Stimmen für sich fan , die Anfrage der Majorität und einer aus den Abgg. Grahl, ])r. Heine und Walter bestehendrn. Minorität der Deputation gegenüber, die ck) wesentlich daduröh Untersiheiden, daß die leßtere _die Dekkaration auf die einfache Angabe der Summen des steuerpflichtigen Ein- kommens oder auch die Bezeichnung der Klasse, in welcher der Beitragspflichtige danac? einzusteUen ist, beschränken und die Verpflichtung zur spez elleren Deklaration erst dann eintreten [affen will, wenn die Einschäßungskommission die Richtig- keit dieser Angabe bezweifelt, während die Majorität, im An- schlusses an die Regierung-thorlage, von vornherein die Verpflich- tung zur Einzeldeklaration des Einkommens nach seinen ver- schiedenen Quellen :e. statuirt. Nach zweiftündiger Debatte, in welcher die Anftcht der Minorität hauptsächlich von den AbgF'. Gra [ und Jordan, die- der Majorität vornehmlich von den A - geor neten Kirbach, Günther, dem Referenten Dr. Gensel und dem Finanz-Minister befürwortet wurde, ward der mildere Mi- noritätöantrag mit 49 gegen 22 Stimmen verworfen, worauf

Z. 38 in der schärferexi, von der Deputationömehrheit beantragten

assung gegen 10 Stimmen Annahme fand. Die folgenden,

'von der Deputation im Einverftändniffe mit der Regierung for-

mulirten Abschnitte des Geseßes: 17. Einschäßungswerfahren, §§. 41-45, 17b. Nachschäßungen, ». 451) und (3, 7. Rechts- mittel, §§. 46-58, 71. Zuwiderhan langen und deren Folgen,

§. 59_65, 711. Steuererhebung, §§. 66-70, wurden hierauf m rascher Folge fast ohne Debatte angenommen. Ein vom Vice-Präfidenfen Streit eingebrachter und begründeter Antrag, durch einen [eßten Paragraphen zu bestimmen, daß das Geseß mit dem 1. Januar 1880 außer Wirksamkeit tritt, sofern nicht die Fortdauer seiner Gültigkeit anderweit durch Geseß festgestellt wird, wurde ebenso wie der schon früher er- wähnte Haberkornsche Antrag, wonach sich die Stände je nach dem Ergebnis; der nach dem beschlossenen Gescße vorzunehmenden erstmaligen Einschäßung und vor Ausführung der gefxmdenen Resultate andermeite Prüfung der Prinzipien des Geseßes vor- behalten sollen, abgelehnt, nachdem der Finanz-Minister Freiherr von Friesen und der Referent ihre Annahme eindringlich wider- rathen hatten. Dagegen Wurden die DeputatiönÉ-anträge, nach denen die Regierung ersucht wird, den Zeitpunkt, mit welchem das Gesetz in Kraft tram. soll, dergestalt zu normiren, daß dem nächßen ordentlichen Landtage die Ergebnisse der nach den- selben vorzunehmenden erstmaligen Einschäßung gleichzeitig mit dem Budgetentmurf vorgelegt werden können, und ierbei gleich- zeitig dem Landtage eimijorlage darüber zu ma en, welcher Theil- des Staatsbedaxfs. durch die „Einkommensteuer aufgebracht und inwieweit und in tsel'äzer Form daneben noch ein Theil der biSlxrigen direkten Steuern beibehalten werden soll, ange- nommen. Bei der, Schlußabftimmung wurde der Gesetzentwurf in der beschlossenen Fassung mit 51- gegen 17 Stimmen ange- nommen.

Württemberg. Stu-ttgart, 15. Mai. Zur Vorberei- tung für die am nächsten Montag beginnenden Kammerver- handlungen smd und waren in dieser Woche von Seiten der Kammer der Abgeordneten in Thätigkeit: die volkswirthschaftliche Kommisfion, die Kommission für außerordentliche Militärbedürf- nisse, die Finanzkommission und die staatSrechtliche Kommission. Auf den 16. Mai ist auI der ständische Ausschuß zusammen- berufen. _ Jm Druck ers jenen ist der Bericht der volkswirth: schaftlichen Kommission der Kammer der Abgeordneten über den Staatsvertrag zwischen Württemberg und Baden über die Her- stellun weiterer Eisenbahnverbindungen vom 29. Dezember 1873. Der ntrag geht auf Zustimmun .

_ Wie aus Friedrichsha?en gemeldet wird, hat die an:. haltend re nerische Witterung soWohl den Aufenthalt der hohen Neuvermänglten abgekürzt, als auch in den Reiseplan derselben eine Aenderung gebracht. Der Herzog Eugen und Gemah- lin begaben sich am 13, Mittags mit dem Dampfboot „Kaiser Wilhelm“ zunächst nach Lindau, um von da direkt nach Schlefien zum Besuch der Eltern des Herzogs Weiter 11 reifen.

