Der Lehrer Schüßler an der hö eren Töchterschule zu Gaffel ist als ordentlicher Lehrer an das chullehrer-Semmar zu Dillenburg berufen worden.
Iuftiz-Minifierium. Der Rechtsanwalt und Notar Taureck zu Rügenwalde ck in gleicher Eigenschaft an das Krethericht zu Prenzlau mit Anweisung seines Wohnßßes daselbst versetzt worden.
Das 14. Stück der Geseß-Sammlung, welches heute- ausge- geben wird, enthält unter
Nr. 8196 das Geseß, betreffend die Aufhebung der geseh- lichen Erbfolge nach der Magdeburger Po-lizei-Ordnung vom 3. Januar 1688; der revidirten Willkür der Stadt Burg vdm 3. Februar und konfirmirt den 16. März 1698“ sowiedes Mar- kifchen Erbrechts in dem 1. und 11. Ierichows en Kreise. Vom 22. Mai 1874; unter -
Nr. 8197 das Geseß, betreffend die Einstellung _der Erbe? bung des Chauffeegeldes auf “den Staatsstraßen. Vom 27. Mar 1874; unter -
Nr. 8198 das Geseß über die gerichtliche Eintragung von Grundlasten in den vormals bayerischen Landestheilen des Be- zirks des Appellationsgerichts zu Cassel. Vom 29. Mar 1874; und unter .
Nr. 8199 das Gesetz, betreffend das Höferecht m der Pro- vinz Hannover. Vom 2. Iuni 1874.
Berlin, den 10. Juni 1874. - Königliches Geseß-Sammlungs-Debits-Comtoir.
Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf den Erlaß der Kaiserlichen Normal-
Eichungs-Kommiision vom 30. April cr. bezüglich der Zulasliung leerer *
Faßkörper zur eichamtlichen Ermittelung des Gewichts dersel en (Tara- beftimmung) 2c. (siehe Nr. 111 des ReichS-„Auzetgerö „und Nr. 2.0, des Centralblattes für das Deutsche Reich) wrrd' den hiesigen Spiritus- fabrikanten zur Kenntnis; ge eben, das; das hiesige Konigliche Staats- Eichungsamt zu schnellerer rledigung der dem elben zugebenden Auf- träge iür.die Tarabestimmung von Fässern, neben seinen bereits be- stehenden. ?aßeirhungsstellen, Kleine Alexanderstraße 20 und Putt- kammerstra e 10, noch eine dritte Abfertigungsstelle auf dem Grund- stücke Louisexyifer 16, jedoch nur zur Ermritelung der trockenen „Faß- tara, eingerichtet hat, deren Thätigkeit mit dem*20.'d. M. beginnen wird, und sind Anmeldungen sür die mit jenem Termm _anzuliefernden FäfZer an den HauSivari A. Streich daselbst oder Kleine Alexander- stra e*20 im Königlichen Eichungßamie abzugeben.
Berlin, den 8. Juni 1874. .Der Königliche Eichungs-Jnspektor fiir die Provinz„Brandenburg. br. KoSmann.
Bekanntmachung fiir Seefahrer.
Am 15. d. Mis. wird in der iesigen Königlichen Navigations- S use eiue Steuermanns- und eine chiffer-„Prufung fur, große Fahrt beg nnen. Anmeldungen find an den Unterzeichneten zu richten.
Altona, den 9. Juni 1874. Der Königliche NavigaiiouösÖul-Direktor. Oehme.
Personal-Veränderungen in der Armee. Offiziere, Portepee-Fälxuritbe :e. & Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen.
1) Im chenden peer.
Berlin, 28. Mai. "v. uckow, OY. und Commdr. des Hus. Regis. Nr. 12 unter Sieiiung 31a suits dieses Regis, zum Commdr. der 31. Kav. Brig., v. Heuduck, Ob. beauftragt mit der Führung der 21. Kav. Brig., unixr'Belassnng a 13 suits drs Hus. Regis. Nr. 13, zum Commdr. dieser BW., 1). „ Kleist, Ob. beauftragt mit der Führung der 20. Kav. Brig„ unter Belassung T3- 13. suits des Ulan. Regis. Nr..“ 9, um Commdr. die er Brig, Frhr. Roih-. v. Schreckenstein, * aj. und etaiöm. SiabSoffizier ink “HUT. Regi. Nr. 2, zum Commdr. des Ulan. Regis. Nr. 7 von Garn er", Maj. und etatöm. Stabßoffiz. * im Hus. Regt. Nr. 11, zum Commdr. dcs Ulan. Regis. Nr. 9, v. Versen, Maj: und etais- mäß. StaHSoffiz. im Hus. Regi. Nr. 12, zum Commdr. dieses Regis. ernannt. Gr. v. seil, Ma]. 8. 1a suirs des Huf. Regis. Nr. 2 und Präses einer emonie-Ankaufs-Kommisfion, der Rang einesRegis. Commdrs. verliehen. v. Schönfels, Ma. aggr. dem Drax. Regi; Nr. 23, Frhr. Taxis- v. Amerongen, aj. agqr. dem Kur.Regt. Nr. 1, mit der Fuhrung dieses Regimants, unter Stellung T; 18. 8111170 desselben, bea'uflragi. v. Heister, ng. und ESc. Chef im Drag. Regt. Nr. 3, als. e_tatSm. Stabsoffiz. m das Hui. Regi. Nr. 2 ver- setzt. v. SchWe1niß, Maj. vom us. Regt. Nr. 2 und kommdri. als Adj. beim Gen. Kommdo. des 11 . ?lrmee-Corps, ein atent sei- ner- Charge verliehen. v. Usedom, Rtiim. aggr. dem us. Regi. Nr. 1, unter Entbindung von dem Kommdo. zur Dienstleistung bei dem Neben-Etat des Großen Generalstabes, als ESc. Chef in das Dra . Regt. Nr. 3 einrangnt. v. Brünneck, Mai. und ESc. Chef im rag. Regi. Nr. 23, als eiatöm. Stabsoffiz. in das Hus. Regt.
