1874 / 119 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 22 May 1874 18:00:01 GMT) scan diff

des Artikels 45 der Reichsverfassung in seiner Sisung vom 11. Mgi dieses Jahres an Stelle Betriebs * Reglements fur_ die Eifenbahnen im Norddeutschen Bunde vom 10. Ixmt

1870 (Bundes-Gesehbl. für 1870, S. 419) und der Nachikg

zu demselben vom 22. Dezember 1871 (Retths-Geseßbl. fUr

1871, S. 473) und 5. August 1872 (Reichs-Gesehbl. für 1872,

S. 360) ein neues Vetriebs-Reglement für die Eisen-

bahnen Deutschlands beschlossen, welches mit dem 1. Juli

1874 in Kraft treten und durch das „Central-Blatt des Deut-

schen Reichs“ veröffentlicht w_erden wird.

- Im weiteren Verlauf der gestrigen Sihunéq dcs Her-

kenhaus es wurde eine Reihe von Pejcitionen erortert. Die

Petitionen des Magistrats zu Gransee um Tilgung der 1806/7

entßandenen ßädtifchen Schuld, des neumärkijchen Kommunal-

Landtages wegen Uebernahme der neumärkischen KriegSreftschuld, des Grafen v. KönigSmark wegen Uebernahme der kürmärkischen Kriegöreßschuld Seitens des Staats, die Petition hannoverscher Gerichtzwögte um Erhöhung des Gehalts und der Wohnungözu- schüffe und die Petitionen der .Kommunalbeamten von Salzwedel um Regulirung der GehaltSUerhältniffe der Gemeindebeamten und der rheinischen Land-Bürgermeister um PenfionSerhöhung wurden durch Uebergang zur Tageöordnung erledigt.

Ueber die Petition des Bauernvereins zu Klein-Ruß wegen Bestrafung des Kontraktbruchs und Steuerung des Unwesens der Auswanderungs-Agenten beschloß die Versammlung die motivirte Tageöordnnng, und die Petition von Einwohnern Wiesbadens, dahin zu wirken, daß das Institut des Notariats im Bezirk des vormaligen Herzogthums Naffau eingeführt, auch diese sofort nach der Einverleibung erwartete wesentliche Ver- besserung des geseßlichen Zustandes dem Bezirke nicht länger vor- enthalten, sondern ohne Verzug im We e provisorischer Ver- ordnung oder Gesetzes dem Bezirke verlieFen werde, wurde der Königlichen StaatSregierung zur Erwägung überwiesen.

Demnächst nahm das älteste Mitglied des Hauses, Herr v, Frankmberg-Ludwigsdorf, das Wort, um dem Präfidenten Na- mens des Hauses für die Leitung der Geschäfte den Dank aus- zudrücken. Das Haus bestätigte denselben durch Erheben von den Plähen. Der Präsident Graf Otto zu Stolberg-Wernige- rode gab hierauf eine Ueberficht über die geschäftliche Thätigkeit des Hauses in der abgelaufenen Sesfion und schloß die Sihung mit einem dreimaligen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und XYZ, in welches die Versammlung begeistert einftimmte, um

r.

- Im ferneren Verlaufe der gestrigen Sißung des Hauses der Abgeordneten wurde die Wahl der Abgeordneten Staaks- Minister Delbrück und Gutsbesiher Kette nochmals an die Ab- theilung zur schriftlichen Berichterstattung zurückverwiesen. - Schluß 21 Uhr.

- Um 4 Uhr traten die beiden äuser des Landtags zu einer gemeinschaftlichen Schluß ihung im Saale des Abgeordnetenhauses zusammen. Am Ministeriische befanden sich der Vice-Präfident des Staats = Minißeriums Finanz - Minister Camphausen, soWie die Staats - Minister Graf zu Eulenburg, 1)r. Leonhardt, 1)r. Falk, von Kamele und Dr. Achenbath.

- Der Präfident des Herrenhauses, Graf Otto zu Stolberg- Wernigerode, übernahm den Vorßh, ernannte zu Schriftführern vom Abgeordnetenhause die Abgeordneten Dr. Lieber und Sachse, vom Herrenhause die erren von Voß und von Neumann und - ertheilte dann dem Vize=Präfidenten des “Staats - Minißeriums Finanz- Minißer Camphausen das Wort, welcher, während fich die Mitglieder des Hause?: von ihren Pläßen erhoben, folgende AlleZThöchfte Botschaft verlas:

. ir Wilhelm von Gottes Gnaden, König von Preußen, haben auf Grund des Artikels 77 der Verfassungßurkunde vom 31. Januar 1850 den Vice-Präsidenlen Unseres Staats-Ministeriums Camphausen beauftragt, die gegenwärtige Sitzung beider Häuser des Landtages Un- LZ??- Monarchie am 21. Mai dieses Jahres in Unserem Namen zu

1? en. ' egeben Wiesbaden, den 20. Mai 1874. W i l h e l m.

Kraft des ihm ertheilten Allerhöchsten Auftrages erklärte sodann im Namen Sr. Majestät der Finanz: Minister Camp- Zausen den Landtag der Monarchie für geschlossen, worauf sich

ie Versammlung unter einem dreimaligen begeisterten Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und König, auSgebracht von dem Grafen Otto zu Stolberg-Wernigerode, trennte.

- Nach einem Bescheide der Minister des Innern und der Finanzen vom 24. U. M. ist, wenn die Militärorganisation den Kreisen eine Mitwirkung beim Ersaßgeschäfte durch gewählte Vertreter geftatjet, aus dieser Mitwirkung ein Anspruch an die Staatskasse auf Erstattung der dadurch enjftehenden Kosten nicht herzuleiten. Es muß vielmehr bei der Anordnung der Allerhöchsten Kabinets-Ordre vom 24. Juni 1819 und des gemeinschaftlichen Erlasses der beiden genannten Minister vom 23. September 1868, daß den Civilmitgliedern der KretSersahkommisstonen entweder Vorspann oder der ent- sprechende Geldbetrag zu gewähren sei, vorläufig sein Bewenden behalten und event, den Kreisen resp. Städten überlassen blei- ben, den von ihnen gewä lien Mitgliedern der KreiSersaßkom- misfionen (§. 68 Nr. 2 er Ersaßinftruktion vom 26. März 1868) eine weitergehende Entschädigung zu gewähren,

- Aus Anlaß eines Spezialfalles haben derKriegs-Minister und der Minifter des Innern die Bezirkswgierungen unter dem 14. Aprik d. I. darauf aufmerksam gemacht, daß nach den Bestim- mungen der Allerhöchsten Ordre vom 27. Dezember 1816 die du die gewöhnlichen Garnison-Uebungen, insbesondere dur die Felddienftübungen der einzelnen Truppentheile verur- sachten Flurbeschädigun eti nicht aus dem Militäx-Fonds zu vergüten smd, diese Entf "digungen vielmehr den betreffenden Truppm-Comnmndeuren zur Last fallen und daher _die beschä- digtetx Grundbefihersch mit ihren Ansprüchen, eventuell unter Maxvtrkung der betreffenden Landrathsämter, an die gedachten Commandeure zu wenden haben.

