1874 / 142 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 19 Jun 1874 18:00:01 GMT) scan diff

Dos 16. Stück der Geseß-Sammlung, welches beute ausge- geben wird, enthält unter ,

Nr. 8206 das Geses, betreffend einige Abänderungen der Vorschriften über die Befteuerung der Gewerbe der Bäcker, Fleischer, Brauer, der Agenten der VerficherungSgesellschaften, der Kleinhändler und des Gewerbebetriebes im Umherziehen. Vom 5. Juni 1874; unter

Nr. 8207 das Gesetz über die Enteignung von Grundeigen- thum. Vom 11. Juni 1874; und unter

Nr. 8208 das Geseß, betreffend die Verhältnisse der Men- noniten. Vom 12. Juni 1874.

Berlin, den 19. Juni 1874.

Königliches Geseß-Sammlungs:Debits-Comtoir.

Zlichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 19. Juni. Vorgestern Abend wohn- ten Se. Majestät der Kaiser und König mit Sr. Ma- Yestät dem Kaiser von Rußland der Theatervorftellung im Kur-

an 12 bei.

1„Gestern Vormittag trafen, wie bereits gemeldet, der König der Niederlande und der Großherzog von Sachsen in Ems ein. Höchstdieselben wurden auf dem Bahnhofs von Bei- den Kaiserlichcn Majestäten empfangen und nach der Wohnung des Kaisers Alexander in den „Vier Thürmen“ geleitet. Se. Majesiät der Kaiser und König empfingen darauf den Comman- deur und Ober-Befehlshaber der Niederländischen Tr_uppen_, Ge- mral van Swieten. Um 1Uhr fand bei Sr. Majestat Dexxuner ßatt, an welchem der Kaiser Alexander, der_König der Nieder- lande und der Großherzog von Sachsen Thetl nahmen.

Der Kaiser von Rußland begab Sich um 2 Uhr nach Cablenz, um Ihrer Majestät der Kaiserm=Königin einen Besuch abzu-

atten. * ß Um 4 Uhr seßte der König der Niederlande seine Reise

nach Montreux fort. _ Bei Sr. Majestät dem Kaiser und König waren gestern der

Kaiser von Rußland mit Seinem Gefolge sowie die Generale von Boyen und von Werder zum Diner.

Se. Majestät der Kaiser von Rußland beabßchtigten, Sick) heut Nachmittag um 3 Uhr nach Jugenheim zu begeben. Zu dem vorher in Ems stattfindeUden Diner wurde Ihre Majestät die Kaiserin-Königin in Ems erwarÉet.

_ Gestern dinirte Se. Majestät der König der Niederlande bei Ihrer Majestät der Kaiserin-Königin, AUerhöchst- _welche heute Beide Kaiser in Ems besucht.

_ In den Sißungen vom 28. Februar und 19. März 11. I. hatte der BundeSrath beschlossen, durch eine zu be- rufende Kommisston ein Gu1achten über den Plan und die Methode, welche bei AUSaxbeiUtng des Ent- wurfs eines deutschen bürgerlichen Geseßbuches zum Anhalt zu dienen haben würden, erstatten zu lassen.

Die Kommisfion hat ihrer Aufgabe durch Einreichung eines Gutachtens genügt, welches zufolge ch Beschlusses des Bundes- raths vom 19. April 1). I. dem JustizUUSschuß zur Aenßerung

„überwiesen worden war. Dieser hat im Ganzen den AuLführun- „gen der Kommisfion nur beipflichten können und fiel) deshalb darauf beschränkt, die Anßchten der Kommission zu resumiren *und nochmals in iLrem Zusammenhange darzulegen.

Wir werden (:S Gutachfen morgen in der „Bes. Beil.“ veröffentlichen und beschränken uns für heute darauf, die An- träge des Ausschusses mitzutheilen. Dieselben lauten:

Der Bundesrat!) woÜe beschließen:

1) Die in dem Gutachten der in den Sißungen vom 28. ebruar und 19. März d. J. gewählten Kommission über Pl_an und ethode, Welche bei der Aufsteüung des Entwurfs cines dcut1chen bürgerlichen Gesetzbuchs zu bcfolgpn find, enthaltcncn Ansichten und Vorschläge

Werden im AUgememen gebilkigk. _ 2) Die zur Entwerfung des Gkseßbuchs zu berufendeKommtsfion

hat aus elf Mitgliedern zu destklxn, welche vom Bundeöraihe mit Stimmenmehrheit gewählt werden. Aus der Zahl derselben Wird der

Vorsitzende vom Reichskanzler ernannt. _ 3) Die Kommisfion badibren Stß in Verlm, _wo die mit_der Redaktion beauftragten Mitgl1eder während der Arbeit ihren ständ1gcn

Aufenthalt nehmen. _ __ _ __ _ _ 4) Die Kommiffwn regelt thren Ge1cha1kögang und bleibt [Hr

überlassen, die in der Anlage dé's Gukachtens vom 15. April d. J“. enthaltenen Vorschläge als Anhaltspunkte zu benutzen. .

5) Die weitere Bestimmung über Zusammensetzung der mit Auf- stellung des Entwurfs des deutschen Handelsgsseßbuchö zu beauftragen- den Kommission bleibt vorbehalten.

6) Die Revision der Gesetzgebung über die AkkiengeseÜWastén ist mit der Revision des Handelsgeseßduchs zu verbinden.

_ Nackzdcm des Kaisers und Königs Majeßät mittelst Allerhöchsten Erlasses vom 26. November 1873 die Uebertragung der bisher bLi den Regierungen zu Breslau, Lieg- niß und Frankfurta. O. verwalteten Bau- und Schiffahrts- Polizei-Angelegenheiten an der Oder von Breslau bis Schwedt auf den Ober-Präfidcnten der Provinz Sck)lefien genehmigt, haben die Minister der Finanzen und ch Handels unterm 29.“ Mai d. I. zur Ausführung dicser Ressort:“ veränderung, Welche mit dem 1. Juli 11. I. eintreten sol], nähere Bestimmungen erlassen, welche in den Amtsblättern veröffentlicht

werden.

_ Seitens der Kriegervereine waren neuerdings sehr zahlreiche Gesuche um Ueberlaffung von Waffen uns den Be- ßänden der Militärverwaltung eingegangen. Die Provinzial- Behörden find demzufolge veranlaßt worden, die Vereine davon in Kenntniß zu seßen, daß bis auf Weiteres solche Gesuche keine Erfüllung finden können, da zur Zeit keine für den bez. Zweck geeignete Waffe:: disPonibel find. FY

_ Der General derInfanterie von der Armee von Stülp- "(aq beauftragt mit den Geschäftxn dxs Gouvernements und dcr Landgensd'armerie, hat stcl) unt langerem Urlaub nach Heringsdorf begeben. _ Dec General-Major und Direktor des Allgemeinen

Kriegs-Departements'von Voigts-Rheß hat fich nach den

Elbherzogthümern begeben. *

_ Ter hamburgische Bevolkmächtigte] zum Bundesrat!) Senator ])r. Schroeder ist heute Mittag nach Hamburg zu-

rückgekehrt.

