1874 / 183 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 06 Aug 1874 18:00:01 GMT) scan diff

Landwirthfchaft.

Jm Regierungöbezirk rankfurt wird die Ernte der Winte- rung, obwohl die Saaten ehr durch Dürre gelitten haben, im Ganzen doch auf eine Mittelernte gefcbäßt. Von der Sommerung, namentltch dem Hafer, ist eine schlechte Ernte zu erwarten. Die Kartoffeln und Rüben berechtigen, feuchte Witterung vorauSg-Zseßt, no zu guten Er- wartungen. Heu und Klee find nur xnittelmäßig »ng gUen. ,

.Der Stand der Feldfrüchte im Regiexungsbxzrrk Stgmartnßen ist im Durchschnitt vorzüglich, der der Gartenjrucbte und deß Hop ens nicht ungünstig. Steinobst, fehlt beinahe" ganzlich; an Btrnsn und Frühäpfeln tst nur eine germge, an Spatapfeln eme gute Ernte zu erwarten.

_ Uebcrdie Crnteresultafe in den cisleitbanisrben Lkmdcrn Oesterreichs schreibt das „Neue Fremdenblatt“:„ Der großere, fur das finanzieüe Wohl der Bevölkerung metst entscheidende Tbexl der Ernte 1st emgeheimst; der Rest reift der Sense entgegetz. Dre dauernde Gunst des Wetters erleichtert den Au5dr1tfch,und_ dre Zufuhr zu den Bahnen und Schiffen; der Mangxl an Arbeztskrcxftxn maxbt fich mcht so arg, wie in früheren Jahren fublbvar; wxr durfen mrt Zuderficbt erWarten, daß kein unerwartetes Cretgmß- mcbr den Ertrag der Fech- sun schmälere, Dieser Ertrag reicht mcht ganz an dememgen des Ja res 1867 heran, nicht ww damals steht dern Ueberfiusse unserer Monarchie der Mangel in allen Konsumtionslandern entgegen: in Rußland und Nordamerika sind uns mächtigeKonkurrenten erwachsen und der mehrwöchentliche. Vorspruna, „den uns das „frühere Retfen des Getreides und die größsre Schnellrgkeit des Eisenbahntransw_ortes geg-xnüber dem Schiffsverkehr gewährt, fäÜt angsficbts der gefullten Magazine West-Europas weniger 1118 Gewicht. Troß aÜxdem :| der Gewinn, Welchen die Gunst des Himmels und die Arbejt des Land- mannes der Monarchie befcheeren, reich genug, um Wenigstens'tbeil- Weise die yon der Börsenkafastropbe grschlagcnen Wunden zu [)'-11211.

_ Ueber die Frachternte in E11g1andschrc1bt dix Gar" tenschrift „The Garden“: „Obwohl zeitig in der Satsyn d1e Aus- ficht auf eine reichliche Ernte groß War, hat das Ergebmß m vielen Orten unseren ErWartungen nicht entsprochen. Dies da_rf mcht Wun- der nebmen, Wenn man fick) erinnxrk, daß wir im Mar rrnd Anfangs Juni scharfe und anhaltende Fröjt'e, sowie bittere Ostwmde batten. Alles hat auch durch Wassermangel gelitten, und Brgnd,_ sowre Ju- sckten Waren ungewöhnlich reichlich. Die Apfelernte 1stmrgends s.?hr gut und in einigen Orten gänzlich mißrathen. Ju Schottland scheint fie indes; besser zu sein, als in England. Birnen und Pflaumen find nahezu überall ziemlich gut gerathcn; Kirschen sind im Ueberßsuß'vor- banden, aber klein. Sogenannte Gebüscbfrüchte haben ejnen retcbllcben, WaÜnüsse und andere Nüsse aber im Allgemeinen emen sparlichen Ertrag geliefert.

Getverbe und Handel.

München, 4. August, An der biesxgx-n Börse, war bisher die Vermittelung der Geschäfte nur den beetdtgten _Kömgllcben Sensalcn gestattet; veranlaßt durch ein Gesuch von drei Handeléagenten, es möchte diese Geschäftsvcrmittelung auch ihnen gestattet Werdxn, hat heute Mittag eine außerordentliche. Versammlung des „Munchener Handelsbereins“ stattgefunden. Dx? Ansichten waren getbetlt, doch wurde nach längerer und zum Therl lebhafter Debatte un_d_m1t 32 gegen 28 Stimmen der Beschluß gefaßt: daß dW Gescbastsver- mritelung an der Börse von nun an auch den Geschafföagen- ten zustehen sol].

_ Am 3. d. M. Morgens wurde der erste internationale Saatenmarkt in Budapest eröffnet. Der Saatsnmarkt uZurde in den Gartenlokalitäten dcr „Ncucn Welt“ abgehalten; die größeren

Die Taunusbäder 1873.

Der Bericht der'Handelskammer in Wiesbaden für das Jahr 1873 beschäftigt fich auch mit den in ibrem Bezirk liegenden Bädern. Wir entnehmen den einschlägigen „Mittheilungen nachstehende Ausfüh- rungen und Angaben von allgernetnem Interesse:

Die Kur in Wiesbaden im Jabre1873 War im Allgemeinen eine zufriedenstellende; die Zahl der Fremden inkl. Passanten erreichte die Höhe von 62,344 Personen, gegen _1871 ein Plus von mehr als 2000 Personkn, gegen 1872_c1ber em Mmus von nicht ganz 6000 Per- sonen. an großkr Erheblichkeit für die weitere Entwickelung der Kurindustrie ist die stete Vermehrung und Verschönerung der Hotels und Badehäuscr; so Wurde dem Badehaus „Zum Engsl“ cin mächti- ger Anbau zugefügt, der nach d€m„Kranzpla13 belegsne Theil des Ba- dehauses „Zum Spie el“ rst größer und umfangreicher wieder aufge- baut, an SteÜe des adebaufes „Zum Weißsn Schwan“ ist ein be- deutender Neubau aufgefubrt, während im vorhergegangenen Jahre „Der schnmrz: Bock“ irrgesch111ackvoller uud großartiger Weise neu errichtef, dem „Adler“ ein großer Neubau angefügt und Theile „der IT?“ und der „Weißkn Lilie“ eine ansehnliche Vergrößerung crfahren

am.

