1874 / 181 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 04 Aug 1874 18:00:01 GMT) scan diff

- Jn Cassel ist am 1. d. M. der Bibliothekar der dortigen Landesbibliothek, Pr. theol. Carl Bernb_ardi, früher Mitglied des Norddeunchen Reichstages und des Preuxzischen Abgeordnetenhaufes, im 75. Lebensjahre verstorben.

- Arnold Schulte_n, einer der ältesten LandschafiSmaler der Düsseldorfxr Schule, ist nach jahrelangen Leiden am 30. Juli verstorben. Viele seiner [Häufig ziemlich umfangreichen Werke (Wald- bildcr, bayerisxbe (_Hebirgs Kunstverein fur die Rheinlande und Westfalen.

- Zur dringend uotbwendigen Erweiterung der p o lvteck„n_is chen Schule zu Aachen ist ein neben derselben belegxnes Grundriuck zum Freise von 80,000 Thlr. erworben worden, wozu die Aachen-Müncbenxr

euer-VetficherungSgeiellschaff 60,000 Thlr. und der_Aachcner Verein ur Befördrrung der Arbeitsamkeit 20,000 Tblr. beigesteuert haben. luf dem ncuerworbenen Grundstück soll zunachst em neues Labora- torium errichtet werden.

-- Von dem bei Lampart und Co. in Augsburg erschei- nenden umfangreichen Unternehmen einer „Kulturgeschichte in ihrer natürlichen Entwickelung bis zur Gegenwart“ von Friedrich von He11wald liegen uns die bisher erichienenen vier Lieferungen vor. Der Verfasser ist bestrebt, obne Rücksicht auf irgend eine Partei der Gegenwart oder Vergangenheit die Entwickelung der Kultur objektiv zu beleuébten und auf einfache Gaieße zurückzuführen. Die hierzu notbwsndige Ruhe gewinnt der Verfasser dadurch, daß er die uaturwissenschaftlichcn Geseße zu seinem Führer nimmt und die gesammte Kultur in ihrer natürlichen Entwicklung verfolgt. Indem wir uns ein näheres Eingehen auf das Werk nach “seiner Vollendung vorbehalten, geben wir vorläufig eiue Uebersicht des Inhalts der

ersten 4 Lixfrungen:

Jn drr Urzsii: Die Naiarkräfie. Die Geschichte dcr Erdé. Abstammung dcs Menschrn. Der Ursprung des Lebens. Stellung des Menschen m der Natur. Alter und Urzustand des Menschen. Entstebyng der Sprache. Die ältere Steinzeit. Die Renn- tbierperiode. - Die Morgcmötbe der Kultur: Fortftbriit und Entwickelung. Ursprung der Religion. Die Er ndung des Feuer- zündens und ihre Folgen. Religion nnd Ideal. [nfänge der Familie. __ Aelteste Kulturstadisn: Die Arbeit ein Naturgeseß. Jäger- und Fischervblker. Hirtenvölkcr. Uebergang zum Ackerbau. - Volksthum und „Geichichte: Abhängigkeit des Menscbrn von der Natur. Zweck- maßigkeit und Noibwendigkeix. Ursiß, Bildung und Verbreitung der Raxen. Wirkung der etbni1chen Verfchiedenbeiken, - Der geogra- pbi ebe Gaya der Kultur: Ursprung und Alter der chinesncbcn Kuiiur. D:“? chincfiiche _Schrift. Aelieste Kulturscbätze. Die angebliche Erstar- rung der chinefiicbrn Kultur. Familien- und Geschlechtslebcu. Religiöse Eniwicklung. Geistige Entwickelung. - Das Jtiselreicb des Ostens. - Aryavarta: Aelieste Kultur der Aryrr. Ursprung und Entwickelung der Kasten. Die SklaVerci. Brabmanen und Brabmanismus. Ent- wickeli-„mg der Inder. Dcr Buddhismus. Geistige Höhe der Inder. -- Die alten Kulturvölker Vordsrafiens: Die Cränier. Zarathustra's Lehre. Babel und Assur, Die Sriniien. Materielle Kultur der Assyrer und Babylonier. Soziales Leben. Die Religion. Verbrei- tuxig des „Astartc-Kultus. Die Meder. Die Kultur der Perser. - Die hamtto-semitiicben Völker: Ethnologi1che Verhältnisse. Die He- bräer in Aegypten. Der AuSzug aus Aegypten. Die Religion der Hebräer. Die Kultur drr Hebräer. Die Arabcr. Die Phöniker uud tbr Land. Politische Verfassungen der Pböniker. Handel und Kolo- men der Pböniker. Nautische Leistungen der Pböniker. Induitrir, Kunstiund Religion der Pböniker und Kartbiger. - Die alte Kultur 1r_n Nilkhale: Alter und Abstammung des ägyptischen Volkes. An- fange 'der ägyptischen Kultur. Priesterschaft rind Kultus. Wissen- schaftl_1che„Höbe der Acgyvter. Abgeschlofsrnbeit Aegyptens, “Soziale Verbaltmsse. Die materielle Kultur Aegyytcns. _- Die alten Helleneni Ethnologie der BalkawHalbinsel. Pbönikiscbe und äg p- k1s_che Einflüsse auf die älteste belleniichc Kultur. Aelieste 'u- stande. Untersuchung über den Ursprung fccibeitltcher Regungen.

cenen und Schweizergegendm) erwarb der

Staatliche Einrichtungen in Hellas nacb den Wanderungexi. Zustände zur Zeit der Perierkriege. Religiöse Entwickelung. Geiitige Kultur. Einfluß der Perserkriege auf die gricchi1che Kunst. Zeitalter _ des eriklxs. Die Kulturleistungen der Demokraiie zu Aiden. Wirth- chaftltche Verhältnisse. Soziales Leben der Griechen. Das Familien- leben und der Heiärismus. Griechenlands Niedergang. - Makedonier uud Alexandriner. Nationale und früheste Zustände der Makedduier hilipp und Alexander. Allgemeine Kultur olgen der makedoninben Eroberungen. Aufblühen der Wissenschaft. Griechenland und die Se- leukiden. Aegypten unter den Ptolomäern. Das alexandrinische Mu- seum und ieiue Wirkungen. _ ,Das alte Etruriqn. - Rom und seine Kultur: Aelieste Zustände. Die K'öuigsberrschart. ' Das Werk erscheint in 9-10 Lieferungen zum Preise von je 12 Sgr. und wird im Laufe dieses Jahres komplet.

- Der Hofrath ])r. Ahrens, Profcsior der Siaatswissenschaft an drr Universität Leipzig, ist am 3. *.*;uguit im Bade verstorben.