_ Die Stadkverordnetenversammlung hat gestern über die Anlage eines dendrologischen Gartens auf den Kommunal- ländereien vor dem Schles1schcn Thore Beschluß gefaßt. Bereits am 15. Dezember 1864 beschloß die Stadtverordnetenversamm-

* zur freien Benutzung zurückfaüe.

des Professors 1)r. Koch den

Die Skizze war von dem Staats-Minister ob die Stadt das benöthigte Terrain

und Welchc Bedingungen ste betreffs der Ver-

gedenke. Der Magistrat hat in Folge dessen an die Stadt- verordnetenversammlung einen Antrag gelangen lassen, den d1eselbe in ihrer gestri en Sißung in folgender Fassung angenommen hat: .Die Ver ammlung erklärt sich damit eitkarstanden, daß der Magistrat auf Grundlage des vorliegenden Proxektes, n_ach welchem 105 Morgen 75,88 Quadrat-Rutben von den Kommunallandere1_en vor dem Schlesischen Thore unentgeltlich dem Staate zur Begrundung eines nach dem vorliegenden Projekt auf Staa_tskosten anzulegenden und zu unterhaltenden dendrologiscben Gartens uberlaffcn wcrden fol- 1en, die Verhandlungen mit den _

Weiter führe, daß 1) ein Geldbeitrag zu-dcn Anlagckdsten Settens der Stadt adgelchnt Werde'; 2) daß die Stadt, sofern dte Verwaltjzng_der Anstalt einem von den StaatEbehörden 311 ernennenden selbstandmen Direktor übertragen werde, auf eine Bethetligung M der Ve_rWaitung des Gartens verzichtet, daß dagegen, faÜS_d1e Venoaltung e1_nem aus mehreren Personen bestehenden Kuratdrmm _aqvertraut w_urde, e_r- wartet werde, 3) chß diesem Kuratormmkstadnsxbe Deputtrte bet- geordnet würden; da); der Besuch des _Gartens 1edem_ Erxvachsenen während der ganzen Tageßzeit unentgeltdch gestattet s_e1n mujse, daß Kindern unter 14 Jahren den Eintrttt nur in Beglexttxna von Er- wachsenen zu erlauben sei; 4) daß das dem Staate meßbraucböWUfe zu überlaffende Land in dem Falle, daß der Zweck _des Gartens ge- ändert oder der Ve1uch desselben Seitens des Publtkums weiter,_ als diesseits zugestanden, beschränkt werde, nxbst allen _darauf befindltcbcn Anlagen dime Entschädigung oder Vergüttgung an dre Stadt-Kommune

Dcr Vorlage über das Resultat der Weitkrkn Verhandlungxn mit der Staatdrcgierung sieht die Versammlung entgegen. Zugletck)_ ex- fucht die Versammlung den Magistrat, den bereits beschlossenen stadn- sckzen Park, soweit er durch den dendrologiscben Garten nicht zur Aus- führung kommt, ba1digst in Angriff zu nehmen und zu diesem_ Vehufe einen geeigneten Kostenansaß auf den nächstjährigcn Etat zu )eßezt.

Außerdem hatte die Stadtverordnetenversammlung m 1hrer geßrigen Versammlung in der Kanalisirungöangelegen- heit Beschluß zu fassen. Da der Ankauf von anderweitigen Terrains zu Rieselfeldern auf große Schwierigkeiten stößt, so ist die Kommisfion auf den Ankauf des Ritterguts Briß zurück- gekommen, dessen Ankauf die Stadtverordnetenversammlung unterm 11. Dezember 1). I. abgelehnt hatte. Der Eigenthümer desselben, Hr. Wrede, der das Dorf im Jahre 1865 zum Preise von 325,000 Thlrn. kaufte und bei den ersten Unierhandxungen 1,170000 Thkr. forderte, hat nunmehr, nachdem er emzelne Theile vom Verkaufe ausgeschlossen, seine Forderung auf 800,000 Thaler ermäßigt. Das Areal von Briß würde nach dem Be- richt der Deputation nicht nur die ' Effluvien des Radial- systems 111., sondern auch die von 1. und 11. aufnehmen können, welch leßtere bei der von Jahr zu Jahr stattfindenden Verdich- Fung der Bevölkerung von der Louisenstadt und dem Köpnicker Felde in kurzer Zeit werdenkanalifirtyverden müssen. Das Riesel- feld für diese Systeme wäre alsdann gleich vorhanden und würde durch die Anlage der Druckröhrenleitung fick) erheblich billiger stellen. Technisckwrseits wird diese Ersparnis; auf 200,000 Thlr. veranschlagt. Aus diesen Gründen empfahl die Deputation und mit ihr der Magistrat den Ankauf von Briß behufs Anlage von Ricselfeldern. Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer gestrigen Sißnng zwar den Ankauf des Guts genehmigt, den Kaufpreis aber nur auf 600,000 Thlr. bestimmt.

Cassel, 18. Juni. In der Heutigen SiYung des Kommu- nal-Landtags machte der Vorfiyende der Versammlung Mittheilung von den Seitens der Staatsregierung eingegange- nen Vorlagen. Die Versammlung wählte hierauf einen Aus- schuß zur Prüfnng der Legitimationen von sieben Mitgliedern, einen Einaaben-Au-Isclwß, endlich einen Ausschuß von 20 Mit- gliedern zur Vorberathung sämmtlicher Vorlagen. Damit endigte die Sißung. Bayern. München, 17. Juni. In der heutigen Sißung der Abgeordnetenkammer wurden die Anträge: 1) auf Re- vision des Geseßes über die Schußwaldungen, 2) Ausdehnung des Geseßes 1":er ZwangSaktretung von Grundeigenthum für. öffentliche Zwecke, 3) AnweUdung des Artikels 19 des Geseßes über Benüßung des Wassers, 4) Ausdehnung des Gescßes von 1873 über die Tocherklärnng der seit dem leizten Kriege Ver- mißten auf die Soldaten, die am Feldzuge von 1866 theil- genommen haben, angenommen. Die Bcrathung über den An- jrag, dje Belassung der Central-Forstlehranstalt in Aschaffenburg betreffend, wurde vertagt. Ein von ])r. Völk gestellter Antrag, 21 Mitglieder in die Kommjsfion znr Berathung des Wahl- geseßentwurfes zu wählen, wurde mit 74 gegen 61 Stimmen abgelehnt. Die Kommijfion besteht also nur aus 14 Mitgliedern.

