Veagtten Oifiziere _außer Dienß oder Landwehr-Offiziere find, auf threr_D1enftkletdung Contre=Epaulektes wie die Ober-Con- troleure, ]edoch ohne das Wappenschild tragen dürfen.
_ In Folge einxs am 7. April 1873 zwischen Preußen und Qldenburg ausgefuhrten Gebietsaustausches haben sich die nach der Zahlyng vom'Z. Dezember 1871 festgestellten Bevölke- ruanszrffern kme folgt geändert: Preußen, ortsanwesende cholkerung 24.606,400, ortsanweftnde 'staatSangehörige Be- volkerung 24.367,168, ortsangehbrige Bevölkerung des preußi- schen_Zollgebtets 24,509,585 Einwohner. _ Oldenburg, orts- anweiende Bewohner 312,718, oriSanwesende staatsangehörige Bewohiier 291,334, ortsanwesende Bewohner des oldenburgischen Zoslgebteis 310,486 Einwohnyr.
_ “Oer Evangelische Ober-Kirchenrath hat die Konsistorien darauf aufmerksam gemacht, daß neuen Gemeinde-Kirchenräthe die im „ tetxe Bestimmung uicht überaÜ ausgeführt sein dürfte. In Ge- maßhext dersekben muß in jedem Gemeinde-Ki'rchenrathe zur_Fuhrung des stellvertretenden Vorsißes in Fäilen vorubergehender Verhinderung des Geistlichen ein Aeltefter vor- handen. sem, welcher hierzu vom Gemeinde-Kirchenrathe aus sei- n'er Mitte auf drei Ialxre gewählt wird. Selbstverftändlickg darf diese Wghl, welcbe „spaterhin jedeSmal nach dem Eintritte der durch die regelmaßigen Erneuerungswahlen (K. G. T). §. 43) bxsttinmten Aelteften vorzunehmen ist, cht bei der ersten Kon- itxmrung der "Gemxinde-Kirchenräthe nicht unterbleiben. Rucksicht auf Falie eines außerordentlichen Bedürfnisses wird fie auch m solchen _Gemeinden nicht zu unterlassen sein, in denen mehrere Pfarrgerftiiche fest angesteUt smd, obgleich hier die Füh- rung des ßellveriretenden VorfiHes auf den dazu gewählten Ael- teften erst dani! übergeht, wenn die dUrck) Kirchengemeinde-Ord- §. 8 81111. 2 zunächst dazu berufenen geistlichen Mitglieder des Gememde-Krrchenraths verhinderi sein soliien.
Jui Einverständnis; mit dem Minister der geistlichen Ange- [xgenheiten hat der Evangelische Ober-Kirchenrath die Konsisto- rtßn veranlaßt, die Ausführung der bezeichneten Vorschrift der KtrcherigrmemdeOrdnung da, wo fie bis jth unbeachtet geblie- ben sem soiltc, zu bewirkenJ
_ Dem „Militär-Wochenblatt“ entnehmen wir nachstehende " . , (in Nr. 152 dieses Blatts ver- offentlichten) Zeiteintheilung für die diesjährigen Herbftübun- Zen des Garde-Corps: 8. bis 17. August. Ubungen des 4. Garde-Regimems zu Fuß bei Spandau. bis 18. August., Regimentsübungen des 3. Garde-Grenadier- Regiments Königin Elisabeth bei Spandau. 18. Augufi, Marsch des 4. Garde=Regiments zu Fnß von Spandau nach Potsdam. 20. August. Marsch des 3. Garde-Grenadier-Regiments, Köni- gin, Elisabeih, von Spandau nack) Beriin. 20. bis 29. August. Brigade-Uebnngen der kombinirien 1. Garde-Infanierie-Vrigade (1. und „4. Garde=Regiment zu Fuß, Garde-Iäger- und Lehr- Infanterie-Batarlion) an den vier leßten Tagen unter Theil- nahme von Artiiicrie bei Potsdam. Garde-Fxld-ArtiUerie-Regiments marschirt zu diesem Zweck am 24. August von Berlin nach Potsdam. tember. Brigade-Uebungen der kombinirten 2. Garde-Infanterie- Brrgade_ (2. Garde-Regiment zu Fuß, Garde=Jüfiiier=Regiment Und Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2) Und der 3. Garde-Infantcrie-Brigade, am 29., 31. August und 1. Sep- tember unter Zutheiiung von Ariilierie bei Berlin. Marsch des 1. und 4. Garde-Regiments zu Fiiß, des Garde-Iäger-Bataiüons und des Lehr-Infanterie-Ba- taiilons von Potsdam nach Berlin.
. _ Der'Oberst und Direktor der Ober-Militär-Examina- Tions-Komunision des Barres hat fick) mit kurzem Urlaub nach Putbus begebxn Und wird demnächst eine Dienstreiie znr Abnahme der Offiziers= *rüfnngen auf den Kriegsschulen zu Anclam, Erfurt, Engers Und Meß antreten.
_ Der, Gesandte in Madrid, Graf Hatzfeld, hat am 2. d. M. seinen Urlaub angetreten; an seiner Stelle fUngirt Graf Radolinski als Geschäftsträger.
bei der Konstituirung der H. 8 aiim. ] z. E. enihal-
Aenderungen zu der
Regiments-
Die 3. Batterie des 1, 21. August bis 1. Sep-
31. August Und 1. September.
_ Dcr Königlich württembergische Gesandte am hiesigen Hofe, Freiherr dom Spiyemberg, tritt einen zweimonatiichen Urlaub rm, wahrend dessen der Königlich württembergische Be- vollmachtigix zum Bundesrath, Ministerial-Raih Heß, denselben dem Auswarngen Amte und dem Reichskanzler-Amte gegenüber
_ Den Großherzoglick; badischen Gesandten am hiesigen HYiL- Fre1herrn von Türkheim, vertritt während eines mehr- wochsiitlickzen Urlaubs der Königlich bayeris chc Geschäftsträger Legations-Rath Reither.
_ _Der bisherige zweite LegatioW-Sekretär bei der hiesigen Gesandt1cha_ft 'der Vereinigten Staaten, Herr Nicolas Fish, der_gegenwarUZ als Geschäftsträger fungirt, ist zum ersten Le- gaiions:Sekretar bei_ dieser Gesandtschaft an Stelle des ausge- schiedenen Herrn Bley und in seine Stelle als zweiter Sekretär Herr Chapman Coleman ernannt worden.
