. um r. Lt., v. Oidtmau, Haupim. von der 3. Zug. Jusp., ZFH) Xii. ui? Stabe des Jug. Corps, Dille_uburger _ r. Lt. von elben Inspektion, zum Hauptmann, Freiherr ». Kittliß 11., Seconde-Licutenant von derselben Inspektion, zum Pr. Lt., befordert. Gattermann, Hauptm. von der 4. Zug. Jux!) , von der Steilqng als Comp. Chef im Piva. Bat. Nr. 10, be ufs Verwenbung im Fortifikationöbienst entbunden. Degenxr,Y?r. Lt. vom Pton. Bat. Nr. 10, zum Hauptm. und Comp. Cher, ellin l.,xSec. Lt. von der 4. Zug. Jnsp, zum Pr. Lt... Stachow,_ Pr; Lt. 8 1a sluts der 4. Ing. Jnsp., unter Belassung m dem Vcrbaliniß als Lehrer an der Kriegsschule zu Engers zum Hauptm, befördert. _
Wiesbaden, 16.M_i111874. v. Kriegitxin. Hauptm. und Vorstand des Festimgs-Gefatzcéniffes im Eigelsüm i_n Cöln, unter Be- lassung 5 ]» suite des Inf. egls. Nr. 28, zum Fuhrer der Arbeiten Abtheilung in Stettin, Patermann, P:. Li. und. Vorstanb des Festungs-Gefänguisies ia Cosel, zum Führer der Arbetter-Abthetlung daselbst ernannt. Goerike, Hqupfm, vom Fsld-Art.„Regi. Nr. 2 DU). Art„ unter Stellung iv. 1a Inika dsffelben, zur Dienstl. bei der Milit. Roßarzt-Scbule kommandirt. v. Schell, Maj. vom Großen Geucralsiabe, auf 6 Monate zur Dienstl. beim Krtegömm. kommandtrt.
2) Im Sanitätswrps. Wieöbaden, dkn16.Mai1874, 1)r, Cbalons, Gen. Arzt 2. Kl. und Corps-ert des 17. Armee=Corvs, behufs, Uebernabmx _der Funktionen als Chef der Militär-Medi3inai-Abtl)e1lung dxs Komgl. württemb. Kriegs-Min., vorläufig auf 3 Monate nach Wurttemberg kommandiri. _ 13. Abschiedöbewilligungeu xc.
Berlin, 8.Mai1874. Poticbernich Pr.Lt. von den Pion. “des 2. Bals, Landw. Regis. Nr. 29, mit semcr bisherigen Uniform
der Abschied bewilligt. , Wiesbaden, 16. Mar 1874. Heyer, pens. Ober-Waébt- meister, zuletzt in_ der 8. Gren. Brig, der Charakter als Sec. Lt.
verliehen.
Die heut ausgegebene Nr. 21 der All gemeinen V er- lo os ungs-Tab elle des Deuts en Reichs- und Königlich Preu- „Zischen Staats-Anzeigers enthält ie Ziehungslisten folZender Pa- piere: A n s b a ck - G un z e n h a ni e n e r Eisenbahn-Pramien-An- [ehen (16 1857. Brandenburgische, Hannoversche, been- zollernsche, Pommersche, i13:1)seni'cize, Preußische, Sächsische, Schlesische, Weßfaitsche und Rheims e Rentenbriefe. Eichsfeldsche, Paderborner Tilgungska e, Schuldverschreibungen. Fr eib u r g er Kantonal-Anleihe. N o r d- deuts che Grundkreditbank , 5 % Hypotheken - Antheilscheine. Rheinis ch e Bergbau- und Hüttenwesen - Aktien - Gesellschaft, Prioritäts = Obligation. Rum änis che Rural - Obligationen. Rus s is Fe 5 % konsolidirie Eisenbahn-Obligationen 111. Emisßon, Russ i(x e Bodenkredii-Pfandbriefe. Schwedis ch e 10 Thlr. Loose € 1860. Schwedis che Bergwerks-Befißer-Hypotheken- Anleihe (19 1839. Schwedis ch e Reichs-Hypothekenbank-Pfand- briefe (18 1861. U ngaris ck] es Prämien-Anlehen (16 1870.
Die Allgemeine Berloosungs - Tabelle erscheint wöchentlich einmal und ift zum Abonnementspreis von 15 Sgr. vierieljährlich durch alke Postanstalten, sowie durch Carl Hey- manns Verlag, Berlin, 8. Ki., Anhaltfira e 12, und alle Buch- handlungen zu “beziehen, für Berlin an bet der Expedition Wilhelmstraße 32. Preis pro einzelne Nummer 21/.; Sgr.
Yiehtamtliehes.
DeuLsches Reich.
Preußen. Berlin, 23. Mai. Sc. Majestät der Kais er und König nahmen geßern Vormittag die Vorträge des Geheimen Legations - Raths von Bülow und des Oberst- Lieutenants von Hax! Miß aus dem Militär-Kabinet entgegen. Später fand der bers s erwähnte Besuch des Niederwaldes in der projektirten Weise statt.
- Der Aussckzuß des BundeSraths für das Justiz- wesen hat die Berathung des Entwurfs eines GerichtSUer- fassungögeseßes nebst Einführungsgeseß, derStrafprozeß- ordnung und der Civilprozeßordnung nebst Einführungs- Yseß beezidet und seine Beschlüsse dem BundeSrath unterbreitet.
as Gerrchtsverfaffungsgeseß enthält 166 Paragraphen in fol- genden Abschnitten: 1. Gerichtsbarkeit (§§. 1'-9). 11. Amts-
erichte (§§„. 10-13). 111. Schöffengerichte (§ . 14-45).
_ . Landgerichte, (§§. 46-58). 7. SchwurgerichtU §. 59-80). "71. Handengerichte ( §. 81-92). 711. Ober-LandeSgerichte
§. 93-96). 7111. Uchögemcht (§§. 97-112). [R. Staats- anwaltschaft (§§. 113-123). )(. Gerichtsschreiber (§. 124). )(l. ( . 125-126) Zustellungs- und Vollßreckunngekmie. )(11. _( . 127-138) Rxchtshülfe. 11111. (§ . 139-149) Oeffent- lichkeit und Stttenpoltzei. 1117. Gerichts prache (§§. 150 bis 157), )()i. Be'rathimg und Abstimmung (§ . 158-163). 1171. Ger1chtsferten(§§. 164-166). - Die Stra prozeßordnung beßeht ]eßi aus 425 Paragraphen in foléenden Büchern: 1. Allgemeine Bestimmungen (§§. 1-132). 1. Verfahren in erster Instanz (§§. 133-283); 111. Rechtswittel (§§ 319). 17. Wiederaufnahme eines durch rechtskrä iges Urtheil geschlossenen „Verfahrens (§§. 320-334). 7. B eiligung des Verleßten bei dem Verfahren (§§. 335-374). 1/ . Besondere Arten des Verfahrens (§§. 375-405). 1711. Strafvollsireckung und Kosten „des „Verfahrens ( §. 406-425), Die einzelnen Abschmtie, die wxr bereits in r. 34 des Jahrg. 1873 d. Bl. mitgetheilt haben, |U), ziemlich unverändert geblieben. - Zu dem Entwurf der erlprozeßordnung hat der Ausschuß nur einzelne Abanderungsbeschlüffe gefaßt, ohne eine Neuredaktion des Entwurfs vorzunehmen.
