1899 / 66 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 17 Mar 1899 18:00:01 GMT) scan diff

Kaviial onen. Die aekündigien Kapitalbeträ e. welcbe innerhalb dreißig Ja ren nach dem Rückzahlungstermine ni t erhoben werden, sowie die innerhalb vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, in welcbem fie fällig geworden, nicbt erhobenen Zinsen verjähren m Gunsten der Stadt.

Das Aufgebot und die KraftloSerklärung verlorener oder ver- nicbteter Anleibescheine erfolgt nach Vors rift der §§ 838 ff. der Yviiproießordnung für das Deutsche Rei vom 30. Januar 1877 ( eicbs-Geseßblatt S. 83) besiebungsiveise nacb § 20 des Aus- fübrungßaeseßes zur Deutschen Zivilprozeßordnung vom 24. März 1879 (GeseY-Samml. S. 281).

Zinsscbcine können weder aufgeboten, noch für kraftlos erklärt werden. Dock; soll demieni en, Welcher den Verlust von Zinsscheinsn vor Ablauf der vierjährigen erjäbrungsfrtst bei dem Bürgermeister der Stadt Weßlar anmeldet und _den fiattgebabten Best der Zinsscbeine durcb Vorzeigung des Anleibexckyeins oder sonst in g aubba er Weise darthut. nach Ablauf der Verjährungsfrist der Beira der an- emeldeten und bis dahin nicht vorgekommencn Zinss eine gegen

uittuna aus;,szabli werden. Mit diciem Anleibescbeine sind 20 baldjäbrige Zinsscbeine bis zum 1. Oktober 19 . . . ausgegebsn, die fernxren Zinssckyeine werden für zehnjährige Zeiträume ausgegeben wer en.

Die_Au§gabc einer neuen Reik)? von Zinsscbeincn ersol t bei der Stadtkane in Weßiar gegen Ablieferung der der älteren_ Zinsixcheinreibe beigedruckten Anweisung. Beim Verluste der Anweisung erfolgt die Aushändigung der neuen Zinsjcheinreche an den anabxr des Anleihe- scbxins, sorcrn dc'ffen Vorzeigun rcchtz2itig Fesckieben iii.

Zur Sichi-rung der bierdur eingcgangenen Vcrrfltrbtungen bafiet 'die Stadt W klar mit ibrsm Vermögen und mit ihrer Stcucrkraft.

Drssén zu Urkunde haben wir diese Ausfertigung unter unserer Untersckorift ertbkilt.

stzlar, den . . ten .........

(Siadisiegsl.)

Dsr Bürgermeister. Die ftädiiscke Schuldcntilguugs-Kommisfion.

(R.) (R. R. U.) Der StadtTYFZn-Rendant.

Rheinprovinz. RegierunZFbezirk Koblenz. . . . . ier Zinsscbein . . . . tc eibe zu dem Anleibcscheine der Stadt We lar . . . . te Aussabe Buck- stabe . . . . Nr ..... über . . . . * ark zu_3z Prozent Zinsen über ..... Mark . . . . Ps.

Der anabrr dieses Zinsscheins kmvfängt gegkn dessen Rückgabe in dcr Zsit vom . . ten . . . . ab die Zinsrn des vorbenannten Anleihe- scheins für das Halbjahr vom . . ten ..... bis . . tkn ..... mit . . . . Mark . . Ps. bei der Stadtkasse in Wksiar.

Wxßlar, den . . tcn ..... _ .....

Der Büracrmeister. Die ftädtiicbr Schulde»iilgungs-Kommission. (Faksimilk.) (Faksimilrs) Der Stadtkaffen-Nendant. (Eigknbändige Unterschrikt.)

Dieser Zin§schein ist unaültiq, wenn déffen Geskbeiraß nicht innerhalb vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres der Falligkeit erhoben wird.

Rheinprovinz. Regierungsbezirk Koblenz. A n weifun 9

zum Anlcibescbeine der Stadt Wisiar . . .te AuSgabe Buchstabe . . . . Nr ...... über ..... Mark.

Der IZibabkr dieser Anweisung empfängt gegen deren Rückgabe zu dcm obigen Anleibejcbcine die . . .te Reibe don Zinsfcbeinen für die zehn Jahre vom . . „ts_n ....... bis . . .ten ....... bei der Stadtkaffe in Wkßiar, jofcrn nicht_rechneiiig Von dem als solckex sicb ausweisenden anabsr dcs Anleibejchsims dagegen Widerspruch er- hoben wird.

Weßlar, den . .ten ..........

Der Bürzicrmxisicr. Die städtische Srbuldkntilaungs-Kommission. (Fakfimilr.) (Faksimiles) Dsr Siadtkaffen-Rendant. (Eigenbändige Unterschrift.)

Ministerium dcr geistlichcn,11ntcrrichts- und Mcdiztnal-Angclcgcnhcitcn.

Am Schuilcdrkr: Srminar zu Fulda ist der bisherige iifslchrcr Wiegand zum orderilirhé'n Scminarlchrcr dc: fordert worden.

Dem Pei tcr des drr Universität Greifswald grhörigen Gutes Grubenagcn, Andreas Sievers zu Griibenhagcn, ist Fier Charaktcr als Königlicher OhrwAmtmann beigelegt wor en.

Iustiz-Ministerium.

Der Ncchtßanwalt Wendland in Klöße ist zum Notar für den Bezirk des Ober-Lanchgcrichts Naumburg a. S., mit Anweisung scincs Wohnsißcs in Klöße,

die Rechtsanwälte Wendte in Lindrn, Justiz : Rath Vr. Klußmanri und Berenxen in Osnabrück sind zu Notaren für den Bozirk des Oder:. andcsgcrichts Celle, mit Anwci'sung ihres Wodnfiscs in Linden bezw. OLnadrück,

der Rechtsanwalt 131". Becker in Mülheim a. d. Ruhr ist zum Notar für den Bezirk des Ober-Landesgerickns Hamm, mit Anweisung seinxs__Wohnsiscs in Mülheim a. d. Ruhr, und

dkr Gcr:chr§-Ancnor Kreifclts in Düsseldorf zum Notar für den Bezirk des Oder-Landeßgcrichts in Köln, mit An: weiszmg reines Wobnßßés in Malstatt:Burbach, ernannt wor en.

