1899 / 60 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 10 Mar 1899 18:00:01 GMT) scan diff

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ön na in sich das halbrunde Parterre egenüber dem Denk- Yaléplaßb aus. Dort waren ausfch1ießli zarte , Farbentöne zur Verwendung gekommen. Die Mitte war frei- geblieben; eine mächtige Nordmanniana bildete bier gewissermaßen einen Rubepunkt für das Auge inmitten der Blumenpracbt, die zu beiden Seiten des Parterres fich um so reicher entfaltete. Vorn stand je eine mächtige Ma nolia, um deren Fuß sicb tellerartig ein weiter Kreis gleickhgroßer ' aiblumen auspebnte. In freier Anordnung sab man *-weiter hinten schöne Gruppen von kruuus brüoba, Flieder, Schnee- ball und Goldregen. Die Bänke zur Seiie waren reich beseßt mit

wieb'elgewächsen, das Ganze aber umgab als kräftiger Hinter rund 5 e schon vorhandene bobe Hecke von Juniperiis und Taxus. Au?Z dem Luisenstein lagen friscbeBlumen, auch am Gitter des Denkmals König Friedrich Wilhelm's 111 prangten Blumengewinde.

In der Ystrigen Sitzung der Stadtverordneten erstattete unä st der orsteber-Stellvertreter Michelet über mehrere Vorlagen, etre end die anderweitige Festsetzung der Dienstalterßgebälter für ver-

schiedene Beamtenkategorien und die Bewiüiqung von Stellenzulagen,

Bericht. Die Vorschläge des Magistrats bezüglich der Bureaubeamten

wurden ohne Aenderun en angenommen. _ Bezüglich der Magistrats-

Sekretäre wurde bes [offen, daß ihre Anstellung nicht vor dem

24. Lebensjahre erfolgen solle. rrner faßte die Beisammlung olgenden Beschluß: „,Die Versamm ung ersucht den Magistrat, eine

eorganisation des städtischen Bureauwesens in dem Sinne ein- zuführen, daß die unteren Stufen der Sekretärx'tellen in Assistenten- steÜen verwandelt werdrn und jeder Skkretär wahrend eini er Jahre

Assistent gewesen sein muß.“ _ Bei dem Gehalt der Bureau- fsistenten

wurde insofern eine Aenderung zu Gunsten derselben beschlossen, als

das Gehalt bei einem Anfangsbetrage von 1900.54 nacb 2Jabren auf 2100

(statt 2000 akk), nach 4 Jahren auf 2300 „kü (statt 2200 „M) steigen ol1, bis nach 21 Jahren das Höchstgebalt von 3500 «jk erreicht ist.

- Die vom Magistrat vorgeschlagenen Gehälter der Unterbeamten

wurden ohne Debatte enebmigt. _ Für die Magistrats -Affefforen

(6 Stelien), welche auf ebenSzeitangestellt werden, schlug der Magistrat

ein AntangSgebalt von 4600 „M und ein Höchstgebalt von 7500 «M

vor. Stadtv. Or. Gerstenberg beantragte, ihnen den Titel „Magistrats-

Ratb“ beizulegen. Der Auéscbuß beantragte dagegen, dem Ersten

VorstandSmit liebe der Alters- und Invaliditätßbersicherungs-

anstalt und em Ersten Vorsitzenden des Gewerbegerichts für die

Dauer ihres Verbleibens in der lritendrn SteÜung eine pérsönlichr,

nicbt penPonSbereÖtigte Funktionßzulage von je 1000.“ zu gewähren.

Die Ver ammlung beschloß, die leßte Gehaltsstufe (7000 „76 mit

18 Jahren) wieder herzustellen, cn Ausschußantrag auf Ge-

währung einer Funktionözulage für die beiden Genannten anzunehmen,

dagegen den Antrag, betreffend den Titel „Magistrats-Ratb“, abzu- lehnen. _ Die Gehaltsskala für die Schulinspektoren (10 Stelien), die von 5400 bis zu 7800 „M (nach 15 Jahren) geht, wurde genehmigt. _ Auch die Gehälter für die Beamten der Bauverwaltung,sowie für die Stadt-Bau- assistenten und Bauas stenten wurden mit geringen Aenderungen nach den Vorschlägen des Aus chufses bewilligt. _ Bei den übrigen Gehaltsfest- Wangen ersuchte die Versammlung den Magistrat, den bei den städtischen erken auf (Grund des Pensionsreglements Angestraten die Eigenschaft als Gemeindebeamte beizulegen. Weiter ersuchte die Versammlung um eine Nachweisung über die Löhne und ArbeitSzeit der in den städtischen

Betrieben beschaftigten Arbeiter, sowie um eine Vorlage, betreffend die

Errichtung einer Pensionskasse für die in den städtischrn Betrieben be-

schäftigten Arbeiter auf Grundlage von Beiträgen der Verwaltung

und der Arbeiter. _ Auf Antrag des Ausschusses beschloß ferner die

Vcrsammlun : „Das Mindrstgebalt der MagistratSmitqlieder, insofern

bei der Beru?una nicbt besondere Festseßungen getroffen sind, wird

vom 1. April 1899 ab von 7000 „sé auf 8000 „54, und das Höchst- ebalt von 11000 «jk auf 12 000 „14 erhöht. Dasselbe steigt wie isber von drei zu drei Jahren um 500 „M“ Schließlich

