Militäruniform zu “tragen, verabsckziedeten Offiziere. Bei jedem Ehrengerickzt wird em Ehrenratl) gebikdet. Derselbe hat unter Leitung des Comniandeurs als deffen “Organ die Geschäfte des Ehrengerichts zu fuhren. Das älteste Mitglied des Ehrenraths ift deffen Präses.
Der Spruch des Ebrengerickzts kann lauten: 1) anf Unzustän- digkeit, wenn das Ehrengericht der Ansicht ist, daß dor Fall fick) überhaupt nicht zur ehrengerichtlichen Behandlung eigne, oder daß ein anderes Ehrengericht das zuständige sei; 2) auf Ver- erständigung der Umersuchung, wenn das Ehrengerickzt eine solche, um fick) eine bestimmte Ueberzeugung bilden zu können, für nörhig und möglich hält; 3) auf Freisprechung, wenn das Ehrengericht dcr Ueberzeugung iß, daß die dem Angeschuldigten zur Last gelegie Gefährdung oder Verleßnng der Standeöehre nicht stattgefunden habe; 4) auf “Schuldig der Gefährdung der StandeSehre unter Beantragung der Ertheiiung einer Warnung, wenn das Eerengerickzt der Ueberzeugung ist, daß der Angeschul: digte durch das ihm zur Last faUende Verhalten nicht unwürdig geworden ist, im Dienst belassen zu werden; 5) ans Schuldig der Verieyung der Siandeöehre unter Beantragung der Ent- laffung mit schlichtem Abschied, wenn das Ehrengerickzt der Ueberzeugung ist. daß der Angesckzuldigte in seiner Dienftßellung nicht belassen werden kann; 6) auf Schuldig der Verleyung der StandeSehre unter ersckzwerenden Umständen Umer Beanrragung der Entfernung (ich dem Offizierstande, wenn das Ehrengericht der Ueberzeugung ist, daß der Angesckzuidigte dem Offizierftande ferner anzugehören unwürdig geworden ist.
_ Auf Grund der Ermächtigung im §. 33 des Geseßes über die kirchliche Ti§ziplinargewalt und die Errichtung des Königlichen Gerichtshofes für kirchliche Angelegen- heiten vom 12. Mai 1873 (Ges.-Samm[. 1873 S. 203) hat der genannte Gerichtshof in dcr Plenarfiizung vom 23. April d. I. zUr Ergänzung der Vorschriften in den §§. 26 bis 29 ebendaseldft folgende Picn arbesci) küsse gefaßt: 1) Der Gerickyth- hof hat das Recht, vor der die Einleitimg der Vommiersuchung betreffenden Vcergrmg _ §. 27 _ den Antrag der Staats- behdrde auf Amt-Zemiexzung _ §. 24 _ in Beziehung aiif seine rechtliche Begründung zu prüfen und die Ablehnung drffel- ben in aUen Fällen auszusprechen, in welchen dieselbe aas Rechtsgründen fick) rechtfertigt; und 2) Nack; Beendigung der ge- mäß §. 27 des Gesech vom 12, Mai 1873 eintretenden Vor- untersricbung find die Akten von dem Untersuchungsrichter dem auf Grund des Alinea 2 dieses Paragraphen zur Wahrnehmung der Verrichtungen der StaatHanwaltschaft ernannten Beamten vorziilegen, damit derselbe in Beireff der Frage: ob das Ver- fahren einznftelien sei? seinen Antrag fteÜe und demnächst die Akten an den Königlichen Gerickthbof für kirchliche Angelegen- heiten einsendex
;-
_ Die bei der Kdniglicizen Generai-Kommissidn zu Cassel beschäftigten Gerichis-Affefforen Blanke und Weddige sind in Folge ihrer Uebernahme in die [andwirtb- schaftiickze Verwaitung zn RegierungH-Affefforen ernannt, und dem seither beim Kollegium beschäftigten RegierunasMffeffor Deliuß ist unter Ernennung zum Spezial=Kommiffarius die _Leming der neu errichteten Speziai-Kommisswn zu Bückeburg uberiragen.
_ Ter Generai-Major und Commandeur der Z. Garde- Infanterre-Vrigade Knappe- von Knappstaedt hat sich zur Tibhalmrig der ökonomischen Musterung beim 3. Garde-Grena- drer-Regimenr Königin Elisabeth Nach Spandan und Wrießen «1. Oder begeben.
_ Ter Kaiserliche Minister=Refident in Santiago Lewen- [Jagen ift ziim Verrrerer der deutschen Jntereffen aux" der im nächsteii Jaiire zUSanriago ftattfindenden Internationalen Jusßelidng berufen und wird ais Kommissar des Deutschen _Reickzes auf dieser YUHsteUUng irmgiren. Derselbe wird bereits ]erzt den deiitichen Ausstellern auf deren WUiisck) die erforder- liicZen näheren Mirtheiimigen über die Ausstellmig zugeben (: en.
. Bayxru. München, 6. Juli. Wie bis jerzt bestimmr ift, Wird ' nch der Prinz Tiro demnächst von Nymphenbiirg track) Eidmgeraip, wo die Kdnigin-Mirtrer weilt, begeben.
_In der 'zweiren Hälfte dieses Monats wird dieKaiserin von Oesterreich hier einrreffen und fick; demnächft weiter nach Havre begeben.