Königsberg-i. Br., 9. Jirli. (W. T. B,) preuß11che Zeitmig“ veröffentlicht die nachfolgende an die Land- rathe dcr Provrnz gerichtete Verfügnng des Ober-Präsi- denten v. Horn:
_ „Axn 28.1). M. Hab?!) in Medenau, Kreises Fiscbbausen, und gestern in “Quednau und. in Trutenau, Kreiiks Königsberg, M yon Arbsttern, welche in der auögkiprockyenen Ai'siÖk, Oswalt zu chn, sick) 3u1ammengcro_itet batten, an den genannten Oricn Linen Tumult erregt,_dsn_ Annordxrungen der Amtsvorsteher, auseinander zu geben, sich Wider1e§3t„ Gefangene béireit, Amtheiängniffe zerstört _ _ Gewalitbaisn daß VWUÖS werdm gemacht _ Vorgänge zu tpiedérholcn,_ und da?; innerhalb der Arbeiterkreise oder außerbalb kcr1€lbcn Perioncn steven, welchc beflisisn find, der un- xvimendcn, leicht irre zn leitenden Menge über die Abfirbi und Wirk- 1_an_1kcii dsr durch “die neue Kreisordnung geschaffenén Einrichtungen izlicbe ersteiiungey beizubringen, um fie zu (kaalttbaien zu ver- fahren. Es i1t alm gegenwärtig geboten, daß die Behörden und eren Landräthe und Herren Amtsvor: steher,_ zur_Erbalfung der 5 entlichen Ruhe und Ordnung die größte Wachiarxikeit und Energie eintreten lassen. Es wird darauf ankom- xnkp- das da, wo über die Wirksamkeit der neuen Polizeibehörde fich irrige Vorstellungen gebildet, denselben durch Belehrung ihunlickxst _ _ ber keinen Erfolg vkrspricbi, oder erzielt, u ejtorungen zu befürchiezi “sind, durch unvcrzüglickoe Entwicke- lung der yorhandenezi Polizeikräxie jeder ungewöhnlichen Ansammlung von M€n1chen_und„1eder_§]_iuk)estkrung womöglich vorgebeugt, und wenn abzufehsn, dax; mit Huiie von Amtsrienern und Genöd'armsn die Ruhe nicht aufrecht zu erhalten oder wiederherzustelien ist, rechtzeitiz
Die „ Oft-
zu béiorgcn, bedauerlicbe
Beamten, insbesondere die
entge en ewirkt, wo dies (1
rung der geeigneten Sicherheitsmaßregeln zg beantragen haben. Wo
Herren Landethcn bei dem betrsffenden Militärkommando zu bean- tr_ag_ctx,_uud Oertcns dcs Listeren nacb gehöriger Darlegung des Be- dyrsmstes voraussichiitch wfort gewährt werden. Die Herren Land- rathe wollen von dicier Verfügung, Wenn und wo in ihren Kreisen Anlaß Vorhanden, den Herren Amtsvorstehern Mittheilung machen.'
' Cassei“, 7. Juli. Nack) Verkündigung des Resultats der m der vorigen Stßung vorgenommenen Wahlen berichtete in heutiger Sihung des Kommunal-Landtages der Legiti: maxttotzs-Llusschuß über die Legitimationen der neu zugegangenen Mitglieder, welche für Ordnungsmäßig erklärt wurden.
Auf Berickzt des Eingaben-Ausschuffes beschloß die Ver- sammlung, dem Verwaltungs-Ausschuß einen Verlag von 600 Thalern_ zu Erhöhung der Pensionen 2c. kommunalständischar Penfionare und Wittwen zur Verfügung zu stellen und aUe um solche Erhxöhungen eingegangenen Gesuche dcm Verwaltungs- Ausschuß zu ubxrweisen. Die Tagesordnung führte zur Bera- i_bung „des Ber1chts des ständischen Verwaltungs-Ausschuffes uber seine Verwaltung im Jahre 1873. Die gefaßten Beschlüsse brtrafen die Erhöhung des Gehalts für den Hospitalspfarrer Jet? ziz Haitia Urn 100 Thaler, die Erhöhung der Verpflegnngs- kdftensaHe fur dre Hospitäler Haina und Merxhausen, die Er- hohixng der Vergütung für den Taxator dcs Leitzhauses zu Cassel, er_1dl1ch die Uxbcrnahme der gewöhnlichen Unterhaltangskosten fur arme iaubftumme Kinder auf die Dauer von höchstens zwei Iczhren na_ck) der Entlassung aus der Anstalt in besonderen Folien. Die Anträge des Ausschusses wurden genehmigt.
_ 8. Juli. Nack) Erledigung einiger Petitionen berichtete bxute der Abgeordnete Herig Über das vorgelegte Regulatio fur die Verwaltung des Taubstummen-Instituts zu Homberg, welches mxt zwei iiiiwesentiichen Aenderungen genehmigt wurde. . Abgeordneter von Trott berichtete über den Gesetzentwurf, die N'banderung der Verordnung vom 6. November 1739 für die'Dienftführung der Greben Ic. in vormals Kurhesfischen Landes- iherlen Und empfahl mii einer kleinen redaktionellen Aenderung des §. 1 die unveränderte Genehmigung, welche von der Ver- iammlung erthrilt wurde. ?_lbgeordneter von Hiindelshausen berichtete sodann über die Gcsthaftsbertckzte der General-Brandkaffe pro 1872 und 1873, deren Inhalt sich die Versammlung znr Nachricht dienen ließ.
Bayern. München, 7. Juli. DerKronprianudolf von Oesterreich wird, einem Telegramme der „Allg.Ztg.“ zu- folge, morgen mit dem Frühschnellzug znr Geburtsfeie'r seiner Schwester, der Prinzessin Gisela, in München ankommen.
_ Jm Fiziatizausfchuß der„Abgeordnetenkammer wurde h_euts rnit 5 gegen 2 Stimmen der Schloersche Initiativ- antrag uber den Ostbahn-Ankauf angenommen.