ersuchte die Versammlung den MMWZ das Höchstgebalt n

1) der Standesbeamten auf 5000 u 2) der Standes- beamten-Stellvertreter auf 4300 .“ (nach 15 Jahren) festzuZeßen'. _ Nachdem sodann noch eine Anzahl Petitionen dem Magistrat zur Berücksichtigung überwiesen worden war, wurde die Beratbung des Stadthausbalts-Etats wieder aufgenommen. Stadtv. 1)r. Gersten- ber erstattete den Bericht über eine Reihe Etxts, betreffend das SYulWesen. Bei den Etats der Gymnasien, Realgymnafien und Ober-Realschulen wurde fo endet Beschluß gefgßt: .Die Versammlung ersucht den agistrat, die Pflichttunden der Zeichenlehrer an den städtischen böberen Lehranstalten zu er- öben und die Stunden in gleichmäßiger Anzahl zu vertheilen. Ferner ersucht die Versammlung den Magistrat, die Löhne der Heizer an sämmtlichen städtifchen Anstalten in entsprechender Weise zu erhöhen.“ Die Etats wurden genehmigt, ebenso die Etats der Realschulen, der höheren Mädchenschulen und des Turnwesens. Bei dem leßteren Etat beschloß die Versammlung, den Magistrat zu ersuchen, die Pflichtstunden der Turnwarte und Fachturnlebrer zu er- höhen und dana? das Gehalt für dieselben zu regulieren. _ Zu dem Etatstitel „Vers iedene Einrichtungen für die städtischen höheren Lebr- anjtalten und die höheren Mädchenschulen“ lag folgender Antrag vor: .Die Versammlun ersucht den MaZistrat, die zu Unterstüßungen für Studierende der iesigen Universitat auSgesrvten Etatsinittel auf 10000 „111 zu erböbrn.“ Die Versammlung entwracb dem Antraqe. _ Bei dem Etat der Gemeinde|chulen hatte der Magistrat in Bezug auf die Pflichtstunden des Lehrerpersonals folgende Besckolußfaffung beantragt: „Denjenigen Lehrern, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, kann die Zahl ibrerP ichtstunden auf wöchentlich 24 ermäßigt Werden“. Stadt!). Wallach tellte den Antrag, hieran den Zufaß zu knüpfen: „falls sie extra honorierte Stunden an Forjbildungs-, Ge- werbe- 2c. Schulen und Anstalten nicbt ertbeilen'. Nach längerer Debatte wurde der Magistratßantrag abJelebnt und der Antrag Waliach dgdurch gegenstandslos. _ Auf de öffentliche folgte eine geheime Stßung.

Zu der künstlerischen Veranstaltung, welche die Herren Kainz, Krausneck, Matkowrky, NYM und Sommerstorff nm 27. d. M. Abends *8 Uhr, im Neuen öniglichen Operntheater zu Gunsten des Fonds für unbemittexte Hilfesuchende der Berliner Unfallstationen veranstalten, findet der Biüetverkauf bei Bote u. Bock, Leipzigerstraße 37, und im Invalidendank, Unter den Linden 24, statt. Die Preise der BMW, welche die Vezeichnung „13. Reserveplaß' aufweisen, betragen 10 bezw. 8.74 für Mittelbalkon, Mittelparquet und Logen, 5,74 für Seitenparquet und Seitenbalkon, und 3 „76 für Stehplaße.

Im „Verein Berliner Kaufleute und Industrieller“ wird am Mittwoch, den 15. März, Abends 8 Uhr, (im großen Saale des Hotels „Kaiserhof“) Fräulein Dr. „jur. Anika Augsburg aus Fanchen einen Vortrag über „die Aufgaben der Frau im Staate“

a en.

Die Volkstbümliäoen Kunstausstellun en im Bürger- saale des Ratbbauses _werden am Sonntag gesch offen; an diesem Tage ist die dritte Serie der Aussteliungen den Besuchern zum leßten Mal geöffnet.

Im Hörsaal der „Urania“ wird morgen der Vortrag „Reise- skizzen aus hem Orient, eine Erinnerung an die offizielle Festfabrt auf der .Midnigbtsun' nach Jerusalem“ zum leisten Male gehalten werden. Im Theater bleibt der scenisch auszzestattete Vortrag .Das Land der Fjorde“ auch ferner auf dem Repertoire.

Breslau, 9. März, (W. T. B.) Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer heutigen St ung mit allen gegen 3 Stimmen, das VermächtniF des Profe „s Baron zur Crri-Btung eines vegetarischen Kinder eims anzune men. '

Köln, 9. März. (W. T. B.) Dem Vorstkendéit"'ker'General- versammlung des Deutschen Vereins vom heiligen Lande ist auf das an Seine Maéeftät den Kaiser und König ab- esandte Telegramm, wie 1) e „Kölnische VolkSzeitung meldet, olgendes Antwort-Telegramm zugegangen:

„Herrn Weihbischof 131-- Schmiy. Seine Makesiät der Kaiser und König sind durch die KundLebung der Genera versammlung des Deutschen Vereins vom heiligen ande auf das Angenebmfte berührt worden urid _baben Ihre Verhandlungen mit Interesse verfolgt. Seine Ma estat [affen Euere bischöfliche Hocbwürden ersuchen, der Generalver ammlung Allerböcbstibre besten Wünsche für die Unter- nebmun en des Deutschen Vereins vom heiligen Lande zu übermitteln. Auf A erhöchsten Befehl von Lucanus, Geheimer Kabinets-Ratb.“

St. Petersburg, 9. März. (W. T. B.) In dem Dorfe Yoninow (Gouvernement Kalisch) nd in der ver angenen Nacht vier Höfe niedergebrannt. lf Personen anden in den Flammen ihren Tod, eine erlitt schreckliche Brandwunden.

**

Paris, 10. März. W.T.B.) Wie die Blätter aus Toulon nixlden,'sind in einem S ulbause bei Laseyne, in welchem sich fruher eme Gastwirthscbaft befand, zehn völiig zermalmte Leichen auSgegraben worden. Man vermutbet, daß “es die Leichen fremder Arbeiter sind.

Mabrid,_ 9. März. (W. T. B.) Wie aus Albacete ge- meldet wird, sturzte eme Felswartie, welche die Ortschaft Recuerza beherrscht, ab und zerstörte 10 Häuser. Elf Personen wurden getödtet. _ Der Justiz-Minister Duran erhielt ein Telegramm mit der Meldyng, daß im Bagno von Santona unter den Sträf- lingen eme Meuterei auSgebrochen sei. Als die Polizei einschritt, kam es zu einem Zusammenstoß, bei welchem ein Sträfling getödtet und sieben verwundet wurden.

