1874 / 196 p. 1 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 21 Aug 1874 18:00:01 GMT) scan diff

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standkn. J_n1(?0_8 Fällen hat dic Ursache nicht fxsigesiklit wcrden

können. Die größte Zahl dx»r_ Feuericbädm findet sich in den Gouver-

nements Tula und Wonorojl) (je 98) Riasan (85), Tambon) (75),

Ssaumra (74), Oxlow (64) und Mos an (63). Der nrößte Verlust

ist erlittm worden inden Gouverkemrnis Moskau (1058547 Nb!) dddlicn (491,495 Ndl.). Livland (329,414 RM.), Rjafau (255,490 Hl.), TUM"! (228.055 RN,), Tambon) (222,082 RA.).

Kauft, Wiffeusthaft und Literatur.

Berlin. Die Eröffnung der Lehr- und Lernmittel-Au's- stellung des Deutschen Lebrcrvcreins (BezirkSverbandzBerlm) bat, wegkn zaliireickßsr Sendungcn in den iéixten TMM, vom Sonntag auf gkstkrn veiscboben Werden müssen. Die Ausstellung, welche,_wie ickon gkmeldei, in dcn Räumx'n dcr alien Münze am Wcrdxr1ch»n Markt xu bcfichtig-xn, ist von hiesigen und auSwärtigen Buchbändiom und Likfemntxn schr zahlreich keschickt_ und zählt ca. 2000 Nummern, Die krsic Abthkilung umfaßt cin großeö_GebiLt von Leiir- _11nd Lern- mitteln. Hier findet man die Materialien des crsien Vlnich-Mings- Untkrrickyis, Auschauungsbildss, Sine Anzahl von Fibkln und Religions- büchk1'l1, biblische Gcfchichtcn, Lsismaiihixcn, _Lebrbüchcr der dc-utichcn Sprach Grammatiksn, dann in einer bdionderezi Ahthkilimß die Methods Tv:issaini-Langc'nsciyeid )C, xc. - Hicran ]chiicßt sui) _die in- ter-Zssante L'TUÖ-stknlllsg dsr Blindknanstali, mit don vcricbiedenen Schrséb- nnd Lsicapparaicn; dann der Kindergarten dis 131“. Gedrgkns, dcr alle H„ülisiniitel dieser Erziehwgs-Jnstitiixk zur Anschauung bringt, inkl. dsr viclxn Zeit- und Strsiisckyriftsn über dies Scböyiung Fröbels. Mit [('ßkéré'.“ Abibi'ilung vsreinigi ist die Abtheilung für das Turnwcsen, mit eincm sandgr ausgéfük'r-“cn Modiü cincr TurnlyaUe. » Von großsm Znisreffk iit dcr 11an Obcrlichtsaal, der fich in cin naturhistoriichss Kabiiict vsr- wandkkt bat. Dort befindet sich die Abibc'ilimzi, für I'iainrgefckyichtk, Cbkmie und Physik, die in géichmackoollkr Anordnung alle ".*-PVÜ'k'UkL vorfüiéri, deren die7e UnterrichtszMige bedürf-n, Nxbkn den 30le- ;iiicbsn Präparatcn finden sij) dort pkiyfifaliichc Und tcchnologiicbe Jnsirumsnie', von den einfachsten bis zu den kompliziréestcn, SÖWWL- telcgraphcn :(., dmunicr Mxstcrexemplare voÜc-ndetkr Tcckinék. Gli'1ch- falls sélir inicrcffani ist kik ?lbtiikilung fiir Minyraldgie mit ÖM aufgesta- peltc-n Schätzen dss Erdraiays. Dm Bsickzluß macht die Abtheilung für Gsdarapbie Und die für Zcichsmmicrrichi. _- Did Aussieklung Cifrsnts sicli schon gcsiérn Link's zahlreikbkn Bciu-Fs. Für 1351128 Lk" wart'sts man dcn Stadtschnl-Rnib ])r, Bertram; ami; dsr Stanis- Mmistkr Or, Faik [mt icinkn BLsUÖ kicrkiis zugciagi.

- Die jkßigén Bcsiizer der Nideggxncr Burg, dss "Stamm- ichloffes der Hsrzoge von Jülich, wo Crzbiichcf Engeldcrt von Cöln längere Zeit griangsn saß und die ießi mir eine Ruine ist, habcn am 15, mit DCM Riisränmen des auf dem Sch101;ickofe bcfinklickzxn Britn- ncns [*éginncn Zass-sn. Dicisr Brunnkn ids] imc!) alien Chroniken 550 Fus; tief sein und durch den Felsen bis aufs Bctt des Rokrfiuisés gchcn, Nachdem gewaltige Sch1ch1C11SÖU11 Weggeräumt warm, fand man eiwa 95 Fits; unter der bisheiigkn Tisfe viéie alte Jülichkr Gold- und Silbermünzen, di? wahrscheinlich bei Exstürmung dos Schiesses durcb Kaiisr Karl 17, Hinsingcworfsn worden sind; den inisresiantssten Fund aber machte man am 16. Na-Mniiiagä, wo eine hkrrliche und noch gut erhaltene Armbrust aufgefunden wurde, die mit Elfenbein eingelegt und mit Gold vdrziert ist. Unten amKolben ist in G.1d singelcgi ein ichönes gothiicbes 117 mii einer Krone dar- über und der Ziffsr U„ 10 daß man v-xrmuibsi, disse Armbrust, einzig in ihrer Art, möge dym jüiickisr Herzog Wilhelm 11. geliöri haben. Ebcnfalls fand man Hslme, Morgcnitérné, eine ichwckre Kdule mit Stacheln und cinige langs Ritterschwerter, theilwchiie von Rost stark angegriffen. Alles Gefundene ist in das Gasthaus des Hrn, H. J. Hsiliger acschafft und wird, nachdem die Angr-abungsn, die auch an andersn Sth-m des Schlesiés veraniiaitei werdcn soÜen, Beendet find, nach Aack'cn gssandi Werden, die Armbrust aber denkt man nacf) Ber- lin zu schicken.

