1718
Nation sey. Sie bildeten eine doppelte Reihe, und wenn ein Depucirter durchging, ward er mit dem Rufe: „Weg m:r- der erblichen Pairscbafc!“ empfangen. Zugleich abcr zagrn selbst .dié heftigsten in dem Haufen dir Hüte ab , urid rtr:- fcn: „Lange leben die Deputirtrn! Ehre den Deputtrten!“ "Alimälig nahm jedoch die Unordnung zu; die Linien trennten sch , und es bildeten sich Gruppen , in deren Mitte Reden gehalten wurden. Der Lärm schien die Kammer gestört zu haben, indem Herr B. Constant herauskam und hat, man möchte Vertrauen zu den Depucircen haben und sie in ihrenKBera- chungen nicht auf diese Weise stören. Darauf erschien Hr. George Lafayette (Sohn desGenerals) in der Uniform der Narronalgarde und ersuchte sie, sich wegzubeqcben. Endlich betracGen. Lafayette selbst die vor dem Hause befindlichen Stufen und sagte zu den Versammelten, nachdem crihr Betragen in dcr gro_ßcn Woche grrühmc harre: „Ich habe Anspruch auf Ihre Autmcrkmmkeic, weil die Gesmnungen, dirSie vcranlaßc habeu, hierher zu kom.- men, auch die meinigrn siiid; ich weiß, wie ich dieie'ibrn zu unterstüfzen habe, während ich fürchte, daß Sie in erthr'i- mer verfallen könnten. -- C'riartben Sie mir, zu _einer Metzge von Bewegungsgründcn noch die Bitte *»)inzuzrisügeti, m_eme persönlichen Gefühle zu berücksichtigen. Ich habe meme Ehre verbürgt, daß keine Unruhen dir Verhandlungrn Yer Kam- mer unterbrechen sollen. Wenn die Dchtircrn gejcör'x wer- den und vor den. Thüren Unordmmgcn stattfinden ioUtep, so würde ich dafür verantworclich seyn. Mir ist dies xo- nach eine Ehrensachr, und ich stelle meine Ehre tmccr den Schutz Ihrer Freundschaft.“ Diese ausdruchsvollen Worcr haften die erwünschte Wirkung,- und der größte Theil i.:er jungen Leute begab sich hinweg. Einige ölieben noch zuritrk und bildeten Gruppen, während mehrere offen und laut die verursachte Bewegung mißbilligten. Epdlick) zogen sick) axis zurück , einige einen Vers aus der J)"?arieiller Hymne singend, andere mit Drohungen, am nächsten Tage wiederzukrhren, viele jedoch augenscheinlick) unzufrieden darüber , daß sie irre geleitet worden.
In Tours hat man außer den C'x-Minis'crrn Peyronnec und Chantelauze auch noch fünf andere Personen verhaftet, die sich auf einem «Boote über die Loire flüchten wollten.
Das »Marine-OMnisterium hat nach allen Hafenpläßen den Befehl „abgesandt, die dreifarbige Flagge aufzupßanzen; Schiffe mit demseiben Befehl smd auch nach den Kolonieen abgefertigt'worden. Die aus den Hauychäfrr: des Landes eingegangenen telegraphischen Depeschen 111e!de:1_Foigrtide§: „Zn Bayonne sind die Befehle der provisorijchen Reg:;- rung vollzogen worden; BaronZanin har die Stadt, um ne gegen Angriffe von Außen zu sichern, in Belagerungs-Zustazrd erklärt. „In Bordeaux weht die dreifarbige Flagge ieic dem Zcen d. TN„ die National-Garde ist organisirc, un) 01? Linien-Truppen machen mir den „Bürgern gemeimckmstltche Sache. Zn Brest ist die dreifarbige Fahne gleich tm_ch dem Eingange der Befehle des ONarine-JJTinistcriums ausgesrcckc worden. Die Civil-chl)örden wurden durch andere erjcizr. JNan verlangt schleunige Aenderung der IJZilitair-Behörden. Dem ONaire wur'ren für die Bewaffnung dcr National-Garde Wäffen gegeben. _ Zn Sainc-Malo weht die National, Flagge, und die Artillerie, so wie die Linien-Truppen, haben die dreifarbige Kokarde aufgesteckr. Zu der Bretagne sind 25,000 Mann National-Gardrn organisirr. Aus Ranke»; und Rochefort sind keine telegraphischen Depeschen einge-
angen. Zn “Marseille wehte die dreifarbige Flagge.