__ Bei Gmünd Werden vom 18. ai bis 20. August Art:llerie-Schieß-Uebungen abgehalten Werden. Zuerst schießt „das württembergische Fu =Artillerie-Bataillon Nr. 13, dann das _ Württembergische Fel =Artillerie-Regiment Nr. 13 „EoerLZrttlYerie“, hierauf das gleichnamige Feld-Regiment „Divi- sions-Artillerre“. Im Ganzen wird exl. Sonn: und Feiertage .72 Tage Treschoffen Werden. Vom, nächsten Jahre an solX, wie der, „St.- . f. W.“_ mittbeilt, Seitens der Württembergischen ArttlTertx der Artillerte-Schteßplaß bei Darmstadt mitbenußt wer- den, weil bet Gmünd für die neuen tveittragenden Geschüx eine entsprechende Schteßbahn steh nicht herstellen läßt und das chieß- thal bet Gmünd überkaupt nicht geeignet ist, den an diese Waffe gestellten erhöhten An orderungen “zu genügen.:

Heffen. Darmstadt, 16. Mai. Der Großherzog hat heute den von dem König von Italien zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächti: _ten Minister am hiesigen Zofe er- nannten Grgfen Greppi be fs Ueberreichung seines eglau- bigungsschretbens in besonderer Audienz empfangen.

Mecklenburg. Schwerin, 16. Mai. Der Erb- großherzog, der Herzog Paul Friedrich und die Prin- Ken Heinrich )(711. und Heinrich KJ, Reuß, ftnd im

aufe des gestrigen Tages von hier wieder abgereist. *.": 52145

Sexchfen- Weimar-Eifenarh. Weimar, 16. Mai. Ueber dre Reise des Großherzogs und der Großherzogin liegen aus Amsterdam vom 15. nachftehende Mittheilungen vor: Der Großher og und die Großherzogin trafen am 8. d. M., Abends 8 U r, im Haag ein, woselbt Ihre Königlichen Hohei- ten am Bahnhof von dem König un der Königin der Nieder- lande, sowie sämmtlichen Prinzen des Königlichen Hauses auf

das Herzlichfte begrüßt und Ydann nach dem der- Frau Groß-

herzogin gehörigen Palais uitenruft geleitet wurden. Am

11. Mai folgien die Höchßen Königs nach Amsterdam, wosel st die Festlichkeiten zur Feier des *25jährigen Regierungs-Jubiläums des Kön gs der Niederlande ihren Anfang nahmen. Die “Rückkehr nach dem Haag ist auf dem 15. d. M. anzeseht, woselbft, sowie auch in Rotterdam noch einige Festlichkeiten bevorstehen.

Braunschlveig.- ' Braunschweig, 17. Mai., Am Sonnabend Morgen 71 Uhr traf von Hannover der Prinz Albre ck hier ein, um eine Inspektion des Husaren-Regiments vorzune men. Bei derselben befand fich in der Suite auch der General v. Boigts-Rheh, welcher schon am Freitag hier an- wesend war und im „Deutschen Hause“ Quartier genommen hatte. Der Prinz begab sich nach der Inspektion in das Her- zogliche Museum, wo derselbe von dem Direktor Professor Dr. Riegel empfangen, längere Zeit verweilte. Mittags erfolgte die Rückreise des Prinzen nach Hannovcr. «

Oefferreich-"Ungarn. Wien, 16. Mai. Das Reichs- geseßblatt veröffentlicht das Uebereinkommen vom 23. April 1874 zwischen der Kaiserlich Königlichen StaatSverwaltung und dem VerwaltungeZ-rathe der Kaiserlich Königlich privilegirten Eisenbahn Pilsen - Priesen (Kommotau) wegen Leißung eines StaatSvors uffes zum Zwecke der Durchführung des Eisenba n- projektes Ptlsm-Klattau-Eisenftein; die Verordnung der MiniZer des Innern und des Handels vom 29. April 1874, betreffend das Gewerbe der Vertilgung von Ratten und Mäusen durch gifthaltige Mittel; das Gesetz vom 3. „_ Mai 1874, be- treffend die Bedingungen und Zußeftändniffe für die Sicherstellun einer Locomotiv - Eisen ahn von Troppau über Zaucht und Neutitschein an die mährisch=ungarischeGrenze am Vlara-Paffe; das Geseß vom 3. Mai 1874 in Be- treff der Stempel- und Gebührenfreiheit der Verhandlungen zur Durchführung der Ablösung der unveränderlichen Arbeits-, Geld- und Naturalleißungen an Klöster Kirchen und Pfarren im Königreiche Galizien und Lodomerten sammt dem Großherzog- thume Krakau; die Verordnung des Ministers des Innern vom 3. Mai 1874, betreffend den Transport und die AUSgrabung (Exhumation) von Leichen.

_ Der Herzog Friedrich von Anhalt und dessen Gemahlin sind am 13. d. M. zum Kurgebrauche in Marienbad eingetroffen. ,

_ Der Prinz Karl von Baden ist-am 13. d. M. von Shalzbrisxg nach KarlSruhe, der Fürst Hohenlohe nach München a geret .

Graz, 15, Mai, Der Statthalter Baron Kübeck hat eine

Bereifung der überfchtvemmten Landestheile angetreten, um die

vorgekommenen Beschädigungen in Augenschein zu nehmen und entsprechende Hülfsma regeln anzuordnen. Pest, 16. Mai. mAbJeordnetenhause Wünschte gestern Jranyt seinen Beschlußantrag ü er die Maßregeln gegen denNothstand, nachdem das erwartete Exposé, des Finanzministers bereits vorge- tragen ivurde, zu motiviren. Dasselbe soll Montag geschehen. Der Finanzausschuß legte den Bericht über den Anlehensgeseß- entivurf vor, Worauf dre Geseßvorlage über die Erbauung eines Palais für das Honvedministerium verhandelt Ward. Zsedényi sprach dagegen und beantragte, mit Rücksicht auf die schwierige

Finanzlage die Angelegenheit bis zur Berathung des Budgets für

das Jahr 1876 zu verschieben. Nachdem noch Honvedminister Szende gesprochen, Wurde Zsedényi's Antrag angenommen.