- Uobcr den 13191 gsiuckzten Namen dss vaatier Dolimsiicb im dritten Buch von „Dichtung und WaHrbdit“ wird dsr „21119. Ztg.“ folgende Auékunfi gegxbcn: „Nach dem sranzöfiichsu [lekerfall am 2. Januar 1759 richtete Bürgermeister und Rail) Von Fi'ankfurt am 31. Januar ein ,B€schwerdchichreibkn an die lwcblöbliche Rsichs- vxrsamurlung um Erkheilung allcruntkrthnigster 1nt07092910n31jsn an Jhro Kayseri. Maj. Wegen der von der Königl. Französischen “kronyysn durch 6111? unvermuihete Surprjss [*sichebenen 000Ujckjrunx diéser Stadt“, wclchss in einem später Verfaßicn Anhang 'auaz die von der Rcckzcnsy für die französische Garnison gsmackiten AUS: 1agcn Mibäli. Darin heißt 63 (S. 63): „10. FSÖruar Z'. Heinrich 019110, ])r0 zwey WOÖLU Dollmeticben bsi Ur. (111 T'borrani, König- lichen Lisuwnarit allvicr . . . 8 Fl. 24. Februar Joh. Hsinrich Diéne, [)1'0 äjio bei 111. (111 '1'110rr311t, Yisuisnaiib äu 120)- . . , 8 F1.“ Nuß“ der Sébkkik'ark “L'b0rranß kommt de'r Name auch als Mioxuug vor, absr ivo dsr Königliche [.jyaxsnant (die Form „Königs-ijtsnam“ kommt nie vor) 11nt;rschrcibt, gdichisht dies mit dsr won (HNW über- likfe'rten Form “1110171119, natürlich 01,311? Grafcniit_cl, da '1'110r3n6 crit auf chwendung des Frankfurter Raths von Kaiicr Franz 1. in déi: Reichsgrafc-nstand erhoben wurdc.“

-DasLokal-FsstcomitédesdeuischenSängerbund-es- festesin München_l)at idlgkndLDanksagung veröffentlicht: „Dkk unierfciiigie Ausschuß fiilili sick) vsrpflicbtei, fx'inen versinken Miißür- grrn, don Béuxohncrn Müuchcns, öffénilicky dcn tiefgxiühlten Dank kund zu geben Für die Ehrung, Welche sie allen Gästen des 11, dC-ui-

' schxn Sängkrbundexfcstez angkdcihkn ließen. Das Königlichs Work,

dak; München dur_ch diescs Fest um eine schöne Crinnyrung reicher wurde. hat sich ctfüklt. Wir vkrdanken dies in nicht geringem Maße der Gastlichkeit, Herzlichkeit un) Lxcbcnöwürdigkeit unserer Ykitbürger, insbeiondcre aber der walirbait aufopfernden Betheiligung der frei- wiliigen Feuechhr und der Turncrscbait Münchcps. Gerne ibeilen wir mit dicsc'n die errungene Elire und hoffcn, daf: unserer lieben Vatdsrstadt aus diesem schönen nationalen Fests nur S:“gen erwachsen WA k.“

* Vekyufs einer würdigsn und grüxidliibcn Restauration der Si. Peters-StiftSfirckye in Weißenburg - eines dsr groß: artigstkn aiten Bauwsrke des Eliasscs _ bat sick) auI angsfébcnen Einwohnern der Stadt Weißnbum unter Beitritt des Kreiédircktdrs Lin ikch Mitglieder zählendcs Comité gedikdet.

» Das Königlich großbritanniscbc Institut der Archiixkten hat icinx c,;oldsne 5.1.1'ie'daillx pro1874, db“, wie bekannt, Hr. NuSkin, der Profcmor der scbönm Künste an dcr Universität von Ofot, zurückwies, mit Genehmigung der Königin dcm ArÖitdkten „Hrn. George Edmund Street zuctkannt.

_- Zu dem internationalen Drientalisten-Kongreß in London wsrden (in der ägyptisciii'n Sektion) folgend» Geikfirie erwartct: Cßabas aus Frankreiäi, dic Prdt'e'ssdr-n Brugicb, Cissnlohr, Lspsius und L. Stern aus Deutsckxiand, Lord Northbrook wird von Jndisn Mr. Sbunker Pandumug, vom Civildionst in Bombay, dorthin skndcn und würde“ meHrcr.» undzrc gsisiirte Jndier gesandt liaben, wären fie wiüeys ngcssn, (7111? so lange R;“iid zuunkernelimen zu dem chck, bei den Atyanisäjcn und anderen Skkxicnen zugcgdn zu sein.

» In Norwich 11.111de kürzlich die 42. Jakrkdvcriammlung der British Mkdisélk Aisociaiion eröffnet. 1)r. Copcman, der Präsident dsr Association, liiclt dia Eröffnungsrsdc, wclch2 sich über die Bluivsrgifnmg und die daraus duistslxndknKrankheiten verbreitktc.

-Die Entdeckung dss Sauerstoffes durch Joseph Pridstlcy, WLW? am 1,521ugi17t 1774 vollyudei worden sein soll, wurde am 31. Juli und 1. Lliigiist kimi) cine Vexsammlung der Ehe- miker Amerikas in Northumberland, Penniylvanicn, ww Prisstlsy starb und bograbkn liegi, gkfsic'rt. Bei dieser le'kgmhkit wurden 600 Dlvllarö als Bcistencr für das Liebig-Dcnkmal in Gießkn ge- ]amrm 1.