Ministerium für Handel und Gewerbe.

Bekanntmachung.

, Bei den Schiedögerichten der Arbciterversicherung md nachfolgende Beamte zu Vorfiyenden bezw. ftellvertretcnden orfißenden ernannt worden: der Amwrichier Schmiß in Lindlar zum fiellvertretenden Vorsißenden der Schiengerichte in Wipperfürth; der Re ieryngs-Affcffor Freihirr von Dörnberg in Cassel zum_ orstßendßn dcr daselbst bestehenden SchiedsZericbte: & fur die Sektion 7 der Papierverarbeiiungs-Berufs- cnoffxnschaft, d. "r die Sektion [11 der Lederinduftrie : Berufs- genoffenschaft- _ c:. für die Sekuon FUL] der Fahrwerks = Berufs- aenpffenschaft: ' dcr Ncg s-Affeffor vo_n Loefcn in Cassel zum Vor- frßmdexi des Schreddgencbts fur die Sektion D' der Hessen- Naffmnj Vaugewerkß-Berufdgenoffcnscha daselbst; der erichts-Rath Gerischer in ühlhausen i. Th. zurn Vsrsrßaideu und der Bürqernzeißer oon Vuschmarin ebenda zum stel!- verireimden Vompeuden des daselbst errichteten Schiengerichts

dib: Axegiebauten des Kommunalkerbandes des Landkreised au en. Berlin, den 13. März 1899. Der Minister für Handel und Gewerbe. In Vertretung: Lohmann.

„Haus der Abgeord neten.

Bei dem Hause der Abgeordneten ist der Stenograpk) Guxtav Wittig als etatSmäßiger Stenograph angestellt wor en.

Jichtamtlichez. Deutsches Reith.

Preußen. Berlin, 17. März.

Seinx Majestät der Kaiser und König trafen, aus Friedrtckisruh zurückkehrend, gestern Nachmittag um 5 Uhr wieder in Berlin ein. Während der Fahrt hörten Seim? Majestät den Vortrag des Chefs des Militärkabinets, Generals von Hahnke.

Der Staats-Minister, Staatssekretär des Innern ])r. Graf von Posadomsky-Wchner Hat gestern namens des Herrn Reichskarizlers und des Bundesraths an der Beiseßung des vereidigten Fürsten BiSMarck in Friedrichsruh theii- genommen.

In der am 16. d. M. unter dem Vorfiß des Königlich bayerischen vaollmächtigten, Gesandten Grafen :) on Ler (1) e n- feld:Koefer1ng abgehaltenen Plenarfisung des Bundes: raths wurde m_)n den Uebkrfichten über die auf dsn deutschen Munzstätt-cn im Jahre 1898 erfolgten Auxpragungen von Reichs-(Hold- und Silbermünzen 2c. Kenntnis; gmommen. Die Vorlagen, betreffend die Ein- zrcdung von silbernen Zwanzigpfennigstückcn und die Aus- pra_a_ung. von Zcbnpfcnnigstücken, sowie über den Eni- wurs eines Gcseßes für Elsaß=Lothrin en über die Haiging _der Fuchtsticre, wurden den zu tändigen Aus- sch1ii1cn uberwiecn. Den Ausschußamrägen, betreffend die Aband-erunq der Vorschriften rider die Drnaturierung von Salz, dix ZoUbehandlung von seidenen Stickereien 2c., welche axis meistvegünitigtcti_ Ländern cingchcn, sowie Übék die Vorlage, deirencnd dic Vcrmahlung von Gewürz irn Wege des Veredelungöverkehrs, wurde die Zu- stimmung erthrilt. _ Die Berechnung der nach dem thchShaWhaliö-Ejat 7111“ 1899 aufzubringenden Matrikular- beiträge _wurdc geyehmigi. Außerdem wurde über die Be- ssßurig eines Arbeitsplaßcs bei dcr zoologischen Station in Nooigno, sowie über vrrschicdene Eingaben Beschluß gefaßt.

_ Heute hieiien dic vcrcinigien Ausschüsse des Bundeswihs krir Handel und Verkehr und für Justizrvesen sowie der Ausschuß ur Justizwcsen Sißungen.

Posen, 16. März. Die heutige (Z.) Plcnarfi an des Posenschen Provinzial-Landtageß begann m18td§r Be- rathung der Vorlage, bstreffend die Fcsneßung drr Besoidungs- ordnungen fiir die Direktoren Und Lehrer der Provinzial-Taub- ftummcn-Anttalten 11110 dcr Blinden:Anstalt, für die Vorsteher der niederen landrmrthichaftlicben Schulen und für die Lehrer an' dcn ZwangScrziehunannstalten. Darauf folgte die Er- ledigung mxhrcrer Gesuche von Prooinzialbeamfen um Geballöaufbwicrurig bezw. Reauli-crung. Die Erweite- ruxig der Provmzkai : ercnpficgeansiait Kosten wurde bsWioffen. Eirichzkitig wurden dem ProvinzialMuLsckzuß die erforderlichen Mittel zur Vcrfügung gcstellt, um ein geeignetes Grundsirick für die evcntucilc spätere Errichtung einer visricn Jrrcnar-nalt einzukaufen. Ferner wurde die vorläufize Ver- waltung der imBau begriffenen Jdiotenanstalt in Kosten und der neurn * rovmzial-Hcbammcn:chranstalt bis zum nächstcn Provinzial; andtagc geregelt. Nachdcm der Landtag von einer Nsihe von Vrrmaitungsberichten über die Aus- fuhrung ch" Eric_ßcs vom 11. Juli 1891 und die Ver- walmzig sm_erdroxzcn Anzahl von Provinzial=Anstaltcn und Wohliabris-Zrnrichtungm Kenntnis; genommen hatte, wurdcn dic Etuis fur das Landarmsn: und Korrigendrnwescn nebst denxn der zugehorigen Arbeits: und Landarmsndäuser, ferner für_ das _ZwangsrrziehungSrmsen, die erenpflegeanstalt in Komi), die Irrenanstaitcn in Owinsk und Dziekanka, dic Taubirummengnjtaitcn in Posen, Sckzneidcmühl und Bromber die Blindencznnalt in Bromberg und die HebammewLehransta t in Poier: fejtgcseßt.