Jn Schnyalbacb bezifferte fich die Zahl der Badegäste auf 5050 (2852 Deutsche, 2198 L_lusländer) gegen 5333 (2763 Deutsche, 2570 Ausländer) in 1872, alw gegen 1872 eine Differenz von nahe 300 Nummern. Unter den 2198 Ausländern in 1873 Waren 750 Engländer, 609 Russen, 366 Amerikaner, 161 Niederländer, 85 Franzosen, 75 Oesterreicher, 56 Italiener, 33 Belgier, 23 (11:73 den Donaufürsten- thümern, 16 Schweden, 11 Dänen, je 4 aus Algxer und der_ Schwäz, 2 Spanier. Bis 1869 War unter dkn Ausländern Rußland am meisten vertreten, von 1870 England, die Zahl der Amerikaner ist fast stetig gestiegen, die der Nicderländer ziemlich gleich geblieben, be- deutend abgenommen bat dic an1 der Franzosen und Schrveizer. Bäder wurden verabreicht 1) im Königltchen Badcbaus 44,688 (inkl. 645 Freibäder) und 410 Douchebäder (gegen 47 585 in 1872), 2) im Lindenbrunnenbadhause 4500; dazu treten nocß die in 10 Privat- anstalten verabreichten Bäder. An- Kurtaxe Wurden 11,145 Thlr. (gegen 9596 Thlr. in 1872 und 8972 Thlr. in 1871) crhobén. _

Jn Schlangenbad bé'liéf fich_die Frcmdcnzabl auf 2009 Per- sonen (gegen 1959 in 1872) ausschließlich dsr Passanten, davvn warm 1218 Deutsche, 371 Russen, 195 Engländer, 67 Nordamerikancr, 38 Franzosen, 17 Oestérreicber, 15 NorwWer und Schiveden, 15 Bel- gier, 14 Niederländer, 12 Schrveizer, 9 Spanier, 8 Südamerikaner, 6 Italiener 4 aus Afrika, 4 aus Ostindien, je 2 aus Dänemark und den Dynauéürstenthümcrn. Die große Mehrzahl der Besucher gsbörte dcr Amstokcatie und dcm tysibl'scben Geschlechte an, zahlreich ver- treten waren auch bleiche, 1chwächliche Kinder, welche in kräftiger Wald- und Bergluft ynterstüßt durch Bäder-, Milcb- und Molkenkur, Genesundg suchten. Bader wurden 20,141 vorabreicht, die höchste bis- her erreichte Zahl. Der Ertrag dsr Kurtaxe blieb gegenüber dem des Vorjabre's, der" 3000 Thlr. _ubersxbriti, um eine Kleinigkeit zurück. Als drmgexnd nothtg Mrd die Ausstellung eines Gsneral'Bebauungs- plans bezetchnet und vor der Verquung der schönen Thalgründe ge- warnt, da sonst die Bxdeutupg Scblangenbads als Luft-Kurort zu Grabe gmge; dagegen wurde dre AUSFuhrung des zu nassauischen Zsiten ins Auge gefaßte'n Pr91ektcö dcr Baderbahn den Schwierigkeiten der Naturalverpflegung grundlich abhelfen.

_ Ju Weilbach kamen i„n 1873 355 Fremde (gegenüber 403 in 1872) an, davon Waren 220 etgentliche„Kurgaste (gegen 242 in 1872), darunter 85 aus Nord- und 65 aus Sud-und Westdeutschland, 11 aus Rußland, 6 aus England 2c. An Kurtaxe Wurden_ von 271 Personen 476 Thlr. bezahlt; die Einnahmen aus Zimmermretheg betrug 48171 Thlr. Bäder Wurden 1831 T3. 14 Sgr. und 75. Freibadxr verabfolgt YZ Fler! früher regere Benußung des Jnhalatrons-Pavtüons ertrag

r.

J!; Soden brachte die letzte in 1873 auSgegebcne Fremdenliste 3,201 Nummern (in 1872 Waren 3567 Gäste amvesend)_. Nach Na- ttonajttaten scheiden fick) die Gäste in 2053 Norddeut1che (265 aus Berlm), 443 Süddeutsche (348 aus Frankfurt a. M.), 375 S_Duffcn (159 aus St. Petersburg), 84Nicderländer, 63 Amerikaner,.47 Cnglander, 37 Polen, 24 Franzosen, 15 aus den Reichölauden Elsa Lothringen, 15 aus Oesterreich-Ungarn, 10 Schweizer. 9 Belgier, Italiener,

ck

in- und ausländischen Firmen haben ihre Standpläße auf Tischen, und von Pester Firmen und auch von Produzenten fiz1d Muster aÜer Getreidesorten aufgelegt, von denen insbesondere _dxe' W_etzenmuster durcb dte auSgeze1chnete Qualität der Waare aÜyettrg uberraschexj. Um halb 9 Uhr erschien der Handels-Mmister Georg von,?!)artgl in Begleitung mehrerer höherer Beamten des Handels-Mmtftermms. Der Vizeyräsident des Börsencomité Hr. A. Strasser, der Ober- Bürgermetster Hr. Rail) und Bürgermeister Hr. qumermayer htelten an die Gäste Ansprachen, welcbe mit lebhaftem BetfaÜe aufgenoxnmen wurden. Nach den offiziellen Fsstreden richtetep dxr HandielH-Mmister so wie der inzwischen eingetroffeye Kommmykatlons-thster Graf Zichy an die Mitglieder des Comtté freundliche Worte. Auf dem Markte selbst begann sofort ein reges Leben. , _ .

_ Wie der „Scientific American“ untiberlt, sind 40 Meilen nördlich von der Pacific-Unjon-Eisenbahn auSgedehnte natürliche Salpeterlager, die retcbsten die man_ kennt, xntdeckf Worden. Es ist dies, wie die „31.21. C.“,_meldet, em Erekgmß von der größten Wichtigkeit für Amerlka, das ]ahrlixl) 118.000 Tonnen _im Werthe von ca. 50 Dollars per Tonne fur ferne verscbtedknen Seife- und Glasfabrikm importirt.

Verkehrö-Anstalten.

Dem Geschäftsbericht der Niederfchlesisch-Märkischen Eisenbahn pro 1873 entnehmen wir: Die Verwaltung erstreckt fich über die Yanptbahn. Welche die Strecke Berlin-Breslau (358,05 Km.), die Strecke ohlfurt-(Hörliß (28,41 Km.) und die Breslauxr Verbindungs- babn (4,44 Km.) umfaßt und am Schlusse des vortgen Jahres eine Gesammflänge von 399,90 Km. batte und über die Schlefi1che Ge- birgsbahn, Wekcbe die Strecken Kohléurt-Lauban-Dittersbacb (120,61 Km.), Görlitz Lauban (25,58 Km.), Dittersbacb-Waldenburq (4,24 Km.), Waldenburg-Alttvasser (4,76 Km.) und RubbankLiebau-Landeß- grenze 18,73 Km.) umfaßt und am Jahreöschlusfe im Ganzen 173,92 Km. lang war.

Das Anlagekapital der Hauptbahn besteht aus 10,000,000 Thlr. 4pcozentigen Stgmmaktien, 9,975,000 Thlr. 4prozentigen Prioritäts- aktien trnd Obltgationen, 1,000,000 Thlr., 41prozentigen Prioritäts- Obligaanen und 16,464,170 Thlr. Usberwäsungen aus Eisenbahn- fonds, nn Ganzen aus 37,439,170 Thlr.