In der Generaldebatte über den Advokaturs-Geseyentwurf sprach Hammersberg gegen die oblißator'ische Einführung der Advokatenkammer. TiSza erklärte fich ebenfalls gegen den Kammer- ?wan'g. Der Staatssekretär Cse'megi und der Justizminister Pauler prachen unter lebhaftem Beifalle für die Vorlage und die Aufrecht- erhaltxmg des Kammerzivanges, der allein eine Garantie für die Zqotraltsche und materielle Hebung der" diskreditirten Advokatur te e.

_ Heute interpeüirte Karman Wegen des Ausbaues der Linie Pxst-Semlin, für welche bereits Ende 1871 ein Offert o ne Zmsengarantie vorlag und die nunmehr im FalXe der KonzesZo- nirung der Linie TemeZbar-Orsova von erhöhter Bedeutung sei. Hierauf wurden Petitionen verhandelt.

. _ Jm Oberhaus e "Wurden die Geseßentwürfe über die Viehseuche-und die Haftpflicht der Eisenbahnen erledigt.

_ Pte Deputation der kroatischen D eputirten erschien heute beim Ministerprästdentm, um seine. Fürsprache Wegen be- schleumgter Jncorporirung der kroatisch-slavonisthen Militärgrenze zu erbrtte_n. _ Der Sprecher Brlics betonte die Nothwendigkeit, dem Provisorium und der dadurch verursachten unbxhaglichen Lage der Grenzbevölkerung ein Ende zu machen. Der Mmisterpräsident Bitto erwiderte, er habe sich bisher mit dieser Angelegenheit nicht befassen. können, doch werde er in der nach dem Schlusse der Delegaßonen unter Vorfiß Sr. “Majestät abzuhaltenden Konferenz über diesen Gegenstand entsprechend den Jntenxionen Sr. Majestät undi der ungarischen Regierung die baldige Einverleibung befür- wo en.

_ 18. Mai. (W.T. V.) Der englische Botschafter in Kon- stantinopel, Sir H. G. Elliot, it gestern hier eingetroffen und sofort vom Kaiser empfangen wor en. Derselbe wurde nachdem Empfange zur Kaiserlichen Tafel gezogen.

Schweiz. Genf, 17. Mai. (W. TB.) Bei derWahl dxs tefigen Ydmmiftrativrathes find die von der unab- szkng g_en mumzrpalen Partei aufgestellten Kandidaten mit großer

ajorttäx gewahlt azorden. Die ihnen von der radikalen Re- gierungspartei gegenuber gefteUten Kandidaten unterlagen.

Gryßbritannierr und Irland. London, 18. Mai. Ueber die Festlichkeiten zu Ehren Sr. Majestät des Kaisers von Rußland entnehmen wir der .A. A. C.“ Fongides: | T s '

en er ktZ ag eines Aufenthalts auf eu lis em Boden ver- brachte der Kaiser im ;Krriseder Königlichen FYmiYe mit der Be- sichttcéung der Sehenßrxurdtgketten in Windsor. Am Abend fand in der vt. Georgshalle em großes Gallabankettftatt bei Welchem außer den) Kaiser, ,dmexoßfurstenAlexiö und der Königin, sämmtliche Mitgliedxr der .ßbniglrchetz Familie, das gesammte diplomatüche „Korps„ d1e_ Kabtrzetötyimster, die Gro Würdenträger und die Spi en dn: Aristokratie, un Ganzen 140Gaste, die ein Extrazug nach indsor brachte, zugegen waren. Die 200 Fuß lange und 34 Fuß breite, mit

* den Wappen der St. Geo dritter und den Portraits der englischen

Könige und Königinnen ges mückte Halle bot einen ti cn Anbxick dar. An der Festtqfcl saß die Köxrigin, die, wie gejxöbiciliick? in Halb- tra_uer erschien; Zwischen dem Kaiker und dem Großfürsten Alexis. Wabre_nd der a el spielten abwscb elnd- die-Kapellea der.Coldftream und Lezbgarde. Gegen Schlu des Banketts erhob sich der Lord-Haus- bofmetster nud bracht_e _Toate-auf die Gesundheit des Kaisers von Rußland uyd der _Kömgm aus, N91!) edem dieser Toa'ste spieltmdie Kapellerz die xussijche _bezw. die brttls : Volksb mne. Dann konzer- ttrten eine Zettlan die schottischen „Dudelsackpfei er der Königin trnd dex Prinzen von ales. Der Kaiser trug russische Generaluuiform nut dem Stern und Bande des Hosenbaudordeas, der"“Prinz von Wale! englncbe Generalöumform mit dem Cordon des Andreas-

chaften einer Einladung des"

ordeus, während der Gro füijAYexis zmd sein Schwager, der er og 7 von Edinburgh, in russis er armeumform erschienen. Prinz rt ur war in Hu1arenunjform zugegen. '