Sachsen. Dresden, 8. Juli. Gestern Nachmittag nach 19,6 Uhr traf Se. Majestät der Kaiser von Rußland, bc- gle1iei von Sr. Majestät dem Könige und Sr. Königiicbcn Hohext dem Prinzen Georg, nebst Gefoige Und eskor- tt_rt von einer Escadron des Garde=Reiter-Regiments, von PiU- mH wieder auf dem mit Fahnen geschmückten Bahnhofs von Niedersedliß ein, woselbst die Majestätsn von der versammelten Menge lebhaft begrüßt wurden. Die AUerhöchsten Herrschaften bestiegen den bereitstehcnden Kaiserlichen Hofzug und begaben fick), direkt nacb dem Leipziger Bahnhofs, wo der König und PWW Georg Url) von Sr. Kaiserlichen Majestät in herzlichster Weise verabschiedeten. Es hatten fick) daselbst, außer dem Kaiser- l1chen und dem Königlichen Gefolge Und den zur Dienstleistimg kominandirten Offizieren, auch die beiden Prinzen vonBattenberg, sonne der Kaiserlich russische Gesandte Geheimer Rath von KOHL- bue, der Kriegs:Minister General der Kavallerie von Fabrice, der Stadt-Kommandani Gencral-Lieutenani Frhr. v. Hausen, der GmikrabDirekt-zr der Staats-Eisenbahncn v. Tschirschkr), Polizei- Direkt-xr Schwauß, Graf Seebach und mehrere andere distin- guirtc Persöniichkcifen, darunier auch einige Mitglieder der hie- sigen russischen Kolonie, eingefunden, an welche der Kaiier huld- voile Abschiedsworte richtete, während gleicbzritig ÖÜS russische Gefolgs von Sr. Majeftäi dem Könige und vom Prinzen Georg fich zn verabschieden die Ehre halts. Alsdann bestikg der Kaiser ssinkn Salonwagen und blieb in freundiicher Unterbal- tung mit Sr. Majestät dem Könige am Eingangs desselben stehen, bis der Zug sich 6 Uhr 10 Min. in Bewcgnng setzte, um den Kaiser Alexander über Cottbus, Guben, Posen und Tborn nach Warschau zu führen.
_ Heute Vormittag haben Ihre Majeftäien der König und die Königin von Pillnitz die beabsichtigte Reise in den Bautzener Kreisdirektionsbezirk angetreten und sich von Niedcr- sedlixz aus per Eisenbahn zunächst über Radeberg und Pulsniß nach Kamenz begeben. In dem Gefolge Ihrsr Majestäten be- finden fiel) die Hofdame Comteffe v. Einsiedel, dcr Ober-Stall- meister Senfft v. Pilsach, der Ceremonienmeister Kammerherr v. Helidorff, der Königliche Flügel-Adjutant Major v. Minckwiß, der Geheime Hofrath Bär und der General-Direkwr dsr Staats- Eisenbahnkn v. Tschirschky.
Leipzig, 8. Juli. Se. Königliche Hoheit der Großher- zog von Sachsen-Weimar, welcher mit Er. Majestät dem Kaiser von Rußland gestern Vormittog hier anlangte, trat nach der Weiterreise Sr. Majestäi in HaUffe's Hotel ab und ist Nach- mxitags aux der Thüringer Bahn nach der Residenz Weimar zurückgekehrt.
Se._ Hoheitmder Herzog von Sachsen-Altenburg, welcher zUr Vegrnßimg Sr, Majestät des Kaisers von Rußland hier anwesend war, ist gestern Abend W der Magdeburger Bahn nach Hannover abgereist. *
Baden. Karlsruhe, 7. Juli. Uebxr den Aufenthalt der Höchsten Herrschaften auf Schloß Mainau gehen der „Karlsr. Ztg.“ foigende Mittheilungen zu: Se. Königliche Hoheit der Großherzog von Mecklenburg-Schmerin und seine Tochter, Hirzogm Marie, Braut des Großfürsten Wladimir Alexandro- wrtsck) von_Rußland, trafen Sonntag den 5. d. Abends in Konstanz em, wo fie am Bahnhof von Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog empfangen und mit ihrer Umgebung nack) Schloß Mamay gefiihrt wnrden. Die hohsn Gäste machten gestern Nachmittag mit den Großherzoglichen Herrschaften eine Rundfahri auf dem See und begaben fich heute Früh mit Dampfsckzin nach Rorschach, von wo fie die Reise nach St. Moriß
mrlitarische Hulfe m Anspruch genommen wird. Die Herren Amtsvorstxhcr Werden Tzda, wv Ruhestörungen zu besorgku sind„ mit den Herren Landräthen fich ichleuuigst in Verbindung zu seßen und zu erhalten, und bei denselben die Vorkeb-
militärische Hülfx unabweiSlicb nötbig. Wird solche von den Herren AmiSvorstebem direkt nur im Falle äußerster Gefahr, sonst von den
im Engadin forseßen wollen.
'Am 9. d. Abends wird Se. Majeftät der deutsche Kais er zu 61116!!! dreitägigen Besuch auf Schloß Mainau er- wartet. Allerhochßderselbe wird die ganze Reiseauf der Schwarz- wald-Bahn mit Extrazug zuriicklegen.5 ; '
ZY§_ Der Großherzog hat dem Prälaten ])1'. Iulius Holß- mann zu Karlsruhe das Commandeurkreuz in Brillanten zu de„m Commandeurkreuz erster Klasse seines Ordens vom Zähringer Larven, welches derselbe bereits inne hat, zu verleihen geruht.ck
iÉYTZ-T _ Der Präsident des großherzoglichen Jinan =Mini eriums, Staatsratk) Ellftätter, ist heute im Urlaub nazch demßSeebad Norderney abgereist. _. „.
ZI_ Das Ges.: und V.-Bl. veröffentlicht: Geseß, besoiidere
Besiimmungen über Verfassung und Verwaltung der Siadt- gemeinden betreffend, vom 24. Juni 1874; Geseß, besondere Bestimuiungen uber die Aufbringung des Gemeindeaufmands in deZt Stadien betreffend, vom 29. Juni 1874; Gesch, die Fuhrung der Grund- und Pfandbücher in einigen Städten be- treffe_nd, vdm 24. Juni 1874. _ Verordnung, die Sicherung Fer 917»;an Gesundheit L_"und Reinlichkeit betreffend, vom 27. um .