- Bei den StgatSar-hiven sind im Jahre 1873 insZesanimt 525 amtliche Requifitionen und 714 Nachforschungen in istonsch-Wtffenschaftltchem oder familiengeschichtlichem Interesse erledigt worden. Neben den durch Erstattung gutachtlicher Neuß?- runßen an dieStaatsbehördsn, durch Unterstützung der mannig- faldgen Forschungen de_r Gelehrten, durch Vervollkommnung der Ordnung der B ande, bedingten Arbeiten der Archiv- beamten ist die wi enschaftliche Thätigkeit nicht “vernach- läs gt worden. An urkundlichen Publikationen der Staats- ar ive gehören dem Jahre 1873 an: die Fortsehung des „Pa- derborner Urkundenbuches“ bis um Jahre 1240, der Abschluß des brüten Bandes des „Mittelr einischen Urkundenbuches", und die erften Abschnitte des „Regeßemverks dcs Erzstiftes Ma - deburkg“ bis 1029. Von selbständigen Darstellungen und A1!»- hmb ungen, welche auf Grundlage des MaTerials der Staats-

, - In Uns" hat der BundeSrat

find hervorzuheben: „Ehemalige Beziehungen des Hauses Zollern zum Reiche“; „aus der Zeit oachim611.“; dieUnterhandlungm des Deutschen Reichs mit ankreich wegen Reßitution von Meß, Toul und Verden“; „die Sorge König Friedrich Wil- helms ]. für die Archive der rheinisch-weßfälischen Lande“; die franzöfis en und Pfälzer Kolonien zu Magdeburg zu Anfang des 18. ahrhunderts“; „Handel und Industrie Schlesiens am Ende des 17. Jahrhunderts“; „der materieUe ZuZtand Schlesiens vor der Preußischen Befißergreifung'; „der Frei err vom Stein und die Organisation der Erbfürßenthümer Münster und Pader- born“; „die Abkunft des Erzbischofs Dietrich von Magdeburg (1361-1367)“; „der Dompropst Johannes von Halberßadt (1341-1367)“; ,die ersten Jahre der Münsterschen Stiftsfe de (1451-1452)“; „zur Genealogie und Geschichte der Deuts en Plasten“; „die Vertreibung Wladhslaw's 11. von Polen und die Blendung Peter qußs (1146);“ „die Landesbe- amten der Fürftenthümer Schweidniß und Jauer“; „Ostfriefische Hauswarken“; „Zur Geschichte der Landsknechte des 16. Jahr-

underts“; „Stu im zur Geschichte der Abtei Vreden“; „Schloß Bendsberg“. . Zu anderweitigen Pyblikationen der Archivbeamten im Jahre 1873, zur erften AbYeilmig des Urkundenbuchs zur Geschichte des Geschlechts von chwerin, welches die Urkunden der Mecklen- burgischen Linien (1178-1523) und die Urkunden der Pommer- schen Linien (1251-1417) umfaßt, sowie zu der „Urkundlichen Geschichte der Stadt Stendal“ haben die StaatSarchive einen erheblichen Theil des Materials dargeboten.

* - Der General-Major und Commandeur der 61. Infan- terie-Brigade Stein- von Kaminski ist mit kurzem Urlaub von Straßburg i. E. hier eingetroffen.

_ Der Oberfi und Inspecteur der 1. Pionier-Inspektion von der Chevallerie, welcher ßch vor einiger Zeit zur Be- ßchtigung des Ostpreußischen Pionier-Bataillons Nr. 1 und des Pommerschen Pionier-Bataillons Nr. 2 nach Danzig und Stettin begeben hatte, ist von dort hier wieder eingetroffen.

- S. M. S. „Nymphe“ ist am 20, d. M. in Kiel außer Dienst gestellt.

Bayern. München, 20. Mai. Die Kammer der Abgeordneten hat heute nach dem Berichte des Finanzaus- schu es über die Budgetvoranschläge der Postanfialten, Tele- grap en und andere VerkehrSanstalten die Pofitionen den' Aus- schußanträgen gemäß größtentheils ohne Debatte angenommen. Ein Antrag des Abg. Rußwurm betreffs Aufbesserung der Be- züge der Postboten wurde von der Kammer abgelehnt.

-- Zur Bemühung noch weiterer Regierungövorlagen für die Kammern (Wa gesch) wird noch vor Ende dieser Woche eine Sihung des taatSrathes ßattfinden.

- Auf nächsten Freitag ist eine Sißung des Beschwerde- Ausschusses der Kammer der Abgeordneten anberaumt, in der u. A. die Beschwerde der Freiherr v. Schatte'schen Guts- verwaltung wegen Verleßung konstitutioneller Rechte zur Be- rajhung und der Bericht über die Graf Fugger'sthe Beschwerde zur Feßstellung gelangen werden.

, - In der gestrigen Sihung des Ober-Medizinalaus- schuf s es ist auch das Referat über die Verhandlungen der Aerztekammern von 1873 berathen Worden. Der gegenwärtig versammelte Landtag dürfte die Einberufung der Delegirten zu einer Plenarversammlung des Ober-Medizinalausschuffes voraus- sichtlich um einige Wochen gegenüber dem Vorjahre verzögern.