- In der Woche_vom 3. bis 9. Mai 1874 find geprägt worden an Silbermunzen: 1,075,144 Mark 1-Markßücke; 137,121 Mark 60 Pf. 20- fennigstücke; an Nickelmünzen: 109,298' Mark 50 Pf. 10- fennigstücke; 22,117 Mark - Pf. 5-qumgußcke; an __Kupfermünzen: 19,972 Mark 46 Pf. 2-P**mni§ziäucke; 6635 Mark 14 Pf. 1-Pfennigstücke. Vorher wa- rm Magi: an Goldmünzen: 819,369,060; Mark 20-Markftücke, 202, ,640 Mark 10-Markäücke; an Silbermünzen: 15,272,301 Mark 1-Maxkftücke. 4.983,400 Mark 20 Pf. 20- fennigstiicke; an Nickelmunzen: 1,746,865 Mark 30 Pf. 10- fennigstücke, 64,998 Mark 50 Pf. 5-Pfennig1'tücke; an Kupfermünzen: 314,524 Mark 52 Pf.. 2- ftnnigftücke, 88,926 Mark 42 Pf. 1-Pfennig- ßucke. Mithin nd iu? Ganzen geprägt: an Goldmünzen: 1,022,169,700 Mark; an Silbermünzen: 21,467,966 Mark 80 P .; an Nickelmunzen: 1,943,279 Mark 30 Pf.; an Kupfer- munzen: “430,058 Mark 54 Pf.
- Nac!) ein_em Bescheide des Minifters des Innern vom 25. U. M. kann die Regel, daß jeder Beamte nur entweder
. 284 bis"
eine Mietbsezitsxhädigyng "oder _einen Wohnungs. ;ekld- zuschuß beziehMY-«baxf,«„nicht auf den Fall Anwendung nden, wenn von zwei E leuten jeder einen besonderen Poßen beklei- det, vielmehr sieht in diesem Falle jedem Theile der Genuß des vollen Einkommens der durch ihn bekleideten Stelle zu.
- Die Vorschrift im §. 15 der Dienft-Inftruktion fiir die Strafanßalts-Oekonom'ie-Insyektoren (S. 51 des Rawiczer ReglementS), in Gemäßhett deren.dte Spetsepornonen für die, durch Freisprechung, Tod oder Eniwerchung unvxrmuthet in Abgang kommenden Gefangenen „spater wieder eingespart werden sollen, ist in Folge her bei ihrer Anwendung hervor- getretenen Uebelftände von dem Minister des Innern aufgehoben worden und tritt folgende Bestimmung an deren Stelle:
§. 15. Für die zu entlassenden Gesangxnrn kann atx: Tage des Abgangs, je nach der Stunde der Entlassung, Morgenxuppe, resp. Mittagöeffen und bis 11 6:25 Gramm Brod fizr Manner, o_ber 450 Gramm Brod für ZLeibcr resp. jugendliche mamilicbe und Weib- 1iche Gefangene, verauEgabt nnd verrcckmet werben; Ber unvexmutbeiem Abgang (durch Tod, EniWeichung 2c.1„siud breicmgen Victualien, welche für die bxtrcffenden Gefangenen bereits Wirklich znr Lluégabe gelangi sind, ebenfalls voüständig zu verrechnen.-
Jn den Nacbwäsuuaen über die Verpflegung _dcr Gequxgeue'n (Formular (1. 1-3 des Rawiczer Reglxmenis) sini) uber izle iur die Abgangstage auögcgebenen Victualicn die erforderlichen Erlauierungen aufzunehmen.
In den monatlichen Zusammenstellungen dcr. ausgegxbßrxszi Kon- sumiibilien, resp. auf dem Titelblaiie der monailxcbeu Bcichasitguzigs- NachMisungen (Form. (3 4 und X(.) werden die Abgangstage Weder als Deientionstage, noch als volle Verpflegungstage in Ansatz gebracht.
- Seitens der Königlich schwedisch - norwegischen Staats- regierung ist die Erklärung abgegeben worden, da ' norwegische StaatSangehörige für ihre„E eschlteßuncß im Auslande weder einer Genehmigung bedurfen, noch dur
* dieselbe (soweit es sich um Männer handelt) ihre Staatsange-
hörigkcit verlieren, daß vielmehr die Ehefrau imd die in,'der Ehe erzeugten Kinder ohne Weiteres die schwed1s§h - norwegische Staatßangehörigkeit des Mannes, beziehungsweise Vaiers er? werben, und daß endlich Angehörige des Deutschen Reiches bei Eheschließung in Schweden und Norwegen nur den Nachtpeis ihrer ReichSangehörigkeit zu führen haben, sons? aber weder xines Trauerlaubnißstheines no eines Wiederaufnahmereverses ihrer zuständigen Heimathsbehör e bedürfen. . ' Mit Ruckficht auf diefen“ Stand der schwedxsch-norwegrschen Geseßgebung unterliegt es nach einem Cirkularerlaß der betreffenden Reffort-Minister vom 5. d. M. keinem Bedenken, die Vbrnahme von Trauungen schwedisch-normegischer StaawangeWriger“ - sobald dieselben den Nachweis dieser Staatöangebbrig ett gefulzrt aben - innerhalb Preußens auch ohne Beibringung der Lm . 1 des Geseßes vom 13. März 1854 für Auslander vorge- chriebenen Bescheinigung der HeimathsbsLbrde zu gestatten und ist demzufolge in Gemäßheit des §. 2 es gedacbten Geseßeß bezüglich der schwedisch-norwegischen StaatSangehörigen bie Bet- bringung des im §. 1 1. 0. bezeichneten Attestes der .Hetmaths- behödrde (resp. eines Wiederaufnahmereverseö) allgemein erlassen wor en.