Hamburg.

Aki dcr gestrigen Bkiseßungsfcieriichkeit in cFriedrichspr'ul) nahm in Vertretung der Stadt amdurg der ürgermeister Or. VerSmann, nicht, wie „W. . B.“ irrthümlick) gemeidet hatte, ])1'. Mönckeberg, theil.

Deutsche Kolonien.

Der Kommandeur der Kaiserlichen Schußiruppe in „Kamerun, Hauxtmann von Kamps, berichtet aus 929an- ttadt unter dem_ 17. Januar d. I._ dem „Deutschen Kolonial- dlan“ zufolqe uber eine _Expedition Kegen Ngilla:

Am 14. Janqar d; I. ist die befestigte * igiiiaftadt im Sturm ge- romzmen. 'Der Feind _m unter starkem Verlust flüchtig. Die Verfolgung tit eingeleitet. Diesseits find verwundet: Skrgeant Ionczeck (“Schuß aus Gewebe 11788 quer diirch denRücken) leicht, fünf Soldaten und fünf Mann von) Troß. -- Die Wales wurden bei der Leichknieier für den drei Tage vorher verstorbenen Ngilla vollkommen überrascht. Es wurdxxrxnbe Bxutx geuzacbt. Bis jest smd allein 15 Pierre und über 100 ;Otuck Kleinvieh eingeliefert.. Der größere Theil der Flüchtlinge, mu ibne_n der neue Ngzlia. soll die Richtung auf Ngutte emarseblagen ba_5e:r, ein anderer Theil hat sich nach Watare gewendet. In ihren

den befinden sieb viele Hinterlader, aucb Gewehre 11/88 mit

unrtion. J:!) beabsichtige, zuerst die Wutesache zu ordnen.

]

Oesterreich-u-gtn.

Der Wiener Gemeinderat nahm " in der Spezialdebatje den auf den GemeinLerath EMM Theil

des neuen Gemeindestatuis mit '“geriiigfü 'geriA'en en an, Als der Vize-Bürgemzeister Strobachgilm Laufe der ung de_m Gemeinderat!) Forster das Wort entzo , kam es zu mimischen Scenen. Mehrere Mit lieder der morität legten energisch Perwabruug gegen das orgehen des Vize-Bür cr- mezsters em, welches sie als Vergewalti ung bezeichneten.

weiteren Verlaiif der Berathung prote tierten mehrere t- glieder der Minorität ge en die Handhabung der-Geschäfts- ordnung durch. den„Vorißenden, woraüf die Minorität bis auf drei Gemeinderathe mit der Begründung den Saal vcr- lixß, daß fie infolge der Handhabung der GeschäftSoidnung seitens des Vorsißeziden nicht in der Lage sei, ihre Anfiiht ziir Geliung zu bringen. Der Gemeinderat!) begann hierauf d'ie Spezialdebatte üher den auf die GcmcindewaiTlreHLoxrm bezüg: lichen zweiten Theil des Gemeindestatuts. De ahlreform wurde nach denVorschlägcn des Referenten, unter Ablehmmg eines Antrags_ auf Aufhebung der Bestimmung, daß eine fünfjährige S_eßhaftrgkert die Vorausseßung für die Wahlderechtigung hildcn solle, “angenommen. Die Zusnßanträge, *nach denen 1ede„Wahlbeemfluffung sowie ungenügend begründete Nicht: auszuhung des Wahlrechts Geld: bezw. Freiheitsstrafen nach sich ziehen folien, wurdet) gleichfalis angenommen. _ (Gestern Abend versuchten rmgefaixr 2000 Arbeiter in dor Umgebung des Nathhausco cmd Kundgebung zu veranstalten, wurden Jdockx von der Polizei ohne Zwischenfall zrrstreut. Einige

erhastunaxn ryurden vorgenommen.

Jm_bok)misxhen Landtage machte gestirn der ObeÉsi- Landmarxchall urst Lobkowiß Mittheilung von der r- nennung des andelsfammer-Präsidenten ohanka zum Vertreter des Oberst-Landmarschails. Wuhanka dankte uerst m czechiscber, ?ierauf in demscbkr Spra“che für die Beru?ung.

Jm_schle ischen Landtage ließ der Landeshaupt- mann emen Antrag des Abg. rk , betreffend die Aufhebung der Sprachenverordnungen sowie Vorkehrungen gegen deutsch- fcnzdliche Maßregeln und Hcrstellung eines verfaffungsmäßigen Zustandes, nicht zur Bcrathung zu, da der Antrag die Kom- petenz des Landtages überschreite.

Großbritannien und Irland.

_ Das Oberhaus hat gestern, wie „W.- T. B.“ berichtet, die zweite Lesung der Bili 11er den Wucher genehmigt.