Nr. 11 verießi. Frhr. v. Seldeneck, Mai. und ESc. Chef im Hui. '
Regi. Nr. 11, ein ateni seiner Charge verliehéu. v. Westteil, r. Lt. vom, Hui. egi. Nr. 11, unter Beförderung zum Rittm. und 58c. Chef, in das Dragoner-Regiment Nr. 23, Gr. v. Wißmarik, Secynde-Lieutenant vom Husaren-Regiment Nr. 15, in das Husaren- Regtment Nr. 11, v. Knebel-Doeberi , Seconde-Lieutenant vom Drag. Regt. Nr. 20, _m das Hui. Regt. r. 15, Frhr. v. Rotberg, Ma . und Esr. Chef im Drag.,Regt. Prinz Carl Nr. 22, als etatöm. S,a syOffiz. m das Hus. Regi. Nr. 12, verseßt. Schnackenberg, R1 vom Hus. Regt. Nr. 12 und kommdrt- als Adj. .beim Gen. Kommdo. des.1. Armee-Corps, der Char. als MY. verliehen. Frhr. v. Esebxck, Maj. und CSc. Chef im Drag. egi. Nr. 24, ein Yanni semer_Charge rerliehen. v. Rohr. Pr. Lt. vom Ulan. Regt. r. 48, zum uber. Rittm. „beförderx. v. Voß, Ob. und Commdr. des Inf.. Reots. _ r. 85, mit der. ubrung der 4. Inf. Brig„ unter Stellung 3.1- aruba des gedqcbten cg_ts., v. Spangenberg, 1). Lt. vom Inf. Regt. Nr. 25, mit der Fuhrung des Zu . Regis, r. 85, uuierStellung ck ]- Wks desselben, beauftragt. r r. v. Weiters-, hanieu, Mai. 99.81;- dem Inf. Regt. Nr. 118 unter Verleihung . eiues_ Patents seiner Charge, in das Inf. Regi. Nr. 25 ein- raugirt. v. FranseaÜ, ,- Hauptm. . und- Comp. C ef vom Jur. Regt. Nr. 25, dem enk, unter Beförderung zum überzahl. Maj. aggr irt. v. ransxcky, Pr.“ Lt. von demselben Rest., zum H im. und ompx C ef befördert. v. illner, Oberst-Lt. vom JF. egt. Nr. 18,. mit der Führun des . Regts. Nr. 47, unter teilung * 1e- amw desselben, beau ast. rre , Major vom Gren. Regt. Nr. 10, in dasInf. Regt. r. 18, artert Major vom Inf. 439112 18 _ nix dad Grm.; Rest. Nr. -10,;xverie . „- Y_ertolotti- v- olenv- Ma 97-- naar -:d . «Inf. ...Nrs.5.1-„,;.,m«dak - nf- Reskx- Nx-:„-1§i-_,e tqusixt- „ be „cm- ,_ ,sooreZMd-nn Ini Yk- M Zi“ zept sein“,. Y“„ver,l,ie eu. v. _acb,Se,c,. t. 'b - . Sök Nr. “33, in das :X Regi. r'. 18 verszkt. v. HDB Sec. . vom Inf. Regt. Nr. 13, in das Drag. Regt. :. 13 verfkßeé
Schloß BabelsberÉz, 31. Mai. Fr r. v'. Mauteuf el1„* “
See. Lt. k 1- 11111!» des 1. rde-Regts. zu ß, unter Beför erung zum Zr. Lt. dem Reg. aggregirt. _
cblok; Babelsberg, 2. Juni. Gr. v., Oeynhausen, Sec. Lt. von der Reserve des us. Regis. Nr.11, im stehenden Heere, und zwar als Sec. Lt. im nf. Regt. Nr. 77, wiederangesteut.
13. Abs iedsbewillignuge'n 2c. 1) m ste_hmdeu Heer. Berlin, 28. Mai. Men1rng,Sec.Li. vom Inf. Reg. Nr. 55, als Halbinvalide mit Pension nebst AuSficht auf Ansteuung im Civil- dienst auSgeschieden und zu den beurlaubten Offizieren der Landw.
Infant. des 1. Bals. Landw. Regis. Nr. 15 übergetreten.
Schloß Babelsberg, 2. Juni. Jonas, Port. Fähnr. vom Inf. Regt. Nr. 18, zur Disp. der Ersaß-Behörden entlassen.
2) In der Reserve und Landtvehr. Schloß Babelsberg, 2. Juni. SÖWenk, Hauptm. von der Inf. und Comp. Führer des Reserve-Laudw. Bats. Nr. 39, mit der Landw. Armee-Umform der Abschied bewilligt.
Beamte der Militär-Veuvaltung. Durch _Verfügung des Kriegs-Ministeriums. Den 16. Mai. Kraft, Kaserneu-Jnspektor in Dessau, zum Garn. Verwaltungstnspektor ernannt. Den 21. Mar. „ Ger , Zahlm. des Res. Landwehr-Bais. Nr. 35, mit der erdienieu ension in den nachgesuchten Ruhestand
verseßt.
Den 28. Mai. Hauptmann "a. D. Kob, Garn. Verival- tun s-Ober-Jnspektor in Pillau auf seinen Antrag mit Pension in den Ru estand verseßt. “
Yiehtamtliehes.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 10. Juni. Se. Majestät der Kais er und König nahmen gestern nach der Besichtigung der Garde-Feld-Artillerie-Brigade im hiesigen Palais die Vorträge des Polizei-Präfidenten und des Generals von Albedyl! ent- gegen und kehrten, wie bereits gemeldet, um 2 Ubr nach Schloß Babelsberg zurück.
„Heute Vormittag fand auf dem Tempelhofer Felde die Be- sichtigung des Garde-Kürasfier-Regiments und des 1. Garde: ZOragoner-Rc'giments durch Se. Majestät den Kaiser und König in' Anwesenheit der resp. Vorgeseßten statt; dieser Besichtigung mird fich morgen ebendaselbst die des 2. Garde-Dragoner- und 2. Garde-Ulanen-Regiments anschließen, während die Besichtigung des Garde-Husaren-Regiments und des 1. Garde-Ulanen-Regi- ments am 12. d. M. bei Potsdam und die des Regiments der Gardes-du-Corps und des 3. Garde-Ulanen-Regiments am 13.
“d. M. ebenfaUs dort stattfinden wird.
Ihre „Königliche Hoheit die Großher “ogin von Baden Wird heute Abend “die Rückreise na KarlSruhe antreten. _ 44- ,
' _ Ihre Majeßät die Kaiserin-Königin empfing 111 BH? den Besuch Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs von a en.
..)