_ Gestern Vormittag fuhr ein Extrazug mit den Abgeordneten und anderen Festgästen nach Ingolstadt und von dort auf der neuen Donauthakbahn _nach Regensburg, wo die An- kunft Um 121/2 Uhr erfolgje. Der Staatsbahnhofdaselbft war mit Kränzen, Fahnen und Wappen reich geschmückt, der Perron mit Eichenlaub bestreut. Bürgermeister Stobäus empfing die Gäste, und bald darauf fuhren dieselben in einer langen Wagenreihe an einer großen Menschenmenge, die fick] längs des Weges auf- gesteUt hatte, vorüber in die Stadt zum Neuen-Haus, wo das Dejeuner eingenommen wurde. Präfident Freiherr v. Stauffen- berg brachte dabei den ersten Toast auf den König aus. An Se.Mc1jestätging sodann die nachfolgende Depesche ab: „Die nach Befichtigung der neuen Bahn von Ingolstadt nach Regensburgin Re- gensburg vereinigteFestversammlung fühlt stel) beglückt, das erste Ge- fühl der Dankbarkeit für dieses neue VerkehrSmittel Ew. K. Majestät AllerehrfurchtE-voklst vorzudringen.“ In der hierauf eingetroffenen Rückanjwort war der Wunsch auEgedrückt, daß die Donauthalbahn für Bayern weithin Segen verbreiten möge. Minister v. Pfreßschner toastete auf die beiden Kammern, Reichs:- rath Graf Bothmer auf die Stadt Regensburg. Die Rethe der Trinsprüche schloß der Abgeordnete Rudolph Weis, welcher das bayerische Volk leben ließ. Nach 7 Uhr erfolgte die Rückfahrt auf der Ostbahn über Landshut und Freifing, wo im dekorirten Bahnhof ein Abendimbiß eingenommen wurde.

Sachsen. Dresden, 18. Juni. Heute Mittag hat die Eröffnung der außerordentlichen evangelisch=lutherischen Landess ynode stattgefunden. Dcrselben war_ Vormittags 9 Uhr in der evangelischen Hofkirche ein Goltesdwnst voraus- gegangen, bei welchem der Ober-Hofprediger 131. Kohlschütfer die

und sämmtliche Mitglieder der Syno

Sckzulrath gierungs-Rath 1)r. Freiesleben. Staats-Minisier ])r. v. Gerber

eröffnete im Namen der 111 LyanJchjs beauftragten Staats- _Minister die Synode mit einer Rede, in welcher er äuße1te:

Staatsbebörden mit der Maßgabe im

synode inzwischen zur Befriedigung der eben bezeichneten wichtigen Interessen

der evangelisch-lutherischen Landeskirche vorbereitet werden sollen. Wenn nun

. Noftiß-Wallwiß und Abeken sind zur Zeit von Dresden ab-

Uus " run des B [U es wurde edo durch die Zeitumstände _ _ verzfxxxzrt, Ind geZkaJT-“tig hat Lan 12“ Staats-Ministcr ])r. wesend), die bei der Synode beschäftiYen Regterungs-Kommtffare Achenbackj auf Veranlassung _

Stadt-Gartendirektor Meyer mit der Entwerfung emes Planes für die Anlage eines dendrologischen Gartens an der Treptower [ _ _ _ _ Chaussee beauftragt. _ thster Frhr. v. Fr1esen und 131“. v. Gerber, Geh. K1rchen- und ])r. Achenbach dem Magistrat mit dem Ersuchen um eme Aeußerung darüber zugestellt worden, _ _

von 105 Morgen unentgeltlich hergeben, ob fie emen Beitrag zu den auf nahezu eine halbe Million veranschlagten Anlagekosten

bewilligen one, waltung und des öffentlichen Besuches des Gartens zu stellen

e beiwohnten. Die Eröffnungsfißung fand Mittags 12 Uhr im Sißungs- okale der Ersten Kammer statt. Umvesend waren die Staats-

1)r. Gilbert, Geh. Kirchenrath ])r. Feller und Re-

Das Kirchenregiment ist fich wobl bewu t, daß in Demjeuigen,

was bisher geschehen ist, noch nicht der L_Lb chluß der Reformen ent- halten ist, Welche im Interesse unseres Ktrchenwesens Wunschenswerth erscheinen; von den vielen inneren_Fragen ahgesehen, mag die Nothwendigkeit einer allgememen geseßbchen Regelung des Um“- einkommens der Geistlichen erinnert werdet). _

aber, da der Eintritt der neuen, mit den hierzu erforderltchen Voll- machten ausgxstatteten Kirchenbchörde unmtttelbar bevorsteht, mußte es geboten erscheinen, Reformen zu , _ _ __ _ sollen, eine aus1chließ11ch hrerauf ger1chtete„ planmäßiße

hier nur „an

In dem Augenblicke

dieser letzteren die Einleitung jenxr weiteren welche, Wenn fie gede1hlich sein ununterbrochene und Aufgabe der Landes- Welche

überlassen ,

Arbeit Jahre 1876 sein , die

erfordern. Es wird daher zusammentretenden ordentlichen umfassenden Vorlagen zu beraibeu,

1ei;§wol)l das Kirchcnregiment jejzt eine außerordentliche Synode berULen hat, so liegt die Veranlassung hierzu in der im Synodalabschiede vom 7. Juni 1871 ertheilten Zusage, daß der Lauchsynode vor dem Jukraftjretcn des nenen Schulgesetzes eine Vor- lage über die Art uno Weise der Beaufsichtigung des Religions- unterrichts durch das Landeskonfistorium zugeben solle. Die zur Erledigung diese'r Zusage dienende Vorlage ist Ihnen in Verbindung mit zwei anderen dringlichen Vorlagen bereits zugegangen._

Zum Präsidenten derselben wurde der Prafident der Ersten Kammer, Kammerherr v. Zehmen, zum Vize- Präsidenten der Geh. Kirchenratl) Dr. Hoffmann aus Leipzig gewählt. _

Württemberg. Stuttgart, 16. Juni. Der Herzog und die Herzogin Eugen von Württemberg find heute Nachmittag hierher zurückgekehrt und haben die für fie eingerich- tete Wohnung im Orangeriegebäude der Königlichen Villa bei Berg bezogen. .