_ir Civil; und IJTilicair-Brhörden habrn ihre Aemcrr nieder- gelegt. In Toulon wurden die Pariser Ereignisse am 4ten bekannt; die Behörden hielten die Ruhe aufrecht. Die Agenten des Schatzes befolgrrn die erhaltenen Befehle. Am Hirn sollte ein Comniiffair nach Algier abgehen. Auch in Dünkirchen ist die National-Flagge aufgezo en woryeu/é
Das Journal du Hävre meldet.: „T'Jke)rere getellige Zirkel und eine große Anzahl Von Kaufleuten haben die vor- geblich conßicutionnellen Journale, worauf fie bisher abouirc waren-und die seit einiger Zeit vonder Republik sprechen, abb0|ellt. Zn Rouen ist eine Zeitung, die fich vor der lekzten Katastrophe einen großen Ruf in den Kaffehäusrrn erworben haxte, öffMkltck) verbrannt worden. . Die „Bürger von H;“:vrc haben b?“ Post-Dire'ktor ersucht, ein „Journal, das den Titel „La Tribune des Départements“ führt, nicht auszugeben.
_ „Aus. Toulyt) meldet man unterm 1. August. „Das Lunenschkff „Setpio“ und die Bri g „le Lynx“ sind gestern ,Abend von Algier und Sidi-Ferßu auf der hjefigen Rhede angekommen. Am Bord-der Brigg hefindec fich der Leichnam des jungen Bourmonc. Das Linienschiff bringt sechs Mil- lionen aus *dem Schakze drr Kaffaubal), die nebst den bereits angekommenen 26 Millionen in den Staatsschaß abgeliefert werden sollen. Aus dem Feld-Lazareth von Sidi-Ferrnch smd
!
400 Ruhrkranke Soldaten angekoinmen, die nach Marseille
gebracht werden, wo sich schon 1000 Kranke befinden. Die Hospitäler in Mahon und Algier sind mit Kranken angefüllt. Graf Bourmonc hat eine Exkursion nach dem Innern des Landes gemacht; seyn ältester Sohn'isk nach Oran gegangen, um es in Besitz zu nehmen. Admiral Rosamel [ac Bona und la*Calle unterworfen. Jeder der Beys, die ich unter- worfen haben, muß zu den Expedition5-Koßcn eincn außer- ordentlichen Beitrag geben.“
Großbritanien und Irland.
London, 7. August. Se. Majestät gabenxgestern der Corporation drs Trinity-House, deren Vorsteher Höchstdie- selben als Herzog von Clarence gewesen waren, ein großes Gasimahl im Pallaste von Sc. James. Sämmtliche ONini- ster und viele hohe Beamte waren dazu «eingeladen worden; dirjemigen, die OJTitglicder drr Corporation find, namentlich auch der Herzog vos: Wellington, erschienrn eben so, wie Se. Majcsi'ät selbst, im Kostüm der Corporation.
Graf von Münster hatte gestern 'im' lange Audienz beim Könige. Der Preußische Gesandte ?)arte cine Unterredung mit dem Grafen Vora Aberdeen im auswärtigen Amte.
An der Börse hieß es gestern, es sey an die verschiede- nen Zollhäuscr unserer Haupt-Läsen der Befehl ergangen, daß, falls Se. WTajestät Karl in einem derselben landen sVÜTE, das Reise-Gepäck des König:; sowohl als seines Gc- folges ohiie Visitarion durchzulassen sey.
So wie in London , werden auch bereits in mehreren anderen Scädten des Landes, namenrlich in Birmingham, Sammlungen zum Besten der am 2“7., 28. und 29scen-Juli in Paris Verwundeten und der Witwen und Waisen der Gebliebenen veranßaicrr. Der Standard spricht das Be- drnken aus, ob- die Französische Nation es nichtübelt1eh- men könne, daß man, im Auslande Almosen für ihre Ver- theidiger sammle. .