Neip-York, 9. März. (W. T. B.) Ein Vu gsierdampfer, xvelcber emen B a g g e r von Norfolk nach Philadelphia schleppte, ist im Sturm e untergegan gen. Die an Bord des Dampfers be- !indltchen 11 Personen sind sm_nmtlich ertrunken, während die B e -

aßung des Baggers durch ein Boot des deutschen Dampfers . Alb a n o g e r et t e t wurde. Hierbei ist der Zweite Steuermann des „Albano“ umgekommen.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Budapest, 10. März._ (W. T. B.) Das Unterhaus hat das Ausgleichsiiroviforium mit Oesterreich ohne Debatte unverändert a n g e n 'o m m e n.

Konstantinopel, 9. März. (W. T. B,) In der Ort- schaft Soise bei Priérend fand eine Versammlüng von einigen Hundert albaneifchen Notabeln behufs Beitritts zu den in Jprk gefaßten Beschlüssen statt.

(Fortseßung des Nichtamtlichcn in der Ersten, Zweiten und Dritten Beilage.)

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t vom 10. März, Morgens.

1 Stationen. Wind. Wetter.

40R.

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7:1 Ubr.

Temperatur

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Belmullei . . WSW 4;bedeckt Aberdeen .. WSW Liwolki?) Cbristiansund OSO 2-balb ed. Kopenhagen . . OSO 3|Dunst Stockholm . ONO Libedkckt aparanda . stil] Schnce1) t.Petersburg NO 1 wolkig Cork, Queens- town . . . NNW Cherbourg . SW elder. . . . vlt . . . . amburg . . winemünde Neufabmasier Memel . . .

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Konstantinopel. wolkig halb bed“) NebelI) bedeckt Regen Halb bed,“) halb bed. bedeckt5)

beiter Nebel Dunst bedeckt halb bed.

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ünster Wstf. 757 KarlSrube . . 758 Wiesbaden . 757 München . . 757 Chemniv . . 758 beiter Berlin . . . 757 halb bed.5)

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Schauspielhaus. 69. Vorstellung. Das fünfte Rad. Lustspiel in 3 Aufzügen bon Hugo Lubliner. Anfang 7k Uhr. _ Nachmittags 4T Ubr: MitAller- höchster Genehmigung. Zu wobltbätigen Zwecken: Die Paläftiuafahrt des Deutschen Kaiser- paares in 150 Wandel-Lichtbisdern nacb photo- rapbiscben Aufnahmen von Ottomar AnsÖÜH. Linker dem Bilder-Cyclus befinden sich mit AÜer- 1 höchster Genehmigung eine Anzabl bon Ihrer AÖLUW 72 Uhr: TUWTKM- Majestät der Kaiserin und Kbnigin bergestcüter Auf- nahmen, Inhalt: Im Hafen von VenediZ. Vor

an

in Haifa. Wagenfabrt nach Jaffa, Jerusalem. Einzug durchs Iaffatbor.

ber Erlöserkircbe. syrischen Wai_enbause. " Moschee. Beiucb der Königs raber. AufGolgatba. _ 10 Minuten Pause. _ , ZabrtddiFZs ZusngLbnge.' (;;)TZinschitsifun?O ist,1chI,affa.

as eu e e wa er in eyru. ei ngung ; ' ** . der Diakoniffen-Anstalt. Ueber den Libanon. Jm Vorher Die Neuvermahlten Militär-Serail in Damaskus. Die Omajaden- Moschee. Straßenleben im Orient. Große Pa-

spiel in 1 Aufzug. Dichtung von Steigeniescb- 3M,Mittel-Parque12./M, Seiten- bearbeitet von Ferdinand (HrasSporck. Musix Von Seiten-Balkbn 1,50 «16, Stehplaß 1 «M Eugen d'Albert. _ Vergissmeinnicht. Tanzmarchen ___

in 1 Akt (3 Bildrrn) von Heinrich Regel und Otto Thieme. Musik Von Richard Goldberger. Anfang

Die Fahrt übers Meer. dung

Parqu-Zt 1,50 .“,

Berliner Theater. Sonnabend: Tam-Tam. Sonntag, Nachmittags 235 Uhr: König Heinrich.

Montag; Der Pfarrer von Kirchfeld.

, , §ch1ULVTÜLNLQ (Wallner-Tbeater.) Sonn- YMFM? M?.selben' lager Bethlehem Aufdem ZYHZZIUÉWeiFÜl-tn ?bUlw' AbansAqubr: VeFoLene Früchts§ LlZst' ' ' .. ' ' Die in uzügen na em Spani en es ; „5 €" ' DVTMUWU- Gexbfemane. Jm (Herbantes von Emil Goett. Vorher: Die Neu. FZR uZßsefiYanra? (YYY JHWH?“ MÜWMMJ

UHODOWQY ...„-wcwc)!

Wien . . . . 760 ' Dunst Breslau. . . 759 "Dunst Jle d' Aix . 758 beiter7) Nizza . . . . 756 bedeckts) 11 Triest . . . . 764 bedeckt 11

1) Nordlicht. 3) See schlicht. 3) See schlicht. *) See schlicht. 5) Sees licht, früh Regen und gestxrn Regen. 6) Gestern achm. Regen. 7) See ruhig. 8) See mäßig hervegt.

Uebersicht der Witterung.

Ueber den Britischen Inseln und Frankreich ist das Barometer wieder stark gestiegen. Ein Minimum lie t nörd"lich von Schottland mit einem Ausläufer naZ; der sudlicben Nordsee bin, während vorm Kanal ein Maximum herannabt. Jm all emeinen ist die Luftdruckvertbeilung leichmä ig un daher die Luft- bewegung schwaxb. * ei lei ten südlichen Winden ist das Wetter in Deutschland im Norden wärmer, im Süden kälter, im Westen trübe im Osten viel- fach beiter; vielfach ist Regen gefa en.