- Vom Kriegstinisterium wurden zur Ministerial- Bekanntmachung vom 30. Dezember 1873, „betreffend die Vor- schriften bezüglich ,der-* Beschaffung und Erhaltung des kriegs- mäßi en Pferdeb-eb es der Armee“ unterm 5. Mai [. I. beson ere Ausführung mmurfgen erlassen. Hiernach „find die verschiedenen Mobilmachungsvorarbeiten derart zu befhätigen, daß der Vollzug zu jeder Zeit und unter alTen Umständen ge- fichert ist. Als Pferde - Er änzungSrayon wurden dem 1. Armee-Corps die Regierungs ezirke Ober- und Niederbayern, dem 11. Armee - Corps die übrigen sechs Regierungs- bezirke zugewiesen. Die erstmalige Pferdemußerung (Vormuste- rung) findet zwischen 10. Oktober und 20. November [. I. statt. Die Seitens der KreiSregierungen dem Staats-Minißerium des Innern über das Ergebnis; dieser Vormufterungen einzureichenden Verzeichnisse find bis 1. Dezember 1. I. in Vorlage zu bringen. - Nach der getroffenen Uebergangsbeftimmung find für den Fall, daß vor dem 1. April 1875 die Mobilmachung AUerhöchft verfügt werden sollte, die Augmentationspferde ausschließlich im Wege des freien Ankaufs und der Lieferung zu beschaffen. Erst bei einer Mobilmachung nach dem genannten Zeitpunkte hat die Landgeftellung nach, Maßgabe der Ministekialbekanntmachung 2c. vom 30. Dezember 1873 und der Ausführungsbeßimmungen zu derselben einzutreten.

Württemberg. Stuttgart, 19. Mai. Heute hielten beide Kammern Sißung. Die Erste nahm das Berggeseh in Berathung, das die Zweite Kammer schon im leßten Landtags- Abschnitt berathen hatte. Sie nahm verschiedene Faffungsände- rungen vor, daher das Geseß nochmals an die Zweite Kammer zurück muß. Leßtere' berieth das Eisenbahnbaugeseß und wird die Berathung voraussichtlich morgen zu Ende bringen. Von dem Abg. Pfeiffer, wurde eine Interpellation an den Minister“ des Innern in der Notenbankfrage vorgelegt. Pfeiffer wünschte Aufschluß darüber, welche Schritte seither, d. h. seit dem leßten Beschluß der Kammer in der Sache die Regierung bei der Notenbank gethan habe, und mit welchem Erfolg.

. - 20. Mai. Heute genehmigte die Kammer die Inangriff- nahme der Bahn Stutt arL-Böblingen mit direkter Verbindung des Stuttgarter Hauptb nhofes mit der Hasenberg-Haltftelle und erledigte das Eisenbahngeseß.

Heffen. Darmstadt, 20. Mai. (Fr.I.) Die Zweite Kammtxr „wird in der Woche nach dem Pfingßfest, und zwar Wahrscheinlich am 28. d. M. zusammentreten. Als Gegenftände der Bexathung bezeichnet man, abgesehen von dem Nachtrags- Yudget und der Theater=Vorlage, eine Reihe von Gegenständen, aber welche dre gedruckten Berichte schon vorliegen, so nament- 11,111 das neue Beamten-Penswns-Geseß, das Geseh über die Mo- difikation des bisherigen Civildiener-Wittwen-Inftitut -Geseßes, das Gese über die Theilnahme der Beamten an Erwerbs- Getxoffens aften, die Vorlage wegen der Rheinkorrektion zwischen Mainz und Bingen, den Antrag der 21ng. Dumont und OechSner auf Errichtung einer Handels-Akademte in Mainz, den Antrag des Abg. Heidenreich wegen AbqukJ-e der Waldftreu aus Gemeinde-Waldungen in Flächenloosen, en Antrag der Abgg. Goldmamx, Küchler, Heinzerling und Edinger auf Aufhebung des_Oktrors, den Antrag der Abgg. Kreim und Genossen auf Grundunß einer Unterftüßungskaffe für verunglückte Feuerwehr- lxtzte. H erzu kommen vorausßchtliclé3 noch eine Anzahl Pe- titionen u. s. w., bezüglick) deren die erichte noch vor dem Zu-

- archive von Archivbeamtm in diesem Zeitraum verfaßt worden,

WYWBW'ÉNWZYMKMWY ich ' e zum ange en feßl geschmückt. Auf dem Bahnhof war eine mwache des Dra- goner-Regiments aufgestellt. Der zu Wilhelm war erschie- " nen, die Hohen Verwandten zu MFM Der General von Rauch, Commandeur der Brigade, General von Stückradt, Oberst von Arnim, der Stadtkommandant Oberß von olßein und mehrere O im: aus Par im erwarteten ebenf 5 den Hohen Besuch, an erdem die Ehe s der Behörden und die Geisi- ltchkeit. Als der Zug vorgefahren und die Höchsten Herrschaften den Waggon verlaffen hatten, gingen der Großherzog mit dem Großfürsten Wladimir unter den Klängen der russi- schen Hymne die Front entlang, nahmen den Rapport entgegen und fuhren dann aufs Schloß, wohin bald auch die Standarte zurückgebracht wurde. Nachmittags machten die Höchsten Herrschaften eine Umfahrt durch den Ort und durch den Park. Um 6 Uhr war Galatafel im goldenen Saal. Als es dunkelte, begann die Illumination des Basfins, der Kaskaden und des Orts. Die Höchften Herrschaften, welche eine Zeit lang vom Balkon herab der Beleuchtung des Kirchenplahes mit benga- lischen Flammen zugesehen hattm, fuhren spater unter dem Jubel der Bevölkerung durch die Stra en.

Heute früh brachte der Gesangvere einen Morgengruß dar. Gegen 10 Uhr war ein Gottesdienst in der kleinen griechischen KapeÜe “über dem Erbgroßherzoglichen Mausoleum, welche zu diesem Zwecke rYaurirt worden war. Ein Geiftlicher der griechisch- kat olischen „Kir e war dazu herüber gekommen, auch wirkte der S loßchor mit. Doch verstatjeie der enge Raum eine Theil- nahme im weiteren Kreise nicht. Um 11 Uhr begaben fick) die Fürßlichkeiten (der Erbgroßherzog “war auch am Abend noch eingetroffen), auf den Exercirplaß. General von Rauch führte die beiden Regimenter vor. Im Gefolge des Großherzogs sah man viele fremde Offiziere, Perleberger Ulaneü und Wandsbecker Husaren. Ein Dejeuner mit Tanz auf der Offiziermeffe beschloß die Reihe der Festlichkeiten. '