Auch der bekannte Herr Coßbetr hat sich erboten, Bei- träge für die Franzosen anzunehmen. Die: Times macht dazu folgende Bemerkung: „Der arme aberwitzige alte Schar- cäkcn-Krämer Cobbrtt har bekannt Zrmacht, daß er zur Em- pfangnal)me von Sudscriprionen, zum Besten der in den blu- tigen Tagen, von Paris unglücklich gewordenen Familien, be- reit sey. Wer zweifelt“ wohl an der Bereitwilligkeic dieses Markrschreiers, dessen Verschmikztheic alle seine anderen Ei.- genschafren überkcbr hat, jede Art von Subscription in C'm- pfang zu nehmen“,? Hat er doch bereits seit 20 Jahren diesés Geschäft mit großem Vortheile betrieben! Wie aber mag onl der ehemalige Schlächter aus Kensington sich ein- bilden kiinnen, daß das Publikum die vielen nichtswürdigen
' Pläne srhon vergessen habari soll, die er früher , um seine
nd aus frcmden Taschen zu füllen, gemacht und ins Werk gesetzt hai"? Wem besonders isi"- der saubere Plan nicht noch- bekannt , Ber ihm 5000 Pfd. aus einer Subscription unter 600,000 Armen verschaffen soilte, zu der Zeder 2pCr. bei- zutragen auégeforderc war ?“
Jm Grybe heißt es: „Der bekannte Herr Ouvrard hat“, wie es jcheinr, für nöthig erachtet, “Frankreich zu ver- laffen, und zwar in Folge des übeln Eindrucks, den seine lekztcn sehr günstigen Speculationen in Französischen Fonds, begründet auf Nachrichrem die er sich früher auf eine nichr“ eben rhrenvolle Weise _zu verschaffen gewußt harre, allgemein gegen ihn erweckt haben. Es heißt , daß er den Weg nach- der Französischen Küste zu Fuß zurückgelegt hat und endlich in England" in großer Erschöpfung angekommen ist. Gegen- wärtig soll er fick) hier in London befinden.“
Zn Bridgenyrth hat die Majoricät der Fabrikanten über die O|indischr Compagnie, die bekanntlich Hrn. Whitmore von der Repräsentation dieses Ortes verdrängen wollte, den' Sieg davon getragezi; „Herr Whitmore ist dort neuerdings zum Parlamencs-Mitgltede erwählt worden.
Nachrichten aus Rio-Janeiro vom »17. Juni zufolge, ist daselbst der Graf von Sabugal, der seine „Beglaubigungs- schreiben"aus Terceira erhalten hatte, als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister der Königin Donna Maria 11. von Portugal, vom Kaiser von Brasilien em;-
pfangen worden. Niederlande.,
Brüssel, 8- AUgUské Se. Königl. Hoheit der Herzog von Cambridge isi gestern früh nebst Gefolge, von Hannover ÉVMMMÖ- durch Löwen gereist, Se. Königl. Hohe'tt begeben sich Über Mecheln, Antwerpen und Gent nach Ostende , um
Beilage
"ler Art ist sehr bedeutend. -
1719 Beilage zur Allgemeinen Preußischen Staats-Zeitung M' 225. “___-___“-
ficb'Zchdort auf einem Englischen Dampfschiffe nach London ein- 'u i en. z & Durchlaucht der Herzog von BraunscHweig ist heute nach Deutschland abgereist.
Franchet, der unter dem Villéleschen ONinisterium Polizei- Präfekt in Paris war, ist hier angekomman , er wurde An- fangs für d?" Cx-Premier-Miniscer v. Polignac gehalten.
Deutschland.
Hamburg, 12. Aug. Dir (vorgestern mitgetheilte) Nachricht von, der Ankust des Fürsten von Polignar in Al- tona hat sich nicht 'besi'ätigk; die Börsenhalle giebt in die;- ser Beziehung heute Folgendes aus dem Altonaer WTerku r:
„Altona, 11. Ang. Der Nachricht, daß sich der Prinz von Polignac in unserer Stadt befinde, könne:; wir auf acht- bare Autorität als ungegründer widersprechen.“
Nach weiterer Mittheilung der Börsenhalle würde dage- gen aus Lübeck gemeldet, daß der Fürst von Polignac dort angekommen sey. *
S p a n i e n,
-- -- Madrid, 20. Juli. Vorgestern, als am Na- mensfesre Ihrer Majestät “Oer Königin, war in San Ilde- fonso bei Hofe große Gala, Gratrilations-Cour und Hand- kuß, bei welcher Gelegenheit sich eine Überaus große Anzahl Menschen eingefunden hatte. .Der König konnte nicht zu- gegen -- seyn , indem Se. Majeskäc der Unfall betroffen hatte,
sich Tages zuvor den rechten Fuß zu verstauehen, an wrlchem.
