1830 / 191 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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wird leicht begreifen, welche Gewalt derselbe bei diesem trau- rigen Anlasse dem väterlichen Herzen anthun mußte und, wie er, wi'cd es die Hoffnung nähren, daß der tapfre Sohn am Leben bleiben werde, um noch ferner dem Kö,- nxége und dem Vaterlande zu dienxn.“ -- „Nach der Art und Weise“, äußert der Messager, „wie die,Ope- rationen in Afrika geleitet werden , würde es kleinlich „seyn, wenn man dem Ober-“Befehlshaber nicht Gerech- tigkeit widerfahren lassen wollte. „Briefe von der Armee, „aus der Feder voa Offizieren geflossen , die unsere constitu- tionnellen Grundsä-Ze theilen, nehmen keinen Anstand, dem Kommando des Grafen v. Bourmont das gebüßrende Lob zu ertheélen. Man kann fick) einer tiefen Bewegung nicht erwehren, wenn man in dessen Berichte vom 25sren die Steüe liest, worin er sagt, daß nur ein Offizier verwmtdec worden, und

daß dieser Eine der zweite semer vier Söhne sey. Diese.- *

Spracße e-Hnes' Soldacen Und Vaters hat in ihrer rührenden

„Einfachheik etwas Ei?:dringléches, das UNS entwaffnek und uns zur Unpäkteéléchkeic zwingt. Man versichert, daß dem Könige, als er die betreffexxde Stelle: des Berichkes las, die Thränen in die Augen getreten seyen, und daß Se. Majestät sofort ein eigenhändéges Billet an die Gräfin vou Bourmwnt geschrieben haben , um dem mütterlichen Herzen Trosk zuzu- sprechen.“ 7

Die Blessur des jnngen „Bourmont soll sehr gefährlich seyn. Die Kugel ist auf der linken Seite anker“ dem Herzen eingedrungen und auf der rechten Seite, nach hinten zu„ zwischen zwei Rippen wieder hinausgegangen.

Herr von Pcyronnet, der Sohn des Ministers des In- nern, Seconde-Lieutenänc_ bei EÜWM Husaren-ReZémeme , ist gestern als Courier mic Depeschen für das Haupcqrmx'xiex dcr

Expeditions-Armee nach Afrika abgegangen,

Das Journal des Débacs gtebt nach dem Aviso de la Médéxerra-nnée nachstehenden Tages-Bechl des Grafen v. Bourmont:

„Die Truppen der Exped-itéons-Armee Haben an den Ta- gen_ des 14cm mw 19cen Juni den Erwartnngen des Königs encjprochen und den der Französtschcn Flagge zugefügxen

_ Schimpf berejts gerä t. Die Türkische Milt“; hatte geglaubt, daß es eben so leicht ey , uns zu besiegeu, als uns zu be- schimpfen. Eiwe völlige Niederlage hat sie eitwsAndern be,- lehrt , und jekzt werden wir sie in den Mauern von “Filgier bekämpfen, Schon kehren viele Araber nach ihren Wohn-

pläßen zurück, denen dj_e Furcht vor dem Dey allein ste enrrissen harre ; bald werden fie wiederkommen, um uns ihre Heerden zu ver- kaufen und den Ue'berfiuß in unsern Lägern zu verbreiten. „Der Ober-Befehlshaber macht es dem Heere zur Pflichr, ih- nen eine freundliche Aufnahme zu &ck&» und" die mit ihnen abgeschlossenen Käufe gewissenhaft zu halfen. Die Truppen von allen WaFerxgatcun en haben an Muti) Unter

' einander gewetrn'fert. ' "ck die' rmee-Verwalcung hat durch

, ihre klugen Anordnumgen ,. so wie durch die Sorge , die se d'en Verwundeten widmet, das beste Lob verdient. „Der Ober,- Befehlshaber Wird bei der Regierung die Dienste Aller

' geltend machen und die Güte des Könégs für Diejevigen in Anspruch nehmen, die stch derselben am würdigften gezeigt ha- ben. Ueberall, wo das Hees? kämpfte, hat das Feuer der Kriegsschiffe seine Operationetx uncerstüßc und zu den von

. uns„ erxunéenen Vor-theilen. werentlich beigetragen.

Im agex von Sidj-Khale -den 20. Juni 1830.