Deutsche Seewarte.

_ Theater.

Römgltrhe Ickansptele. Sonnabend: Opern- baus. 63. Vorstellung. Djamileh. Romantische Over in 1Akt von Georges Bizet. Text von Louis Gallet, deutsch von Ludwig Hartmann. Tanz von Emil Graeb. _ Die Abreise. Musikalisches Luft-

"QS

Vortrag bon Herrn Ottomar Anfcbüß, geiprochen vom Königlichen Schauspieler Herrn Hohenstein. Preise der Pläße: 1. Rang und

erbobkn. Der Billetverkauf findet im Königli-„lxen Schauspielhause von 9 bis 1 Uhr statt. Billrts für 1. Rang und Parquet im Vorverkauf bis 2 Uhr 1)?! Ottomar Anschütz, Leipzi erstraße 116. Die Billets tragen die Bezeichnung eservesav'.

SUMMIT Opernhaus. 64. Vorstellung. Die Liebelei. "" FY;

Sonntag :

Scribe. Deutsch von riederike Elmenreicb. Musik Monta . von Frangois Adrien oieldieu, Tanz Vom Ballet- Chprieusjxt'e meister Graef). Anfan ?; Ubr. _ Mittags ' 12 Uhr: Mit AllerböÖs er Genehmigung: Matinée zum Westen des_ unter dem Protektorat Ihrer Majestät rer Kaiierin Friedrich stehenden Berliner

Ober-Regisseurs Herrn Max Grube. Zum ersten Male: Der zündende Funke. Lust-

spiel in 1 Aufzug von Edouard PaiüerOn. In Scene DeSronÉtoalßk NFZMXZLTF UYZaYsYiYNan YYY; G

Agnes Sorma.

Neßdenz - Theater. Direktion: Sigmund Laufenburg. Sonnabend: Der Schlafwagen-Kou- troleur. (146 0011171616111- (165 Na QUI-UW.) Schwank in 3 Akten von Alexandre Bi on.

Deutsches Theater. Sonnabend: Cyrano I'! von Bergerac. Anfang 74“ Uhr. deutscher Uebertragung von Benno Jacobson. Vorher.

Sonntag, Nachmittags LZ Uhr: Die versunkene Glocke. _ Abends 7x Uhr: Hamlet.

Montag: Die Jüdin von Toledo.

um Einsiedler. Lustspiel in 1 Akt von Benno

acobson. Anfansé 7k U r.

Sonntag und fo gende Tage: Der Schlafwagen- Kontroleur. Vorher: Zum Einsiedler.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen: Jugend.

Thalia - Theater. DreSdenerstraße 72/73.

Sonnabend: Gastspiel bon Emil Thomas. (Vor- lczßte Woche.) Schiddebold's Engel. Poffe mit Gesang und Tanz in 4 Akten von W. Mannstädt. (Kuplets bon Alfred Bender.)

Sonntag: Dieselbe Vorstellung. _ Mittags us und Emil

Besichtigung der Omar- vermählteu. SÖUUsPÜl i" ZAM" von Vjörnson. Thomas, sowie dss gesammten Personals des Thalia- Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: breife von Jerusalem. Töchter. _ Absnds 8 Uhr: Die Leibrente.

Montan. Abends 8 Ubr: Verbotene Früchte.

Hasemann's Theaters.

Konzerte. Bing-Akademie. Sonnabend, Anfang 8 us::

, Theater 025 Wtßtns. (Opernhaus.) Sonn- ' , . „Mdk- Ankunft in Muailaka, KaiskxllÖII Zeltlager abend: Volkstbümlicbe Opern-Vorstellung zu halben Z:?krixcrnéweUd von Frau Dort] Burmeister m Bsalbkk- „TULMÜUM.U' Entbullung ?“ Gk“ Preisen: Die Hugenotten. Große Oper in 4Akten denktasel. Frubstuckßraft in Muaüaka. Heimfahrt. von Meverbeeß (Raoul: Werner Alberti.) Zonxtaxx Undin1e5 MNacbnÉt'xtchiGVsTcstr'tkaZ

j wo den ' ärz: r e Me Lieber-Abeub von Fräulein Emma Hecht. Mit- Parqaet 3 «16, ' i . - ' 11. Rang 2 .“, 111. Rang 1 ..ck. Aufgeld wird nicht HYLO ZZZUJYZZZMZTYZZZMSW Regin“ wirkung- Felix Meyer (Violine)-

Saal Eechßeim Sonnabend, Anfang 7T Uhr:

Meethoven-Iaal. Sonnabend. Anfang 8 11er

Men'mg-Theater. Direktion: Otto Neumann- Konzert von Osfip Gabrilowitsch (Klavier) mit Hofer. Sonnabend: Gastspiel von Agnes Sorma. dem Philharmonislbeu Orchester-

hta's Tochter.

weiße Dame. Oper in 3 Akten von Eugé-ne Jüdin „ou ToleYél v“" Ag"“s SW“-

Gastspiel von Dienstag: Jm weißen Röß'l.

Die _

Familien - Nachrichten.

Vereb clicht: Hr. Oberleut. ans Detlef von Ahlefeld mit rl. Marie von udolvbi (Altona). _ Hr. Leut. obert von Klüber mit Frl. Elsa von Mühlberg (Berlin).

. Neues Theater. Direktion: Nuscha Buße. , _ Krippeu-Vereins unter LMM“; des Königlichen Sonnabend: Hofguust. Lustspiel in 4 Akten von Geboren. Ein Sohn. Hrn. Re ierungs Assessor

Programm Thilo von Trotha. Anfang 7? Ubk-

Meinecke Cassel). _ Hrn. Geri ts-Affeffor Dr.

arsch( agdebur . é orben: Hr. HZstor 6111. Carl Becker (Bres- ). _ Fr. Ottonie von Trotha, geb. von

aeseßt vom Königlichen Regiffeur Orka: Keßler. .- W Max KWK. _ Abends .“ Uhr: Hofguust, Masson) (Potsdam).