Der Kaiser verließ gestern Windsor- und begab sich in Be- gleitung des Goßfücsten Alexis, des Prinzen imd der P'rinzrssin von Wales, des Herzogs und der Großherzogin. von Edinburgh, des Prinzen Arthur und des Herzogs von Cambridge nch London,“ wo er von der Bevölkerung in respektvoller Weise begruyt i_vurde. Der Paddingten-Babnhof, wo 'eine Kompagnie Gardstnfantene den Ebrendienst versah, war zu seinem Empfange dekorxrt, _und auf der Tour nach dem Buckingham-Palast bemerkte man hrer_ und da lag- gen in den russischen Farben aus den Fenstern und Dachern ge_ eckt. Inder Bgleitnng des Kaisers befanden sich außer" dem Großfurften Alexis der Prinz und die Prinzessin von Wales, der Herzog und die Herzoßin von Edinburgh, Prinz Arthur und der Herzo von Cam- bridge, alle in großer Uniform mit den Insignien der hochsten russi- schen Orden. Jm Buckingham-Palast Wurde der Kaiser von den Haaptwürdenträgern des Hofes empfangen. Um 1 Uhr empfing er im Bow-Salon im Beisein des russischen Botschafters Baron Brunnow und der Hofchargen die Mitglieder des diplomgtiscbxn Corps. Nachdem sich die Diplomaten entfernt, erschienen die Mit- glieder des Kabinets unter Führung des Herrn Disraeli, um dem Kaiser ihre Llufwartung zu machen. Nur der Lordkanzker fehlte. Da'nn empfing “der Kaiser den Befnch mehrerer anderer Personen von Distinktion, wie den Grafen von Paris, d_en Herzog von Walliugton, Earl Granville, den -Earl von Kimberley, Earl Sydney, Lord Bloomfield, Lord Napier, Herrn Gadstonc und Str G, Hamilton Seymour. Später stattete er dem Prinzen urxd der éciuzessia von Wales, der Prinzessin Louis; und dem Maxquxs von

orne, dem Herzoé von Cambridge, dem Fursten „und der Zurstnx Txck Besuche ab. Am Abend speiste der Kaiser Mit dem roßfursten Alexis und dem Lerch und der . erzogxn von Edinburgh bei dem

riuzen und der rinzessin von _aleß m Marlborougb-Hoyse, wv- elbt sich eine zahlreiche und distingmrte „Gesqllschafc zu ferner Ve- grü ung eingefunden hatte, und brsuche spater in Begleitung der eng- lischen Prinzen und Prinzessinnen den Ball, w_elchen der Herzog und die Herwgin von Southerland ihm zu Ehrm m Stafford-House gab und zu dem 800 Einladungen ergangen waren. Der Kaner, der chs Band des Hosenbandordeus trug, eröffnete den_ Ball mxk der Hrrzogm von Southerland. Die ungarische Kapekle spielte zum Taxize auf.

Vor dem Galadiner im Windsorschl'osse am Donnerxtag Abepd verlieh der Kaiser der Prinzessixt Christian von Schleöwtg-Holstem, der Prinzessm Louise (Marqune von Lorne) und dcr„Prinze[sin Beatrice den Katharinen-Orden. Der Herzog von Cambridge rrhielt nach dem Diner in Mrrlborougb-House aus Kaiserlicher Hand den höchsten Grad des Andreaéordeus. , _

ente Morgen stattete der Kaiser von Rußland in Bégleitungdes Groß ürsten Alexis der Kai1erin Eugenie in Chislebmst cinen B€1uch ab. Der Abend ist einem Besuche des Krystaupalastes gewidmrt, wo ihm zu Ehren ein großartiges Fest gegeben wird.

Auf der Rückreise, die er am nächsten Donnerstag erfolgt, wird sich der Kaiser in .GXÜVLSM'O einschiffen.

_ Ferner liegen folgende Depeschen des „W. T. B.“ vor:

London, 16. Mai. Der Kaiser Alexander hat de_n ihm vom Grafen von Paris gemachten Besuch noch gestern mrt einem Besuche erwidert, den er ihm in Begleitung des Groß- fürsten Alexis und des Herzog von Edinburgh in Clarxdge-Hotßl abstatte'te. _ Nach dem Besuch der Kaiserin Eugeriie Wurden_ die beiden Häuser des Parlaments und die Westmmfter-Abter m Augenschein genommen.

_ 17. Mai. (W. T. B.) Gestern hat im Krystall- palast zu Sydenham u Ehren des Kaisers von Rußland ein glän endes Fest stattge?unden, bei Welchem außer den russischen Gästen ?ämmtliche Mitglieder der Königlichen Familie antvesend Waren. Dem Konzert und Feuerwerke, das vom schönsten Wetter begünstigt Wurde, Wohnten mehr als 40,000 Personenbei. Der Kaiser von Rußland Wurde vom Publikum auf das Wärmste be- "grüßt. _ Der Kaiser empfing heute den Besuch des jungen- Prinzen Napoleon. '

- 18. Mai. (W. T. B.) Gestern wohnten der Kaiser von Rußland, der Großfürst Alexis und die Herzogin von Edin- burgh dem Gottesdienst in der griechischen Kirche bei. Nachmit- tags statteten dieselben in Begleitung des Herzogs von Edin- burgh der Königin einen Besuch in Windsor ab. Abends fand Jamiliendiner beim Prinzen von Wales in Chiswick statt.