Oe|erreich=Ungarm Wien, 21. Mai. Aus Pola, 16. d. MW., wird der „Triester Ztg.“ geschrieben: Die Abreise S1. Majeßät Korvette „Friedrich“ "nach den ostaßatischen Ge- wässern ist am 16. d. M. erfolgt. Di? Abwesenheit der Korvette dürfte zwei Jahre dauern und ist selbe bestimmt, auf der Rück- reise den Weg über !Süd- und Nordamerika zu nehmen, um zur Zeit der Ausßellung in Philadelphia einzutreffen. Die derzeit auf den Werften von Triest ihrer Vollendung entgegengehende Korvette ,Donau“ wird die AusstellungSgüter der österreichi- schen Industriellen dorthin bringen und dann Korvette „Jriedri in ihrer Station in Oß-Afien ablösen, während Korvette „Friedri nach der Ausstellung die Güter wieder nach (Oesterreich zurückkehren wird. Zunächft geht die Korvette durch den Suez-Kanal über Aden, Ceylon, Smgapore, Saigon nach Shangai, um den dort zur selben Zeit eintreffenden Ministerreftdenten für China, Herrn v. Schäffer, mit Feierlichkeit in Japan, China und Siam ein- zusehen. Von Yokohama sol! die Korvette nach Singapore zu- rückkehren, wohin die weixeren Weisungen folgen werden. Höchst wahrscheinlich wird auf der Rückreise Australien angelaufen, um dann entweder über das Kap der guten Hoffnung ihren Abschluß zu finden oder aber durck) Umsckziffung von Kap Horn die Tour um die Welt zu schließen. - Korvette „Minerva“ wird nach a ttägiger Erprobung der neuen Mannschaft eine sechswöchent'li e Kreuzung im adriatischen Golf unternehmen.

Pest, 20. Mai. Im Abgeordnetenhause interpellirte Trauschenfels den Finanz-Minißer wegen gleichzeitiger Sicherung des Kronstädter Anschlusses mit der KonzesßonSetheilung für Temegyar-Orsova an die Staatsbahn. Ghyczy wollte die Interpellation sofort beantworten. Nachdem jedoch nach dem

Beschlüsse gefaßt werden sollten, wurde die Beantwortqu ver- tagt. Kiß interpellirie - wegen geseßwidrigen Gebrauches der deutschen Sprache bei den Gerichten in Siebenbürgen. Der Minister des Innern legte die Wahlgesetznovelle vor, welche den Titel füYrt: Abänderung und ErgänzunF des Geseßartikels 5 vom Ia re 1848 und bat dringend,“ daß ie Verhandlung noch in dieser Sesfion erfolge. Hierauf wurde der AnlehenSgeseh- entwurf in dritter Lesung angenommen und dem Oberhause übermittelt.

Im Oberhaus e wurde nach einer kurzen Debatte über die Zuläsfigkeit der dringlichen Behandlung der Anlehensvorlage beschlossen, die Verhandlung morgen vorzunéhmen.

- HeuteNachmittags fand auf der Margarethen - Insel das Feftdiner statt, welches die ungarische Delegation zu Ehren der österreichischen Delegirten veranstaltet hatte.

- 21. Mai. Die ungarische Delegation hat den Etat für das Heer definitiv genehmigt und die Petitionen b&- treffs der AUErüstung des HeEres dem Reichs-Kriegs-Minister zur Berückfichtigung zu überweisen beschlossen. Bei der Bera- thung des Etats für das Ministerium des Auswärtigen richtete der Delegirte Zsedenyi die Anfrage an die Regierung, ob durch eine Publikath der bekannten, bei BU inn des deutsch-franzö- fischen Krieges vom Grafen Beust erla enen Neutralitätsdepesche die freundschaftlichen Beziehungen zur rusfischen Regierung mög- licher Weise gestört werden könnten. Graf Andraffy sprach sein Bedauern über die gegen den Grafen Beust gerichteten Angri, e des Interpellanten aus und fügte hinzu, es hätten dama s nur Vorverhandlungen stattgefunden, dieselben würden sicher, wenn fie zum Abschluß gelangt wären, vor einer bindenden Unterzeichnung der ungarischen Regierung mitgetheilt worden sein. Die damaligen Beziehungen der betreffenden Staaten zu einander seien in ihren Grundzügen jedem Staatsmanne bekannt gewesen. Die Veröffetxtlichung der gedachten Note habe die Beziehungen der öftcrretchtsch-txngartschen Regierung zu den auSwärtigen Mäch- ten durchaus nicht alterirt, auch Detail-Publikationen, wenn soxche spgter etwa erfolgen soÜten, würden darin nichts ändern. Dre Erkxarxzng Graf Andraffy's wurde beifällig aufgenommen urid schließlich der Etat für das auswärtige Departement in Ge- maßhert der Aussthußanträge genehmigt.

- Das Oberhaus hat das Anleihegeseß, nathdem dasselbe vdm Jnxanz-Mmißer kurz motivirt worden War, mit allen gegen eme Stimme angenommen.

' Schweiz. Bern, 18. Mai. Der BundeSrath beschä - tigte fich in seiner heutigen Sißung mit FÜsteUung und Gene migung der Verhandlungs-Gegenfiände,für die Bundes- versamrnlung,"welche am 28. d. M." behufs Entgegennahme des Ergebmffes der VolkSabßimmung über die BundeSrevifion außer- ordentlich zusammentreten und dann am 1. Juni ihre ordentliche . Sommersesfion eröffnen wird. Als Tractanden, welche eine Folge der Annahme der- revidirten BundeSUc-rfaffung find, bemerkt man auf der 32 Nummern zählenden Liße-die Botschaft b-

a -

sammentritt der Stände zum Druck gelangen.

treffend Begehren um VolkSabftimmung über Bundeßgeseße und

Bundesbeschlüffe (Referendum), die Botschaft über die Organi-

sation der Bundesrechts

gestrigen Beschluffe in der heutigen Sißung keinerlei meritorische *

e unQ dßie dBotstslixtdet übHrtdie nxcrhie

e Militärorgan ation. u er zur no te wt - Mn Mudlungskxegenßände der Geschafts'bericht des BundeS- rathes und die Staatsrechnung von 1873, die _AusltefermYZver- träge mit dem Deutschen Reiche, England, Belgien und Po gal, die Botschaft über die Militärpenfionen, em. Zusahvertraxg zur Münzkonvention vom 23. Dezember 1865, dre tsverhczltmffe des Frachtverkehrs und die Spedition auf Ersenb nen, em Ge- seh,“ beireffend Entschädigung für Tödtungen und Verleßngen auf den Eisenbahnen und anderen vom Bunde konzedirten TranSportanftalten und eine Motion des AltbundeSraths 1)r.* Dubs, dahinßehend, daß neue Eisenbahnbanzesfionxn und Er- neuerungen a laufender Konzesfionen, sonne Bewilligungen vdn Konzesfionsübertragungen und Jufiqnen “nur unter der Bedin- ung ertheilt werden sollen, daß die betreffenden) Gesellschaften Finnen einer vom BundeSrathe feftzuseßetzden Fuß auf alle ck17? noch inne habenden PrioritätSrechte Verzicht leisten.