-- Die französisckxe NkäDLmié [3811 am 13,21ugust ihre Jabres'iißung, WL1chedkr Vlustbkiluug Von Prsijcn gexvid- mcf ist. Den erstkn Pkeié- fiir cin nationalss (Heskbiäiiswcrk: „(He- ichichts derGencraliiaat-en“ ?rkxislt Hr. Gsorqcs Picot und Hr. de Leseure dén zwcitsn für isin „st61: Heinrichs 117.“ Zu dsn Preis Therouannc ilieilten sich die erren Edmond Hugues, Vkrfasicr der ,Gssckoickiia dcr Restauration dss franzdfiichen Protsitaniismus im 18. Jahrhundert“ und Hr. Boldt. Verfasser der „Gxichiäzte dsr römischen Rittdr“. Der von Hrn. Thisr5_ gestif'ets drcijßkirige Gxichichtöpreis wurde dem Sohne dss Rmnanichriitsteklérs Ariéne Hussayd, Henri Husiaye, für sine „Geschickzie dss Alcibiades' zu Theil. ?lusgexcichnet wurdkn ferner die Herren Danticr ((Hkscixichtlitbe Studien 1":er Jialien), Bosssri, Heinrich und Jules _ Zguzay (Sindicn iibcr SckxiÜcr und Goethe, de_utiche LiinaturgUÖickdie), der kürzlich VSTstOlenL Graf Simeon (metriikbe Ucbcricßung dcs Horaz). Herr Antoine dL Latour (Ueberießiinq dsr dramatiichkn Wsrks von Caldkrdn) U. A. Der erstk ])1'11 Isovtbz'on (Vslobnung vdr) Wsrken, die einen sittlichn Zweck verfolgcn) wurde oincr deicbtiammlung des Herrn Theodore Froment zuerkannt, die Herren Conwayré und Croiist, Profeiicren, erhielten ]"? cine Medaille von 2000 Fr. und Reden andere Bchrber je eine Medainc von 1500 _Fr. Herr Patin, der Sekretär der Akademie, tbeilte dann mit, ddß fürdas Jahr 1875 der ersic Poesie:- Prois dem besten chickyt über Livingstone gsltcn würdk, und die Fsierr- lichksik ich10ß mit dsr “.'[uériiiung dsr Namen derer, dsmn die TRIUM- prsiie: drei MedaiUsn von je 2000, vier Medaillen von je 1000 und fiebzehn Me'daillen von je 500 Fr. Ziifixlen,

_ Am Tag? der iÉ-ländiicchn Fsisr erreichte dsr Philologe I. N. Madvig stin 71. Jahr. Seine Gkburisinfkl Bornholm hatis beschidffen, ihm zu dikfem Anlasse Ein Denkmal zu sklzsn, das an de'm Tags LUTÖÜÜÉ wurde. Das Denkmal, eine bronzene Büste auf einem Picdestal von Grdnit, ist am Eingange dcs Srädtchsns Svanike errichtet, Wo Madvig am 7. August 1804 geboren wurde.

Landwirthschaft.

Aus Saaz wiid dsr „Magdekuxgiickxén Ztg.“ gesckirichn: Das Ergebniß der H dpfencrnte, 10111211 disie bis jkßk in Angriff JLUVMMM, ist dnxchgchends nicht bxfticdigsnd, _und blcibt w:“it 111111€k der Scbäizung. Das Ergebnii; bishsp ÜLÜT sick) von circa 10 Schock oder 600 Stangen auf 7Pfd. Hopfkn. YlÜcrdingZ bat die Ernte nur in sol- chen Gärten begonricn, Welck)? 'durä) ircckmk Witterung bédcntcnd gklik- ten habsn, und ist diss ;,um Glüch uur (“111 klsincr Thkil in und um Sanz, dsr wcit größere Tiikil dé" (Härtsn wird einen Vikl böhsren Er- trag liefsrn, und sind [*c-sonders dic Gärtxn im entferr-te'rkn Bézirk und Krcis vici versprscbendc'r. Jm AÜZemeinén müssen wir abcr doch eine kleine Ertragsreduktivn bcrichien, und ÖÜTftSU im ganzen Saazsr Lande nicht ganz 20,000 (Fir. erzielt iverdcn, wch1chcs in]; im Turck)- ich1iiti auf sine schwache Driitxlsinie sxellen würde. Hisr ist dis Msi- nung für da?» kommend? Gsichäst eins gute und die Aussicht auf höhere Prc'ise als die voxjäbrigén. 1873cr Hopfen anhaliknd bsgdlxri, bsdingsn lisuie 95-115 Fl., zu wsch lsßtsrcm Preise jüngit1 Ballen Stadt gekauft wurde. Das Wenige „zn Markt gebracßte find'st sofort

Nthxr,_ so das: wir nur sehr wenig alteVorrätbe in die neue Saison unt hmnbcr nehme:! werdcn.

Gewerbe und Handel.

Mit den Gläubigern der Baugesellschaft F. Pleßner u_. Co. da[):er ist nxmmehr ein? Einigung Erzielt worden, daß sie ein emxabriges Moraionum gewähren, Ebenso find die Geldmittel für d€_n Ausbau der Oelß-Gpeserrr Vabniißt gesichert, wodurch die Ab- wickelung *!"d Ltquxdatton der Pleiznerichen Gesenschaft bedkutend gefördert Wird.

» Jn dcr am 15. cr. stattgebabkcn Aufsichtsrat *:1 an der Breslauer Börsen-Makserbank wurde keschldsskk11,sßderg am 8_. Skvikml'er cr. ein:,ußerufenden Generalversammlung die Vcrißeilung einer Dividende von 8% für das (Hescbäfisjahr 1873/74 und dée Do- ttrung des Rkiervefonds mit 10,0(0 Thlrn vorzuschlagxn.

L_ondoxi, 20. Auguit._ (W. T. B.) „Die Koblsngrubea- Arbeiisr in Fife und Elackmannan liaben [*sichlossen, auf die vdn den Grubenbefißern beabstcbtigte Lolinberabseßung von 1574 nicht einzugeben, und wird deshalb voraussichtlich einc aUgcmeine Entlassung der Arbsitcr erfolgen. .