- Der Königlich sächßsche Gesandte'und Bundesbevollmäch- tigte von Nostiiz-Wallwiß ist von seiner Reise nach Elsaß- Lothringen “hierher; zurückgekehrt.
- Der Gtxiétal-Major und Commandeur der 7. Kavalierie- Brigade von Schmidt, welcher vor einiger Zeit zu einer Aller- höchst befohkenen KavaUerie-Kommisfion hier eingetroffen war, hat sich nach Beendigung derselben nach Magdeburg, der Ge- neral-Major und Commanbeur der 43, Infanterie-Brigade von Roehl, welcher mit kurzem Urlaub hier eingetroffen war, nach Gaffel zurückbegeben. ,
Ems, 22. Mai.,- (W. T. B.) Se. Majestät der Kaiser von Rußland ist heute Abend 9? Uhr hier ein- getroffen und in' den „Vier IahreSzeiten“ abgestiegen. Die Stadt war glänzend iÜuminirt.
Bayern. München, 20. Mai. Die ,NUg. Ztg.“ schreibt:. „Man hatte allgemein und namentlich auch in Abgeord- netenkretsen erwartet, daß der längst in Ausficht gesteUte Ent- wurf eines neuen Wahlgeseßes für die Abgeordne'teu- kam m er dem Landtag unmittelbar nach dessen Wiederzusammen- tritt werde vorgelegt werden; es ist dies jedoch bis jeßt noch nicht „geschehen. Die definitive Feftstellung des Enttvurfs soll auf Hindernisse geftqßen, diese. aber nunmehr beseitigt und dem- zulxo1ge die alsbaldige Vorlcgung desselben an die „Kammer der A geordneten zu erwartén sein. Bei den .Parteiverhältniffen in der Kammer, und da zur Annahme eines Wahlgese/zes eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist, darf man sich indessen auf eine Vereinbarung über dasselbe keinen großen Hoffnungen hin- geben; viel eher dürfte anzunehmen sein, daß, wie der frühere, so auch der neue Wahlgeseßentwurf schon im Ausschuß unerledigt bleiben wird".
„Sachsen. Dresden, 22. Mai. Die“ Zweite Kammer erledigte gestern in einer Abendfißung den Rest des ihr zur Zeit noch vorliegetiden Berathun sstoffes. Den Hauptgegenstand der Berathunxz bildete der G eYentwurf wegen des Antheiis an der fraxizofischen Kriegsentfchadigung, über den von der„Finanz- depittatton durch Abg. Oehmichen Bericht erßattet worden iß. Der Gesc entwurf wurde in der von der Deputation vorgesthla- genen Fa ung angenommen. Einé Differenz fand nur über den Vorschlag „statt, 167,300 Thlr. ?ur Restauration der Albrechts- burg in Meiße'nzu verwenden. Zive DeputationSmiiglieder, die Abgg. Mac] und Philipp, opponirténdiesem Postulate, das aber schließlich ebenfalls init erheblickzer Majorität genehmigt wurde. Außerdem beschloß die Kammer, der Regierung ge enüber die Erwartung auszusprechen, daß dieselbe den' erforderl chen Betrag zur Einlö- sung o_oti 3,168,912 Thlr. Kaffenbillets von den Kriegskoften- Entschadtgungsgeldern entnehme. Der Waltersche Antrag, nicht blos 3 Millionen den Bezirksverbänden zu überweisen, sondern nahezrr den gesammten Antheil an der Kriegskoftenentschädigung zur Bildung von Provinzialfonds zu verwenden, wurde abge- lehnt. Außerdem beschäftiFte iich die Kammer mit Differenz- punkten zwischen den Besch üffen beider Kammern zu verschiede- nen Abtheilungen des Ausgabebudgets und mit Petitionen. - Die nachste Sißung findet wahrscheinlich am 1. Juni statt.
Württemberg. Stuttgart, 21. Mai. Die Erb- gzoßbsterzo gin von S achsen ist gestern Abend von hier wieder a gere . _
Baden. Karlöruhe, 20. Mai. Die Zweite Kam- mer begann heute die aklgemeine Debatte über das Ein- kommenssteuergeseß. 18 nationqxliberale Abgeordneie, dar- 1111181? Kiefer und Blunischli, beantragten, daß die Kammer in die Spezialdebaite nicht eingehen und bis Regierung dem nächsten
schwedisch-.
Landta e eine umfassende Steuerreform vorlegen solle. Nach
tssün Debatte warb dxr Antrag Kiefer zurizckgezogen. D e Spez ldiskusiion des Emkommensfteuergesetzes beginnt mor- gen. Der obige Anita lautete: _
„In Erwägung, da die 'in dem vorliegetzden Gesxßeniwurf vor- geschlageneEinkommensteuer nicht durch finanztelie Bedurfmsse hervor- gerufen, sondern zur Aufyebung anderer Steuern, gung mangelhafter Einrichtungen des_ bestehenden Steuersystems dienen soll: in Erwägung„'da_ß dtxie neue Steuer zu ben übrigen direkten Steuern lediglich hinkutritt, obne dci?s fie im Stande ist„ deren Mängel zu beseitigen,_ so am eiue umfa ende unix aus- gleichende Reform nicht gleichzeitig ?oÜWÉL" wird; in Eewagung, daß die_ Grundsäße, nacb denen eme mkommenstnxer - auferlegt Werden 1911, nur dann ohne Gefahr einer urigerechiferiigteu_Steuer- vermebrung ,und im Geiste _eiuer. die wirkli en Steuerkraft; des Landes biklig berücksichtigendcn Reform fesigeteÜt werden konnen, Wenn die VolkSvertretung in die Lage gesetzt ist, die höhere Belasnzng emrrsxits, leichzeitig mit der entsprechenden Erleichterung 'andcrerseits, Zn. bc1ch1ie en, wird beantragt, von der Berathung der _emzeineu Be- timmungen der Vorlage Umgang zu nehmen und zugletä) bie GroL- herzogliche Regieryng zu ersuchen, dem nächsten Landtage eme dur - greifendere, insbeiondere die Grund- und änser-, Gewerbe- und Klaffensteuer umfassende Steuerreform vorzuscb agen.“ -
Hessen. Darmstadt, 21. Mai. Auf der Tagesord- nung für die Sißung der Zweiten Kammer der Landstände vom 28. Mai d. I. ßeben u. A. die Vorlage“ Großherzoglichen Ministeriums des Innern, das Civildiener-Wittwen-Institut bp treffend; der Antrag der Abgg. Dumont und Oech-Ztier auf Er- richtunßz einer höheren Handelsakademie in Mainz; der. Antrag der 21 gg. Greim und Ginoffen auf Gründung einer Unter- stüßungskaffe für verunglückte Feuerwehrleute oder deren Hinter- bliebene, und der Antrag des Abg. Heidenreich, die Abgabe von Waldßreu aus den Kommunalivaldungen nach dem Geseß vom 2. Juli 1839 betreffend.