_Jm Unterliause ri tete ogan die Anfrage an die Regierung, ob sl? Nachri ten uber den angeblichen Ankauf der Carolinen-Jnfeln sciténs Deutschiands habe. Ob und wie die Interessen Australiens und Neu-Scelands durch die Aus- deh-Jung urid Befestigung der deutschen Macht im Stiiicn Ozean deruhrt wurden, das vrrdiene die Aufmerksamkeit der bri- Uschkn Regieryng. Der Parlamcnis-Sckreiär des Aeußern Brodrick crrmderte, diesRrgierung habe keine Nachrichten über den bercgten Eegenftgnd. Den Jntrrsffen Australiens und Neu:Sxelqnds wsrde sie die gehörige Aufmeiksamkeit uwcnden. Hogan richtete darauf die weitere Anfrage an die egierung, ob dZÉ Verhandluiigcn der Berliner Vcriragsmächtc übrr die Lage auf Egmoa und_dic Einseßung Mataafa's als König definitive Er- gebmne gehabt hatten. Der ParlamentsSekreiär des Auswärtigen Br odri ck erwiderte, dichrhandlungen hierüber seien noch in dér Schwrbr: weitere Berichte aus Samoa würden erwartet. L_eng fragte an, ob wädrcnd dcr chien 25 Jahre die fran- zosiichc Arisfuhr nach England regelmäßig gestiegen sei, wahrend die britif x Ausfuhr nach Frankreich abnehme; ferner, ob mit Ruck icht auf die kommerzielle Haltung Frank- reichs gcgsnübcr Großbritannien der Schaßkanzler die Raxbsamkctt der Besteuerung der aus Frankreich ein- gkfubrten Luxusartikel, wie Wein und Sci enwaarcn, cr- wäg_en wolle. Der Schaßkanzler Sir Michael Hicks Beach e'iklarte, er laude mcht, daß _die im ersten Theil der Anfrage liegendr Bc auptun ganz richtig sei, aber thatsächlicb habe der Werth der Aus uhr nach rankreich in den testen Jahren etw_as abgenommen, happqä lich die Wiederausfuhr ein- gefuhrteYWaai-en. Hinsichtlich des zweiten Theils der An: frqge mune er den ragestcller daran erinnern, daß der britische Zolltarif im invlick auf die Erlangung von Ein- künftcn _und nicht zur Uebung von Repressalien entworfen wsrden ici. Im mritercn Verlauf der Sißung nahm das Haus den Etat für die Marincmannschaften an.

Die „Daily Nowy“ melden, daß der Lord-Obcrrichier von England, Lord „Ru1sel, an Stelle des verstorbenen Lord Henckel] zum Mitglied des _Schicdögcrichts in der Venezuela- grrnzfrage ernannt worden 1ei.

Rußland.

In St. Petersburg sind gestern, wie dem „W.T. B.“ brrichtet mird, Vertreter aller Stände Finlands sowie Dcvutirte sämmilich2r Gemeindrn des Großfürftenthums, im Ganzen 400 Personen, cingeiroffsn, um an Ailerdöchster Stelle eine Petition zu unterdrciicn, welche mit der vom finischcn Senat übkrreicbtcn inhaltlich übsrcinstimmt. Die Deputation begab sich in kleinen Abthe2lungen zur Stadt.

Italien.

Die Genesung des Papstes schreitet, nach einer dem „W. T. B.“ zugegangexien Meldung aus Rom, fort. 131“. Mazzoni wird den Papii erst heute wieder besuchen. Die Aerzte erklären, die umlaufendxn deunruhigenden Gerüchte seien un- begründet, die Lunge und das Herz seien völlig gesund, und der Papst sei nicht schwächer als jeder Greis von 90 Jahren.

Spanien.

Einer Meldun _des „W. T. B.“ aus Madrid ufolge unter eichneie die _onigin-Regentin gestern die Zekrete, bctre end die Auflosung der Cortes, die Wiedereinbcrufung derselben und die Vezadluns des rückständigen Soldes an die na_ch der Heimatk) zurückbeförderten Soldaten. Heute wird die Konigin-Negentin dic Ratifikationßurkunden des Friedens- vertrags mit den Vereinigten Staaten unterzeichnen.

In Palma fanden gestern lärmende bungen seitens der in die Hximath urückgekehrten Soldaten tt; die Gen- darmerie mußte die uhestörer zerstreuen.

Schweiz.

Die eidgenössis e Stanforechnun weist für 1898 an Einnahmen den Jetta von 952774ÖY Fr., an Aus- gaben den von 94109942 r. mithin einen Ueberschuß von 1 167 511 . au. Die Mehreinnabme Ze enüber dem Budget ems ließli der Nachkredite beträgt 8 1 345 Fr.

Türkei.

Einer Meldung des W. T'. B,“ aus Kanea zufolge hat die kretische Natrona versammlung gestern den Ent- wurf der Verfassung in zweiter Lesung angenommen.

*,* - "riubenltmd."

' Der Köni eröffnete gestern die Ses on der Kammern mit einer Throßirede, in welcher, dem . T. B.“ zufolge, den Mächten für die Ernennung des Prmzxn Georg zum Ober-Kommiffar auf Kreta Dank aussesprochen wrrd und ;odann verschiedene Geseßentwürfe auf xzählt werden, welche Re armen beireffen. Dieselben beziehen ck auf die Berufung von Axis- [ändern ur Reorganisation mehrerer staatlichen Drenftzweige; auf die ildung eines Ministeriumx für „Handel und Gewerbe, auf die Schanun einer Kontrolbehorde für die Staatsbeamten

und auf ein re geseß.

en.

Die „Times“ meldet aus Sharighai vom gestrigen'Tage, daß die japanische Regierung die Anstellung eines ]apa- nischen Zollkommissars in Fuiicbau verlangt babe_.

Aus Manila wird berichtet, daß die amerika_mschen Truppen gestern fünf englische _Meilen über den Paig vor-

egangen seien und daß nach heftigem Kgmpfr, in me] em dix ufständischen schwere Verluste gehabt hatten, der Ort Caiiai enommen worden sei. Die Amerikaner hätte zwci Todte und FZ Verwundete verloren. Afrika.

Aus retoria erfährt das „Neuter'schc Bureau“, der Präsident es Voliöraad habe gestern erklärt, die Regierung [affe aus Europa einen Finanzeépxrten kommen, weicher alle Finanzgeschäfte der chubli uberwachen solle. Ohne Mitglied der Exekutivx zu sein, würde dieser Finanzmarm als Berather Sis und Stimme haben.

Polynesien. Dem ,ßNeuier'schm Bureau“ wird aus Auckland be-

richtet, da das Kriegsschiff der Vereinigten Staaten „Philadelphia“ vor Samoa eingetroffen sei.

Parlamentarische Nachrichten.

Die Berichte über die geftrigen Sißungen des Reichs- tages und des Hauses der Abgeordneten befinden sic!) in der Ersten und Zweiten Beilage.

-- Das Haus der Abgeordneten begann in der heutigen (47) Sißung, welcher der Vize-Präfiderii des Siaats-Ministeriums, Finanz:Minisier 131". von Miquel, der Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen und der Justiz-Minister Schönstedi beiwohnten, die dritte Bc- rathung des Staatshaushalts:Etats für 1899.