- Der „St. A. f. W.“ veröffentlicht folgende Bekanntmachung des akademischen Rekioramtes zu Tübingen, betreffend eine Stu- dienstiftung der Frau Dr. Emilie Ubland zu Stuttgart:

.Die Wittwe des Dichters, Alterilwmsforschers und Staatsmanncs Ludwig Uhland, Frau Emilie Uhland, geborkne Vischer, bat den Er- trag des von ihr herausgegebenen Buches „Ludwig Uhlands Lxcbcn“ der_Univrrfiräi Tübingen mit d-“r Bistimmung gestiftet, da[; aus den Zin1en des Stiftungskapitales Stivsndien an Studsnten prr- lieben Werden soilcn, die ficb mit wahrer Theiinabme und mit Erfolg den von ibrem Gatten gepflegten Studien des deutsrben Altertbums widmen. Für diesc schöne Stiftunr, wodurch einem bochgefeicrten Namen eine neue und bleibende Beziehung zu der hiesigen Univerfiiät gegeben ist, wird der Frau Stifterin im Auftrage des akademiichrn Senates drr gezicmende vrrbindliche Dank dsr Universität [)iemit öffentlich auSgcsproibcn. Tübingen, den 25. Juli 1874. Königliches akade- miscbrs Rektoranit. Seeger.“

Eine andere Stiftung hat Frau Uhland kurzlicb zu Gunsten _be- dürftigcr Schüler des Tübinger Gymnasiums gemacht, auf dem ihr Gatte einst fick) auf die Universität vrrbcreitrt bat.

-- Dem Vcrnebmen ier „Mig. Zig.“ nach ist die Ausschmückung des neuen Wiener Akademiegebäudes mit Bildern an Anselm [Feuerbach Übertragen Wordcn, der somit bierzum erstenmalGelegen-

eit erhält, seit] Talent für monumentale Kunst zu erproben. Es folien einunddreißig größere und kleinere Oclbilder aus der grischischen Göttersage zur Ausführung kommen.

-- Die neueste Nummer (1. August 1874) der „Illu- strirten Zeitung““ enibäit folgende Illustrationen: Vor der Woh- nung des Reichskanzlers Fürsten Bis::narck in Kissingen am Abend des 13. Juli. Nach einer Zeicönung von K. Arnold, Königlicbpreußiicher Hofmaler. Das 200jäbrige Jubiläum des Schlefiichen Leib- Kürasfier-Regiments Nr. 1:'1) der Fackelzug zu Ehren des Deutschen Kronprinzen. Nach einer Zéichnung von C. Horn, 2) das Quadrille- reiten in den friiheren Uniformen des Regimrnts. Nach einer Zeich- nung von C, Galler. - Die erste Gefiügelausstellung der Grfe111chaft „Fauna“ in Düssi'lDOlIf. Originalzeichnunq von L. Bickmann. _ Die Städtewappcn des Deutschen Reichs: Neisse. - Der Wiener Alpen- aquädukt. Nach einer Zeichnung von J. Scbönberg. (11 Abbildungen.) - Die Enthüliang des Hans SacthDsnkmals in Nürnberg am 24. Juni. Nach einer Zeichnung von H. Heim.

Landwirthschaft.

Jm Regierungsbezirk Aachen wird die Ernte im Ganzen als eine gute, wenn nicht reichlicbe, gcschäßt. _Weizcn, Roggen, Kartoffeln und alle Sornmerfrüchte_ befriedigen; selbst die Obstbäume haben iroß des erlittenen Fristjchadcns noch einen mitkleren Ertrag ergeben. Auch das Heu, drr Klee und die Futterkräuier sind hinter dem Mikkel zurückgeblieben. Der Mangel an ländlichen Arbeitern, der gesteigerte Löhne zur Folge hat, macht fich noch immer fühlbar.

Gewerbe und Handel.

Der Eisenbanvel in GlaSgow scheint dem .A.A.C.“i1zt Wiederaufschwunge begriffen zu sein. In einer Versammlung schotti- 1cher Eifenbammerbesißer in Glasgow wurde beschloffeu, drei Viertel der Hochöfen, deren Feuer seit März entweder ausselöscbi oder nieder- sedämvit war. wieder anzuzünden, Durch diesen Beschluß Werden über 100 Oefen wieder in Betrieb gesetzt.

Verkehrs-Anftalten. ' Die Nr. 60 der „Zeitung des Vereins Deutstb er Eisenbahn - Verwaltungen“ hat folgenden nhalt: Verein deutscher Eisenbahnvetwaltungenx Eröffnung der ürttembergischeu Staatsbabnstrecke Hechingen-Balmgen und der Ungarischen _Staats- babnstrecke Roienau-Dobschau. Oesterreich-Ungacische Korrewoudenz (Dtfferential-Tarife; Rumäni1cher Anschluß; Temeövar-Orsova; Oester- télchisché „Staatsbabnx Magaiine und Zufahrtsstraßen; aUSg diente Unteroffinkre; Bahnunsäüe; GewichtSamähe; neue Jrachtbriefc; Ge- neral-Veisammlungm der_Kronprinz-Rudolibabn und der Oesterreicbi- scbcu NorDWestbcxbn; Galizischer Verkehr; Ungarisch-Galiziscbe Tati e; Russisch-Oesterreichische Konferenzen; Falkenau-Grasüß; neue Sta- tionen; günstige Börse). Süd - Norddeutsche Verbindungs-, erste Siebknbürgcr, Rheinische, Hann over-Altmbekener und Saal-Eiienbahn, Geschäftsberichie pro 1873. Personenverkehr auf den Eiienbabuen von und na Berlin. §Zilfona-Kieler Ei1enbabn, Konzeifionsurkunde für eine H1 enbabn. Eiienbahnvrojekt Oppeln-Groß-Strelitz-Morgen- roth. Aachener Judasiriebabn, _Verlängerung der Bauirist. Hannover- Altenbekxner Eisenbahn, Lluftöiung der Betriebs-Direktion. Braun- schweigiiche Eisenbahn, Interimsfchcme. Magdeburg -Halberstädter Eisknbabn, Frachtenverkchr von und nach Groß-Wudicke. Leipzig- Meuselwißer Eisenbahn, Probefahrt. Breslau:Schweidniß-Freiburger Eisenbahn, Breslau-Raudten eröffnet. Bgyerijche Staatsbahneii, Eröffnung _dei:_ Bahnlinie Douauwörib-Jngolxmdt. Frankfurt a. M. Ausland: Rußland. Miscellen. Eiienbalm-Kalender. Orfizielle und Pxivat-Anzcigen. _

Emden, 30. Juli, Ja die1en Tagen wurde die Aufstellung des Lcucbtapparats _auf dem neu erbauten Nord erneyer Leuchtthurm e beendet. Cs i-t ein Drehfeurr erster Ordnung mit Unterbre-cbung zwischen dcn Scheinrn von 10 Sekunden und einer mittleren Sicht- weite von 20 Seemeilen, alio 5 geographiscbcn Meilen.

_ Die „Unita Nazioxtale“ stbreibt: Das indische Felleisrn geht in Folge der neuen franzöfi1ch-itaiienischcn Uebereinkunft vom 5. August ab, statt wie gegenwärtia über den Brenner durch Bayern iiber Mainz und Ostende, über den Mont Cenis, Paris und Calais nach London. Italien crbältdurcb den zweiien directen Zug zwischen Paris un d Rom dix englisch? belgische und, niederländische Post 9 Stunden früher, eben 10 viel fruber kommt die italienische Post in England, Frankreich, Belgien und dcn Niederlandcn an, und das indische Fell- eiien ipart außer den 9 Stunden noch einige Tausend Francs.