- Nack) Maßgabe des Nachtrags - Budge-is soll das Gesammt-Ministerium als eine ständige kollegiale Be- hörde organifirt, und dessen Wirkungskreis durch Uebertragung einzelner Geschäfte der- Reffort-Ministerien wesentlich erweitert, es soll von ihm insbesondere auch der Geschäftsbereich des Mi- nisteriums des Großherzoglichen Hauses und des Aeußeren, das dann als besondere Behörde zu bestehen aufhören wird, vollständig über- nommen werden. Wie das „Fr. I.“ aus dem jeßt vorliegenden Bericht des Finanzausschuffes der Zweiten Kammer entniuimt, ist dieser Ausschuß mit _der fraglichen Organisation einverstanden und hat es nur als wünschenswert!) bezeichnet, die Zahl der Chefs der Ministerien von vier auf drei herabzumindern, weil mit der Schaffung jener Behörde die eifizelnen Reffort-Minifte- rien einigermaßen entlastet würden, und daher in dieser Richtung eine Reduktion angezeigt erscheine, die den Aufwand an Besol- dungskoften und Kanzleikoften verringere. . Die Regierung hat hierauf erklärt, daß fie gegen eine solche Herabminderung bei sich ergebender Gelegenheit kein Bedenken habe, da es Nicht ihre Ab- sicht sei, die jeßige, auf besonderen Personalverhältniffen beruhende Einrichtung zu einer dauernden Norm zu machen.
Mecklenburg. Schwerin, 22. Mai. Dcr Groß- erog und die Großherzogin haben fich mit dem Hohen rautpaare und Gefolge heute Morgen von hier nach Roswck, Doberan und dem Heiligen Damm _ begeben und werden am Sonnabend Abend hierher zurückkehren. - Die “Großherzo gin- Mutter ist gestern Nachmittag von hier nach Marienbad zur Kur abgereist.
Sachyen-Weimar- Eisenach. Weimar, 22. Mai. Der Großherzog und die Großherzogin kehrten am 15. d. Mis. Mit den niederländisckxen Majestäten von Amsterdam nach dem aag zurück und wohnten dem Einzug des Königs- paares in ie Refidenz, sowie den übrigen 11 Ehren des König- lichen Jubiläums hier veranstalteten FestliiZkeiten bei. Morgen werden die Herrschaften den von der Stadt Rotterdam veran- stalteten Festlichkeiten beiwohnen“. Ihre Königlichen Hoheiten er- freuen sich des besten Wohlstins.
Sachsen-Alteuburg. Altenburg, 21. Mai. Die Prinzessin Therese ist aus Wiesbaden zurückgekehrt.
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Oesterreich-Ungarn. Wien, 21. Mai. Das Gese?, O_eireffend die geseßliche Anerkennung von Rel gl! nzsgesellschaften hat, wie die „W. Z.“ miitheilt, mit Allerhöchster Entschließung vom 20. Mai 1). I. die Sanktion des Kaisers erhalten.
- Der HerzogMaximilian Joseph in Bayern ift am 19. d. M. in Salzburg angekommen und hat fich von dort nach Reichenhall begeben. '
- DerGeneral-Intendant der Berliner Hoftheater, Kammer- herr von Hülsen, ist aus Berlin hier angekommen.
Pest, 22. Mai. Nachdem iiber die von der österreichischen und der ungarischen „Delegation gefaßten Beschlüsse eine voil- kommene Verständigung erzielt worden war, erfolgte heute Abend der Schluß „ der Session. Graf Andraffy sprach beiden Dele- gationen des Kaisers Dankxund Anerkennung für «ihre Ufos?- reiche Thätigkeit und für den patriotischen Eifer aus, womit d e Delegationen bei den jeßigxn ungünßigen Fiiianzverhältniffm die zur Erhaltun Summen bew“ igt hätten. - Präsident Rechbauer gab in seiner Schlußrebe dem Wunsche Ausdruck, daß der JieberparoxySrnus, der gan Europa zu Rüftungen treibe, sich wieder verlieren möge, und da die Völker einem friedlichen Kulturkampfe zurückgegeben sein möchten.
Schiveiz. B ern , 20. Mai. Heutehat der V un d e Sr ath ,die Redaktion des Bundes b ei'ch lu s 1" es , betreffend „das Er xbniß
der am 19. April ßaitgehaxbten Abstimmung über die revi irte
Bundesveriaskxung “festgestellt, in der er der Bundes- v„ersammlung m i rer außerordentlichen Sitzung am 28. d. M. ziir Genehmigung vorgelegt werden wird. Es UW sta“; danach fur Annahme der revidirten Bundeöverfaffung .F.-,“199 und für Verwerfung 198,013 Stimmen ausgesprochen, mithin mehr An- nehmende als Verwerfende 142,186. Besondere Standesßtmmen haben abgegeben die Kantone Uri am 5. Mai, Unterwalden n. d. W. am 6. April, Glarus am 12. . April, Graubünden am 1. Mai, Tessin am 5. März und Genf-am 19. April 1874 und hierbei haben sich für Annahme der Verfaffun erklärt die Stände Glarus, Graubünden, Tesfin und Genf; lFür Ver- werfung die Stände Uri und Unterwalden n. d. W. Die sämmt- lichen übri en Stände hinwieder anerkennen die VolkSabftim- mung gleiZzeitigbls Standesftimme. Demzufolge haben 141/24 Stände die Verfassung angenommen, nämlick): Zürich, Bern, Glarus, Solothurn, Basel, Schaffhausen, „Appenzell A. Rh., St.- Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tesßn, Waadt, Neuen- biirg,und Genf; 71/7, Stände haben die Verfassung abgelehnt, namlich: Luzern, Uri, Schwyz, Unierwalden, Zug, Freiburg,
bezw. zur Beseitu.