Frankreich.- Ueber die Ministerkris is liegen folgende telegraphische Nachrichten des „W. T. B.“ vor:

Paris, 16. Mai. eute Vormittag hat unter dem Vorfiße des Marschall-Prä denten ein Ministerrath ßattgefun- den. Die Debatte über die Reihenfolge, in welcher die vorlie- genden Geseßentwürfe von der Nationalversammlung berathen Werden sollen, findet wahrscheinlich schon in der heutigen Sißung ftatt. Seitens der Regierung wird entschieden daran festgehalten, daß zunächst das Wahlgeseß berathen werden müsse.

_ Aus Versailles, ' 16. Mai, wird gemeldet: Die Nationalversammlung hat die prioritätische Berathung des Wahlgeseßes, auf welcher die Regierung beftand, mit 381 gegen 317 Stimmen abgelehnt. Die Minister" zogen fich darauf zur Berathung zurück. Nachdem dieselben in dtn Sißungsiaal wie- der eingetreten waren, führte ein Deputicter von der Rechten aus, daß es sich nicht um die Frage handele, eine Tages:)rdnung fest-

zustellen, sondern darum, ob die Versammlung die Gewalten"

des Marschall-Präfidenten Mac Mahon organifiren wolle. Der Deputirte Rampont (Linke) erklärte darauf : Wir haben gegen ein Parteiministerium geßimmt, wir haben aber nie die Abficht ?ehabt, gegen den Marschall-Präs1denten zu siimmen. Die Ver- ammlung beschloß die Feststellun der Tagesordnung am Dienstag vorzunehmen und vertagte sich a sdann bis nächften Montag.

_ Die Stadt Paris“ zeigte eine vollkommen ruhige Phyßognomie. Gerüchtweise verlautet, daß die Bildung eines Kczbmets aus Mitgliedern d'es rechten und linken Centrums nnt_Buffet, Goulard und. Dufaure wahrscheinlich sei."“ Dieses erucht wird indeß von der „Agence Havas“ als verfrüht be- ?euhnet. _ Ueber die 'Entschließungen des Marschall-Präsidenten ft noch nichts bekannt.

_ 17. Mai. Das Journal officiel“ macht in seinem , amtlichen Theile bekannt, Haß die Minister um Entlassun von ihren «Posten gebeten haben und daß das Entlaffun SgesuZ voy1_,Präsidetrten der Republik angenommen Warden i . Die Mnns_ter bleiben mit der provisorischen Fortführung der laufenden Geschafte beauftragt. _ Die Maiorität der Nationalversamm- lung, welche den Rücktriit des Min ßeriums erbeiführte, bestand aus 310 Mitgliedern der Linken, 54 Mitgl edern der äußerßen Rechten und 17 Bonapartißen. _ Die Mehrzahl der Journale der republikanischen Partei spricht sich für die Nothwendigkeit aus, die Nationalversammlung demnächst aufzulösen, da dieselbe- nicht im Stande sei, die Regierungsform Frankreichs dauernd zu konstituiren. ' --

_ _ Weiter wird mitgetheilt, daß Goulard vom Marschall- Praftdenten mit der Bildung des neuen Kabinets beauftragt worden ist, und daß dieselbe morgen oder übermorgen voraus- |chtltch vollendet sein werde. Wie man der „Agence Havas“ Versichert, wird Goulard das neue Kabinet aus Mitgliedern des rechten und linken Centrums der Nationalversammlung bilden. ' _ Das „Journal de Paris“ schreibt: Die äußerste Rechte

hätte es vorhersehen müssen, daß nach dem Sturze des Herzogs von Broglie das neue Minifterium sich mehr zur Linken neigen werde, und fügt hinzu, das rechte Centrum werde das neue Kabinet unterftühen, wenn es dte Ordnung vertheidige und dahin wirke, daß die Regierungögewalt des Marscha11-Präs1denten von allen Parteien respektirt wérde.

_ Die leßten Nachrichten aus Versailles erwähnen gerücht- weise, daxz das neue Kabinet wie folgt zusammengeseßt sein werde: oulard Inneres, Chaudordy auswärtige Angelegenhei- ten, Magne Finanzen, Matthieu Bodet öffentliche Arbeiten, Deffeil'ligny Handel, Desjardins öffentlicher Unterricht, General Berthauld Krieg. _ Goulard soll sich für die Votirung der konstitujionellen Gesche und für die Organisation des Septennats energisch auSgesprockzen haben. .

_ 18. Mai. (W. T. B.) Nach dem „Journal des Dé- bats“ wären die Versuche de Goulard's, gestern ein neues Kabinet zu Sjande zu bringen, gescheitert. _ Die repu- blikanisckze Linke ist»geftern abermals zu einer Fraktions- v ers a 111 ml un g zusammengetreten. Es herrschte allgemein dieAnsiclzt vor, daß die einzige Art und Weise, einen Appell an das Volk zu richten, nur darin bestehen könne, daß die Nationalversamm- lung aufgelöft werde. Die Vureaux der Linken haben neuerdings ihre frühere Erklärung bestätigt und wiederholt, daß sie allen ministeriellen Kombinationen fern bleiben würden.