_ _ Dkk ExportYandel Großbritanniens und Irlands Wahrend ch zivcitm Sciyesters lauiknden Julires rkpräscntirt einen Wsjrth von 60,029,130 Lttr. gkgen 63,410,191 Lstr. in dcr Parallöl- periodc_dcs Vorjahrcs, d. i. eine Aknnhme von 3,381,061 Lstr. oder etwas nix?; 25%. _ Der Export nach den englischen Kokonien ist um 164% (?,?illéakn, wahrend der nack) fremden Ländsrn wn 46,589,7138str. mrt 40,425024 Lstc. __oder 134 ;( lierabwich. Die Abnahme in [eß- teren zeigt fich_bquptiachlich in den Verschiffungen nach dcn Vereinigtsn Stagikn, Dixitjcbland, dc'n Nikdérlanden, Belgienund Aegypten. Die drei nordnchcn Staaten Europas, nämlich Rnßland, Norwegen und Scervsdxn, bekunden dagegen einen Zuwachs, der in dem Falle der wa1 kriten 14 % und 25 in dem leisteten l'étxägt. Die Zunahme des_ Exyyris ngch den engliiiiisn Kolonien ist am größten in Bezug aus Indien, namlich 357; mshr als im vorigen Jahre; zunäcbst stsht Australien, das eins ZunaHme von 1375 nachweist. Der Export nach Deutschlandin dcm g-cdachtcn Seniester betrug 5,815,681 Lstr. gcgen 7.065.362 Litr. in 1873.

Verkehr's-Atistalten.

Leipzig, 18. August. Hevie Vormitiag fznd die Abnahme der yxuen Bahnstrxcke GgfchrprT-MsuisWiß statt. Die Er- dssnung der Bahn 1011 bkreits mxt nackzxtcm erste'n Skptember erfolgen.

NewYork, 19. August. DSL" Hamburger Postdam*'er „Ho11atia“ ist hsute Morg-IU 6 Uhr hier eingetroffen. U

Königliche Schauspiele.

Freitag, den 21. August. Opernhaus. (150. VorfteUung.) Der Troubadour. Opsr in .4 Akten. MUfik von Verdi. Bal- let von P. Taglioni. Leonore: Fr. 1). Voggenhuber. Azucena: Frl. Lammert. Manrico: Hr. Link, vom Königlichcn Theater in Hannover, alH Debüt. Luna: Hr. Schmidt. Anfang 7 Uhr. Mittel-Prcise,

Schauspielhaus. Keine Vorstellung. ßU Sonnabend, den 22. August. Opernhaus. Keine Vor-

2 ung.

Schznispielkxqu4m (152. VorsteUung.) Der Graf von qumeritem. Ylftökliches Schauspiel in 5 Akten von Adolph Wisbrandt. Graf Hammerstein: Hr. Knorr, Eckard: Hr. Eyben, vom Stadttheater in Breslau, als Gäste. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise.

Es wird ersucht, die Mekdekarien (sowohl zu den Opern- haUs-, wie zu den Schauspielk)aus-Vorftellungen) in den Brief- kasten des Opernhauses, welcher sich am Anbau desselben, gegen- über der Katholischen Kirche, befindet, zu legen.

Dieskr Briefkaften ist täglich für die Vorstellungen des fol- genden Tages nur von 10 bis 12 Uhr Vormittags geöffnet.

Meldungen mn Theater-Billets im Bureau der General- Intendantirr oder an anderen Orten werden als nicht eingegan- gen angesehen und ünden keine Beantwortung.

. Die in dsn Königlichen Theatsrn gefundenen Gégenstände können Von den Eigenthümern innerhalb 4 Wochen bei den Hauspolizei-Jnipekioren Schewe (Opernhauö) und Hoff- meister (Schauspielhaus) in Empfang genommen werden. Eifolgt die Zurüchiordsrnng der betreffenden Sachen in der angegebcnen Frist né-clyt, so werden diesekben den Findem obne Weiteres angeHändigT.

Erster brandenburgischer Provinzial-Kriegertag in Spandau.

Zn Spanday Wurde ain Sonntag unter großer THSUUÜÜML der beiheiligikn Krei18 der erste brandenburgische Provinzial-Krikgkriag akgelcka1tckx7, dem zu Cßren die Stadt festlichen Sckimuck angelegt hatte. Vom Rathhause Wibke chs große Siadtbanncr, auf fast allen Däch€1n ivaxcn deutsch: und Prcußiiche ahnen aufgepftanzi, währt'nd am Bahnhof griine Laubgcwinde dcn Kriegern, in derkn Reihen sick) sogar mehrere Veteranen ÖL!“ Befreiungskriege befandcn, ein freund- l_icheS „Willkommen“ enigegknwinkicn. Die Zahl der Vercine, die 1chon vo_n acht Uhr früh zu Wagsn und zu Fuß durch die Thore der Stadtxmzog'en, betrug 56 aus aÜkn Theilsn der Provinz Branden- buxg, nde'r einzelne kcnnilicb durcb Tafeln, Uniformen oder Abzeickxm. Die Mehrzahl der Fahrgäste traf um 114 Uhr mit einem Exirazuge der Hamburger Bahr; cin, und unmittc-lbar daiauf formirte fich auf der Lindcn-Llileexder tmpoiantd Festzug, Welcher fich unter großem ZU- lauf dyrxb die Stgdt nac!) dsm SÖÜZenhauie bewxgte, Hier fand der VfsiFtCÜL Empfang und die Begrüßung dsr Gäste durch di? Mit- gliedkr dcs Spandauer Comxtés statt, von denen eines den Toast auf den Kaiser, em czndercsßxsn Toast auf die deutsche Kameradschaft aus- brachte. Der Vize-Prai'tdent dss deutschen Krikgerbundes, Redacikur Matthias, aus Berlin, Welcher in einer kernigcn Ansprache

