tigkeiten, der Gemeinheitstheilungen und der Zusammenlegungen der Grundstücke im Fürstenthum Schaumburg :Lippe durch die Königlich preußischen AuSeinanderseßungsbehörden. Vom 27. April 1874. Berlin, den 24. Juni 1874. Königliches Geseß-Sammlangs-Debits-Comtoir.
Yichtamtliches.
Deutsches Reich. . _ Preußen. Berlin, 24. Juni. Se. Maxeftat der
Kaiser und König nahmen vorgeßern in Ems den Vor- trag des Geh. Legationö-Raths v. Bülow entgegen.
_ Der BundeSrath hat in seiner Sißung am 11. d. M. besckxioffen: 1) dem vom Reichstage beschlossenen Entwurfe eines Geseyes, betreffend dieVeurkundung des Personen- ßandes und di: Form der Eheschließung, die Zustim- mung nicht zu ertheilen; 2) den Reichskanzler zu ersuchen, unter Betheiligung der Bundeßregierungeu einen Geseßentwurf Über die Einführung der obligatorisckzen Civilehe und die Beurkun- dung des Perfonenstandss aufstoUen zu [affen und denselben baldtbunlichft dem BundeSrath zur Beschlußnahme vorzulegen.
Zur Ausführung des Beschluffes zu 2) wurde ferner be: sckzloffen: &. die BundeSregierUngeU zu ersuchen, ihre Bemerkun- gen zur Suche durch formulirte, mit Motiven versehene Ab: änderungsvorschläge zu dem vom Reichstage angenommenen Geseßentwurf dem Reichskanzler-Amt baldthunlickst mitzutheilen, b. demnächst kommissarische Berathunge'n über die Sache ein- treten zu lassen.
_ An die Stelle der bisher mit der Vorberaihung der Beobachtung drs Vench-Turcl)gangs beauftragten Kommission ist jeßr mit Zustimmung des Bundesraths die Kommission für die Beobachtung des BenuH-Durckggangs getreten. Dieselbe hat die Aufgabe, astronomische Expeditionen zur Beob- achtung des am 8. Dezrmbcr 1874 stattfindenden Phänomens zu organifiren, auszurüsten und auszusenden, für die von diesen Expeditionen auszuführenden Reisen Und wiffenschafilichen Arbei: ten Instruktionen aufzustellen, die Ausführung dieser Arbeiten zu überwachen, bezithngsweise dicsriben, soweit se in Deutsch: land auSzuführen find, persönlich zu leiten und nach Beendigung der wissenschaftlicizen Arbeiten diesrlben zu redigiren und zu publi- ziren. Die Kommission besteht aus folgenden Mirglicdern: 1) dem Direktor der Königlichen UniversitätS-Sternwarte, Geheimen RegierungS-Ratl) Professor Dr. Argeiander in Bonn; 2) dem Astronomen drr Königlich preußischen Akademie der Wissen- schaften Profeffor 1)r. Auwers in Berlin; 3) dem Direktor der Königlichen UniverstiätßSicrnwarte Prdfcffor 1)1-. Bruhns in Leipzig; 4) dem Direktor der Königlichen Sternwarte Professor Dr. Förster in Berlin; 5) dem, Direktor der Sternwarte Rümker in Hamburg; 6) dem Direktor der Großherzoglichen Sternwarte ])r. Schönfeldt in Manrzheim; 7) dem Professor an der König- lichen Universität [)x-. Seidel in München; 8) dem Direktor der Kaiserlichen U11iverfiiät6-Sternwarte Profeffor Or. Winnecke in Straßburg. '
Der BundeSratb hat in seiner Sißung am 11. d. M. ein den GescbäficZgang regelndes Statur der Kommission genehmigt.
** Zur Geschichte des Entwurfs einer dentschen Strafprozeßordnung theilen wir aus den Motiven deffelben Folgendes mii:
anwalt Tessendorf zu Magdeburg, dem Ober-Tribunals-Rath Voitus zu Berlin. Aus den Berathungen der Kommisfion ist der Entwurf hervorgegangen. _ Ueber die Einrichtung und den Wirkungskreis der Kreissynoden, deren Zusammentriit in den östlichen Provinzen stattgefunden hat oder nahe bevorsteht, ist in der Kirchengemeinde: und Synodalordnung vom 10. September U. I. Folgendes bestimmt: Die zu einer Diözese vereinigten Gemeinden bilden in der Regel den KreiS-Synodalverband. _ Kleinere Diözesen können ganz oder getheilt mit benachbarten zu dem Verbande einer Kreissynode vereinigt werden. Die Kreissynode besteht aus: 1) dem Diözesan-Superinten: denten als Vorfißenden (unter me reren zur Synode gehörigen Superintendenten gcbiihri drr Voriß dem im Ephoral_amt älte- ren), _ 2) sämmikichen innerhalb des Kirchenkreises rm Pfarr: amt verwaltenden Geistlichen (und sonstigen Geistlichen des Kroi- ses mit berathcnder Stimme), _ 3) je einem weltlichen Mii- gliede, welches von dem Gemeinde-Kirckynratbe jeder Gemeinde gewählt wird (Gemeinden mit mehreren Geistlichen wählen eben so viele weltliche Mitglieder), _ 4) noch je einem Abgeordneten der Gemeinden, welche mehr ais 4000 Parochianen umfassen. Die Kreiswnode tritt jährlich in der Regel einmal zusam- men, außerdem mit Genehmigung odrr auf Anordnung des Konsistoriums. Die Dauer der Versammluxig soll zwei Tage nicht Überschreiten. Zur Beschlußfähigkeit bedarf es der An- wesenheit von zwei Dritteln der Mitglieder. Die Beschlüsse wer- deii nach absoluier Stimmenmehrheit gefaßt. Jede Siyung wird mxt Gebet eröffnet, die Schlnßfißung auch mit Gebet geschlossen. ' Der Wirkungskreis der Synode "umfaßt folgende Befug- n'iffe und Obliegenheiten: 1) Die Erledigung der vom Konsisto- rium. odsr der Provinzial=Synode eingehenden Vorlagen, _ 2) die Bsratbung von Anträgen an das Konsistorium und die Provinzral-Synode, welche von Mitgliedern der Kreissynode, von dry Gemeinde-Kirchenräthen oder auch von einzelnen Gemeinde: gltrdern auSgcben, _ 3) die Mitaufficht über die Gemeinden, Geistlichen, Kandidaten U. ( . w., _ zu welchem Behufe der Synods durrh den Superintendenten ein Bericht Über die kirchlichen und sittlichen Zustände der Gemeinden vorgelegt wird, _ sie ist be: rufen, von anstößigen Vorgängen im Leben und Wandel der Geist- lichen, Gemeindebcamien und Kirchendiener Kenntniß zu nehmen, dagegen die Mittel der ErmanUUg und Warnung in Anwen- dunZ zii bringen und, wenn sie fruchtlos bskiben, die Sache der zustandtgen DiSziplinarinstanz zu Übergeben, _ 4) die Uebang der KirchrndiÉ-ziplin in zweiter Instanz, wo in ersier Instanz der Gemeinde:Kirchenrath Entscheidung getroffen hat, _ 5) die Mit- aiiffirbt' übrr die in den (Hemeindrn bestehenden Einrichtungen fur chr1stliche LiebeHwerke, sowie die Vrrwaltung und Leitung der gememiamen derartigen Institute, _ 6) die Prüfung des Kassen: und Rechnung§wesens in den Gemeinden, _ 7) die Verwaltung der Kreis-Synodalkaffe, _ 8) die Priifung statu- tarischer Ordmmgen der Gemeinden, _ 9) die Wahl des S1;- 1wdalvorstandes, welcher nächst dem Superintendenten aus vier auf drei Jahre gewählten Beisißern bestcht, _ 10) die Wahl von Abgeordneten zur Provinzial-Synode, zu welcher jede Kreis- Synbde einen geistlichen und einen weltlichen Abgeordneten und für jeden derselben einen Stellvertreter und zwar aus der Zahl der derzeitigen oder früheren Mitglieder der Kreissynode, der GemeindeKirclzenräth-Z und der Gemeindevertremngen wählt.