„_ Nach Allerhöchfter Be'iimmung S r. Majeßät des Kaisers u'nd Königs wir) die Einweihung der Zwölf- Apostel-Ktrche am Donnerstag, den 11. d. M., Vormittags 12 Uhr, stattfinden.
_ Die vereiniZten Ausschüsse des BundeSraths fiir das
Landheer und die eftungen und für Rechnungswesen, sowie der Ausschuß für RechnungSrvesen hielten heute Sißung'en.
_ 'Der Bundesratl) hat bekanntlich beschloffen, eine Komintsstrin für“ Vorbereitung einrr Medizinal- Siattstik fur das DeutscheReich zu bilden, und in seiner Srhung vom 6. U. M. zu Mitgliedern derselben den Präftdenten de_r Srebandlung, Wirkl. GeH.-Rath Bitter, den Direktor des Komglicl) preußischen statistischen Bureaus, Geh. Ober-Regie- rungs-Raih Dx. Engel, den Direktor des statißischen Amts des Deutschen Reichs, 131". Becker, den Reichstagsabgeordneten Dr. 11166. Löwe und den Geheimen ' Medizinal - Rail) 131“. Eulenbnrg zu Berlin, den bayerischen Regie- rungs - Medtzmal ZRnth. "])r. Kerschensteiner zu München, den Vorstand des Königlich sachfischen Landes-Medizinal-Koklegiums Hr. Reinhard in Dresden, den württembergischen Ober-Medi- zmal-Rath 1)r. Hoch zu Stuttgart und den. Großherzoglich hes- sischen Ober-Medtzinal-Ratl) ])1". Pfeiffer zu Darmstadt gewählt. Diese Kommis 1911 _wird gegen Ende dieses Monats unter dem Vorfiße des" trkxtchen Geheimen Raths Bitter zusammentreten, um fich„zunachft uber den Modus der Erledigung ihrer Aufgabe zu verßandigen.
_'Zur Preußischen Geseß-Sammlung erscheint im Laufe dieses Monats em neues Haupt-Sachregifter, welches dre Iahrgcinge 1806 bis einschließlich 1873 gemeinsam umfaßt. Dasselbe Wird zum Preise von ] Thlr. 20 Gr. pro Exemplar ohne jede Nebenkosten durch die Debits-Poftannalten inner- halb des Deutschen Reichs - Poßgebiets auf BesieUung gelieferr. _, Wir bemerken aus dieser Veranlassung über die bisher er- schienenen Regißer zur Geseß-Sammlung Folgendes:
' In dem Zeitraume von 1810 bis 25 wurde alle 4 Jahre em Sachregister zur Geseß-Sammlung veröffentlicht und den Interessenten unentgeltlich geliefert. Von dem Ia re 1825 ab bis zurn Jahre 1850 traten an Stelle dieser vier ähri en Re- gister funßahrtge, neben we1chen aber seit dem Fabre 1 40 die auch'jeßt noch erscheinenden jährlichen Regifter, ebenfalls unent- geltltF, nYeliefert worden find. Ein die gesammte Vergangen eit unzfa e es Hauptregiftex wurde zum e_rßen Male für en Zeitraum von 1806 bis 1830 abgefaßt und für einen an e- meffenen Preis verkauft. Seit dem Jahre 1854 find dera e Hauptregifter .alle 10 Jahre, für die Zeiträume von 1806 bJs 1853, ,1806 bis 1863 und gegenwärtig für 1806 bis 1873 publizirt worden.
. _ Die statistische ;Central ; Kommission für Pren'ßen tritt am“ 20. d. M. unter“ dein Vorßik des Wirklichen Geheimen Rat es Bitter zu einer Sißung „zusammxn. In der- selbenfwa ne Denkschrift des „Qixekxwrs des Statist" chen Bureaus Geh. Ober-RegierungsxRaths Pr.,Sngel- zur Vera ung kommen, wel e den-Einfluß des Ges s über. dieBeurkun ung des,.Pe'rson, tandes und die Form, der Eheschließung auf die Statistik des Standes und der Bewegung der Bevölkerung
betrifft. „_ . n.»-
_S." . .--Eti"'äb"et - '. ani12.Maid.I.in oint dz Galle eingetroffen n Void wohl. P
Frankfurt a. M., 9. Juni. (253. T. B.) Se. Maje- stät der König von Sachsen ist heute Abend 7 Uhr von Ems hier eingetroffen und wird um 71 Uhr die Reise nach Dresden über Bebra fortseßen.
Düss eldorf , 8. Juni. In der vorgestrigen 7. Sitzung des 22. Rheinischen Provinzial-Landtages wurde über einen vorliegenden und unterstühten Antrag auf Aufhebung des Chauffee- und Brückengeldes auf den Vezirksstraßen vom 1.Ia- nuar 1875 ab nach längerer Debatte für jeßt zur Tagesordnung übergegangen, sodann die Bestimmungen über die Penßonirung
.der provinzialftändischen Beamten im Anschkuffe an das GeseZ
wegen der Pensionirung der Staatsbeamten vom 27. März 187
feftgestellt, der Etatsenriwurf für die Provinzial-Blinden-Unftalt zu Düren pro 1874/76 genehmigt, zu einigen Abänderungen des auf dem vorigen Landtage beschlossenen Reglements für diese Anstalt die vom Provinzial-Verwaltungsrathé erbetene nachiräglicho Genehmigung ertheilt, einer geringen Ueberschreitung des Kredits für das Denkmal des verstorbenen Ober-Präsidentm von Pommer-Gsche zugestimmt, sodann beschlossen, die Petition der Gemeinde Oberhausen um Verseßung in den Stand der Städte bei Sr. Majestät zu befürworten.
Ein Gesuch um Bewilligung eines Zuschusses für das Konservatorium der Mufik zu Cöln wurde dyrch Uebergang zur Tagesordnung abgelehnt, die Uebernahme einer zu bauenden Chaussee von der Bonn-Trier-Bezirksftraße oberhalb Münster- eifel bis zum Anschluß an die Straße von Dümpelfeld über Schuld bis zur Mündung des Armuthsbaches in die Uhr nach
' ihrem Ausbau auf den Bezirksftraßenfonds genehmigt, für den
Ausbau der Gemeinde-Prämienstraße von Münster a. St. über Norheim nach Niederhausen ein fernerer Zuschuß von 1000 Thlrn. bewilli t und für den Restaurations-Ausbau der Kirche zu Frau- wüiles eim ein Zuschuß von 3000 Thlrn. votirt.