In der Generaldiskusfion bemerkt

Abg. Dr. Sattler (nl,): Wir sind glücklicher Weise in der Lags, den (Etat noch vor Ostern fertig zu steilen. Darunter hat aber eine aründliche Beratbung des Etats leidkn müffen. Die Staqtérkgierung sollte künftig uns früher einberufen, damit wir den Etat jorgsam be- ratben können.

Damit schließt di: Generaldiskussion.

In der Spezialberathung erledigt das Haus bis zum Schluß des Blattes nach längerer Debatte die Etats dcr Justizverwaltung, der Preußischen chtralgenoffcnschaftskaffe und der Forstverwaltung.

Statistik und Volkswirthschaft.

Die "deutf e überseeische Auswanderung über deutsche Häfen, lntrverpen, Rotterdézm._ Amsterdam'und Hadre fteUte Cub nach den Ermittelun en des Kaijerltchen Statistischen Amts für Fe ruar 1899 und den g eichen Zeitraum des Vorjahres folgen-

dermaßen:

Es wurden befördert im Februar über 1899 1893 Bremen . . . . . . . . 522 485 Hamburg . . . . . . . 547 463 andere deutsche Häfen (Stettin) _ 29 deutsche Häfen zusammen . . 1069 977 Artwerpen . . . . . . . 136 214 Rotierdam . . . . . . . 22 40

Amiterdam . . . . . Havre .

. . . . . . 23 -- überhaupt . . 1250 1231

Aus deutschen Häfen Wurden im Februar 1899 neben den vor-

enannten 1069 deutschen Außwanderern noch 7130 Angehörige fremder

&!aaten befördert. Davon gingen über Bremen 4086, Ham- burg 3044. __ Zur Arbeitrrbewegung.

Aus M.-Gladbach wird dkr „Köln. Ztg.“ zur Lobu- bewegung der Weber weiter berichtet: Bei Krabnen u. Cobbers in Wassenberg kündigten sämmtliche ster Wegcn Lobnstreits.

Aus Bramsche bei Osnabrück 1chrcibt man der „Rhein.- Wistf. Ztg.“: Die Firma (Gebrüder Sanders hat ihren Betrieb zum größten Theil einstellen müffen; sie", beschäftigt nur etwa 20 Arbeiter und erhält von außerhalb nur skbr dürftig oder garnicht Crsaß. weil Ausstandsvosien an der Bahn dafür joraen, daß arbeiiöwillkge Arbeiter sick,“ nicht in den genannten Betrieb begeben.

In E ii 8 n [) urg sollen. einer Mittheilung der .Lpz. Ztg.“ zufolge, sämmtliche Arbeiter der Maschinenfabrik von Dr. Bernhardi Sohn die Arbeit eingestellt haben., _ _

Hier in Berlin fand am Mittwoch die von aber buzidert Ver- tretern des Baugewerbes aus allen Theilen Deutschlands besuchte konstituierende Generalversammlung des Deutschen Arbeitgeber- bundes für das Baugewerbe statt. Der Vorißende,' Bau- meister Bernb. Felisch bob die au erordentiicbe icbtigkett der

rage und der zu faisenden Bescblü e hervor und betonte, daß es ck keineswegs um einen Offensivverband gegen die Arbeitnehmer m Baugewerbe handle, sondern lediglich um einen Vertbeidigungs- verband gegen die Ueber riffe und ungerechtfertigien Forderungen der sozialdemokratiscben gitatoren. Nach umfangreicher Aussprache wurde die Konstituierung des Bundes einstimmig beschlossen, ebenso das Bundeéstatut mit einigen unwesentlichen Aenderungen genebmi t. Dem Bunde traten sofort 31 bereits bestehende Verbände bei. Die, ertreter weiterer Verbände waren zur Ab abe der Beitrtttßerklarung nicht direkt bevollmäcbti t, stellten jedoch den aldigen Anschluß in Aus_sicht. „Ferner wurde beriZtet, da eine große Zahl von Lokalderbanden m der Bildung begriffen s , welche demnächst dem Bunde ebenfalls beitreten wurden. I." den Vorstand wurden gewählt: B. Feliscb-Berlin ais Vor- vender, Simon-Breslau als Sterertreter des Vorsißenden, und Uni Veisißer. -- Die Versammlung beschloß ferner, sofort in eine kräftige Agitation zur Bildung neuer Verbände und in die Ausfuh- rung der fonfti en Aufgaben des Bundes einzutreten. Als BundeIor an wurde die augewuközeitung“ gewählt und dem Vorstand 5 er- laffen, noch einige Fachblätter als Publikationöorgane zu bestimmen. Die fte ordentliche Generalversammlung des Bundes soll Anfang Septem er d. I. im Anschluß an den Dele irientag des Innungs- Verbandes deutscher BaugewerkSmeisier statt nden. Das Bureau des Bundes befindet sich in Berlin ZW., Kochstraße 3.

Kunst und Wissenschaft.

In der Gesammtsißung der Akademie der Wi sen- schaften vom 9. Mär; (vorfißender Sekretar: Herr Vahlen)s legte

Heu “Fuck!“ „Bemerkungen zur Tbeorie der “assoziierten Differential- glei ungen“ vor. In dieser MMWUYU werden die notbwendigen und inreicbenden Bedingun für die dukiibilität der assoziierten Differentialgleichungen entw ckelt und durch einen besonderen Fall er- läutert. Außerdem wird eine in einer früheren Mittheilung bewiesene Eigenschaft der assoziierten Differentialgieicbungen durch eine neue Methode beßründet.

Die Königlichen Museen baiten auch in dem Viertel'abr vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1898 mannigfache, zum 1 eil srbr wertbvolle, Neuerwerbungen zu verzeichnen.