_ Aus Toulon, 14. Mai wird der Corresp. Havas berich- tet: ,In unserem See-Arsenale herrscht wieder eine sebr große Thätigkeit. Nicht weniger-als 5, große TranSporxdampfer werden gegenwärtig ausgerüstet und seetüchtig gemacht. Es smd dies folgende Dampfer: 1) der Jura, der mit großartigen Vor- räbxrmgen für Unterbringung von Pferden versehen isi, eine Maschine von 209 Pferdekrast, wird mit 4 Kanonen und 290 Mann bewaffnet und in die erste Klasse der Reserve gereiht werden; 2) die Guerriére, eine prachtvolle Fregatte mit Batterien, Ma- schinen von 480 Pferdekräften, 4 Kanonen und einer Beman- nung von 230 Mann welche mit der Hermione in die Reserve zweiter Klasse, eingereißt wird; 3) der ngésiras von 800 Pferde- kräften, 4 Kanonen und 350 Mann; 4) der Karl der Große von 370 Pferdekräften, 8 „Kanonen und 302 Mann; 5) die Zetadt Paris von 480 Pferdeks'ästen, 12 Kanonen und 563

ann.

Spanien. Madrid, 16. Mai. (W. T.. B.) Nach einem gestern ergangenen Befehl werden 40 Bataillone der

- Reserve mobil gemacht.

_ Nach hier eingegangenen !Meldungen ist General Conck) a am 14. d. in Villas anta eingetroffen, ohne auf seinem Marsche dahin auf carlistische Truppen geftoßen zu sein.

Bilbao, 17. Mai. W. T. V.) Die Nordarmee hat ihre Beivegung bis in die Nähe des Ebro fortgesetzt. Die näch- sten Hauptquartiers General Concha's werden Miranda u_nd Medina de Pomar sein. Nach ersterem Orte Wurden berxrts Reserven und Kriegsmaterial mit der Eisenbahn vorausgeschtckt. _ Die in Somorrostro für MilitärzWecke ausgehobenen Pferde smd von den Carlisten “weggenommen Worden. '

Barcelona, 17. Mac. (W.T.B.) Nach den bls gestern Abend über die Stellungen der Carlisten hier eingegangenezr Nachrichten befanden sich Mora und der Pfarrer von Flix, sowie Prades in Jgualada. Saballs sollte inVich eintre en. Eine stärkere Abtheilun unter Tristany, bei d&"fich-Don lfonso be: fand, hielt Sal ona und Lerida beseßt. Bedoya War nach Granollers abgegangen.

Italien. Rom, 17. Mai. (W,. T;' Verwaltung des Ministeriums des Kön" tehen Hanses beauf- tragte Commandeur I. Nisone ist definitiv zum Minister des Königlichen Hauses ernannt worden.

_ Die italienisch-öfterreische Konsularkonven- tion ist, wie der „Economista“ meldet, vorgestern vom Miniter des Auswärtigen, ViSconti-Venoßa, und vom öfterreichis en Gesandten Graf Wimpffen unterzeichnet worden.

Griechenland. Athen, 17. Mai. (WT. B.) Trin- gettas hat das PortefeuiUe des Marine-Minifteriums übernommen und Grivas ift zum Kriegs-Mtntster ernannt worden.

Türkei, Konßantinopel, 17. Mai. (W.T.. B.) Der frühere Botschafter am Wiener Hofe, Lkarify Bey, ist an Stelle des seines Postens enthobenen Raschid Pascha zum Mi- nister der auswärtigen Angelegenheiten ernannt worden.

Rumänien. Bukarest, 18. Mai. (W. T. B.) Fürst Milan von Serbien ist gestern Nachmiüag hier eingetroffen. Fürft Karl von Rumänien war, vom „Kriegs-Minifter be- gleitet, demselben bis Giurgewo entgegengeretst.

Schmedeu und Nortvegen. Stockholm, 13. Mai. Die gemeinschaftliche Abstimmung beider Kammern über 16 Punkte des 8. Haupttitels der Auggqbe (Kuljus und Unter- richt), in denen die Kammern abweicherzde Beschlüsse gefaßt hatten, wurde zur ErmittelunF der des Reichstagsbeschluffes am 9. abgshalten und stnd im A gemeinen so au5gefa11en, wie der StaatSaussthuß fie vorgeschlagen hatte?. Als abwei end von dem angenommenen Grundsatze des Reichstages für dieses Jahr keine Theuerungszulage zu bewilligen, ist zu erwähnen, daß eine solche genehmigt worden ist: den Lehrern an d'en Univerfitäten (15,000 Kronen), an dem karolinischerx Iziftitut (1500 Kronen) und an den Gelehrtenschulen, deren Etnknnfte' nicht höher smd als 3000Kronen (346,500Kronen). _ Die Privatbanken, wel- chen es bisher gestattet war, ihre Zettel mit Zetteln der Reichs- bank einzulösen, find vorgestern durch den R'ei stag verpflichtet worden, auf Verlangen des Inhabers dteEZ mit, 11 Schweden gel- 1end5r Geldmünze zu Thun. _ Der Rei Stag hat dem Vor- schlage des Staatöaussckzusses gemäß, al o wenig abweichend von der Königlichen "Proposition den Status der zum ßebenten Hauptartikel (Finanzen) des Po|-, Telegraphen- und des Forstwesens nebst den, dazu gehörigen Gehalts- erhö ungen und AlterSzulagen für d1e_dabei angefteUten Beamten gene mi und die Ausgaben dafur auf resp. 3,400,000, 1,180, und 766,200 Kronen festgestellt.