Demnächst erfolgie die Dechargirung der Rechnungen der Provinzial-Jenersozietät für die Jahre 1870, 1871 und 1872 sowie die Feststellung des AuSgabe-Eiais derseiben pro 1874/76 unter BemiÜigung eines außerordentlichen Kredits von 15,000 Thalem zur Vergrößerung des vorhandenen Feuersozietäis- Gebäudes oder zur Errichtung eines neuen Gebäudes, worüber der Provinzial - Verwaltungsrats; in Erwägung treten so!!. Der Landtag genehmigte schließlich mehrere pro 1873 vorge- kommencn Etatsüberschreitungen bei der Provinzial - Arbeits- anstélt zu Brauweiler. _ Die nächste Sißung findet am Mon- tag takt.
_ 9. Juni. Die Rheinischen Provinzialständehaben
in ihrer diesjährigen Diät dem Taubstummen-Unterrichtß“
w e s e n in der Rheinprovinz ihre besondere Fürsorge zugewendet. Die in der Provinz vorhandenen, seither unter der Verwaltung des Königlichen Provinzial:Schul-Kollegiums stehenden 4 Taub- ftummen-Schulen _ zu Brühl, Kempen, Moers und Neuwied _ sind jth zu Provinzial-Anstalten erklärt, gehen von nun an in die ständische Verwaltung über und scheiden aus ihrer seit- herigen Verbindung mit den an den genannten Orten bestehen- den Schullehrer-Seminarien aus. Die beiden ersteren Anstalten sind zur Aufnahme katholischer, die beiden leßteren “zur Auf- nahme evangelischer Taubftummen-Schüler der Rheinprovinz mit der Maßgabe bestimmi, daß AnderSgläubige nicht ausgeschloffen smd. Die' 'Anfialten zu Brühl , Kempen und Neuwred smd Externaie, die zu Moers, deren Vereinigung mit der Anstalt zu Neuwied erfolgen wird, ist ein Internat. Die Aufnahme der Zöglinge erfolgt in Freifteüen, deren Zahl durch den VerwaltungSetat festgestellt wird, oder gegen Zahlung des Penfionssahes von 50 Thlr. jährlich. Die vorhandenen 4 Anstalten bieten Raum für 185 Zöglinge.
Die Provinz leistet zur Bestreitung der AUSgaben für die Zaubstummen-Anstalten, soweit deren eigene Einnahmen dazu nicht achreichen, aus ihren Mitteln einen jährlichen-Zuschuß von 19,600 Thlrn., worin jedoch die Zuschüsse Ür die Taubstummen- Anstalten zu Aachen und Cbln, _wel e keine Provinzial- Anftalten, mit 1250 resp. 1200 Thlr. mitenthalten smd. * ' Der Iusiiz-Minifter
Bayern. München, 8. Juni."
Ok. 1). Fäustl e hat gestern mit Beibehaltung seines Portefeuilles,
einen Erholungsurlaub angetreten und sich nach Irsee begeben, wos§lbst die wichiigeren Reffortangelegenheiten Erledigung finden wer en. * & _ Vorgestern Vormittag begann die Berathung des Etats des Königlichen Staats-Minifteriums des Innern für Kirchen: und Schulangelegenheiten im Finanz- ausschusse.._ Der Bericht des Finanzausschusses der Abgeordnetenkammer über den Budgetvoranschlag der- StantSauSgaben auf den Etat des Staats-Minifteriums der Finanzen ist vom Referenten Dr. Gerstner fertig gestellt und wird demnächst an die Kammermitglieder vertheilt werden. '“ _ Der oberste Gerichtshof in München hat entf ieden, daß der Thaibeftand einer Uebértreiung durch Vernach ässi- gung des Schulbesuches schulpflichtiger Kinder auch dann gegeben sei, wenn Eltern 2c. wohl einzelne Versuche, der Bös- wiÜigkeit und Renitenz des Schulkindes enigegenzutreten, gemacht haben, dabei aber unterlassen, mit den geeigneten Zuchtmitteln den Schulbesuch zu erzwingen. -
Sachsen. Dresden, 8.Iuni. .In der ErstenKammer wurde heute die Erfolglosigkeit des Vereinigungsverfa-hrens be- treffs des Ludwigsthen Antrags wegen der Publikation des Un- fehlbarkeitsdogmas angezeigt. Ein Vorschlag: iin“ Landtags- abstb'iede zu'beurkunden, daß eine giltige Publikation des Unfe [barkeitsdogmas in Sachsen nicht statt. unden habe und nicht habe-stattfinden können, war der Deputatßxon der Ersten Kammer unannehmbar erschienen. Die Kammer beschloß von Neuem ohne „Debatte einstimmig, bei ihrem früheren Beschluss? stshen.,.zu bleiben. Auf der Ta eSordnung iftand zunächß der Bericht der „2. D'eputation-"über d e auf die Geschäftsverwaltung und den Personal: und Besoldungs:Etat der Landes-Immobiliar- Brandversrcherungsanstalt bezüglichen Vorlagen. DieKammer trnt durchgängig den Beschlüsxen. der Zweiten Kammer bei. Hierauf erledigte die Kammer mehrere Petitionen. _ „
_ Die Zweite Kammer beschloß in ihrer gestrigen Abendfi ung, die Regierung zum Bau einer Staat-Zeisenbahn von S warzenberg nach der Landes renze : bei Iohanngeorgen- ftadt und zur Entnahme der auf 2,5 ,000 Thaler veranschlag- ten Kosten derselben aus den verfügbaren Beßänden des mo- bilen Staatsvermögens zu ermächttgen. Ferner wurde die No- velle zum Fischereigeseße angenommen; dabei wurde der von der Ersten Kammer auf Antrag 13. Meßschs zu" §. "2 beschlo ene Zusaß geßrichen. Ab . Oehmichen referirte über die wén ?en Differenzpunkte, bett end das Einna. mebudget;. der von wer Grßen Kammer _gnJenommene Sellers e Antrag “wegen Besei- tigung der Different .