, General dx“ Cissey,
_der Wehrkraff der Monarchie nothwendigen '
Appenzell I.-Rh. und Wallis. Am Schlusse heißt es: „Die Bundesversammlung erklärt: 1) Die durch das Bundes.-
eseß vom 31. Januar 1874 vorgelegte abgeänderte Bundeöverfas-
ng ist sowohl von der Mehrheit der ftimmenden Schweizerbürger als von der Mehr eit der Kantone angenommen und es wird dieselbe hiermit fe erlick) in Kraft erklärt. 2) DerBundeSrath wird mit der Veröffentlichung des gegenwärt' en Beschluffes und mit den zur Vollziehung desselben weiteren aßnahmen beauf- tragt.“ *
- Die Beschwerde, welche Mitte März leßthin wegen Un- tersagung des römisch-katholisthen Gottesdienstes in einem Pri- vathause von Bewohnern der Gemeinde Delsberg eingereicht worden ist, hat der BundeSrath “für erledigt erklärt, nachdem die Regierung von Bern unter Rechtfertigung der diesfälligen Verfügung des Regierungsstatthalters von Deksberg mit dem Hinweis auf die Benußung dieses Gottesdienstes zur Nährung und Förderung der Aufregung der Bevölkerung neuerlich mit- getheilt hai, daß seine Verfügung nur' einen vorübergehenden Charakter gehabt habe und auch bereits wieder aufgehoben sei, sowie, bezirke angewiesen seien, von nun an keine Maßnahmen, betr. den kirchlichen Konflikt, namentlich den PrivatgotteHdienst, zu treffhens ohne die bezüglichen Weisungen der Regierung eingeholt zu a en.
Niederlande. Haag, 20, Mai. In dem großen städ- tischen Badehause in dem Fischerdorfe Scheveningen fand gestern Abend ein aufs Glänzendste aiisgestattetes offizielles Diner statt, welches der Haager Gsmeinderath dem Könige aus Anlaß des 25jährigen Regierungsjubiläums gab. Das Badehaus war, wie ganz _Schevemngen, mit Fahnen, Laubgewinden und Blumen zierlich geschmückt. Der König und die Königin, die Königlichen Prinzrn und der Großherzog und die Groß- herzygin von Sachsen-Weimar kamen um 51 Uhr vom Haag unter herzlichstem Jubel der Dorfbewohner an. “"Als Gäste waren ferner eingeladen das diplomatische Corps, alle Minister, die Kommandanten der Garnison und viele andere Notabilitäten der Residenzstadt. Der König brachte bei dem Banket zwei Toaste aus, den ersten „auf das Wok)! und die zunshmenbe Blüthe der Residenzstadt und ihrer Einwohner“ und den zweiten „auf den Großherzog von Sachsen-Weimar und dessen Gemahlin, seine herzlich geliebteSchwester“,dabei erinnernd „an die unvergeßliche Treue und Tapferkeit des Herzogs Bernhard von Sachscn-Wei- mar und an das Band zwischen den beiden Häusern von Sach- sen und Oranien.“ Um 9 Uhr verließen die Gäste das in einer allgemeinen Illumination ftrahlende Scheveningen, um nach dem Haag zurückzukehren. '
- Der König empfing heute eine zahlreiche Deputation von Oberbeamten des niederländischen Freimaurer-Ordens, an deren Spiße sich dessen National-Großmeißer, der Prinz Fried- ricl] der Niederlande, befand. Die Deputation überbrachte dem Könige aus Anlaß Heines Regierungsjubiläums eine Beglück- wünschungSadreffe un eine Denkmünze, welche die niederländi- schen Freimaurer zur Erinnerung an dieses Fest haben prägen laffen. Dem Könige wurden je ein goldenes, silbernes und broncenes Exemplar dieser Münze überreicht und eine gleiche Widmung wurde der Königin unix den übrigen Mitgliedern des Königlichen Hauses zu Theil.
- Morgen Vormittag begeben sich der König und die Königin, sowie die übrigen Mitglieder des Königlichen Hauses nach Rotterdam, welches an diesem Tage sein? Feier des Krönungsfestes begebt. Rotterdam hat die glanzvollften Festlich-
keiten, einen allegorischen Umzug, eine aUgemeine Illumination u. s. w, vorbereitet.
Belgien. Brüssel, 22. Mai. ?llexand er ist in Begleitung des Königs heuteMittag 121111» hier eingetroffen. Derselbe wurde von den Ministern und den hier accreditirien Gesandten am Bahnhofe empfangen und begab sich alsbald mit dem Könige im offenen Wagen nach dem König- lichen Palais. Auf dem Wege dahin bildeten die Truppen überall Spalier, die Militär-Musikcorps spielten die russische Nationalhymne und die Bevölkerung bewillkommnete den Hohen Gast des König:? auf das Freundlichsté.
Um 1:1]1hr hat der Kaiser die Weiterreise angetreten, der König giebt ihm bis Löven das Geleiie.
Großbritannien und Irland. Louisan, 21. Mai. Die Königin verließ gestern in Begleitung der Prinzessin Beatrice und der ältesten beiden Kinder des Prinzen von Wales Windsor und trat die Reise nach Balmoral in den schottischen Zochlanden an, wo sie bis Ende Juni verweilen wird. - Die
acizricht, daß die“ Königin im Herbst St. Petersburg in Er- des Kaisers von Rußland.
Paris, 23. Mai. (W. T. B.) Das neue dem „Journal officiel“ zufolge nunmehr Dasselbe besteht aus folgenden Mitgliedern: Vicepräfi-dent des Minifterkonseils “und Kriegs-Minifter, Herzog von Decazes, Minister der auswär- tigen AngelegenZTiten,“ Fourtou, Minifter des Innern, Magne Finanz: . inifter, Caillaux Minister der öffentlichen Ar-
widerung
Frankreich. Minißerium ist definitiv konstituirt.
beiten, G riv a rt Handels-Minifter, C um () nt Minisier des öffent-
lichen Unterrichts, T a i l h a n d Juftiz-Minister, M o n t a g n a c,
Marine-Minifter.
* Italien. Rom, 19. Mai. Der König hat geßern eine Deputation des boianisthen Kongresses empfangen und sick) na-
'mentlich mit dem Präsidenten desselben, dem berühmten englischen
Reisenden Hooker und dem ungarischen Erzbischofe Haynald und dem gelehrten Botaniker Linden angxlegentlich unterhalten. - Ge ern hielt der vom Volke gewählte Pfarrer von Pa-
"ledzßno seinen feierlichen Einzug und erßen Gottesdienst.
Schivedw und NorWegen. Stock olm, 19. Mai. Die ihrem S fuß entgegengehende schWedis e Reichstags- session ist d e le te dieser Wahlperiode und hat die als normal fe tqßeßellte Dauer er Versammlungen nur um eine Woche über- ! r*tten. Die Anzahl der durchgeführien wichtigeren Geseßvor- [ läge ist keine geringe, namentlich auf dem Gebiete der ökono- mischen Verhältnisse. In den nächsten Tagen wird man 11. A. noch das sogenannte ,Finanzgutarhien' des Staatsausschuffes,
*welchem zufolge die StaatSauögaben für das Jahr 1875 zu
100 Millionen Kronen veransch1agt worden sind, in Behand- lun ne inen. D elbe Ausschuß hat einen Vorschlag wegen Ko rah rung einer nleihe von 14 Min. Kr. m Veranlassung der neuen Eisenbahnanlagen eingebracht.