_ Das „Commercio pon Genya“ giebt nachstehende Cinzrlbeiien über den Projekiirten .ttalrentschenLloyd“. Diefüni Gesel]- ichaften find die von Rubaxiino, Florio, Trinacria, Peirano und Lavarelio, und sie _rechnen qux dieliuixritüßung der Nationalbank und des Credito Mobiliare. .Die nrue Ge1el1schaft würde, wie der Triester Lloyd, ibre eigeiien Werften zuxn' Bau_ und zur Ausbesserung der Schiffe haben und zu diesem Zwecke die Srbtffsmaschinenfabriken von Ansaido in Sampierdarena und der Gebruder Orlando in Livorno an sich bringen. Ohne die L_evante und die Vereinigten Staaten von Nord- amerika zu vernachläisigen, würde der italieniicbe Lloyd feine Haupt- tbäiigkeit an der afrikanischen Kaste von Alexandrien bis Algier ent- wickeln, Südamerika vom 'Pernambuco bis Buenos-Ayres bciabren, ebenso das Rotbe_ Meer _wie den Indischen Ocean, und regelmäßige direkte Dampfxchtffabrtsnmcn von Genua nach Singapore, Hongkong, Jokobama, Calcuxtadnd Bdi-ubay einrichten, indem sie sich der Hoff- nung bingiebt, daß die deuticben Frachtgütkr, Weich jest über Triest nacb Indien, Japan und China befördert werden, ihren Weg in Zu- kunft über Genua nehmen.

Die Hohenzollernbahn.

Herbingen, 30. Juli. (St. Li, f. W.) Etwas i_ibxr 5 Jahre ist es, daß wi: die Eröffnung unserer Babu von Tubingen nach Herbingm, die uns seither viel des Guteq gebracht feierten. Am 1. August dürfen wir uns der Eröffnung ibrer Jortießung "nacb Ba- lingen crfrrurn. Den Besuchern der ncueanahnstrccke durfte cine Beschreibung dsrirlben nicht unwilikommen sein.

Cbarakterisirt die schon aus der alten Bahnstrecke, besonders 9er von dem der Stadt Hechingen gegenüber und 1729,5 württ. Fuß aber dem Meere liegenden Babnbof fichtbare 3000 wurtt. Fuß hoch auf einem schroffen Jurastock stehendo, stolze Stammburg der Hohen- zoÜern (im 10. Jahrhundert von dem Grafen Friedrich 3011er vo'n Hechingen gegründet, nach ihrer ZerstörunYYim Jahre 1423 durcb die schwäbischen Reichsstädte 1454 pon Jos iklas von Zollsrn, Wieder aufgebaut, in späteren Jabretx wieder verfaiicn, unter dem Konig Fried- rich Wilhelm 17. von Preußen unter _Miiwirkung der bobenzollern- schen Fürsten von Hechingen und'Sigmaringen „vom Jahre 1846 an auf den alten Grundmauern, die Auffahrt, dle Burgrampe und die Festungswerke nach den Planen des Generals w, Priiiwiß, die Burg nach den Planen des verstorbenen Gebsimen Ober-Hofbauratbs Stüler von Berlin erbaut) -- die Babu, so verdient sie recht eigent- lich von hier aus ihre Benennung. Denn die Burg wird „nabezu von drei Seiten von der Bahn umfahrZU und beherrscht diese bis Baiinaen. Sie verschwindet nur selten auf langere Strecken, wenn tiefere Ein- schnitte, wie beim Brüblbof oder zwrscben Weßtngen und Bisingen, fie dem Auge entziehen. Der mglerisch gelegene Bahnhof Hechingen, von der Stadt durch eine THÜlkanL getrennt, sowic die übrige Bal»:- strecke bis Balingen befindet fich in der Formation des. schwarzen Jura, mit AuSnabme kleiner Partien bei Stetten, Weßingrn und bei Bisingen, Woselbst Glieder des braunen Jura angrichnitten "werden. Diese Formationsverbältmffe bereiteten in dem von mehreren Quertbälern durchzogenen Hügelland nicht selté'n bau- liche Schwierigkeiten und machten insbesdndere größ're Erd- und Entwässerungsarbeiten und größere Durchlasse n'öti)ig. Am Ende des Bahnhofs Hechingen überbrückt dre neue Bahn die nach Tübingen führende Staatsstraße und dann sogleich den, nach der links liegen- den, im Innern im Frührenaißancejtyl reich ausgeführten Kapelle St. Lucien, führenden WaÜfahrtsweg. Hier beginnt die Steigu_ng 1:100, die Maximalsteigung der Bahn pon Tubingen nur_b Hechin- gen, die sicb bis zur Höhe der ZoUcrnstati-Zn mit 1900 wuritember- gische Fuß über dem Meere fort1eßt. Zu ihrer Erreichung war eine weite utwickelung mittels, einer großen Bogenlmie, die fich rcibts um Hechingen und den freundlichen Ori Stetten mit seinem Franziskaner- kloster. links um einen Tbeii des Hohen oilern zieht, erforderlich. Die Richtung gebt zunächst von Nordot in üd über. Es wird die zeit- weise reißende Starzrl mittels einer 70 uf; Weiten, 50 Fuß hoben Brücke mit eisernen Gitterträgern Überbruckt, bei Stetten bis u 40 Fuß tief in den Bergrixcken eingeschnitten und der Ein chnitt mittels einer 64 weiten ftachgewölbtcn Steinbrücke für einen Weg kübn über pannt, _dann alsbald der S_tetiener Bach 60 Fuß weit Und 40 Jr.]; boch ebenfalls mit ei1ernen Gitter- trägern überbrückt, Die Richtyng . gebt nun „mittels eines großen Bogens von 2000 Fuß Rgdius m „eme „Wkstilchs über. Der BoUer-Bacb wird mittels einer 35 Fuß Weiten Gfitterbrizcke überfahren und die Bahn zieht dann bei mäßigen „Erdarbeiten, die Kreuzkapelle und den Sigmaringer Kirchhof rechts liegen lassend, in euren kieinexi Einschnitt, unterfäbrt dabei die Balinger "Staatsstraße,„ die niitteiit einer 61 Fuß weiten eisernen Bogenbrücke ubergefubri Wird. Hle'r ist man Hechingen wieder 1,9 nabe, als man es_ am Babnbbf Hechingen War. Mittelst eines Bogens in annähernd sudwestltcheR1chtung uber- gebend, überdammt die Bahn das Frübach-Tbai, vor; wo aus nicht nur links der Zollern fich von seiner Nordwestieite Mit seinen 3 stol- zen Tbürmen, dem Kaiser, dem Bischofs-_ und (“xm I)iarkgrafen- tburm, präseniirt, sondern auch kkchts fich_eme Ausricbt aus das um- waldeie fürstliche Lustschloß Lindicb mit dem Orte Stem dar- bietet. Die Baku führt sodann durch einen 3010 Fuß la_ngen_und bis zu 30 JUZ tiefen düstern Einschnitt, aus Pofidomenscbiefer