Debatte rief der Bericht der Deputation über den Uhleschen Antrag wegen Gleichstellung der Schönburgschen Gerichts- und
alfrachtsäZe wurde abgelehnt. Eine längere "
Verwaltungsbeamten in Bezug auf 'die Gehalte mit den säch- ,
fischen Beamten hervor. Die Deputation will bei der Re- ierung beantragt iviffen, mit allen ihr zu Gebote, ßehen- en Mitteln dahin zu wirken, daß die_ Gehalte der Schön- burgxschen Gerichts: und Verwaltungsbeamten gleichzeitig und gleiäzmäßig mit denen im übrigen Königreiche ausgebessert
* werden. Im Laufe der Diskussion drückte Iustiz-Minisier Abe-
ken sein Bedauern aus, daß diese Angelegenheit zum Gegenßande einer ständischen Verhandlung gemacht werde" er fürchte, daß dadurch den Interessen, deren man fich annelzmen wolle, in der That kein Dienst erwiesen werde. Der Minifter erklärte: die Regierung habe kein Recht, vdm Hause Schönburg die Erhöhung seiner Beamtengehalte zu verlangen, und bat, den Deputations- antrag abzulehnen, da er es der Stellung der LandeSvertrétung nicht entsprechend h'alte, wenn die Regierung auf Grund eines iiiändischen Antrags bloße Wünsche an das Haus Schönburg bringe, deren Erfüllung daffelbe zu verweigern berechtigt sei. Der Deputationsantrag wurde auch von den Abgg. v. Einsiedel und v. Ehrenftein bekämpft, vorn Referenten Dr. Biedermann und dem Abg. Uhle vertheidigt und schließlich mit 37 gegen 20 Stimmen angenommen. Vor Eintritt in die Tagesordnung er- theilte übrigens auch diese Kammer ihre Zuiiimmung dazu, daß während der bevorstehenden Vertagung des Landtags die zweite Teputation der Ersten Kammer zurückbehalten oder einberufen werde.
Heute beschloß die Zweite Kammer zunächst, bei ihrem auf den Neubau der Landelsschule Meißen bezüglichen dilatori- schen Beschluss stehen zu bleiben; die Erste Kammer hatte be- kanntlich die für den Neubau geforderte Summe bewiUigt. Ebenso hiclt fie an ihrem, auf Ludwigs Antrag gefaßten Be- schluffe gegen 3 “Stimmen fest, die amtliche Beurkundung der Thatsache zu verlangen, daß die Publikation des Unfehl- barkeitsdogmas in Sachsen nicht stattgefunden hat. Der Referent, Abgeordneter Mannsfeld, tbeilte mit, daß der Kultus- Minister in der Vereinigungsdeputation erklärt habe: es gehe i 111 gegen den oben erwähnten Vermittelung-Zvorschlag zur Zeit ein Bedenken nicht bei. Das Stehenbleiben bei dem frühem Beschluss wurde vom Vizepräsidenten „Streit und Abgeordneten ])]: Biedermann befürwortet. Sodann machte fick) die Kammer, auf Vortrag der Abtheilung 13. der .Finanzdeputaiion, Über die Differenzpunkte zwischxn den Beschlüssen beider Kammrrn zu dem ersten Eisenbahndekrete schlüssig. Sie Trat dabei dem ablehnenden Beschluss der Ersten Kammer bezüglich des Pro- jektes Ebersbach-Görliß, ebenso den einfach ablehnenden Be- schlüssen jener Kammer hinfichtlich einiger anderer Linien bei, welche sie früher nur „zur Zeit“ abgelehnt hatte. Im Uebrigen blieb fie bei ihren früheren Beschlüssen stehen. Derselbe Refe- rent erstattete sodann Vortrag über die Differenzpunkie bei den Eisenbahnpoftulaten des außerordentlichen Budgets und den Petitionen um Errichtung von Güterstationen re.; die Kammer hielt ihre auf die leßtern gefaßten Beschlüffe aufrecht.
_ 9. Juni. Die hiesige Kreis-Direktion hat, wie das „Dresdener Journal“ meldet, „ auf den Rekurs, welchen die von der Polizei ausgewiesenen Redacteure der „Dresdener Presse“, Doehn und Neumann, gegen den bezüglichen Aus- weisungsbeschiuß erhoben hatten, entschieden, daßdie ge- dachten Personen an ihrem ferneren Aufenthalte in Dresden nicht behindert werden sollen.
Württemberg. Stuttgart, 8, Irmi. Der König hat heute den diesseitigen Geschäftsträger in St. Petersburg, Frhrn. v. Maucler, in Audienz empfangen. _ Vorgestern hat Se. Majestät eine Musterung der hiesigen Regimenter auf dem großen Exercirplaße bei Degerloch vorgenommen. Abends fand eine große Galatafel auf dem K. Landhause Rosenftein statt, wozu die Generalität, sowie StabSoffiziere und Subalternoffiziere der hiesigen Garnison eingeladen waren.
, Am 5. Und 6. d. M. hatten beide Kammern Siizung. Die Kammer der Standesherren beendigte gestern Abend die Berathung der Eisenbahnvorlagen, die nun“ in beiden Hammern definitiv erledigt find. Nachdem am Mitt- rooch das Eisenbahngeseß einstimmig angenommen wor- den war, wurden gestern die Petitionen in Eisenbahn- sachen erledigt, und zwar ganz wie in der Zweiten Kammer durch Ueberweisung an die Regierung entweder zur Kenntniß- nahme oder zur Erwägung, oder aber zu geeigneter Berücksich- tigung. Hierauf wurde der StaatSverirag mit Baden über die Herßeüung weiterer Eisenbahnverbindungen ganz wie in der an- dern Kammer mit 21 gegen 4 Stimmen angenommen. Vor- gestern trat die Erste Kammer dem Geseßentwurf, betreffend die Bewilligung der erforderlichen Mittel zu Vollendung des Retabliffements des Armeematerials im engem Sinn, ganz so bei, wie ihn die Zweite Kammer angenommen “hatte, und zwar einstimmig. Darauf wurden außer den im vorigen Jahr hierzu verwilligten 840,000 fl. weitere 1,349,341 ft. verwiUigt, welche aus den Mitteln der französichen KriegSentschädigung zu neh- men sind. Im Ganzen smd jeßt zu diesem Zweck 6,283,213 Fl. 16 Kr. angewiesen worden. '
_ In der Kammer der Abgeordneten wurde am 5. der Anika von Hölder und“ Genossen, betreffend die Aufhe- bung des Geß. Raths, vollends zu Ende beraihen. Nach der in der Mittmochsabendsißirng abgegebenen Erklärung des Ministers von Mittnacht, womit derselbe für nächsten „Landtag einen Ge- seizentwurf über die Bildung eines organifirtcn Staats-Minisie- riums, einen über die Errichtung eines Verwaltungsgerichtshofs und einen über die Ministerverantwortlickzkeit in Aussicht ftelite, war die weitere Behandlung nur noch eine formelle. Dic be-
„schloffenen Anträge entsprechen dem Anfrage von Hölder. So-
dann wurde am 5. und 6. der Antragßvon Erath und Ge- noffen berathen, betreffend die VerwiUigung von Staatsbeiträgen an Landwirthe und Weingärtner, welche die Erzeugnisse ihrer Grundstücke gegen Hagelschaden verfichern. Es Lollie darnach mit Staatsunterftüßung wieder eine Lan-
eshagelversicherung gescha en _ oder wenigstens unbemittelte Landwirth'e mit Staats eitra en zum Beitritt zu einer Hagelverficherungsanftalt unterftußt werden. Mohl sprach da- gegen; der Abg. Basler verlangte die Bewilligzung von 1 Million zur Errichtung einer solchen Anstalt, erhieli aber dafür nur wenige Stimmen; Boschers Antrag, der nur im Allgemeinen die Bereitwilligkett zu Verwilli uu eines Staatsbeitrags aus- sprach, wurde mit 42 gegen 4]. Stimmen abgelehnt. Der Kom- mission-Zantrag, der die Sache der Regierung zur Erwägung an- heimgeben will, erhielt 51 gegen 31 Stimmen.