Heffen. Darmstadt, 7. Juli, Der erste Ausschuß
der Ersten Kammer der Stände tritt am 11. Juli zu einer Sißnng znsammen. Gegenstände der Berathnng sind die Vorlage des Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, den Nachtrag zu dem Hauptvoransckzlag der Staats-Einnahmen und Ausgaben des Großherzogthums für die Jahre 1873, 1874 und 1875 und _die weitere Erhöhung der Beamtengehalte betr. 2c., sowie verschiedane andere Gegenstände. _ Am Montag, den 20. Just. trittwahrscheinlich die Erste Kammer wieder zusammen, um ihre Rückstände zu erledigen.
Sachsen-Coburg-Gotha. Coburg, 7. Juli. Der
Spezial-Landtag des Herzogthums Coburg ist gestern
auf mehrere Wochen vertavgt worden. Nur die zur Berathung
FlesbSchulgeseHes gewahlte Kommission ist beisammen ge- re en.
Neuß j. L. Gera, 8. Juli. Durch Verordnung vom-
5. I_uli d. I. ist die Reichsmarkrechnung im Fiirient um ReUß j. L. vom 1. Januar 1875 ab eingeführt worden? h
Bremen, 8. Juli. Senat und Bürgerschaft waren
hxute Vorbiiticig in der alten Börse zur Vornahme der Wahl eines Mitgliedes des Senats an Stelic des auf seinen Antrag in den Rahestand verseßten Senators 1)r. Kottmeier versammelt. Das Ergebniß war, daß bei 104 abgegebenen Stimmen ])r, Ehmck 50 Stimmen, 1)r. Plump 54 Stimmen erhielt. Somit erklärte der Präsident Dr. F. E. Plump als zum Mitglieds des Senats erwählt.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 8. Juli. Der Kaiser
hat sich gestern Nachmittags nach Ischl begebeben.
_ Unterm 5. d. M. hat der Kaiser angeordnet, daß die
Militär-Verdienixkreuz-Dekorationen nach dem Ableben der Befißxr nicht mehr wie bisher an das Kaiserlich Königliche Oberst-Kammereramtzurückznstellen kommen, sondern der Familie oder den Erben der Verstorbenen belassen bleiben.
_ (Wien. 3.) In der gestern stattgefundenen sechsten
Sißung der interiiaiionalen Sanitäts-Konferenz stelljen die russischen Delegirten die Anfrage, ob sich die Nachricht über das Auftreten der Cholera in Indien bestätige? Diese Anfrage, welche in einer späteren Sißung beantwortet werden wird, wurde vorläufig zu Protokoll genommen. Auf der Tagesordnung stand die Berathrmg Über die zwölfte Frage, ob gegen die Cholera Landquarantäne-Anstalfen zu errichten seien und im Bein angs- faile 3. Wo? |). Zu welcher Zeit und unter welchen Umstanden?
Mit welcher baUlichen und administrativen Einrichtung?
(1.“ Wie, bezieiwngsweise wodurch ist zu verhüten, daß der Ein- irrtt m das Land nicht auf anderen Wegen als durch die Qua- raiitäme-Aiistalten ftattfinde?
Diese wichtige Frage wnrde sehr eingehend besprochen. Die
Delegirten der orientalischen KÜftMiäUdST, denen über diesen Gcgemstand reiche Erfahrangen zu Gebote stehen, hoben hervor, daß fich die Laiidqnarantäne nur für Länder mit dünner Be- völkerung eigne, und daß fie vielleicht anch mir im Oriente durch: fiihrbar sei. Die Majoritätder d:»utscben, englischen, italienischen, norwegischkn und rnmänischen Delegirten sprack) fick) im Hinblicke auf die enropäisch-xn Verkebrsverhältniffe entschieden gegen die Errichtnng von Landquarantänc-Anftaltcn aus, wäßrend einé Minorität es den einzelnen Regierungen anheimgefteilt wissen wollte, in ihren Ländern nach eigenem Ermeffe11Landquarantäne- Anstalten zn errichten. Schließlich einigte fick) die Konferenz in folgendem Beseizluffe: „In Anbetracht, daß die Landquarantäne bei dem heutigen vielfach vorgeschrittenen Und im stätigen Fort- schreiten begriffenen Verkehre unausführbar, Unnüß und den Handels: und Verkehrsintercffen sch)ädlich ist, wird die Frage, ob Landquaraniäne-Anstaiten zu errichten smd, verneint.“
Mit der Verneiimng dcr Hauptfrage entfällt die Eventual-
frage. In der nächsten Sißung, welche Donnerstag stattfindet, gelangen die weiteren Fragen Über die Jinß- und Seequarautäne zur Berathung.
_ Für die mit dcr Bemeffnng und Vergütung beschädigter
förmlicher Staatsnoten bciranten Kassen und Yemter wurde der §. 2 der Instrnkiion dahin abgeändert: „Jedes Feld, dessen Raum durch die unter das Nei; gelegte Staatsnote nicht we- nigstens bis zur „Hälfte ausgefüllt wird, ist bei den Staatsnoten zu 50 Fl. mit 25 Kr., bei den Staatsnoten zu 5 Fi. und zu 1 Fl. mit 5 .Fr. von dem ganzen Nominalbetrcige der Note in Abzug zu bringen. Fehlende Theile, welche an den Berührungs- punkten vdn zwei oder mehreren Feldern liegen, sind nicht mit den für die einzeinen Felder entfailenden Theiibeträgen zu ver- anschiagen, sondern mit jenem Betrage in Abzug zu bringen, welcher den fehlenden Theilen zusammengenommen entspricht.“ Von nun an find solche Staatsnoten, aus welchen Streifen herausgeichnitten oder welche aus zwei oder mehreren Streifen zusanimengeseßt find, im Sinne des §. 4 der Instruktion zur Vergutungsbemeffung dem ReichS=Finanz-Minifterium vorzulegen.
_ (W. T. V.) Der bisherige Staithalter in Triest,
Freiherr v. Cechi a Santa Croce ist auf seine eigene Bitte aus Gesundheitsrüchfichten unter Verleihung der Würde als Geheimer Rath in den Ruhestand verseßt worden. Der bis- herige Landes:Präfident der Bukowina wurde zum Statthalter im Küstenlande, der Hofrath Alesani in Triest zum Landes- Präfidenien in CzernowiZ und der Stadthalterci=Rath in Mäh- ren, Widmann, zum e
ernannt.
iter der Landesregierung in Laibach
Marienbad, 8. Juli. heute Vormittag von Marienbad abgereiß.
