1830 / 214 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Wed, 04 Aug 1830 18:00:01 GMT) scan diff

Allgemeine

Preußische Sxaaxs-Zeitung.

ckFZ214.

Amtliche „Nachrichten. „K'konik des Tages.

Dec Königs Majestät haben den bisherigen Bau-In- spektor Umpfenbach zu Koblenz zum Regierungs- und Baurathe bei dcp Regierung zu Düsseldorfzxzéxxnennen, und das desfalfige "Patent Allerhöchsk eigenhändtg zu vollztehen geruht. * „, . *

“ce Köni liche oheiten der Kroiiprinz und Hie KroFZrinjesjztn fin.,i;2 voxn Fürstensreén in “Schießen hter eingetroffen. »

Jm Bezirk der Königl. Regierung

zuLiegniß ist der Kandidat der Theologie _Dausel als Rektor der evangeLischen Schule in Lüben, desgketchen dex;

Kandidat der Theologie Liebe als Pfarr-Subskétuc in LUEFT-

wégsdorf, Ghrlésschen Kreises, bestätigt worden; .

zu Bromberg ist der béshexige Kömxnendartys J:)- hann *Filipsxki zum Pfarrer der katholijchen Ktrche m Siedlimowo, im Kreise Znowraclaw, ernannt.

A n g e k o m m e n : Se. Excellénz der Staats ; Minister, Freiherr Wilhelm von Zumboöd :, von Querfuxt.

Der evan eliscbe Bis of und General ; Supermtendenc in der Karma:“ BrandenbukN ])l'“. Ne a n' d e r , von Prenzlow.

ZéitUngs-NaÖrichten. A u Sl a n d.

Frankreich.

Paris, 27. Juli. Gestern Vorwictag' begaben Se. Majkstäcscl) in Begleitun des Dauphms- näch dem„Wal„de vou 'Rambouiklec auf die Jagd. Höch|dtaselben spetsken tn dem' dortigen Schlosse und kehrten sodann nach St. Cloud zurück. , -

DieDauphme wird am„ 30sten oder Ztsken aus deanä- dem von Vichy hier zurück erwartet. ' * _ *

„Es leider keinen Zweifel“, äußert der D rapeau b-la'nc, „daß der vorgescrige Ministex-Ratl); übxev eine große Anzahl von Beamten, deren Grundjäße sch mit dem monarchtßchen Geist? der Regierung nichc vertragen , den Stab gebro-

"en at.“ ' * - * „_ ck Lev Minister des Innern ,hat nachstehende Verfügung erla en: .„

, ff„Art. 1. Die Präfekxe, Ut1ter-Präéekt4 und Genexal- P'räfektur-Secretaire, die von, dem“ Sitze é rer Amts-Verrtch- “tungen entfernt smd, sollen sofort dahin 'zurückkeh-ren.“4

„Art. 2. “Jeder früher ertheilte Urlauh werd hxermxt zurück enommen.“ " -

“„ pt. 3. Künftig darf kein Staaes-Beamter, der unter dem Ministerium des Innern steht, aus welcher Ursache es auch „seyn“ mag, fich von dem Orte,-wo er sein Amt verrich- téet, entfernen, wenn er nicht zuvor durch einen'in den vor- schrifcsméäß§9en Formen bewilligten Urlaub.,dazu ermächtigt wordeni . . [

Der Polizei-Präfekt hat »heute eine Bekanntmachung .folgenden Inhalts at] dxn Straßen-C'cken anschlagen lasset):

", , :(“eder- der perxodesche Schriften austheilk, worin mehr der sv'“ re Name, das Gewxrbe, und die Wohnung des Her- aUSgebers oder Druckers angegebetx isl, oder der dergleichen Schriften dem Publéé'um zu lesen giebt, wird sofort vor den

Berlin, Mittwoch den NM August“

?““ Polizxi-CWiÉé-fkr des Reviers geführt ,

gender?!