_ In den beiden leßken Sitzungen der Kammer der Abgeordneten waren die Königlichen Verordnungen über die neuere Organisation in der evangelischen Landeskirche Gegenstand lebhafter Erörterungen. Diese Verordnungen vom 20. Dezember 1867 waren noah von dem früheren Kultus - Ministers von Golther ausZegangen, nachdem mehrere Kundgebungen in Form von Bitten der Kammer der Abgeordneten eine solche Einrichtung in der evangelischen Landeskirche in Anregung gebracht hatten. Die Mehrheit der mit der Vorberajhung beauftragten staatSrechtlichm Kommission sprach W in ihrem Berichte unf 6 gegen 3 Stim- men für die Nnficht der Regierung am?, daß die: Verord- nungen nicht zu beanstanden seien, und gegen die Verwilligung der Exigenzen von 14,000 Fl. für die Landessynode und von 300 Js. für den Synodalaussckwß eine Einwendung nicht zu erheben sei. Die Minderheit (Foyer, Hölder und Oesterlen) sprach fick) auch nicht prinzipiell gegen eine Landessynode aus, sondern reklamirte die Sache nur für die Landeögeseßgebung, also zur Verabs iedung mit den beiden Kammern. In der „Kammer ward 1e Auficht der Mehrheit der Kom111isßonhauptsächlich vertreten vomZKnltuOMinister v. (Heßler, der eine mit allgemeinem Beifall aufgenommene Rede hielt, ferner durch den Prälaten v. Hauber, die Abgg. v. Sarwey, v. Bißer, Schmid :c. Die Minderheit wnrde hauptsächlich vertreten durch Kanzler v. Rü- melin, dic Abgg. Hölder, Mohl und Oesterlen. Die Anträge der Mehrheit der Kommisfion, welche die Verordnung nicht bean- standete, erhielten auch die große Mehrheit in der Kammer, die volle ZweidrittelSmehrheit. Auch die Exigenzen wurden ver- willigt. Die Erste Kammer nahm gestern das Berggeseß, wie vorher schon das Verfaffungégesey an, so daß diese nun von der Regierung promulgirt werden können.

Hessen. Darmstadt, 17. Juni. Die Zweite Kam- mer der Stände erledigte in ihrer heutigen (67.) Sißung zunächst diesGeseHeSvorlage, betreffend die Versorgung der Witt- wen umd Waisen der Volksschullehrer, in zustimmender Weise; nach diesem Entwurf beträgt die Wittwenpenfionan statt seither 100Fl. in Zukunft 180 Fl. ZUgleick) wurden der Regierung zur Aus- führung dieser Bestimmungen für 1875 aue; der Staatskasse 15,000 Jqur DinosUion gestellt. Weiter wurde der Gefes- entwurf über zweimonatliche (statt der seitherigen einmonaüichen) Steuererhebung, ebenso wie der Geseßenjwurf über die Hunde- steuer genehmigt. _ Morgen soll die Berathung über den Ent- wmf des Penfionsgeseßes fortgeseyt werden.

BraunschWeig. Braunschweig,16,3uni. Nm14.d.M. wurde in Seesen der 4. Braunschweigische Feuerwehr- a g abgehalten. Zu den Verhandlungen hatten ßck) 80_90 Vertreter von etwa 70 Braunschweigischen Feuerwehren und mehreren Nichtbraunschweigischen (Goslar, Lautenthal, "Einbeck, Osterode) eingefunden. (Die Gesammtzahl der in Seesen anwe- senden auswärtigen Fenerwehrlcute betrug etwa 2500).

Oeserreichülngarn. Wien, 18. Juni. (W. T. B.) Die „Wiener Zeitung“ veröffentlicht ein _ wie eine Bemerkung der Redakjion besagt _ aus Versehen nicht gleichzeitig mit den jüngst erfolgten Ernennungen publizirtes Kaiserliches Hand- chreiben an den Grafen Andrassy vom 14.d.M., worin demselben der Personenwechsel im Kriegs:Ministerium bekannt gegeben wird. Das gedachte Kaiserliche Handschreiben vom 14. d. M. ist vom Grafen Andraffx) kontrafignirt.

_ Der Feldzcugmeifter Baron Kuhn hat sich bereits am 16. d. M. von dem Beamjenkörper des Kxiegs-Ministeriums verabschiedet, und führt bis zur Uebernahme der Ministeriums durch den General der Kavallerie Baron KolXer der Sektions- chef Feld-Marschall-Lie11tenant Benedek die Geschäfte. Baron Kuhn wird zunächst vor Uebernahme des Grazer Generalates einen sechSwöchentlichen Urlaub antreten.

Pest, 17. Juni. Feld-Marschall-Lieutenant Piret, welcher gestern Abends bei einer Spazierfahrt durch Schemverden der Pferde aus dem Wagen geworfen Wurde, ist heute Vormittags im Rochus-Spitale seinen Wunden erlegen.

Schiveiz. Bern, 18. Juni. (W. T. V.) Vom Bun- chrath ist der Beschluß des Ständeraths, wonach die Bundes- stadt Bern prinzipiell von der Bewerbung um den Sky des Bundeögerichts au9geschloffen sein soll, verworfen und der Bun- degrath aufgefordert worden, noch im Laufe der gegenwärtigen

Predigt hielt und dem die in 1373113611013 beauftragten Staats-

lung die Anlage eines Parks auf den gedachten Ländereien, di

; Minister Frhr. v. Friesen und 131». v.Cerber (die Staats-Minister

Session die Entscheidung auf die eingelaufenen Bewerbungen- vorzulegen.

Großbritannien und Irland. London 1 ' Die „Mornmg Post“ beßätigt den Rücktritt deé HKT??? de la Rochefducauld-Bffaccia vom Londoner Botschafts- poßen. Er wxrd denselben_ indeß bis zur Ernennung seines ???_chfolgersh“_1_nd 11135 e1___1_em beerufungssckzreiben überreichen an,:nneaen. u teem eue w' ' London ZwakletR [; f :rd derselbe heute 111 _ enri ochefort kam, wie die A. A. C.“ ' ' gestern Abend, be leitet von Olivier Pain, _cZn Bord des FIYZFÖ dqmpfers ,Yärtha“ von New-York in Qneenstown an und re1fie unverzugltch r_1ach Cork weiter. Bald nach seiner Ankunft vexfammelte ßck) e11_1e große VolkSmenge auf der Landungs- brucke und folgte 1hm unter Rufen: „Nieder mit Rochefort!“ nach _dem Hotel. Auf dem Bahnhofs wurde er wiederum mit S_chreten und 31sche11 empfangen, und nur durch die Wachsam- ;thbXLesr Poltze1 entgmg er Mißhandlungen aus den Händen des 0 e .