An Betriebömitteln waren am Schlusse 1873 vorhanden: 325 Lokomotiven, 2 Personenwagen 1., 14 11., 203 dergl. 111, 119 dergl. 117. und 128 kombinirtr, überhaupt 466 Personenwagen mit 1121 Achsen; ferner 1751 bedeckte und 4310 offkne GüterWaJe-n, 64 Viel)- wagen, 28 PferdeWagen, 17 Equipagewagen, 142 Gepäckwagen, 123 ArbeitSwagen, 31Poftwagen, im Ganzen 6472 Lastwagen mit 13,156 Achxen, Die im vorigen Jahre stattgobabte Vermehrung der Be: trie Itnittel War eine größkrc als je ztwor, es wurden 49 Lokomo- tiven, 75 Personenrvngsn, 8 Passagter- und 30 Güter-Gepäckwagen, 160 Koblenwagcn und 495 offene Güter- und Kohlcnwagen neu be- schafft. Dagrgen mußten 2 acbträdrige Güterwagen und 10 Arbeits- Wagen ausrangirx Werden.

Die Ergebmsse des Vetriebeä anlangend, so Wurden im Ganzen 4,903,294 Personen befördert und dafür 2,457,329 Thlr. eingenommen. An Gepäck wurden 211,530 Ctr. expedirt und dafür 65,217 Thlr. _ 3631 Thlr. mehr als im VorXHre _ eingenommen. _ Equipagen warden 495 Stück mit 6717 hlr. Ertrag _ 15,622 Thlr. weniger als im „Vorjahre _ transportirt. Pferde wurden 9353 Stück mit eine?: f(Zthathe von 34,054 Thlr. _ 33,379 Thlr. weniger als 1872 _ *e or er. *

Auf den Stationen Berlin und Breslau gestaltete fich der Per- sonrnvérkebr wie folgt: In Berlin kamen an 736,717 und gingc-n ab 741,838 Personen, in Breslau betrug die Zahl der angekommenen Personm 300,053, dagegen gingen ab 298,956 Personen.

7 Schweden, 5 Dänen, 3 Spanier, 2 aus Australien, 1 aus Asten. Im Ganzen Wurden im neuen Badhaus 14,463 Bäder (einséhließlick) 206 Freibäder) gegeben und dafür 6261 Thlr. 24 Sgr. brutto Erlöst.

In Homburg v. d. H. betrug die Zahl der Badegäste 9287 ausschließlich der zahlreichen Passanten. Den Hauptstamm bildeten wie früher die Engländxr, Amertkaner und Norddeutschen, dann folgen die Süddeutschen, Belgier, Russsn, Polen und Schweden, der Besuch aus Frankreich War geringer. Sehr günstig bemerkbar machte sich die Einwirkung der veränderten Verhältnisse insofern, als gegen früher mehr ganze Familien, besonders aus der hohen cx1glischenAristokrati?, fich einfanden und länger verweilten. Auch das bknachbarte Frankfurt stellte ein großes Kontingent der ersten Familien. Bezüglich der Trink- kur War der rcnommirte Elisabctbbrunnen vorzugsweise frequentirt. Jm sogenatznten Parkbad wurden 6042 Bäder (2300 mehr als 1872), in dem großen, an das Kurhaus stoßsnden Badehaus wurden 6197, in den Privatbadeanstalien von Fr. Stroh, Gottfr. Vogt und G. Ziegenhain 3200, im Ganzsn 15,439 Bäder verabreicht. Der Besuch der orthopädi1chen, beilgymnasti1chen und Kaltwasser-Kuranstalt des praktischen Arztes ])r. W. Zimmermann ist in tetem Wachsen be- YZflfen.„ Die Kurtaxe, vom 1. Mai 1873 an erhown, brachte 12,000

r. em.

In Königstein War die 1873r Saison die bisher beste, die Kurliste wies 1200 Nummern nach, Von denen 850 wahre Kurgäste Waren; vorzugSWeife vertreten war die Bör1enaristokratie. Als fich-r in einigen Jahren stelLt der Bericht die Erbauung einer zivciten „Risi- Babn“ mit den Stationen Kömgstein, Falkenstein, Reifenberg, Fe d- berg in Ausficht.

Cronberg War im Sommer 1873 von über 800 Knrgästen besucht (zahlreicher als in 1872) und fanden Vikle kein Unterkommen. Die Baulust steigt, viele Neubauten (darunter hübsch? ViUen) wurden in Angriff genommcn. Durch Errichfnng einer Te1egraphenstation nach Vollendung der Bahnverbindung mit Frankfurt würde einem asl- seitigen Wunsch cntWrochen.

Die Bedeutung von) Bad Crontbal beruht yorAlTem auf seinen Quellen, wovon 311161, die Séal)1quelle und der sa1zbaltige Wilhelms- brunnen, zum Trinken und Baden bcuußk Werdsn. Beide OueÜen ge- hören zu den starkeren Eifenquellen, gleicbzeitig reich an Kohlensäure und Cblornatrium; ihre Wirkung bei Blutkrankhé-iten, katarrhalischsn Affektionen und gewissen Nervcnkrankheiten _ist ärztlich allgemein aner- kannt, Die geschützte Lage (Trombals mit Miner überraschend schönen Umgebung,idy11i1chen Abgeschlossenbeit, der übpigen_südlichsn Vege- tation macht es im Winter wie Sommer zu einer für Leidende und Rekonbalcßcrnten viel empfbblsnen, den Aufenthalt im Süden ersetzen- den Kurstafton. Das große Kurhaus, das Küstersche Logir- und Bgdebaus find innén und anßkn vöÜig restaurir? und Terrassen nach S1esmgyerschem Entwurf ausgeführt,

Dre Badeanstalt in Hofheim am Taunus bäitc auch in 1873 ein stetes Wachstbum dcs Besuchs aquUWcisen. ])r, RippZ von Frank- furt, in dessen Befiß die Anstalt übergegangsn, Vergrößerte dieselbe durch einen prächtigen Anbau, die Einrichtung der Bäder ward vsr- Vollkommnet, der Komfort vermehrt. Die Heilmitte! dsr Anstalt smd Electricität und Wasser; ärztlich wird dieselbe von Hrn. 1)r, Ripps und dem Zeitberigcn Arzte Hrn. ])r. Grandbomme geleitet.

Auch Johannisberg hatte sich in 1873 einer äußerst belebten Saison zu erfreuen; es War (ausschl. zahlreicher Touristen) von 325 Gästen (dav0n 299 Norddeutsche) bssucht, von denen 167 in der An- stalt selbst, die Uebrigen in den Hotels 2c. wohnten.

Berlin, 6. August. Zur Silber-.Hochzeit_Jhrer ExceÜen- en des General-Jntendanten der Königlichen Schauxpiele, Kammer- errn Botho von Hülsen und Frau Helene von Hülsen, grb. Grafin von „Haxseler, batten sich gestern Abend Angehörige und Ver- wandte, Mttglteder beider Königllcbcn Theater und ein zahlreiches Publikum von Freunden und erebrern dcs Jubelpaares im Konzert- sagle des Schau1pielhauses verjammelt, um demselben ihre Glück- qusche darzubringen. Von dsn näheren Augchörigcn und der Fa- Mllle befreundeten Damen wurde eine musikalifch-dxanmtifche Auffüh- rupg veranstaltet, an der ficb auch Mitglieder des Königlichen Schau- spiels, der ._Königlichen KapeÜe und des Theatercbdrs betlveiligten.