Im Abgeordnetenhause wurde heute ber den Wahlgeseßentwurf geschlossen. Nach Schlußworte des Referenten sprach der Minister gen die verschiedenen Beschlußanträge, Ugemeine Abstimmung und die Anforderungen der Dem sächsischen Abgeordneten ihm die Rückkehr zum Zustände, ant- erhüllte Geständniüe werden seiner ck) auf der anderen Seite Freunde
Dem Verlangen des Abgeordneten Schwarz ent- erklärte der Minifier, er werde nächstens eine Inkolats-
Der Minister Baron Las f er ist
Peft, 7. Juli. die Generaldeb einem kurzen Szaparl] 9?
Vertreter der Nationalitäten, Gall, der gestern durchblicken ließ, daß us erwünsckzter wäre, ais die jeßigen wartete der Minister: Solche v Partei weder auf der einen, no
namentlich
AbsolutiSm
verschaffen.
vorlage einbringen.
Nach den Schlußworten d Schwarz wurde die Wahlgesetzvor men der äußersten Linken und der den eingebrachten Schlußanträge und nur der von Schwarz vorge partei angenommen. '
_ 8. Juli. Fraktionsversammlung d ausgedrückt, der Unterrichts - Ministe Ministerposten nicht aufgeben, und zu liches Vertrauens-votum ertizeili. einstimmig für die Vorla anschlüsse ausgesprochen, nachde legentlichfte empfohlen ha daß er den Eisenbahnvor
er Antragsteller Mocséiry und sage mit 230 gegen 49 Stim- Sachsen angenommen. ämmtliche verworfen
n Warden ]" legte Beschlußantrag der Mittel-
T. B.) Die Deakpartei hat in ihrer en als Beschluß formulirten Wunsch r Trefort möge seinen gleich demselben cin förm- Deakpartei hat sick) ferner Lr die rumänischen wisenbahn- m Gbyczr) dieselben auf das Ange- Der Klub der Linken hat erklärt, sagen nicht zuftimmen werde.
Niederlande. Nack) Mittheilungen aus dem Haag vom fung der ministeriellen Krisis noch Es wird verficbert, sämmtliche bisherigen Kabinets würden in Gemäßheit einer cwordenen Aufforderung Seitens des Königs bis zu der Schweiz die Geschäfte ihrsr Departements der König werde dem Vernehmen nach um onats irn Haag wieder anfangen und dann ber das Demisfionsgesuck) der Mi-
4. Juli würde die Lö
nicht so bald zu erwarten sein.
deffen Rückkehr aus zu leiten fortfahren; Mitte des nächsten M seine definitive Entscheidung Ü nister treffen. ? Kammern der Generalftaaten haben einst- weilen ihre Sißimgen auf unbestimmte den wahrscheinlich 11 deren Eröffnung na 21.September stattzu _ Am 3. Juli i]
Zeit vertagt. Sie wer- icht vor dem Beginne ihrer Neuen Sesficm, cl) Vorschrift der VerfaffunJ am nächsten finden hat, ihre Arbeiten wieder aufnehmen. t dem Kolonien = Ministerium ein Tele- gramm des General = Gouverneurs aus Baiavia ngekommen, aß in Atchin in dem am 20, Juni stattge-
welches meldet, d ck)tzig ?licbinesen, worunter zwei Panglimas,
habten Gefechte a gefaÜen find.
_ Mit der neuesten 0stindisci)en Post find Berichte aus Pe- ai hergeiangt, die wiederhoit bestätigen, daß Nieder[affung selbst, wo man von dem wah- dem nahen Aichin genaue Kimde hat, fes der Aichineien gegen die Nikder- nehmen betrachtet die Aichinesen bei der Niederländer jedesmal agen wiirden und groß: Verluste er- er tmr sebr geriiigen oder keinen Ver- schreibt deren Korrespondent „Es kann kein Zweifel
nang vom 16. M in dieser britischen ren Stande der „Dinge in die Fortführung des Kamp länder nur als ein ganz vergeblicher“: Unter wird. Sie iheiken Übereinstimmen ihren Angriffen auf bis mit leichter Mühe ziirfickgeschl litten, während die Nicderländ Der „Penang Gazette“ ter dcm Datum dcs 1. Mai: daß die von den Niederländern errichteten Be- end gegen jeden Angriff der Atchinesen baut nnd mehr als genügend (WEIL- ist ein vergeblickgcs Be- en Werken anzu- uppen smd mit ischasten einge- ?[uf einen bal-
d mit, daß Befestignngen
lust hätten.
in Aichin un darüber bestehen, festigungen völlig ansreick) sind; demi fie find gnt ge KÜUOULU Und Mbrserrr; cs ck)i1icsen, dio Niederländer in dies agcrpläHe der 11iederiändischen Tr fali für das Wohlbefinden der Mam Quartiere smd in giiter Ordmmg.“
meint der KorrsspMdent der „Penaiig noch nicht rechnen tien es mit eiiwm gar barinäckigcn und ans-
riiftei mit mühen der Lit
9
alier Sorg richtet; ii)re n Frieden freilich, würden die Niederländer wohi
können; fie hä dauerndsn Feinde zu Thun.
Großbrita Die Königin stattete gsstern in Beatrice der unlängst aus Streliiz JUN Cambridge in Kew einen Beincl) a . siedelt der Hof auf einig? Tage n Esher Über. _
_ Der Herzog und foucauld-Visaccia haben Paris znrücibegeben. französischen
London, Begleitung der Prinzeifin ckgekehrten Herzogin von Am näck)sten Svimabeied ach Schloß Ciaremont bei
nuien nnd Irlanö.
die Herzogin de la Roche: London verlaffcn Und fiel; nach vard wird bis zur Ernennung
Botschafters ais Geschäftsträger
ons ie verstarb gestern Nack) län- chin in der Grafschaft Forsar im
Der Verstorbene, ein trat frühzeitig in die Armee ein, die er aber bald verließ, Er repräsentirte bis ihn der Tod s Oberhaus brachte, Im Kabinet bat er n 1846 bis 1852 als Präfident der Koritrolbehörde. Unter-Staats- und das Beim Tode seines Vetters, früheren General- 60, nahm Lord Panmure dessen den er bis zu seinem Tode führte. t dieser Titel an seinen Vetter, den
_ Der Earl von Dali) gerer Krankheit auf 74. Lebensjahre. Lord Panmrire, Canada dienie, ntarischen Laufbahn zn widmen. Elgin und Perth im Unterbau seines Vaters 1852 als Lord P e liberalen Interessen vertrat. nämlich 1.10 in 1852 als
Schloß Bre
in welcher
der parlaMe Perthsihire, , anmure in wo er di zweimal g
Angelegenheitsn uten des Handelsamtes. Dalhoufie ,
Sekretärs
Vize-Präside ' des Earls und Marcims von Gouverneurs von Indien, oitischen Pairstitel an, los gestorben, "geh Admiral George Ramsay, uber.