Niederlande. Haag, 19. Mai. Der K_önig empfing am Vormittage des 16. d. M. das diplomatische qups in feierlicher Audienz. Die Gesandten des Deutschen) Retxhes, Oesterreich-Ungarns, des Königreichs Sachsxn u_nd Italiens uber- reiöhten dem Könige eigenhändige _Pegluckwunschungsschretbezt ihrer Souveräne anläßlich seines 251ahrigen Regzermxgs-Jubt- läums, ebenso der franzöfische Gesandte em Beglqckmunschuzjgs- schreiben des Präsidenten der französischen Repszl'ik._Das diplo- matische Corps wurde sodann auch von der Kontgtn und von dem Großherzogs und der Großherzogin von Sachsen- Weimar in Audienz empfangen. - Dte'Umfahrt, welche der König und die Königin, die Königlichen Prmzey und der Groß- herzog und die Großherzogin von Sachsezi-Wetmar am Abende des 16. durch die in prachtvollfter Illummatwn strahlende Stadt machten, währte drei Stunden. .

Vliessingen, 22. Mai. (W. T. B.) 'Der, Kaiser von Rußland ist heute gegen 5 Uhr Morgenshier eingetroffen. Er wurde vom König und den Kbniglixhen Prinzen empfangen und von denselben nach Rosendaa1 begleitet. «; .;;-

Belgien. Brüssel, 21. Mai. (W. T._B.) Der ru_sn_sck)e Gesandte Graf Bludof f und der Flügel-Adjutant des Kontgs, General Baron Chazal, smd dem KaiJ'er Al'exander von Rußland entgegengereist. Der König begiebt fich zum Empfange des Kaisers nach Antwerpen,

Großbritannien und Irland. London, 20. Mar. Gestern Morgen um 10 Uhr begab fich der Kar)" er von„Ruß- land in Begleitung des Großfürsten Alexis„ded Herzogs und der Herzogin von Edinburgh und seme_s mtlttar1schen Ge- fokges nach Aldershot, um eine Revue uber die Trupf- den im dortigen Standlager abzunehmen.. Sechs Regi- menter Kavallerie, 6 Batterien Artillerie, dret Compagxnen Pioniere und 24 Bataillone Infanterie, un Ganzen etwas uber 14,000 Mann, nahmen unter dem Kommatxdo “des Herzogs von Cambridge an den Operationen Theil. Bet seiner, Ankunft auf dem festlich geschmückten Bahnhofe wurde der Kaiser von dem General Sir Grant Hope, Commandeur 831 01181 des Stand- lagers, und“ einer Ehrenwache xmpfangen, wahrend Prtnz_Arthurs Husarenschwadron ihn nach dem „langen Thqle“, wo dre RZvue “stattfand, geleitete, Drei Prinzen des Königlichen Hauses fyhr- jen dem Kaiser die Truppen vor: Der Herzog 'von Cambridge als Generalijfimus der britischen Armee, Prinz Arthur im Adjutantenstabe, und der Prinz von Wales an der Swiss der Iäger-Brigade, deren Chef er ist. Der Thronfolger trug dunkle Iäger-Uniform mit dem Stern und Bande des St. §;Flndreas- Ordens. Dem Vorbeimarsch der Truppen schloß sich em Man- nörer und Scheingefecht an, das der Kaiser und die anmesxnden russischen Generale mit großer Aufmerksauzkeit verfolgten. Unzahltge Menschenmassen wohnten dem von leidltchem Wetter hegunstigten militärischen Schauspiele an und begrußtet) den russischen Moy- archen überall da, wo wan seiner anfichng x_verdZn konnte, 1 enthufiaftischer Weise. Der Prinz und dre Prmzxsxm von Wales sowie der Prinz Christian von Schle§xorgHolstem waren eben_- falls zugegen. Nach beendigtem Manover kehrie de_r Czar unt seinen Begleitern nach dem Buckinghczui-Pakaft zuruck, wo am Abend ihm zu Ehren ein Hofbakl stattfand. _

Dem Balle wohnten außer dem Kaiser und dem Groß- fürßen Alexis cer Prinz und die Prinzesfin v_on Wales, dßr Herzog und die Herzogin von Edinburgh, Prmz Arthur, dle Prinzesßn Louise mit ihrem Gemghl, dem Marqms von L_,orne, der Herzog von Cambridge, Prinz und “Prinzesfin Christian, Fürst Teck, Prinz Eduard von Sachsen-Wexmar, Graf (,Hlezohen, Prinz Ludwig von Batienberg, die hter_wc1[endxn indischen Hoheiten, faft sämmtliche Mitglieder des. diplomatt1chezr_CorYs, die KabinetS-Minister, *die SpiTen der. wal-eund_Mr[1tarbeh_or- den, sowie ein großer Theil . er __Artftokratte bet. Der Kaiser eröffnete den Bal! mit der Prmzesnn chn WJles. '

Heute gegen 11 Uhr fuhr S_e. Ma1estaj in Begleitung des Großfürsten Alexis nach Woolwrch zur. Bxfich1tgung des dor- tigen Arsenals und Abnahme emer, Artrllertep_arade. Die Straßen von Woolwich waren festlich geschmuckt „mzd mxt Menschen angefüllt. Ilm Bahnhofs wurde Se. Maxestat von dem Prinzen von Wales, dem Herzog von Canibrtdge, dern Herzog von Edinburgh, Prinz Arthur und den Spihen der M1- litärbehörden empfangen und nach dem Arsenal „geleast, wo Zr die hauptsächlichsten Gegenßände von Iniereffe m Aygenschem nahm. Nach einem Dejeuner in der Aritllertekajerne, ber xvelchem auch die Prinzessin von Wales und die Herzogin von Edinburgh erschienen, fand die Artillerie-Revue'ftatt, an der 16 Batterten mit über 100 Geschüßen Theil na men. _ .

- Telegraphisch wird aus ondon,_ 21. Mar„ gemeldet. Kaiser Alexander und der Großfurft Alexis haben, vom Prinzen und von der Prinzesfin von Walch, sonne von dem Herzoge und der Herzogin von Edinburgh'beglmet, London heute Mittag verlassen und find um 1 Uhr 111 GraveSend einge- troffen. Der Kaiser empfing noch den Mayor von Graveand in Audienz, begab ßch iodann aber alsbald an Bord seiner Korvette und fuhr auf derselben nach Vltsfingen weiter.