_ Der Großbsrzoglicl] Oldenburgische Minister: Präsident und Bevollmachtigte zum Bunchrath, Erb-Marfcha11 im
Die Vieigcßaliigkcit der Strafverfabréns ist seit lange als ein schwerer Mißstand in dem deutschen Recbtsieben empfunden worden, und der Reichsiag des N0rddrrxischen Bunch hatte deS- halb in seiner Sißung vom 18. April 1868 den Beschluß ge: faßt: „den BundLHkanzier auizufordrrn, den Entwurf einer ge: meinsamen Sirafpi'ozeßordimng fiir den Norddeutschen Bund vorbereiten Und dem Reichstagr vorlegen zu lassen.“
Nachdem der Bundesratk) des Norddsutschen Bundes in seiner Sißnng vom 5. Jimi 1868 dirsem VeschlUffe bcigctreten war, ist der Königliche preußische Justiz-Minister von dem Bun- deskanzler unter dem 12. Juli 1869 ersncht worden, gleichwie es mit dem matrrirllen Strafrecht gescbeben war, auch die Auf: stellung des Entwurfs einer Strafprozeßordnung zu veranlassen.
Der in Folge dieses Ersmbens aufgrsteiite Entwurf wurde im Anfang des Jahres 1873 dem BUNdkleaibe vorgelegt und gleichzeitig mit den Motiven Und einem Bande Anlagen durch den Buchhandkl (Berlin, Verlag von v. Decksr) veröffentlicht.
Nachdem die verbündeten Regierungen von dem Entwurfs Kenntnis; genommen [)ÜTWU, ami) iiacl) geschkhener Veröffent- lichung deffelben der Kritik geUügcnde Zeit gslaffen war, (":-“i) Über den Entwurf zn äußern, beschioß drr BUiideSratk) anf den An: trag des IUftizaUSscl)Uffcs in dcr Sißung vom 13. März 1873: den Entwurf einer cms elf“ angesehenen Juristen des DeUtscben Reißbs zu bildenden Kommisficm zur-Vorberathung zn Überweisen. Gxeichzriiig wählte er zu Mitgliedern dieser Kommission: 1) den Komchi) yreußischen Präsidenten ])1". Friedberg; 2) den König: lich preußischen Geheimen Ober-Insjiz:Raih und voriragenden Raik) , im Justiz-Minifterium 1)r. Foerster; 3) der. Königlich preußischvcn Geheimen Ober-JustizMatl) und Appellationsgerickzis: Bize-Prafidenten Mager; 4) den Königlich preußischen ordent- licher) Professor_ der Rechte, Staatsratk) ])r. Zachariä; 5) den Kbniglzck) preußischen Rechisanwalt Iuftiz-Ratk) Wiener; 6) den Komglrcl) bayerischen AppeUaiioncderichiS-Raih und Referenten im Siaatsszisterium der Justiz 1)1'. Staudinger; 7) den Königlich sachfischen General-SiaaiHamvalt 1)r. Schwarze; 8) den Königlich württembergischen Ober=Tribunach-Ratl) v. Binder; 9) den Großherzoglick) badischen Ministerial=Raih Or. Bingner; 10) den Großherzoglich hesfischen Ober:§21ppe11atidns: Und Kassa: tionsgcrick)ts:Rath 1)r. antgraf; 11) den hamburgischen Ober: Staadömwalt 1)r. Mittelstädt. Die Kommission trat am 17. April 1873 in Berlin zusammen. Sie hielt in der Zeit vom 17. April bis zum 3. Juli 1873, unter dem ständigen Vorstße des Präsidenten ])r. Friedberg uud unter Mitwirkung zweier Schriftführer, 39 Sixzungen ab, in welchen der Entwurf in drei Lesungen durchberathen wurde. Bei diesen Berathungen sind nicht blos die in der TageSpreffe und in dcr Brochürenliteratur niedergelegten Urtheile, namesntlici) die den Entwurf eigends be- handelnden Schriften von 1). Bar, H. Meyerwnd Wahlberg, sondern auch die dem ReichSkanzlor-Amt oder der Kommission sonst zugegangenen Gutachten in den Kreis der Erörterung ge- zogen worden. Solche Gutachten waren eingegangen von dem Ober- Siaatsanwali Berninger zu Eisenach, dem Ober:Staat-Zanwalt Diehl zu Wiesbaden, dem AppellationSgericht zu Eiseiiack), dem Professor d&"Rechte 131“. Fuchs zu Marburg, dem Ober-Tribu: nals-Vize-Prafidenten, Wirklichen Geheimen Ober-Justiz-Rath
Fürstenthnm Halberstadt, Freiherr von Rössing, ist gestern Morgen gestorben.
_ Der Premier-Liciiienani v. Brandis, Aitachéx bei der Kaiserlich deutschen Botschaft zu Paris, ist hier eingetroffen.