Frankreich. Paris, 17. Juni. Das Io ' meld_e__t_ auTs_ 211ng ___?om__16. Juni: Wal offimel m )ei na aro o geflü teter, von Si-S' '1 Dissidenten kon_nte vor einigen_TagY1 die Duars derllTnx-W IHKFZJ Schot-Schergnc beraubeß. Umere zu ihrer Verfolgung abgesandten Gams erre1chten sie 1m Süden von D'ebel-Malol); ein ernst- luh_er Kampf fand statt. _Si-Maamer, SoÖn von Sidi-Scheikli-ben Fa1eh,_und 30 fe1nd11che Retter wurden getödtkt, Si-Sliman verwun- dex, 1emc Fahne erbeutet und sein TranEport befindét fich in Unserkn Hayden, Der Rest der Bande wurde in die Berge gejagt und (1111: Th1ere konnten den_Trafi zurückgegeben werden. Dieser für die Her- steÜung der_Ruhe m der Sahara so wichtige Sécg kostetc uns an Jod??? zwet ZMWDUUT vier__Re_itcr und zehn Vkrwundcte. Die vom au mann eu an e u ren 51 ' " " ' ___n____________ FUUZÖLQ gff h_ch H mtans sturzten sich uber dte a e e att verc") enti t ein Dekret wel cs me r Supp_lementarkredije bewilligt, darunter,: (mex? einenh f?; Ausrust_118n g Zn im Y_ZtrcYe von 4,500000 Frcs.

_ . uni. . . B.) Zwischen den ver iedenen Gruppen der Re_ck]ten smd Vekhandlungen Ygeleitet _zum_3weck der Wtederherstellung der früheren Ma- ]orztat, und ,zwar auf der Basis des von Lambert de Sainte Crmx gesteÜten und e_m die konstitutionelle Kommisfion verwiese- nen Amkags, der dle Errichtung der Republik für die Dauer des Septennats bedeutet. In Abgeordnetenkreisen herrscht die _Anficht vor, daß die konstitutioneUe Kommisfion, deren Bericht m e_twa 14 Tage1_1 erwartet wird, die Ablehnung des Antrags Perter _auf definitive Errichtung der Republik beantragen, da- gegen dte Annahme des Antrags Lambert de Sainte Croix an- empfehlen wxrde.

Versatlles, 18. Juni. (W. T. B.) Die National- versammlung seßte dre zweite Berathung über den Geseß- entwarx, betreffend _die Organisation der Munizi- palhehorden, fort. _ Em_ Antrag Bardoux, wonach für die Umtrrung der Mumztpalrathe der gegenwärtige Modus bei- behqltey und das chn_ der Kommisfion vorgeschlagene Dezen- traltsc_11_19ns[1)stem hejettigx, namentlich die Bestimmung, daß den Mumztpalrathen_eme glerck) große Anzahl von Mitgliedern aus d§r_Klaffe der hochsjen Steuerpflichtigen bkigcgeben werde, weg-

fallrg werden soll, wurde mit 373 gegen 325 Stimmen ange- nommen. Das Resultat dieser Abstimmung, dnrch welche die ganze von dxr Kommisfion auSgearbeite'te Vorlage als in Frage gestellt erschemen kann, erregte große Sensation. Der Bericht- erstatter der Kommission, Chabrol, beantragte die Vertagung der Berathun_,__damtt fiel) die; KommisfioU über ihr weiteres Ver- halten schu ng machen konne. ,Die Regierung nahm an der Verhandlung darüber keinen Theil.

_ Spanien. Madrid, 18. Juni. (W. T. B.) Der amt- l1chen „Gaceta“ zufolge xst eine carliftische Truppenabthei- lung_ vqn 12,000 Mann unter Don Alphons bri Alcora voUstaydtg ges chlagen worden. Der Sohn des Infanten Henrr vo_n Bouxdon, ist in der Schlacht gefallen. , _ _ D18_Car[1sten haben s1ch bei Monte Iurra konzen- trxrt. 9er m der Um_gegend von EsteUa befindlichen Lebens- unttel, Wagen- _und Pscrdß find von ihnen mitgenommen.

_ Dxr Ftyanz-Mtnister wird das Budget in einigen Tagen veroffe11tl1cher_t._ Eme Grnppe von Bankhäusern hat dem StaatsschaH-Z 55 Mtllwnen Realen vorgeschoffen; darunter be; findet fick) dl? Bank von Spanien mit 25 Millionen.

Italien. Rom, 14.3uni. (It.N.) Prin umbert und Prmzesstn Margaretha haben-Rom gzestérn Abend verlassen und find heute im besten Wohlsein in Monza an- gekommen.

_ __ _Der SenaÉ genehmigte gestern die Bud etc:; der M1mste_rten des öffentlichen Unterrichts, der öffenjlichengNrbeitem des Weges, der Marine und des Handels, der Get'verbe und des ?lcYeruxS. Wahrend der Vérhandlungen über das Budget de:?) Ministermxn? der innern Angelegenheiten fragte der Senator Smeo den M1mst_er des Innern, ob es wahr sei, daß die Agent_e11 der Regxexung den Wahlen von Pfarrern durch die Gememden Schwierigkeiten bereiten, während s1e dock] gerade das Gegenthxtl thuy müßten. Hr. Cantelli entgegnete darauf, daß die Regzerung thre Agenten nnr anchss, die Ruhe und Ordnung bet den Pfarxerwahlen aufrecht zu erhalten und dar- auf zu se_hen, daß Majoritäjs- und keine Minoritätswahlen zu Stande kamen, mehr aber die Freéheit der Wahlberechtigten zu beschranken. Da fich__der Senator mit dieser Antwort zufrieden erklc_1rte,sohatte der Zw11chenfall keine weiteren Folgen. _ Gelcgéntlick) der Bexa_thung dcs _Marmebudgets schlug der Berichterstatter der K9mm1s1wn vor,_ dre Verhandlungen über die beiden Gescßent- wurfe,_ welche die Hafenarbeiten von Genua, Livorno und Vxnedtg betreffkn, und die von Neapel, Caftellamare, Salerno Gtrgentt und_Pa[ermo, so lange auszuseßen, bis das Ministe; rtum neue Fma_nzvor(_age11 auSgearbeitct habe, damit die Her- stellung des Gletchgcw1chxs der Einnahmen und Aue.“;gaben des Staatshaushalt?) durchdie kostspieligen Hafenarbeiten nicht ver- zo ert werde. Der Mmrfter-Präfident und der Minister der öffent- li en Arbotten_bemerkten aber dagegen, daß der erste Gefes- entwurf guxZ-gefuhrt x_verden xnüffe, weil die Regierung schon dar- a_uf bezygl1che_Verbmdlrchkmten eingegangen sei, deren fie fick) mcht entztehen konne, wcnn fie nicht bedeutende Entschädigungssum- _men _auSzahlen one. Außerdem würden durch den Aufschub der Arbetten Handel und Schiffahrt der betreffenden Häfen bedeutend [el_den. Als es darauf zur geheimen Nbsjimmung kam, geneh- _1_1;_1_§;_12 destÉnaTddenbe_rsten:ddie_§1afenarbeiten von Genua, Li-

o un ene : e re en en e e entwur '