_ Um Gewißbeir darüber zu eriangen ob die bayerisckze Siaatsregierung der AuHipendung der heii. Firmung diirch den Biscixof [)r, ReinkenS ?inderniffe bereiten werde oder nicht, hat 1__1ch __ traci) Minheiung des ,Teutsrben Merkur“ _ der Yirsichriß der altkathdliichen Gemeinde in Kempten vermitteiß Eingabe an die Kreiczregierung von Schwaben UNd Neuburg ge- wendet, urid hierauf, den Bescheid erhalten: „Daß es der welt- 11chZ_eri RegrerunZ mehr zukommen könne, einem Bischof eine pontwe Erlaubmß zur AuSiibUng einzelner kircbiickzer oder gotieH: dienstlicher Funkridnen zu errheilen, daß daher, wenn der Hr. Bischof Reinkens nach Kempten kommen ioUre, Um dort die Firmung ZU ipenden, idm von Seite der weltlichen Regierung kein Hinderniß im den Weg gelegt, im Gegentheil nach der be- ßimwtm Versichrmng des Hrn. Staai§:MinisterH auch eine erwaige Rekiamatidn des Bischofs von Augsbnrg hiergegen ab- geieizzir werden würde. Auch werde dem Magistrat Kempten bedurs Fernhainmg ethiiger Störrmgen der öffentlichen Ord- mrxig FNJTi-sikaxiöii zugehen.“ Tiefer Bescheid wurde dem Hrn. B11ch0x idxsrt mitgerheiir. und von demselben die Antwort ge- geben, dax, er rru'nmehr Ende Juli oder Anfang?- Auguft zur Spendimg der heiligen Firmung naeh Kempten kommen werde, n,?chdem er zuvor noch Schlesien und Qßpieußen besucht haben wchd.: ;" ,x: Z.“
_ __7.Ju1i_. (W. T. B.) Bei der Spezialdebatte uber dieGewahrungeines außerordentlickzen Militär- kredit-Z lehnie die Zweite Kammer sämmtliche auf Ableh- nung der vom AuHsehusie genehmigten Pofirionen abzielenden
Anträge des Abg. Freytag ab; ferrier wUrde auch der Antrag *
deH Abg Tuerrsckzmidt auf BewiUigUng von 350.000 Fl. zur Herfleilung von Granaizündern nach preußischem Muster rnit 88 gegen 63 Stimmen abgelehnt; dagegen der Antrag des Abg. Marquardien, wonach die vom Ausschuß „ZUM Bau von Ba- racken aui dem Lechielde bean'rragte Summe um 230,000 Fl. erhoht werden soll, sowie der Antrag des Abg. Schmidt, daß dre vom _Ausiehuffe zur Erneuerung der FeßungH-Ariillerie und zur Erganzung des Beiagerungöparkes vorgeschlagene Summe um 700.000 Fl,'erhöht werde, angenommen.
. _ In Folge dieser Abstimmungen ßelli fiel) die für das Mi- litar-Retabsiiiemexnt bewilligte Summe im Ganzen aui 9.457,660 Fl., geZemiber dem von der Regierung geforderten
Betrage von 10,826,900 Fl. Hiervon soslen 9,379,160Fs. aus *
dez! Knegöexiis-ZzädigzrngSgelderii, 78,500 Fl. aus dem Erlös von fruhererr _Milttarbeßanden beßntten werden. Der außerordent- liche Militarkredit “wurde in dieser Gestalt mit 136 gegen 13 Stimmen bewilligt.
Im Laufe der 'Diskusfion hatte der Abgeordnere Freytag unter. lebhaftern Beifxrll Seitens eines Theil?- der Patrioten- partet gegen die gestrigen Auslassungen des Abg. Mahr über den Jahnenetd Verwahrung eingelegt,
Sachsen. „Ueber die Ankunft des Kaisers Alexander von Rußland in Leipzig, Dresden und Pillniß liegen folgende Berichte vor:
Leipzig, 7. Juli. Se. Majestät der Kaiser von Ruß- land ist diesen Vormittag kurz nach ck12 Uhr mittels Extrazugs auf der Thüringer Bahn hier angelangt. Auf Höheren Befehl hatten Hel) zum Empfange von Dresden der General- Lieirtetrant Sennt v. Pilsach und Oberß v. Welk, von hier Kreisdtrekwr :e, von Burgsdorff, der Divifionär General-Major vdn Montbe, Vize-Bürgermeißer ])r. Stephani, der Rektor und die Dekane der Universität in Amtstracht, der Kaiserlich rusfische Genckal=Jochul Tom Have, der Kaiserlicixe Ober-Postdirektor und die_Qffiziere des hiesigen Regimentes zum Empfange auf dem Tßurmger Bahnhdfe eingefunden. Auch hatte fich der Kaiser- lich rus1ische Gesandte in Dresden, von Koßebue, auf dem Y_ahrihof eingefunden. Zuerst begrüßten Se. Kaiserliche Ma- ]eitat der ebenfaUs hier anwesende Herzog von Sachsen: Altenburg “Hoheit und der Prinz von Oldenburg in [Jerz- 11ch1ter Weise. Nachdem hierauf Se. „_.iajestät nile anwesende Herren auf das Freundlichfte begrüßt und fick; eine Anzahl batte vorßeüen (affen, seßte der aus 50 Achsen bestehende Kaiserlich rusiische Hof-Train mit Benußung der Verbindungsbahn die Fahrt nach Dresden fort, Se. Majestät war von Weimar aus von Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog von Sackzsen-Wei- mar bit.“: nach Leipzig begleitet worden. Tie zum Empfange Sr. Ma1eitat des Kaisers von Rußland auf dem Thüringer Bahn- bofe. aufgestellte Ehrencompagnie des 107. Regiments mit der Regimentsmufik mußte auf Befehl noch vor der Ankunft Sr. Majestät wieder abziehen.
_ Dresden, 7. Juli, (Dr. J.) Se, Majestät der Kaiser von Rnßland ist dente Nachmittag 2Uhr, zunächst über Leipzig von Weimar kornmend, zu einem Besuche an unserm Königlichen Hofe hierselbft eingetroffen,- Jm Leipziger Bahnhofe waren bereits gegen €2 Uhr Se. Majestät der König, begleiter von dem Gewrai-Adjutanten Generai=Lieutenant Krug v. Nidda Und den JiugeTZAdzutanten Oberst v. Tziembowski) und Major v. Minck- wrtz, irww Se. Königliche Hobeii der Prinz Georg, be.;[eitet vor: dem Adetanten Rittmeister v. d. Planiß, ziir Be- griißung des Kaixers eingetroffen. Se. Majestät der Kdmg trug die In aberuniiorm IhreS Kaiserlichen rnsßsckzen Idger-Regiments, Se. Königliche “Hoheit der Prinz Georg trug seiize Y_mfsrm ais kommandirender General des )(11. (Königlich chach]11chen)Armee:CorpÉ-. Auf dem Perron des Bahnhofes war eme Chrencompagnie vom Scizüßen-Regiment Prinz Georg Nr. 108 unxer Handmann Stein mit der RegimentSmufik aufgesteklt, aux derem rechten Flügel die Generalität, das Kriegs=Minifterium und der _Stab KufsteUung genommen hatten, während die aktiven Offiziere sick) am linken Flügel der Ehrencompagnie be- fanden. Auch waren auf dem Perron der Krieg?: - Minister Generel der KavaUerie von Fabrice, der Studi = Kommandant General=Lieutenant Freiherr von Hansen Und der P(aH-Major ngprmaim von USlar-Gleickzen, der Kreis-Tirekwr Wirkl. Ge- heimer Rath von Könneriiz, der Kaiserliche Telegraphen-Tirekror Schwidt, der General - Direktor der SiaatEeisenbahnen von Tickzirickzkr), Poiizei- Direktor Scbwanß und Eisenbahn : Direktor Pöge anwesend.