und Costaden bestehend, der für eine Siraße_ zu dem fürst- lichen Lustscblos; Lindich mittelst einer 60 Fux; weiten flachen Steinbogenbrücks überspannt ist. Im Hintergrunds gewährt die Station Zoliera mit dem Kirchtburm von Sieinbofen ein r-izendes Bild. Der Einschnitt sxlbst förderte vier bis zu 36 Fuß lange Saurier, meist vcrkiest, und große Ammoniten zu Tag. Dm Einschnitt ver- lassend, griangen wir zu der zierlichen, aber gcscbmackvoll im Mittilaltkk“ lieben Styl erbauten Station Zollern am Fuße des Hobenzoüern. Sie ist mit einem Tbürmcben berieben und fur den Empfang Aller- böcbster Herrschaften eingerichtet. Auf der bis jcßt zurückgelrgren Stricke haben wir rechts Hecbingcn und Stetten, links den Ort Boll und Friedricbstbal, voraus den Hobenzoüern, links das etwas höher lieaende Zollerborn, an dcfsen Abhang dic Wallfahrtskaprllc Mariazell, rechts das sogenannte Belvedere - einen Ausläufer des Zolikrnbrrges. Voa der Burg Hohenzoiiern s-ben wir links vom Burqgebäude den Thorihurm, dann das Wohnhaus, den Kaim: und dxn Bi1chofstburm und erst nach der Kreuzkapelle auch den I)iarkgrascntburm, welcbe drei die Prunksäle stankiren. Auf der Station Zollsrn an- gelangt, siehi man auch den Michaelsiburm an der Westseite, all' dies umgüriet von der Festungsmauer. Steigen wir auf der Station Zoliern aus und begeben uns auf de_m brquemen abrweg in Zsit von .) „Stunde zur Burg, an deren Fuß das Wirths aus zum Brühlhof zur Erfrischung wie zur Fahrt Gelegenheit darbietet, so gelangen wir am Waffertburm vorüber (_mf 1chaitigem Weg zum Adlertbor, an dem uns die Inschrift begrüßt: „Zoiiern, Nürnberg, Brandenburg im Bund Bauen die Burg ÜZLYAKU Grund.“

„Mich baut Preußens starke Hand, Adlkrtbor bin iéZJZnanut.“

Wir betreten die iunnelartige Thurmballe und gelangen auf dem kunstreicb angelegten, fich viermal übrr1chlingxnden Ramprnwrg, wo- durch 3 zierliche Höschen gebildet find, auf die Höhe des Burgbofes, der mit feiner scbönen Huldigungslinde, dem Standbilde dcs hoch- scligrn Königs Friedrich Wilbrlm 17, von Prcußet) und dem kleinen Burgbofgärtcben, von 3 Seiten von der Burg umicblossen ist, Welche die prächtigen Räume, wie den Grafen- und den Kaiseriaal, die Bibliothekgalerie und die Kaiserlichen und füritlichen Wobngelasie, sowie die Kaserne und eine sebr gute Restauration birgt, nebst der katholischen Kircbe, dem einzigen Tbeil der alten Burg, sowie der protestantiscben Kirche. Von den genannten Gelassen und dem Rand- gang der FestungsWerke aus bietet_ sich eiiie prächtige über das Blach- feld abgsrundrte Aussicht mii großexi Ortirbaften und schönen Bergen bis zum Schwarzwald dar und läßt uns den Zug der neuen Babu überschauen.

Kehren wir zurück zu unserer Station Zollern und setzen unsere Fabri fort, so gelangen wir in einen bis zu 35“ tiefen Opalinustbon- einschnitt des braunen Jura, dann 1 :_120 steigend und in südliche Richtung übergebend zum Zimmern-Wrßingcrtbal, welches mittels xines 95“ bohen Dammes, Zimmern links und Weßingen rechts liegen lafscnd, überxfabren wird. Weiter wird die Balinger Staatsstraße mit 57“ weiter o ener Durchfahrt mit eijernen Gitterbalken und der Zim- werner Bach mit einem 12“ weiten und 346“ langxn Durchlassx uber- brücki. Die Richtung wird, mittels einer Kontrekurve „bis Statiqn Bisingen in eine gsradc Linie überaebend, eine südwestliche und die Steigung 1 : 130 bis zur höchsten Höhe vorB fingrn mit 1942“übcr dem Meere. von wo aus die Bahn bis zur 1935“ hoben Station Bisingen wieder 1 : 200 abfällt. Dkk Zollern bleibt yon hieraus von der Westseite sichtbar. ebenso bis uber Bisingen hinaus die scköne Kette der 1og€nannten Zimmernberge, das Zollernborn und der Roscbberg rd., soweit nicbi _aui längere Zeit der 3600“ lange und 22“ tiefe Posidonienscbieser-Einschniii und der auf die 50“ hobe Aufdämmung iiber _ das sogenannte Kübl- 1och folgende _nächste bis zu 25“ tirse Einschnitt die Aussicht raubt. -Die Station Bisingen, die hierauf folgt, bietet eine liebliche Rund- sicht rückwärts auf den Zollern, vorwärts auf Bisingen und seine

Kircbbofkapekie, dann weiter rechts auf den Ort Steinboien, links aux die Zimmernberge mit der Möncbsbaldc und gegen Balingen bin an die icböae Gruppe der Lochcnberge. Von Station Bifingen bis ur 1805“ hocb lie enden Station Engstlati, bis wohin das preußiiche Gebiet fich erßrecki, fäÜt die Bahn 1: 110. Die Richtung wird bis zur Landcsgrenze eine nahezu w-stlicbe. Die Bahn ziebt firb in gera- den und flachen Kurven bin, überbrückt zunächst die Ortsstraße und den Klingenbach und lehnt fich darin an die zum Theil vermischten Tl)algel)änge, die manche mühsame Konsolidirungsarbeit uötbig mach- ten, an. Ein schönes Bild bietet der Rückblick auf Steinbosen und den Zoliern, bevor die Bahn in größerem Bogen mit 2000“ Radius das Tbal auf ein-“m Damm überführt, durch einen Konirebogen nord- östliche Richtung erhält und hierauf wieder in eine westliche auf Station Cngstlaii auf der Höhe von 1805“, vorbkr ken Wöbrdenbacb und eine Straße überbrückcnd, übergeht. Von Station Engstlatt, das in eincr Mulde liegt äilt die Babu in gcradrn und f(achen Kurven 1: 150 bis zum Uebergang über die Cyacb. Ein1chnitte und nie- dere Dämme wechseln, und die Balinger Staatsstraße wird auf Feicber Höh? überfahren. Gegen rechts ist Ostdorf fichibar. Die