_ Die Feld:Artillerie=Regimenter heißrn nach der neuen Formation:
Garde:Corps: 1. Garde:Feld:?[rtiilerie-Regiment, 2. Garde- Jeld:AriiUerie-Regiment; 1. Armee-Corps: Ostpreußisches Feld: ArtiÜerie-Regimeni Nr. 1, Westprenßisckzes Feld-Nrtillerie:Regi- ment Nr. 16; 11, Armee-Corps: 1. Pommersches Feld-Ariiilerie- Regiment Nr. 2, 2. Pommersches FcW-Artiilerie-Regiment Nr. 17 ; 111. Armre-Corps: ]. Brandenburgischcs Feld-Artillerie: Regiment Nr. 3 (General:Feldzeugmeister), 2. Brandenburgisches Feld : Artillerie : Regiment Nr. 18 (General : Feldzeugmeister); 17. Armee = Corps: Magdeburgisckxes Feld = ArtiÜerie: Regiment Nr. 4, Thüringisckxs Feld:ArtiUerie-Regiment Nr. 19; 17. Armee- Corps: Niederschlesrfckws "Frld-Artillerie-Regimeni Nr. 5, Posen: sches Feld-ArtiÜerie-chiment Nr. 20; 71. Armes-Corps: Schke- fisches Feld : Artillerie : Regiment Nr. 6, OberschlesisMs eFeld- Artilleric-Regiment Nr. 21; 711. Armce=C0rps: 1. Westfälisches Feld-ArtiUerie-Reginient Nr. 7, 2. Westfäliscbes Fcld-ArtiÜerie: Regiment Nr. 22; 1/11[. Armee-Eorps: 1. Rheinisches Feld- Artillerie-Regiment Nr. 8, 2. Rheinisches Feld:Nrti[1erie-Regi- ment Nr. 23; 1x. Armee-Eorps: Schle-Z-wigsches Feld-Artillerie: Regiment Nr. 9, Holsteinsches Feld-Nrtillerie=Regiment Nr. 24; )(. Armee: Corps: 1. Hannoversches Feld :Artillerie- Regiment Nr. 10, 2. Hannoversches Feld-Ariiüerie:Regimcnt Nr. 26; )(1. Llrmce-CorpH: Hesßsches Feld-LlrtiUerie-Regiment Nr. 11, Großherzoglich Hejfisches Feld-ArtiUerie-Regiment Nr. 25, Nas- sauisches Feld:21rti11erie:Regime11t Nr. 27; Fly. Armee-Corps: 1. Badisches Feld-ArtiUerie-Regiment Nr. 14, 2. Badisches Feld- ArtiÜerie-Regimcnt Nr. 30; )(7. Armee-Corps: Feld-Artilierie: Regiment Nr. 15.
In analoger Weise ist nunmehr auch die Feld-Artillerie des )(11. (Königlich Sächsischen) und des )(111. (Königlich Würt- iembergischen) Armee:Corps definitiv in je zwei Regimenter ein: gctheilt, von welchen die des erstgenannten Armee-Corps die Nummern 12 und 28, die des leßteren die Nummern 13 und 29 führen.
Die einzelnen Batterien heißen nicht mehr 1. schwere u. s, w., sondern werden nur nach der Nummer benannt: 1., 2. u, s. w. (reitende) Batterie.
_ S. M. Brigg „Rover“ ist am 28. Mai d. I. im Hafen zu Norfolk zu Anker gegangen und beabsichtigte am 9. Juni d. I. die Reise nach New-York fortzuseßen.
Posen, 22. Juni. Der Provinziaklandtag faßte heute in seiner 3. Plenarsißung folgende Beschlüsse:
1) In Folge einer Vorlage der Landarmen-Direktion, be- treffend die Ausffihrung von Baulichkeiten in der Korrektions: Anstqlt Kosten, ist die Direktion ermächtigt, über diejenigen Bau: 11chke1tense1bst zu beschließen, welche ste zur Verbesserung der "mchte? Einrichtung der Anstalt und zugleich für dringlick) era e.
2) Ueber die Mitbenutzung der KorrektionS=Anstalf u
Dx. Grimm, zu Berlin, dem ZollvereinS=Bevollmächtigtem Ge: heimen chterungS-Rati) v. Lessmg zu KarlSruhe, dem Staats:
Kosten als Landarmenhaus ist beschlossen: 8. die von der Lan :
provisorischer L_Zenußung der Korrektions-Anßalt zu Kosten ge- troffenen vorlaufigen Aenderungen, insoweit fick) dieselben als Abanderungen des AnßaltS-Reglements vom 5. September 1871 darsteUen, sind genehmigt. 1). Die Korrektions-Anftalt zu Kosten wird unter Beilegung der Bezeichnung „Arbeits: und Land: armenhaus“, insoweit es die Verhältniss und der Raum ge- statten, fortan auch als Armenhaus zur Aufnahme von Land- armen und von OrtSarmen in Gemäßheit des Geseyes, betreffend die Ausführung des BundeSgeseßes über den Unterstüßungs- wohnst Wm 8.März1871,benußt werden. 0. Der gemäß §.8 der A erhöchsten Verordnung vom 29. Juli1871 von der Land: armen-Direktion gefertigte Entwurf eines Llnftalts-Reglements wird genehmigt.
3) Eine Petition Wegen Erftattung von für einen Land- armen von eineijommune vorgescboffenen Verpflegungsgeldern, sowie drei Petitionen wegen Gewährung von Brandentscbädi- gungSgeldern, welche die Provinzial:FeuersozietätS-Direktion nicht 1 m_ der erunschten Höhe (resp. gar nicht festgesteUt hat, wurde
als unbegründet abgelehnt. „ „
4) Ueber zwei durch die Landarmen-Dtrektton znr Erweite- rung der Korrektions:Atistalt in Kosten bewirkie Grundstücks- käufe wird die Genehmigung eriheilt.
5) Tie Jahresberichte über die Verwaltung des Landarmen- .und Korrigendenwesens für die Jahre 1871, 1872 und 1873 wurden zur Kenntnis; deH Landtages gebracht. Daraus ist er: sichtlich, daß 3. in dem Baufonds uit. 1873 ein Bestand von 30,957 Thlr. 8 Sgr. 9 Pf. vorhanden ist, 1). die Provinz an Beiträgen zur Besireiinng der General-Verwaktungskosten, zur U1112rhaltung des Landarmenwesens und der Korrektions-Anstalt 48772 Thlr. 28 Sgr. 10 Pf. angebracht hat, wovon jedoch nur 39,090 Thlr.422 Sgr. 1 Pf. verbraucht und '9682 Thlr. 6 Sgr. 9 Pf. dem Vaufonds zugeführt find, 0. daß die täg- liche Durchschnitiszahl der im Jahre 1873 detinirten Personen 400 betrug, und zwar 35 pCt. Evangelische, 64,25 pCt. Katholische, 0,75 pCt. Juden.