das (Hekäclxtniß des Tages von VionviÜe Wachricf, der so“

recht eigentlich ein Ehrentag der Brandenburger sei, endete mit einem Toast auf (1116 Branden-burger.“ Unter lautestem Beiiakl nnd Hurrahrufen Wurde odan_n em Beglückwünichungs-Telcgramm an Se. Majestät den K_cxin'r eilassen. _Währcnd 1111) dem: nächst die Mehrzahl der Gäste in den festlich geicbmückten Garten begab, traten die Vorstände untcr dcxn Vorsitz des Kameraden Matthias zu dcn cigeuilichen gefchästlicYen Vxxl)andlungen zu- iammen, aus denen. Folgendes zu erwahnm Ut: Auf Grund eines von km Vorständen des Charlottenburger, „Nixdorfer, Schönebcrger, Potsdamer und Spandauor Vereinsdußgeaxk'sitxtcn Sia- tuis wuxde beichloffen, einen „Verband ehemaliger Wasschssahrten der Provinz Bt_andenburg“ zu bestünden, desskn Zweck skin soll, die Kamerad- 1chaft zu psslgen und durch Repräsentation das Ansehen der Vereine 5311 erhobkn. Der Verband crstrebt die Erreichung 1einer Zwecke durcb emen Verbandstag, Welcher abwechyelnd in den Regierungßbeznksn PotSdam uyd Frankfurt alljährlich civmal abgehalten wird und auf welchem Zett und Ort des nächsten Verbandötages festgesteut werden. Zu den Verbandsfißungen ionen auf je 100 Mitglieder die Vereine

2 Telsgirts eniixnden, die Kcsten dx“: Vc'rldndsixge durcli glcichmäßige

Rspciriirung don aÜen Veréinen Keiragkn werden. Der Verband, wel- chsr 'ich im Uebrigkn von dem „Dxuticiß-en Krisgsrbund“ durchaus nicht

losiagen will, wird von einem bcstimmtsn „Vorort“ geleiiei. Zum dffi- :

ziellsn Organe wurde schlisßiich das in Zixiau Erscheinende Wochenblatt .Der Dkuifche Krie'gerbund“ bestimmi und zum_ Vorort fiir das nächste Jahr Frankfurt a. O. Erwähli. - Der Rest des Tages war dem Vergnügsn gewidmÜ. Um 3 Uhr begab sich der Festzug nach der Siadtforst, woielbst innsrbalii vielcr Schänkzcite und Wüxfslbnden cin Waldicst mii Musik, Tanz undZSPiklcn alier Art sicli entfaltkie. DM Schluß machte Abklids Ein großes Conckrt mit Sckiiaäitmyfik, Fkue'rwcxk IC. im Schüßcngartcn. - Für Montxg waren AuÉfiüge 111 die Umgegend zu Wasscr und zu Lande angeisßt.

)(7. Deutscher volkSWirthschaftlicher Kongreß.

Der gcgenxväiiig in Crefeld iagende 15. Kcngrsß dsuticher Vokkswirtbe ksickyäftigtc sich in isincr am 17. d. M._ staiigchghten erstsn Sißimg mit der Fray»? der Arbxitcr-Pemionskaiien. Nacß [?bliüftkn chattcn nahm kl]: Kongreß, an dsm sicb ca. 200 Per- sonen bstbeiligten, mitgrdßerMajoritäifo1g€nde Rcsqlutidn cm: „Der Kongrcß beichlicßt: ]) Es ist wünicbknsrm-xtb, da!; im Weg:- der Rsichsgxsctzgkbung bcidndere Vorjchriften über die Erricht_ung von Arbc'iter - Pensions- , Altsr-Vsrscrgungs - und Unterstüßungs- Kassen getroffen und di? Ertßdilung der Korporationsrcchte ar-i Normativ-Bestimmungcn gkkniipft Werdsn, welche in ähnlicher Weise wi? das Gesetz fixe kie_ Erwerbs-Genosimickyafim untc-r anderem dio Formen der GeichäftSsülxung, bestehend in entwrechenxer Vucbfübrimg, rcgelmäßigcr Rechxmngslegung und die Grundlagen für die Berkcbnung der Beiträge, fexjse'ßen. 2) Di? Errichtung von_ Ar- bsiierpeniionskaffcn durch kommunale Verbände, nach den Grundjäym der Selbstvkrwaltung ist zuzulassen und zu fördcxn. 3)__Der Aus- schluß der Mitgliedschaft kann nur _aus Gründen _nicht ersuUtsr Bei- tragöpflicht erfolgen. 4) E.: istwün1chcn€wcrih, daß die Reichsvehörde durch gkeignete Sachvsiständige das von den bestehenden Invalidkn: kassen vorhandene, auf die Prämienberechnung bezüglicbe Material bearbeiten [affe und veröffentliche.“ _

„th der zweiten Siyung déi; Kongr-ssies wuxde _dte ,Ci1enbahn- tartfsrage“ eingehend crörtert und 1chlieszlich sdlgende Resolution angenommen: „1) .Die Eisenbahnen können sich bei Aufsteuung ihrer Frachtiäße den Wirkungen des Geießss voix Angebot und Nachfrage nicht entzikhen, weil ihre Beförderungspreiie von den durch die frei-

xviÜig-cn WaarenPr-xiie badingken GcschäitS-Irgkbuissen des fr-sie-n wiih- 1chastlickken Vkrkelirs ebxnw aßlxängig find, wie fie auf dieselbdn zu- rückwirfkn. 2111? 1ach1ichen Maßnaiimep, Welck)? unter Nichtbeacßiung dieser Stellung dsr Eifsnbahncn im Volkshaushali die Tarif? nach den Selbst- kostey des Transports rxgulircn wollsn, vsranlassen die Zuwsndung beson- d-erc-r Yoriheilc an cinxelne Produkiions- odor Handelszrvkige. Richtise Preisitcßungcn find aUeiu_ dadurch herbsizuführen, dai; die Normiiung dcr Tarife mögiiiiijt unke1chriinkt dsn TranSport-Untcrnchmxm selbst, welche wo 111581le mit den Eiic-nbahn-Eißxnihümern nicht identiscH iein dürfen, übdtlasscn wird. 2) Die Beichränkungen, Welche den Eisenbahnen in der Freiheit dsr Tarifirung durck) Geießgébung oder Vcrwaltung aufetlcgi und durch die Bswilligung besonderkr Rechte an die Eisenbahnen bcgründct tvsrden, dürfcn nUr Bestimmungen ent- halten, WS_lcbe den allgemeinen Vc'rkel)rs - Juteresikn disnen. Als iolche„ Brichränkuugkn können allein [:etrachtet Werden: 3. Die Vcanentlicbung allsr Tarife“ innerhalb e_ines angemesscncn Zeitraums vdr ihm" ?xxiwendung; b. die gleichmäßige Berechnung der Publi- zixtcn Takinase für_a[[c Versender, Wodurch jedoch Preishsrabseßungkn bci Vcrstndung großer Quantiiätcn, odkr bei regelmäßiger Versen- dxmg einkr _ddc'r mehrerer ngeniadungcn, i_nsbxsondere als Rückfrachk, nick)? ausgeicblossén fein dürien, wenn dickjklben rechtzeitig veröffent- lich_t und gleichmäßig für aße Verixndkr angetvendet Werden. 3) Die Gesetzgebung hat dieGmndiäße anszustcllen, nach denen einem anderen Utzternshmen die _Miibenußunz einer Eisenbahn und deren Betriebs- Einrichtungcn_zuiteht und die hierfür zu gewährxnde Entschädigung zu bemessxn i1t.“ _