yacb wird 90“ Weit und 52“ hoch auf eisernen FachwerkSgittcrträgern überfahren, von wo aus Balingen f-eundlich links liegend sichtbar ist. Die Bahn windet sicb durck) cinen Einschnitt bon Bonebed-Sandsteia in einem Seitcneinschlag in südlicher Richtung und erreicht, 1 : 125 steigend, den auf einer Höbe von 1797,6 nordWestlich ron der Stadt an der nack) Geislingen fübrendxn Straße liegenden Bahnhof Ba- lingen. Er liegt mitten in einer icbönxn Landschaft, recbts gegen das Ebinger Thal hin die auf der Braudstatte vom 30. Juli 1809 riabezu neu aufgebaute Stadt mit ihrer langen, breiten Hauptsiraßs, seinen 3169 Einwohnern und einer ausgedehnten Schub- .und Handschuh- fabrikation, vor sich die schöncn_ Berge der Schalksburg, des Beyat, des Hirschbergs, weiter rechts die Kette der Ebinger Thalberge, ms- Jiokidere die schöne Gruppe der Lochen, im Rücken den kleinen

euwrg. _

Die neue Bahnstrecke ist 4741 St_undc'n lang, erfordvrte, wie“ be rcits beschrieben, die Usberwindung 1chwierixier Arbeiten, sie zeigt im Ganzsn eine einfache, aber solide Ausführung. Die Hochbauten sind mit Ausnahme der kleinen Station ZoÜern ähnlich denen der älteren Bahn, einfach „und 'von gefälligem Eindruck. Das Verwaltungs- gebäude zu Balingen ]sdoch ist in Rücksicht auf, svätere, noch in Aus- sicht stehende Aszigungen nur provisorisch errichtet.

Die Oberleitung batte Ober-Bauraib v. Schiierbolz, die spezielle Ausführung Bauinspektor O_ocheisen zu Balingen und die Unterneh- mung mit Ausnahme des ci1ernen Oberbaues der Brücken die süd- deutsche GeselUchaft für Eisenbahnbmx und Betrieb; der eiserne Ober- bau wurde in dcr Ma1chinenfabrik Eßlingen gefertigt.

Wien. Auf Grund Beschlusses des ersten Taubstumtxien- Kon res s es zu Berlin vom 2. September v. I. wird der nachste Taul*?tummen-Kongreß am 6. September 1874 hier stattfinden. Der Ausschuß ladet daher die Taubstummen des Im und Auslandes zur regen Tbeilnabme eiu. Nächst den Delrgirten „der Vereine können auch andere Taubstumme als Gäste an den Sißungxn und Vergnü- gungen Theil nehmen. Die Theiinebmer erbaltrn eme 50prozentige YreiEermäßigung zweiter und dritter Kbasse auf den österreichischen

abnen; minder chittelte erhalten wahrend ,der Darier des Kon- gresses e'niwcder freies Qua-ticr oder chen Entrichtung eures sehr ge- ringen Betrages. .Die Tbeilnebmer find ersucht, ibr chtlonale, ent- haltend: Name Charakter, Wohnort, Cisrnbabnklaffe, bis spätestens 15. August 1). . an Herrn Jacques Loew in Wien, Gumpendorfer- straße 63, zu senden, damit die Tbeilnebmerkarte und das Programm rechtzeitig zugeschickt werde.

Redakiion und Rendantur: Scbwi-xger. Brrlin: Verlag der Expedition (Kesici). Druck: W. Elsner. Drei VLÜÜJEU (eirichiießlicb Börftn- uud Handelsregister-Beilage Nr. 141).

„KH 181.

Königreich Preußen.

Yriyilegium we en evenxueller Ausgabe auf den Inhaber lautender nleihescheme der “cadt Luben, Regierungsbezirks Liegnitz, bis zum Betrage von 50,000 Thalern oder 150,000 Mark ReichSwäbrung. Vom 22. Juni 1874.

Wir Will) elm, von Gottes Gnaden König von )reu en 2c.

' Nachdem der Magistrat der Stadt Lübrn im EZvrrFtändnisse mat der Stadtberordneienversammlung daselbst darauf angetragen hat, der Stadt zu „gestatken, über eine zur Abtragung älterer Sibulden bei dem Reichs-Jnvalidenfonds aufgenomme'ne Anleihe von 50,000 Tilqlern oder 150.000 Mark ReichSwäbrung auf Verlangen des Dar eibers aus kedsn Jubaber lautende, mit Zinsscbeinen beriebexie „Stadi-Anleibe (herne ausgeben zu dürfen, eriheiien Wir in Gemaßlxrt des §. 2_ des Gejeßes vom 17. Juni 1833 wegen Aussteliung von Papieren, welcbe eine Zahlungsverbindlichkeit gegen jedrn Inhaber enihaiien, durcb gegenwärtiges Privilegium zur Ausjiekluxig von Funizig _Taufeud Thalern oder Ein- huridert Funfzig Tausend Mark Lubén'er Stadt-AnleiheWeine nach beilixgenden1Schen1a und nach Maßgabe der ebenfaiis beigefügten Bedingungen,.unt Vorbehalt der Rechie Dritter, Unsere landesherr- lichx Grnshmigung, _obne «doch dadurch “den anabein der Anleihe- scbetne m Ansehung'tb'rsr sfrie-kxgxug eme Gewährleistung Seitens des SUthedsi F1 beeriiigLeLn.s H chs

r n i nner nerer ö feigen ändi en Unirr ri"i und beigedrucktrm Königlichen Jnsiegel. h J W s Gegeben Bad Ems, den 22, Juni 1874. W i [„h e lm. Zugleich fur den Minister für Handel 2c.: Campbausen. 9983. Gr. Eulenburg. Provinz Schlesien. Regierungsbe irk Lie ni . [„jiir. . . . (Stadtwappen) Uzir. . . . 8 8 Anleibeschein

der Stadt Lüben über . , ....... „. . . . Mark Reichswährung. Ausgeferiigt m Gemäßbcii dss landesherrlicbe'n Privilegiums Vom 22. Juni 1874 (Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Liegniß vom ..... Stück . . . ).

. Der Magistrat der Stadt „Lüben urkrrndei und bekennt hiermit, daß der Inhaber" die1es Anleihe1chsins dcn Beiriig yon .. ..... Mark Reichswiibrung, dessen Empfang biermit be- scheinigt wird, von der bissigen Stadtgemeinde zu fordern hat. Dieses Kapital bildet einen Theis der in_Höl ? von“,150,000 Mark.Reichswiihrung genehmigten Anleihe. Die Verziniung des Kapitals erfolgt mit vier und ein halb vom Hundert und die Tilgung dcrAnleibe mit Einem Prozent der Kapitalic'buld unter Hinzurechnung der ersparten Zinsen nach Maßgabe der AÜerhöchst genehmigten, urnjtebend abgedruckten Bedingungen.

Für die Sicherheit des Kapitals und der Zinsen Haftet die Stadt Lüben mit ihrem gesammten gegenwärtigen und zukünftigen Ver- mögen und mit ihrer Steuerkraft.

Lüben, den . . ten ....... ]87 . .

(Stadifiegrl)

C h d t fck) ft Oder «“If-Mit" V I d d

i en än ige Un er ri es a i ra s- orfi en en un zweier ( (; MagistraiS-Diiiglieder.)