. Wenige Minuten vor 2 Ulzr kazr der Kaiseriiche Extrazirg m_den Bahnhof ein. Die Musik der Ehrencompagnie spielte die rumickze Nationalhymne. Der Kaiser veriieß den Sawir- wagen. imd die Beiden Monarchen, sowie auch der Kaiser und der Prinz Georg begrüßten sich in der berziichßen Weise. Hieram nahm der Kaiser zunächst den Rapport des Comman- deUrs des Schܧen=RegimcntH Obersten v. Tichirscbkr) und Bögen- dorn'entgegen, begrüßte dann den Kriegs-Minister General von Fabrice,“ den Königlich prerrßisthen Geiiera1:Majdr von Werder, sorrie 1eme ebenfaU-Z anf dem Perron anwesenden Neffen, die ]ugendlickzeii_Prinzen von Battenberg, Und vieie andere der an- we1_enden diznnguirten Personen, worauf lelerhbcbstderselbe mit 111116175 Königs Majestät und Sr. Königlichen Hoheit dem Prin- zen Geqrg'm dem Kaiserlichen Saldnwagen zur Weiterfahrt nach PiUxiiH Plaß nahmen und der Zug fich 8 Minuten nach 2 Uhr Wieder in Bewegimg ithe.
„ Auf der Eisenbahmftation Niedersedliß, wo der Kaiser- [icbe Eiirazag ZZ Uhr eintraf, war eine Eskadrdn dees Garde- RerterzReziment-Z mit dem Trompetercorps als Ehrenwacßeauf- gestellt. _:Yier bestiegen die AUerhöézsten mid Hdchfien Herrschaften die berennehenden dewagen und begaben sick), begieiier bis zur Elbe yon der gedachten KavaUerie-Eskadrdn mid sodann mittelft der fliegenden Fähre den Strom überseßend, nach PiÜnix». Am Badnhdie zu Niedersedlitz batte fick; ein Theil der hier aniresen- den rustqchen Uurerihcmen aufgefteilt und begrüßte ihren Herr- scher mii lebhaften Zrirufen,
_Jn Pillnix; war eine Ehrencompagnie vom Leib-Gre-
nadier-Regiment Nr. 100 angesteUQ Bei der Ankrmft daselbst, welche gegen 7“- 43 Uhr erfolgte, wurde Se. Majeßäi der Kaiier, geieiiei von S_r.Maje1"iät dem Könige, von Ihrer Majeßät der Koriigin, sowre von Zbren Königsickzen Hoheiten der Frari Her- zogm _von Genua und der Frau Prinzessin Georg empfangen, AUerichhßwechx, umgeben vom großen Dienste, Se. Kaiserliche Maxestat erwarteten. ," (Yegen 1,94 Uhr findet daselbst im großen Saale des neuen 3chi0_11_es das Diner (in Cioiikleidung) statt, an welchem Se. Ma1e1tat- der Kaiser, Ihre Majestäten der König und die Königiii, Ihre Königlichen Hoheiten die Frau Herzogin don Genua, Prinz und Frau Prinzessm Georg, die Frau Großherzogin von Mecklenburg- Strelw und Se. Hoheit Herzog Johann von Mecklenburg: Scdwerm Theil nehmen und zu dem außer dem Kaiserlichen Gefolge 011ch der Kaiserlich russische Gesandte Geh. Rath von Koßebue, die hier anwesenden Staats-Minifter (Frhr. v. Friesen, General der Kavailerie v. Fabrice, 111". v. Gerber und Abeken), sowie der frühere Königlich sächsische Gesaiidte am Kaiserlich rriifischen Haie Graf v. Seebach und der General-Direktor der fachsrsckgen Staatseisenbahnm v. Tschirschf13 geladen find. Tie Abreise des Kaisers von PiUniß wird Nachmittags gegen 16 Uhr erfolgen. Se. Kaiserliche Majeßät werden fiel; von Niedersedliy aus direkt nach dem Leipziger Bahnhofe begeben und dort kurz nach 6 U_k;r Über Großenhain, Cottbus, Guben ic. die Weiter- reise zunachst nach Warschau fortseßen.
Jm Kaiserlichen Gefolge befinden fich: Graf Adlerberg U.,
den.“ schwächenden Wirkung der Desinfektion, sprachen fick) die meisten Delegirten im bejahenden Sinne aus, und es Wurde auch in die- sem Sinne der Nußen der Desinfektion in Verbindung mit an- deren sanitären Maßregeln einstimmig anerkannt. chung_drr einzelnen Desinfektionsmittel wurde bis zur Berat ung der 22. Frage, welche die Mittel, Art und Dauer der TeSmfek- tion behandelt, verschoben.
der Konferenz erledigt. über die Cholera:Quarantaine und die Einseßung einer inter- nationalen Seuchen-Kommiifion wurden Über Antrag der deutschen Telegirten zwei Spezial-Kommisfionen, bistehend aus je 5 Mit- gliedern, gewählt und zwar in die Kommission für das Quaran- tainewesen die Delegirten: ])r. A. in Berlin; ])r. Ritter v. N(ber-Glanstätten, Präfident der öster- reichischen Seebeédrde in Triest; ])]: H. mm Kapelie, Divifions- Chef im König
Vr. Mariano Semmola, Univerfitäts-Profeffor in Neapel; und
Hauptquartiers; Graf Schuwalow l., Chef der Gmsd'armerie; General erleyew, Adxutant; die General:Majore Voeykow und Soltykow, 31:3 suite Sr, Majestät des Kaisers; Oberfr Graf Adlerberg, Adjutant; General:Major 1). Werder, :; ]a Zujt-e Sr. deestat des Deutschen Kaisers 2c.; Geh. Rath Hamburger und Leibarzt ])r. Carell.
_ Se. oheit der Herzog von Sachsen-Altenburg traf am 6.Yl_ends, mri dem SchneUzuge von Weimar kommend, auf der Thurmger Bahn in Leipzig ein und ist im Hotel Hauffe abgetreten.
_ Ihre Kaiserliche Hoheit die Großfürstin Marie vdn Rußland mit Hohem Gefolge kam am “7. Juni Vor- zmttags 11 Uhr auf der Thüringer Bahn von Frankfurt a. M. in Dresden em „und hat iw „Hotel Bellevue“ Quartier genommen.