Creseld,_19.Augu1t. _(W. T. B.) Der vollswirthfchaft- liche Kongreß hat hkute 1eine leßte Sitzung gehalten, in der die Banken- und Banknotxnfrage zur Berathxmg stand. Der Kongre“ sprach fich für die Eimchränkung der Emiifion“ von Banknoten durex Kontingentirung der Noten oder durch höhere Besteuerung der Banken aus und empfahl ferner die Errichtung einer Reichs-Centralbank und die Beseitigung der Privatnotenbanken.

Redaktion und Rmdautur: S (1) w i e 9 er.

Berlin: Vcrlag der Expedition (Kessel). Druck: W. Elsner.

Drei Beilagsn (einschiießlicb Börsen- und Handels: gister-Beilaxxe Nr.152).

Deutsch er Reichs-Anzeiger

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Königlich Preußischer Staats-Anzeiger.

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auch die Expedition: Wilhelmßr. Nr. 32.

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M 196.

Se. Majestät der König haben Mergnädigß geruhi: den nachbenannten Offizieren 2c. folgende Orden und Ehrenzeich en zu verleihen, und zwar: den Stern zum Rothen Adler-Orden zweiterKlasse mit Eichenlaub: dem General-Lieutenant a. D. von Tresckow zu Neisse; den Rothen Adler-Orden dritter Klasse mit der Schleife: dem Major Freiherrn Taets- vou Amerongen, beauf- tragt mit der Führung des Leib-Kürassier-Regiments (Schle- ftschen) Nr. 1; den Rothen Adler-Orden dritter Klasse: dem Rittmeistxr a. D. von Poser: Nadeliß zu Grunau im Kreise Frankenstein; . den Rothen Ndler-Orden vierter Klasse: dem Rittmeister Freiherrn von Seherr-Thoß [. und dem Seconde:Lieutenant von Lieres und Wilkau, Beide im Leib-KÜrasfier=Regiment (Schlesischen) Nr, 1; den Königlichen Kronen-Orden erster Kkasse: dem General-Lieutenant a. D. Grafen Henckel von Don- nerSmarik zu Berlin; den Königlichen Kronen-Orden zweiter Klasse: dem General-Major von Barby, Kommandanten von Hannover", und dem Obersten von Oppen, Commaiideur der 11. Kaval- lerie-Brigade ; den Königlichen Kronsn-Orden dritter Klasse: dem Major Schmidt von Osten im Leib-Kürasßer-Regi- mem (Schlefischen) Nr. 1 und dem Major a. D. und Ritter- gutsbefißer von Prittwiß und Gaffron auf Mühniß im Kreise Trebnixz; das Kreuz der Ritier des Königlichen Haus-Ordens . von Hohenzollern: dem Major a. O'Grafen von Schweiniß und Krain, 1;Freilxmxn zu Knud er auf Burghof im Kxeise Schweidniß; arme das Allgemeine Ehrenzeichen: den Wachtmeistern Har), Fuchs und Günßek im Leib- Kürasfier-Regiment (Schlefisckzen) Nr. 1.

Deutsches Reich.

Bekanntmackzung.

Am 1. IanUar 1875 wird bei der Reichs-Poftoerwaltung die Markrechnung eingeführt. An diesem Tage werden da- her, an die SteUe der bisherigen, im Allgemeinen neue, in der Reichsmarkwährung lautende Postwerthzeichen (Freimarken, Jranco-Couverts, Postkarien, gestempelte Streif- bänder) und Formulare zu Postanweisungen treten. Die Bestimmung über die Einzelheiten bleibt vorbehalten. Um jedoch das Publikum in Stand zu seHen, bei Anschaffung von Vorräthen auf die bevorstehenden Aenderungen bei Zeiten Rück- ficht zu nehmen, wird schon jeßt bekannt gegeben, daß sämmt- liche Postmerthzeichen (Freimarken U. s. w.) in der Gulden- währung, ferner diejenigen zu ck und !; Groschsn der Thaler; währung am 1. IanUar 1875 ihre Gültigkeit zur Frankirung verlieren, und durch die neuen erseßt werden; daß dagegen die Vorräthe an Postwerihzeichen zu „Z, 1, 2, Li und 5 Silber- groschen auch nach dem 1. Januar 1875 noch verwendet werden dürfen, bis der vorhandene Vorrath der Postanstalfen qufge- braucht sein wird, worüber seiner Zeit weitere Benachrichtigung ergehn wird.

Berlin Ki., den 19. August 1874.

Kaiserliches General-Poftamt.

Am 1. September cr. wird zu Frankenberg, Rxgicrungs- bezirk Cassel, eiue Telegraphen-Station mit beschränktem Dienst (akk, j. 4 der Telegrapbsn-Ordnung) eröffxiet werden.

Frankfurt a. M, den 19. Auguit 1874.' _ _

Kaiserliche Telegrapbeu-Drrektion.