Gegenuber der Bühne des festlich geschmucktcn Saales batten

Finanzielle Ergebnisse: Die Einnahmen aus dem Personen- und Güterverkehr, an Telegrapbengebühreu, Wagenmiethea 2c. beltefen sick) im Ganzen auf 12,548,749 Thlr. (darunter 1,441,236 Thlr. Einnah- men der Schlesischen Gebirgsbahn) und haben die Einnahmen des Vorjahres um 1,840895 Thlr. überschritten. Die Aussaben betrugen für die aÜgemeine VerWaltung 306,969 Thlr., für die Bahnverwal- tung 2,208,750 Thlr. und für die Transportverwaltuu 4,706,910 Thlr., zusammen 7,380,994 Thlr., gegen das Vo ahr ], 3,570 Thlr. mehr. Von den AUSJaben xommen 1,082,118 T lr. auf die Schle- fische Gebirgsbahn. Der erztelte UeberschrÉ? beziffert fich auf 5,167,754 Tbl_r und übersteigt dcn Ueberschuf; des or ahres trotz der erheblich größeren AuSgaben immer noch Um 757,324 blr. Der aus der Ver- Wallung der Gebirgaahn erzielte Ueberschué; beträgk 359,118 Thlr. Nach Abzug derEinlagen zgm Reserve-, aneuerungs- und Ergän- zungsfonds, soww der Betrage für Verzi_nsung und Amortisation der Aktien und Obligationendes Anlage-Kapttals verblieb von dem Ge- sammt - Ueberschuß noch ein Netto-Erlrag von 4,228,980 Thlr., 359,943 Thlr. mehr als im Vorjahre, welcher an die Staakskasse ab- geführt worden ist. ' " .

Die Gesammtzahk der Unfälle auf der Ncedkrfchlefisch-Marktschen Eisenbahn ist von 76 in 1872 im vorigen Jahre auf 133 gestiegey. Von den verunglückten Personen blieben 30 todt und 103 wurdensm den meisten Fällen sebr 1chwer, verwundet. Das Hauptkontingent hierzu steÜt-n die Bahnbeamten und Bahnarbeiter, von denen 17 Be- amte und 3 Arbeiter getödtet, 62 Beamte und 9 Arbeiter verWUndet worden find. Von den Passagieren wurden nur einer getödtet, dagegen 27 verwundet. Außerdem wurdcn von fremden Personey, theils beim unvorsichtigen Ueberschreiten des Babukörpers, Weils mdem fie ab- stchtlich ihren Tod suchten, 9 Personen getödtet und 5 verwundet.

Wien, 6. August. (W. T. B.) Befrcff-Z der Fusion ' de_r Reichenberg-Pardubißer Eisenbabn mlt der österretcht- schen Nordwestbabn ist jetzt zMschen den beiderseitigen Ver- ivaltungUätlwn ein Uebereinkommen dahin zy Stande gekommen, daß die Aktiouäre der Reichenberg-Pardubißer Ei1cnbabn für je eine Akne eine 5prozentige auf Papierwährung lautende PrioritätsZ-Obligattion der Nordwestbahn br. 200 Fl. erhalten, Welche letztere eme Speztal- bvpotbek auf die Linien der Pardubißer Babu genießsn. D1eses Uebereinkommen bedarf 11unmchr noch dc'r Genehmigung der General- versammlung und der Regierung-

New-York, 5. August. (W. T. V.) Der Dampfer der Ham- burger Adlexlinie „Lcssing“ ist heute Morgen 1U[)r und der Ham- burg? Yostdampfer „Westphalia“ ist heute Morgen 9 Uhr hier emge ro en.

Aus dem Wolff'schen Telegraphen-Büreau.

Madrid, Donnerstag, 6. August. Der Vater von Don Carlos, Don Juan von Bourbon, hat am 28. v. Mts. die spaniscbe Grenze pasfirt. _ Die Journale beklagen fick) über neue Grenzverleßungen der“ Carlisten. EZ smd Trnppenabthei- lungen abgesandt, um den beabstchtigten Angriff von Don Alphons von Bourbon auf Teruel zu verhindern.

St. P e te r s b u rg , Donnerstag, 6. August. Der „Regierungs- Anzeiger“ veröffentlicht eine Verfügung dés Ministeriums d.s Innern, durch welche die HerauSgabe der „Moskauer Zeitung“ auf 3 Tage susPendirt wird.

unter der Büste Sr. Majestät dks Kaisers und Königs in geschmack- voller grüner Umrahmung dle reichen Gefcbenke für Hrn. v. Hülsta, an der rechten Seikenwand des Saales diejenigen für Frau von Hül- sen Aufstellung gefundxn, '

Um 71 Uhr ersclnenendxe Gsfelerten, von den antvesenden Gästen ebrfurcbtsvoü begrüßt. Die Feier begann darauf mit einem Silber- bochzeitS-Lied, ausge_sük)rt vom Tbeatercbor und einem kleinen Orchester. Dann folgten poeti1che (Haben von Verwandten des Jubelpaares als Elfe, als Vlankenfclder Väuarin gesprocbcn, und eine Allegorie: Liebe (xls die Vermittlerin zwjscben Dichtkunst und Häuslichkeik. Den Schluß bildete Goethe's FkstWiel Palaeophzon und Ncoterpe, dessen Sprechroüsn Fr; Erbartt und Hr. Desß ubernommen hatten. Die dem Anlaß entsprechend un'gestalteten Endwvrte, mit densn die Ge- nannten ibnen Erinnrxyngskränze übcrreichten, enthielten einen begei- sterten Glückwunsch fur das Jubelpaar, in Welches die Versam- melten laut einstimmten.