Frankreich. Paris, 20. Mai. Das „Journal officiel“

verb entli t eine Verordnung des MiniflerJ des öffentlichen UnteTrichtsc? des Kultus und der schonen Kunste, welche eme Spezial-Ausftenung von Produkien der Stagiömanufaxturen von Sévres der Gobelins und von Beauvais fur das lautende Jahr , Das Datum der

in den Räumen des Jndußriepalaftes festseßt. Eröffnung ift noch zu bestimmen.

- Wie der Electeur Finiftdre“ meldet, ist in Brest „eine Untersuchung9=Ko7nmisfion unter dem Vorstße des Flotjen-Mawrxz, - des Eontre-lemirals d'Arlés zusammengetreten, um uber dle

Ereignisse ein Urtheil zu sprechen, die an Bord der „Virginie“|

während ihrer vorleßten- Reise nach Neu-Caledonien vorgefallen

ca el at eine Erklärung veröffmtlicht, „in uxelcher er die Nach- rich? vohn seiner angeblickzen Absicht, .dte Wwdexherftellung“ der Monarchie beantragen zu wollen, als ]eder Begrundung entbeh- mid bezeichnet.

Prinz Ludwig, Infant von Spanien, ist gestorben.

als wa einl' bezeichnet: Herzog Decazes, Auskoärtiges und VicepräYYtt dés Konseils; Goulard, Inperes; .Herzog pon Audiffret-PaSquer, Minister ohne Portefemlle; Ciffer), Krieg? Montaignac, Marine; Tailbaud, Irxsijz; de Lavergne, Ackerbau, Cézannie Tavan, öffentliche Arbeiten; _Cumont ,_ Unterrrcht; Matthieu Bodet, Finanzen. Eine offizielle Bestatigung der Liste liegt noch nicht vor.

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- 21. Mai. (W. T. B.) Der Deputirte de Bel-

-Der jüngße Sohn des Herzogs von Montpensier,

- Der „Agence Havas“ wird folgende Minifterlifte

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,es ' t, d Regen se : nothwendig iß. Anzeichen von eine?:nßall err-tßinénehMaugel ftYJkeit der Lebenömittelzufuhr ßud ni tvor nden. Eine . dachdie Unterstühungömaßregeln derselben Emhalt gethan'haben, und die Lage der Bevölkerung hat fich 'nicht verschlimmer Selbst in den schlimmßen Theilen von Ttrhut hM fich eine wesentliche Besserung in der Lage der Bevolkerung bemerklrch ema . ZurchchÉtückarbeit zu ersehen. In der leisten Woche des_ April erhielten 2,190,000 Personen Unterflüßung _vot) der Regterung, doch steigt die Anzahl der Unlerstüßungsbedurfttgen alleiithalben. Neue Hungertodesfälle smd nicht gemeldet worden, ihre Ge- sammtzahl beträgt noch immer 22.

ige Hungerönoth wird nicht verspürt,

Allenthalben wird versucht, die täglichen Ablöhnungen

- Ein Telegramm vom 22. Maifrü'h meldet: Goulard hat bis jeht von verschiedenen Pershnltchxetten _der gesiern nut- getheilten minißeriellen Kombtnat1_on „eme definitive An- nahme noch nicht erreichen könxjen. Fur die Uebernahme des Präfidiums des Konseils ist neuerdings an Stelle von Decazes auth Audiffret-PaSquier in Frage gekommen. Wegen Uebernahmedes Unterrichts-Portefeuilles haben auch Verhandlungen mit Wadduzg- ton stattgefunden. Gestern war bet dem Herzog v. Decazes eme Zusammenkunft der meisten für ,das Ministerium in Aussicht genommenen Persönlichkei1en, die ]edock) em beft1mmtes Resultat nicht ergab. In Folge deffen fand ehenfalls geftern Abend noch eine Konferenz bei dem Marschall-Prgfidentxn statt, an welcher Buffet, Decazes und Audiffret-PaSqmer theilnahxnen. ' Versailles, 21. Mai. (W; T. B:) Die National- versammlung verhandelte heute uber die Vorlage, nachjwel- cher diejenigen jun en Leute, die_ zwar einer fremden Natroncz- lität angehören, a er in Frankreich geboren smd und der M1- litärdienftpflicht in ihrem Hmmathlande nicht Gen-uge leiften, zur Aushebung für das franzöfische Heer heranzuziehen ßnd. Die Versammlung beschloß, dre Vdrlqge an „den Staatörath zurück zu weisen. Die Sihung verlief nn Uebrtgen ohne bemer- kenswerthen Zwischenfall.

Spanien. Barcelona, 21. Mai. (W. T. B.) Dre Carlisten find bei Villabella, unweit Tarrqgona, von den Regierungstruppen geschlagen worden, fie haben in dem Gefechte 61 Todte verloren.

Portugal. Coimbra,17.Mai. Dreihundert Studentexr und namhafte Einwohner habe:) in emem Meeting gegext die Propaganda der Jesuiten m den benachbarten Dorfern protestirt.

Italien. Rom, 21. Mai. (W. T. B.) In derheu- tigen Sihung der Deputirtenkammer trat der, Mmrßex- Präßdent Minghetti für den Gesetzentwurf, beireffend die Nullttat der nicht registrirten Akte, mit großer Entschiedenheit em zmd ex- klärte, daß das Ministerium das Emgehxn auf die artikelwetse Verathung des Gesehentwurfes zur Kabmetsfrage mache. Die Kammer lehnte darauf den Antrag des, Aussckzrzffes, *.“. eme Spezialberathung des Gesehentwurfes, bxtreffend die NuUttat der nichtregißrirten Akte nichi einzugehen, unt 190 gegen 179 Stim- men ab.

Türkei. Die '„Pefter Korrespondenz“ nxeldet aus Bel- grad, daß der Fürst Milan von Serbien (zm FTLÜÜJL dort wieder eintreffen werde. Das Blatt bezxtchnet die durch dte Reise des Fürsten nach Konstantinopel erzielten Resultate, db- g(eich die Angelegenheit, betreffend die Beste Zworznk, noch nicht erledigt worden sei, als befriedigend, da_durch dtxselbe das ge- störte Einvernehmen mit der Türkei hergeßeklt und von letzterer der bisher von Serbien“ vergeblich verlangte ?kxischluß der ser- bischen Bahnen an die türkischen bei Risch bewxll'rgt' worden ser. Pera, 21. Mai. (W._T. B.) _.Irxdem udtschenoQuar- tier von Galata hat eine große Feuersbrun t stattgefunden, durch „,wekche 143 Familien (680 Personen) obdachlos geworden find.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 20. Mai. Die Thätigkeit der Eisenbahntelxgrayhen stand bis jetzt unter der alleinigen Aufsicht des thstertuxns der „Kom- munikationen. Wie nun die „R. S. V. Z." hort,_h.at„ dieses Ministerium sekbst den bisherigen Modus unzweckuxaßtg gefun- den und vorgeschlagen, die Beaufnchdgung 'der Etsenbahntele- graphen derariig zu organifiren, daß dem th'ßermm des Innern die Kontrole der aUgeMeinen, durch ,dte Enenbahntelrgrqphen beförderten Korrespondenz, dem Ministerium der Kommunikationen dagegen die Kontrole der dienstlichen Korrespondenz, soferrz sie die Exploitation der Schienenwege betrifft, zustehSn soll. Dieses Projekt soll Wm Ministerium des Innern entgeZenForrimerid aufgenommen sein, und es bliebe demnach nur m? ubrtg, m Bezug auf dle Einzelheiten de? neuerx _Begusfichitgur_:g9modus eine erftändigung zwischen beiden Ministerien zu erzielen.