Amerika. New-York, 16. Mai. (WHQL) Nach hier ein egan enen Nachrichten sind in Goshen in Massachusetts dre gro : Wafferre-"ervoirs geborsten und haberi in drei_ Ort- schaften, mehreren bedeutenden Hüttenwerken und einzelnen Hausern Froßen Schaden an erichtet. Der Verluß an Menschenleben

eträgt gegen 60 ersonen, an zerßörtem oder verwüftetem Eigenthum ist der Schaden gleichfalls außerordentlich groß.

Asien. Ueber die HungerSnoth in Klein-Asien liegen im „Levant Heriüd“ Berichte aus Angorah Kaiserieh und qughat, wo“ die Hungersnot!) noch immer vor krrscht und die Sterblichkeit, inDbesondere unter Kindern, beunruhigende Ver-

Der. .bisber mit

hältnisse annimmt, vor. Um den Nothßand zu vergrößern, hat die Strenge des Winters die Angorah-Ziegenheerden, welche den im Handel als Mohair bekannten Stapelartikel liefern, ernßlich beschädigt. Ueber die Hälfte dieser Heerden sind, wie man glaubt, verloren gegangen. *

Nr. 20 „des „Cent-ralblatts für das Deutsche Reich berZUSgegeben im Reichskanzler-Amt, hat folgenden Inhalt: 1) Allge- meine erWaltungssath: VerWeifu-ng von Ausländern aus dem ReichsZebtete. 2) Munzwescp: Uebz'rficht über die Ausprägung von ReachSmunzen. 3) Mgß- und GewicbtßMsen: Sechster Nachtrag zur Eichordxi1mg nebst Zujatz 3111? Instruktion vom 10. Dezember 1869; Vorschriften, [*.-treffend die eichamtliche Ermittelung und Beglaubigung des Gewichtes leerer Faßkörper fur den Export von Branntwein. 4) ZOÜ- und Sieueriyesen: Komvxtenz des Unter-Steueramtcs Meerane. 5) Hennathwesen: vier Eckruntmsse des VundeSamts für das Hei- mathweien. 6) KonsulatM1en: Ernennungen. 7) Personal-Verände- rungen re.: Beiordnung als Stations-Controleur.

-- Die Nr. 10 des ,Marine-VerordnungS-Vlait“ hat folgendkn Inhalt: Ernennung der Zeug-Sergcantc-rx nach 15jäbri er Dienstkeit zu Depot-Vice-Jeldtvebrln. _ Verzeichniß derjenigen e- ren Le)ranstalten, welche zur Ausstcüunk] gültiger Zeugnisse über die wissenfchaftliche Qualifikation zum einjäzrig fre1willigen Militärdienst berechtigt find. _ Höhe der Preise, für die, von den Mcssen aus den Schiffövorrätlxn entxwmtxiencn, Proviant-Artikel vom 1. Oktober 1874 ab.„_ Vkrvolljtändtgung rer Instruktion über die Vsrwaltung der Offizier-Unterstüßungsfonds der Kaiserlichen Marine vom 1. Mar 1872. _ Die Führung der der„Fal)nenf[ucht verdächtigen, refv. mit Fereibeitsstrafe belegten Unteroffizisre und Mannfcbaften in den Stärke-

apporten. _ Einführung, eincß Rollenverzeicbnisies des Maschinen- pcrwnals fiir S. M. Schiffe m Taschenformat. _ Schreßübungen an Bord mri der Zündnadclbücbse von den Marsen und Booten aus.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Berlin. In einem, bei der hiesigen Afrikanischen Gefell- sch_aft cinßegangcnen Briefe ck. 41. 28. März an der Loango-Küste Fcißt rs: Die Mitglieder der deutschen_ Expedition haben das Ge-

urtsfest Sr. Majestät dcs Kai1ers am 22. 1). M. feierlich begangen. Am Morgen des genannten Tages wurde die Flagße des Deutschm Reichs zum xrsten Male aufg_ebif;t und_ an; Abend racbte der Führrr der Expedition dcn Toastaus S?. Ma1eftat aus. Der Tag War für uns Alle ein hoher Feiertag, der das Band der nationalen Zusammengehörigkeit vor] Neuxm anzog und dsr großen Dankesschuld geda tc, Wclche die deutjcb-afrrkanische Expedition gegen Se. Majestät den aiser abzufragen hat.

Gewerbe und Handel. .