_ Ein soeben vsröffentlichter Bericht dcs stafistischen Bu- reaus in Washington ewtbält eine interessante TabeUe über die Bevölkerung der Erds. Die Gesammtbevölkerung der Erde ist darin auf 1,391,032,000 Seelen angegeben. Asien, der volkreicbste Weltthsil, enthält 798 MiÜionen, wäbrxnd Europa 3001 Millionen, Afrika 203 MrÜionen, Amerika 84:1- Mtklionen und Australien und Polynefien 41- MiÜionen Eimxobner hat. Die_lettenden Nationen Eurovas smd mit folgenden Ziffern kreditirrt Rußland 71 Millionen, das Dsutsche Reick) 41 MiÜioncn, Frankreich _ reiÖ-Ungarn 36 Miklionen, Großbritannien und Jrlazrd 32 Millionen, Italien nahezu 27 Millionen, Spanien 16Z„Mcüionen und die Türkei nahezu 16 MiÜionen. Die anderen ander übersteigen ie nicht 5 MiÜionen. Ju Asten ist China, _ng bet Writem die bevöl- kertste Nation der Erde ist, mit 425 Mlütoncn kreditirt; Hindostan mik 240 MiÜioncn, Japan 33 Millionen, die ostindischen Inseln 30z Millionen; Birma, Siam und das ferne „gelegene Jndien nabezu_26 Miklionen; die asiatische Turkei13§MxÜionen und das afiati1che Ru [and nahkzu 11 Millionen. Die australische Bevölkerung ist auf 16 4,500 und die der polynefifchsn Inseln inkl, Neu - Guinea und Ncusckland auf 2,763,500 Seelen angegeben, In Afrika sind die Hauptabtbeilungen' West-Soudan und die mittelafrikaniscbe Re- gion mit 89 Milltonen; die Central - Soudan - Region 39 Mrüio- nm; Südafrika 2174Mc1ltonsn; das Galla-Land und die Region östlich vom Weißen N1[ 15 MiÜionen, Samauli 8 Millionen, Aegypten 8? Mi111onen und Marokko 6 Millionen. Ju Amrrika be- finden fick) Zwetdrixtel der Bevölkerung nördlich vom Isthmus, während die VcreingeU Staaten nahezu 39 MiÜiom-n, Mexiko über 9 MiÜioncn, und 7316 briti1chen Provinzen 4 MiÜionen Einwohner haben. Die Gesammtbevölkerung von Nordamerika ist auf nahezu 52 Millionkn und die yon Südamerika auf 253- Millionen, Von denen Brafilien 10 Millionen enthält, angegeben. Die west- indifchen Inseln haben 4 Millionen und die central-amerikani- schen Staaten nicht ganz 3 MiÜionen Einaner. Diesen Tabeüen zufolge ist London mit 325-4,260 Einwohnern die volkreichste Stadt der Welt, während Philadelphia mit 674,022 Ein- wvbnsrn (in 1870) die 18. Stadt im Punkt der Bevölkerung ist. Diese 18 Städte find ihrer Ordnung nach folgende: London 3,254,260, S_utcban (CYina) 2,000,000, Paris 1,851,792, Peking 1,300,000, T1chantsckaw u 1,000,000, Hangtscbau-fu 1,000,000, Swinatau 1, ,000, Singnan-fu 1,000,000, Canton 1,000,000, New-York 942,292, Tients'm 900,000, Wien 834,284, Berlin 826,341, Hangkau 800,000, Tschin tu-fu 800,000, Calcutta 794 645, Tokio (Yeddo) 674,447, und P iladelphia 674,022. Von Stadten, kleiner als Phi- ladelphia, find die leitenden folgende: St. Peteerurg 667,963, Bom- bay 644,405, Moskau 611,970, Konstantinopel 600,000, Glaögow 547,538, Liverpool 493,405 und R10 de Janeiro 420,000.

Redaktion und Rendantur: Schwie'oer.

Berlin: Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. ElSaer.

Drei Beilagen (eknstbließliä) Börsen- und HandelSregister-Beilage Nr. 142).

36 Millionen, Oester- "

Beilage“

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Prertszischen Stauts-Anzriger.

„NL? 183.

Königreich Preußen. Privilegiuuz wegen eventueller Ausfertigung auf den anaber [an- tender Obligationen der Stadt Uerdingen, Regierungsbezirks Düssel-

dorf, im Betrage von 126,000 Reickßmark.

' _ Vom 21. Juni 1874,

Wrr Wilhelm, von Gottes Gnadkn König von Preuß-n xc.

Nachdem von der Stadtverordneten-Versammlung zu Uerdingen am 24. Februar 1874 beschlossen Worden, :

zur Tilgung vorhandener Gcmeindescbulden eine Anleihe von

126,000, Re1c_h§mark aus dem Reichs-Jnvalidenfonds aufzunehmen, wollen Wir aux den Antrag der gedachten Stadtgemeinde,

zu „drewm Zwecke auf Verlangen der Verwaltung des Reichs-Jn-

va,l1derzfonds resp. drssen Rechtsnachfolgers auf jeden Inhaber lautc-nde,

m't. ZmScoupons versehene, soWbl Seitens der Gläubiger als auch

Sertens der, Gemeinde unkündbare Obligationen zu einem Ge-

sammt-Nommalbctrage, Welcher dem noch nicht gctilgtcn Betrage

der Schuld gleichkommt, also von höchstens 126,000 Reichßmark ausstrllen zu dürfen,

_ da fich hiergegen Weder im Interesse der Gläubigcr noch der

' Schyldnerin etwas zu erinnern gefunden hat, _ m Gemqßbeitdcs §. 2des Gesetzes vom17,Juni 1833 zur Ausstellung von Oblxgatwnen zum Betrage bon höchstens 126,000 Reichsmark, wrlcbe in Apomts von 3000, 1500, 600 und 300MarkReichSwäyrung nach derBestim- mung des Darleibers o_der drssen Rechtsnachfolgers Über die Zahl der Schuldscheine jedar diexer (Hattungsn, nach dem anliegenden Schema auSzufertigen, mik vier und einhalb Prozent jährlich zu vrrzins-n und nach der durch das 80on zu bestimmendm Folgeordnung vom Jahre der AnLgabe der Obligationrrx ab mit jährlich wenigstens Einem und höchstens fünf P ozeyt deo urwrünglicbkn nomincÜen Schuldkapitals unter Zuwachs der Zinsen von den amortisirten Schuldverfcbreibungen zu tilgsn sind, _ _

_ durch gegenwärtiges Privilegium Umere landesherrliche GENEH- mrgung mit drr rechtlichen Wirkung ertbeilen, daß ein jedrr Jn- haber diefer Obligationcn die daraus hervorgehenden Rechte, obne die YefberttrgsJUUJ des Eigenthums nachweisen zu dürfen, geltend zu m&chen

e ng 1 .

Durck) vorstehendks Privilegium, wslches Wir vorbehaltlich der Rechte Dritter ertheilc-n, wird für die Befriedigung der Inhaber der Ob1igaticnen eine Gswähxleistung Ssitens dss Staats nicbt ubernommcn. _ _ _

Urkundlich uufer UnsererHöchstkigsnhändtgen Unterschri1f und bei- gedruckkem Königlichen Jnfichl.

Gegeben Bad Ems, den 21. Juni 1874,

(];-.S.) Wilhelm.

Zugleich für dcn Minister für Handsl, GeWerbe und öffentliche Arbeiten. Gr. zu Eulenburg.