Deklamatiou und Ko ert. _ Pauke. _ Zum

ersten Male: Das Ora el De hi. Schwank

in 1 Aufzug von Arnold Häußler un Max Mölier.

FußlScene gefaßt vom Königlichen Regisseur Oskar e er

Trauerspiel in 5 Aufzü en von iUiam Shakespeare. Schöneberg.

Ueberfeßt von Augu Wilhelm von Schlegel. 3 Uhr: Napoleon. Anfang 71 Uhr. SonntaxZ-s:t Das Mil mädchen vou Schöne- br: Der Nachruhm. Montag: Zum er en Male: Der Goldbauer. Dienstag: Die Gräfin von Schwerin.

Neues O ern-Tbeater. Sonntag, Nachmittags berg. _ 4F Ubr: ie Yalästiuasahrt des Deuts en Kaiserpaares. reise der Pläne: Mittel-Ba kon

Anfang

achmitta s 3

Montag: Hofguuß.

ere-AUiauce-Theater.

Schiiuspielbaus. 70. Vorfteüun . Julius Caesar. straße 7/8. Sonnabend: Das Mirchmädäfeu von _ Nachmittags

Belle - Alliance-

8 Uhr. ((Schüler-Vorstellung.)

Verantwortlicher Redakteur: Direktor Siemenroth in Berlin.

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeutschen B druckerei und Verlags- Anftalt Berlin ZW., Wi elmstraße Nr. 32.

Neun Beilagen (einschließliih Börsen-Beilnge).

d

zum Deutschen Reichs-Anz

(HrsteBeilage

» Berlin, Freitag, den 10. März“

riger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger. .

1899.

„WT 60. _ M

Ueber die neueren Vorgänge auf den Samoa-Jnselu liegen folgende amtliche Brrichte vor:

1

Bericht des Kaiserlichen General'kqnsuls zu,?!pia, vom 23.Januar 1899 über die- politischen Ereignisse in Samoa von Erlaß ,der Entscheidung in der Königswahl bis zur Errichtungber provisorischen Regierung (31.Dezember 1898 bis 4. Januar 1899).

Die Streitigkeiten anläßlich der Hönigswabl halten all- mählich eine Bedeutung gewonnen, d1e _über das Interesse, das einer reinen Eingeborenenangelegenhert geschenkt zu werden pflegt hinaUSgewachsen war. ,

„"/Je mehr die Verhandlungen vor dem Oberrichter sich ihrem Ende näherten, umsomehr wurde die Ueberzeugung ge- festigt, daß die Entscheidung zu Gunsten Tanu's fallen wurde. Trovdem erregte es ziemlich allgemeine Verwunderung, als der Oberrichier am Vormittag des 31. Dezembczr seinen Schiedsspruch dahin abgab, daß Tanu deshalb Konig von Samoa sei, weil der einzige Gegenkandidat Mataafa nach den Verhandlungen der Berliner Konferenz die Wählbatkcit zum König von Samoa nicht bebefitze. Denn erst am 5. Ok- tober hatte der Oberrichter in einer schriftlichen, allgemein bekannt chordenen Erklärung geäußert, daß kein Grund vor- liegen wuxde, Mataafa den Play des Königs vorznxnthalten, falls derselbe rechtsgülti zum König gewählt sein wurde.

Angesichts dieses organgs rief die„FeststeUung denEnt- scheidung, daß Mataafa unwürdi sei, den samoamscben Königssts einzunehmen, bei seinen nhängern besondere Er- bitterung hervor. “_ '

Nach der Verkündung der Entscheidung fand eine Be- rathung der „Konsuln, der Kommandanten und des Prafidrnten im deutschen Konsulat statt. Der Kommandant des.eng11fche'n Krie sfchiffs Sturdce legte ein Schreiben vor, worm er die „Confirm um Erlaß einer Proklamation zu GnnstenTanu's und einer Aufforderung an die in der Mlxnizipalitai und Nachbarschaft versammelten Krieger zur Rüchkehr in ihreHeimath ersuchte und im Fall der Ablehnung seines Antrags die Ver- antwortung für den Vsrluft von Leben Weißer ablehnte. Nachdem der englische Konsul Maxse den Antrag bes Kapitäns Sturdee zu dem seinigen gemacht batte, gab ich die Erklärung ab, daß ich mich zu dem Erlaß der vorgeschlagenen Proklama- tion ablehnend stillen müsse, weil eine Verpflichtung für mich, an einem solchen Schritt thrilzunebmen, in der Berliner Genera!- akte (Artikel 3 Abschnitt 6) nicht auSgesprochen sei und,ich keine Veranlassung hätte, in diesem Fall, wo eine nach meiner Ansicht ungerechtfertigte Enxscheidung erlassen sei," uber das Maß des ausdrücklich Vorge1chriebenen hinauszugchen._ _

_ Was die Aufforderung an die Samoaner, sich in ihre Oeiinathsbezirke zurückzubeqeben, anlangt. so wurde'beschlos'sen, daß die Konsuln mündlich oder schki1t|1ch Häuptlinge beider Parteien ersuchen sollten, ihre Mannschaften zur Heimkehr zu veranlassen, Nach dieser Richtung konnte wegen des raschen (Harzges der folgenden Ereignisse erfolgreich nicht mehr gewirkt wer en.

Bei Bcsprechung etwaiger militärischer Maßnahmen äußerten Konsul Maxse und Kapitän Sturdce, troßdem die beiden hier befindlichen Kriegsschiff? zusammen nur etwa 100 Mann landen können, die Absicht, das Vordringen der Mataafa-Leute in dem von ibrrn (Gegnern befahren städtischen Theil der Munizipalität mit Gewalt abzuwehren und die Partei des Tann durcb thätigen Beistand zu scbiißen. Kor- veiten-Kapitän Sckönfclder und ich äußerten die Ansicht, daß durch Vermeidung deer thätigen Anth.»i1nabme des Militärs an einem Kampfe zinischen Samoanern dem Interksse der Weißen am besten gedient werde. Das Erscheinen wciszcr Truppen auf dem Kampfplaß sei zu sehr geeignet, die Samoaner zu erregen und sie zu Angriffen auf Leben und Eigenthum der Fremden zu reizen. Von deutscher Seite würden daher nur„so„lche militärische Schritte gethan werden, die durch die Ruckncht auf den Schuß von Leben und Eigentbum der Weißen bedingt seien. Nach den Wohnsißcn der Engländer einer:, der Deutschen andererseits ergab sich als Bereich fur Schus- ZUHYMJ seitens der deutschen Marine der westliche Theil (*r tadt.