(gez.) raf“ von Bourmonr.“

.Di-Quotidienne giebt nachstehendes Schreiben aus Sfdi-"F'e rruch “vom 21. Zum, deffen Verfasser, ihrer Be-

hguptung nach, durch seine Stellung in Stand gesetzt sey, „du genauesten und ausfüh-rléchsken Nachrichten über die Ope- _rationen' derÉExpedicions-Armee einzuziehen: „Das Treffen

fi Staoneli“ hat S_Örecken in dem sekndlichen Heere ver- bxeixet und die Einrvohner ind nunmehr überzeugt, daß „Wkdxx ;cmd yergebl'éch seyn w rde. Jeden Morgen unter- - “_hgnhkln Atabtsöxe Häuptlinge mit unsern'V'okpusken; mehrere , WWU sossyzms Egger und harten Unterredungen mir dem -Ohxr-..-BekchlY-«btr. 'Es beßätFIL fich, daß die Bei'svon Ko-UÉUUMH- MMU Und'Ticeri bei dem,feiudlichcn Heere “wa- ,rM-“Hßkk UW der, letzten Niederlage m, ihre Provinzen zu- rückßekéßk-„Fndx Der „Schrecken der Feinde war so groß, dgß die' ktehendsn KCI? „m der größten Verwirrung nach 'Al- ZW . Wars“], ck das Wir WIH Zweifel mit ihnen zugleich ein,- ISUUUIM Wärm- WMU WU“ fie hätten verfolgen können; zweY “KavaaßxiexRe “imenrer wz'xren' daFu hinre'ichend gewesen. GLÜCK Ekde 'der" NH] dCUÉLU Wik .gagen Algier vorzuruckcn, dessen Belagerung, wie man hofft, nicht langedauern wird. Dennoch werden* die Türken hinter, ihren Mauern ihre zanze Tapferkeit "Feigen, an der es ihnen keinesweges fehlt. Einer

die Verwegenheit , eine Algierésche Fahne cm der Brü unserer Baxterte aufzupfiauzen. Er mußte seénxn Much kW:? beza-h-len,“ mkzem der an der Bruskwehr stehende Artillerie- Osflzter thry m demselhen Augenblicke mit einem Säbclhiebe den Kopf Walters. Einer unserer Voltégeure brachte heute früh dre Otandarte des Befehlshabers der Kavääerii in's- Harxptquartter , die er einem Türkischen Offtzke'wnack) hart- n,äc„kxgem Kampfe abget1om_men hatte. UnserLager hat seit eemgen Tagen em ganz Afrikanisches Ansehen gewonnen; die Arabex kommen pft als Freunde zu uns; einer ihrer Parla- mentacre findet stch jeden Morgen ein, um seinen in unserm Feld-Lazareche befurdkéchen verwundeten Sohn zu besuchen; xvenn er,.forcgeht, mmmk er dann immer Proclamakéonen m Arab:1cher ,Sprache mit, die er im Lande verbreitet. Alle Morgera “steckt _man eine Menge ““von Exemplaren der Proclamakton auf Piken, und 'die Beduinen kom- mey dann xmd „nehmen sie herunter. Sie wissen bereits, dak; ,der-KMZ mä): ihnexz gilt, und daß es in ihyem „Ju- : txrcsxy ltegt, m Frisden mic uns zu leben. ' Bei uns können * stx Gekd verlorenen; von den Türken haben sie aber nur Säbel- hieb? zu erwarxen„ Die dem Feinde abgenommenen Kameele- p_erxtxhtexx beretts_tm Lager TranL-“porc-Dienste. Die Hélze tft, yeer x_nckzc größer,-als in den südlichen Provinzen Fratu'k- retchß; fte 'tst'noci) me über 25 Grad gestiegen.- Die Seelufc' erfrqxhc dxe Atmosphäre. Die 'Morgen und Abende snd herrlich,“ dre Nächte dageg_cn fextcht und kalt. Fast die ganzer Axmee :| mrc Zelten versehen, und zwar die Avant-Garde um den, dem,.“Fetnde abgenommenen. Der Rest, unserer Sol- daten btvouaktrc unter gucen Laubhrécten oder bei einem wär- m-exxden Wachtfeuer, das mit Geißklee- , Erdbeerbaum“- , Pé- IEM; und Oleandetx-Holz reéchléch unterhalten wird. Das in Staotzelc „erobexce- prachtvolle Zelk des Aga soll dem Könige: nach Parts, gejéhtckc werden. Es fkk 60 Fuß lang Und ÜbZr 30 Fuß brett, b-est-eht aus einem rothwo-[lenen Stoffe und ist“ m:c_grü.x1chn Stickereien von der höchsten Sahönheir verziert. LL-nxeree Soldatét) lassen sich in diesem Augenblicke dén für“ dxe TUVÉM-bßl'klkekets Reis schmecken und erquicken, fich aus- großen mec Kameelmilcy angefüllcen Näpfen , die im Lager“ gefunden wurden. .Der Dey muß jeßc von der Niederlage jem_es Hesses benachrich_rigt_ .seyn, und gewiß wird sein Schwie- gerxohn, der Aga,- mtc remem Kopfe dafür büßen müssen. Im Lager fand man außer Kriegsvorräthen große Quantitä- ten Taback „und alle Artikel des _Oréentalischen Luxus. Ge- „stern durchmxt Per Qber-Befohlshaber die ganze Linie der Armee und xchrreb dee Namen aller Soldaten auf, die steh» besondexs ausgezeichnet aber:.“