Königreich Preußen. Se. Majeßäi der Kaiser und König haben AUer- gnädigft geruht:

Den Militär-Intendanten Mente des F. Armee-Corps auf sein Ansuchen mit der geseßlichezr Penfidn unter Verlxihung des Charakters als Wirklicher Geheimer .KrregSrczth, sqwre Mit der Erlaubnis; zum ferneren Tragen seiner Umform m den Ruhe- stand zu verseßen.

Se. Majestät der König haben Mergnädigßogeruht:

Dem praktischen Arzt Dr. Walther zu Soldin den Cha- rakter als Sanitäts-Rath zu verleihen.

,...-._-

Allerhöchfter Erlaß vom 24. Iuii 1874, betreffend die Behandlung der Gesuche um DiSpensanon von dem Ehehmder- nisse des Ehebruchs. ,

Auf Ihren gemeinschaftlichen Bericht dom 7. Juli d. I. beftimme Ich hierdurch, daß die DiSpensann von dem Ehe- anerniß des Ehebruchs künftig im gesammien Umfangxder

onarchie, mit AUSnahme des Geltmigéberetchs dez'z rhemtsch= französischen Rechtes, von dem Iuftiz-meßer in gleicher Weise

Berlin,

den 21. August, Abends.

nachzusuchen ift, wie solches für das Gebiet des Allgemeinen ;

Laanechts durch Meine Ordre vom 16. April 1873 angeordnet wor en.

Gegenwärtiger Erlaß ift durch die Geseß-Sammkung zu veröffentlichen.

Wildbad Gastein, den 24. Juli 1874.

Wilhelm. Zugleich für dF ?xxftiz-Minister: (1

An die Minister der Justiz und der geißlichcn, Unierrichts- und Medizinal=Augelegenheitm

Finanz-Ministerium. Bekanntmachung.

In Folge des Geseßes vom 5. Inni d. J. (Geseß-Samm- lung Seite 219) kommen vom 1. Immar 1875 ab die Gewerbe-

fteuerklassen 1)„ Z. und "17. in WegfaÜ und sind von demselben Zeitpunkte ab die Bäcker, Fleischer und Brauer mit der Gewerbe: ;

steuer vom Handel in einer der K!affen .4, [., .4. 11. oder Z.. nach Maßgabe ihres Geschäftßumfanges zu belegen. Es triti damit für diese Gewerbetreibenden gleichzeitig die Bestimmung im §. 4 des Gesetzes Wegen Entrichtnng der Gewerbesteuer vom 30. Mai 1820 in Kraft, wonach fortan jedes einzelne Geschäft, jeder einzelne LADEN, jedes einzäne Eomtoir der Bäcker, Fleischer und Bremer besonders zur Gewerbesteuer heranzuziehen ist.

Demgemäß fordern wir hierdurch diejenigen Bäcker, Fsoifcher imd Brauer, welche ihr Gewerbe in mehreren Lokalen betreiben oder künftig betreiben werden, auf, uns behufs der Besteuerung rechizeitig davon Anzeige zu machen. Die Unterlassung derselben hat nach §. 39 mi 13 des Geseßes vom 30. Mai 1820 neben Nachzahiung der rückständigen Stener eine Strafe zur Jokge, welche dem vierfachen Jahresbetrage der Steuer gleichkommt.

Das Gewerbe der Agenten der Versicherungsgesell- schaften ist nach §. 2, 811nsF*3 des Geseßes vom 5, Juni 1). I. vom 1. Januar 1875 ab von der Steuer für das stehende Ge- werbe befreit. Diejsnigen bisher besteuerten Gemerbetreibenden, weiche ausschließlich das Gewerbe als Agenten von „Versiche- rungsgesellsckzaften betreiben, haben uns deshalb in ihrem eige- nen Interesse unverzüglich davon Mittheilung zu machen, damit Re in unserer Stcuerrolle gestrichen werden. Versicherungsdgen- ien, welche noch andere, an fick) steuerpflicßtige Gewerbe betreiden, Haben für die [sizteren die Steuer nach wie vor zu entrichten und, sofern es noch nicht geschehen, den Anfang des Gewerbes bei uns anzumelden. '

Berlin, den 11. August 1874.

Königliche Direktion für die Verwaltung der

direkten Steuern in Berlin.

Minißerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten.

Der bisherige Baumeißer August Müller zu Kosten ist zum Königlichen Kreiß=Bamneister ernannt und demsekben die Kreis-Baumeifterftelle daselbst verliehen worden.

Dem Bruno Schneider zu Buchholz ist unter dem 16. August 1874 ein Patent auf einen durch Zeichnung mid Beschreibung erläuterten Web- stuhl zur Erzeugung von Perigeweben, soweit derselbe als neu und eigenthümlick; erkannt ist, auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnei, und für den Um- fang des prenßistlxn Staats ertheilt worden.

Haupt=Verwaltung der Staatsschulden.

Bekanntmackzung wegen NuHreichung der neuen ZiUScoupons Ser. 1711. zu den Preußischen Staats-Anleihen von 1850 und 1852.

Die Zinswupons Ser. 111. Nr. 1 bis 8 über die Zinsen der Staats-Anleihen von 1850 und 1852 für die vier Jahre vom 1. Oktober 1874 bis dahin 1878 nebst Talons werden vom 1. September er. ab von der Kontrole der Staatspapiere hier- selbst, Oranienstraße 92 unten rechts, Vormittags von 9 bis 1 Uhr, mit Au6nahme der Sonn- und Festtage und der „Kassen- revisionstage, auSgereicht werden.

Die Coupons können bei 'der Kontrole selbst in Empfang genommen oder durch die Regierungs-Hauptkaffen, die Bezirks- Hauptkaffen in Hannover, OSUabrück und Lüneburg oder die Kreiskasse in Frankfurt a. M. bezogen werden. Wer das Erstere wünscht, hat die Talons „vom 4. Juni bezw. vom 16. Juli 1870 mit einem Verzeichnisse, zu wxlchem Formulare bei der gedachten Kontrole und in Hauiburg bei dem Ober-Post- amte unentgeltlich zu haben find, bet der Kontrole persönlich oder dur einen Beauftragten abzugelzen.