' Autorisation zu verschaffen ,

1830,

,. wo jene Schriften konfiszirc werden.“ „_ , „Zeqex, der ein Lese-Kabinec, ein Kaffehaus und dergl. [t und .' do'rt Zeirqngen oder sonstige, der Königlichen Preß- 7 srordyMg vom 25sken d. M. “uwider gedruckte Verord- nungekr zu lch"en*(x§éebt, wird als OYétschuldéger der Vergehen, die atis jenen Zcicungeb oder Schriften herzuleicen seyn möch- xäuésperßolgt, und sein Etablissement wird vorläuüg ge- )0 en.“

Diez'G'eschäftsführer, Redaktoren und Eigenthümer meh- rerer Hi„ gen Oppqfikions-Bläcter haben eine ontestation ge:- sen die erordmmgen vom 25. Juli eingerez'cht. Sie beru- Msch dabei auf den Inhalx der bestehenden, Geseße über die periodische Presse, um zu beweisen, daß jene Verordnun- en für keinen Schriftsteller obi' torisch wären.» „Heutiges - ages,“ äußern sie, „wo die egierung das „Gesetz verkehr hat, find auch wir nicht verbunden, zu gehorchen. Wir wer-- den „daher versuchen, unsre Zeitungen zu publécéren," ohne-die “verlangte“ Autorisation dazu einzuholen.“ Den Beschluß der Protestation machen einige Betrachlungen über die Auflösung der Depurirxen-Kammer. Die Verfasser glauben , daß eine solche Auflöjung, bevor die neugewähtte Kammer einberufen worden, verfassungswédrig sey. Sie bitten die Kammer dax, her im Namen Fr'ankreéchs, fich auf ihr gutes Recht zu stützen und daffelbe geltend zu machen.

Die Quotidienne ist das. einzige der heute erschiene- nen Blätter, das einen kurzen Bericht über diejenigen Ereig- mff? giebt, die am 26|en, also am Tage vor den (im beilie-

Sypplemente erwähnten) unqugcn Auftritten, statt- gefundep haben. Sie meldet darüber digendes: „“Während des. quzen geLrige'n Ta es“ hat die vonoMmenske Ruhe ge- herrsJr- Sp" _gegen bend fanden in dem Viertel des Palais-Royat einige Verfuche, Unordnung zu stiften, Farc, die aber in einigen Minuten unterdrückt wurden. Trotz der" Verordnungen haben mehrere nicht autoristrte Journale ver;- suchc, heute früh einige ihrer Nummern zu verbreiten. Sie enthalten eine von einer ro'ßen Anzahl von Geschäftsführern und Redaktoren der verßchiedenen Oppositionsblätter unter- eichnete Procestation. Man hat bemerkt, daß dieGeschäfts- Führer und Redaktoren des Jouxnal des Débats diesem Akte nicht beigetreten snd. Es smd Maaßregeln getroffen, daß die Verordnungen über déePreffe morgen mit Strenge aus- geführr .Werdén. Die Redaktoren mehretxer Blätter legten gestern Hékrn Debéllxyme“ einen Bericht vor, den ihre Drucker nicht hthén drucken wollén. Der Präfidetit desGerichch hofes erjker Instanz entschied , daß," :'n Betracht, daß, die Verordnimg über' die Presse nicht in den vorgejchriebenen Formen bekannt gemacht worden; in Betracht ferner, daß“ es angenäessen *sey; den Blättern Zeit zu lassen, „fich-, dem, Art. 2 der Verordnung vom 25. Juli gemäß, “dre .nöthige _ diechrucker gehalten seyen,' das- Blatt“ fürden folgenden Tag zu drucken. Die Motive des Herrn Deöéü'eyme betreffen sona'ch blos die Form und nicht die Sache selbst. Das Journal des “Débats, das, wie- oben erwähnt , die Protestatéon nicht nur unterzeichnet„ "hat bei dem Minister“ _des Innern ein Gesuch .um Bxxvillx'gyng“ der benöthigten Autorisatéoxn eingereicht; eben so der“"Consti- tutionnel, obgleich drei seiner Redaktoren der gedächten Pry- teftation beigetreten waren. 'Oem Messager des Chambres ist die Erlaubniß. bereits erthetlx worden, so daß er gestern Abend, wie gewöhnlich, e„rschten.“„ * , ' „Eine Thatsache“, “bemerkr heute die Gazette, „fsk in den neuen Verordnungen ganz besonders der Beachtung werth, nämlich die Zusammenberufung der Wahl.-Kollegéen auf den 6cen und 'der Kammern auf- den 28. September. In zwei Monatxn also wird die Rednerbühne offen seyn. ,Das Repräsentattv-System ist also nicht verletzt, und die