Die Maßnahmen, die der Kommandant S.M.S.„Fa1ke“ vorsah, beschränkten sich darauf, daß auf ein bestimnites Signal vom Konsulat eine Abtheilung von zwei OfftMren und 25 Mann, unterstüßt durch dcn mit dem afchinen- „arwehr bcwaffnet-“n Kutter, in der Nähe der deutschen Schule eine Vertheidigungsstcliung aufnehmen sollte, Weiße, die sich in den Schuß der Landungs- abtheilung begäben, sollten aufgenommen und nach Ermessen des kommandierenden Offiziers an Bord gcsnndt werden. Jeder Weiße, der in ir end einem Boote längsseit S. M. S. „Falke“ käme, finde AUYnahme.

Den Deutschen war die Schule, als Sammelpiaß, falls ]emand fick) in seiner Behausung unsicher fühlte, bezeichnet. _

Die Mataafapartei hatte den ungünsttgenAuSgang des Verfahrens vorau-Zgrsehen und die Entscheidung in geschlossener Zahl abgewartet. Ein am 31. Dezember Nathntags etwa 3 Uhr aufkommendes Gerücht, am Vaiabcrg (Suden dcr Siadt) seien Schüsse gefallen, ab dann, wie es heißt„ den in Mulmuu angesammelten Mataa aleuten das Signal, sich in Bewegung zu seßen. Starke Abtheilungen rückten von Mulinuu land- einwärts und nahmen aithedehnte Stellungen gegen die Tanuleute von der Hauptstraße bis zum Vaiaberg Un- Um 4 Uhr seßtc eine in lÖjablrcichen Boten cin-

géschiffte starke Abtheilung von Mataa aleuten über den Hafen und landete in den östlich der ; uni ipalität belegencn Dörfern Mootaa und Matafagatele. ei Einbruch der DUUkklbejt war bei der großen Ueberzahl der Mataafaleute die Mumzipalität von allen Seiten eingeschlossen. Die Zahl der Mataafakrleger belief sich auf rund 5000 bis 6000 Mann, wahrend die Tanuleutr, deren Zahl nach später erfolgter Uelsrxrxxabe genau festgestellt wurde, über etwa„ 1100 Streiter ver ug cn. _

Dcr cna'ksrhc Kricgoschiffs-Kommandani entsandte eine Ab: thrilung von 24 Mann unter einem Offizier zu der Wohnung des

Oberrichters. Nach Lage der Oertlichkeit wäre diese Wache beim Ausbruch der Feindseligkeiten mitten in den Kampf der Ein-

geborenen hineingezogen. Sie verließ am Vormittag des 1. Januar

untcr Einziehung der Flaggen den Plaß, nachdem der Ober- richter sich uvor nacb Apia begeben hatte. Auch in das englische KonLUlat wurde bereits am 31. Dezember eine mili- tärische Wache gelegt. _

Am 1.„Ianuar bei TageSanbruch waren gegenüber dem Stande vom Tage vorher die Vorposten der Mataafaleute überall im Vorgehen begriffen, die Malietoaftreiter zogen sich immer mehr auf den'enigen Theil der Munizipalität, der fick) mit der eiqentltchcn rtschaft Apia deckt, zurück. Man lag sich gegenüber, ohne zu entscheidenden Schritten überzugehrn.

Jm sogenannten englischen Viertel hatte man das (Grund- stück der Londonrr Mission als ZufluchtSort für „schußbedürftige Weiße bestimmt und eine starke Abtheilung englischer Matrosen dorthin gelegt. _,-

Die abwartende Haltung der sich auf kurze Entfernungen Zegenüberlieqetxdsn Abtheilungen der beiden Parteien dauerte

is Nachmittags 4 Uhr, als die auf der Malietoassite

stehenden Leute von Joa (Savaii), etwa 150 an der Zahl, ohne einen Schuß abgefeuert zu haben, auxJ die Mataafascite übergingen. Dieser Vorgang veranla te einen Theil der Malietoaleute, der sich auf der Hauptstraße am rech'en Ufer des Mulivaiflüßcbens verschanzt Und das Vorgehen ber Mataafaleute aufgehalten hatte, ihre Stellung aufzugeben. Hierdurch entstand eine Oeffnung in der Webseite der Stellung der Malietoaleute, durch welche die Mataafalcute in übergroßer Anzahl nach Apia eindrangen. Viele Anfiedlcr gaben sick) schon der Hoffnung hin, daß eine allgemeine Usbergabe der Malietoaleute erfolgen und den Un: ruhen ein Ende machen würde. An verschiedenen Stellen hatten sich Anhänger der beiden Parteien schon die Hände zur V.rsöhnung (800WJQ) gereirht. .