, _ (W. T. B.) Eine Verfügung des Justiz-Mi- nisters. an das Handengericht in Leipzig ordnet an, daß die Infertrdn amilicher Nachrichten bis zum Schlusse dieses Jahres Wieder, wre vorher, im „Leipziger Tageblati“ er- folgen soll.
Württemberg. S tuttgart, 4. Juli. ** Das'hW aUSgegebene Regierungsblatt Nr. 18 veröffentlicht folgende Ge- setze: 1) betr. den Bau von Eisenbahnen in der Finanzperiode 1873_75,„v0m 19. Juni 1874; 2) betr. die Penswnsverhältniffe der israelitischen Volkssckxullehrer und Vorsänger," vom 23. Juni 1874; 3) betr. die VerwiUigung der erforderlichen Mittel zu lelendung des Retabliffcments dcs Armcematerials im engeren Sinn, yom'18. Juni 1874; 4) betr. einen Nachtrag zum Finanz- ITseß-JWAJMÄJUÖK 1873, 75, vom 28. Juni 1874.
Baden. KarXSruhe, 4. Juli. Das Geseßes- und Verordnungsblatt Nr. 26 vom 2. d, Mis enthält 11. A. das GeseßZ die Abänderung einiger Bestimmungen des.“: Geseßes vom 11. Marz 1868, die RechtSverhältnisse der an anderen als an Vdiksschulen angeßeUten Volksschullehrer und der Ge- weerul-Hauxzilehrer betreffend.
_ TernGem'emd-eraih hat beschi0ffen, die Journalisten, welche demnachst in Baden ßck] versammeln werden, auf den 28. d.'M. hierher einzuladen, denselben einige Feßlickzkeiten zu be- kZecken und die Zustimmung des Bürgerausschuffes dazu einzu-
9 en.
Heffen. O_armftadi', 4. Juli. Nach einer Bekannt- machung des Großherzoglixh hesfischenMinisteriums der Finanzen vorn 27. 1). M. ist die Großherzoglich hessische Staatsschulden- Til gun g_skas s e ermächtigt und beauftragt worden, Großher- zoglich hesiische Grundrentenickzeine, welche bis zuw 31. Dezember 1875 bei ihr präsentirt werden, nachträglich einzulösen. Vom 1. Januar 1876 an hört diese Ermächtigung auf, und verbleibt eH_ bei der Bestimmung des Geseich vom 26. April 1864 ,die Einziehung der Grundrentenscheine und die Au-Zgabc eines neuen Staatspapiergeldes betreffend“, wonach eine Einlösung jener werthlos gewordenen Scheine nicht mehr zuläifig ist
_ 6. Juli. An der am Sonnabend im Fürstenwger zu Auerbach ftaitgehabten Großherzoglichen Tafel haben, außer dem Großherzog, die rusfisckzen Majestäten und die Übrigen zu Seeheim :c. refidirenden Herrschaften, zusammen 12 Personen, Theil genommen.
„ Ingenheim, 6. Juli. Gestern Abend verließen der Herzog Eugen von Württemberg und Gemahlin den Heiligenberg nach 24ftündigem Besuche.
Sachsen = Weimar = Eisenach. Weimar, 6. Juli. Die E(iem der Erbgroßherzogin, Prinz Hermann und Ge- mahlin, weisen seit einigen Tagen zum Bcsnck) hier am Erb- großherzogiichcn Hofe.
Sachsen-Coburg-Gotha. Coburg, 6. Juli. In der heutigen öffentlichen Sißung der Landtagsabgeord- neten kam der Entwurf deH neuen SchulgeseHes zur Berathmig. Tie desfaÜsige Kommission sprach sich gegen die Einzelberathung dieses Gescßentwurfs Und für die Ablehnung desselben aus. Nack] längerer Diskussion zwischen ihr und den Vertretern der Herzoglichen StaatSregierung warde indeffen ein- stimmig besckzloffen, auf die Einzelberathung des Geseßentwurfs einzugehen.
_ Gestern fand hier unter großer Betheiligung vieler, auch auswärtiger ähnlicher Vereine und des Publikum?- die Fahnenweihe der? hiesigen Militär-Vereins „Kame- radschaft CobUrg“ statt, wobei der Konsistorial-Rati) MüUer die Weihrede hirlt.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 6. Juli. Heute Abends 6 Uhr findet bei dem Kaiser im Lustsckzloffe zu Schönbrunn ein Diner statt, zu weichem die Mitglieder der internationa- len Sanitätskdnfercnz geladen find. _ Die fimfte Sißimg der internationalen Sanitäts- konie renz fand heute Unter dem Vorfiße des Präsidenten Freiherrn von Gagern statt. Es geiangte die 11, Frage: „Kennt man TeéinfekrionHmiitel, beziehunchweiseDesinfekiidnSmethdden, durck; welche da?- clydleraerzeugend: oder ch0leraverbreiiende Agens mit Sicheri1eit unwirksam gemacht oder doch mit Aussicht auf Erfolg geschwächt wird? Im BejahungÉ-falle, welche? zur Diskusfion. Ueber den ersten Theil dieser Frage faßte die Konferenz nach längerer Debatte den Bcickzluß: „Man kennt biZher kein Mittel und keine Methode, der Desinfektion, welche den Cholerakeim, der fich an die Objekte deH menschlichen und sachlichen Verkehrs heftet, sicher zerstörter]. Die Konferenz sprach fich übrigens nicht gegen die Möglichkeit (TUS, soiche Mittel und Methoden zu fin- Jn Beireff des zweiten Theiles der Frage, der ab-
Die Besp re-
Damit erscheinen die fachmännischen Vorfragen im Plenum Zur Vorberathung der weiteren Fragen
Hirsch, Univerfitäts-Profeffor
ich niederländischen Ministerium des Innern;
Minißer des Kaiserlichen Hauses re., Vorstand des Kaiserlichen
1)r, Edward Seaton, Mitglied deH Sanitäts-Rathes von London.
In die Kommisfion zur Berathung der Fragen über die . Einseßung einer internationalen Seuchen-Kommission wurden ; gewählt die Delegirien: Se. Excelleuz ])r. Freiherr v. Lenz, . Kaiserlich russischer StaatSratl); 1)r. Markowiiz, Mitglied des : obersten Saniiäts-Rathes und Professor in Bukarest; Dr. I. * Kierulf, Chef der Sanitäts-Tirektion im Königlichen Ministerium des Innern in Christiania; Hektor CatineUi, Königlich ungari- : scher Sektions-Rath der Seebehörde in Fiume, und Dr. I. E. Polak (Hekim Baschi), Delegirier für Persien.