Die Gazette de rance entlehnt aus der erstetiRum-

* mer ver „Estafefte d'Alger“ Folgendes: „Das Lager von

Htaoneit rst tmc der dem Feinde ab enomme-nen-Beute ange- fullt; Umsexe Truppen sind "mik Ger kh'schaften allerjArt ver- sehen; Ntnge schlafenksogar auf Türkischen Teppichen. Die: Garderoßx- de? AMR m die,.Hände unserer Vokt-igeu-rs ge- fallen, dze dtese retche „Beute an einige LiebhaberOréenkalé- sch'eerletdung m der Armee verkauft haben. errlr'che Ober- klexder von fernem“ Tuche, mit Seiden,- und So dskickerei, und rjceche Ueberwesten 'von Brokatst'offen snd cdée ModetraÖt? “der Stußer der Amee. Jedermann wil einen Arabischen Mantel“ (Burnout,) haben, um fiel) die Nacht darin “:ck-Mm zu können. Diese Mäzrtel find von einer eleganten Lud“ be- quemxn'Form, voix wecchem und feinem Gewebe, und kön- nen tm nächsten Wmter; tiarésan die Stelle der bisheri- gen Mäntel, Pelze und Wfldschuren treten.“ - Das'Avts-o de “la Méditerrannée und eéui e-héex. Kg“: Blätter br'mgxn verschéedene Privatschm'ben aus édi- F-e r*ruch vom “M|w, Asten und 22ßen v. M., woraus- wir, mit Umgehung der “bereits durch die amtlichen Berichte: be;- kannt gewordenen Thatsarhen, Nachstehendes mietßeékm: „In dxm Gefecht» vom "Wem“, heißt. es darin , „war das “fet'uds- lech_e Lager nur 1x Lteues von dem un-ßigen entfernt„so daß u-nxere im-Verfolgen degré enen-Soidacen sich“!»ald den-Bac- termn der Algierer gegenü er befanden. DWinnd, 30,000“ Mann-skark, wollte keine Absicht, urn'serCenkrum“zu*fprm- gm, hinter fal cbm Manövers verbergen. Die" den Kern desxfekrdli'cheU -eeres bildenden Türken warfen ffeh 'auf 'das "Me Regtmmt,„ dem eben die'Munltion ausgegangen “war,- so daß es fich mxepem Bajonett vertheédégen und zurü-okzé'e-L [)en muste; aber eme östltch vo:1*Stdj-:Ferruch liegende Bri g vxrsah dee Truppxn bald mit neuen Patronen, “und das :- gtmenx' rückte Meder ZM]. Der tapfere 'Capicain Louvrier lag tmc-seinem Dympfjchcffe während der Treffens am Ufer- und te dem emde vielen Schaden zu. Mehrere verwun- dete T_pken er achen Kch, um nicht in“ unsere Hände zn“. fallen. General Berthezéne hat in dem Gefechte vom