Regiernngsbezirk Düsseldorf. Obligation der Stadtgemsindc Uerdingen. UW ...... Nr. . . . . . über . . . . Mark Raicbswäbrung. Auf Grund des Bechlussts der Stadtvcrordnetén-Vcrsammlung zu Uerdingen vom 24. Februar 1874 Wegen Aufnahme einer Schuld *aus dem Reicbs-Jnvalidenfonds von 126,000 ReichSmark bcant fick; die unterzsickmete Schulden-Ti[gungskommisfidn der Stadtge'mrfnde Uerdingen Namens dsr (Homsinds durck) dic1e, für jrdYt Juhabrr gültige, sowobl Seitens des Gläabigcrs als auch Sxitkns drr Sckyuldnkrin unkündbare Vcrscbreibung u einer DarlcbnMchld bon .. . . .. Mark Reichswäbrung, wol ? an die Gsmeinde ban!“ gezahlt Wordsn und mit vier ein balb Prozent jährlich zu verzinscn ist. Dir Rückzahlung der ganzen Schuld von 126,000 Rsickysmaxk geschi€1)t Vom Jahre 1874 ab alYmäblicb innerhalb €111€6 Zsitrczums von 38 Jahren aus 61119111 zu die1em Vebukc gebildetsnkTilgnnassonds von wrnigstens Einem Prozent des ursprünglicbm nomxpcüsn Schuld- kapitals jährlich unter Zuwachs der Ztmen vrn den getrlgten Schuld-

Camphausen.

Rheinprovinz.

Berlin, Donnerstag, den 6. August

raten. Die Gexneinde behält fick) jedoch das Recbt vor, den Tilgungs- foyds_dur_ch größerZ AusloZsungen bis auf höchstens fünf Prozent des urwrßungltchcn nomtyellen *Scbuldkapitals zu vsrstärksn. Die durch die verstarkte Amortisaxton ersparten Zinssn wachsen ebenfalls dem Til- gungsfonds zu. Die Folgeordnunq der Einlösung der Schuldverschrei- bungen_wnd durch das Loos bestimmt.

Dxe Ausloosung erfolgt vom Jahre . Januar jeden Jahres.

Dre auSgeloosten Schuldberscbreibungen werden unter Bezeich- nung :hrer Bychstcxbcn, Nummern und Bkträge, sowir des Termins, an welchem die Ruckzablung erfolgen 1011, öffentlich bekannt gemacht.

_ _Dresc Bebanntznacbung erfojgt spätestsns drei Monate vor dem Falltgkectstermme" tn dem in B erlia erscheinenden Deutschen Reichs- ngd Kouiglickj Preußischen Staats-Anzeiger, oder dem an dsssen Otrlle „tretenden Organe, in dkm Amtsblatt der Königlichen chterung zyDusfxldorf yder dsm an dssse'n Stkkle trstenden Organe», und m 16 „einem m Crefeld und Uerdingen erschsincxaden öffentlichen Blatt:. Bis zu drm Tage, Wo solchergestalt das Kavital, und zwar zurn Nommalwcrtbe zu entrichtx-n ist, wird es in halbjährlichsn Ter- nzmep, am 1. Juli 'rmd _31. Dkzembkr, Von hear? an gerscbnet, mit viereinhalb Proz-nbwbrlrrß in Reicbsmünze verzinst. Dkk." Zinsenlauf dex auSgolo'osten Schuldberychrsibungen endigt an dem für die Ein- löjnng „bestrmmtrn Tagé.

Dte_Auszablung der Zinsen und des Kapitals erfolgt IWM Ybßé Rucxgabr der ausZegebrnen Zinécouyons, bezichungxßmeisr disssr Schuldvcr1chrcxbung bei der Gsmeindekasse in Urrdinqen und d.:n in den „vorgedachten Blattcrn bekannt grmachten Einlösungsstcükn in erlm und (Zrkfeld. und zwar auch in der nach dem Eintrittä dcs JaÜigkgitstc-rmins folgsnden Zeit.

_ Mzt der zur Cmpfangnabme dss Kabitals präsentirten Schuld- ve"r1chrer_bung smd auch dir _dazu gcl)örigc'n Zinscoubons dsr spätcrsn Fgllxgkertßtermme zurückzuliefem. Für die fehlenden ZillSCOUVOUZ Wird der Boxrag' an Kapital abgezogen.

Dre gskgndtgten Kapitalbexragc, welcbe innsrbalb drrißig Jabreu uach dem Rnck5ablungsterminc nicht erhoben Wcrden, sbwié die inner- halb 4 Jahren, vom Ablaufe des Kaléndérjabres der FäÜigkeik an gerechne-t, ntcht crbobcnen Zinscn vrrjäbrrn zu Gunsten dsr Gemeinde.

In Ansehung der vcrlorenen odsr vérnicbtetcn Obligationen VDST? Zinscoubons findkn die auf die Staatssthuldsxheine und dcren Zins- coupons Bezug habenden Vorschriften der Verordnung vom 16. Juni 1819 G. S. 18.2. 157 wegen des Aufgebots Und der Amortisation ykrlorener oder vsrnichteter Staatspapierk, §§. 1 bis 12 11111 11.151“- 1tsbendcn,näb€ren Bestimmungen in YinWsndung: ,

.“.- dte im §. 1 jener Verordnung vorgeschriebenr Anzeigr muß der städ111ch611 Schuldm-Ttlgqus-_Kommxffton gemacbk Wurdon; dicssr werden aÜc dicjc'nigen ©€1chäfte und Befugnisse "beigrlegt, welche Nach der angefübrtcn Vsrordnung dkm SchUH-Mtnisterium zukommen, gcgsn die Verfügungen der «ckulden-TilgungS-Kommisfion fi11d€t j€d0ch der I)ic-kurs an dir Königliche Régiérung zu Düssclrmf statt. 1). Das Lm Z. 5 dcr Vcrordzzung gedachteAufngot Erfolgt bsi drm Königlixben Landgyrikbte zu Ditmcldorf. 0, Die in dcn §§. 6, 9 und 12 der Ver- ordmmg vorgéschricbsnonBckanntmacbungcn foÜen durch die oben erwähnten _Blättkr erfolgen. (1. An Stélle der im§ 7 der Vrrordnung crwähntcn 1ech§ ZinszablungsTkrmine fax-[le'xt vésr Und an Stsllé dss im §, 8 crwäbrztrn achten Zinszablungs-Tsrmins soll der fünftc irrten.

Ztn§c011pons können weder aufgeboten noch amortisirt worden; doch 1le dkunsmgen, x_vxelcber dyn Vkrlust dsr stcouwons vor Ab1auf der Vrérjabrigcn Vsrxabrungsfrist be'i dcr Schu(dkn-Tilgungs-Kommiffibn (111111le81 und_ den st.1_ttg€1)abten Bosiß dor Zinsconpons durcb Vor- ngnng dcr Schuldverrcibyng odor sonst in glaubhaftsr Weise dar- rbuk, „nach Ablayf der Verxal)rnngssrist der Betrag der angemeldsrcn und [*!I dabm mcht vorgekommemn Zinscoupons gegen thtung aus- gezahlt _merdcn. _

Mit „diescr SÖuldbéMbrsibnng smd zsbn [)a[bjä[)r[iche Zins- couP-ors bt? zum Ochl11sse des Jahres . . . . ausgegeben. Für die Wkitérc Zstt Werden ZinskoupNs auf fünfjährige Périodcn aus- gcgrxrn.

. . . ab, in dem Monate

1874.