_ Die Unter den Auspizien des Lordmayors von veranstalteten Sammlungen zur lischen Hungersnoti) haben bis von 122,164 Lsir.
Da er kinder
L 0 n d o n in England
Linderung der von denen
ingen und 4500 Lstr. in Koften beschloß das Hülfscomitéz, an das Publikum zu er-
110,000 Lstr. nack) Kalkutta In seiner [eyten
und keinen weiteren Nppeil
sich auf 3 Wochen zu vertagen.
rn die zweiie Periode der
Dieselbe wird eine Woche
Königin und der Deutsche Kron-
aufgingen. vor der H [affen und
_ Ju Aldershot begann gefte militärischen Sommer- andauern. Morgen werden die prinz einem Scheingefecht der Truppen b
Manöver.
_ In Wimbledon nahm gestern, von schönem Weiter begünstigt, das alljährliche Preisschießen der englischen Freiwilligcn-Corps seinen Anfang. Bis jeßt ift das Schüßenlager nur spärlich besucht, aber aus Canada ist eine Abtheilnng sehr wohl equipirter Schützen zur Theilnahms an dem Weitschießen eingetroffen.
_ In Dover wurde gestern von Earl Granville in seiner Eigenschaft als Lord Wardein der fünf Häfen ein neuer Dock von 19 Fuß Wassertiefe eröffnet.
_ Alderman M. Swinei) wurde gestern zum Lord- Mayor von Dublin für das Jahr 1875 gewählt.
_ 8. IUli. (W. T. B.) In der heutigen SißUng des Unterhauses wurde ein von Bourke vorgeschlagener Gesetz- entwurf, wodurch die bisherigen Beftimmungen über das in- ternationale Autorenreckzt abgeändert werden, in erster Lesung angenommen.
_ 9. Juli. (W. T. B.) Wie das Journal „Hour“ ver- nimmt, dürfte das Parlament wahrsckzeinlick) gegen den 8. k. M. geschlossen werden.
Frankreich. Paris, 9. Juli. In der gestrigen Sitzung der Nationalversammlung in Versailles crhieltLucien Brun das Wort und begründete seine Interpellaiion wegen der Suspendirnng des Journals „Union“, indem er darauf hinwies, daß dieselbe lediglich wegen Veröffentlichung des vom Grafen Chambord erlassenen Manifestes erfolgt sei. Er verlas das gedachte Manifest und führie aus, daß in demselben nichts enthalten sei, was die wesentliche Natur der dem Mar- schall-Präfidenten verliehenen Machtbefugniffe irgendwie in Frage steile. Der Interpellant wies ferner anf die Unbeanstandete Publikation des Manifestes des Kaiserlichen Prinzén hin und betonte besonders, daß, da bisher eine definitive Regierungsform noch nickzt konstituirt sei, auch der Graf von Chambord das Recht haben müsse, znr Nation zn reden. Sodann ergriff der Minister des Innern, de Fourtou, das Worr, weicher hervorhob, daß das Gesetz vom 20. November 1873 als unabänderiick) zu betrachten sei. Der Minister erinnerte ferner an die Maßregeln, welche von dem Ministerium sowohl gegen die Radikalen als auch gegen die Bonapartiften ergriffen mordin seien, und be- zeichnete es ais den f.]“ten Entschluß der Regicrmig, die Macht- vollkommenheit des Präsidenten Mac Mahon gegen Angriffe jeglicher Art sicher zu stellen.
Von mehreren Seiten wnrden Anträge auf Uebergang znr Tagesordnung gestellt, und zwar von Ernoul Und Chesnelong Namens der Legitimisterx, von Kerdrei Namsns der Rechten, von Paris Namens des rechten Centrums, von Albert Grévr] iamens der Linken. Dsr Vizspräfideiit des Ministerkdnseils und Kriegs-Minifter erklärte darauf, daß die Regierung der vom Deputirien Paris vorgeschlagenen Tagesordnnng zuflimmc, welche folgendsrmaßen lautet:
„Tir; .iationalvérsammlung bischiikßt, die dem Marschall Mac Mnbrn, Präsidenten der chubiik, auf 7 Juhrs anvertrauten Mack)?- vvllkommenheitcn energisch aufrecht zu erbalisn, indem fie sicb, vor- bsbäii, dic kcnsiiiiitioncilc-n Gcseßcntmürfc einer Prüfung zu untsr- ziehen, und geht zur TagsSordnnng Über“. .
iachdem ein weiterer Antrag auf Uebergang zur einfachM Tagesordnung zurückgezogen war, best!][oß dis Versammiung Über folgende von dem Interpeilanten anien Brun bean- tragte motivirte Tagesordnung:
„Die Naiicnalvetsnmmlung sikbt duvon ab, übor das Geisß vom 20. chsmbcr 1873 in eii1e Disknificn cinznirctxn, Wricht aber übér die von dcr Regisrung verfügte Maßrcgri dcr Suspsnsion des Jonrnals „Uniwn“ ihr Badanern aus“,
terst abzustimmen. Die von anien Brun beantragie Tages.- ordnung ward mit 379 gigen 80 Stimmen verworfen, ebenso die von Paris vorgesckziagene, welck)e die Regierung genehmxgt hatie, mit 365 gegen 330 Stimmexi. ,
Schließlich wurde die? einfache TagesordnUng Mit 339 gcgen 315 Stimmen angenommen und die Sißung sodann aufgehoben.
_ Nach der gsstrigen Sißnng der Nationakvcrsammbmg hat das Ministerium seine Demission angeboten, melckw vom Marschall-Priistdßntsii ixidcffen nicht angenommc'n ist, und wird das gegenwärtige Kabinet vorauIfichtlich ohne Aende- rung im Amte bleiben. .
Wie es heißt, wird der Marschall-Präsideni [)eiitc eme Boisckmft an die Nationalversammlnng_ richten und darin von Nsucm seinen Entscbfiiß kimdgeben, da??, er seine Ge- walt für den Zeitraum von 7 Jahren aufrecht erhalten werde, sowie ferner die Nothwendigkéii einer Organisation seiner Macht- befugniffe betonen.