von ihnen „“tr-kürzlich in der größten Hiße des Gefechts

19cm seinen alten Ruhm bewährt; seine“ Division war“

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«; vornehmlich, die “den Feind zurück-warf , auch hat der“ General Bourmonc selbské ihm dxtx Press des Tages zuerkannt. -- Da die Bai von Ssdt-Ferruck) ez1 und nicht völlig sicher ist, so werden a_lle üyxerfiüsßgen Schr ,e/fort- geschickt. Die Linienschiff? „TUÖML- und„„Bzre-slaw- _UUZ die Fregatten „!'Jpl)igénte,k“;„la Didon, „1 Hethtxtx-s,“ ,la Vénus,“ „la bekle Gabrtxlle,“ „la Marte Thcz-r6_7e, ', la Jeanne d'Arc,“ „l'Aréthuje,“ „la Pallas,“ „la EUS?- L/iéré“ und „la Surveillante“ haben hte Rheße verlassen, um vor Algéer zu kreuzen. „Das Admeral-SMff „la Pro- vence“ bleibt mit den andern meenschtffen „Siccpw,“ „la SU,- perbe,“ „la Couronne,“ „la vtkle,de Marsetlle,“ „Neskorz“ „Maren o,“ „Duquest1x,““„ „Algßfiras rx. 1“. f. quf .der hte,- sgen R(Tede. Wenn war am 19th gletch *auf_ Algcer max- schirc wären, wie General Berthezczne wollte,]o -hä)tten wer diese'Festung gewiß überrumpelt. -- Zn unxerm Lazger be- ?ßnden fich mehrere Ueberläufer, von dener) Gexxeral Loverkzo einen in seine. Dienste genommen hat. Ste erzahlcn, „daß zn Algier das Volk sick) gegen die Türken empörce, als. dre Ntc- derlage vom 19ten bekannt würde, und daß dort gzänzltäxe Verwirrung hxrrsche; einige behaupten, der “Dey yet) nur einem Theil seiner Schälze nach Koystantme “;(-flohen. Acht Türkische Offiziere, die her Stdt-Ferruck) dre Bax- torieen kommandircen, ßnd in Algx'er enthauptet worden, wetl fie sich schlecht vertheidigc habeU. Unsere Armee zählt? am “L:?sren 1000 Verwundeke und 200 Todte. 'Wasst em- so großes Uebergewicht über den Feind giebtx rst umexe Artt-[le- rie; eine Kanonenkugel, und namentlich eme Haubckze, retchc

“hin, ein Corps von 600 OITann in die Flycht zu jagen.“ Aus Toulon wird unterm 20. Zum gemelOec: „Man , befürchtec, daß die anderen Regentjchasten dem Dey von Al- :

'gicr Hülfstruppen schicken werden, weil ste ihre eigen-e Sé- cherheit durch den Fall Algiers gefährdet glauben. - Y_ußxr mehrerewBombarden und einer Menge th-Trattsporcxchtf- fen , welche Lebensmittel mxd Wasser für dW Armee laden, snd auch die beiden Dampfkchiffe „Pelikan“ umd „le Souf- -fleur“ hier eingelaufet'x, um ihre Havaréeen auszubessern. Un- gefähr 1300 Wéatm von den Cadres der Lapd- und Scetrup- “pen haben Befehl bekommen , sich zur EinjchiffunZ bxreic zu halten. Am Asten smd 15 Fahrzeuge _mit 500 Ochyen aus dem aken von Cette nach Algier abgexegelr. -- Die Goe- letten- yigg „Alcyone“, vom Schiffs-Lieutenanc Dubourdieu “befehligt, ist heute früh aus der Levante hier angekommen. Sie soll wichtige Depeschen vom Grafen GuiZleminoc und dem Admiral von Riguy mitgebracht haben, die yogieich durch Eskafekte na Paris abgesandt wurden. -- _Das vom Ober,- ßen“ von Ley et befehligte 57|e Linien-Regément heuteYéer angekommen und wird sch nächstens nach “Morea einschtssen. Dée Gabarre „Finifkére“ geht morgen mit 20,000 Rationen nach Torre-Chix'a ab.“ ' Die G-azxette de France verwahrt sei) heute gege_n den ihr von- der “Quoädietme sowohl als von dem Univerjel gemachten Vorwurf, daß fie zur Opposttéon übergetreten sey, durch folgende bnnerksnowerkl)e-Erklärung: „Wenn wir aus,- sprechen, was Mettmann weiß: daß nämlich die Minister, die gegmwäxkig das Staatsruder führen , nicht im Scatxde nd, sich»den Kammern gegenüber zu stellen, so heißt dres * «Weges, sch der Königl. Regierung opponiren. Wollte man“ ,die-(Opposition namen , so könnte mauxmic demselben Rechts Oehxupre-n, daßdieMénißer sexbst dazu gehören, deny wir ßnd überzeugt, daß fie fast alle von jener Wahrhett ' duvehdmngen “Mk.?“ , Geßern“ haben .in den 59 Departetmnts (nach Abzyg ,der 6, die nur ein Wahl-Kollegium haben), wo das Wahl-Ge- "schsz 'In-den kleinen Kollegien bereits beendigc fsk , die Wahlen m-«n- gro en Kolkegien besgonneu. Die Ga et-te meldet, das «in El c das pnvi-Lorische Bureau beébo alten ' 312975th fsey-*Wch man dort auf .minxskevéelle Wahlen schlie- - n ar. ' - -* Die Zahl der Prozéffe in“]Ay-"gelegenheiteu der ;Mh- fck, die g emvärti . in zweim Znßauz vordem Cassnéioxns- hofexfchw n., betr : nicht..:vmÉer aks 1800. _ OM? Nachrichten von der paaischen Grän e,.zuxokge, “ckde Ruhe zwischen den dieffoét-igen und den: -' i=schez1 ' teminuThale“ Ciz- voleommen wieder“ hergesteklt. „Dre