. Die _AuSgabe einer neuen Zinscoupons-Scrie erfolgt bei der Ge- merndekasß zu Uerdingen geakn Abliefarung des der ältsren Serie bei- grgebenrn Talons. Beim Verluste des Talons erfolgt die Aushän- drguxtg der _neuen Zinöcoupons-Serie an den Inhaber der Schuldver- schre1bung, ?lofern deren Vorzeigung rechtzeitig geschehen ist.

_ Zur Stuberbeit der hierdurch eingegangenen Vsrpfkichtungen Haftet dre Gememde mit ihrem gegenwärtigen und zukünftigen Vermögen und mit_ik)rer Steurrkrast.

L_Oesxn zu Urkunde haben wir diese Ausfertigung unter unserer Unterstbrist ertbeilt.

Uerdingen, den . . ken ..... 18 . .

Die. Schulden-TilgungsKommission.

Anmerkung: Hter folgrn die eigenbändigen Untsrscbriften. Rh€rnprovrnz. RégierungsbczirkDüsseldorf. ' , ZinScoupon zu_ der Obltgatron der Stadtgemeindr Uerdingcn .. „_ t? Emisfion. 1-1tkr ..... Nr. übe RLichStnark zu . . . . Reichnark . . . . Pfennige.

viereinhalb Prozent Zinsen Ü

Der Inhaber di€1es Coupons empfängt gegcn dessen Rückgabe in d€r 3211170111... te_n_... bis . . . resp. vom . . . tsn . . . bis . , . und Waterhrn dle Zlnjkn der borbenannten Obligafibn für das Halbjahr bbn . bls , . . mit (in Buchstabrn) . , . Rkichs1nark . . . Pfen- mgen be: dcr Gsmeinde-Kassr in Ukrdingkn und den in dem Deut- saxen Reickxs- __und Königlich Preußischen Staats - Anzeiger, Odncrdch cmdsmcn StcÜe treténdcn Organe, in dem Ambelatte der Kontglrchn Regierung zu Düssclddrf, ode-r dsm an dsffen Stone tretetzdxn Organe, und in je einem in Ersfeld und Urrdingen erscheinen- den bfssrxtlnbe'n Blatte bekannt gkmachten Einlösungssteüe in Berlin und Ersfeld. ,

Uerdingen, den . . ten . . . . . 18 . . Di? Schulden-Tilgungs-Kommisfion.

Anmerxung. Dirscr Zinöcoupon ist ungültig, WM" dsfsen Geldbetrag mcbt innerbasb vior Jabrén vom Ablaufs des Kalender- ]al)rcs _der Fälligkeif aberboben wird.

_ DW Namens-UnthWriften dsr Kbmmisstons-Müglieder können msrt Jsttern- oder Fakimile-“StsmP-xln gedmckt wrrden; dock) muß jeder anScoubon _mit der eigenhändigen 5)1amen§=Unterschrift d(s Ge- memde-(xmpsängers verssben “werdcn.

Rheinprovinz. §T11elgierungsbezirkDüsseldorf.

a on zur Obligation der Stadtgemeinde Uerdingen

. . te Emission.

Dc-r Inhaber dieses Talons srnvfängt gegsn dessen Rückgabe zu der Obligation der Stadtgemeinde Usrdingcn 11111. . . . . Nr. _ _ , Über . . . . Reich?;mark T2 43 % Zinsen, die . . te Serie 31116- coupons fur dle 5 Jahre . . . . bis . . . . bci der Gemeindekasse Uerdingen. Uerdingen, den Dic? Schu1den=Tilgungs-Kommisfion.

' Ynmerkung: 71) Die Namens-Unterscbriften der Kommisfions- Mttgltedsr köxmrn mxk Lettern- oder Facsimile-Stempeln gedruckk wer- ben, dock) ;nuß jsderßTalon mit der eigenhändigcn Namsns-Unterschrift des Gemexnde-Cmpfangcrs Versehen Werden.

72) Der Talon, is1 zum Unterschiede auf der ganzrn Blatt- erfc unter dsn beiden letzten Zinscoupons mit davon abMichenden Lettcrn in nacbstebsndcr Art ÜÖJUDkUckLU:

9. Zinöcoupon. 10. ZinScoupon.

Talon.

Staats-Anzciger, das Cenfral-Handelsregister und das Postblatt nimmt an: die Inseraten-Expedition de:; Deutséxen Kcicbs-aneigec; “wd Königlith preußisrven- StaatH-Anzeigkxs:

Steckbriefe und Untersuchungs- Sachen. Steckbrief. Ergen den untcn näher bezrickyneken

;.. Sseckvriefc und Untsrinöoungö-Saäzen 2. Subyajrxttonen '.: dergl. V - ' u . J J. Yerk-Zufe, - erbackxrunqen. “Subméssionén n. ZUÜU- 8- N' Wil.xclm-Straße ir“ 82“ M 4. Verlbojung, Amortisation, ,Zinözahlung u. s. w. «*:B' “- * von offentlichen Papieren.

Termin Hierzu ist auf Mittwoch, den 19.12Arägust d. IS., Mittags

MInserate für den Dt'utstbek Reich- u. Kgl. PrLUß-R OCWBUtlZWCRAnzÉégeBÜ

qugebote. Vorxadunßen Dcrsézisdsne Vc'É'xmnmaMmgen. .- Iitkkarksckoe Anzeigen

s-c Familien-Nach1'ichten.

Erscheint in separater Beilage.

[5397]

4. JnduffrielleEtabUffemeuks, Fabriken U.Srohhandel.

9. Central-Handels-zdxesifter (einschl. Konkurse), _

AS Inserate nehmen an : die autorisirké Annoncen-Erpedifion von Rudolf Ykosse in Berlin, Breslau, Chemnitz, Cöln, DreSden, Dortmund, Frankfnrk a, M., HaÜe (ZS., Hamburg, Leipzig, M1"mchen, Nürnberg, Prag, Straß- burgi.E., Stuttgart,Wien,Zür1ch und deren Agenten, Msowie alle übrigen größeren Anusucen-Vureaus.

Ost

Arbeiter Friedrith Wilhelm Krüger, genannt Restbke, ist die gerichtliche Haft wegen Raubes aus §§. 249 u, 250 des St G. B. beschlossen Wordsn. Seine Verhaftung hat nicht ausgeführt werdcn kön- nen. Es wird ersucht, auf den IC. Krüger zu visi- liren, ibn im Betre-tungsfalle festzunehmcn und mit allen bei ihm fick) vorfindenden Gkgenständen und Geldsrn mittcélst Transoports an uxqcre Gefängm'xz- Inspektion abzuliefern. Coepeuick, d€n_ 3. Angust 1874. Königliche Krengrrichts-Kommi1fion. Be- !hreibun . Alter: 41 Jahr, geboren am 14.