Genugt dem Einreicher eine nurxiertrte Marke als Empfangs- bescheinigung, so ist das Verzeichmß nnr_emfach, dagegen von denen, welche eine Bescheinigung über die Abgabe der Talons zu erhalten wünschen, doppelt vorzulegen. In letzterem Falle er- halten die Einreicher das eine Exempchr mit einer Empfangsbe- scheinigung versehen sofort zurück. Die Marke oder Empfangs- bescheinigung ist bei der AUSreichung der neuen Coupons zurück- u eben. zg In Schriftwechsel kann die Kontrole der Staats- papiere sich mit den Inhabern der Talons nicht ein- lassen,

Wer die Coupons diirch eine der oben genannten Provin- zialkaffen beziehen mill, Hat derselben die alten Talons mit einem doppelten Verzeichnisse einzureichen. Das eine Verzeichnis; wird mit einer Empfangsbeickzeinigung versehen sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der neuen Coupons wieder abzulie- fern. Formulare zu diesen Verzeichnissen smd bei den gedachten Provinzialkaffen und den ,von den Königlichen Regierungen und der Koniglichen Finanzdirektion in Hannover in den Amts- blätiern zu bezeichnenden sonstigen Kaffen unentgeltlickz zu haben.

Des Einreichens der Schuldverschreibnngen sekbst bedarf es zur Erlangung der neuen Coupons nur dann, wenn die er- wähnten Taions abhanden gckommeti find; in diesem Falle find die betreffendcn Dokumente an die Kontrole der Staatspapiere oder an eine der genannten Provinzialkaffen mittelst bssonderer Eingabe einzureichen.

Berlin, den 18. August 1874.

Hauptverwaltung der Sinatssihukden. Löwe. Rötger.

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r, Oberst

N n g e k o m m e 11: Der General-Telegraphen-Direkto Meydam, aus Ostpreußen. Das 21. Stück der Geseß-Sammlung, welche?: heute aus- gegeben wird, enthält unter

Nr. 8225 den Allerhöchsten Erlaß vom 22. Juli 1874, be- treffend die Besteüung und Bestätigung der evangelischen Geist- lichen im Amtsbereich dec; Konsistoriums zu Cassel; unter

Nr. 8226 den Allerhöchften Erkaß vom 24. Juli 1874, be- treffend die Behandlung der Gesuche um Dinknsation von dem Ehehinderniffe des Ehebruckgs; und unter

Nr. 8227 den Tarif, nach welchem die Abgaben für die Venußung der Haienaniagen zu Hadersleben, Regierungsbezirk Schleswig, zu erheben find. Vom 29. Juni 1874.

Berlin, den 21. August 1874.

Königliches GescH-Sammlungs:DebitH-Comtoir.

Yiehtanttlich ez.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 21. August. Gestern fand auf Schloß Babeleerg ein größere?) Diner statt, nach welchem Beide Kaiserliche Majestäten den Kaiserlich onanischen Bot- schafter, zur Entgegennahme eines von ihm überbrachten Por- traits seines Kaiserlichen Gebieters, empfingen.

- Ihre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin statteten am Dienßag Ihrer Majsstät der Kuiserin von Oesterreich in Steephill: Castle, Ventnor, einen Besuch ab, um Allerhöchstdieselbe zu dem Geburtstage des Kaisers zu beglückwünschen. Dann nahmen die Höchsten Herrschasten das nationaie Hospital für Schwindsükhtige in Ventnor in Niigeiischein und pflanzten beim Abschiede zwei Bäume zum Andenken an IHren Besuch. Später statteten Ihre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten in Begleitung Sr. Kö- niglichen Hoheit des Prinzen von Wales, Höchstwelchcr Sick) Ihren Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten in Ryde anschluß, Ihrer Majeßät der Königin Victoria in Osborne einen Ab- schiedsbesuck) ab und kehrten dann nach Sandomn zurück.

«* Se. Durch1aucht der Fürst- Her_ma1_1n von Haßfeldt ist gkstern Abend aus Trachenberg hier eingetroffen und im Hotel Royal abgeftiegen.

- Der Chsf-Präfident der“. Ober-Rechnungskammer von Stünzner hat einen längeren Urlaub angetreten und fich zu- nächst nach der Neumark begeben.

- Der General-Lieutenant und Commandeur des Kadetten- Corps von Wartenberg ist von seiner Dienstreise zur Inspi- zirung der Kadettenhäuser zu Calm und Wahlstatt hierher zu- rückgekehrt, deSgleichen der Königlich iächfiiche Militär-Bevoll- mächtigte Major von der Planiiz von seiner Urlauszrcise.

_ Der Oberst und Dezernent in der Admiralität Galster hat fich in dienstlichen Angelegenheiten nach Kiel und Wilhelms- haven begeben.

"- Der Major Prinz Wilhelm von Württemberg, Königliche oheit, bisher aggregirt dem Garde-Husaren-Re- giment, ift mt der Führxmg dieses Regiments unter Steüung & la ZuitS desselben beauftragt worden.

_ Der Kaiserlich Deutsche General-Konsul in Chriftiapia, Redlich, hat fich nach Marienbad begeben und kehrt in einigen Tagen wieder hierher zurück,

Cöln, 20. August. Se. Königliche Hoheit der Her- zog von Edinburgh nebst Gemahlin und Gefolge traf vorgestern Abend 81/2 Uhr in Deu?) ein uiid fuhr gestern Mor- gen 11 Uhr 40 Minuten nach Lon ori wertxr. ,

- Am Tage von Sedan wird die htefige Lesegesell- schaft in ihrem Vereinslokale eine patriotische Feier „veran- stalten. Auch die Gartenbau-Gesellschast „Flora“ beabßcht1gt zur Begehung des besagten Tages in ihrem Etablissement em groß-