Ferner wurde beschlossen, nächsten Mittwoch und Freitag . mit den Sißungen auszusesen, um den beiden vom Ministerium 1 des Aeußern delegirten Beamten: Hof: und Ministerial-Sekretär . Dr. Adolf Plason und dem Hof: und Ministerial-Concipiften Z Ritter von Malfatti zur Abfassung der auf Grund ftenographi- ; scher Aufzeichnungen redigirten umfangreichen Protokolle die ? nöthige Zeit zu gewähren. Die nächste Sißung findet _morgen ; statt, in welcher die allgemeinen Fragen über das Sanitatswefen ; zur Berathung gelangen. i
_ Die im ReichS-VolkohulgeseH vom 14. Mai 1869 an- *] geordente Reform des LehrerbildungSweienÖ hat durck; dae: soeben .! erlaffene „Organisationsstcrtut der Bildungsanitalten ! für Lehrer und Lehrerinnen an öffentlichen Polke;- ! schulen in Oefterreicl)“ ihren definitiven Abschluß gesunden, ! und gleichzeitig mit diesem bedeutungsvolletx Rewrmwerie wurde ! durch die AUSUrbeiiung von Normal-Lehrpianen für leksschu1en “ eine zweite, im Reich§=Volf§schnlgeseße vorgesehene, die Volks: [ schule auf feste Grundlagen steklende Reform erfulit. _
_ Fürst Karl von Rumänien trifft, der „Veiter. Badezeitung“ zufolge, mit seiner Gemahlin am 17. Juli in Franzensbad ein. ' .
_ Die „Triester Ztg.“ vom 4. d. M. ichreibt: Den einge: troffenen Nachrichten zufolge diirfte Sr'Maj. Korvette „Helgoland“ am 10. Juni Port Louis auf Mariritius (im indischen Oceaii) verlassen haben. Der Besuch von Beurbdn wird wahrscheiniick) unterbleiben, weil die Korvette gezwungen war, ihren Aufenthalt in Port Lonis über die beabsichtigte Zeitdairer anzudehnen, Urn die Reparaturen am schadhaft gewordenen Testiilirapparate, forme : den Wechsel des Fdckmastes vorzimrbmen. '
_ 7. ;*usi. W. T. B.) Der Erzberzdg Albrecht i_ft heute nach Warschau abgereist, um dort den „Kaiser von_RU_15- ; land auf fritier Durchreise zu begrüßen, und wxrd vorauÖUchtlick) Z längere Zeit in Rußland verweilen. *
Prag, 7. Juli. (Prag.?lbendbl.) Das Ergebmißder geßrigen Wahlen in der Städtegrrippe ist bisher noch nicbt 31ner_maß_tg be- kannt, dain vielen Bezirken da“; Skrutiniiim er]! beyje1taiisindet. Nichtsdestoweniger läßt fick; schon jth, irdizdem dre Wahlbctheiiigimg im Ganzen und Großen weit schwächer war, alé:
wurde, ein namhaftes Erfiarken der verfaffurigstreuen Minori- täten konstatiren.
Krakau, 6. Juli. Nach einer Wiener Meldung des_„CzacZ_“ ist die dsterreichisch=rusiische Konvention, „betrcnerid die Regelung der Vermögensberhäliniffe der Krakau-Ktelcer chcje, am 21. Irmi in Warschau von dem Generalzßonsul Brenner und Ober=Finanzrath Szlachwwski österreickziickzer- und dem General-Lieutenani Gieczewicz, sowie den Staqtgrathen Markus' und Ofteri-Sacken rusfischerseitS definitiv unterschrieben, qrn28, Juni vom Grafen Andraffi) im Namen Sr. Majeirat ratmztrt und zum Austanstheder Ratifikation nach St. Petersburg, geigndt worden. Mit der Durchführung dieser Kdnventwn wrrd oner- reichischerseii§ Ober=Jinanzraih Szlachwwski betraut.
Pest, 6. IUli. Tie gestrige Tebaiie im Abgeordneteii- baus e Über den israelitischen Schulfonds wgrstsehr erregi. „der Bericht und Bescbinßantrag dcs Kuiru-I-Mmqtercs wurden rnit 115 gegen 110 Stimmen znrückgewieien. Der BeschiZßgntrag Koloman Ticsza's wurde ebenfalls unt 112 gegen 110 Stimmen abgelehnt
Heute wurde die Generaldebatte Über das Wablgeseß fdri- .
gesetzt. Au? iilonale Und unpairidiische Aenßcrrmgen Csariadiss und Babes“, welche vom Präfiremerr. ais gegen_ die dragmatiickzc Sanktion verstoßend, rnit einem OrdnunZ-Fzrrrs gerugi wurden, antwortete am Schinffe der Sißung_M1m]ter Szszirrz mixer allseitiger Ziistimmung, indem er derartige AUSlaffungen energijck) zurückwies.
Agrain, 6. JUii. Banur“: Mazuranie reisi [)SLZÉL, nch um für die ausgearbeiteten Geseßarrrkel die' .Komgltche zu erwirken. De_r Moilinary qt
Pöß-
Genehmigirng zur Einbringung im Landtage Landes-Kommandirende FIM. Baron auf Bernfung narf.) Pest abgereist.
S Wei . Bern, 2. Juli. Bebnch Ausführiirig deZ BundeHcYcs-xbliéffes vom 26. Jurii d. J., welcher den 'Sl'H des Bundesgerichts nach Lausanue verlegt, hai Heretic; m die- ser Stadt unter Vorsiß des erdeHratH-Z _Cereiole eine Bera- ihnng stattgeiimden, an der die Waadtlgnder Naitonabratße Berneq, Delarageaf und Ruchennot, sorvie der Waudtiander Regierrings-Rath Jan, Syndikus ven Laziianne, m_id Minir- zipalratk) Gaulis, als Delegirter der dortigen Gemeinde; theck: nahmen, Laut Vernebmen wurde fur die Wahl des ,Pkaßesx, auf welchem das Vunderalai-Z, welehes das Vundez'sgericht ans- nehmen soll, Einreichung der Barwlane' und voilitandige Aue;- führung des ganzen Baues ein Tcrmrii vdn 3 Jahren ange- nommen. Bis dahin soil das alte .KÜ11U0.111"La11[a11118 rem eidgenössischen Tribunal als provisorische Hermitattewienen.