ärz 183 . Geburtsort: Lübben. Religion: evan- Felisck). Größe: 1 Meter 77 Ccntimstor. Haare: lond. Augen: graublau. Bart: voll und dunkel- blond. Kinn: oval. Na'e: gewöhnlich. Mund: gewöhnlich. Gefichtsbildung: oval. ©€fichtsfarbsx gesund. Zähne: voÜstäudig. Gsstalt kräftig. Sprache: deutsch. Bysondsre Krnnzeicben: fehlen. Bei Verübung der Tlmt 1st drr 2c. Krügcr mit einem Paare grauer Hosen und einsm grauen Stoff- rock bekleidet gew_esen und befindet fich derselbe wahr- scheinlich im Bestße folgender von ihm entWendcten Sachen, nämlich: eines gramm Anzuges, bestehend aus Hosen, Rock und Werte, eines schrvarzen Tuch- rocks, einer braunen Hbse, zweier Hkmden, dreier Vorbemden, eines Shnps, eines auf den Maler: gehülfen Wilhelm Taexxe, geb. 28. September 1841, lautenden Passes und emes Arbeitsattestes des Taege.

Verkäufe, Verpachtungen, Submisstonen :e.

[3401]

Die Anfertigung, Lieferung und Aufstellung des schmiedeeisernen Uebecbauxs für die Unterführung der Seiffersdorfer Straße auf Bahnhof Sorau sol! nn Wege der Submission Vergeben werden.

br, 111 gnskrem S*Tescbäftslokale Kopbc-nstraße Nr. 88/89 bt€r1elbst anberaumt, bis 3a Mlcheur die Offertsn frankirt und vcrfieg-:lt mit der Aufschrift: „Submission auf den eisernen Ueberbau für die Unterführung der SeifferSdorfer Straße in Sorau“ cingsrelcbt sein müssen.

Die Submisfions-Bkdingungcn (ModelTe und Zeich- nungen) liegen in den Wochentagen Vormittags im vmbechchnet€n Lokale Zur Einsicht aus und können däsklbst auck) L'ibsÉLrifkkn dsr Bedingungrn, sowie Kwpien dsr Zeichnungen ngLn Erstattung der Kostsn in Empfang gcnommen wrrden.

Berlin, den 31, Juli 1874.

Königliche Direktion der Niedersckxlestsck) - Märkisckxeu Eisenbahn.

[3395] Bekanntmachung-

" Die Lieferung der für die diesjähriZen Herbst- Ubungen der 5. Divifion crfordsrltcben ictualien, ond, Fourage_und Bivoqakaedürfnisse, so- wre event, die Anrubr, Magazmirung und BMW- gabung von Brod und Hafer soll dem Mindestfor- dernden übertragen Wsrden,

Yutcryclmmngslustigs Werdcy aufgefordert, ihre Offertc'n verfiegklt, mit der Aufschrift:

.,Lieferungs-Auerbieten für die Herbst- Übung der 5. Division“ in unfrrm Bureau, Lindenstraße Nr. 22 hierselbst, abzugeben, Woselbst auch die Bedingungen eingesehen Würden können.

Die Offerten müssen den ausdrücklichn Vermerk epthalten, daf; Submittent die Lieferunngedingungen emaeschen hat und fich ihnen unterwirft.

„Zur Eröffnung der Offerten haben wir einen Ter- mm auf .

, den 15. August„1874, Vormitta s 9 Uhr, m unserem obenbcze1chneten Bureau an eraumt, wel- chem Unternehmungslustige beiwohnen können.

Fx'gnkfurt a.D., dm 4. August 1874.

Kouiglirhe Iutendantur der 5. Division.

„;;-YM _ !_ F ekanntm chung.

Die Ausführung der Maurer-, Zimmer- und Dachdecker-Arveiten (Erstere excl. Materialliefe- rung) zum Empfangsz rznd Staügebäude; sowie die Herstellung des (Hütx-Uchuwpens incl. Material- 1iefernng, jedoch excl. der Maurermaterialien auf “dsr Haltcsteüe Carleorg der Tilfit-Memeler Eisen- bahn fokl in zwri Loosen im Wege der öffentlichen Subxntfsion VLkgébcn wcrden. _

Hicrzu steht Ein Tsrmm auf

Mittwoch, den 19. August er., Vormittags 11 U r, im Abtbeilungs-Vau-Bureau zu Temel, Hospital- straße Nr. 15. am ,

Unternehmer wollen daselbst tbre Offerten, mxt eutwrcchendrr Aufschrift versehen, bis zur Termins- stunde portofrri und verfiegexi: einsenden., Bedingun- gen, Kostknanschläge und Zeichnungen [tegen nn ge- nanntm BUWÜU aus, auch können Erstere gegen Kovialien bezogen werden.

Memel, den 1. August 1874,

Der Königl. Eisenbahn-Baumeister. Mossalsky.

[3404] Übmisfion.

Die Lieferung von 1500 Gewehrriemen, 1500 Vifirkappen, M./71 , 400 Kalbfell-Toruister, 300 complette Helme, 400 Feldflascben und 600 Paar Kochges irr-Riemen für das unter- zeichnete Regiment 10 im Wege der Submission vergeben Werden.

Lieferun s-Untrrnebmer Wollen ihre Preis-Offerten nebst Pro en bis zum 15. d. Mts. der unter- zeichneten BekleidunZsKommission einsenden.

Slhleswig, den . August 1874.

Die Vekleiduugs - Kommisßon des Schleswigsthetzk IZZanterie-Regiments ?. .

[

. '7- „'rax. . _" ck Z,. 515?

_ 16 Stück eickxeuen Weickxensckjwellen in bkr1chiedenen Dnnenfioncn zur Erweiterung der Geleis-Anlagcn auf Bahnhof Eydt- kuhnen, lieferbar auf einem dchabnböfe der Kömg- [ichen Ostbahn, soll im Gazxzen oder getrennt im Wege der öffentlichen Submgston vergeben werden.

Zur Entgrgennabme von Osxkrten steht Dienstag, den 18. August, Vormitxags 11 Uhr, im Bureau der unterzetchneten Vetriebs-Jnspektton Termin an. "

Bedingungen liegen dasklbst zur Enzfichbaus, auch Werden dieselben, sowie das Ver e'tcbniß der zu. liefernden SchwLÜrn und deren tmensionen auf“ Erfordern übersandt.

InsterburÉ. den 3, August 1874.

Königliéhe isenbath BÉtriebs-Infpektion M. S p e r l. [3396]

Es ist ein höl eruer Kohlenstlzup eu zu_er- bauen, Wozu die rbeits1exstrzn_g und aterralten- Yiefersmklg in öffentlicher Subrmsston verdungen wer- en o .

Bedingungen, Kostenanschlag und Zeichnzxng sind in unserer Regiskrafur zur Emstcbtxtahme auSgelYt. Außzüge aus dem Kostena_nschlage konnen, gegen !- stattung der Kopialien dayelbst empfangen werden.

Offerten find bis zum

Sonnabend, den 15. August er.. Mittags

12 Uhr,

mit der Au cbrift: „Subuftsisfion anf die Erbauung eines Kohlenséhnpprns“ ver.“;ie elt und franktrt an uns einzusenden. W?Welmshaveu- den,3, August 1874. Kaiserli-he Marinerafenban-Kommisfion.