Höchstdieselben bisweilen von der Sicht heimgesucht werden. Ihre Majestät die Königin, nebst Höchstwelcher auch der In.- fanc Don Carlos mit: Seiner Gemahlin und Höchstdcren Schwester , der Prinzrssin von „Beira , K.K. HH., bei der Ceremonie des Handkuffes erschienen, geruhecen dem versam- melten diplomatischen Corps“ die beruhigende Versicherung zu ertheilen , daß alle Hoffnung vorhanden sey , innerhalb fünf bis sechs Tagen das Uebel gehoben zu sehen. Alle Spring- brunnen sprangen an diesem Tage , und einer derselben , la Cascada gerannt, war Abends mit 19,000 Lampen erleuch- tet. -- Dem Vernehmen nach, werden die Cortes fich nicht vor dem Monat Mai nächsten Jahres versammeln , indem man will, daß der bei der bevorstehenden Niederkunft der Königin zu gewärxigende Prinz oder die Prinzessin von Asturien zuvor das Alter v-on achcINonaten erreicht" haben solle, ehe die Cor- tes zusammen berufen werden.- Sämmtliche Staatsminister,
mic AusnaHme des Kriegsministers, Marquis von Zambrano,
haben dem Don Antonio deUgarte kürzlich ihren Besuch abgestat-
tet, nachdem fie bereits einige Zeit vorher seiner Gemahlin ihre Aufwartung gemacht hatten. - OKan verfichert, daß der im Secretariat des auswärtigen Departements angestellte Herr Zea-Bermudez, ein Bruder des Spanischen Gesandten am Englischen Hofe, die Stelle eines Königl. Spanischen Ge,- schäftsträgers an dem Königl. Sächfijchen Hofe erhalten werde, welche, nach einem kürzlich erlassenen Kabinetsbefehle, zu Gunsten des zum Direktor der Spanischen Bank de San Fernando ernannten Marquis von Casa-Jrujo reservirt blei- ben sollte. - Jm verflossenen Monat Mai sind im Freihafen von Cadix 224 Schiffe mit Ladungen angelangt, welche zu- sammen 11,987 Tonnen enthielten, und 158 Schiffe, mit 6,219 Tonnen Handelsgüter, von da ausgesegelt, dergestalt, daß die Handelsgeschäfte im Mai 382 Fahrzeuge beschäxftigt und einen Umsaß von 18,206 Tonnen Erzeugnisse des Ge- werbfleißes und des Bodens zur Folge gehabt haben. - Die Französische Briefpost ist seit drei Positagen zwölf Stunden später als gewöhnlich angelangt, indem der Condurteur es nichc hat wagen wollen , gewisse Ge- enden bei Nachtzeit zu durchreisen , da sich wiederum sehr äufig, selbst in der Nähe der Hauptstadt, Räuberbanden blicken lassen; auch smd sowohl an' der Straße von Bayonne als auch auf der von Portugal viele Pferde vor Hitze um- Yfallen. Seit acht Tagen haben wir fast nie unter 30 Grad
eaumur, des Morgens früh um halb sieben 22, um 12 Uhr 29, und von 3 bis 6 Uhr Nachmittags 30, und wäh- rend der letzten 4 Tage 82Z bis 33 Grad Hilze. Gestern Nacht um 10-Z; Uhr |eUten stch sehr heftige und so glühend heiße Windstdße ein, daß Jedermann glaubte, es sey ein starkes Erdbeben im Anzugs. ,Es sind bereits viele Leutrvor Hitze gestorben, und die Anzahl der Kranken an Fiebern al,- , Nach einer in der hiesigen Zeitung vom 22sken enthaltenen Ueberstcht betragen die wäh-
ren? der ersren 6 Monate d. J. amortifirten Scaarsschuld- icheme uberhaupt 85,232,709 Reaien; es waren darunrer für - 2208000 JUicriptionen, 6,780,164.20 Vales Reales und 76,244,544. 22 an unverzinslicher Staarsschuld.
Vereinigke Staaten von Nord-Amerika.