Hierzu sind Zinsscheine Nr. . . . bis. . . Kontrolbucb Seite . nebst Anweisung auSgereirbt.

Kontrolbeamier.

Bedingungen zu einer von der Stadtgemeinde Lüben auf- zunehmenden Anleihe von 50,000 Tbalsrn Preußisch Courant oder 150,000 Mark Reichswäiwurxg. _

Der Magistrat und die Oiadtberordnrien-Ver!ammlung der Stadt Lüben haben beschlosirn, behufs Rückzahlung „ält-crer Kännnereiichulden aus dem Reicbs-Jnvalirenfonds eine Anleibe von 50,000 Thalern oder150,000 Mark Rricbswäbrung zu entnehmen, welche mit “LÖ Yrozeni "',-MINT!) verzinslich, von Sexten des Glagbigers wader c“(buldnerin unkündbar ist und" vom Jabr21874 ab Link!: regelmaßigen Amortisation mit mindestens 1abr1ichCmsvomHundert des ursprung- lichen nominellen Schuldkgpiiqls ynter Hinzurechnunß der ersparten Zinsen unterliegt, so daß die Tilgung spatestens im Jahre 1912 beendet ist. , , _

Usber diefe Anleihe ist eme auf den ReickIs-Jnvalidezifoyds lau- tende Schuldberscbreibung ausgefertigt, m wrlcher dern Giaubiger, be- ziehungsweise déssen Rechtsnachfolger, _ das Recht eingergrtttit worden ist, diese Schuldverscbreibung „jederzeit _ganz oder theilweisr gegen auf den anaber lautende, mit _Zins1cbeme1z versehene Anwihescheme der Stadt Lüben von einem Ge!ammt-Nom1_1mlbetrage, welcher dem noch nicht getilgten Betrage drr Schuld gleichkommt, umzuiaufcben. ür diefe eventuel]. auszuferttgenden, auf dsn „Inhaber lautenden

tadt-Anleibescbeine gelten die nachfolgenden Bestimmungen:

1

B Inserate für den Deutschen Reichs- u..Kgl. Preuß. Staats-Anzeiger, das Central-Handelöregister und das Postblatt nimmt an: dre Inseraten-Expedition de; Deutschen Reiths-Ruzeiger; uud Königlirl) Prenßistbeu Staats-Twzeigetz: Berlin, 8. 77. Wilbelm-Straße Nr. 32.

Subhastationen, Äufgebote, Vor- laduugeu u. dergl.

[3357 ] kkooiuma.

In dem am 31. Oktober 1873 publizirten Testa- mente des Kaufmanns Carl_ Eduard, Ewaxd Krämer und seiner Ehefrau Henriette Emilie Marie, geb. Grunzig, ist der Mutter des Erjteren, Fran

! el_mine Kraemer, geb. Schulz, der gesetzliche Pfti ttheil aUSJeseßt.

sönii

[2777]

- - - ' . Dorothea Caroline, geb. Dres wird fur dle Erben derselben hierdurÖ bk bei dem unierzeichneten Genchte wider [hren Eße-

mann der am 27. Dezember 1868 von dem Sebi er Jacob Holz von Wolgast, mit dem er auf Rei'en

en mar, aus dem Schiffsdieuste entlassen ift, ___..___.__. und ?eitdem keine Nachricht von sich gegeben haben soll wegen bHSlicher Verlassung auf Ehescheidung

kannt gemacht. ' Berlin, den 29; Juli 1874. Kömßlicbes Stadt ericbt. Abthei ung für Civilsachen,

[2521] Bekanntmachung. Der am 21. März 1835 geborn

gegan

seit länger als gek agi.

e _ ' o 10 Ja ren ve cholleneMatrose Éhrisiiau Fried- lDder :x. ?Yrich fwird in Folge deffen hierdurch e a en, m e an 8 den 26. kaober 1874, Mittags 12 Uhr- ierdurcb aufgefordert, sich bei angesetzten Terznme ur Beantwortung der Klage und weiteren mündlichen . . . zimmer vor dem Collegio zu erscheinen, widrigen-

rieh nguß [helm Berndt aus Luckow und

eine einm zurückgelaYeneu unbekannten Erben und rbuebmer werden

dem unterzeichneten Gerichte vor oder in dem auf den 15. April 1875, Vormittags 11 Uhr,

. Sterkbricée und Untersucksungs-Sa-Dsn

. Subhastationen . u. dergl

, Verkäufe, Verpachtunqen, Submissionen “ic.

. Verloosuns, Amortisation, Zinkzahiung u. s. w. von öffentlichen Papieren. .

vor dem Kreisgerichis-Raib „Streuber _ an hiesiger Geri tsstelle angesetzten Tcrmme schriftlich oder pe_r- zu melden, widrigenfalis der Verschblle'ne fur todt erklärt und sein Nachlaß de'n fich legitnmrrnden EXÖM ausgeaniwortet werden wird. Ueckermünde, den 16. Juni 1874. , Königliche Kreisgerichts-Deputaiion.

Die Ehefrau des See ahrers Ohlriä), Marie

, . B e i l a g ck zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Aiizrigcr.

18771.

Berlin, Dienstag, den 4. August

1) Die Siadt-Anleihricbeine iverdcn in Abcbnitien von 5000 2000, „1000, 500 und 200 Marx Rcichswäbrungsausgeferiigt. Der Darleihsr resp., dessen Rechtsnawsolger bestimmt, wie groß die Zahl der LinkLiheschemr ]xder die1€r Gattungen sein soll, jedoch sind jeden- alls 10 die! Anle1be1cheme zu 200 Mark auözufertigen, daß der unter

brzindnng der_Raten auf_200 Mark aufgrsteilte, von der Staats- beiwrde qcyebinigte Amortixgtionsplan auSgefübrt werdsn kann,

2) Die Ztnien Werden 1abrlich mit vier einhalb Vom „Hundert am

30. Jung und 30. Dexember _gegen RückZabe der fälligkn Zinsscheine durch die Stadi-Hagvtkasie m Lübcn, iowie in Berlin und Glogau bci drn vom Magistrate der Stadt Lübkn zu beftimmendsn uud offéuilrcb bekanytzusmachcndcn Stsiicn gezahlt. _ _ Den Anlc1b2]cheinen werdsn Zinsscheine für einén fünfjährigen ZSiiraum uiid eme Anweiiung zu_r Erneurrung der Zinsicheine bei- gegkben. Die AuSgÉe neuer Zinsicbrine erfolgt bei den mitder Zinsen- ?ai)l,ung bxirgxiien CTSÜLY gegen ?[bliefrrung der den älteren Zins- cbeinen [:etgrrugten AUWLUUUJ. Beim Verluste drr Anweisung erfolgt die Aushandigung der neuen Zinsjcheine auf rechtzeitige Vorzeigung an den Inhaber des Anlei_bescheins.