Breslau, 16. Mai. Die heutige Generalversammlung des Schlesischen Bankvereins hat drn vorgelegten Ab chluß, nach Welchem eine Dividende von 6 Yrozeni geéahlt werden so , ge- nehmit und darauf die 1taiukenmäßtgen_Wa)[cn borgenommen. _ Die &eneralveriammlung der Breskauer „Maklerbank hat heute die Jahresrechnung und die Bilan gxnchm1gt, Welche letztere mti einem Verluste von 442,605 Thkr, abscéüeßt. , _

Gotha, 9. Mai. Ja der Generalversammlung der, Akttomzre der Deutschen Grundkredit-Bank, welche heute hleksélbst rm Beisein des Kommissarius drr Staatörcgierung und unter dem Vor- siße des Präsidenten des Aufsichtsraihs, Fürsten von Haßfel'dt-Trachen- berg abgshaltcn wurde, Waren 5311 Aktien durch 303 Strmmen ver- treten. Nach Erstattung des Geschäftsbericbis wurde dem Vorstaxde mit dankender Anerkennung für die umsichtige Leitung der Geschafte Decharge ertbeilt und die von der Revifions-Komm1ffion „geprufte B1- lanz, wie dirselbe dem Geschäftsberichte' nebst dem Gewwn und Ver- lustkonto angehängt ist, festgestellt. Die Generach'rsamr-nbing stellte sodann die mit -8 3le Vertheilung vorgeschlagen_e Dividende pro 1873 in gleicher Hohe est, und genehmigte die friihergAtl'sTahlung derseibcn vom 15. d. M. ab. Die aus eloosten drei Mtiglie er des ,-Auffichtßratiks _ Geheimer Fingnz-Ratb reiberr von Cohn, Berliner Handels-(He eüjcbaft und Rentier Maeder, wurden wiedergewählt. Die Wabl des an Stelle des verstorbenen AmtSratbs von Rother vom Auffichtßratbe bereits koopiirten Prin en Hermann von Ha feldk- Trachenberg wurde vox: der Generalver ammlung gieicbfalls' be tätigt. Auf die an_ die GcseÜjchaftSbehörden von Seiten eines Akttdnärs ge- richtete Anfrage, ob die Vollzahlung der 40yrozc-ntigen Interthaktreu 11. Série beabsichtigt werde, gaben der AuxfichtSrath und der Vor- stand die übereinstimmende Erklatung ab, daß weder die AuSsÖrei- bzmg „weiterer Einzahlungen noch die VoÜzahlung der jungen Aktien fur dieses Jahr beabfichkigt Werde. .

_ Wie wir dem Bremer Hgndelsbfatt entnebmen,hatsich die bre- nxische Hgndelskammer unt den Vorberathungen des Enthrfs eines Reichsßisenbahngeseßes (ausgearbeitet im Reichs-Eisen- 'babnamfe, Berlin 1874, Verlag der Ex edition des D. R. u. K. Yk. Stx-A. (Kessel), in Kommrsfion bei arl Heymanns Verlag) e- [chaftigk Das Br. Handelsblatt hat fich Wettere Mittheilungen bier- uber vorbYalten.

St. eteerurg,16.Mgi. Die ReiZIbank besch1oß, vom Montag den18. 1); ab den Diskont fiir echsek von 6 auf 51/- und den Lombardzmsfuß von 7 auf 6*/-„ Prozent herabzusehen.

Verkehrs-Anstalten. . Jn Saluzzo hat 175? ein Comité gebildet, welches den Bau emer Eisenbahn von izza über Cuneo, aluzzo, Arrakca, Turin, Gaitinara, Intra nach Locarno betreibt.

New-York, 17. Mai. _(W. T. B.). Der Postdampfer des baltischen Lloyd „Frankljin“ ist gestern mit Passagieren und Gütern rja Antwerpen nach Steitm abgegangen. * _

Aus dem Wolff'schen Tekegraphen-Biircau.

St. P e t e rsburg, Montag, 18. Mai, Mittags. Der „Reichs- anzcigxr“ veröffentlicht eine amtliche Aufforderung an eine An- zahl Personen, welche Rußland entweder verlassen oder den ihnen zum Aufenfhalt im Auslande bewilligten Termin über- schritten haben, bei Vermeidung der geseßlxchen Strafen ius Vaterland zurückzukehren. Unter denselben befinden sich, Va- kunin, Ogareff und der ehemalige Oberft Lavroff.

Königliche Scha

Dienßag, 19. Mar. Opernha s. - 22. Vorstellung.) Die Afrikanerin. Oper in 5 Akten. von Meyerbeer. Ballet von . Taglioni. Ines: Frl. Lehmann. Selika: Frl. v. Voggenhu . Vasco de Gama: r. Diener. Mao: Hr. Schmidt. Anfang halb 7 Uhr. Ho e Preise. . ".

Schauspielhaus. (134. Vorstellung. Was ihr mM YK in 4 Akten von Shakespeare. Anfang 7 Uhr, '

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Mittwoch, 20. Mai. "Opernhaus. (123. Vorstellung.) Militaria. Ballet in 4 Bildern und seenischem Epilog „voi Ja?? Taglioni. Mufik von Hertel. Anfang 7 Uhr. Mittel-

re e.

Schauspielhaus. (135. Vorstellung.) Die Journalißen, Luftspiel in 4 Akten von G.,Freitag. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise.

Die in den Königlirben Thegtern gefundenen Gegen ändo können von den Eigentyümeru innerhalb 4 Wochen den Haußpolizei - Inpekloren Scheive (Opernhauß) und Hoff- meister (S aupielhaus) in Empfan e_nommen werden. Erfolgt die uruckforderung der - ULM Sachen in der angegebenen Friß nicht, so werden dieselben den Findem obne Weitxres auSgebändigt.