New .- York, 10. Juli. Am «en d. M. wurde hier Y_er „;;,ahrestag unserer Unabhängigkeit mit den gewöhnlichen Feierlichkeiten [Md öffentlichen Belustigungen begangen. Das Militair hatte eine glänzende Parade; die Bürgerschaft war in gewohnter Weise auf dem Rachhausr zu einem großen Mitta95n1al)le versammelt. Unter den Gäsren befand sick) qual) der mit dem letzten Packetboor aus Havre hier atige- kymmerie Franzößsche Gesandte, Hr. Roux de Rochelle; auf emen ihrn zu CHren ausgebrachten Toast antwortete er in FrJUzösxckWr Sprache und erwähnte in schmeichelhaften Aus- drucken der vieljährigen zwischen Frankreich und den Verei- mgtrn Staaten bestehenden Verbindung. Mit besonderer _Threlrmhme trank man auf das Wohl des General Lafayette, dessen Gesundheit mit dem Zusatzr: „der erste und allein noch lebrndr Gcnrral-Major der Revolutions-Armee“ von einem Mitglieds de§ Cincinnati-Vereins ausgebracht worden war. Mehrere Gejelljchafcen hatten ihre besonderen Feierlichkeiten und Mittagsxnahle. Das Wetter war außerordentlich schön, und bis spät in die Nacht hinein waren Vrrgnügungsorxe und „Gärten mit Menschen angefüllt, wobei es erfreulich'war, weniger Trrmkene zu sehen , als sonst , was man allgemein dem Einfluß der Vereine zur Beförderung der Mäßigkeic zuschreibt; dagxgen wurde mit dem Abfeuern von Pistolen und Umherwersem von Schwärmern großer Mißbrauch ge- trieben. Zn New-Brunswirk hatten die verschiedenenen Handwerker große Aufzüge veranstaltet; jedes Handwerk zog auf Wagen einher, mit seinen Attributen, grünen Zweigen, ONotto's und Devisen geschmückt.
In dem allgemeinen Gefängniffe des Staates New- Hamyshire befanden fich am 31. JNai d. J. 54 Gefangene. Diese hatten im Laufe eines Jahres durch ihre Arbeiten 6195 Dollars verdient und, nach Abzug der Au5gaben für Nahrungsmittel, Kleidung, Hausgeräth, Werkzeuge, Heizung, Gehalte an Aufseher und Wärter, Lazarethkoscen und Repa- raturen, dcm Gcfängniß einen, reinen Ueberschuß von 2159 Dollars zugewandt. -- Durch Bearbeitung von Steinen wurden nämlich verdient 3208, durch Schmiedearbeiten 1344 Doliars; im Schuhmagazin gingen ein 222, durch Böttcher- arbxiten 95 und durch Scht1eiderarbeiten 46 Dollars. Von Bejuchenden waren an Beiträgen 196 Dollars eingegangen.
Inland.
Berlin, 14. August. Aus Gumbinnen wird gemeldet: „Der Geburtstag Sr. TNajesräc des Königs wurde hier in
ZTMzohnter Weise feierlich begangen. Mittags war in der esource Tafel von 120 Couvercs, an der, außer mehreren Orts-Bewohncrn verschiedener Stände und Gursbefilzern der Umgegend, auch die Offiziere der im [)iefigen Kreise kantoni- renden Remonte-Kommandos Theil nahmen. Gegen Ende der Tafel brachte Herr Land-Stallmeifter von „Burgsdorff drm_ erhabenen Landesvater ein Lebehoch , in das die anze GeselUchaft mit freudigem Herzen einstimmte und das olks- lied „Heil dir im Siegerkranz“ anstimmce. Abends waren mehrrre Häuser erleuchtet, und“ein Ball in der Resource, der bis; Morgens 3 Uhr dauerte , beschloß die Feier des Ta- ges, die, vom schönsten Wetter begünstigt, VSU jedem SUT?" Preußen mxc inniger Freude und dem Wun1che-**daß GW den gerechten König und Herrn noch lange erhalten möge, begangen wurde.
_ In der 88sken Versammlung des Vereins zur Beförde- rung des Gartenbaues am 8. August 0. wurden vorgetragen: Beobachtungen des Landes-Oekonomiex-Conducteurs Hrn. Rei- merdes zu Schnega bei Uelzen, über die angebliche, von ihm aber nicht bewährt gefundene , Nützlichkeit der Ameisen him- fichtlick) der von ihnen gerühmten Verfolgung der Raupen; Bemerkungen des Hrrrn Hofgärtners C. Fincelman 'zu Sans- souri , „aberdrn diesjährigen Rauyenfraß in den Obßgärten- mit Hinweis auf den unter dieser Ueberschrift in.Nr. 158 drr Harde und Spenerschen Zeitung publicirten Artikel und die darm empfohlenen Mittel zur künftigen Vorbeugung