_ 6) Ebenso wnrde die allgemeine Darstellung über den Zustand der Feuersozietät der Provinz am Schlusse des Jahres 1873 zur Kenntnis) der Stände gebracht. Damach waren uli. 1873 verfichert: die Gebäude aus dem Regierungs- bezirk Posen mit 95,606,500 Thlr., deSgl. Bromberg 56,394,425 Thlr. Summa 152,000,925 Thlr. Die Bestände betrugen am Schlusse des Jahres 3. beim Hanptfonds 362,852 Thlr. 27 Sgr. 7 Pf., 1). beim Reservefonds 391,768Th1r. 24 Sgr. 11 Pf. Die Rechnungen der Provinzial- Feuersozietät pro 1870/72 sind dechargirt.
7) Die Rechnungen über den Departementsfonds für die Jahre 1871/73 wurden ebenfalls dechargirt.
_ 8') Der Etatseniwurf von den Verwaltungskosten der Direktion der Provinzial:Hülfskaffe für 1874/76 ist in Ein- nabme und AgHgabe auf 2700 Thaler festgestellt nach vor- heriger Genehmrgung einer Mehranabe von 1000 Thalern gegen den bisherigen Etat.
"Fulda, 24. Juni. (233- T. B.) Zehn preußische Bi- schofs find zur Konferenz hier Lingetwffen, auch der Bischof Conrad Martin von Paderborn. Ebln, Posen und Trier siiid durch Abgesandte verireten. Außer ihnen haben sich auch Bischdf Kriieker von Mainz und Weihbischof Kübel von Freiburg !)1er eingefunden. Die erste Konferenz beginnt heute Vormittag 9 Uhr.
Bayern. München, 21. Juni. Die Akierhöchste Geneh- migung bezüglich der Zeiteintheiiung der diesjährigen Herbst- Waffeniibungen der Truppen der beiden bayerischen Armee: Corps ist dieser Tage erfolgt. Diéselben werdcn theils in der zweiten Hälfte des August, theils in der ersten Hälfiédes Sep- tembers abgehalten werden. Den vorauSgehenden chiments:, Brigade: und DetachementH-Uebungen (lexztcre mit gsmisckxen Waffen) Werden fich die DivisionH-Uebungen anschließen, und zwar: die der ersten Division in der GLgLUd von Mainburg; die der zweiten Division in der Umgrgend von Harburg; die der dritten Division in, der Gegend von erzogenaurach und die der vierten Division in der Gegend zwis en Homburg und Zwei: drücken in der Pfalz. Zu den [eßteren Uebungen wird auch die bayerische Besaßungsbrigade von Meß beigezogen.
_ Einer der ältesten Veieranon der bayerischen Armee, der penfionirie Grneral=Lieutenant Baptist v. Roppelt, ist gestern im 84. Lebensjahre hier gestorben.
_ Die sämmtlichen in Miinchen wohnenden Landtags: Abgeordneten, ohne Unierschied der Parteisicllung derselben, werden fich morgen zu einer Vorbrraihung über den Geseß: entwurf in Betreff der Au-Zscheidung dcr Kompe- tenz der Polizeidirektion und des Magistrats Münch ens versammeln, um eine Verständigung über ihr Ver: haitrlii in der Kammer hinsichtlich dieser RégierungWorlage zu erzie en.
_ _ Das Finanz-Ministrrium hai zur Ergänzung des FiiianzgeseHeUTWUrfes an die Kammer der Abgeordneten folgenden Antrag eingebracht:
(H. 13. Die gemäß §. ]0 Abschn. 111. drr Sicmveiordnung vom 18. Dezember 1812 in dcn Landestbeilen rechts des Rlzsins zu erbe- bende Kartenstempélgebübr b-trägt vom 1.Juli 1874 angefangen: a, für jrdes Spiel deutscher Karten mit 36 odrr Wrniger Blättern 10 Kr. 2 Pf. (30 Pf. Reichswäbrung), b. für jedcs andere Kartenspiel 21 Kr. (60 Ps. Reichswährung). Spielkarten, wclche nach den bis- lwrigen Vorschriften abgestempelt sind, dürfcn noch im Laufe des Jahres 1874 vrrkauft und zum Spicscn vkrircndri jverdcn. Wolien dieselben nach Ablauf des Jahres 1874 noch verkauft odcr zum Spielen ge- braucht Werden, so 1131) fie vor Beginn drs Jahres 1875 unter Zahlung drs Yiebrbetragrs der nenen Stempelgebübr gegen die birberige der einschlagigeti ZoÜbeh-Zxde zur Bridruckung dcs neuen Stempelzeichens nebe_n dcm alteren zu uhrrgcben. Spielkarten, welche vom 1. Januar 1875naugefangcn vkrkaUst oder zum Spielen benüßi werden und mit dem alteren Siempslzrichrn alicia versehen sind, geltsn als nichi ge- st_empe_lt. Die Erhrbung der übrigcn indirektrn Abgaben hat nach den bisherigen Normcn und den einschlägigen Bestimmungen zu geschehen.
„ Sqchsem Dresden, 23. Juni. Der König Und die Koiiigrn beabsichtigen am 29. Juni eine seckistägigc Reise über Freiberg durch den Zwickauer Kreicsdirektionsbezirk anzutreten.