S Weben und Nortvegen. Stockholm, 18. Mm. BeidechKammern des schwedi[chen Reichstagesohaben die' Anträge des BewiÜig1tngs-Nu91chuffes,_ betreffend dte_Be- rechnung verschiedener indirekten ngabexi fur ,das Vudgetxahr, angenommen. Die Zollintradcn pgurtrxn in dem Anfrage m1t 19,500,000 Kronen, die Postintradcn mri 3,400,000, d1e_Stem- pelpapierabgabe mit 1,880,000, die Branntweinsbrentzerezabgahe mit 12,000,000 und die Abgabe für Rohzuckerfabnkatwn nut 6000 Kronen. .

Dänemark. Kopenhagen, 19. Mai. Ein'er Mittheiz lung in „Näftved Avis“ zufolge, gcdezikt der Ko'nrg 1131 JUN das Uebungslager bei Huld in der Nahe vori Wiborg m Jut- land zu besuchen, um sich später “uk.“er Frederikshavn nach Is- land zu begeben; Dcr KTOUYUUz [all diesen Sdmuzer d_as Uebungslager zu Hald kommandrren, tmrd also beretts m Jut- land zugegen sein, wenn der König dort arxkommt.' Vorher werden der Kronprinz und die Krorxprmzesfin, wre es heißt, emen kürzern Aufenthalt auf Beckaskog m Schonen nehmen, .

- Die Königin von Schweden_ und Norwegen ist von ihrem Besuche in Neuwied. heute uber'K enhggen .naah Stockholm zurückgekehrt. Die Königin kam hter m Yglertung ihres Sohnes, des erzogs von Gothland, heute Vorunttag m1t_ dem Eilzuge aus orsör an und wurde am Bahnhof? vom Komge, der Königin, dem Kronprinzlichen Paare, der Prmzesfin Thyra sowie vom Bruder des Königs, détU Prinzen JZ) ann empfangen. Die Mitglieder der hiesigen schwcdrsch=normegq en „Gesandtschaft hatten fich eben uns am Bahnhofe emgefzmdxn. Die Hohen Ret- senden fehlen ihre Reise um 11 Uhr Mit einem Extrazuge nach Helfingör fort. *

Amerika. New-York, 21. Mgi. (W. T. B.) Henry Rochefort ist in San FranctSco emgetroffen.

Asien. Ueber die Nothlage in Bengalen "liegt heute

Die Nr. 10 dek „Armee-Verordnungs-Vlatts“, her-

ausgegeben vom KriegssMitxisterium, hat folgenden Inhalt: Reichs- Militärgeseß. Vom 2. Mai 1874.

-Nr.21 des Justiz-Ministerial-Blatts für die Prezi- ische Geseßgebung und Rechtspflege, herauSgeaIben igt ureau des Justiz-Ministeriums, hat folgenden Inhalt: Erkennimß

des Köni lichen Gerichtshofes zur Entscheidung der Kompetenzkohfiiüe vom'10. LZLlyril 1874. Anordnmxgen, durch, welche nach §.1.3 dev Ge- setzes vom 11. Mai 1873 die einer ktrchltchrn, der Vorbildung der

(Heikki en dienenden Anstalt gewidxneten "Staatßmlitel cmbchaltex: weréenckhder die Anstalt geschlossen wird, konnen tm RechtSwege vor den ordentlichen Gerichten. nicht _angefocbten werden. -_ Das Recht der väterlichen GeWalt in Preußen. (Vom Gel). Justlz-Rath Dr. Stölzel. Fortsetzung).

Statistische Nachrichten. Z bl tra bur , 19. Mai. Jm Winterhalbjahr betrug die „1 der a? der fhiefigeY Univers ität immatrikulirten Studenten 564 und der zum Hören dsr Vorlesungen Berßchttgien 36, im Ganzxn also_: 600. Im gkgenwärtigen Sommerhalbjghr ist die Zahl der immatri- kulirten Studenten 63], _und der zum Horeu der Vcrlesungcn Berech- tigten 30, im Ganzen aljo 661. .

London, 20. Mai, Nach den Angaben _des_ statistixchenBurxauS beläuft fick) die Bevölkerung des Vereinigten Kontgretchs in 1874 auf 32,412,010 Personen. Davon kommen auf En_gland und Wales 23,648,000, auf Schottland 3,462,916_und auf Jr1and„5,300,485. Die Einwohnerzahl der großrn engliichen Gtadte um Mitte des_ Jahres 1874 schätzt obige Quelle wia folgt; Logdcn 3,400.701; Liverpool 510,640; Glaégow 508,109; Manchester 355,339; Salsyrd 133,068; Birmingham 360,892; Dublin 314,666; Leeds_278,798; _Shefneld 261,029; Edinburgh 211,691; Bradford 163,056' Neidcajtle-UYM- Tyne 135,437; Hull 130,996; PortSmouth 120,436; Brxghkcn (inkl. Vorstädte) 109,319; Leicester 106,202; Sunderland 101,378.

Ko cuba en, 18.Mai. Die sexiändischeuEiUnhahnen haben in? vorigxn Jahre 2,314,792 Perwnsn gege112,283,8_68 Un vor: hergehenden Jahre befördert; außerdem waren 1721 Stuck Avenue- mentskartm angesteUt. Es» sind im Ganzcn 30,000 mehr als 111 1872 befördert wvrden. Auf der Bahn zwi1chen Klampeanrg und Kopen- hagen Wurden außer den Abonnenxen 9,034,497 Perwncn befordert. Zwischen Kopenhagen und Helfingor 85,763, „zwrschen „Kopenhagen, Maßnedsund und Vordingborg 30,126. Dix: Cmnahxrze fur Per_1onen- beföcdrrung war 1,100,926 Rdl. 53 Schilling Jgd sur Cxtrazuge :c. 5096 Rdl. 49 Sch. Das Totasgewicht der [is_xorderten Gutxc war Z,810,038z Centnkr, davon 72,602 Ceutner Paxiagtrrgut. LOT? Em- nahme decZ ganzcn Gütertransports betrug 606,131 Rdl. 4 «ck.