_ Am 1. d. M. smd zwiichen dem Brindeseprafidetiien' und dem belgischen Gesckzäftsträger Hubert Dolez die Ratixikatwne- urkunden zu dem am 13. Mai 1874 abgeschlossenen fck)wei- zerisch-beigiichen Außlieferung-ZvertraJ angcwcchielt 'worden. Der Vertrag tritt mit dem 20. d. M. in Kraft.
_ Z. Iuii. Bundesweit!) Borel, der Chef dec; eid- genössischen Postdepariements, ift vorgestern, nach Berlin abgereist, mn mit dem deutschen General-Postdirektor Steplzan in Gemeinschaft die Vorberenuxrgen zu dem_ internatio- nalen Postkongreß zu treffen, welcher im, Sepiember d. I. behufs Gründung einesqeuropaisck)=crmerikanischen Poftvereins in der schweizem1chen Bundesstadt Bern abgehal- ten werden soil.
_ 7. Juli. (W. T. B.) Der schweizerische Gesandtein Berlin, Oberst Hammer, wird die Schweiz auf dem internatio- nalen Kongreffe in Brüssel vertreten.
Großbritannien und Irland. Lordon, 5._Iu1i. Die Prinzesfin Amalie von Schledwig-Holft-ein :| zum Besuch ihres Bruders, des Prinzen Chrqtian, m Winds o r e'n etro en. _ _ rg _ffDer Herzog de la Rochefoucazild-Bisaccia gab am Sonnabend ein Abschiedsdiner, bei welchem der Prinz
mit Rücksicht
' ' ' ' . ' “ ti nen erwartet „_, . . auf die Agitaiionen der beiden 'mtwnalen srak 0 Schicken von Veriaiiles.
Bülow, mit seiner Gemahlin, die Jürßin Lignk und mehrere Mitglieder dec?) hohen englischen Arißokratie zugegen waren. _ Dur
das Hinscheiden der Gräfin von Clarendon *
. 4 « i ; 1
ift die Familie des Lord Odo Russell, britifcben Botschafters in ?
Berlin, in tiefe Trauer verseßt worden.
; jüngfte Tochter der Verblichenen.
_ Von den 12 KabinetS=Minifiern haben acht, darunter Herr DiHraeli, der Earl von Maimesbnry, der Earl
; von Derby Und Sir Stafford Northcote, die Einladung , dcs Lordmarzors von London zu dem am 22.Iuli im Mansion: ' „ ? zipieil ais Strafe zu adoptiren und die Regierung zu ersuchen, Fox Manie Ramsay, Graf'
hdUse stattfindenden ministerielien Banketi angenommen.
_ 7. JUli. (W. T. B.) vo n D alho Us ie, vormaliger Krieges:?)iinifter Unter Palmerston, ist gestorben.
Frankreich. Paris, aus Depntirienkreisen MeinrrngSvcrscHiedenheit bei
8. Juli. weiter den
(W. T. B.) Wie veriautet, daueri die verschiedenen
Ludi] Ruffekl ist die '
Grnppen
der republikanischen Partei Über die von ihnen der Inter-i
pellatidn Bran gegenüber einzunehmende Haltung fort,' und Ver-;
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und finden unmiögeseizt weitere Bespreckwngen handinngen statt. Namentlich so!] das lirike Ccntram entschlossen sein, nicht mit ider äUßersieri Recizien zu stimmen, weii daffeibe hofft, daß es ihm geiingen könnte, zu bewirken, daß das rechte Centrum später mit ihm auch für den Antrag Périer auf definitive Errichtung der Repnblik voiiren werde.
_ Von unterrichreier Seite wird bestätigt, daß der Mar- schali-Präsident eine Demission des Ministeriums, falls daffelbe eine Niederiage erleideri soUie, nicht annehmen werde.
_ Laut dem ,)(134. Sixxcle“ hai der General Lepasiet
auf Befehl des Kricch-Minisicrs eine Compagnie Jäger zii Fuß ;
nach Luch0n gescmdt, Um die Niisfiiige dcr Carlisten auf das französische Gebiet ZU verbiridern. Versailles, 6. Zaki, HeUie iand hier das feierliche
Zeichenbegängniß des am [LHTM Sonnabend Verstorbenen . Teputirren i::id früberen Ministers de_Gduiard statt. Die; Zipfel deI Leicheriiiiches irrigen der Praxiderit der Nationalver- =
iammimig, Buffer, Märiel, einer der Vize-Präfidenien, die Mi:
nister de Ciffer) Und de Fonrtori, de Jranclien, i'd wie eiii Ge- Z Der Marickzaii Mac Mahon hatte fick) durch einen seiner ?ldjiiiaiiteii, ÖM Obersteii de Broye, Z Die Zak)! der der Leiche folgeriden Teprriirren ? ' betrug ungefähr 400, worrmier vieie Mitgiieder der Liiikeii. - Einige derseiben, wie Barodei, verließeii
rieralratl; seiries Tcpariements.
vertreten [affen
kunft cm der Kirche. Im Leichenzrrge selbst befanden fick) viele Pariser imd Veriaiiier Geistliche, unter criiderexi der Obere der Brüder der ci)xistiichen Schalen imd der Obere der Brüder der Zwei Schwadronen Kürasfiere bildeten die militärische EEcorie. Der kirchiickzen Feier stand der Bischof von Versailles vor. „iachdem dieselbe beeiidet, wrrrde die Leiche nach dem Verseiiier Kirchhdfe gebracht.