_ (Dr. I.) Auf der Ta eSordnung der heutigen Sißung der e'vangel'ischen Landes ynode befand fich der Erlaß des Kircheiirxg1meniH, die Frage der Einführung eines Bibel: ayözygs in den Volksschulen betreffend. In diesem Erlasse wird die Syngde aufgefordert, iiber die Zulässigkeit und Zweckmäßig: keit der Einfuhrung eines Bibelauszugs in den Volksschulen, bejahenden Falls Über die Art und Weise der Herstellung eines solchen AUSzugs fich zu erklären. Beigefügt find sieben Gut: achten (worunterwier von Pädagogen herrührend), von welchen sechs mehr oder weniger entschieden die Einführung eines Bibel: auSzuges bekämpfen und nur ein einziges nnbedingtdafür fick) erklärt. In der Diskussion syrachen nur Bürgerschullehrer Gesell und Stadtrath Heubner fur die Einführung eines Bibelauszugs, die
armen-Direktion durch Verfügung vom 4. Dezember1873 wegen
übrigen Redner erklärte:: sick) sämmtlich dagegen, indem fie theils
die Zuläjfigieit, theils wenigstens die Zweckmäßigkeit und Noth- wendigkett eme? BtbelauSzugs bestritten. Die Synode beschloß, dem Kirckzerzregtmenteßzu xrklären, daß, soweit es fich nur um das didakzische Bedurfwß beirn biblischen Reli ionSunterrichLe handelt, diesem Bedurfmffe durch die gewiffermaZen als Bibel: auszizU anzusehenden, [chan ]eizt üblichen Lehrmittel: die biblischen Geschichter-t, den Katechtswus'und das Sprachbuch, vollständig genügt wrrd, daß aber die Einführung eines eigetitlichen Bibel: auSzuges, welcher dazu bestimmt wäre, die Stelle der vollstän- digen Bibel in der Schule einzunehmen, u'1zuläsfig und unzweck- mäßig set. Ferner wurde. beschlossen, an das Kirchenregiment das Ersuchen zu ruhten, die abgegebenen Gutachten auf geeignete Weise in weiteren Kreisen speziell der Lehrcrwelt zu verbreiten und hierdurch die Klarung des öffentlichen Uriheils Über diese Frage zu fördern. '
„BÜNZU Käriöruhe , 23. Juni. (W. T. B.) Die“ RLMWUJ betrachtet, wie verlautet, dieFrage wegen des Eir-
xZwmenßeuergefeßes durch die gestrige Ablehnung d/r
Ersten Kammer nicht als erledigt, wird das Grieß vielmehr [is zu einer späteren Berathung zurückziehen.
_ Der Landtag wird am nächsten Freitag in feierlihrr Weise duroh den Großherzog geschlossen werden.
Sachsen-Altenburg. Altenburg, 22.Iuni. NaOdkm im Lanfe des Vormittag?- die auswärtigen Krieger: und Militärvercine hier eingetroffen waren, versammeltsn fick) sämmtliche Vereine, 30 und einige, Nachmittags 2 Uhr auf de_m Damm des großen Teiches und zogen von da durch die festlich geschmückten Straßen nach dem Hauptmarki. Anf einer vor dem Rathhause errichteten Tribüne haiten außer den Vorständen des Krieger: und drs Militärvereins und den Deputirten der aus: wärtigen Vereine, einigen Invaliden aus ' dem lehten Kriege, mehreren Veteranen aus den Fckdzügen 1813, 1814 und 1815, sowie den Damen, welcbe dem Militär: vereine die Fahne überreichten, der Staaké=Mi11ister von Gsrsten- berg, der Commandeur der 16. Jnfamerie-Brigade, General: Major von Scheffler und das hiefi e Offizier-Corps Plak, ge- nommen. Nack) mehrfachen Anspra kn mid Vortrag von Ge: sängen und nachdem Hochs auf Se. Majesiäi den Kaiser Und Se.Hol)eit den Herzog a119gebracht wordrn waren, hirlt der Gene: ral-Superintendent Geh. Konfistorirl-Raih Or. Brmmt eine Rede zur Einweihung der dem Krieger- und dem Militär- vereine geschenkten Fahnen. Ersterc ist ein Geschenk Sr. Hobkit des Herzogs, [there ist von Jungfrauen gewidmst. Nack) mehr- maligem Gesang erfolgte der Festzug der hiefigen Und aUSwärti: gen Vereine durch die Stadt pack) den beiderseitigen Verein:": lokalen: dem Schübenbaus und dem Gasthaiis zum goldenen Pflug. An beiden Orten war Konzert und Ball. Herrliches Wetter begünstigte das Fest.
Sachsen-Coburg-Gotha. Coburg, 21. Juni. Zur Feier des heutigen Geburtstags des Herzogs, welcher gestern Abend von Bremen hirrher zurückgekehrt ist, war gestern Abend fchon großer Zapfenstreich und heute Morgen ReveiÜe durch die Stadt. Mitiags war große Parade und darauf in vrrschiedenen Lokaliiäien Festessen, an denen fiel) das Offizier: Corps und viele Staatsdiener und Honoratiorcn der; Stadt be- theiligten. Weitere Feierlichkeiten batte fich der Herzog verbrtcn.
Oeskrreich-Unaarn. Wien, 23. Juni. Die Kaiserin ist gesiern nacb Ischl gereist. Die Erzherzogin Marie Valerie hat fick) am. Sonntag schon nach Ischl begcbcn.
_ Die Korvette „Friedrich“ segebe am 9. von Suez ab, iraf am 18. in Aden rin und wird am 22. die Reise nach Ost-Nfien fortseßen.
Pest, 22. Juni. In der gestrigen Sißung des Unter: [)aui es interpellirie Horn den Handeis:Minister wegen der Er: tebniffe seiner Intcrvention in der HoercsauHrüstungH-Nugelegen: Zeit. Dcrsrlbe urgirte die Vorlage res Bexicht€s in Bstreff drr Ostbahn wegrn der brbdrftchenden Generalversammlang. Auf Antrag Zsedenyi's wnrde der Schulfonds-Berichk von der heu- tigen Tagesordnung abgestellt und vcrsthoben. Ueber den Be- schlußamrag Hormxskys, betreffend die Abschaffuug der Gerichtes: cxekutoren, eutspann fick) eine chaite, in wi-iclzer mehrere der Redner der Linksn fiir, Staats-Sekreiär Csemcgbr) gegen den Antrag sprarlxn.
_ In drr heutigen OberhauH-SiHUUJ widmete der Präsideni den verstorbenen Oberhaus" : Mitglirdern Gr. Max Kollonits und Baron Ludwig Piret eiiien warmen Nachrnf.
Mehrere Nuntien des Abgeordnetcnhanscs wnrden entgegen: genommen und auf die TageSordmmg der nächsten, Dienstag, den 30. Juni, abzubaitcnden Sißung die Geseßcntwürfe über die Advokateiwrdnniig, dick Richicrpriifung, die', falsche Krida 11110 die Landesstatiftik anberaumt. Die Nachricht von einem Seitens der ungarischen Regierung beabsickziigien Vcrkaufe dsr in ihrem Besißx befindlichen Theißbahantien ift voklständig unrichtig.