_ Die staatSrechtlichrKommmission der Zweiten Kammer beantragteZuftimmun .zu den Befehls: en der Kammer der Standesherren in Bett 'eines Verfas un sgesehes Zbker k:inige Abänderungen des 13. Kadltels der erfaffungs-
an e.
Baden. Karlsrnh/e, 7. Iiiiii Am 5. d. M. nahm die Zweite Kammer das Geseh über die Aenderung des Ge-
. i::über die T , Wms verdffentl?
setzes über die Stempel, Sporteln und Taxen in Civil- verwaltungs- und Polizeisachen an. Darnach werden die Be- träge in der Weise erseßt, daß an Stelle von je einem Kreuzer 31_ Pfennig, an Stelle von Le einem Gulden 2 Mark der ReichS- wahrung treten. Die Abschr ftSgebühr von 12 Kreuzern für den Bogen wird auf 50 Pfennig erhöht.“ _ Mor en wrrd die Kam- mer über den Bericht des Abg. Schmidt von onftanz über den Geseßentwurf, die Einfü rung des ReichSpreßgesehes betreffend, und über den Bericht 1) elben über den Geseßentwurf, die Be- stimmungen der Geldstrafen nach der ReichSmarktvährung be- treffend, berathen.
Heffen. Darmßadt, 9. Juni. Das Geburtsfeft des Großherzogs wurde gestern Abend durch einen großen Zapfenstreich und heute Morgen durch eine TageSreveille ein- geleitet. Am heutigen Tage waren die öffentlichen und zahl- reiche Privatgebäude festlich geschmückt. Um 8 Uhr rückten die Truppen der Garnison zur Parade auf dem Cxercirplatz aus. Heute Nachmittag wird ein Festmahl der Civilbeamten und der Bürgerschaft im Saalbau, ein solches des Offizier-Eorps in der Traube statthaben.
_ In der gestrigen (61.) Sißung der Ziveiten Kammer der Landstände wurde die Beratbung des Nachtragsbudgets auf Antrag des Abg. Königer mit Rücksicht auf eine Seitens des Minifterpräfidenten Hofmann über. die Reorganisation der StaatSUerwaltung, insbesondere auch der Forst- und Domänen- verwaltung, abgegebene Erklärung auf heute Vormittag vertagt.
_ Das Finanz-Ministerium hat einen Gesehent- wurf, die Hundesteuer betreffend, den Ständen vorgelegt. Danach haben die Befißer von Hunden im Großherzogthu'm für jeden Hund eine Steuer von 2 Fl. 55 Kr. (5 Mark) alljährlich zur Staatsxaffe zu entrichten. Den Gemeinden im Großherzog- thum ist gestattet, das Halten 'von Hunden, innerhalb der Ge- markungen derselben, mit einer Abgabe bis zum Betrage von höchstens 2 Fl. 55 Kr. (5 Mark) jährlich für jeden Hund zu Gunsten der Gemeindekaffen zu belegen. Die Erhebung und Beitreibung solcher Gemeindeabgaben geschieht zusammen mit der Hundesteuer. Das Geseß sol! mit dem 1. Januar 1875 in Kraft treten.