Für die Sammlung der antiken Skvlviuren wurde ein altertbümlicber Tuff-Sarkovbag aus der Nähe von Civitk Caffeiiana erworben. Derselbe ist ganz glatt und hat einen boden dachförmigen Dkckel, an deffeu Giebelseiien je zwei weit vorspringende Löwenköpie als Griffe angebracht waren (nur das eine Paar davon ist erhalten). Alle Flächen find _mit Be- malunq überdeckt, welcbe die senkrechien Scitenflacbcn des Sarges und des Dcckels zusammen je als Einheit, die schrägen da- gegen je als besonderes Bildfeld behandelt. Während die Schmal- seiten nur mit buntfarbigem Rankenornamcnt gsiülit find, déssen Motive vielfach an orientalische und osigriechiscbe Vorbildsr erinnern, zeigrn die Langssiti'n einerseits zwei bundeäbnlicbé Thiere, andererseits zwei Schlangxn einander gegenüber, darüber Rankenwerk, das aus einsm über den Köpfen der Thiere schwebenden Gcfäß aufsteigt; andere vom Boden emporwacbsende Ranken und Pftanzenornamente füllen die Zwisckoenräume im unteren Theile des Bildfeids. Von den beiden schrägen Deckrisciien ifi die eine mit nvei schreitenden Sphinxen, die andere mit zwei Seepferden zwischen Pftanzenornamsnt geicbrnückt. Der Grund aller Malereien ist einbeitlicko blau, außerdem 1er Schwarz, Violeiibraun, Roth und Gelb, lektere in verschiedenen uancen, ver- wendkt. Nrben der noch älteren Grotta Campana in Vsji ist dieser Sarkophag wohl das früheste und beste Beispiel altertbümiicher Malerei im südetrurifcben und den benachbarten Gebieten, den stilisiticb ganz verschiedenen chmter Bildern durch die schöne Erhaltung weit überlrden. _ Für die Sammlung der Gipsgbaüss e wurde em Abguß der vatikanischen Aphrodite-Siatue (Helbig Nr. 252) .exwdrbcn.

Der Abtheilung der Bildiverke aus der cbrtiiltcden Epoche schenkte ein Gönner, der nicht genannt zu werden wiinscbt, kin Hochrelief in Holz Von Tilman Riemenschneider. die Beivetnung Christi mii Magdalena, Maria und Johannes darstrllend; 'die Kom- position ist nahe verwandt derjmigeu in der Kirche zu HZdingsfeld. Von dem Geheimen Regierungs-Ratb Bode Wurde der Dammiung ein Marmorreiief aus der Schule Donatello's überwiesxn; 'die Ma- donna ist in Falbfigur vor einer Mannor-Arcbitckiur in ziemlich flacherxi Relief darge teilt. Der Meister dieses an:“; Pisa stammenden Werkes ist Buggiano teiaentlicb Andrea Di Laztaro Cadalcanti), mit dxffen beglau- bigten Schöpfungen in Florenz und Pisa das Relief stilistisch genau über- einstimmt. Als Geschenk eines Herrn S. kam cm in Kupfer gx- trikbcnes und vkrgoldetes Madonnenreiiei byzanxiniscbcn Stils in die Sammlung, das wohl in Venedig im 1111 oder Fil]. J_xbrbundert gearbeitet ist. Ein anderer Freund der Sammlung, der nico: enannt xn sein wünscht, überwies endlich eine kleine Bronze, eme adrnde Venus darsteliend, anschc'inend eine floreniinifcbe Arbeit vom Außganze des IT?]. Jahrhunderts. Das Figürcbe'n ist mit dem iniereffant pro- fiiikrtem Sockel aus einem Stück gegossen. *

Als Haupterwerbung des Antiquariums find die _Vaien, Bronzen und Miéccllaneen zu bezeichnen, welche den yolisiandtgen Inhalt von seeks Gräbern don Pitigliano in Etrurien, blidk'". Von riefen sechs Gräbern aebören fünf einer sebr alteitbümlicben Nekropoiex an. An ihnen läßt sich in anschaulicher Wciseiarlegen, wre“ m' die einheimische Vasenfakrikaiion fremder Import eindringt und wie dieser Import altertbümlich geometrischer Art durch einen Import enthcksirxren Stils abgelöst wird, der sich an protokorintbiscbe Vqtbtlder anschneßt. Die einheimischen monochromen (Gefäße sind durch ihre tadellose Er- haltung und durch die Seltsamicit ihrer Formen brmrrkenswerib. Sie sind für die Sammlung res Antiauarruxns _als Vorstufe der sogenannten Buccberogifäße von größter Wichtigkeit. Das sechste (Grab ist ein römisches, und zu ibm aeböxt u. a. ein römijcbsr Teller aus ram; ZiZjUata don 47 am Durchmener, das größte nachwßisbare Exemplar dieser Monumentengattung. In der Miike ist viermal

der Stempel 13.3 KZKHF'FL wiederholt. Im Ganzen umfaßt die Neu-

eriverbung 350 Nummern. - Von Cinzelcrwrrbungen sind zu er- wäöncn für die Sammlung antiker Bronzen und Mis- cellaneen: , '

Ein glasieries Tbongefäß aus dem Faijrüixr m Form etnxs kieinkn Siydbos mit Ringbenkeln. Um das Gciap, das ganz niit eirkkm silbrigen Ueberzug bedeckt ist, ist eine preuranke m Relief ge egi. ,

Zwri silberne Haarvfeile aus lemvia. Der eine ist reich mit Ornamrnten verziert, dcr andere, jedweriförmig genalici, ,mgt ais Knauf ein korinthisches Kapith am “rberen Theil_kcr Schncire em Relief mit Frauenkopf. An beiden sixid starke “Spuren don Vcr- goldung zu bemerken. * .

Ein fragmentiertsr griechischer Klappsriegrl m1t der Darstellung des Herakles im Hesderidengarten. ' '

Cin Glasfragment mit dem Kopie der Pgribenos m NEUEN,

Die Vasensammlung Wurde durch drei rojbfigurige böottscbe Skyvboi mit Darstellungen aus der griechischen Heldensage O_Ctmebtt. Ferner wurden erwvrben: zwci Terrakoiien aus Aiken, eine aus Böotien und eine urxdekannten Fundorts. Als Gesch_k_n_k gingkn dem Antiquarian: durcb Ocrrn Gumprecht fiinf kleine Gesaxc aus Athen und drei Terrakottafiguren zu.