- 22. Mai, (W. T. B.) Der Reichstag ist ?eutevbm Könige gesthloffen worden. Die Thronrede geben
daß die Regierungs-Statthalter der katholischen Amts: „
(W. T. B.) Kaiser“
t mit be-
sonderer Befriedigung des neuen für
Siande gekommenen Gesche?-
bewilligten Angabeerhöhungen für UnterrichtSzwecke.
Schweden-Norwegen zu über die Handelsschiffahrt und_ der Bezüglich
des n'euen, dem Reichstage zur Kenntnißnahme mitgetheilten
Organisationöplanes für das
Heer wird bemerkt, daß die damit
verbundenen, auf die Beseitigung der Grundsteuern bezüglichen Vorarbeiten nach Möglichkeit beschleunigt werden sollen.
_Amerika. Washington, 20. Mai. (per Kabel) Das Comité? der Wege und Mittel hat Herrn Fofter zur Einbringung einer Resolution ermächtigt, welche den Sekretär des Schuß- amtes, Herrn Richardson, den Hülfsfekretär Sawyer und den Advokaten Banfield Wegen schlaffer und nachlässiger Handhabung des Gesetzes betreffs der Sanbora-Kontrakte tadelt. - Herr Fish,
der Staatssekretär, hat den angenommen werde, um in
Vorschlag gemacht, daß ein Geseß den Vereinigten Staaten landende
einwanderride Paupers, Vagabonden und Zuchthäusler mit den- ielbeii Schiffen, die sie bringen, zurückzusehicken, und die Kom- pagmen, denen diese Schiffe gehören, mit fchweren Geldbußen zu
belegen. - 22. Mai.
(W. T. B.) Das Repräsentantenhaus
hat_ den Geießentmnrf angenommen, durch den das Tsrritorium Ne„u-Mexiko als selbständiger Staat in die Union auf-
genommen wird.
Die New-Yorker Zeitungen veröffentlichen lange AuSzüge axis dem Berichte des Colonels A. B. Steinberger, den die'Rc- gierung der Vereinigten Staaten nach den Samoa- oder Na- vtgatronH-Inseln gesandt hatte, um die dortigen Verhält-
nis e zu studiren.
- (A. 21. C.) Nach Berichten aus Panama, die bis zum 23. _April reichen, ist das Zustandekommen der Konferenz der Prasidenten der fünf central-amerikanischen Staaten aus lokalen Behinderungsuriackzen sehr zweifelhaft, doch geht die Ansicht der Presse des Landes einfiimmig dahin, daß nichtsdestoweniger die Herrschaft der Mönche und Nonnen in
Central-Amcrika vorüber sei.
- Nicaragua ernannte Don
Emilio Bernard zum bevollmächtigten Minister der Republik
zu Washington und Don Sekretär. - Eoßa Rica
Seronimo Perez zum Legations- fahrt fort, Eisenbahnen zu bauen,
me1che fich für die Bevölkerung, Handel und Gewerbe von großtem Nutzen erweisen. Eine Reise von der Provinz nach der Hauytftadt San Joss, welche vormals einen Tag erforderte, läßt fick] 111111 in wenigen Stunden zurücklegen. - Durch die von Ofßzieren des:; britischen Schiffes „Petrei“ vorgenommenen Untersuchungen des neuaufgefundenen Guanolagers wurden die Berichte der pe-
ruanischen Untersuchungs-Kommisfion bestätigt.
Die, Maff e des
Guanos wird auf 7,680,500 Kubikmeter abgeschätzt. 3,
Afrika. Alexandrien, 21. Mai. (W. T. B.) Einer von.Kairo aus hierher gelangien Anzeige zufolge ist der Kl) edive bereit, die für die Zeit vom 1. Juni bis [eßten Oktober 1). I. zur Einlösung bestimmten Schuldobligationen mit 12 pCt.
per Jahr zu eskomptiren.
Nr. 21 des Ceniralbkatts für das DeutscheReick),
berauögegeben im Reichskanzicr- , Allgemeine
hat folgenden Inhalt:
von Auöiägdem aus dem Reichsg die Auspragung von RcichSnmnzcn.
Ami (Carl Hcymanxis Verlag, Berlin), Verwaltungsjathkx: Verweisung ebicte - Mü_uzweien: Ucb'erficht über - Eistnbabnwesen: Betriebs-
chiement für die Eisenbahuen Deutschlands. - Heimatbweixn: Be- rickorigung. - Kcnsulaiweien: Ernennungen. - Personnl-Vsranderun- gen 2c.: Beiordnung von Siatronö-Conirolcuren.
- Ju Carl Heymanns Verlag in
Verl in ist soeben
ericbicncn das "„Betricbs-Reglcmcnt für die_Ei'senbabnen Deutschlands Vom 1.Juli1874 an“, publizirt nn „Central-
blatt für das Dcutscbc Reich“
Mai 1874.
1874 Nr. 21 vom 22.
Jabrg.
Statistische Nachrichten.
Jm Nachfolgenden geben “wir eine 11eb€rfichi, Welche die bis- herige_Eniwicke1ung der deutschen R11betzzucker-Jndust„rie in größeren Abschnitten seit Einführung dcr Rubenzuckcrsteuer naher
erkennen läßt:
Campagne- Zahl der jahr. Fabriken.