Sachfen-Weimar-Eifeuach. Eisenach, 5. Juni. Zur Verhandlung in der zweiten Sißung der Deutschen evangelischen Kirchenkonferenz kam folgender Antrag des Evangelischen Ober-Kirchenraihs zu Berlin:
„Seitdem ixn Jahre 1851 die Konferenz von Angordneien der obersten evangeliicben Kirchenbebördrn Deuiichlands begründet ist, hat sich_ m der Mehrzahl der deut1chen Länder eine Aenderung _der Kirchen- vrrsassung dadurch voÜzogen_ oder doch zum nahen Abichluß vorbereitet, da? in die bestehende Konsiitorialversassung eire iynodalx Organisation an genommen ist, Welcher unter andern übrrall eine festitébende, Wenn auch verfchiedn abgestufte Tbeilnahmc cm der kirchlichrn Gesetzgebung zukgmmt. Indem auf diese Weise die Stellung der obersten Kirchen- bebordrn zu dcr kirchlichen Gesetzgebung sick) geändert hat, wird es für sie von Wichtigkeit, bei den Verhandlungen dieser Konferenz, die, obschon selbst ohne legislative Befugniß, doch berufen und befähigt ist, „durch das An1ehen und Gewicht ihrer gut- achilichext Beschlüsse auf die kirchliche Verwaltung der bei ihr bethei- ligien La_nder, auch hinsichtlich der Gesetzgebung, einen wichtigen Ein- fluß zu uben, nicbt al1ein durch Deputirte aus ihren eigenen Mitglie- dern nacb Ma gabe der Statuten von 1851 fich zu betheiligen, _ion- dern auch die öglicbkeit zu gewinnen, daneben gewisse Mitglieder aus dem Scho-e der Synodalkörper abzuordnen, durcb Welche eine unmriielbare mwirkung der Konferenz auf diesen jeßi hinzugetretcnen wichtigen Faktor des kirchlichen Lebens und umgekehrt fich voÜziehen wurde. Ob die Kirchenbehörde dies: Abgeordneten frei wähii, oder iich von dem betreffenden Synodalkörper designiren läßi, ist ein Ja- icrnum, Welches rückstchtlich der Konferenzverfaffung keiner Festießung bedarf. Dagegen wird darauf Bedacht genommen werden i_riuffen"„„dte Gesammtmiigliederzabl der Konferenz hierbei nichi gbermaizlg zu vermehren. Eine statntarische Bestimmung uber dre Zahl der von jeder Kirchenregimenisbehördc zu ent- sendenden Abgeordneten ist nicht vereinbart, sondern es ha_t darüber das Ermessen der einzelnen Ceniralbehörden im Anschluß an eme gewisse durch drn Gebrauch entstandene Praxis entichirden; es wird nicht nothwendig sein, hierin eine Aenderung durch 1iainiariiche Fixi- rung eintreten zu lassen, vielinehr genügen, nur im Allge_1neinen die Empfehlung auszusprechen, da]; auf jede Landeswnode _ in Preußen die einzelnen Provinzialsynoden _ nur ein Abgeordneter depuitri wer- den moge. Es wird daher der bochwürdigen Konferenz als Propo- ncndum vorgelegt: Dieselbe woÜc zn §. 1 der Geschafisordnung für die Abhaltung wiederkehrender Konferenzen von Abgeordneten der obersten Kirchenbcbörden im evangeliichen Deuticbland vom Jahre 1851 beschkießen: Die Kirchenbehörden find befugt, neben den_aus ihren eigenen Mitgliedern entnommenen Abgeordneten auch Mitglieder der in ihrem Gebiet bestehenden Landessynoden oder Provinzialsyno- den zur Konferenz zu depuiiren.“ , '
Schon auf der Konferenz 1872 war der Antrag diskunrt, die Beschlußfassung aber mit Rücksicht auf die damalige Lage der Verfaffungöentwickelung in der preußischen und anderen Landeskirchen noch ausgesexzt worden. .In heutiger Sißung gab der Referent Professor Dr. Dove vollstandige Mittheilung Über die Stellung der verschiedenen Kirchenregierungen zu dem Pro- ponendum. Nach längerer Debatte ivurde der Antrag in fol- gender Gestalt mit 13 gegen 5 Stimmen (nämlich der Abgeord- neten von Württemberg, Mecklenburg-Streliß, Schwarzburg- Rudolstadt und Lübeck) angenommen: _
„DieKonferenz wolle den Kirchenrcgierungen empsrblen, nach dem Seitens des preußischen Ober-Kircbenraths "gxsteiiien Antrag dcm §. 1 der Geschäftsordnung folgende Zusaße gnzufugen': Die Kirchenbehörden md befugt, neben den aus ihren eigenen Miigliedem entnommenen
bgeordneten auch Mitglieder der m ihrem Gebiet bestehenden Landes- oder Provinziaiiynoden ur Konferenz zu de_yutnen. Wo der Auftrag der Synodalmitglieder 3rchenverfaffungömaßtg mit dem Schlusse der Svnodalversammluné e'ndet, können Ktrchenglteder abgeordnet Werden, Welche während der eßten Veclxammlung der" Landes- oder Provinzial- iynode zu deren Mitgliedern ge ört haben.“ ' . _
Jena, 8. Juni. Am 18. d. M. findet die feierliche Em-
weihung des Ienaisthen K r iegerden km als auf dem Forste statt,
Sachsen-Meiuingen:.Hildburghauseu. M e in i n g e n , 8. Juni." Die Prinzessin Moriß von Sachsen-Alten- burg iraf am 5. d. M. bei dem Herzog Bernhard, zugleich mit der Prinzes s in Marie, welche von Liebenßein kam, zum Besuch ein und Zeh“ Tags darauf, m Begleitung des Hof- marschalls v. Spe hardt, die Reise nach Bad Ems behufs des Kurgebrauchs fort. Von Bad Ems geht die Prinzessin Moriß nach Bad Liebenstein, wo ihr Gemahl den Sommer zuzubringen gedenkt. Morgen tritt der Herzog Bernhard die Reise nach Baden-Baden zum Kurgebrauch an und be lebt sich dann auf seine Sommerresidenz Schloß Altenstein Bad. Liebenstein. Dahin ge t (hon in den nächsten Tagen die Herzogin Marie mit den in ern der Yinzesfin Marth. _ ' ., _ Das Jusxiz- iniftertum hat 'eme umfassende Ueber- tigkeit der Iustiz-Behörden des Herzog-
cht. „ -
eich-ngarn. Wien, 8. Juni. Der Kaiser
»erd fich ubermorgen stal) zur Befichttgung der landwrrthschaft-
lichen Ausstellung nach St. Pölten begeben.
_ 10. Zum. (233. T. B.) Ritter von Orges, Regie- rungs-Rath im auswärtigen Amte, früher Redacteur der „Augs- burger Allgemeinen Zeitung“ ist diese Nacht in Folge der Amputa- tion eines Fußes gestorben.
Schiveiz. §„."Jern, 9. Juni. (W. T. B.) Der Ständ- rath aenehmigie m seiner heutigen Sißung bei der Berathung des Bundesgeseßes, betreffend die BundesrechtSpflege den Antrag des Bundesraths, daß der Amtsfiß des BundeSgeriäzts nicht gleichzeitig der Siß der politischen Bundesbehörde sein solle. Der Siß des Bundesgerichts darf daher nicht nach Bern ver- legt werden.
Belgien. Brüssel, 9. Juni, (W. T. B.) Das Endergebniß der Ergänzungswahlen für die Kam- mern ift jeßt vollständig bekannt. Die Liberalen haben darnach im Senat einen Siß für Thuin und zwei für Charleroi gewon- nen, dagegen einen für Gent verloren. Die bisherige klerikale Majoriiät im Senat, welche 8 Stimmen betrug, ist auf 4 re- duzirt. _ In der Deputirtenkammer sind in Verviers und in Charleroi je 2 liberale Vertreter an Stelle der bisherigen kon- servativen Mitglieder gewählt worden. Die bis dahin in der Deputirtenkammer bestehende konservative Majoritäi von 22 Stimmen ist durch den Ausfall der Wahlrn auf 14 Siimmen herabgemindert. _ In Soignies ist der Arbeits-Minisier Beer- naert nicht wiedergewählt worden.