Kunst, Wiffenschast uud Liieratur.

Verlin,22.Mai. Jm Königlichen Schczu1pielhau5efanh géséeru zum Besten der Umerstüßungskasxc des Vereins ,Berimrr Presse

eine Vorstellung statt, bei welcher auch hervorragende Miiglieder de_s JricdrichaWilhelmstädtiFÖen und des Waklnertheaters mtthrkten. Die Ouverture zam .Oberou“ [eirete eincn yon Jul. Rodenbch gedichtxtetZ, von Hrn. Berudal gesprochenen Prolog em, der_dcm Dank der Presyrge- gen Diejenigen AUIDrUck gab, die zur Forderung drs wohithatiaktz ZWccks, dem die Vorstellung gewxdmet w'ar, _aJeRaumedes Haysev dicht bescht hatten. Hierauf eröfftzctsndte Konxg11cheu Hofichauspieler die Darstellung mit einem neuen etnaktigxn Lustgvxel pon „Pauanzdau „Ju diplomatischer Sendung.“ 'Das kleme „Stark wixldm dcr Kriegs: zeit des Jahres 1870; die Heldin desselben ist die Gaitm' emcs frau- zöfischen Offiziers (Hortense Vroutüac, Frl. Keßler), dre'ihren Gaiten als todt bctrauert, währcnd er fich als Kriegsgemngencr m Mggdebyrg befindet. Ihr disse freudige Nachricht 111 1chrnender W211? _beizu- bringen, ist die diplomatische Sendung, nge!) welcher das _Stuckwbe- nannt und die dem „Doktor Jack“ (Hr. _Ltcdtkc) zygefallcn ist,. „'./Js harmlose Lustspiel gefiel durch den s(xeßendcn Dialog und die fress- 1iche Darstellung, namentlich des Hrn. kxchkx. „Es folgte hierauf m_s Opsrnpsrsonal des Friedrich - Wilhelmstadtischen Thxaters mri: dcr unterhaltenden komischen Oper_ „Der Schauxyteldtrektor , von L. Schneidsr, x_m't .MjozartWerk Mufik, m _ welcher besonders Frl. v. Csepcmnyi reichen Beifall „erntete. Em: 'n_cue Festpolonaise mit Chorgesang, von Hrn. R. Bra! und. yon dicßm selbst dirigirt. die äaoayo verlangi wurde,_fuhrxe dung dte Koryyhacu dcs Wallnertbenters und die Bcrlmer Pos1k,„Em Stundchen_ auf dem Ccnttoir“ mit ihrdn Couplets _in die ihr Fremden Raume _dcs Schauspielhauses ein. Indessen fühlten sich die Hrrn. Hxlznerdmg und Formes, Hr. A. Neumann vom Fricdrtch-W_11[)xlt_n]tadtqchen Theater, der sie unterstüßte, uud Fri. Wegner auch aus dreien Brettern so heimisch und tvuszten das Publikun) in Wr?!“ guten _Laune so mrt fich fortzurcißen, daß fie dcn rückhaltloxestkn vyllstcn thfall ernteten. In noch erem Grade, als der wohlverdiente Beifakl, dcn d_as Publikum ae tern Abend sämmtlichen Darstellkrn syexjdaie, muß ne, wie die Königliche Gcneral-Jntcndantux das _Bewxxßtstm befttxxtgen, den gut-n ZMck, dem die Vorstellung diente, uberCrwartku gerdrdert zu haben. Denn trotz der hohen Preise und des verlockendrn _ruhjghrs- weiters war das Haus a1:sverk.1uit,_«und V1Z1e_hattcn, wc1_l ammxltche Billcts vergriffen wach, auf dcn Bemch der Vorstellung vcrzxchten muffeu.

Bremen, 19. Mai. Gleich x_jgxb Pfingstetx rvird hter _dte Jahresvsrsammlnng des HÜ'UTUÖLU Ge1ch1chtsvererus stattfinden. Eine Anzahl HUmburqneher Gelßirjer-hat den Antrag eingereickpé, dax; die Mrjanxmwng über ZPéckmankelt und Gestaltung eines Vereins zur wrs1eyschartltchen Erforschung der niederdeutschen Sprache tn erathunqireten wolle, dessen Auf- gaben etwa wie nachstehend fick) bestmnxen lzeßen; _ .

§. 1. Der Verein 1th sich zum txke dle Ersomchung der nieder- deutschen Sprache in Literatur und xalekc als Außdruck des eue- maligen uud gegenwärtigen niederdeqvchey Volkslebens. §; 2. Ja Versolg dieses Zieles richtet der Verem sem Augenmerk zrmachst und unter andern auf: a. Eine aUe Arten und Abarten der Dtalekie um- fassende, phyfiolvgisch bcgründete Darlxgung der Laute, die zur Wortbildung dirncn. b. Die vergleichende Beobachtung, der Lautverhä'xfnisfe', der Formen1ehre und der Gahhtldung der zeitgenössischen Dialekte. _ c. Hebung des Wortjchaßes - soWOhl dcs lebenden, als des m Ramm ertcxrrten -_und Ver-

leichung desselben mit dem der andcrn germanixxh-eu Spracherr uud I)ialekte. ck. Geschichte des Wandels m der Auswrache des Nieder- d-utscben, 6. BeobachMng des Kampfes dcs Hochdeuischen- mit den niederdeutschen Dialekten und das chultat _dlxies Kampfes sowohl fürs Niederdcutsche als fürs Hochdeutfche- k. G_L1ch1chte„der niederdemicben Literatursprache von ihrcn altfachfischen Anfangen [US 313 ihrem Unter- gange. 9. Veröffentlichung niederdeuxfchcr Sprachdenkazxalxr, sowet_t sie der Literatur im engem Sinne angeboren und des schnstmederdeuncbeu

sein sollen. Die ,Virginie“ war das Fahrzeug, auf dem Roche-

fort nach Neu-Caledonien gesxhafft wurde.

das Wochentelegramm des Vice-Königs von Indien vor, worin

Wortvorrathes, resp. Förderung des mittelniederdentscheu Wörter-

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