1840/41 145 1841/42 135 1842/43 98 1852/53 238 1862/63 247 1872/73 324
Menge
verarbeitetcn grünen Rüben. . '4,829,734 th. 5,131,516 „ 2,475„745 , 21.717,096 36,719,259 63,631,015 „
der Menge des Bruith-rtrag gewonnenen der Rüben- Robzuckcrs. zuckerstcuer. 284, "02 Ctr. 40,248 Thlr. 314,817 „ 85,4 154,734 „ 41,262 1,696,648 2,171 „710 9,179„815
2,760,847 5,251,021 „ 17,019,853
Die vorstehende Tabckle läßi den glänzenden Aufschwung der Rü- beuzucker-Jndustrie erkxnncn, Welcher auch bei der progressiven Erhöhung der Steuer bis jeßk niemals auf die Daucr zum Stillstand gekommen
ist. Die Zahl
gen, und zeigt schlechter Ernten oder erlitt. tend gestiegen;
onstiger
_ der Fabriken Wcch1elnde „gewesen, demnachst ' ebenso die
eine ziemiich steiige Zunahme, „ [)emmcndcr Einflüsse eine Unterbrechung
Die Leistungsfähigkeit der cinzeinetz Fabrikanlagen ist bedeu- wäbrcnd das durcbicbmttlicbe Verarbeitungßquantum
ist zivar anfängiich eine sehr aber von Jahr zu Jahr gestie- Mcnge der verarbeiteten Rüben Welche nur vorüberßehend in Folge
jeder Fabrik 1840/41 nur 33,300 Ctr. Rüben betrug, berechnete sich
dasselbe
Die Wirkung der Fortschritte, _ letzten Jahrzehnte gemacht hat, 1a 1 sicb
fabrikation im Laufe der
für 1872/73 auf 196.390 Sir., bat fich also versechsfacht.
welche die Technik der Rübemucker-
aus der fortschreitenden Verminderung des durchschnittlicbcn * üben-
verbrauchs zur Herstellung
der Campagne 1840/41 waren noch
zucker erforderlich, gegenwärtig
von 1 Ceniner Rohéucker erkennen. In
17 Cir. Ru
en zu 1 Ctr. Rol)- aber höchstens 12 Ctr.
Die Bedeu-
tung endliä), Welche die auf die Rßbeqzuckerprodykkion gelegte Steuer während der Zeit ihres Bestehens fur die Zollvereinsstaatcn und neuer- dings für den Reichsbausbalt erlangt hat, ergiebt sich aus der leßten
Spalte der vorstehenden Tabelle. _ _ _ Einnabmc-Eriräge ist aber zu berucksichtigen, daß der für 1 Cir. Rüben betragen bc-t: 1
gewiesenen
Sicuersaß
Zur befferen Beurtheilung dcr'nach- 840/41 F Sgr., 1841/42
bis 1843/4411 Sgr., 1844/45-1849/50 1,1 Sgr., 1850/51-1852/53
3 Sgr., 1853/54-1857/58 6 Sgr,
1869/70 und ferner 8 Sgr.
1858/59-1868/69 7x Sgr.-
- Der neunie internatiopzil? statistische Kongzeß wird, wie die „Presse“ mittheilt, definitiv m Pest im Laufe des Jah-
res 1875 stattfinden. Seitcns
eine Organisirungs -
und die nöthigen Vorarbeiten bestcklt worden.
der uusariskben Regierung ist bereits
Kommission für den Empfang der Theilnebmer
käses derselben ist
Handels-Minister Bartai, Vice-Präses Ministeria Raik) Kcleti. Kauft, Wissenschaft und Literatur.
Der von Ed. Baldamus beraubgegebene und im vorigen
Jahre im Verlag von S*, J.
Weber in Lsipztgrrschicuene „D eut-
icher Zeitichriften-Katalog, systemaiich geordc'ekes Ver eichniß der in De_uischland, Oesterreich-Ungam und der Schiveiz erscheinenden wissenschaftllchen und unterhaltenden Zeitschriften und Jahrbücher, Abhanblungen u_nd Jahresberichte gelehrter Gesellschaften und wissen- schaftlixber Verein?, Kalender, Ranglisten, Jach-, Adreß- uad Staats- Haudburbcr, Ostern 1874“ biegt jetzt bereits in einer zweiten Nuß lage (ÜF.- 243 S.) vor. _ Diese 2. Auflage führt, anstatt der 2019 Tiixi der xrstxn 2219, a11o gerade 200 Titel mehr auf. In der bis- herigen Einrichtung des Katalogs ist übrigens nichts verändert, nur in der Rubrik der Adreßbuxber find die Städte-Adr'eßbücher in Weg- fali gekommen. Die erwahnten 2219 Publikationen vcribeilcn sich
auf 29 Lapder mit_221 Städten, wovon allein auf den preußischen Staat" unt 91 Stgdtcn 806 und auf das Königreich Sachsen mit 20 Siadtenx42- entsaÜZn. §)ixue Zygaben bildkn dieSmal die „Posta- lisch€n Bestimmquen uber bie Verietzdung von Drucksachen“ und Der „Entwurf des thch-PreßgeießcS", wie derselbe isiner Zeit vom Vun- chratk) dem Reich)6ratl)e vorgelcgi worden ist.
“ Goslar, 18. Mai. Gestern war der GeHeime RegicrungH-Rakb
Milielbacb zu Hildesheim in Begbeiiung dcs ofgärincrs Taticr aus Herrenhausen bier anirejend. Es fand von die en Herren einc Besich- tigung der Umgebung des Kaiserhauses statt, Die Besichti- gung batte dcn Ziyeck, Hrn. Tatter mit den Terrain-Verbäliniffen be- kanxit zu machen, inden) derselbe nach Vollendung des Baues die aus- zufuhrenden landschaftlichen Anlagcn übernommen hat.
München, 20. _Mai. Jm Münchener Kunstverein ist ein nexus _Scblachigemalde von_ Franz Adam ausgestellt,we1ches bsi Kunstlern und „Kunstkennern „em besonderes Aufsehen erregt. Das in kolos]a1er_ Größe gehaltene Bild steiii den bekannten Reiterangrisf dar, Welchen 1111 letzten deutsch:franzöfi1ckicn Feldzug von Floina (in der Umgebung von Sedan) a-us mehrere französischeKavaueric-Regimenter (Chasseurs d'Afriquc, Lanciers und Fusaren) auf die 22. Infanterie: Division der deutschen Armee ausfü rten, um diese zu durchbrechen und die auf den gegenüberliegendxn öhcn aufgesteilten deuischen Batterien zu nehmen. - Das Bild it voll Reichtbum, Leben und Charakteristik uud nimmt_unier den. Gemälden, die Ereignisse des leßien Krieges zum Vorwurf haben, eme hervorragende Stelle ein.