Großbritannien und Irland. Wie der „Kölnischen Zeitung“ gemeldet wird, hätte betreffs Rocheforts und der anderen aus Neucaledonien entflohenen Deportirien ein Schriftenwechsel zwischen der französischen und der englischen Regierung stattgefunden und wäre leiztere angeblich bereit, die Flüchtlinge irn Falie ihrer Landung in England auszuliefern. Die Kronjuriften seien der Ansicht, daß Vrrbrechen vorlägen, welche die Stattgebung eines Auslieferunchcmirages begründeten.
Frankreich. Versailles, 9. Juni. (WT. V.) Die Na- iionalveriammlung seßtc heute dis Berathung über das Mu- nizipalwahlgescß fort. EinAnirag dcr äußcrstrnLinken, daß eine aus dem Maire und zwei Mitgliedern des Munizipalraihs bestehende Kommission über die Anträge auf Eintragun 'n die Wähkcrliste oder auf Streichung der Wäiyler aus der Ziée ent- scheiden solle, wurde mit 357 gegen 332 Stimmen abgelehnt. Der radikale Depuiirie Girerd richtete darauf die Anfrage an das Ministerium, ob demselben ein bei Griegenheii der Nachwahl im Departement Niézvre im Iournal „Repnbliqur“ von Nevers unterm 2. Mai 1). I. veröffentiichtes Schreiben bekannt sei. Dasselbe sei von dem EentralaLLSschuffe „zur Herbeiführung einer allgemeinen Volksabstimmung“ ausgegangen und empfehle be- sonders, auf die außer Aktivität befindlichen Offiziere einzu- wirken und fie durch Versprechungen für die Wal)! des Hrn. v. Bourgoing zu gewinnen. Der Deputirte lenkte die Aufmerk- samkeit des Ministeriums auf die Existenz dieses geheimen Vereins und interpeÜirte die Minister des Innern nnd der Justiz, ob fie einen solchen Verein dulden würden. Der Iustiz-Minister erwiderte, daß die Regierung keine geheimen permanenten Aus- schüsse erlauben und dieselben überwacben werde. Sodann er- griff Rduher das Wort. Er erklärte, ein Eeniral-AuSsckwß „zur Herbeiführung einer aUgemeinen VolkSabstimmung“ sei ihm unbekannt; das in der „Republique“ veröffentlichte Schreiben sei zu tadeln, er halte dasselbe indeffen für unecht und danke dem Vorredner, daß er ihm Gelegen- heit gegeben habe, fick) über solche Macbinationen aus- zulaffen. Er verlange eine strenge Untersuchung, damit die Wahrheit festgestellt werde. Der Minister drs Innern antrvoriete darauf, falls ein solcher Eentral-AuZschuß existire, werde eine gerichtliche Verfolgung eingeleitet werden.- _ Sodann sprach Gambetta. Er richtete heftige Angriffe gegen den Kriegs-Minifter dé Eisen und den Finanz-Minister Magne, welche er als Mit- schuldige der Bonaparxiften bezeichnete. Nachdem der „Kriegs- Minifter diesen Vorwurf zurückgewiesen hattr, wandte fich Gambetia gegen Rouher und äußerre, es gäbe eine Kategorie von Leuten, denen er die Berechtigung absprechen müsse, über die Ereignisse vom 4. September 1870 ein Urtheik aUSzusprcchen. „Das find jene Elenden, welche uns vom 2. Dezember bis zu Sedan geführt haben.“ Der Präsident der Nationaloersammlung forderte hierauf Gambcita auf , seine Schmähungen zurückzunehmen. Leßterer erklärte aber: „Mein? Aeußerungen find mehr als eine Schmähung; fie smd eine Be- schimpfung. Ich erhalte fie aufrecht.“ Der Präsident sprach dann den Ordnungsruf gegen Gambetta aus. (Stürmische Auf- regung.) Als Rouher wieder die Rednertribüne betrai, rief ihm; der Deputirte Cazot zu: „Gebt uns Elsaß Und Lothringen zu- rück, bevor Ihr wieder auf der Tribüne erscheinr“ Rouher erklärte darauf, daß die Aeußerungen Gambetta's nur Verachtung verdienten. _ Die Sißung wurde sodann aufgehoben.
Spanien. S a nt an d e r, 9. Juni. (W. T. B.) Zwischen Vito ria und Mirand a ist die Verbindung durch c arlist ische Streifcorp s unterbrochen. _ Die Nordarmee hat Logrono nnd Ta fail a beseßt. _ Zwischen dem General Co nch a und dem Carliftenchef D o r r e g ar a 1) finden Verhandlungen wegen Wieder- eröffnung und Offenerhaltung der Ei s e nb a hn von Miranda nach der französischen Grenze statt. '
Italien.. Rom, 9. Juni. (W. T. B.) Der Professor an der Univerfität zu Neapel, Mariano Semmola, ist mit der Vertretung Italiens bei der Wiener Quarantäne- Konferenz betraut worden. ,
_ Der Papst hat heute die amerikanischen Pilger empfangen.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 8. Juni. Atadzsan, ein jüngerer "Bruder des Khans von Khiwa, ist in den rusfiiichen Militärdienst getreten und dient gegenwärtig als Fahnenträger in einem Dragoner-Regiment im Kaukasus.
Schweden und, Normegen. Stockholm, 5. Juni. Der Präsident des Kammergerichts Graf Mörner hat um seine Entlassung gebeten und dieselbe in diesen Tagen erhalten; der von ihm verlassene Posten ist mit StaatSrath Bred'berg bricht worden. Der Expeditionschef Loven, früher Reichstagsabge- ordneter für Stockholm, wurde an Stelle Bredbergs zum kon- sultativen StaatSrath ernannt. ' . ,
_ Der General-Direktor des fchwedtschen Staats -Telegra- phenwesens, P,. Brändftr-öm, ist- am Dienstag, 711 Jahre mlt, gestorben. Er war in: Dienste . des Poftwéikns angestelli, bevor er die“ Leitung des Telegrap e'mvesens übernahm. *
_ Das neue gemein chaftlicbe Handels-“U'Fd Ike“; fahrtsgeseß für Schweden und Norweg“en(Me entugsx low). tritt mit dem 2. Juli in Kraft. * “