Die Ablehnung der von LUcien Brun beantragten motivirten Tagesordnung in der gestrigen Sißuiig der Na: tionalversammlung ist als Lili? Niederlage der Legttimrsten zn betrachten; die schließlicbe Annahme der einfachen Talgesordnnng giit dagsgen, obwohl die von der chtsrmig genehmrgie'Tagxs- ordmmg Paris vorher ebenfails abgesehnt wurde, als em Sieg der chicrung.
_ Das ,Journal officiel“ bestätigt, daß dié Miiiister 'am Schlusse der gestrigen Sitzimg der Naiionalwersammlrmxx ihre Eiiilaffimg eingereicht haben, daß dieselbe aber vom Mar1chall- Präsidenten nicht angenommen worden ist.
_ Den „Débats“ znfokge hat das linke Centrum, 1195!)- dem dasselbe noch mit gegen die von der Regierung accchrte, von Paris vorgesch1ag8ne Tagesordmmg gestimmt hatte, von einem weiteren Zusammengehen mii deu [:lbkigéli extremen Par- ieikn abgesehen, um dem MiNisirrmm die Ychauptung seiner Stellung zu erleichtern. " . .
Die repnblikanisrhen Blaiter erblicken in dem Vsrlanfe der gestrigen SiHng nur einen Berbeis von der Ohn- macht der Nationalversammlung, Andere Blatter “sprcckzen O_on der *Anflösnng der Nationaloersaminlungbis dcr cijzztgen Mog- lichkeit, die vorhandene Krifis zu einer Losung zn fuhren.
_ Das „Journal des Debats“ veröffentlicht „folgeiides Tableau der nenen Landwe_l]rbez1rke, mie es die Kriegs- Minister du Barail und de Ciffer] entworfen haben: ' .
1. Armee-Corps (Nord und Pas-de-Cglais). Hayptquartier Lillß. Acht Subdivifionen mit den Hauptorten Lille; Valenciennes. Cambrai, AbeSncs, Arras, Bcibune, St. Omxr und Danirchn. ,
11, Armce-Sorys (Aisne, Oqe uxid Somme). Hqupiquaxiier Amiens, “Licht Subdivisionen mik de_n quptortenBeauoai-Z, Amiens, Soissons, St. Qsentin, lebeviileQComPiS-Znsk Psrcyye' und Laon.
111. Armee-Corps (Calvadrs, Cure und Seme-Jnxsrieure). Haupt- quartier Rouen. Acht Subdioifio11en_1nit den Hagpiorten Bernay, Corkux, Falaiik, Suzieux, Rouen (fur zwei Subdivifionen), Habre und Caen. „
17. Armec-Corvs (Eure-ci-Loir, Mayenne, Orne und Garthe). Hauptquartier Le Mans. Acht Subdwifionen mit den Hauptcrien
Mayenne, Laval, Mamers, Le Mans, Dreux, Chartres, Alenyon und Argeniau.
?. Armee-Corps (Loiret, Loire-et-Cber, Seine-kt-Marne und Bonne). Hauviquartier Orleans. Acbt Subdioifionen mit den Haupt- orten Sens, Fontainebleau, Melua, Coulommicrs, Auxerre, Montar- gis, Orleans und Blois.
71. Acmee-Corps (Ardennen, Aube, Marns, Meuibe-et-Moselle, Meuse und Voxcien). Hauptquartier im Lagsr von Cbalons, Aebi Subdivificncn mit den Hauptorten Nancy, Tous, Neufcbateau, Verdun, Méziéres, Rheims, Troyks und Ciéalons.
711. Armee-Corps (Ain, Doubs, Jura, Haute-Marne, Haute- Saöne und Belfort). Hauptquartier Bssanxon. Acht Subdiviüonya mit den Hauvtorten Belfort, Langres, Chaumont, Beianyon, Dons- le-Saulaicr, Bosrg und Ambérieu.
7111. ArmewCorps (Cher, Cöie-d'Or, Nikzvre und Sadne-et- Loire), Hauptquartier Bourges. Acht Subdivisicnen mit den Haupt- ZFR! Dijon, Auxonne, Chalon, Mäcon, Bourges, CoSne, Autun und
evers,
1T. Armce-Cchs (Jndre, Jndre-et-Loire, Mnine-et-Loire, Daur- Sévrks Und VMM), Hauptquartier Tours. Acht Subdivisionen mit den Hauptortcn Jffoudun Ciiäteauroux, Chätcilerauii Tours, Angkrs, Ciwiiet, Poitiers und Parthenay.
)(, Armxc-Corps (Cöiés-du-Nord, JUe-et-Vilaine und Manche). Hauptquartier anncs. Haubtorte Guingamp, St, Brieux, Rennes, Viiké, Cherbourg, SainiMaio, Gravillc und Saint-LS.
)(l. Armce- Corps (Finiftere, Loirc-Jnférikurs, Morbihan und Vcndé). Hauptquariicr Vinnics. Hauptort? Ancsnis, La Rcche-iur- Yon, Nantes, Fonisnay, Vannks, Quimbsr, Brcit und Lorient.
)(11 ATMLC-CNPZ (Cbnrcnie, Corrézs, Crsuse, Dordogne und Hauie-Vicnne). Haubtquartikr Limoges. Hmwiorte Magnnc-Lavai, Gnéret, Limoges, Tuilo, Angouiéms, Bergerac, PéciJUsux und Brivss.
31111. Armsc-Ccrps (Ailicr, Cantus, Hanie-Loirc, LVM im? Puy- de-Döme). Hauptquartier Clermont. Ferrand. Hauptort? Riem, Monilchon, Cxxrmoni, Auriilac, Le Buy, St. Etienm', Monibriirn und Roanne. '
3117. Arm_ec-Corvs (Haute-AMS, Drömy, Jiére, Rböne', Sa- vrycn und Obsr-Savvysn). Hauptquartier LULU. Hauvirrte Gre- noble, Si. Marceiin, Annccy, Chamber», Viennz, erain, Moniéiimar nnd Gap.
T7, Armes-Corws (Baffss-Albss, NlPSI-Mariiimes, Ardéche, BonÖes-dwaöm», Corfica, Gard, Vur und Vaucionie). Haupt- quartier Marisiile. Haiipiorie NiKZa, Toulon, Aix, Ajaccio, Nimes, Avignon, Privas und Poni-(Zaini-Esprit.