Der Verstorbene, Marc Thomas Eugene dc Gdiriard, wurde zu Versaich im Jahre 1806 geboreri und bLJÜUU seine politische Laufbahn als Teputirier während der Jahre 1846 bit.“: 1848. Aus den Wahken vom 8. Febriiar 1871 ging er als.": Vertreter des DepartemeniZ der Qberen-Pyrenäen Herbor, nahm als französischer Bevoilmächtigter an den Frankfurter Konferen- zen Tiieii Und wnrde am 10. November deffelben Jabres als Gesandter Frankreichö nach Italien geschickt, wo er Herrn von deiseui-Praesjin (rseizte. Aber schon am 6. Februqrdesk fol: genden Jahres ward er an die Spire des Hciiidels-Miiiiirermmd berufen imd vertanschte dieses Portefeuiiie am 5. Marz provi- sdrisck], am 23. April defiiiiiiv mit dem bisher rioanrrn Pouyer- Quartier geleiteten Fiiianz:Pdriefeiiil]e. Unter seinen Linspizien vollzog fick) die schwierige Bridgetdebatte des JahreI 1873 Und die großartige Finanzdperaiidn, die dem St_aatc die Mittel zur Abtragung der KriegSentichädigung an Teuticbiand an die Hand gab. Kurz drr dcm Rücktritte des Herrn Thiers harre Herr de Gdnlard sein Porrefeuiile niedergelegt imd widmeie seine fernere Thätigkeit der Fraktiorrépdlitik. Offiziell gehörte er dem rechten Centrum (![S Mitglied an. Sein Tod vermehrt die Zahl d:r leerstehenden Sitze der Narionaiveriammiirng bis mis 13._
_ 7. Ziili. (W. T. B.) Die Nationaiver'ia'mm: [Ung [)cLUdiZie beate die Berarhimg dez Miriiiziral-
wahlgeseßes, und wnrde die Bestimmimg, warmes] eiii zwei- ?
jähriges Domizii zur Eriangung de_s Wablrrchi§2 gerichiridü, angenommen; dagegen fand der Artzkei, welcher _den Yamriieii- vätern ein doppeltes Stimmrecht bewilligt, mixi dio Zirxtimmung der Versammliing. Tie Annahme dez; Geseßes im Ganzen “er- folgte darauf mit 462 gegen 234 .Stimmen.w_' TET'TUJUTWTL Daguenet legte aichann den Bericht der Initiaiib-Konx- mission Über den Anirag Larocheiouranld, betrei- fend die Wiederfteliu*1g der Monarck)ie,_vdr. Ter Be- richt bezeichnet den Antrag (iich verfaffriiigSiridrig und 'ver- langt desen Verweriiing. .Die von mehrereii ?eputxrten beantragte Veriesung des Berichts wnrde von der Vcriaiiimlung nicht genehmigt, urid kann in Foige dessen dr: TiÖkUsii0n des Antrages Larochefducanld nicht mii der Erledigimg der, Imer- peUatidn Brun verbunden werden, wre „don diesen Seiten _ge: wünscht wurde, um eine EiniZung der Linken und der gußcrsteii Rechten zu verhindern. Die Versammiimwirar daraux m die Berathmig der Frage ein, ob eine Dtskiisndn der Ini'crpel- [ation Brun noch heute statrfirrden soll. Nacizdew die erste Abstimmung zweifelhaft arrSgesaUen war, wurde be]chloffen, die Interpellation arif die morgige Tagesordmmg zit_seizen. Tie gemäßigte Rechte, das rechte Centrum und wabr1cheinlich die Bonapartisten werden für die Regierung PUMPEN, Liuck) von einem größeren Tizeile des linken Cenirumö Wird dies m parka- mentaristhen Kreisen angenommen.
Spanien. Madrid, 7. Juli. (W. T. B.) 'Der Ge- sandte beim päpstlichen Stuhls Lorenzaxia wrrd morgen nach Rom abreisen. _ Zabala hai eme Verstarkung von_ 14 Bataillonen Kerntruppen erhalten. Man erwartet demnachst einen neUen Zusammenstoß,
Rom, 2. Juli. (It. N.) Gestern hat die der römischen Klostergüter erncrniiie Kommission das Kloster der Minori Riiormati in Fiumicino und das der Trinitarier del RiHcatto in S_antcr „Maria hinter dem Vatican in Befiß genommen rind gleichzeitig die “Obern der religiösen Häuser, welche fich Mit. dern Jugendnnterricht be- schäftigen, ersucht, ihr baldmdglichft d1e_ nothigen Doinmenie vor- zulegen, um fie rechtzeitig pruferi zu konnen, ob fie die genugend: Befähigung befiyen, den Unterricht fortzusetzen. . _
_ Der Senator Borsani hat seinen Bericht uber den neuen Strafgeseßentwurf beinahe fertig, und die Mit- glieder der Centralkommisfion werden Ende dieses Monats zu-
Italien. zur Liquidation
und die Prinzessin von Wales, der dänisckze Gesandte, Graf
sammentreten, denselben anzuhören. Dem Beschluß der Mehr-
den Zug bei der An- -
heit der Kommission entsprechend, wird Hr. Borsani vorschlagen, daß die Todesstrafe prinzipieil aufgehoben, in praxi (iber in den Provinzen, wo fie bisher noch geseleick; besteht, für gewisse Ver- brechen beibehalten wird. Die Bagnos wiU die Kommission auf- heben umd nur noch so lange beibehairen wiffen, bis fie durch die Strafe der Deportation nacb fernen Insein erseßt werden. Der Artikel 15 des GeseßentwarfS, welcher die Deportation als SUpplementärftrafe betrachtet, deren Anwendung dcm Ermeffen der Richter überlassen bleibt, ist von der Kommission abgelehnt worden. Dagegen hat dieselbe beschlossen, die Deportation prin-
die zu ihrer Einführung ndii'Jigen Vdrkebririigen zu treffen.“
_ In Forli haben am 29. U. M. Uiidrdmmgen startge- funden. Das Volk, nameiitlici) waren die Frauen stark verireien, crbrack) Und plünderte mehrere Kormiiagazine imd einer der Lliifrührcr wurde von einem Polizisten ÖUTckJ einen Pistolenschuß verwandet. Ein Korxihändier mrißie sick) von der Straße in ein Haris Üüchxen und WUrde vom Volke Unter T0- desdrohungen darin belagert, bis er von Carabinieri erlöst wrrrde, Tie [eßteren haben 3a[)[reick)e Verhastimgen vorgenom- men. _ In Florenz haben die Cigarrenmacizerimwri die Arbeit LiUgSÜLÜT.
_ 4. Juli. Ter MiniirerWräfidentMiUgbetti is: am Mirt- woch von Tegernsee kommend in Voidgna eingeirbffen iind izat am fdigenden Tage seine Reise bis Floretiz fortgeierzi, wo er eiiiige Tage verweilen wird, Um sich mit eiiiigeii Höhern Beamteii des Jinanz=Minifterir1mH zii besprechen.
_ Tie „Gazeim“ V."]i Messina macht bekannr, daß die Regierung jedern, weicher ihr zur Verhaiiiwg eiiieH der berückz- rigten Banditen LEONE, P.:Sqiiciie, Rocca, Riiiaidi imd Caprard verhilft, ohne Uiiterici]ied der Zeii und Personen 25,000 Franken aU-Zzahlen läßt. Ter Miiiister dec; Ziinern [)ÜT befohlen, der beireffenden Publikation die grbßimdgiicize Verbreiiimg 2,11 geben und sie (ins allen dffeniiickzen PläYen Siciiieiis ansckiiagen „zu laffen.