Das Münzkabinet hat im [exten Quartal 1898 64 filbcrne und 49 kupferne Münzen und eine ')ikdailie nls Elfcbknk erbalwn, und zwar von den Herren Ecbeimrr Regiriux:gS-R;tb Friedsysburg, 1)r. Pernics imd A. kai, der Stuitg-arter Metauzvaarensabrik und dem Westvr€ußischen Provinzial-Muyeum zu Danzig. Das leßtcre hat in besonders danfeniiverther Weise, wie bei fruhx'ren Funde.", so aucb je-ßt aus dem kürzlich zu Bitglau bei Thorn gesundrnen Schütze 30 Münzen überwiesen, unter denkt; sich einige neue Déiiare_ydn Meß, Tui], Lüneburg und namentlich ein Diibem drs aukftandrschen Samanidenprinzen Jafj1 Ibn Ahmed, im Jahre 290 der Hedschra zu Samarkand grprägi, befinden.

Bauwesen.

In dem Wettbewerb für den Bau einer Kirche in Alte'n- burg (S.A.) erhielten, wie das „Centralbl. d. Bauvcrxv.“ tmttbetlt, reife vim je 1500 „M die Architekten Comehls rt. Fritjcbe in Elber- eld und J. Kröger in Berlin-Wilmerßdocf Preiyx von je: 1000 ..“ die Architekten Baurat!) Proieffor H. Stier rn “HarinoVer, und A. Käpdler in Leipzig. Zum Ankauf empfohlen wurde el_n weitsrer Entwurf der Architekten Cornebls u. Fritsche. Die Entwurfs werden vom 27. März bis 8. April in Altenburg öffentlich aussestrlit.

Für das Gebäude eine:? Damenstists in Aliona ist ein allgemeiner Wettbewerb unter den deutschen Architekten aus- geschrieben worden. Die Preise betragen 2000, 1500 und 1000 ckck; außerdem wird der Ankauf einzelner Entwürfe zum Preise von 500.“ vorbehalten. Das Preißgericbt besteht aus den'Hsrren Stadt-Bauratb Hoffmann in Berlin, Architekt A. Petersen, m Aliona, Stgdt-Bau- inspektor Brandt ebendaselbsi und zwei Nichttecbnikern. Die Unter- la m können von der Zentralkanzlei des Magistrats in Altona (ZLatbbc-us) bezogen werden. Die Entwürfe sind bis zum 15. Juni d. I. einzureichen.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiteu und Absperrungs- Maßregeln.

K i Dlxrd ATZkirudFeitFrtMaUlld tund dKlauenseiÖéß iftktdem er en eun m geme e wor en vom : war zu xussdurtän am 14. und vom :Scblacht-Viebbofe zu München am

_-

' Türkei. . .

Zufolge Veschluffes des internationalen Gesundbeitöratbes in Konstantinopel ist die für Herkünfte aus Djeddab anYordnete 10tägige Quarantäne auf Herkünfte von dsr ganzen e des

edjaz zwischen Mamoaret - ul - Hamidiö (Lttb) und

ambo (diese beiden Häfen ausFenom-mn) aussedebnt worden. (Vgl. .R-Am.“ Nr. 52 vom 1. d. .)

Griechenland.

Die griechische Regierung hat die aus Djeddab kommenden Schiffe einer zebntäqigen Effektiv-Quarantäne unterwqrfen. Die Zeit, während welcher die Schiffe von Djeddab bis zu einem griechislben Hafen unterwegs geMsen sind, wird auf die Quarantane nicht m An- rechnuna gebracht. Quarantänestation ist die Insel Delos.

Die von den Küsten des Rothen Meeres und Egvvten kommenden Schiffe haben sich einer eingehenden ärztlichen Unter- suchung zu unterziehen.

Verdiuguugen im Auslande.

Italien.

4. April, 9 libr. Munizipal-Verwaliung von MS lilli: Anlage

einer Wafferleiiung. Anschlag 200000 Fr. Spanien. '

11. Avril. Verwaltung der Waffeniabrik in Toledo: Liefe- rung von 16 600 kg Zinn. Anschlag 20 750 Peseten.

' Schweiz. , . _

1. Juni. Departement der öffentlichen Arbeiten tn Lankan_ne: Preisaugscbreiben für das Projekt eines Viaduktrs aus Meiall uber die Baye von Clarens dei Brent. Ein Exemplar der Bedingungen mit Längs- und Quorvrofil wird auf Wunsch übersandt. Preise tm Gesammtwertbe von 3000 Franken für die besten Projekte.

Rumänien. _ . ,

22. Märx. Generai-Direktiyn der rumantfchen Eisenbahnen,

Bukarest: Lieferung von 3600 Heften Blaitgold. Egypten. .

5. April. Verwaltung der Da'ira Santé!) in Kairo: Lieferung Von 450000 Zuckersäcken. ' _ _

5. April. DeSgl. 2000 kJ Olivenöl 1ster Qualitat fur, Be- leuchtungszwecke, 3500 irg gekochtes Leinöl, 4500 kJ pulverifierie Mennige, 2500 irg Hanfsckpnur.

Theater und Musik.

Theatxr des Westens.. _ .