Wie viele Weine, machte auch ich mich auf, Zeuge dieser Scenen u sein. Ick) ließ mein Pferd sattcln und rittzunächst auf der auptstrasie entlang zum Tivolihotel im eigentlichen StadttbeilApia(Ostbezirk),hin und wieder hatte ich Ha_ufen von Mataafaleuten zu durchqueren, was ich ohne Mit ihnen zu sprechen that. Vor dem Tivolibotel traf irh _ etwa um 4 Uhr Nachmittags _ den englischen Konsul und den eng: lischen Kommandanten, beide zu Fuß. In der Nähe derselben hielt zu Pferdr der Leutnant zur See Frielinqhaus von S. M. S. „Falke“. Nach kurzer Unterhaltung mit Kapitän Sturdce ritt ich mit Herrn Frielinghaus zurück und westlich etwa 1 11111 jenseits des Konsulats nach dem Stadttbeil Songi, wo wir uns mit dem deutschen Arzt vor dessen Haus einige Minuten unterhielten. Von dort ritt ich nach Hause. Eiwa auf halbem Wege boxte ich fern in dcr Gegend des eigentlichen Apia (Ortbezirk) den ersten Schuß fallen. Ich begab mich nach dem Konsulat und bin an ]encm Tage nicht wieder in dem eben erwähnten Ostbezirk _ Apia _ JLWisen. Zwischen meinem Abritt vom Tivoli- hotel und dem ersten Schuß lag ein Zeitraum von 20 Mi- nuten.

Oberrichter Chambers hat in seinem amtlichen tolegra- phischen Bericht vom 11. Januar gcmclbct, ich sei um 4 Uhr 30 Minuten Nachmittags an der Spitze einer Truppe von mehreren hunderten Mataafaleuten gcrittcn, als diese einen Angriff auf das Tivolihotel machten, wohin fick) etwa eine halbe Stunde zuvor Malii'toa (Tann) geflüchtet hätte. Diese Angabe entspricht, wie das Vorstrhcnde beweist, nicht dem wirklichen Sachverhalt.

Der eben erwähnte und ein zweiter Schuß, welche beide von zwei namentlich bekanntin Malietoalcuten abgefeuert sind, gaben das Siqnal zU eincm Straßenkampf in _Apia und zum allgemeinen Vordringen der im Kreise um Apia aufgestellten Streitkräfte der Mataafaleute.--

Abends etwa 11 Uhr hie't die Tanupartei cine Fortseßung des Kampfes am folgenden Morgen für aussichtslos, brachte ihre Boote zu Wasser und flüchtete sich längsseit des eng: lischen Kriegsschiffs „Porpoisc“; einige angesehene Häuptlinge, darunter Tann und Tamasese, wurden an Bord aufgenommcn. Z flEtwa fünzig Häuptlinge fanden in der englischen Mission

u ucht.

Am frühen Morgen des 2. Januar erkannten die Mataafa- leute., daß sie vollständig Herren der Situation waren, sämmtliche Abtheilungen, die die Stadt umzingelt hatten, vereinigten sich jcßt. Tausende von Kriegern ihrer Partei wagten durch die Hauptstraßr, um nach samoanischem Kriegs- gebrauch mit Plünderung der Häuser der Grgner zu beginnen.

Troß der großen Anzahl d.r Sieger smd Bcschädigungen des Eigentliums der Weißen nur in vereinzelten Fällen vor- gekommen. Auch in “diesen konkurriert fast ausnahmslos eigene Unvorfichligkeit der Geschädigten, die Sachen von An- hängern dcr Tanupartci in Verwahrung genommen hatten.

Wir für ihr Eigenthum waren die Fremden auch für ihr Leben nur geringer Gefahr auSgeseßt gewrsen. Dic Samomicr erwiesen iich, wie bei frühem Kriegen, als unerfahrene Schüßcn, die in der Mehrzahl blindlings drauf los und zu hoch scho cn. Auf diese Weise find jedoch allerdings zahlreiche Kugeln in die Häuser ver Fremden eingedrungen. Auch im Konsulat wurden die beiden Doppelwände meines Schlafzimmers yon einer Kugel durchbohrt, die beim Aufschlagen auf die dritte Wand ihre Kraft verlor und niederficl.

Die Feststellung der Todtcn und Verwundeten, die bei der bekannten Verschwiegenheit dcr Samoancr .in diesem Punkte sehr schwierig war, hat annähernd zuverlässig ergeben:

auf der Mataafaseite 13 Todtc, 1:1 Vcrivundctc, Malietoaseite 4 8

Die in den Schuh J. M. S. „Porpoisc“ geflüchteten Tami- lcute waren von Abends 11 Uhr ab in ihren Booten, _bicht cdrängt, angemessener Bcwvgutm nicht fähig, von häimgcn chtixien chcngüfson erkältet, in einer seln bcdaucrnsivcrtbcn „Lage.

Bei einer am 2. Januar im Hafen aufaekommcncn schweren Sec waren die Tanulcutc ans iin'cn Booten auf das englische Kriegsschiff ,Porpoisjxe“ und, da der Raum dort nicht ausreichte, auf S. * 1S- „e alke“ anfxicumnmcn. _

Pnisidcnt Ra rl schloß die' Verhandlungen zimscbcn den beiden Kriegs chiffs-Kmmnandanteu und der Mataafa

partei noch am Nachmittag des 2. Januar ab. Die Bedingungen,!“ die in einem Schreiben von fünf Häuptiingen der Mataafapartei vom 2. Januar ent- halten sind, besagen im wesentlichen:

„& Die auf den K-icgssck)iffen und in der Londoner Mission befindlichen Anhänger der Tanupartei ergeben sich der siegreich n Partei unter der Bedingung, daß ihr Leben geschont und ihnen körperliches Leiv nicht zugefügt wird:

b. Die Feuerwaffen und Munition der Flüchtlian werden von den Krie sschiffen zurückgehalten bis zur Verfugung der beiden betreffen en Regierungen.