- 3) Durch deri Umiamck) der auf den Rcicbs-Jnvalidenfonds lau- tenden Schu1dver1chrcibungkn gcgen auf den anaber lautendr Stadt- aqlechescbeme wird die gegenseitige Unkiindbarkcit der Anleibe und der Tilgungsblqtz mcbi berü'brt; Die Tilgung grichicbi durcb Vkrlovsung des zur Crirzliupg der jahrlichen_Tilgungsqurte erforderlichen Betrages von Airileilxichnen und Emlömng deriribcn zum Nominalweribr. D_er_'©chul_dn_crin blribt das Rrcht vorbrbalten, den Tilgungsfdnds um bxchitens funf Prozent des urwrünglichrn ncmincllen Schnidkapiials furjedes Jahr zu_v2rstärken. Die durch solche vérstärkte Amorti- 1aiion erwarienZimen wachsen ebexisaiis dem Tilgungsfonds zu. DieAus- lodinng rrfdlgi im Monat August ]CÖLU Jabres in öffentlicherMagistrats- Sißring. D'icBi-kanntmgchung drr dnrck) das Loos ,iczbgenen Anlcibeickyeine gesckzicbt Mindestens drr: Monate vor dem Auszablungstcrmin. Die Aus- zalcklung_ dcs Nominalwertbcs der ausge'loosten Anisii)kschc111€ erfolgt an de_m aus die Llysloofung folgsnden 2. Januar bei dsr Stadt-Hauptknffe in Lubcu und bei den_durch den Magistrat dcr Stadt Lübcn in Berlin und, Glogau zu bestimmenden Stellen _gegen Auslieferung des Anleihe- ichcmes und der nicht Verfalletxen ZinSstheine. In Ermangelung der leßieren rvird der Werth der1elben vom K_apiialbcirage einbehalten. YF dem f(81:11:51imgsirrmine hört die Verzinmng anSgelooster Anleihe-

eine an .

4) Kapitalbeiräge, Welche innerbaib 30 Jabren nach dem Rück- zablnngSiermine nicbt erhoben werden, sowie die innerhalb 4 Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, in welchem sic fäliig geworden, nicbt erbobenen Zimen der_jäbrkn zu Gunsten der St.“:dt.

5) Beim Verluste von Anleibescbeinen kommen die Vorschriften drr Vrrordmmg vom 16, Juni 1819, beireffsnd das Aufgebot und die Amortisation Verlorencr nnd vernichtetcr Staatsbapiere, §§. 1 bis 12 mit ua:"; stehenden näbsren Bestimmungcn in Linwrndung:

Z.. die. in §. 1 1rner Verordnung vorgisrbriebene Anzeige muß den) Magisirciix zu Lüben gemacht WeJkdiIU. Lyiztrrem Wsrden alia die- jenigen Gricbaite und Befugniifx beigrlrgt, Welchr nach der angeführ- tcxi Verordnung dem Scbaß-Mmiiterium zukommrn, während gegen icin: Bersngurgen dcr Rekurs an die Königliche Regierung zu Liegnitz stattfindet; . . .

b. das im §. 5 der Verordmmg erwähnte Aufgebot erfolgt beim KöniglichenKreiZgrricht zu Lüben;

0. die, in den §§. 6, 9 und 12 borgeichriebenen Bekanntmachungen sollen durch die unter 6 genannten Blätter geschoben.

Zinsicbeine könnrn weder aufgebotsn noch amortifiri werden; doch

soli fiir dsn Fall, daß der Verlust drr Zinsfcbeine vor Ablauf der vier-

iäbiixixn Verjährungsfrist beim Magistrate angemeldet und der

" ' stätiFilete Befiß der Zinsfck)einr durcb Vorzrigung der Anlcibe-

scheine odkr i_onst in glaubhafter Weise dargethan wird, nach Ab- lczuf ier Verjabrungsfrist _der Betrag der angemeidcien und bis dahin m(bt borgskmnmenen Zinsxcbeinr gegcn Quittung ausgrzablt werdcn.

_ 6) Sär. mtlicbe, diese Anleibe betreffenden Bekanntmachungrn Ersolgm durch den in Berlin erscheinenden Rcirlxs-Anzeiger, odrr das an dcsscn Strike ireiknde Organ, durch das Amtsblatt der Königlichen Rrgietmig zu Liegnitz, oder das an dessen StrÜe tretsnde Organ, und durch mindestens je ein in Lübcn und Glogau cr- scbeincndss öffentlicbes Blatt. Die leßicrén Blättir wäblt der Ma- gistrat der Stadt Liibcn Und macbt die Ramin der gewäblten Blätter, sowic etwaig: Aenderungen derselbrn i_m Reickis-Auzeiger bekannt,

7) Für die Sicherheit der Anleibe1chei119, sowie für die pünkt- iiche und unverkürzte Zinsenzablung haftet die Stadtgemeinde Lübcn mit ihrem gesammten gegenwärtigen und zukünftigen Ver- mögen und mit ihrer Steuerkraft.

Lübcn, den 22, November 1873.

Der Magistrat.

rovinz Schlesien ( rockner Stempel.) Regierungsbezirk Liegnitz. (Stadtwappen) Zinsschein

zum Anleibeschcin drr Stadt Lüben . [.irtxr ..... Nr ..... über .......... Mark Reichswäbrung.

Reibe . . . . Schein Nr. . . .

Oeffentlirbrb' Auxeiger:

. "Industriekiethblikkeaie-is. Fabriksn u.a“irojhanbel.

. Verschiedeue Bekanntmachungen, Literarische Anreizen . Familien-Nacbrichten.

qugebote, Veriadungeu

DO§AQ7

Erscheint in separater Beixage.

Königliches Krengericbt.

[3213] Bekanntmachung.

Die in der

of- und Bausteae ärien . . . . 3,794 Acker . . . .' . 344,8o5 Wiesen 29,958 Hütung . 66,397 Unland . . . . 8,191

erhandlung in unserem Sitzungs-

. Central-HaavelI-Registet (einschl. Konkurse). -

falls die bösliche Verlaffung für zugestanden ergrbiet

und demgemäß was Rechtens erkannt werden wird. Greifsnmld, den 21. Juni 1874. ,

1. Abtheilung.

Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen :e.

Vcrpachtun der Domäne Sillium.

rovinz Hannover 2? Meilen von hierselbst vor dem Herrn Regiev' ngs-Rath von - Hildesheim und 2 Meilen von Bockenem beleaeue 's b aumt. *

[Mb zu Wolgast, hat Domäne Sillinxn nebst Brauerei M an er sagen Herrenmühle vor Sottrum enthaltend an 2,033 Hektar

überhaupt 455,183 H qr, _ , soll auf 18 Jahre vom 1. Mai 1875 bis Johannis 1893 öffentlich meistbixiend verpaéhxet Werden.

Das Pachtgelder-Mmimnm betragi'580'0 Thlr.. Abt Zur Uebernahme der Pachtung ist em dtsyouibeles

, anaber empfängt _am . . . ien ....... 18 . . an balbjäbr- lichen Zin1en aus der Lubcner Stadi-Hauptkasse . . . . Mark . . Pf. Rsrchswäbrung. t 18

en ........ . . .