_ 23. Inni. (W. T. V) Der MiÜstcr-Präfident Bitto beantragte, in der heutigen Sißuug des Ab geordnetenhaus es den Nussehußbericht über die Einführung der 0b[i- gatoriscben Civilehe in Ungarn von Jer Tagchordnung abzuseyen, da die Regierung, welche die Fraxe durchaus nicht faUcn zu lassen wünsche, in der nächsten Sesfio: dcs Reichstags eine entsprechend? Vorlage einbringen werde. Nick) längercr und von der Linken des Hauses mit Heftigkeit gcßhrter Debatte wurde in namentlicher Abstimmung mit 158 gegen 108 Stimmen beschlossen, den Bericbt in Gemäßheit des AntrageÖ dec.“- Minister- Präsrdenien von der Tagesordnung abzusetzen.
Agram, 22. Juni. Mit AUerhöchfter Enisckjießung vom 17. Juni Wurde der Sepiemvir Dr. Paul Gostisa zam Justiz: Chef der kroatischsn LandeSregierung und der dZSpomb'e Hofrath Or. Radivojevic zum Präsidenten der Septemvirastafcl er: nannt.
Frankreich. Paris, 23. Juni. Das „Journal ufficicl“ veröffentlicht den Wortlaut der zwischen Jrankrcich Bel: gien, Italien und der Schwe1z vereinbarten Ztsaß- bestimmungen zur Münzkonvention vom 23. Dczmber 1865. Danach verpflichtet fick) Frankreich im Jahre ]874;11icht mehr als 60 MiÜioncn, Italien nicht mehr als 40 Miliimen, Belgien nicbt mehr als 12 Millionen, die Schweiz nicht nehr als 8 Millionen Free.). in silbernen 5 : Frankenftücken préczen zu lassen, nur hat Italien das Recht, für den Reservefonds )Lr italienischen Nationalbank noch außerdem 20 Milwnen in Fürf- frankenstücken herstellrn zu lassen. Im Januar 1875 soll n Paris eine abermalige Münzkonferenz staitfinden.
_ (W. T. B.) Die Mittheilungen des hiefigen Kor. respondenten der „Times“ über den Inhalt der Unter- redung, die der Herzog von Audiffret-PaSquicr im vorigen Herbste mit dem Marschali-Präsidenten hatte und
Fahn- zur Sprache kam, werden durch das bezügliche Protokoll der vaimaligen Neunerkommisfion, die die FufionSangelegenhciten leitete, in mehreren Einzelnhciten berichtigt. Die Korrektheit der damcxigen Neußerung des MarschaU-Präfidenten in der Fahnen: fra wird aber durch das Protokoll besiäiigt. Es wird in dem- sel noch bemerkt, die bezügliche Axußerung des Marschall: P sidenten, welche sick) gegen die weiße Fahne richtete, sei eine ve, raulickx und das Hauptmotiv gewesen, um CheSnelong zu ds Reise nach Frohsdorf zu bestimmen. Chesnelong habe aber d/m Grafen Chambord keine Bedingungen gestellt und dem: ßlben auch keinerlei darauf bezügliches Schriftstück mitgetheilt.
Versailles, 23. Juni. (W. T. B.) In der Natio- -nalvcrsammlung wurde heute das Geseß zum Schutze der im Hausirhandel und ähnlichen Gewerben be: schäftigten Kin der in zweiter Lesung angenommen und dar: auf éiiié Vrii'iägé Jéxiehmißi, dnrch welche die Regierung ermäch- tigi wird, unter zeitweiliger Bciseiieseßung der Vorschriften des Geseßes iiber die Ertheilung des Ordens der Ehren: legion an eine begrenzte Anzahl von Personen, diesen Orden an die fkiTUzößsi'th Aussteller, welche an der Wiener Weltaus- steUng Theil génommen haben, sofort nac!) ihrem Ermeffen zu derlei en.
_ (WT. B,) Man glaubt aUgemein, daß von den gegenwärtig zur Beraihung stehenden konstitutionellen Entwürfen kein einziger in der Nationalvcrsammlimg zur Annahme gelacngen wird. Wie es heißt, dürfte der Marscha11-Präfident in diesem FaUe eine Botschaft an die Versammlung richien und dieselbe auffordern, in Gemäßheii ihres „Beschlusses voni 20. November 1). I. die ihm überiragene Regierung zu orgamsiren.
_ Morgen soll zur Feier des Iahrethages der Ge: burt des General-Z Hoche ein Banker stattfinden, bei wel- chem Gambeita die Festrede halten wird. '
Spanirn. Madrid, 22. Juni. (W. T. V.) Dem Ver: nehmen nach ginge dcr Operatioysplan des Generale.) Concha dahin, eine militärische Lime HerzusteUen, welche bei Arcos beginnen und fick) über Estella, Prierixe la Reyria, Pam: plana bis Abies erstrecken soll, um auf diese Weise dix Gegend bei Solana und den Ebro zu beherrschen. Die Carliiten wür- den Hierdurch in dem Gebieis von Amrchas eingescbloffen wer: den. “ Mit diesem Plane würde die Aufstxllung *eincr zweiten Armee zufammenhängcn, welche zu Operationen_ in Algpa be- stimmt ist. General Concha ist gegenwartig 'mit der Konzen- trirung bedeutender TrUppenmaffcn Und mit Herberschafiung großer Proviayivdrrätbe beschäftigt, da die Gegend aller Huis?- miitel beraubt ist. _ . '
Santander, 23. Juni. (W. T. B.) Die Carlistcn smd von den Regierungstruppcn bei Tare-Zpounce, Leada und Santa Coloma überfallen worden Und h(iben sehr be: trächtiiche Verluste an Mannschaften 111173 Kriegsmaterial erlitten.
Barcelona, 24. Juni. (W.T. B.) Eine etwa 2500 Mann starke carlist-ische Abtheilung unter Mora Und'dei! Pfarrern Flix und Prader; hat einen Angriff (mf B el [muni ber Falsci (Pro- vinz Tarragona) unternommen. Nachdem die Garnison, um zu ver- hindern, daß die Stadt in Brand gesteckt werde, fick) Ergeben [)aiie, forderten die Earliften eine Koniribniion von 6000 Duros und führten mehrere Geißeln mii sick) hinweg. Auf dem RWmarscbe in das Gebirge trafen fie mit einer Abtheilnng dor Jager V011 Rruß zuiammen. Es entspann fiel) ein Gefecht, in welchem die Carlisten etwa 20 Maim verloren.