lehrern Feigen fich nichc_ mehr in Waffen und man hat da- her Ursachc, zu glauben, daß die Spanésche Regierung |ck ins Mtttcl gelegt habe, um künftigen Exzeksen vorzubeugen.-

Großbritanien und Irland.

Parlamenks ; Verhanndlung-en. handlungen des“ Oberhauseo am 30. Juni, wo über die zweite Adresse an denKönég (in der die Geneigthejt des

von, da:“; im P

, uag'euLw-x; Herrkühketc ; ß .

Von den Very-

fen, die in der Zwischenzeit „bis zur nächsken Parlaments“- Ve:rsamn1'lung erforderlich 1eyn dürften) debattért worden, tra- gen wir hier noch Einiges nach. Nachdem devGraf Grey (wie gemeldet),*) bei Gelegenheit seines Antrages auf Ver- tagung der Debacce, die von dem Herzogs von Wellingtot:

gegebene Erklärung sehr mager ggnannt-und die Schuld da-

arlamence bisher jo wentg geschehen sey , auf die“ Ménéstek geschoben hatte , sagte er m§c bewnderer Hin-

ficht auf die Nochwendigkeir einer Regent]chafts-ErUeUmMg;,

„Der Kdnég "wi'cd , mic göttlicher Hülfe , noch viele, Jahre

fester Gesundheit sick) erfreuen, da' er nZét einer kräftigen Lei-

besbeschaffenheic eine .mäßi e Lebensweixe verbindet, U:“ld hoffe

ich mit Zuvexéficht, das; e. Majestät noch viele glückliche

Sahra verleben werden. (Beifall,) Allein, Mylords, Könige. FTW sterblich , wie ihre Unterthanen. Unzählige Menschen werden in jedem Augenblicke plößlicl) von dieser Welt abge- fordert, um die letzte Rechenschaft, die wir Alle, früher oder späker, ertheilen müssen, abzulegen. Könige sowohl als ihre Unterrhanen können unerwartec vom Todesstreick) getroffen- werden. Liegc es nicht in dem Reéche der Möglichkeiten, Mylords, daß ein solcher Unfall das Land in der Zwischen eic vom Schwsse dieser bis zum Anfange der nächscen Seswn betreffxzn kann? Was aber, erwägen Sie es wohl, würde diz Folge davon für das Land seyn, wenn gar keine Vorkehrun- gen daZegcn angeordner wären? Das Gesetz dieses Landes weiß Nichts von einer Minderjährigkeit des Königs, und det: Thronfolger, wenn auch ein unmändéges Kind, bestkzt gesetz- [?ck alle Souveraimkäts-Rechce. Würden mm, wexm un- glückiicher Weise das Ableben des Monarcben, so unwahr- scheinlich „es auch ist, doch einträte, ehe das Parlament fich wieder versammelt bat, daraus nicht die nachtheiligsren Folgen für das Land erwachsen könneU? Ick) weiß freilich nicht recht, in welcher Weise wir dem gnädigen Fürsten, den dieser Ge- genstand becrifft, unsere ängftléche Sorge: dieserhalb vortragen sollen. Da ich jedoch einmal von der Nothwendigkeit der Maaßreoel überzeugt bin, so werde ich vor der Erfüllung meiner 'Öfitcix, so peinlich sc aucb erscheinen mag, nicht zu- rückbeben, und hoffe ich, daß-C'w. Herrlichkeiten ebenfalls votr der Redlichkeit meiner Absichten Überzeugr seyn und mir das Vcrtrmwn Menken werden, daß ich kein anderes JNotiv habe, aks einer künftigen Gefahr vorzubeugen. Angemessen wäre