Lüben, dcn . , . _ Der Magistrat. (Facfimrle der Unterschriften des Magijtrats- Vorfißenden und zivrier _ _ _ Magistrats-Mitglieder.) Dirier Zinsicbein ve 'äbrt nacb Kontroibuch dem Grieß? vom 31, Jiärz 1838 am ießien Dezember .......

_ Auf der Rückseite. Failtg am ......... ....... Mark . , . . . Pf. Reichswährung zabibar durcb die Siadi- aubikasse zu Lübrn sowie in Berlin und Glogau ber den' von dem Nagistrate der Stadt Lübcn zu bestimmen- dcn und öffentlich bekannt zu nmcbendcn Stellen.

Kontrblbeamter.

(Trockner Stempel.) Regierungsbezirk

L 1 e g n 1 H. (Siadtwapprii) Kontrolbucb Seite .....

Provinz Schlesien.

_ Kontrolbeamier. Anweimng zum Anleihestbéine der Skadi Lüben

[.ii-br ..... _ . Nr ....... Über Mark Raicbswäbrung.

anaber empfängt gegen diess Linwrisung die . . te Reibe Zins- scbemx iür_die'5-Jabre vom . bis . . . bei der Stadi-Hanvtkaffe Zu Lnben, 1owie m Berlin und Glogau bei den mit drr Zinszahlung ctrauten Sicili-ri, sofern von dem Inhaber des Anleibescbeins nicht rrchizeiiig Wideripruch erboben wvrden ist.

Lübcn,den....ten ..... 18.... _ Der Magisirat. (Facfimiie der Unterschrift des Magistrats-Vrrfitzenden und zweier

Magistrats-Mitglicdcr

Statistische Nachrichtem

Von der Siatistik drs Deutscben Reichs, beraus- gegeben voni Kaiserliche_n Staiistijcben Amt, Berlin 1874 Bering des Königlicb Preußiicbcn Statistiichen Bureaus (])r. Engel) 1_1t Band 7. (Theil 111. der Statistik des auxZwärtigen und überseei- 1chen Waarcnberkebts des Deut1chcn Zollgebieis und der Zollausschlüsse, sowie dcs"Seeichiffahrts-Verkebrs im Jahre 1872) rrschi€nen. Der- selbe enthalt: Seevrrkebr des Drutschen Zoiigebieis, sowie Waaren- verkebr des ZoÜacbiets mit den Zollaussch1ü1ien und dem Auslande auf der unirrcn Elbe, Weier und Ems, mit Angabe des Verkehrs der einzelnm Hnscnpläße in den wichtigeren Waarenartikcln, nebst" Anhang, eiiibaiieud dxn überseéifcben Waarenverkebr der Zoiiausscblüsie, iowie Wizarcn-Einmbr und =?lusfnbr dcs Zyligcbiets auf dem Bodrnsee und aus den Strömen, bedeutendercn Fliinrn und Kanälen.

» Von den Vierteljabrsbeficn zur Statistik des Deuiicb'en Reichs i_ür das Jabr1874, berauSgegcben vom Kaiierlichen statistischen Amt (Berlin, 1874, Verlag des Königlichen statistischen Bureaus (1)r. Engci), „ist der zweite Jahrgang, erstes Hrft (Bayd 7111. Heft 1. der Statistik des Deuticben Reichs) ersch1cnen. Das1e1bc enthält: Die im Laufe des Jahres 1873 ergange- nen _Anordnungen des Vundrsraibs für die gemeinsame Statistik der drutichcn Staaten, sowie darauf bxzügliche vorbercirsndc Verband- lurigen: [. Verbgndlungrn und Be1chlüs1r des Bundesrai[)s in Be: tres der Statistik des Deutschen Rricbs. 11, Nachweis der für die gemeinsame Statistik der deutschen Staaten Ende des Jahres 1873 geltenden Bestimmzmgen. - Der Bicrbraurreibetrikb und dessen Be- steuerung im Deutxcben Rcicbe während des Jahres 1872. _ (Ywduk- tion und Besteuerung des inländi1chen Rübrnzuckers, sowie infuhr undMAusfulst von Zucker im deutschen Zoligebiete für die Zeit vom 1. Oevtember 1872 bis 31. August 1873. - Uebersicht übrr die von den Rübenzucker- abrikanten innerhalb des Zoilgebietcs des Deutschen Reichs in den Monaten September 1873 bis März 1874 versteuerte Rübenmquc. - Die Branntwrinbrrnnerri undVranniMinbesteueiung im Deuticben Reiche während des Jahres 1872. Ukberficht über die Einnabmewan Zöllen urid gemeinschaftlicbrn Verbrauchssteuern in dem Zoilgebiete des Deui1chen Rsicbs während des Jahres 1873, - Uebersicht über die Produktion von S_tärkezucker im douiicben Zoll- gebiete in dem Jahre 1873. - Nachiveiiung des Verbrauchs von ge- siempelien Blankcts und Stempelmarken, sowie der Einnahme cm Wechselstempelsteuer im Druiscben Rixiche während drs Jabres 1873. - Niedrrlageverkebr des deutschen Zollgebiets mit den wichtigeren Niederlagcgütern im ersten Quartal 1874. - Ein- und Ausfuhr des deui1chen Zollgebiets in Betreff der im 1. tharial 1874 in den freien Vrrkebr getrctenen und aus dem ircicn Verkehr ausgeführten Waaren: ]. In den freien Verkehr getretene Waaren; 11. Aus dem freien Verkebr ausgeführte Waaren; 111, Vergleiche_nde Uebersicht der in den Zeien Verkehr getretenen und aus dem freien Verkehr ausgeführ- en aaren.

W X Inserate nehmen an : die autorisirte Annoncen-Erbediiion von Rudolf Waffe in Berlin, BreLlau, Cbemmß, Cöln, Dresden, Dortmund, Frankfurt a. M., Hane a.S., Hamburg, Leipzig, München, Nürnberg, Prag, Straß-

urgi.E., Stuttgart, Wien, Zürick) nnd deren Agenten, * sowie alle übrigen größeren Annoueeu-Bureanz.

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Vermögen von'45,000 Tblrn. ?rfordcrlich. Üx .*er des- sen eigentbümlichen Besitz, Yoww über dre pkxxsönljche Qualifikation als Landwirt jxderPacbtbep“,exhex vor der Lizttatiori bei uns oder_in dem lealmtjongfex- mine vor unjerem Koniinissartus sich aus“ zuweisen hat. DenVitLiizitationstérmttiöhabxenpitvw Zw .f two , en . e em - , , Yormiitags U Uh“ cfer 1874 in unserem Gesckpäftslokale an ).er ArchivstraZe 2 or-

und der Die VerpacßkUUJSÖLdinskk-s*.n Karten- und Grund-

stücksverzeicbmffe köUMLM (; en Wo eniagen wii -

rexrd der Dienststunden *" unserer Registratur, sow :

. mit Ausnahme de_r Zim bei dem je i en Pächter

Oberamtmann Kuster “m Siliium ein äeßeu Werden.

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pialten rest,). TZx-mkgkosxen. g g n Erstattung der Ko QaW/ovkü, den 11. uli 1874.

Direktion.

KönszeuY Erh omäunt.