Italien. Rom, 20.3uni. Das Gesetz über die Pa: piergcld-Cirkiilatidn soll, wie die Heiitige amtliche Zritung anzeigt, bereits in den nächsten Tagen in Kraft irrten. Da aber die neuen Konsortialscheine noch nicht hrrgpstellt sind, so werdrn vorläufig die im Umlauf befindlichen Grldzeickxn drr National- bank imd der fünf iibrigen Banken ach Koiisdriialsckxine erklärt, mit der Maßnahme, daß dicselben nach und nach in dem Ver: bäliniß, wie die HersteUung der neuen Sck)eine erfolgt, aus dem Verkehr zurückgezogen werden solle'i. Die nenen Konsoriial- sck)eine werdrn bekanntlich (mf weißes Papier gedrnckt und habezi im ganzen Lande Zwanchours. Damit fäUt uncl] für die Rei- senden die bisherige Unbeqnemlickzkeit weg, fick) immer gerads dasjenige Papier zu Uersclwffen, welcher; in dem betreffenden Bereich Cours [)(ittc.
_ Der „Itaiia“ zufolge steht demnächst die Veröffentlichnng des Generalstabswsrks iiber den Feldzug von 1866 bevor.
_ Die Provinzialblätter berichten, daß die Klerikalen in ganz Italien WablauSschÜsse bilden, um bei den nächsten Provinzial: und GemeinderathSwahirn einc brdeuicndeZahl ihrer Kandidaten durchzubringen. _
_ 23. Jimi. (W. T. V.) Von den am Sonniag bei Gelegenheit der Tedcnmsfcier in drr St. Peterskirche ver: bastrirn Personen find virr wegen aufrührerisclxr Rufe und wegrn Widrrscßlichkeit gegen die Polizei zu mehrmonatiichrn Gefangmß: strafen vcrurthcilr worden. -
_ Monars-UebersickJt, Mitte April bis Mitte Mai. Nachdem die Dcputirienkammcr am 14. April ihre Sißungxn wieder aufgenommen hatte, widmete fick) dieselbe vorzugßwcise der Bebandlnng der Minghotii'ftben Sicuergcseße. Die größte Zahi derselben wurde im Sinne der Regiernngövorlagen in kurzer Zeit cr1edigt, und blieben mir diejenigen zurück, wrickze am sibärfstsn angefochten wurdcn, dasjenige,. welches das Regie: rnnchmonopol für Tabaksfabrikation cms Sicilien ausdehnt, die Ueberwrisung einer bishxr von drn Provinzen erhobenen Ge: bäudesteuer an die Regierung und die UngültigkeiiScrklärung aller nicht registrirten und mit Stempeln versehenen Kontrakte. Auf Seiten der Regierung stand bei den betreffenden Verhand- [ungen eine Majorität von durchschniitlich 50 bis 60 Stimmen, welche aus den Mitgliedern verschiedener Frakiionen zusammen: gcseßt war. DUrci) die Aufhebimg der Portofrcibeit, welche nur für den Papst und den Kbiiig bestehen bleibt, büßten 475 In- stitute allrr Art diesen Vortheil ein.
Der Senat nahm am 15. April das von der Dcputirten: “kammer gynebmigte Geseß Über den Papiergeldnmlauf ohne irgend welche Modifikation mit großer Majorität an. Er wird dem- nächst die übrigen aus dem anderen Hause gekorUMLnen Geseße, nämlich die Reform des Lcihhauscs in Rom, Modifikationen in der Bildung der Geschwornengerichie und in dem Verfahren derselben, Ausübung der levokatur und Anwaltheschäfte, Abf- l)ebung der Portofreiheit, Alkohol: und Bierbesteuerung, Eichorten- steuer, Bestimmungen über die Einkommensteuer, das Landes: vertheidigungögech und einige andere zu berathcn haben.
Beiden Häusern liegt noch die Erledigung der am 22.April unterzeichneten Konvention mit der Südbahngeseüschaft ob, welche bereits am 1. Juli in Kraft treten soll.
Die von einem Kdrckspondenten der „Times“ gebrachte
Nachricht Über ein angebliches Gespräch des Königs mit dem deutschen Reichskanzler wnrde in dcr „Gazetta uffiziale“ vom
"Wobei die Frage der'ErseHung der Tricolore durch die weiße 13. Mai in aller Form dementirt.
Der Verkauf der säkularifirten Klostergüter ging ununter- brochen fort; die Preise überstiegen die Taxe meist um das Dop- pelte, nur in Rom Waren außerhalb der mem belegene Grundstücke weniger begehrt. Im Laufe des März wurden 1284 Parzellen für 3,041,830 Lire verkauft, so daß fick) der Gesammt- erlös seit dem 26. Oktober 1867 am 1. April auf 455,779,569 Lire belief. Während des April wurden weiikre 3,623,061 Lire vereinnahmt, so daß bis zum 1. Mai im Ganzen 459402630 Lire eingekommen waren.
Wie eine amtliche Statistik ergiebt, betrug der Import wäh- rend des ersten Quartals des laufenden Jahres 334,745,042 Free“», gegen 284,085,799 Frcs. in der entsprechenden Periode des Vor- jahres. Der Export, welcher in der angegebenen Zeit von 1873 230,607,747 Frcs. betrug, stixg im Jahre 1874 auf 283,906,418 Frcs. Im Gan en ergiebt sick] aus dem amilichen Berirkzie ein merklicher Aufs wung der Handelsbewegnng, namentlich bat die Einfuhr von Maschinen, Werkzeugen und Rohstoffen für die inländische Industrie beträchtlich zugenommen, ami) erklärt fich das Ungünstige in dem Verhältnisse der Einfiibr zur Ausfuhr aus der außerordentlichen Lage des europäischen Marktes, sowie den Ergebnissen der vorjährich Ernte.