Stimmen. g ff f H f mtt 46 gegen 24

_ Der italieni che Katholiken-Kon re in Be- nedig ist gestern in Yer Kirche der Madonna gdel 7?.er Unter dem Ehrenvorßß und durch eine Rede des Patriarchen von Venedjg, Kardmal Tremsanato eröffnet worden. Nachdem der

worauf die Versammlung beschloß, demselben *in Dankeste gramnz zu sch1cker_1. Nachdem darauf Aequadori die Gesehiclxxx und d1e_ Vorarbetten zum Kongresse weitläufig auseinandergeseht hatte, hxelt_der Parlamentsdeputirte d'Ordes Reggio eine Rede gegen dtel1beralen Katholiken, womit die Verhandlungen des ersten TFG geschlossen wurden. Die Zahl der Theilnehmer moch1e fi auf 500 Persopen belaufen, darumter die Bischöfe von Bellxmo, Adna, Tremso nnd die Berichterstatter der kleri- kalen BlatZer Jtalienxs, Rankreichs und Deutschlands. __ Dte Tngantsatton der Alpenjäger-Compagnie schrextet urxgestoxt vorwärts. Das Geseß vom 30. September 1873 sÄkelbt d1e Bildung von_24 Alpenjäger- und ebenso vielen (Alpenjager) Landwehr-Alpenjager-Compagnien vor. Von jenen find__beretts 1_9 Compagnien formirt. Im Laufe des nächstcn Jul: sollen“ dre 19 entsprechenden Landwehr-Compagnien gebildet werden. Wenn dann im Laufe des nächsten Jahres die noch fßhlenden 5 Co_mpagnien mit der entsprechenden Landwehr ge- bjldet find, so :| das Gesetz_vc_)m 30. September erfüllt. D _ Das von der k). romtsckjen Kongregation veröffentlichte __ne__§er_;t_,___welches dtefx_g_ro__ß_e kaYmunikation über die- arrer veru , re eme a ld - nehmYFoÉlÉen, lautet: g h urch das VOK an_ „, xe e_rkzeuge der Gotilofigkeik, die ast überall . gxlangen, bemuhen fick), die _bestebeude OrdmÜng umzustürFä ZnezkssYZZ d1e_ Grundlagen der Konstäution dér Kirche Christi zu untergraben S1e_rvagen es selbst, dte katholische Bevölkerung Italiens außnstiftcn' dam1t dtesglbe _das verachtungswürdige Beispiel dcrscbiedcnsr Gcgenderi O_Lr Schw31z nachahme; und fick) frecherweise das Rccht anmaße ihre S_ee11_orger 1xlbst 311 wahlen, Und was noch schlimmcr ist es, gicbt w_1rk11ch gxwtsfenlmx Gcistliche, rvklche sich bereit zsigcn, unéestraft die p_mrrau1tl1che Skeljorge zu übernehmen und als Pfarrer zu funktio- mren, obwobl_1l)nen dtes i_n so ungerschtcr Weise ubertragen wurde Jn_Er1vagung der v1elen_ und äußerst heilsamen Bestimmungén der [ckckth Canones haben ww nicht gezögert, dsr Frechheit und Gott- ldfigke1t der_ Nxmrer entgegenzutreten, damit die Gkgcndeu Oberitaliens FZFTFTHDFYUTLMÉFM _goxilofxn Frevcls_ sick) schuldig macbcn, wslckger dsr wet m «' " AutoÉtät ___g______3____ 3_,_____ jungster Zett da.: Anathema der apostolUchen elvegd urch die große Sorgfalt und Barm sri ke" Fr“ aUen se1ncn_Schafen gxgknüder beseklt ist, bZt 3É7.lk,HxioltithF Piys 1)(. der 172111131111 Kongregatwn des Ratbes befohlen, nach einem lenpttcl zu 1uchcn, das an Encrgie dem Uebel selbst- gleichkomme u d1esem chcke hat derselbe Verordnet, das; 911115, Was in der wohl; Fekßnntxn, untxrm 21. November 1873 anläßl1ch der PfarrWahlen _u_ch d_1_e Bevo!kc_rung-gegen_ dte_S_ch1veiz geschleuderten Encvclica ent- )9 ten ct, auLgefghxt und exygejcharft werde in allen kirchlschen Pro- _VMZM vox1 Vßtxedxg und Ma1land und in ÜÜM der Patriarchal- und Metropgl1tgn-Her1_chts_bar_keit untsrste'klfen Diözesen, wic dasfelbe mit Gegenwarttgem wnklnb m Antvsndung gebracht und Eingeschärft wird. ___"Jn Kraft dessxn find alle DiejenigM, Welche in den genannten Z2,1dze11-n durch dre Wahl der Bcvölkerung als Pfarrer oder Vikare 1e111fe11 Werden und die Frechheit haben sollten, ficl) dcn angeblichen Bestß _der K1rch_e oder _der Rxchte und Gütcr derseldcn anzumaßsn Ind d1e_ Funkttonxn emes _1v1rklick) angesteütsn Pfarrers auszuüben „mch diesc That1ache_a(1e1n .der großen Exkommunikation anheim: gefqÜen, Welche zn verhangen gle1ch allen übrégen kanoniscbsn Strafen aÜem dem bell. Stuhl Vorbehalten ist. Und Alle, so der göttliche11 YFHFTY'WS Glbeen schenken, soll?_n dieskl'ch inc-Wn wie Eindringlinge ___ VYFFEHFU __1_e nur gekommen smd, um zu stehlen, zu zcxstören und 11? 611. Kongregation dcs Rathes at dies 5111110 e d ' ck13? YZFLXZ dam_it __e)S_v_x_n _Llllen bcfolght Wsrde, YHÜeTkJÉéZiT'XÉXZÉ _ um UN? 1111: ir end * ' - selben Wezicll erwähnt sein sTÜten.g welcher Art, selbst nenn dre

Gegeben zn Rom ' ' - . RUWTS, den 25_ Mai 1871-41,1 Sekretarrat der he1l. Kongrygatton des

Gezeichnet: Kardinal Caterini, räfidknf. D A H Erzchhof von Sardicé Sckrekär. _ er gence avas“ wird unTerm 18. Juni aus R gemekdet,_der_Papst habe das Kardinalskollegium Exnpchlz-1 gen und 111 811161“ an dasselbe gehaltenen Anrede von der Ver- folgung gesprochen, welcher die Kirche ausgeseßt sci. Derselbe soll daher angsdeutet habxxx, daß er troxz der ihm neuerdings Y_on hervorragenden polxtxsche11 Persönlichkeiten gemachten ver- sohn11chen Vorschlage fick) zu keinerlei Zugeständnissen erbeilaffen werde, da dteselben nur der Kirche und der menschlicZen Gessi!- schast zum Schaden gereichcn würden.