' es, wenn der Gegenstand tms durch einen Antrag der Mini-

|er zur Erwägung vorgelegt werden möchte; der König würde gegen ein solches Verfahren gewiß nichts einzuwen- den habxn, denn er ist allzu männlicher und umstehttgec Sinnesarc, um sech durch Gründe abhaken zu lassen, die eéyen gewöhnlichen "Menschen bedenklich machen dürften. Sollte aber der Voxsahlag von Ew. Herrli-chiten ausgehen, so würde ich eine Adresse an Se. Majestät vorschlagen,4daß Hdchsrdieselben geruhkn möchten, dem Hause eine Maaßregek zur Vorkehrung gegen die: große Gefahr , deren ich erwähnx, zu empfehlen.“ -- Der Graf von Harrowby stimmte um den Anfichten des vorigen Redn-ers , hinfichtl-écb des Minißer riums, nicht: Überein; dagegen meinte er„ jener habe die even- tuelle Gefahr, welche dem Reéehe drohen dürfte, nicht allein nicht. überkrieben , sondern noch nicht zur Genüge gewürdjgt, „Der edu Lord spricht von einem minorennen Könige; „wie aber, wen?: beim Ableben des jexzigen Monarchen sein Nakh-

. folger noch gar nicht vorhandenwäre? Ich sehe, daß. diese

Andeutung von den edlen Lords auf der entgegengeseßxm Sein vollkommen verstanden wird, Es ist nämléch nocß im- mer keine Unmö lichkeit, daß Se. jetzt regieren!" Majxßéxc direkt:: Lex'bxs-E- en erhielten. Es muß nicht allein als nm-

- dischedegléchkeic aufgexßellt werden, sondern ,es nicht „ew-

. mal eine “faktisckxe *UnwaHrs-xl)ei'nlichl'sét€ daß fich bei dem Ab- leben Sr“. Yajeftät ebén résexzüxftxe “Jm WXÄFKMK 11 „»das ,a"ns„eten-; r ., ,m _- :_; x- dee W x Uhrenwürden. Welch: S yuc- d..nu.n-.für eine Hiebe ögléchkeik getroffen?“ Der Rxdner» - meim»; _in.7einetn solchewFaaemüßte die' „Königin queori- . ßrt werden, die Regierungs-Gewalk äWochM- oder 29323er "“ck der Zusammenberu-fu “9" des Parxamezxts auszmkben. *Der Graf v. Winchi-s-sea- th-nlte gänzltch; die Ansichxen des Gea- «„We»- „Er. lete- dxaß-die Miniaer bei der Bp;schaft_ ' weiker "nicks“- beaJ-ßcl) ?U- aks dée Verantwortlichkeét dewbe- »r-eiks obschweSendm aaßkeg'el von sich abzuwäW* Die ! Außösmrg des Paxla-menrs würde“ umu“ solchen ,ßändxn 5“ hohem Grade un'populair seyn,. und man müßte „se “,der" m- neren. Ueberzeugung der-Minifter zuschreiben, daß F[ie das Zu; traum des “jetzigen Parlaments nicht besäßen. Lr mmte für dic. Vertagung. DevLord-Kanzler hielt es für höchsk unzweokmäßig, Fragen von solcher Wéchxégkeit, ,welche. die Ses: _

Hauses zu erkennen gegeben wurde, die Maaßregelnzu tref-

*) Ver'gl. Nr. 187 der StaaM-Zctt, Seite 1426.