Die von der Generalveriammlung der Aktionäre der Eisen: bahngeseilschafi der IWW 101118 beschissene Verlegung der Ver- waltungsbureaus von Turin nach Mailand hat in Tarin große Aufregung hervorgerufen und zu dem Versuche geführt, eine Intervention der Regierung zu veranlaffen. Letztere hat in die: ser Angelegenheit ein Gutachten des StaatSratbcH eingefordert. Die große Zahl der in Italien augenblicklich vorhandenen Universitäten, 17 Königliche und 4 freie, hervorgegangen aus den friiheren staatlichen Verhältnissen des Lcmdes, [)ai aUgemein den Wunsch nach einer Vereinfachniig des Universtiäicöwesens Hervorgerufen, und glanbt man, daß namentlirl) eine Jonzentra: tion der Lehrkräfte sich als Überaus seJMSl'Llck) erweqen werde. Die zur Zeit bestehenden Universttäten find: Bologna (64 Do: zenten), Cagliari (37), Catania (41), Genua (36), Macerata (17), Messina (42), Mod::na (44), Neapel,_(80)- Padua (47), Palermo (7-2), Parma (52), Pavia (56), Pixx: (70), Rom (94), Saffari (26), Siena (28), Turin (74), _ freie: Eamermo (23), Ferrara (32), Perugia (36), Urbino (27). _ Der Provinzialraik) von Messina, welcher gegen deii Pra- fekten Borgheiti für den rrpnblikanisWn Profkffor Viilari, Se: krerär der Depniation des Provinzialrathes, Partei genommen batte, ift durch eine Verfügung des Miiiistcrs decZ Innern vom 8. April auigelöst worden. _
Ge-gcn das Briganienunwesen in Sizilien ist von Seiten der Regierung in dem laufenden Monat, wic jeizr Überhaupt, energisch vorxegangen.
Arbeiterunruhen fandrn am 25. April in Parma, am 28. April in Mantua stait, obne daß es jedoch an beide Orten zu gröberen Exceffen kam. Am 29. war Piacenza der'SckJaU: p[aß eines Marktkrawaüs. Am 5. Mai wurdsim thikgn der Namenstag, am 13. der Geburthag ch Papstes seierltck) be: gangen. Bei erstcrcr Gelegenheit empfing'der Pupst eme An: zahl vornehmer fraxizbfisckzer Pilgsr imd Vrälaien, denen gegen: iiber derselbe fick) über das vom VicomieD-amas berührtrThema „Friede“ im Sinne jener Kämpfe für Rom Und Frankreich aus:
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sp ckZZlm 10 April reistc dcr neue Nuntius in WiWi, Msgr. Iacobini, cm seinsn Brftimmunchort ab. Man giaiibr, daß die Kurie dcn bstcrreicbiicbcn Kirckxngcscßen gcgrniibcr eine andere Haliimg beobachten wird, als es in Tcntsch1and der Juli ist. Vermeidnng des KonftikWS, Ergcbung unicr Wahrrmg des Prin: zips und Hoffmmg aiif bessere Zeir01i sckzoincii das Oesterreich gegeUÜber zn brfolgsnde Programm zu iciii. Dec Ertrag _von Peterspfennigen war ein sehr ansthnliclxr. Die frmizöfiickxn Bischöfe iibrrbracbten 254,000 Res., eine enZlische Dame, Lady Herbert, 90,000 Frcs.
' Nach dem Vorgange der lombardischen Bischöfe babrn a11ch dic piemontestsckxn (Turin, Vcrccili) gegen dic», Vigiianiiche EhegeseizMoveUe einen Proieft erkaffen, dsnirlbcn aber den Kammern eiiigercicht. Die italieiiisck)? Regiermig erihcilie an die Bischöfs von Foffano Und Bobbio das Exkqiiatnr.
Am 11., 12. und 13. Mai fanden in Maibmd die kirck): [ichen Jeierlichkeiim zu Ehren der Rriiquirn drs [). Ambrosius und der Märtyrer Gcrvnfins imd Protafiuö stati. Die _vom, Präfekten dcr Proviiiz, Torro, (infaUgs criszc-iiic ExiÜUbniß zu einer großen Prozesfion “wrirdc am 9. wieder ziiriickgeiwmmen, wril der Präfskt befürchtete, es möchte nach den srbirirricn Kämpfen in der Presse zu Störanch der öffentlichen Riibe kommen. In der Kammer hatte der Nbgsordtierc Eavaioiti sckwn vorher die Untersagung der PTOJSsfiOU gefordert, dock) übcrließ er die Ent: scheidung dcm Minister ch Innern. Graf Torre reikhie später, verstimmt dnri-i) den wegen des Verbotes gigen ibn in der klcri: kalen Prcffe ausgesprocheben Tadcl, seine Entiaffung ein, die indessen nicht angenommen wurde. Bei Gelegrnbeit der am 2. Mai in Neapel abgehaltenen Prozession dec; heiligen Janna: riUs betheiligten fick) die Brhördcn an derselben.
In der Gemeinde S. Giovanni del Doffo ist es den Be: strebnngen des Bischofs von Maritim, Rota, gclnngen, einige fünfzig Stimmen zu einem Proteste gegen den frei gewählten Pfarrer 311s11111111€11 zu bringen, und hat derselbe in Folge dessen den von ihm ernannten Pfarrer vcraiilaßt, fich in einem Nachbar: orte niederzulassen. Ueber den gewählten Pfarrer von S. Gio: vanni del Doffo und zwei“ andere im Gebiete von Fdffano er- wählte Pfarrer ist die Exkommunikation aUsgksprockzen worden.
Türkei. Kdnßantinopel, 22. Juni. Der Kommandant des englischen Mittelmeergesclyvaders, Admiral Drummond, ist hier eingetroffen. '
_ Die Regierung hat dem amerikanischen Gesandten in formeller Weise ihre Absicht anrsprochen, das jüngste Verbot des Bibelwerkaufes in der Türkei aufrecht zu erhalten.
_ Unter dem Vorfiße Hobbart Pascha's ist eine Kom:
von Anker-Bojen im Hafen von Konstantinopel zu veran- lassen und eine Vdrsck)rift iiber die Ankerpläye der Schiffe in diesem Hafen so wie bezüglich der Einhebung der von der internationalen Kommission bereits festgeseytcn Tarifgebühren auSzuarbeiten.
Belgrad, 22. Juni. Heute fräi) ist der [angjäbrige Minister-Präsident und hervorragende serbische Staatsmann Garaschanin gestorben.
Dänemark. Kopenbageu, 20. Juni. Aus Viborg wird mitgetheilt, daß der Kronprinz, welcher bekanntlich das Ober-Kommando Über die an den Lagerübungen bei Haid theilnehmenden Truppen übernommen hat, daselbst mit dem ge: wöhnlichen ane und begleitet von seinem Adjutanten Lund am Donnerstage angekommen und von den Behörden der Stadt empfangen worden sei. _ DaZ siebente Uebungslager hat jeßt
seinen Anfang genommen, indem nämlich das 3. Bataillon am
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