Rußland und Polen. St. Petersbur , 17. Jun" Der Großfrzrft Michael NikolajewiÉsck), Séatthalter inli KaukasusÖ xxx? zumk29. Juni hier erwartet.

_ _ a roje teines Kanals, welckerSt; eters

tmt dem_ Meere vcrdindensoU, und das vom V))?inistchder LFZ mquatwncn beim Ministcrcdmité vorgkstellt mar, ist, wie die „qunz-Revne“ meldek, bestätigt worden. Das Unternehmen soll tm Wege der Lizitation, aber nur an solche Bcwerber vergeben werden, die bereits ähnliche Arbeiten aU-chführt haben.

__ (Monats-Ueborsickzt für Mai). Seit ddr Abreise des thsers tragen dre Vcrhältniffe in dsr Residenz an dcr chva den Charakter der todten IahrcHzeit an 1169 _ vornehnilick), 111an das Hofleben betrifft. Das Publikum verfolgt dabei mit gespanntexn Interesse die Reise des Kaisers, welche in der .ersten Epoche re1c_h an hock]wichtigcn Vorgängen war. Die chlobung des_ Großsursten Wladimir Mexandwwitsck), zweiten Sohnes des Kmserzz unt der Herzogin Marie von Mcckkcnbnrg-Sckyvecin, die Ve1*r1_1ahlung der Nichte des Kaisers, der Großfürstin Vera Kon- stantmoxvna xnit dcm Herzogs Engen 11511 Württemberg in Stutt- gart, d1_e Reise _des Kaisers nach dLn Niederlanden, nach Eng- la11d,_ dre hcrz[1che-Auf11ahme in Berlin und von Seiten der Englandcr, das_Zusammentreffen mit befrenndeten Souveränen _ WTes das erregt hier ein lebhaftes Interesse. Zu Ende Mai nac!) rusfischcm Slyle soll auch die Kaiserin m_:ck) Deutschland abreisen, und das Hohe Kaiserliche Ehepaar durfte 111 Jugenheim bei Darmstadt mit der Herzogin von Edin- burgh _zusan_1mentreffcn. Die Rückkehr des Kaisers nach Ruß- land r_v1rd fur den Anfang dcs Juli in 91U§fichtgenommem die __Vermalxlxmg d_es Großfürsten Wladimir (wenn auch noch nicht 111 defintttv besttmmter Weise) für den August. _ In Bezug auf auswärtingositik ist vor NUem wichtig dje Emladnng, welche Rußland durch den Reichskanzler Fürßen Goxtschakoff an alle Mächte ergehen ließ zur Beschickung des Bruffeler Kongresses für Präciston dcr" KriegSusancen und für Feststellung allgemein gültiger Normen des KriegSrechts, entspre- ch_end_den Forderungen unserer aufgeklärten Zeit. Das Ver- haltmß der K1ieg§gcfangcnen, sowie auch selbst die Verhältnisse d_er_ _Kampfenden zu den Privatpersonen scheinen nicht von allen ct_vt[1firten Staaten gleichmäßig interpretirt zu werden :' so kam Y_Ferusfiéckze Regieerg auf die Idee, in diesen Dingen auf m a ememrn on r e eine e en e" - zureth. g g eff g g smge Aussprache an _ _ ie Verhandlungen mit Oesterreicl betre s der Abä ermger Jorznalitäten hei Pasfirung dejr Grere gingen ZZFÉF des_Ma1h1erfort, ohne noch zu einem defimtiven Resultate gefuhrt zu haben. Die beiderseitigen Zolltarife sollten unberührt

erzog Salviaxi zum wirklichen Präsidenten ernannt worden war Lm ern Schre1ben des Papstes an den Kongreß zur Verlesung,-

Grenze zu beoba ten find, vereinfa t werden Es it ' hexvorzuheben, da d_ie_ Formalitäten c_h___ Ueberschreitunx unsteY? Sudweßgrenze compltctrter smd als diejenige 1, welche auf unsere an Prxußen anßoßmden Grenzen in Uebung fick) befinden. Aus der Zett der leßten Polenaufftandes ergaben fick) manche Rück- stchten, wexche au_f den Grenzverkehr nicht ohne Einwirkung blieben. _ Der_offentl1_che Aufruf , welcher an 19 rusfische Emigranten ergmg, bmn_en_ emer sech§monatlichen Frist nach Rußland zurück- zukehren, wrdrtgenfaxls dre Strenge der Geseße gegen sie in An- wxndung Yommey wurde, hat dargethan, daß _ Dank dem ebenso mtlden wre rationellen Regierungssystem Alexander?- 11. _ die _?1_1_?_lk_z_e_€_r_1_1_s_f_i_;ch_f_t_1_ ?_mFanten Lehr klein geworden ist. Sehr milde u a un ' ' * MWF JZüclUlinge. g er Regierung m Betreff der pol- _ _n em Telegraphen-Departement er ol ' w1cht1ge Reform. Troß der ungehkuren Streckxn JAZZ]? se__k]_1_: le_lcgraph1;che Horrequndenxin Rußland beherrscht “hält die Re- grrung es fu_r mogltch,_ dre Taxen beträchtlich Zu erniedrigen und dre Mayipulatron tHrer Berechnung zu vereinfachen. In Europa und tm Kaukasus erßreckt fich nunmehr die erste Zone auf 100, dte zwette auf 1000 Werfte, die dritte auf (111€ Übrigen Streckxn bre; zum Katharinenburger Meridian; in Asien erstreckt fix!) d1_e erste Zone auf 100 Werfte, die zweite auf 520 Werste Y? drttt_e auß 1570 Werfte, die vierte auf alle übrigen Strecken, __ re Taxen fur dte yerschtcdepxn Zonen wnrden edsnso überfichtx -1__ch] 11_nd k[a_r orgamfirt, ngmltY für die erste Zone 50 Kopeken _fzur dre zwette 1 Rybel, fur die dritte 2 Rubel, für die vierté RRubel. Im Detatl ward Uochn1§1nchen anderen Erleichterungen ____a_1_1_m___(_z_T_g__e_d_§n_ndc_1_§xnk_ter z. ZZ. fur die ?_lusdehnung der MDK- ermäßigten Taxen. z g auf tetelcgraphqche Korrespondenz mit _ Im Mai erhielt auch ein vom Mini'terium d " m das Mmrster-Comité eingebrachtes und 112111 dem [?ZsteZZLnZT gezwmmenes Dekret, welchc's eine wichtige Frage in Angelegen- hezten der Prxffe behandelx, die Kaiserliche Besfätäqung. Es ist der uns z_u1ve1[en sehr mtchtig, den Zeitpunkt fk'stzusteUen in welchem el_n Buck) al? herauSgegehen anzusehen wäre. Mänche Werke (_rme z._ B. d1e_ aus dem Gebiste der rnsfisch-orthodoxen Theologte) U11.erlteget_1 1hre_s Inhalts wegen aUcl) in St. Petersburg und_Moskau der pravemtyen Censur, andere wegen ihres nicht zuretchenden Umfanges, rote z. B. Originalwerke unter 10 und Ueberseßgngen 1111ter__20 Bogen. In der Provinz smd dié Aus- g_abe11, dle ohne Praverztivcensur erscheinen dürfen, noch mehr e111gesch_rankt: fie_red_uz11*en sich (mit.?[usnahme offiziküer oder akademtscher Vubltkqttonen) auf das Goblet der 11ltklc1sfischen Phckologze und ge1o1ffer phyfiko-mathemafisckxr Editionen und auf chs Gebiet der Kartographie. Als entscheidendes Merkmal für wxrkllck) voUcndeten Druck Ward nun das Ablegen des SaHes angenommen. Die_V0rftcl[ung einzelner Bogen untcr Bewah- rxmg des S_aßes ware danach als Einreichung zur präven- tive? Pdrufung durch die Censurbehörde anzusehen,

