1754
lan von ausge eichnet schöner Arbeit, vor; beides Geschenke voti Seiten S?. Majestät des Kaisers, welche der General- Adjutant Chrapowißki darzubringen beauftragt way. Am Iten , um 5 Uhr Nachmittags, begab fich _Se. Kömgl_. Ho,- 'l)eic nach Pawlowsk, um von Ihrer: Kaiserl. Hoheit der Großfürstin Helena Pawlowya Abschied zu nehmen. Der Prinz brachte den Abend daielbsk zu und kehrte von dyrt nach St. Petersburg zurück. »- Am 41er: beial) der Prinz das alte und USU? Arsenal und das Gießhaus, wohnte als- daim der Aufrichtung einer Granitsäule „auf dem Bauplakze der Jsaakskirche bei und besuchte endlich noch_dr„e Reit; ur15FechZschule. Zu ?iccage befand Sich Seine Königliche Hoheit aux xinem ].)imzl' äiplomütjqua bei dem_Ge1andtcn Baroii Palmsticrna, zu welchem , außer dem. Gesolqe des Kronpxxnzen, dcis ge- sammte in dieser Residenz ariwesende diplomqttiche Corps und der wirkliche Gehaimeratk) von Diwow eiiigiiadoti wareii. Der Wirth, von zweien Beamten der Schivediich ;“ Norwigi- schen Gesandcsch-aft-begleicec, empfing seinen Königlichen SWT unten an der Treppe. Während Her MWFÉW war “&a- felmufik. Abends wohnte der Prinz im Franzonichen T[)_earer der Vorstellung des „Misanthrope“ “bei.- Am ;)ten be1uchte Seine Königliche Hoßeic das “Fräulemsttft; m Smolna und äußerte zu wiederl)olcen_Malen das hohe Vergnügene an dem blühenden Zustande dicier Anstalk, die “zu den ruhienden Denkmalen der Muttersorgfalc gehört, MLT denen Rußlands Kaiserinnen sich das Wohl Ihrxr Latidestöchter, angelegen seyn lassen. Der Kronprinz 1p_eiste*hierauf bci demBa- ron Palmstieriia, mit den angxiehenjren Bsainceii der,!)iefix gen Behörden. Am Abende bejuchte der Prinz dre Ruysjche Vorstellun im kleinen Theater, woskast, um dem Wiitzsche Seiner KZniglichen Hoheit, die: Yiiiiijciwti mid Pointickwn Nationalränze zu sehen, zu geringen, Zins Verfiigung Zet; Ober-Direktors der Kaiserlichen Schaubuhnen, „Fursken Cya,- garin, das Lustspiel „Liebe, und Zufall“ und „„No Landliist“, . ein großes Divertessement, gegebeii „wurde. ck Um 6ten nach dem Frühstück reiste Seine Kömgliche Hoheit nebst Gefolge nach Pecerizof ab, um sich vor) dort am 8cen iiach Krow stadt u begeben und die Rückreise anzuttYren. . Tzßälstend der Abwesenheit des Staats - Sexreraers Daschkow ist dem Staats-Seciecair von Bludoffe die Ver.- waltung des Ziistiz-Miniskeriums Ailerhöchfk iibertragen en. _ „ , wordDer Minister des Innern, General-Ahjiiiant S_aeripski, hat sich dieser Tage mit Allerhöchster Gcnefymcgnng m ]eitiem Berufe als General-Gouvei'neur von Finnland ,an eimZe Zeit in jenes Großfürstenrhum begehen. .Der wirkliche Ge- heimeratl) Engel , Mitglied des Reichs-Rathes, ist indessen
mit der Verwaltung des Ministeriums des Junexn bcauf- .
,tra c worden. . * . g In Gemäßheit des A0erhöch|en Manifefies vym 19. Mai 1817 hiexk am Neu 1). M. das Conseil der Kredit-Anstalten des Reichs die jährliche Sißung zux Durchsicht der Rxchnun- gen dieser! Anstalten, welche Se. Crlqucht der_ Herr Jmaiiz- Minister, General von der Infanterie, Gras_ von Camerin, mit einer Rede eröffnete , deren Eingang „xolgendexm-aßen lautete: „Meine Herren! Den Pflichtsii des Finanz-Mimstcrs gemäß, habe ich die Eh-re, Ihnen, nietne Herren, eme kurze Usbersicht des Reichs-Kreditwesews fur das verflozzene 1829|e Jahr vorzulegen. -- Der im Jahre 1829 glücklich beendigce Krieg mit der Orcomanischen Pfoxce hat weitere Zitileihen zur Deckung eines Theils der Kri-sgskoßen überfiuifig ge- macht; und ungeachtet des bedeutenden Bciaufis dieser Aus- gaben, haben sich 'die Hüifsqueüen unierer Fmanen nicht iiur nichr erschöpfc, sondern es find noch giryße- Summen m Vorrath geblieben. -- “Jm Anfange des .]letgen 1830051 Jahres smd zwei wichtcge Maaßregeln ergrineii worden: die eine, die Verminderung der BaxÉ-Procence; die andere, die einstweilige Aufschiebung des Ankaufes von thids zum Behuf de_x Schiildtilgung. „Die Ursachen, welche pte erste Mgaßregel durchaus nothwendig machten) und zwar die übermaßige Agf- häufung mäßiger Kapitale in ; den Bankiti, welche zugleich derProdukcion entfremdet wurden„ die stbeicxstung der l_ie- genden Gründe ;- smd -so,allgeme_in _bekanuc,daß ne, am wenig- sten für Sie, meine Herren„ eine weitern Erläuterung bedürfen. -- Die Verminderungdes-Ban -Zinsfußes, die unter der Bürg- schaft großer baarer Hülfsmittelangefangen worden, hgt nicht nur keinen Schwiexigkeicen unterlegen, !ondern auf die Pro- cent tragenden ÉMlagm Weit weniger Einfluß gehabt, als er- wartet werden konnte, *- Die andere Maßregcl, die einst- weilige Einstellung des TUJUßgs-Geschäfts , war nicht blos eine Folge der Noxthwendtgkeit, sondern auch eines berechtie- ten-Vorxheils; -- der Nothwendigkeit, weil nicht hinlßnglich Fonds zu Kauf geboten wurden; "**-, des Vortheils , in Be- tracht des schue'aen und außerordentlichen Steigens aller Eu-
ropäischen Fonds“, und insbesondere der Ruz'siichen; ein
Steigen , das schon während des Krieges angefangen un_d
nach dem Frieden fich bedeutend vermehrt hat.. