1899 / 58 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 08 Mar 1899 18:00:01 GMT) scan diff

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Dem (Name) ........ aus . . .* ...... . ., Führer der dem (Name des Bestvers) ..... in ..... . . . . gehörigen, aus ..... Stück bestehenden Schafherde, welche nach . . . . . . . . . . &Ixstimmungéort) getrieben werden soll, wird behufs Aufsuchens des delrnecharztelsd. ......... in ..... Z; it“ 5 . Mbesclheiuißthlaß in

eme n e ............ ur e . . seuche nicht herrscht. * ck an un auen ' ........... , den ......... 18 . . . (T- Z) Der uBi'ttraetwieister: Gültig bis z'am'. „ten ........... 18".eésé .f.'. . . uhr.

Der, in San FranciSco aus Holz neu erbaute, bisher unter kemer Flggge gefahrene Schooner „Marshalleon“ von 40,00_ Regtstertons _Vrutto:Raum ehalt hat durch den Uebrrgcang m das ausschließliche Eigent um der Jaluit-(Hesell- schaft m Hambur , das Recht zur Fuhrung der deutschen Flagge erlangt. ,Dem S tffe, fur welches dix Eigenthümerin amburg zum Heimathshafe'n gewählt hat, rst von dem Katserlichen General-Konsulat tn San FranciL-co unter dem 30. Januar d. I. ein Flaggenattest ertheilt worden.

Königreich Preußen.

Serne Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dert Unter-Staatssekretär im Ministerium der geistlichen, Unterrichts: und Medizinal - Angelegenheiten 1), Dr. von Weyrauch zum Wirklichen Geheimen Rath mit dem Prädikat „Excrlienz“ zu ernennen. .

Seine Majestät der König haben Allergnädigft geruht:

dem Fabrikbcsißcr Karl Ferdinand Wahl in Küstrin den Charakter als Kommerzien-Rath zu verleihen.

Finanz-Ministerium. Königliche General-Lotterie-Direktion.

Bekanntmachung.

Die Erneueru'ngsloose sowie die ?reiloose zur 3.Klassc 200. Konrgltckz preußischer Kla sen-Lotterie sind nach den §§ 5, 6 und 13 des Lotterieplans, unter Vor- legunq der bezuglichen Loose aus der 2. Klasse, bis um 18. März, Abends 6 Uhr, bei Verlust des Anre ts, emzulosen.

Dre Ziehung der 3. Klaffe_ dieser Lotterie wird am 17. März,„MorgLelns 8 Uhr, im Ziehungssaalc des Lotterie- Gebäudes thren * nfang nehmen.

Berlin, de_n 8. März 1899.

Koniglicbe General-Lotteric-Direktion. Strauß. Ulrich.

Personal:Veränderungcn.

Königlich Preußische Armee.

Offiziere, Fähnriche xc. Ernennungen, Beförderungen uab Verscßunqsv. Irn aktiven Heere. Bremen, 3. März. v. )Jiepotv, Lt im Grrn. Regt. König Friedrich Wilhelm 17. (1. Poxnm.) Nr. 2,*1n,das Inf. Regt Nr. 136, v. Saliscb, Lt. im Letb Gran. RMT. _Kömg Friedrich Wilhelm 111. (1. Brandenburg,) Nr. 8, tn Las Ins. R9gt. reiben Hiller bon Gacrtrinqen (4, Posen.) Nr. 59, Schenck, Lt. im H-ff. Feld-Art. Regt. Nr. 11, in das Nassau. Felr-Ars. Regt. Nr. 27, _ verreßi. Horn, Fähnr. dec Res., zulrßt rm 2. «Zannbv. Fe'ld-Ari. Regt. Nr. 26, im aktivem Heere mit s€1n€m_Paient JTS Fabnr. tm Jnf.Regt. Nr, 144 wiederangestellt.

Berltn,6.Marz. Dobme, Obstlt. im Füs. cht. GrafRoon (Osireuß.) Nr. 33, ztzm *übetzabligen Hauptm. befördert.

5Y_bsclyredsbcxrvt111ngngen._ Jm aktiven Heere. Bremen, 3. Marz. Sturm, Lt. tm Inf. Regt. Nr. 135, mit Psnsion der Abschied bewilligt.

_Berlrn, 6. März. v. Fragstein u. Niemsdorff. Gen. Major 5. D., zuleßt Kommandeur der 33. Inf. Brig., der Charakter als Gen. Lx. vrrlieben.

Rachwei1ung 'der beim Sanitätékorps im Monat Januar 1899 eingetretenen Veränderungen. Durch Vcrfügung 1285 General - StabSarztes der Armee. 11. Januar 1)r. Rieck, Unter-Arzt vom Füs. Regi. General- Feldmarscball Prinz Albrecht ron Preußen (Hannov.) Nr. 73, ])1'. Meyer, UntZr-Arzt' Vom Inf. Regt. Nr. 138, _ beide mit Wahrnehmung jc etncr bet ihren Truppentbeileu offenen Asfist. Arzt- stelle beauftragt.

Beamte der Militär-Verwaltung,

Durch AllLrböcbsten Abschied. 9. Februar. Kulig, Zablmstr. vom zu]. Regt. General - Feldmarschall Graf Moltke (Sch1es.) Nr. 38, bet seinem Aus'cbeiden aus dem Dienst mit Pension der Charakter a16_ Rechnungx-Ratb Verlieben.

Durch Versügupg des Kriegs-Minisieriums. 10. Ok- tober. Barth, Prot. beim Kahettenbaqse in Wahlstatt, zur qupt- Kadettenanstalt, _Or. Los, Prof. beim Kadettenbause in Karlßrube, zum Kadettenbauje tn Wablstait, Or. Hartmann, Oberlehrer beim Kadextenhause in Orqnienstein, zur Hauvt-Kadettenanstalt, 1)r. Amiel, Oberlehrer bet der Haupt-Kadejjenanstalt, zum Kadeitenbause in Ocanienstein, Hülsen U., Oberlehrer beim Kadette'nbause in Bensberg, zur Haupt-Kadettenansiait, _ zum 1. April 5. J. verseßt.

29. November 1898, 13. Dezember 1898 und 11. Februar 1899. Goßner, Garn. Baainsp. in Koblsm, als technischer Hilfs- arbeiter zur thend. drs Garde-Korps, Maillard , Garn. Bauinsv, technischer Htharbeiter bei der Intend. der militärischen Institute, nach Koblenz, _ zum 1. April 1899 verseßt.

15. Dezember 1898. Pfaff, Garn. Bauinsv. in Worms, als technischer Htlfßarbeiter zur Zntend. des 1. Armee-Korrs zum 2. Ja- nuar 1899 be;seßt.

27; Dezember 1898. Schirmacher, Garn. Bauinsp. in Aüenstem, nach Rastenburg, Berninger, Garn. Bauinsp., technischer HilfSQrbeiter bei der Intent). des Zsll. Armee-Korps, in die Lokal- Baubeamtenstelle nacb Allenstein, _ zum 2. Januar 1899 verseßt.

25. Februar 1899. Jung, Zablmftr. vom 2. Bat. Füs. Regis. Graf Noon (Ostpreuß) Nr. 33, auf seinen Antrag zum 1. Ma11899 mit Pensiozt in den Ruhestand verseßt.

3._Marz. Waschek, Stellenanwärter, Schmelter, Geheimer Sekretar auf Probe, _ als (Geheime Sekretäre bei der Gen. Milirär-

kaffe angestellt. Königliä] Bayerische Armee.

Offiziere, Fähnricbe :c. Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen. Jm aktiverx Heere. 22. Februar. crtin, Hauptm. 3. D., zum Bezirks-Okfizier beim Bezirkskommando den ernannt. 28. Februar. Enk, Zeug-Lt. vom Art. Devot Germershkim, unter Enthebung vom Kommando zum Kaiserlichen Art.DepotStraß- burg, zum Art. Depot Ingolstadt versetzt. Halder, Zeug - Feldw.

_ „von der Gewehrfabrik beim Art. Depot Germersheim, unter Kom-

/

“mandiétung zum Kaiserlichen Art. Depot Straßburg, zum Zeug-Lt.

befötht'chV fü“ d K t M

ur er gung e r egs- iniste'riUms. Mi ell- Auli, Lt. des 10. Inf. Reg 9. Prinz Ludwig, das Kommandcß zur Jntend. 1. Annee-Korps bis auf Weiteres verlängert. '

Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. 22.Fe- bruar. Koch, Major ;. D. *und Bezirks-Offiiier beim Bezirks- kommando Weiden, mit der geseylichenKenfion und mit der Erlaubniß zum Tragen der Uniform des 1. Inf. e ts. König mit den für Ver- abschiedete vorgeschriebener! Abzeichen der bschied bewilligt.

28, Februar. Sturmer, Zeuglt. vom Art. Depot Ingol- fiadt, unter Verleihung der Aussicht auf Anstellung im Zivildienst, mit der gesetzlichen Pension der Abschied bewilligt.

(H fZMOSbanittäÖSMIlinsps'b bLfL. UFlFbrmiW Oö? 'iBrüning o , erarz er e .. e u s e ertrit s in ön [. reu . Militärdienste der Abschied bewilligt. 8 p ß

24. Februar. 131". Müller, Unterarzt des 5. Ins. Regts. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, Frhr. Scheben v. Cronfeld, Unterarzt des 1. FrÄß-Art. Regts. vakant Bothmer, _ beide in ihren Truppentbeilen zu ssist. Aerzten befördert.

Durch erfüg,un_g des General - Stabßarztes der Armee. Schlick, emjahria-freiwill'ger Arzt des 5. Feld-Artiuerie- Regts. zum Unterarzi im 4. Inf. Regt. König Wilhelm von Württem- berg ernannt und mit Wahrnehmung einer offenen Axsisi. Arztstelle

beauftragt. Beamte der Militär-Verwaltung.

23. Februar. Thoma, Militär-Anwärter, Zablmstr Asbir. des 12. Inf. Reth'Frinz Arnulf, zum Rechnungefuvrer brin Re- monte-Depot Bened: beuern ernannt.

Durch Verfügung d§s_Krieas-Minisieriums. Schnei- der (L_ Munchen), Untervetertnar der Res., mit der Wirksamkeit vom 1. Marz d. J. zym Unterveterinär des aktiven Dienstftandes im ]. Chiki). Regt.Kacser Nikolaus von Rußland ernannt und mit Wahr- nehmung einer offenen Veterinärftelle beauftragt.

Kaiserliche Marine.

Offiziere 2c. Ernennungen, Beförderungen, Ver- seßun en 2c. _WilbelwsbaVen, an Bord S, M. Panzerschiffks 1. Kia e „Kurfurii Friedrich Wilhelm“, 2. März. v. Diederichs, Vize-Admiral, von, der Stellung als Chef des Kreuzcr-(Hefchwaders rmbunden. „Heinrich, Prinz Von Preußen Königliche Hoheit, Kontre-Admtral, unter Entbindung von der Stellung als Chef der 2. Dtv. drs eruzer-Gesckpwaders, zum Chef des Kreuzer-Gescbwaders, F rise, Kavitan zur See, unter Entbindung von der Stellung als Chef des Stabes des 1. Gesckowaders, zum Chef der 2. Div. des Kreuzer-Gescbwadxrs, _ ernannt.

StellenbeseHuRen für das Frühjahr 1899. Bremer- baven, (zn Bord_ . 5 . Panzerschiffes 1. Klasse „Kurfürst Friedrich Wilhelm , 3. Marz. Frhr. v. Lyncker. Kapitän zur See, unter gieicbzeitiger Verseßung bop Berlin nach Kiel, zum Kommandanten fur Probefahrten, v. Heesrtnaen, Freg. Kapitän, unter Belafiung in dem Kommando zum Reichs-Matineamt, zum Kommandantrn eines PanzerschiffxF-L. Klasse der Res. Div. der Nordsex, _ ernannt. Die Kory. Kaprtans; Bachem zum Kommandantsn S. M. Kreuzers 3. Klaffe .Gazxüe“, Pufiau zum Kommandeur der 2. Abtheil. 2. Matrosen-Dw. und unter Belassung in dieser Stellung zum Kommandantkn eines Panzerschiffes 4. Klaffe der Res. Div. de-r thdsee, _ ernannt Gerstunq von dem KommandoS. M. Schul- scbtffes .Carola“ ,entbunden. Merten zum Kommandeur der 3. Ma- trosIn-Art. Abtheti, Deubel unter Belassung in der SteUung als Kommandant S. M Panzerkanonenboots „Skorpion“, zum Chef der Pgnxerkanonenboots = Div., Engel, unte'r Entbindung von dxr SlcUung als Kommandsur dsr 3. Matrof-n-Art. Abtbeil., zum Kom- mandantcn S. M. Schulschiffes .Carola“, Schönfelder (Karl) zum Konnnardanten_S. M. Vermeffungssckoiffas „Hyäne“, Bruch unjer Belassung _ m drr SteUung als Kommandxur dsr 1. Tsrbcdo-Abtbetlung, zum Chef einer Torpedoboors-Flotiae, Becker zum Kommandanten S. M. Schulscbiffes „GriUe“, v. D asses (qutwig) _zum Kommandanten S. M.?Tvisos ,Zieten“, _ ernanni. Dre .Kapttan-LW Kindxrlinq zum Kommmdanten SM. Abtsos „Vltxz“ ernannt. Schaefer (Erwin) zum Stabe des Oberkommandos dcr Marine kommandiert. v. Bkntbei m zum Kommandanten einezs Panzerkanonenboots der Red". Dtv. „Danzig', Maaß zum Chef einer Torpedoboots-Dib., Kraft zum Chef einer Torpedoboots-Dtb., Roggx zum Kommandanten Lines Panzerkanonen- boots der Res. Dtv. ,Yanztg“, Heine (Wilbalrn), Overlt. zur See, zum Kommandanten ©. M. Schulschiffes ,Rbrin“, _ ernannt.

Yickjtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 8. März.

Seine. Majestät der Kaiser und König hörten bruxe Vbrmtttaq von 10 Uhr ab den Vortrag des Chrfs des Zwrlkabmcts, Wirklichen theimen Raths ])r. von Lucanus und daran anschließend diejenigen des Ministers des König-

versammeln, und ifi es mir Bedütfuiß, bei die em Aal noch einmal des schmenlichen Verlustes ju Zedenkeu. den d e Probiert? durch seinen vMeitigen Tod erlitten hat. asm Sie mich.;ugléich bis feße u- v cbt aussprechen, daß die vorékreffiichen und. vertrauensvollen Ze- ziehungen, wel e von jeher zwischen der Staats- und derProvinzialoerwal- tung bxsianderx aben, auch in Zukunft unier der neuen Leitung der leßteren ubgetrubx bleiben werden. Die Persönlichkeit und die dienstliche Ver- gangenheit des gegenwärtigen Lgndeshauptmanns, welchen Ihr Ver- trauen unter Yllerböchster Bestatigun an die Spitze der Ges äfte berufen bat. burgen dafür, daß dicke Zuversicht keine Täus ung erfabzlenchwird. ft ff J u im der o enen ;bre isinnen der Verlust wett er it- glieder des Landtaßxs uyd de? Provinzialaußschuffes nicht ersbrartMge- blieben. Ihr Gedachtntß wird unter Ihnen und in der Provinz in Ehren fortleben. Bereits im vorigen Jahre batte ich darauf hinzuweisen, daß die

halo erhöhte Anforderungen an die inanzkraft der Provin stellen werde. Diese Vermuthung hat sich bKjätikzt. Es ist notbweÖdia, die

Mittxl zur Förderung des Baues von Kle nbabnen zu erhöhen, wobei zugietch die Möglichkeit der Gewährung von Beihilfen an bereits bestehxnde Unternehmungen dieser Art zum Zwecke ibrer bxfferen Yußrystung und zur Abstoßung hierfür eingegangener Ver- btpditcbkertktx m das Yugx zu faffen sein wird. Die Mittel zur Be- friedigung dleskr Bedurfmffe sollen durch eine Provinzial-Anleibe auf- ;,ebrazét werden. st b R

„ür vas bevor e snde echnungsjahr hat sich die Erböbun der Prbomzialabgaben um 200 000 „M nicht vermeiden lassen. Es istgdies bedtnat-durcb dre Nothwendrgkeit eines erheblichen Mebraufwandes für den Yurchyß'zum, Klembabnronds, sowie einer verstärkten Verwendung von ' rovtxtthlmttteln zur Hebung der Landwirtbskbaft. Für dicken weitaus wrcbttgsterx Erwerbßzweig der weseqtlicb auf die Erträge des Ackerbaues angewnxsenen Bevölkerung unjerer Provinz in mäßigen _Grenzen sicb haltende Opfer zu bringen, werden Sie gern bereit kern, um so_ mehr, als die in dem nxuen Voranschlage vor- gesehene Erhohuna der_ Beiträge sich auf einer Höhe bält, wrlchs zu Bedenken keme Veranlassung giebt, auch verglichen mtr der Mehrzahl der anderen Provinzen.

„_ Fur die_ Vo_llkndung des Ausbaues der St. Jakobi-Kirche zu O_tetitn sowie fur den Ausbau ber künstlerisch und historisch merk- wurdtgen Kirche zu Kenz un Kreise Franzburg wzrden Mittel von JhneÉ'erbetend werbkn.

re wer en ferner um eine Beihilfe an S an en werden ur Unterbaltuxtg _d_er in St_etrin zu errichtenden SZuglxngfür Maschinzen- bau urid fur Seedampijchtffs-M_a_schinisten.

Dre Herstelluxtg eines Großjckoiffabrwweges nach Berlin bildet ems Lebensfrxage fur dert Wohlstand und die weitere gedeihliche Ent- wrckelung unserer Provrnztal-Hauptsiadt und berührt somit mehr oder mirrdxr das Interesse der Provinz in ihrer Gesammtbeit. Von dieser Ecwaaung ausgehe)» hat der Provinzial-Aurschuß beschlossen, Ihnen vorzusch1ag€n, die 'Otabt Stettin bei der Uebernahme einer antbeiligen Garanttk'der Kosten mr Betrieb. Verwaltung und Unterhaltung des Kanals_ nz angemkffxner Weise zu unterstützxn. Ich empfehle “YZ bezugliche Voriags Jbrer eingehenden und woblwoüenden Er- . gung.

' Geehrte Hkrren! Auch für die diesjährige Tagung liet ein k_Llchk0 Feld 7ruchtbarer Thätigkeit für das Wohl unssrer tiZuereu Prtmatbyrovinxvor Jhnkn, Jndém ich Ste einlade. in Ihre Ar- betten mtt bewahrtkm Eifer einzutreten, erkläre ich den FF1'1.Pom- merschen Pwvtnztal-Landtag für eröffnet.“

Unxer dem Borns des AlterséPräsidenten, Amtsvorstehcrs a. D. Wolßf-Bredow brachte dre „Versammlung zunächst ein begeistertes H0ch auf_Se1ne Majestät den Kaiser und Kontg ausffwnd wahlte sodann den Wirklichen Geheimen Rgth voti KollerZCantreck zum Vorstßenden und den Ober- Bur crmerster,Gehermechgierungs-RathHakcn-Stcttin zum Ste vertreter des Vorstßenoen. Die Gewählten nahmen die Wahl an. Nach drr Wahl der Schriftführer und Fxststeliung dcr anwcsendcn Mztglteder durch Namensaufruf erfolgte die Ytldung der Abthetlungen, die Mittheilung des Vorfißendeu „uber- dre voritegenden GeschäftSsachen und deren Vertheilung m dre Abtheilungen.

Schließltch wurden Wahlprüfungen vorgenommen.

Bayern.

Dem_Landtage ist ein Geseßentwurf zugegangen, durch welch_-.'n fur verschiedene militärische Bauten in München ein Kredit pon 51/3 Millionen Mark gefordert wird; u. a. werden 2 Millionen Mark verlangt für den Neubau eines Armee- Mujeums und Krteqs-Archivs sowie für den Neubau eines Komma_ndantur-(Hebäudes auf dem Plaße der alten Kaserne am Hofgarten.

Oesterreich-ngarn. Wie „W. T. B.“ aus Prag meldet, wird das Exekutiv -

lichen Zauseswon Wedel und des Präsidenten des Evan ?li- schen mber-Ktrchenraths 1). Ok. Barkhausen. Heute A end"! 8 Uhr. smdrt bet Ihren Kaiserl1chen und Königlichen Majestäten em D_1t_1er statt, zu welchem die am hiesigen Anerhöchsten Hofe accredtnerten Botschafter Einladungen erhalten haben.

. Ihre Majesiät die Kaiserin und Königin er- thcrlten' gestern Mittag dem Präsidenten des Evangelischen Ober-Krrchexxraths 1). ])r. Barkhausen und dem Minister des Itztrertr Freiherrn von der Nccke von der Horst im hiesigen Komglrchen Schlosse Audienz. .

„Morgen, Donnersta , ben 9. d. M., am Todestage Seiner Hochseligen axestät des Kaisers Wilhelm des Großen, läuten, wie alljährlich, um 8 Uhr Morgens Sterbeftundr) dic drei großen Glocken der Kaiser Wilhelm: 'edächtnißkirche. Am Abcnd findet um 6 Uhr in dieser Kirche_ eine musikalischeGedenkfeier statt, an welcher Ihre Maxestäten der Kaiser und die Kaiserin theil- nehmen wcrden. *

In der Ersten Beilage zur heutigen Nummer des „R.- u. St.-Anz.“ wrrd eine Zusammen!:eliun der Berichte von deu_tsche_n Fruchtmärkten für den Hionat Februar 1899 veroffentlicht.

Steitin, 7.März. DerÜFK/"l,Provinzial-Landtag der Provinz Pommern wurde heute durch den Over-Präfi- denten, Staats-Minister von Puttkamer mit folgender An- sprache eröffnet:

.Hocbgeehrje Herren! Nachdem des Kaisers und Königs Majrsiät Allerqnädigsi gerubj haben, den ÜÜ71. Pommerschen Provinzial- Landtag auf heute zu berufen, babe ich die Ehre, Sie beim Bkginn Ihrer dieSmaligen Tagung zu begrüßen.

Es ist das erste Mal, daß Sie nach dem Hintriiie des unvergeß-

lichen Landeshauptmanns Höppner zur Erledigung von Geschäften fich

Comité der deutsch-böhmischen Abgeordneten am 12. d. M. und der Klub der deutsch-böhmischen Abgeordneten am _darauf folgenden Tage behufs Stellung- nahme zu der neuen LandtagsSesfion zusammentreten.

- Großbritannien und Irland.

Ja der gestrigen Sißung des Unterhauses gab, dem „V. T._ V."“ zufoige, -der ParlamentS-Sekretär des Aeußern Brodrtck uber dre Maskat-Angelegenheit folgende Er- klärung ab:

Mitte März vorigen Jahres erlangte der französische Agent vom Sultan von Maskat die Pachtung oder Ueberlaffuns eines Landstäcks, welches als Koblenstation benutzt werden splite. Auf dem so ab- qetretr'ncn Landsiück, das in einem kleinen Hafen in einiger Entfernung von Maslak liegt, wollte diefranzösiscbe Regierung das Recht zum iffen der franzöfifcben Flagge und zur Errichtung von Befestigungen oben. Der britische Agent erhielt von diesen Vorgängen erst in diesem Jahre Kenntniß; sobald sie aber bekannt geworden waren, erklärte die britische Rraierung, daß sie im Widerspruch ständen mit dem Vertrage von 1862 und mit den besonderen Verpflichtungen des Sultans gegenüber Großbritannien in Bezug auf Abtretung oder Entäußerung irgend eines Tbells seines LandbesißeS. Der Sultan wurde aufgefordert, den Pachtvertrag wieder aufzuheben, was er auch gethan bat. Das Vorgebkn unsxns A enten ist von uns nicht qemißbilligt worden, sondern gemaß un eren Instruktionen geschehen. Lord Salis- bury hat dem „französijcben Botschafter mehr denn einmal erklärt, daß nach seiner Ansicht die britische Regierung zu ihrem Ein- spruchs durchaus berechtigt gewesen und daß es für sie unmöglich sei, denselben aufzugeben. Was die materielle Seite der Frage anlangt, so ist die Dgrlegung der Sachlage seitens des französischen Ministers des Yuöwärttqen Delcaffé in einigen Punkten unvollständig. Er vergaß zu erwabnen, daß er rm leyten November auf eme Anfrage des britischen Bot- schafters in Paris Sir E. Monson, was an den Gerüchten von einer seitens Frankrei s beabsichtigten Landegerwerbuug an der Küste von Muskat Wahres ei, die Antwort gegeben habe, daß er hierüber nicht das Geringste gehört habe. Dieselbe Erklärung wiederholte er vor weni en Tagen. Es handelt fich daher um einen Schrijt des französis n ?okqlagenten. Welcher seine Jnstrukrionxn überschritten hat, und es ist ublrch, derartige Fragen zur Kenntnis; der betreffenden Regierun zu bringen und es sicher zu stellen, daß diesklben auf diplomatis em Wege aelöst werden, damit auf diese Weise vermieden werde, die O.ffentlichkeit darin zu verwickeln. Was die Bedrohun mit einem Bombardement betrifft, so ist es klar, daß, wenn an

fernere Entwicklung unseres Kleinbabnwesens in Zukunft vielleicht"

leiöbnrv. wie er dem französischen Botschxftet mittbeilte, eine Lord öffentliche Art der Hxndlungöweise vorgezogen bxben würde, an err! Agenten dort kein Tadel trifft, da er nicht in der Lage war, zw eben der Verantwortlrchkei! des französischen Agenten und des Saban! von Maskat einerseits un_d derxenigen der französischen Ne ierung andererseits einen Unterschied zu machen." Wir sind der M3nunq, daß die Handlungsweise unseres Agentxn im wesentlichen eine vöüig korrekte war. Durch den zwischen Frankreich und Großbritan- nien im Jahre 1862 abgeschlossenen Vertrag ist nicht auSgesxbloffen, daß rankreicb eine Koblenstation in Muskat babe, wre Großbritannien fich «! ne solche auödrücklicb in dear Vertrage außgemacht bert. Ems Landeskonzesfion ist mit derselben mcbt verbunden, und xs rst selbst- verständlicb, daß, wenn die französische Rasierung einen aletchxn Nußen aus dem ihr zusiebenden Rechte ziehen wtli, diescr gleichen Beschran- kungen zu unterliegen habe.

Auf eine Anfrage, welche Bestimmungen fur britische Schiffe bestünden, die 'm den, afen von Talienwan einlaufen wollten, erklärte Brodrr : _

Sobald diefer Hafen als ein dem Fremden Hands! gröffneéer an- zusehen sei, müsse seibstverßänblich den VertretZrn der Vertragsmäcbte in China eine darauf bezügiiwe formeüe Erklarqng zugeben. Dies könne jedoch erst kann der Fall sein, wenn dort em ZoUdier-st, ähnlich dem in den anderen Vertragkhäfen bkstebenden. eingerichtet wordxn sei. Die Regierung sei vor einiger Zeit benachrichtigt worden, öaß Schritte zur Organisation der „aligemeinen Verwaltung und zur Errixhtung eines Zollamts tn Taiienway artchäben und daß die 350€ durch tuifiscb-Z Beamt; fur drr chinesische Regierung in (Gemäßheit des chinesncbrn Takties erhoben werden sollten. Er sei nicht in der Lage, eine Ansicht darüber zu äußern, welchen Einfluß die rusfischen Schiffabrtsbesiimmungen auf die Stelluna des Hafensvon Taiienwan haben könnten. Aus dem Wortlaut jüngst aus Peking erhaltener Telegramme gebe hervor, dqs; bkzüglich der Frage des Ausbaues d€r Nordbahn der Zuxüsche Gesandte aeaen die Anstellung briiischer ergrnieure, sowie eine? euro- päischen Nechnunqsfübreks der Ei1enbabn und Ygen dre Ver- vfändung der Frachten und Einküufxe der ' ahnen außer- halb dk'r großen Mauer mit der Bkgrüadung Einspruch erhoben habe, daß dies mit dem zwischen Rußland und China geschlossenen Ab- kommen im Widerspruch stehe. Die britische Regierung babe _daraufbm den Gesandten in Peking Mc Donald angewiessn, zu, rrklaren, O_aß keiner disser Punkte eine fremde Kontrole jener Linien oder tm Falle der Nichtzahlung der Anleihe den Vssiß oder dre Kontrole der Linien involviere. Cr wiederhole, daß die Regieruvg den geschlossenen Kontrakt als bindend für China betrachte.

Einem gestern in London von der dortigen „Zaubers- kammer veranstaltetem Bankett wohnte _der _anzofische Botschafter Cambon bei. Es warben dabei herzliche Reden über die Nothwendi kett guter Bezetehungen zwrschen Groß- britannien und Fran eich _auSgetau cht." C am bon ho_b m einer Ansprache hervor, dre beiben Lander solltexz drcselbe „qrgenskitige Achtung und Höflichkxti unteremandcr zeiger), wre fie zwischen den einzelnen Jndtmduen bestehe,_ damrt dre hcrzlichen Brziehungen enger geschlossen werden konnten.

Frankreich.

In der gestrigen Sißung des Senats übernahm Yalliéres das Präsidium und sprach den Dank fur ferne ahl aus. Hierauf gedachte derselbe in ehrrnden Worte_n seines Vorgängers auf dem Präsrdenicnstuhl, des Pra- sidsnten der Republik Loubet, und erinnerte zm dessen Botschaft, in welcher das Parlament um „[Wie Mit- arbsit an' dem Werke“ zur Beruhigung der Genter gebeten mrrde, Der Senat werde es fich zur Ehre anrechnen, dieser Aufforderung zu entsprechrn. Jm übrt en_ dürfe man aus beruhigenden Anzeichen die Hoffnung chopfen, daß man nicht fern von dem Tage sei, an welchem das vorübergehende Mißbehagen, welches fich im Lande fühlbar gcmacht habe, vsrschwunden sein werde. Die widrigen Winde, welche 'die Oberfläche nur allzu sehr gepsitscht hätten, seicn doch ntcht durchdringend genug gewesen, um in der Domokratié; die ernntniß ihrer Pflichten und ihrer Interessen erloschen zu lassen. Das Vertrauen zur Armee, welche niemand und nichts von der Erfüllung ihrer Pflichtsn abbringen werde, sei nicht erschüttert. Man werde mit Gsduld abwarten, bis dis Justiz ihr Wort gesprochen habe, und werds aus ihrer Hand aliein die Wahrheit entgegennehmen, wslche für so manches Gewissen eine Erlösung von grausamen Plagen be- deuten werde.

Italien.

Der „Tribuna“ zufolge nahm der Ministerrath gestern mit Befriedigung Kenntnis; von einem Exposé, welches der Minister des Auswärtigen Canevaro über die in der An- gclegenheit dcr SanmunBay b;:folgte altung der ngierung gab, und sprach demselben ernstimmi ein Vertrauc'n und zu- gleich die feste Ueberzeugung aus, da?; der zur Beseßung der Sanmun-Vay auf estellte Plan aufrechterhalten und im poli- tischen und wirthsZaftlichen Interesse des Landes werde ver- wirklicht werden. . ,

Der "ARBO Stefan:“ zufolge befinden stck) die italienischen Kriegsschiffe karco Polo“ und „Elba“ in Chefoo; die Kriegsschiffe „Amerigo Verucci“ und „Etna“ sind auf dem Wege nachHongkong, ersteres ist in Sicht von Annam, leßterez bei Batavia (ingetroffcn ; das Kriegsschiff „Stromb o_li“ wrrd von Venedig nach China in See gehen. Diese Schiffe haben zusammen 1588 Mann Bejahung und 50 Geschüße großen und 68 Geschü e klemen Kalibers. .

Die Deputirten ammer berietb estern,wre„W.T.B.“ berichtet, in erster Lesung den Ge eßentwurf, betreffend die militärißche Organisation des Versynals einiger öffent- lichen Dientzweige. Der Minister-Präsrdent Pelloux ver-

wies auf die eriane Bedeutung dieser Vorlagen, da die

Regierung glau e, i habe die Befugniß, das Personal der Eisenbahnen und einiger anderen_ öffentlichen Drenst- zweige militärisch zu organisieren. Nothigenfalls werde er keinen Anstoß nehmen, das zu wiederholen, was im Jahre 1898 geschehen sei und den Anlaß zu dem vorliegenden Gesc? entwurf geboten habe. Der Entwurf habe lediglich den Zwe , ewiffe kleine Unzukömmiichkeiten im praktischen Dienst zu b?- Oeitigen, welche. sich im Jahre 1898 er eben hätten. Ec rechne darauf, daß die Kammer die Vorlag? il1igen werde. Nachdem Mehrere Redner gesprochen hatten, wurde die Berathung ge- schlossen. Die Abstimmung über den Eintritt in die zweite L*:sung wurde auf Antrag *des Minister-Präsidenten Pclloux auf heute vertagt. Hierauf wurde die Berathung des Gescßentwurfs, betreffend die rückfälligen Verbrecher, begonnen. Der Justiz- Minister Finochiaro-Aprile erklärte, der Gesehentwurf habe einzig den Zweck, die Städte und das Land von der Menge exiften loser Menschen zu reinigen, die eine stete Bedrohung der d(éentlichen Ordnung seien. Der Minister hob hervor, daß das escß sich nicht auf Yersonen erstrecke, wel 6 wegen quiiischer oder militärischer erbrechen vcrurtheilt se en; auch et dre Regierung bereit,1edem Abänderung-Zaytrage zuzustimmen, welcher dtesen Grundsaß noch klarer ausdrucke.

' 5 Das'geüern Abend sechs Uhr äusgeßebérre, voti den Aer ten

Ma oni und Lapponi unterzeichnete Bulletin über das e- fin en des Papstes lautet:

Der Gesundbritßzuftand des Papstes ift andauernd sehr be- friedigend. Puls, Atbmung und Temperatur find norxxal. Der Heilunasprozeß an der operierten Stelle verläuft regelmäßig. Da der hohe Kranke als von der Operation genesen erachtet werden kann, Werden weitere Bulletins nicbt vxröffentlicbt.

])r. Mazzoni hat fihgsftern Abend vom Papste ver- abschiedet und seine regelmäßrgen_Besuche eingestellt. Derselbe wird den Papst nur noch von Zsrt zu Zeit [)B zu dessen voll: ständiger Wiederberstellung besuchen.

Spanien.

Wie die „Reforma“ meldet, legte der Kriegs-Minister Polavieja in dem Ministerrathe die Not wendi keit dar, die Srärre des aktiven Heeres und er Meßerve zu erhöhen.

Belgien.

Nach dem heute früh veröffentlichten Bulletin über das Befinden der Königin hat, wie „W. T. B.“ meldct, Ihre Majestät mehr Schlaf gehabt. Die günsti en Anzeichen treten bestimmter hervor. „Heute Abend wird kein ulletin aus- gegeben werden.

Amerika.

Nach einer Meldung dés „W. T. B.“ aus New York ist das Kriegsschiff der Vereinigten Staaten „Philadelphia am 22. U. M. von Honolulu nach Samoa abgrgangen,

Asien.

Einer Meldung des „Réuier'schezr Bureaus“ aus Cal- cutta zufolge, hat die indische Regierung beschlossen, dem geseßgcbenden Rath am Freitag einen Gesehentwurf vorzu- legen, durch welchen fie ermächtigt wird, einen Ilusgleichs- zoll auf solchen importierten Zucker zu legen, für welchen Prämien gezahlt werden. Der Entwurf gleicht in feinen Bestimmungen dem Geseß der Vereinigten Staaten vom Juli 1897. _ _ .

Dasselbe Bureau berichtet mrs Peking vom gejtrtgen Tage, der russische und der französrsche Gesandte hätten Yam Tsung-li:Yamen die Mittheilung gemacht, daß fie beczbjrch- tigten, binnen kurzem ihre Marinesoldaten, welche'dieGerandt- schaften bisher bewachtsn, zurückzuziehen. Es serer) von der chinefischen Regierung Versuche gemacht worden, alle m Betracht kommenden europäischen Regisrungen zur Zurückziehung ihrer Wachen von den Gesandtschaften zu bewogen. Die amerika- nischen Marinesoldaten hätten bereits Marschbcfehl erhalten.

Parlamentarische Nachrichten.

Die Berichte über die gestrigen Sißungen des Reichs: tages und des Hauses der, Abgeordneten befinden f1ch 'm der Ersten und Zweiten Bellage.

_ Das Haus der Abgeordneten seßte in der heutigen (38) Sißung, welcher der Minister der öffentlichen Arbeiten Thtelen beiwohntc, die zweiteBerathung des Staatshaushalts-Etats für 1899 bei den dauernden Außgaben der Bauverwaltung fort.

An der Debatte betheiligten fich bis zum Sch_l_uß des Blattes der Abg. Munckcl (fr. VolkSp.), der Minister der öffentlichen Arbritcn Thielen, sowie die Abgg. Wallbrccht (nl,), Freiherr von Zedliß und Neukirch (fr. kons.) und Graf zu Limburg-Stirum (kons.)

Statistik und Volkswirthschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Ein Ausstand rer Parkettleger in Dresden wurds, wie der „Frankf. Ztg.“ von dort gkmeldet wird, durch Bewiliigung der Arbeiterforderungen gestsrn berndet. _ , ' .

In Leivzig ist, der ,Lpz.Ztg.“ zufolge, wsgkn Tarifstrertrgketten ein Theilaußstand dsr Schneidergebibsen ausgebrochen. Einige Meister haben die Forderungen der Gehilfen bewilligt. Die Zahl der Auöständigen soll 11er 500 betragen.

In Hamburg beschlossen grstern, wie der „,HambKorr.“ meldet, die organisiIrten Schneiderqebilfen in einer stark besuchken Ver- sammlung den allgemeinen Ausstand, falls ihre Forderungen bis zum 18. d. M. nicht bewilligt werden.

Kunst und Wiffensäxaft.

Die Stadt Köln hat ein PreiSauZscbreiben für ein Denk- mal der hochscligen Kaiserin Augusta an die deutschen Künstler ergebrn [.*-ssen. Als Platz ist der Kaiser Wilhelm-Ring be- siimmt, wofelbst das Denkmal inmitten qärtne_;ischrr Anlagen in der Achse der (Horbenstraßk, aber mit dék Vorderreite dem südöstlichen Straßenzuxxs dcs Rinqss zugewandt, Aufstellung findkn sol]. Dem Künstler isi es überlassen, entweder eine fißende oder stehende Figur oder auch eine überlebenscxroße Büste auf reich geziertßm Sockel mit architektonischer Umrahmung zu wählen. Ernzureichen Lind: ein Modell in ck der Ausführungsgröße, ein Erlauterungs- ericht und ein Kostenangebot, in welchem die Vervftichtung über- nommen wird, den Entwurf ausschließlich der Fundamente für den Betrag von 58000 .“ auszuführen. Die drei außgesevtcn Preise bktragen 1500, 1000 und 500 „M Wird einem der preisgekrönten Künstler die Ausführuna übertragen, so fällt sein Preis an den Denkmalfonds zurück. Preisrickvter sind die Bildhauer Profeffor Siemering in Berlin und rofessor Moest in Karlsruhe, die Architektrn Geheimer Bauratb flaume, Erheimer Bauratb Stübben und Bauratb Heimann in Köln sowie der Direktor, Professor Alden- boven daselbst. Tag der Einlieferung ist der 1. Juli 5. I.

Von derIKrüb abrs-Ausstellung des Vereins bildender Künfiler ün ens .Secession“ im Königlichen Kunst- aussteuungé-Gebäude am Königsplaß zu München wird berichtet: Seine Königliche Hoheit der “Prinz -Negent besichtigte vor eini en Tagkn die neuaufgeftelitc Kollektion" von Werken des belgis en Künstlers Franz Courtens und sprach sicb über dieselbe in sehr anerkennender Weise aus. Außer dieser wurden der Aus- stellung neu einverleibt Kollektionen von Walter Georgi, Hugo Freiherr von Habermann und Heinrich Zügel, ferner Werke von KellerReutlingen, Philipp Klein, Guido von Maffei,

ans Meyxr-Cassel, Otto Reiniger, Rudolf Ribarz, Sophie von

(hebe, Friß Strobenß, Wilhelm Stam , Victor Thomas und Charles Toobv, _ Von der Stuttgarter “ussiellu-ng der Münchener Se'ceision ksmmt die Nachricht, daß das den Besuchern der Münchener Ausstkllung des vorigen Jahres wohlbekannte Bild „Das bl. Abend- mabl“ yon Friy von Uhde für 25000 „;( von der Königlichen Staats- galerie in Stuttgart angekauft wurde.

Aus DreSden wird geschrieben: Mit der Deutschen Kun 71- ausstellun in Dresden 1899 wird außer der schon erwähnten Lukas CranaF-Aussieüung auch eine Ausstellung von Alt-Meißner Porzellan verbunden sein, welche Professor Berling vom Kunst- gewerbe-Museum in Dresden vorbereitet. Die Entwickelung der Königlichen Porzellan-Manufaktur zu Meißen im 18. Jabr- bundert schließt sich an die Namen Herold, Känoler und Marcolini an Diese drei Namen werden für die Aus- sieliung maßßebend sein. Im ersten Zimmer, welches als Hsrrenzimmer gedacht ist, soll die Herold-Periode, im zweiten die Kändler-Periode, im dritten die Zeit Marcolini's veranschaulicht werden. Für die Beschickung_der Ausstellung liegen böchfi erfreuliche Zusagen vor. An erster SteUebU Seine Viajsstät der König Albert aus seinem Bffise das ae1ammte"alte Meißner Porzeüan zur Verfügung gest-xllt. Wer die Königlich sacbsischen Porzellanicbäße in den Schlössern zu Drkßden. Morisburg u. s, w. kennt, weiß, was diese huldooiie Zu1age für die Dreßdner Ausstellung zu bsdeuten hat. Sie aUein würde schon die Ausstellung zu einem Ereigniß ersten Ranges arxf dem Gebiete der Keramik macht-n. Weiter haben zugesagt Seine Köniz- licha oheit der Großherzog von Mecklknburg-Sckpwsün, welcher im Groß erzoalichen Swloffe wwie iq: Museum zu Schwerin viel und gutes Meißner Porzrllan bksißt, ferner Skins Hoheit dsr Hkrzog von _Sacbsen-Altenburg, Seine Kögiglichr Hoheit der Herzog von Sachyen - Coburg und Gotha, in denen Besiß sicb seltenes Böttgcr- Porzeüan befindrt, und Sein." Durchlaucht der Fürst von Schwaxz- burg-Sondersbausen, drffen Porzelian im Schlosse Arnstadt auf- bewahrt wird. Einen Glanzpunkt wird das berühmte Schwanenseroice bilden., bon welshem (Graf Friedrich Brühl auf Pförten aus dem Fidetkommiß der Familie einen Theil erlc-iben wird. Dieses Servxce wird im Mittelzimmer auf einer für sechs Personen gedeckten Prunkiafol zu 1eben 1ein. Weiier werden Alt- Meißner Porzelian berlcihen dec hiesige russische Gesandte Baron Wrangell (mehrere großs_Figurengrurpen), Gräfin Brühl in Pots- dam, Oberstleujnant von Hauck, Kammerbyrr bon Burg! auf Schön- f_elo, Obersivon Schimrff in Langebrück, Rittmsistzr Crufius auf .Owscbstein, Konsul Gutmann und Direktor Klemperer bierselbst, Or von D::Üwi in Brrlin und Andere. Disssr Theil der Ausstellung verspricht nach a cbem außerordentlich glär-zend zu werden.

In der Münchener Kunstausstellung vom Fabre 1895 tratsn die sechs Maler Hans am Ende, Fri Mackenskn, Okto Modersohn, Fris Overbeck, Karl ' innen und Heinrich Vogrler, die ihr kütxstlcrrschcs Heim in dem weltoerlorenen hannoverschen Dörfchen Worpswede aufgsschlagrn hxben, zum ersten Mal gemeinsam bor die Osff-ntlichkeit und wurdkn seitdem als „Worpsweder Maler!chule“ allgewein bekannt und g€scbäst. Eine KoÜ-sktion orm Gemälden und Radierungen, welchr in der Aus- stellung xu Dreßden 1897 bersinig? waren, ist in der als „Worps- weder Nummer“ bez-eichneten Nr. 2.104 der „Illustrierxen Zei- tung“ (Leipzig, J. J. Weber) in bbczüglichkn, zum tbeil farbig g:- tönten Holzschnitt-Rcr»rodukti0nen wiedergegeben. Die stillék und ernss Kunst, die aas diesen intimen Sbiiderungen schwermüthigec Moor- und Haidxlandscbaften und ihrer urwüchügen Bevölkerung spricht, fesselt den BksÖ-IUU' tikf und unwiderstehlich. Knustfrsunde seien deshalb auf diese skbr sorgfältig hergestxlltc Nummsr (Pr, 1 ;56) besonders aufmerksam gsmrbt. _

Bauwesen.

5.8. _ Die Verkündung der diesjährigen Schinkel- Preisc in der gestrigen Versammlung des Architekten-Vercins brachte folgende Ergkbniffe: Dix Hochbau-Aufgabe ,ein Fest- und Gessllscbafts-Hms für die deutsch? Marine“ hatte 26 Bewerber gesunden, unter denen Regierungs-Bauführcr Friedr. Ostendorf aus Livpstaxt (Kennwort „Barbaroffa'1 dkn Staatsvreis erhielt. Ds: zweite Preis, die Schinkel-Meraillc mit silbernem Lorbéerkranz, Wurde dem Reqierungß-Banführer Friis Krisler-Berlin (Kennwort „Seelust') FUgLsVkOÖZn. Medaillrn erbieltrn die Regierungs-Baufübrer Petersen („Wiking“)„ rbanncs Schc'prig („Seemannsheim“), Carl Mayer(„Ma- riknburg'), erm. D?rnburg(„De1111chbkrr') _ sämmtlicb in Berlin _, sowie Leopold Schweißer-Düfieldorf („Columbus“) und Hkinricb Köhler- Hannober (.Wikingbeim“). Lilie diefe Arbsiten sind von dem Königlichen technischen Ober-Prüfungsamt im Ministkrium der öffentlichen Arbeiten zugleiä) als genügende Leistuygerx für die Baumeister-Prüfung anerkannt worden. Disse Eigen1chast wurde auch noch neun unter den nicht prämiicrten Arbeiten zuxrkam-“t. _ Die Prsisaufgabe aus dem (Gebiet des Jngenieurwe1ens „Entwürfe zum Umbau des Svree-Kanals in Berlin“ batte elf Bearbriter gsfnnden. DM Staatspreis crwatb Rerierungs-Baufübrar Hsrmann Goetzcke- Stettin (Kennwort „Sbrsekanal“ ), Mkkaikien empfingen Heinrich Kavskr- Darmstadt (zweiter Preis, Krnnwort „Bston mit Eisen") und Paul Beckenkamb -K_önigsberg i. Pr. („Wettfambf'). Die Eigenschaft als Baumeistkrvrükungs-Arbkit wurde einschließlich dieser drei prämiierten im Ganzen 8 Entwürfen zugesprochen. _ Endlich hakte die PTLisCJ-sgßk“: aus dem Gebiet des Eisenbahnrveseno „Evtwürfe zu einem Haupt- Babnbof in Leipzig“ 10 Bearbeiter gefunden, von denen Regierungs- Vaufübrer Dickfen-Naumburg (Kennwort „Durch“) den Staatßpreis erhielt. Als zweitbeste Arbeit wurde die des Regierungs-Baufübrers Friedrich Lohse in Bérlin durch die Medaille mit silbernem Lorbeerkranz ausgezeichnet. Die oben bezeichnete Qualifikation wurde im Gawen 10 disser Arbeiten zuerkannt. _ Das (Gksammtergebniß des diesjährigen Schinkel-Wettbewerbs wurde von dem Vorsitzenden, Ober-Baudirekwr Hinkk'ldkyn, als sehr befriedigend bkzeichnet. Sämmtlicbe 47 Preis- arbeiten wrrden von hkute bis zum 12. d. M. einschließlich täglich Von 10 bis 5 Uhr in der Wésthalie des Landeß-Außstellungßparks Eintritt von der Strasßc Alt-Moxbit, Diensteingang neben dcm

tavtbahnviadukt) ausge tellt sein.

In dem Wettbewerb für die Vebauun des Kaiser- plaßes in Cassel ist, wie das „Centralbl. der * auverw.) melyet, der erste Preis (4000 «M) den erren Emminqmann u. Hobbs in Berlin zuerkannt worden; der zwrite Preis (3000 .,“) wurde Hzrm Tb. Reimann jau in Berlin zugesprochen; dritte Preise (161000916) erhielten die Hcrren A. Karst in .Casssl und F. Berger 11 A.Lowiyki in Stettin. Der Entwvrf „Wilhelmshöhe“ der Herrrn W.Hentsch;l, W. Johow u. F. Karsch in Berlin-Cbarlottenburg Wurde angekauft.

Land- und Forstwirthschaft.

Auf der vom 8. bis 13. Juni 5. J. in Frankfurt a. M. statt- findenden allgemeinen landwirtbschaftlicben Ausstellung der Deutschen Landwirtbschafts - Gesellschaft werden zum ersten Mal in einer besonderen Gruppen - Abtheilung für Maschinen und Gerätbe landwirthschaftliche Handgeräthe vor- geführt werden, zum tbeil unscheinbare und doch durch ihre gro e Zahl und dauernde Benusung bolkSWirtbycbaftlich wi tige ilfSMittel des landwirtbscbaftlichen Betriebs. Danebsn wird ein „eis-Wettbewerb um eine Acbeiter-Auörüstung mit (He- rätben und Kleidung stajtfindcn. Es ist zu hoffen, daß dieser Versuch, der Bedeutung des Arbeiters in der Landwirtbschaft auch auf der Ausstellung zum besseren Ausdruck zu verhelfen, einen guten Erfolg abel?!) möge, zunächst durch regen Wettbcwerb um die außgesevten

re1e.

Mittheilunkun der Verlagsbuchbandlung Paul Parey, Verlag für Landwir hscbaft, Gartenbau und Forstwesen in Berlin ZW., Hedemaxmstraße 10. _ Diese Mittbeilungen sollen diejenigen, wxlcbe in der Landwirtbscbafts-Wiffensckprt arbeiten. den Professoren uqd Lehrern an landwirtbscbastlicbeu Instituten und Schulen, Versuchs- stationen. Studierenden und Praktikern, welche die Entwickelun der Wiffenscbaft und Literatur der Landwirthscbaft verfolgen, Aus unft