Vor der vorgestrigen Aufiübrung yon Rossirii's komischxr Oper .Der Barbier von Sevilla“, welche 'mit der itaitentsckoen Sängerin Regina Pacini als Gast _in der Partie der Rosine m Scrne acht: sollte, trat Herr Direktor Hoipauer vor den Vorhang, uni dein Publikrmi die Mittheilung zu machen„ daß 'die Sangcrm in einer Probe, zu der sie sich erst nach vielem Bitten berbetgrlaffen, die Forderung gesteiii habe. daß alie Mitwirkenden dra Text 113 tia- lieniscbcr Sprache singen _soliien; da diese Forderung als uneriuUbar abgelehnt Wurde, sei die Künstlerin am Nachmxttgg dor der Auffahrung abgerkist, Nur durch die liebenswürdige Berettwrliigkett drr Frau Schuster-Wirtb, welehe tro Liner Indisposition die Partie uber- nommcn habe, sei die Auffü rung überhaupt zu ermöglichen axwesen. Das Publikum lkéb den Worten des Direktors willig Gabor und ließ dsutlicb erkennen, daß es sein Befremden über das Ver- halten des Fräuleins Pacini in jeder Hinsiäxi tbeile. Die Aufführung der Oper, deren Zustandekommen noch weiter dadurch erschwert wvrden war, daß für dkn eikrankien Herrn Steifens der Ober-Regiffeur Chr! die Rolle des Dr. Bartolo batte uber- nehmen müssen, nahm dennoch einen befriedigenden Verlauf. Frau Schuster-Wirtb, welche mit demonstratwem Beifall empfangeii wurde, iübrte ihre Partie mit anerkennenswcrther musikaiistber Sicherheit durch; mir eine gewiffe Vorsicht bei dem Anscßen der höherenTöne ließ auf die erwähnte Indisposition schließen. Als Einlgge sang sie tin zweiixn Akt die bekannten Variationen von Adam mit roßer Vtrjuosiiai. In der Rona des Barbiers sicliie sich Herr Max qrrison als (Hast vor, ein Sänger, dem es an einer klangvoUen ,quitonsiimrne nicht gebricbt, dem abcr die für diese Aufgabe unerlaßliche Leichtigkeit in (Gesang und Spiel fehlt. Der schwierige Part des Grafen Alma- viva war Herm Albcrti anrettraut, der ibn recht anerkennens- Werth ausführte, ohne jedoch davon zu überzen en, daß er gerade fßr dcn kolorierten Gesang eine besondere Bean agung babe. Fraulein Detscbv (Marzelline) sowie die Herren Ebrl (Bartolo) und Dreßler (Basilio) trugen das Jbrige zum Gelingen der Aufführung bei. Sebr lobenswertb war auch das Orchester unter Herrn Bertrand Sänger's umsichtige: Leitung.

Belle-Alliance-Tbeaier.

Gestern Abend ging ein Schauspielunter drm Titel „Vom gleich 8 n Stauimx' in Scene, welches der Verfasser, Adolf Stsiye, ein „Lebensbiid' nxnnt. Das Lebensbild baut fich auf dem Lebr1aß und Grundgedankrn auf, daß die sittliche Entwickelung und der Charakter drs Menfcben nicht sowohl Von seinen ererbten Eigenschaften, als vielmehr von sciner Umgsbung u_nd seiner Erziehung bestimmt werde. Zu dieser Behauptung wird_ am der Bühne ein Beiipiel vorgeführt, das man als beweiskrästig ansehen soll. Ein junges Mädchen, das einer moralisch Volistaxidig verlotterten Familie entstammt, ist doch mit achn weiblichen Tugenden e cbmückt, weil sie schon als Kind in das Haus ihres e rbaren Onkels aufgenommen wurde und so in einer reinen, sittlichen Atmosphäre aufwiicbs. Im Gegcnjav zu der iugendbaften Luise steht ihre Schwesier, die vs'rworfene May, welche das Unglück hatte, im Dunst- krsise des Elternhauses ihre ganze Jugendzeit zubringen zu müssen. Aus Neid und Mißgunst reißt May den eben Verlobten der vom Glück getrazencn Schwester an sich, die erst bei dieser Gelkgrnbeit ihre Familie kennen lernt. -- In der Ausführun diefes Sujets kann man eine gewisse Ania : des Verfassers für tbeatrali cbwirksame Gegensätze nicbt Verkenncn, (1 er fast alienanderen Anforderungen eines Dramas vermag dsr Dichtkr noch nicht zu genügen. Der Dialog ist von erdrückender Nüchicrnhcii und die _Cbarafteristik der handelnden Personen von schablonenbafter Oberflachlichkeit. Die Darstellung war an Wert!) der Dichtung bei Weitem überle en; namentlich sind die Leistungen der Damm Erlbolz. Walden urg, Schäfer-Kruße und die der Herren Wedlicb, L'Aliemand und Pauly mit beson erer Anerkennung zu nenten.

Jm Königlichen Opergbause wird morgen Ambroise Tbomaß' Over .Mignon“ mit Fraulein Rothauser in der TitelroUe egeben. Den Wilhelm Meister singt Herr bilipp, die Pbiline Fräulein Dietrich, der) Lothario Herr Ba mann, den Laöries Hkkr Knüpier, den rtedricb Herr Lieban. - Am Dienstag, den 21. d. M., geht auf ' [lerbörhsien Befehl zum ersten Male „Regina, oder: Die Marodeure', romantische Oper in 3 Akten von Albert Lorßing, Umarbeitung des Textes von Adolvb L'Arronge, unter Kapellmeister 1)r. Muck's Lritun in Scene. Die Beseyuug lautet: Jobst Zadcck, herrichaftlicber erwaiter: Herr Mödlinger; Regina, seine Tochter: Fraulein Ydler; Reinhard. Gutsbefiver: Herr Grüning; Wolfram, aldbüter: Herr Hoffmann; Steffen Balder: Herr Lieban; Lise: Frau Gradl; Wittwe Balder, Steffen's Mutter: Frau Eva e; Ruprecht ein Land- fireiäser: Herr Ktasa; Feldarbeiter: d e Herren Älma, Grün. Jansen u. s. w. Zeit der Handlung: die [evten Tage des Monats Auauft im Iabre 1813. Ort der Handlung: das Hirschberger Thal in Schlesien. Das Werk ist vom Ober - Regisseur Te laff in Scene geseßt, die dekorative Einrichtung hat der Ober-Jnspe or Brandt besorgt. Die neuen Dekorationen sind vom Königlichen Tbcatermaler Herrn Quaglio angefertigt.

Im Königlichen Schauspielhause Felangt morÉen Shake- speare's .Sommernacbtstraum' in Felrgender Be evung sur uffübrung: Theseus: Herr Nes er; Egeus: r Oberlaender; Lysander: Purscbian; Demet: us: Herr Matkowskv; Squem: rr He e; Schmock: Herr Krüger;_ Flaut: Herr Hartmann; nam: Herr

Eichholz; Schlucker: Herr Will; Hippolyta: Frau Ellmenreich;