)(171. Armes-Crrps (Audé, Avcvrou, Hérault, Lozérs, Ost-Pyre- näcn nnd Tarn). Haubiquarticr: Monibcilier. Hauptrrte: Béziers, Mcntpeiiier, Msnde, Rokez, Albi, Narbrtme, Carcassonne Und Pét- ptgnan.
11711. Armek-Corps (Ariége, Gers, Hauic-Garonne, Lot, Lri-et- Garonne und Tarn-U-Garonns). Hiubtquartisr: TrnlrUss. Hamit- orte: Cabors, Ligkn, I)irntanban, Marmsuds, Miranre, “Foix, Tou: louie imd Saint-Gaudenco.
)(7111. Llrmce-Corvs (Charknic-Jniériéure, Gironde, Landes, Nieder- und Ober-Pyrcnäcn). Haniquartisr: Bordcanx. Hanvirrie: Saintrs, La Rocheiix, LÖOUML, Bordsaux, I)icni-de-Marian, Bayonns, Pau und Tarbes. „
Die Departements Seine Und Scine-chi-Oiie bildsn bekanntlich rin Amtskrsis dcs Militärgruvcrnemcnxs von “Paris.
Versailies, 9.Ii1[i, Vormiti. 1011517. (WT. B.) Der Ministerrath ist gegetiwärtig zn eincr Berathung vereinigt. Es ist 110ch Ungewiß, ob der Präsident Mac Mahon eine Bot- sckyaft an die Naiionalversammbmg richten wird. Von mehreren Depntirtsn dcs rechien Centrnms Und andersn Fraktionen Werden Aiitkägc anf Auflbsimg der Versammiimg vorbereitet Und wahr- scheinlich noc!) in der heniigen Sißung cingkbraciß werden.
Lyon, 5. Juli. Der General Bourbaki, Gouvernsur von Lyon, hai bei Mittheilimg des Tagesbcichls vom Marschall=Präsichten folgenden persbiilickzen Satz hin- zugefügt:
Der Militär-GOUVSMU: von Lyon bai bcnic, nichi iris andi-r: CorPs-Bsiebisbabsr dcn guten (Heist betonxn köimén, von DSM die Trnppen [“Welt sind, abxr er lzai Vor wenigen Tngkn dis lekgcnboit gebnbi, dim V]?*1kichchn=Pkäsikkntkli kiriklben Vcrstrbernngkn zu geben. Wir ivsrdsn ails dir Miiiivn, dis 1111?» anvrrtrnui isi, anndL ZU frib- ren wissen. Das Pfiicbigeiiibl, lecbcs dic Armcé WEU?!" bcirabrt, ist dis bcste Vüraicksafi für di? Ordnung, Dsren Frankrcicb nach so schwe- ren Schicksalsschlägen bedarf. _
Aus (“cm Hanprqnirticr 812011, 28. Juni.
Der General Bonrbaki.
Asien. Ter „Japan Mail“ vom LL.Miii zufolgeging die Formosa-Expedition troß den Gegenbeishicn der Regie: rimg, die auf Nachrichien cms Peking warten woiite, nacb For- mosa ab Mid kam dort oiwe Widerstand an. Es werden Ver- stärkmigcn Narbgcsandt. Cbina wiid, wic LS izcißi, die Opera; tioxien nicht berintxäckßich, _ Die Coreaner e11thaupiete1128 sch]iffbrüchiize Iapanescn blos ihk?!) Niitionalität WSISU und rüste- ten fick) zur Vkrtbridigimg. _ IN Shangbai griff ein Volks- banen das französische Vicrkci an, mißhandelte einen Hkrrn Pernbois Und deffen Familie Und brannte deffen Haus nieder. Ter franzbfiscch und englischen Polizsi gesang cs sazließlick], den Aufruhr, an dem 5000 Ebinesen Thcü nahmen, zn untcr- drücken.
_ Das neUeste telegraphiscbe Wochenbniietin des Vizekönigs von Iiidien Über die Nothlage in Bengalen enthält 0123 Schlüsse, zu dcnen eine am 30. uit. in Tirhut sinitgesundetie Kbiifercnz von Lokalbeamten gelangte. Es [_]erszt, daß die Herbstsaat Vollstäiirig ist daß dio Wikitersaczt gut vorgerucki ist und daß sick) kein Mangel an Saatkorn fuhibcir Pacht,. Die Zahl der Arbeiter bei den Roxhbanten hat sic!) wrientiich vsr- mindert. Dic Vorräthe von Regierimgsgeireidc in Tirhni wer- den nebst den Reserven, die 11achbeftei1i find, bis Dezember ans- reichen. Verbungrrimgs- oder schlimme Nothstandsfäile find, so: weit bekannt ist, nichi vorgskommen, obwohl jedes Dorf wöchent- lick) zweimal imd öftkrer besucht wurde, um uml) wichen Fäiicn zu forschen. Ein aus Chumparitri gemeldeter Hungertodesiall bringt die Griammtzahl solcher Fälle auf 24.
_ Nack] aus Kalkutta cingelangtcn Nachrichten ift Tadhii Ali ziim Sultan von Layer] gewählt worden.
Statistische Nachrtchtem
Das „Justiz-Ministeriaibiait“ theilt iiber die boriaYtige Entlassung von StrafgesZ-tzgencZ im_ Jahre 1873 m Preußen mit: Im ganzen prct1511chcn Staate_ytnd unter Hinzurech- nung der aus dem Jahre 1872 bxrblicbenen Gefangcncr), 469 Geisin- gene vorläufig aus dcr Strafbafi entlassen wordeq. Hiervvg find iin Laufe des Jahres 1873 32 gestorben, oder mit Geneh1n_1g11ng m andere Bezirke verzogen ok.“: ausgewandcrt. Mithin _verblieben 437 unter Kontrols. Von diksin haben sich 417 gut gxfubri, Nur 11 gaben Veranlaffung, dic voxlänfige Entlassung zu wxderrnfen, und m Bezug auf 8 andere war der Antrag auf Widerruf_ gestellt, dieser aber noch nicht erfolgt. Die StrarzUt von _230 vorlaufig _enichsenxn (Zieiangsnen lief im Jahre 1873 ab, so daß am Jahreöfthlu c ein
Bestand von 196 verblieb.