Betreffs der Auslicferung von Tann und Tamasese, die von der Mataafapartei drinnend grmiinschtwurde, fand am 3. Januar eine Verhandlung zwischen jenen und drci Häuptlingen der Mataafapartei unter Anwesenheit des Präsidenten [)r. Raffel statt. DLL" englische Konsul und Kommandant hatten vorher erklärt, daß Tann und Tamasese unter den besonderen Schutz der britischm Flagge drrart gcstellt seien, daß sie nur im Fall ihres freien, vöUig unbeeinflußten Willens von Bord der ,Porpoise“ gelassen werden könnte'n, Bride antworteten, baß fie an Bord des Kriegssäiiffs zu verbleiben gcdächten; auch als am 3..Januar die Häuptlinge der UUSgelieferten Tanulcute, die inzwischen nach Mulinuu überführt waren, an Tann und Tamasese schrieben, um fie zur Ver: einigung mit der Mataafapartei zu vermöqen, lautete die Antwort wieder abiehnend dahin, das; sie an Bord des Kriegsschiffs verweilen würden, bis die Entscheidung der Mächte iiber die schwebende Streitigkeit erfolgt sei. Der Kommandant I. M. S. „Porpoisc“ benachrichtigte bei der Uebersendung der Antwort den Präsidenten, daß er Tann und Tamasese bis zu weiterer Bestimmung der englischen Regierung an Bord behalten werde und dabei die Garantie übernähme, daß sie sich in die Politik Samoas nicht einmischen würden._

MitRiicksicht auf die Ereignisse der leßt-n Txge ers ien es er- forderlich, .die Verhältnisse in Samoa vorläufig bis zum intrcffen von Instruktionen der Vertragßregierungen zu regeln. DieKonsuln beschlossen im Einverständnis; mit dem Präsidenten 1)1'. Raffel, die anlicgende Proklamation zu erlassen, durch welche die Mataafapartei als provisorische Regierung mit dem Präsidenten als erstem Vollzdhungsbeamten an der Spiße anerkannt wurde. Präsident Rassel hatte sich in den unruhigen Tagen durch seine Thätigkeit die aÜge-meine Ancrkennun erworben. Die hier erscheinende Englische Zeitung bemerk? hierüber unterm 7. Januar:

„1)r. Raffcl verwendete sich dafür, von der Mataafa- partei für die Besiegten menschliche Bedingungen u er- wirken. Bxi dieser Gelegknheit und sonst waren Or. affel's Jute Dienste höchst werthvoll, und er verdient das höchste

ob für seine humanen und versöhnlichen Bemühungen als

Vermittler.“

In demselben Sinne bewegten sich die Dankesäußerungen des englischen Konsüls und des englischen Kapitäns. _ So kam es, daß die Einseßung der provisorischen Regierung mit Raffel an der Spißc schon am 3.Januar beschlossene Sache war. _

_ Es erübrigt noch, über das Verhalten der beiderseitigen Krwgsschiff: ein Wort zu sagen.

Von drm englischen Kommandanten wurde bereits am 31. Dczsmber sine Abtheilung Matrosen in das englische Konsuiat grirgi. Bis auf den heutigen Tag, wo die Ruhe schon 1eit länasr als zwei Wochen voÜkommen wicdcrhergestellt ist, ist noch eine militärische Wache dort.

Die Abthcilung, die von der Wohnung des Oberrichters urü_chgrzogrn war, wurde in die Gebäude der Londoner

isnon, die als Sammelpunkt fiir schußbedürfiige Engländer und Amerikaner bczcichnct war, gelegt und im Laufe der Tage auf vierundvierzig Mann unter einem Offizier verstärkt. Gerade die Mission hatte großrn Reiz für die Brute machenden Mataafalcute. Dorthin waren von den mit der Mission verwachsenen Häuptlingen, die das Herz der Tann: partri bildeten, (Hegenständc des Eigenthums, insbesondere feine Matten, in Sicherheit gebracht worden. So frblte ck nicht an ständigen Bcunrubigungcn der englischen Militär- wache. In der Nacht vom 2. zum 3. Januar war von Mataafaleutcn in ein auf MissionSgrund, also auf britischem Eigentbum stehendes Haus kingcdrungen, in dem eine Anzahl Eingebornenmissionare mit Frauen und Kindern und Familien von Tanuleutcn Zusucht gesucht hatten. Die militärische Wache, obwohl nur fünfzig Schritte entfernt, batte nach Lage der Sache nichts zu thun vcrmocht. Präfident Raffel wurde am Morgen des 3. berangerufen und stiftete Ordnung, indem er einem cinflußreichen Häuptling der Mataafa- partei den Schuh drs bedrohten Hauses übertrug.

Am Abond des 4. bcgannen dic Bcunruhigungen der Mission wiederum und führten da 11, daß am Morgen des 5. die englische Wache, nachdem der räsidcnt die in der Mission befindlichen, Samoanern gehörigen Sachen übernommcn und in den Schuh von Mataafakeutcn gestellt hatte, eingezogen und an Bord J. M. S. „Porpoisc“ wiedereingcscbifft wurde.

Ein großer Theil von Engländern und Amerikanern war während dcr unruhigrn Taqc an Bord ein cschifft. Dcr Ober- richtcr, dcr, abgesehen von seinem ältesten “nim, seine Familie nach Auckland gesandt bat, nnd der Advokat Gurk, einer der beiden Vcrtrcter Tanu's in dem die Königsmabl brtreffcnden Prozeß, l,)alte'n sick) seit Ausbruch des Krieges an Bord 3. M. S. „Porpoise“ auf. _

Von S. M. S. „Falkc" find Trupprn nicbt gelandet worden In der Nacht vom 31.Dczcmbcr zum 1. Zanuar baden cinigc dcusche Frauen und Kinder auf dem Krirgssckiiff verweilt. _

Eine Eigcnthümlichkrit dcr _jcst beendeten Unrubcn iii, im Unterschied von frühem Vorgangcn gleicher Art, ibrc kurze *Daucr._ So haben die acwhbnliibm Bcglmrrfibciuun cn meamsrhcr Wirren: dic Unnabcrbcit dcs Eigcntbums Tsa“ “ikejßcn, die Bcraubnng dcr frrmden Prianzungcn, gcfcblt.

Mataafa hat an den Kämpfen nicht tbeilgcnommrn. und auch von englischer Skirt wird in einer in dcr vicfigcn Zrinnß veroffentliibton Zuschrift besonders anerkannt, daß er für dm Krlch nicbt vcrautmortlick: und bis zulrst bcmi'tdt zirwcscn ici, drnsc den zu ocrbindrm.

(JOY) N sse.

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