Türkei. Konstaiitinope1, 4. ' Juli. (T. R,) Der dritte Sohn des Sirirans isi. achtJabre alt, mit dem RÜNJ eincr“: KapitäwLieUtenmiis in die Kriegsmarine einxxeireien.
_ Die Stadt TSULÖOH ist fast gänziicki niedergebrannt.
_ Iiir Ministeriiim des öffentlichen Unterricht?- ist eiiie Kommisfidii ziir Berathung imd Berick]:erst.ritrmg Über Reformen des.": Elenientaricbrrlwcieiis _zrriammengetreien, Dieselbe besteht mis dem Miisrephar (Geiierrii:Tii“ekrdr) des Mi: nisteriums Salis) Effendi, rem Iize-Vräiideiiicn de;; Rathes Seiim Effendi, ren Rätizeri Arißokieö und Jardii) Effxiidi. dem Prdieffor Tjedded Effendi und dem MUi-OUMS-TZWÜOT 1)r. Derbier.
_ 8. Juli. (W. T. B.) Dem Vcriiciimcn nacb Hat der Sultan in der vergangenen Woche den Kberive darci) ein sehr verbindliches Srbreiben dringend €rs11ck3i, im Lairie dec:- Som-
merH in Kdnftaiiiiiidpel einen Beiirci) ÜÖZUUUTWU.
Rußland und Polen. Sr. Vetersbixrg, 5. Iiili. Ter Großfürst Konstantin Nikolajewitsch ist am 2.Ii1[i von seiner arraZländisckzen Reise nach St. Petersburg zUrück- eke rt.
g h_ AUS Kraiindje-Sselo wird dem „Riis. ZW.“ ge- fckzrirben, daß diirck) Tagesbeiebl Sr. Kaiserlichen Hoheit drH Hbckstkdmmandirenden der Garde und der Triippen des St. Petersburger Militärbezirks eine Frage ihre Ldiiing gefunden hat, die in miiitärisckien Kieiieii frei?: die! debcitiirr wnrde. EH handelt fick) um daS Schanzzeug, das einzelne JUMUTCMLLL bei Uebrmgen Und Märschen stets mit fick] zu rragerr [)(YUFU- S_eme Kaiserliche Hoheit hat irritimebr bestimmt, daß dieie Gerard- schafien ziir Mitführimg dem Train zu Übergeben imd. _ Wie die „Peteröb. Gaieta' melder, werden „zu den Miriidverun, in Krassndje-Sseld 10 preUßiiciJe und 4 birerreickzqckie OMZLLTL erwartet. *
_ ImMinisteriUm des Innern soii nack) der,?)iZ.“7 der PTM veritisirr WOL'ÖM, ais Vorbedingung ZUM Emtriii m deri Gemeiridewahldienft die Fädigkeir, zii [eien Und zu ickzreiben, aiifzusieiicx. _ Eberidaselbst ift mirix_iiiich) zirrYear- beitung eines Projekte.? über eln Normaistatiit ULT" UUe eriitiren:
. den Und noch zu crdff'ienden KlUb-Z geickiritien, welcbe Khinfdrt
(11.16 die Bezeiciymng „Offentiiche Veriamriiiiirig“ _iiiizrcii sollen, _ AUck] wird eine beibridere Kommission in beririyedrne Theile de-Z Gdiweriiemenis Si. Petersbiirg abkommandirr werden, Um die Urs-acbeii crucéfindig zu meckzen, wariim fick)*iii diesem Gon: verriement so viele Abgabenrirckstände aiifbaizien. , , _
_ Wie die „Bdrie“ meldet, bai das.“: Miiiistchde-Z iii seiner Sißung vom 18. Irini das vom Miiiqter der Kowmrrm- kationen vorgesteUtc Projekt verworfeii, wmmck) das IML? Reiz aÜer projektirien Eiseiibahnen fiir 'RLch111111J_ des:; Staates gebaur werden idiiie. _ Nack) Mitrbeiimigen dciieiben Viano?- smd 22 Wegebmr-Jngenieure von hier arif die Sireckejder zuerbarreri- den Uralbahn abgereist, Um die ab;;esteciie Imre 311 verin- ziren UNd den Plan fÜr Ansfsihrimg der ?irbeiiezi zu cniwcrscri. _ Tie „M. 3.“ hat gehört, daß das Miiiifteriimi der Kom: munikaiidiien Terrairmntersuchrmgen 311 einer B alm VON K nino, einer Station der Warschmr=Brdmberger Bahn, Über Siripze nack) Posen angeordnet habe.
Dänemark. Kopenhaged, 3. Juii. Prinz Alexan- der der Niederlande unterriabm beUie in Bcgieitiitig des Kdiiigs einen Ausflug nach Schwß Frederiksborg, wo dexeumri wurde. _ .
_ Unterm 22. Juni ist der Kronprinz OScar Gustav
Adolf von Schweden-Ndrwegen, Herzog WUWermeiand, zmn Ritter des E1epl3anten:Orden§ ernamit werden. _ Unterm 25. Juni ist ein besonderes Kömgixches “Kori- sukat für die LewardH-Jnselrx „errichtet. worden niit StZ in Aniigua, Und ist der bicherige danische _VizecKonsus in An- tigua J. Melckzerison zum Königlichen Komul daselbst ernannt worden.
Die Feier des 4. Juli, des Jahrestages hat mit dem Bau des Ge- bäudes für die Jubiläums-Ausstcllmig in Fairmoudxpark! Philadelphia, begonnen. Die große Brucke nber den Mijjisippr in St. Louis, die neun Miilix-nen Danrs kostet, wurde eben- fails mit einer imposanten "Feier eröffnet. Der Bau der Brucke nahm 5 Jahre in Anspruck). . .
_ Dem „National-Crop:Reporier“ von Indianapoliez zu- folge berrägt der Fiächenraum des mit Baumwolle bestellten Bodens 151,72 pCt. weniger als der von 1873 und die Be- schaffenheit der Pfclßxnzen ift 12 pCt. unter dem Durchschnitt, be ert aber ra .
ff NßtY-York,s8. Juli. (W. T. B.) Zum Schuße der Anfiedler in den Grenzgebieten find Truppen abgeschickt worden,
Anierika. _ , „ der amerikanifchen Unabhangrgkert,