- Das von Heeren und kart 1823 gegründete Sammrlwcrk ber„EuropäischenStaatengeichichte“ imVerlagevonFriedr. Andr. Perthes in Gotha umeßk zivar gxgennyärtiq bereits 72 Bände, ist aber gleichwohl schon 1eit langerer Zeit zu Stockmugcp raiden. Manche Abtheilungen, wie Dahlmanns Grichichie Dane- marLS, Stenzsls Geichichte Preußens, die nur bis zum Ende des fiebrnjäbrigen Krieges reicht, E. A. Schmidts und Wachsmuihs Ge- chichte Frankreichs u. A. find unvollendet, oder, wie Lappenbcrgs und
anlis Geschichte Englands in der darzusteÜenden Zeit noch Weir zurückgxblieben. Andere bedürfen, ieitdem die neuere Zeit einen großen Reichtbum an historisch Denkwürdigem_gebracht, dringend der Fort- führung über deiiurivrünglicb beabficbttgten Abichluß hinaus, Kürz- lici) bat sick) dabcr Professor Dr. W. v. Gieiebrecht in Mimikry auf Aukrug der Vcrlagsbuchhandbmg brreit finden lassen, den Ge- samuiwlan des großen Werkes einer Revision zu unicrziebcn, iim zu vervollständigen und zu erweitert) und auf diese Weise wieder neue?- Leben in' das Uniernebmcn zu bringen, Stenzels preußische _Gaschichie wird jcßt von 131“. E. Reimann bis zur Gegenvoari fortgeführt wer- den. Für Schmidts unh Wacbxmutbs Geichiihte Frankreichs, für Pfisters und Bülans_ Geicbichte Deutschlands,_ Leos Geicbichtc Jia- 1iens sind die Foriießer ernatint odcr außerichen. Ericbemsn wird demnächst der 5. Band drr Ge1chichte Scbxycdc'ns von F. F. Carlsson in Stockholm und der 4. Var-„d dEr Geschichte Polens von Professor Caro in Breslan.
Rom, 19. Mai. _Am 15. Mai Wurde unter starkcr Beihciligung von Gelcbrien und Zuichancrn iti Florxnz der“ botanische Kon- greß eröffnet. Der Marchese Ridolfi fuhrte den Vorst und der Pro- fessor Cesare d'Ancona verlas die Eröffnungsrede. Na „_dem die frem- den Vice-Präsidenten auf Einladung des VorfilzcanU auf,]bren Sißen Platz genommen hatten, *ernanntcn sie den durch mne Reijen und Ent- deckungen berühmten Präsidenten des Londoqex Vereins für Gartenbau,]3r. Hooker, zum Präsideniendes Kongreffes. Die1er nahm untcr lnutemVeifaU der Versammlung aus dem Präfidentenstubl Platz und gab das Wort dem Bürgermeister von Florenz, Com. Pcruzzi, welcbrr die Versammlung im Namen der Stadt herzlich willkom1ncn_1)ieß und unter Anderem erwähnte. wie Florenz und feine Axademie dci Ciuzento ken alten Ruhm Italiens aui bum Felde der Literatur und Wisscn_schaft unge- scbirächi aufrrcbt cr1)ieltu_. s. w. Nachdem Hr. Peruzzi untcr be; geistertem Beifall der Vermmmlung gesprochen, begann der Kongreß seine Arbeiten.
Siockholm, 19. Mai. Vor einigxn Tagen ist der Reichs- Arcbivarius J. J. Nordström vcritorben. Derselbgwar in Abo im Jahre 1802 geboren, Wurde 1818 _dgselbst Stizdent und 1834 Professor an der finniicben Universität, vxrl1eß aber dicie Stellung im Jahre 1846, um dm von ihm bis zu sem_em Tode bkklcideten Posten _als ReichZ-Archivarius in Schweben zu nbernehmcn. Er war Mit- glicd der Ersten Kammer des Reicbs'ages und nabni als genoandtor Redner wesentlichen Theil an den Geießgcbixngßarbeitcu. Der Ver- storbene war Mitgiied mehrerer Gelebrten-Gcieüjchafien.
- Wie die „N. Berl. Mufiker-Zig.“ miitbeilt, ist,das Orig'srial- Manuskript der Ouverture zu Webcrii ,Oberon“ m der KMU- lichen Bibiiotlmk zu St. Petersburg Wieder aufgefundc'n worden.
Ueber den Kometen 'Coggia veröffxnilicbt die Kaiserlié) * Königliche Sternwarfc_zu Wien in der „W. Zig.“ mitch 21.. d. M. Folgendes: Der vvn ?Jerrn Coggia am_ 17. v. M. m Marieiüe eut- deckte Komet, dessen er te Beobachtungen m der „Wiener Zsttung“ vom 24. v. M. besprochen wurden, verspricht in einigen Wochcn_auch für Weitere Kreiie eine iniercsfanie Ecscheinuyg zu werden. Die Vabsn- bestimmung dieser- Himmelskörpxrs unterltcgt zwar großxn Schwu- rigkeiten Wegen außerordentlich geringer geozentrischer Ve- chung (der Komet würde heute noch in dem Grsichtsfelde eines Fcru- robres zu sehen sein, das max: am Tage de_r Enibxckuug nach dem Orie desselben unter _ken Gestirnen gericht_et hatte), ubcrbies ist eine Voraussage der äuß'ren Gestaltung dieier ungemein veränderlichen und durchaus individuellen Himmelskörper [mmer sci): “m_imick); indessen läßt sich nach Rechnungen, die Herr Aifistent ])r. Holciicbek in Wien und Herr Observator Dauer in Lund durchgeführt haben, bereiis i'cizt und bevor noch Weitrre Bcob- achtungen definitive Elemente abzuleiten gestatten, mit Bestimmtheit sagen, daß der Komet der gegenwärtig im_Fernrohre ein_eti Lichtfcbweif von etwa 15 Vogenminuten zcigt. um die Mitte Juli in der Nähe des großrn Bären auch dem freien Auge um so mehr *auffallrn wird, als er, wie aus der eben angegebenen Himmengegend folgt die ganze Nacht über unserem Zorizout: steht xmd am 13. Jult_z eu- mond, also auch von dieser eite keine Schmalerung der Erscheinung zu besorgen ist.
Landwirthschast.
Der „Staatsanz. für Württemberg“ schreibt: „Um den au er- ordentiichen Schaden, Welchen die Maifrösre tn den Rcbgei n- den verursacht haben, ciniJermaßcn auszugletcbe'n. chlug der, bicßge Gartenbauverein in feiner eßien Sitzung ngch em e Luder Diskusnon- vor, den Rebbcfißem öffentlich anzuratben, m den embxrgen „Fairerq Küchen- und Handelsgewächie anzupflanzen. also namentlich Dickrubxn, Weißrüben, Kartoffeln, Steckbobnen, Koblarien, Sommerraps, Lem- dotter, Zuckerrüben.
London, 21. Mai. Der Rath der Königlichen Garteybau- Gesellschaft hat der toskanistben Ga'rtenbau-GxseMchast dcn Vox1chlag gemacht, in 1876 in London eine internationale Ausstellung von Gartenerzcugniifen abzuhalten.
Rom, 19. Mai. (JRR) Die im Ministerium für Handel, Griverbe und Ackerbau einlaufexsden Berichte“ bestätigen von Neuem,