11 en_leßten fünf Jahren at "1 das Bankx ' ' uns U11g2111cm entwickeZt. Man hzähl1tech im Jahre 137629ecx1ußbee1:x der Rerchc3bank _und 1hren Fisialcn 176 städtische Banken mit exnem Gr:“.ndkapttadWU 4,100,000 Rnbel, 4 thienbanken und eme Borsenbank m_1t_ 7x Millionen Grundkapital und 7 Gesel]- schaften anf gegxnsctttgen Kredit. 3th giebt es 248 städtische Vanxen, 43 NMenbanken_und 74 Gesellschaften anf geßenseitigen „erd1t. Das Grundk_11p1tal der städtischen Bankrn Öst auf 10 Mxüxonen RUbel gcsttegen, das der Aktisnbanken auf 133 Mtsltonen R11_bel._ Das Kapital der AktienbaUken hat sich in Tunf Iaßren 1011111 auf das 13fache gesteigert. Eißiqe dieser Banker? haben eme besonders lebhafte Tßätigkcit entfältet: so seYten tm Jaßre 1872_ drei Petersburger Banken (die Diskonts- Lexhban_k,_d1e Internatwnale und die Kommsrzbank) zusammen 156 M1111onen Rubel um, während dis Reichsbank mit ihren 38152?!th 1931 _Zßm gena1_nte_n Jahzx 261 Millionen umscßte, und

c 1 19mm au et ene e 1 ' ' ' Auftrage von KommittenteJ. ch11mg Md 18 MMMM tm

Der_Wcckxseldiskont betrug im Jahre 1869 in d ' - bank nebst Filia1e11 30 MiUionen Rubel,“ in der MoskafxrchZJZT- merzbank 9 Mtlltqnen, in der St. Peterstrqer Kommerzbank 5,300000 Rubel; m den städtéschen Banksn 23,800 000 Rudel „111 den andern Kreditanstalte'n etw.“: 6 Millionen _- ?[Ues ix; Allem demnach e1ma 74 Millionen Rndcl. 91111 1. Januar 1874 befanden fick] dageaep in den Portefeuilles dcr Diskontbanken in Wqckseln 344 M1Uionen Rnbel; davon Waren in der R91ch§ban und bet 41 Aktienbanken z11sc1mmen 2532“ Millionen b€1_ftadtrschk_n_Vanken 683 Millionen; himfickztlick) der GeskllsckMften, (Ws gegensmdtgen :Kredtt find die Angaben in Betreff dieses Ge- genstaydcs 111cht cmmal ganz exakt. Am Msisten ragen U111er don stk011tbc111k_en durch ihren W2chseldiskdnt hervor: die Reichs- bank (531 M1l_[10_11c11_); Wolga - Kama : Bank (38 Millionen)" Moskauer _kauxmanmsckw Bank (31 MiÜionen); Sc. Petersburgeé T_tskontLethbank (131 Millionen); Monauer Leihbank (Zé Mil- l1011en);_§1)1_osk11uer DtHkontbank (9 Millionen); St. Petersburger erste Ze1cll1chaft auf gegenseitégen MONT (9 MiUionen) u. s. w. „Yer n11_s1värtige Handel wie:“; im In re 1868 eincn . von 519 Millionen (nach dem „Golos“)h11ach, im JahreU1n8s7Z aber _emen 11011732 Millionen. Die Erlanbnißscheine zum Hanselsbetmebe brachten im Jahre 1868 dem Staate eine Emnahme von 10176000 9111591; im Jahre 1871 von 11,960 000 Rubel. Ferner berichtet der „Golos“, wie im Jahre 1867, für das Recht dcs Handelsbetriebes in der ersten Gilde 3400 Scheine 9U6gegebe11 wnrden 1md_i11 der zweiten 64,697 Erlaub11ißscheine' 1m_Jahre 1871 war_en m der ersten Gilde 3850 und in de:: zme_1ten 73,391 Scheme agsgegeben worden. Konzesfionen zur Eroffnung emzelner ka11fn1annisck]er Gctverbedctriebsanstalten wur- dexx 1111 Jahre 1867 99,224 und im Jahre 1871 120,781 ec- tlzeilt. Im Jahre 1866 expedirten die Eisenbahnen auf einer _Ausdehnung von 5500 Werft etwa 386 Millionen Pud Güter; _:_TUIThre FIJI Y_Y_chr Gesatxmtausdehnung von 14,500 Wer- e ma 1 tonen u , das mackt etwa , ' ' - nen deutsche Zollpfunde. P ) 33000 MMU _ _Was die Versicherun s e ell“ a ten anlan t ex1st1rten_ (nach der Börse:1zeitu§g)g dseren1Y11 fJahre 186? “mL? funf; fett 1867 find fieben neue hinzugekommen. Diese Gesell- sch_aft_en nahmen an Affccuranzprämien ein im Jahre 1868 61/2 9111111011211 Rubel; im Jahre 1869 7,700000 Rudel; im Jahre 1870 8,900,000 Rubel; im Jahre 1871 10300000 Rubel; im Jahre 1872 11,800000 Rubel : im Jahre 1873 14,400 000 Rubel. Dte Ztffer der Verficherung§prämien hat fick) in wetéigen Jahren derdoppelt, xvozu noch in Llnschlag zu bringen, daß die Prozentsaße der Pramten wegen der zunehmenden Konkurrenz in den lthen Jahren beträchtlich herabgesetzt waren. '

Dänemark. Kopenhagen 16. Juni. Das La er bei Huld in Jütland wurde *gestern durch folgenden Kom

bleiben, dagegen die Formalitäten, die bei Ueberschreitung der

Kronprinzn unterschriebenen Divisionsbefehl eröffnet;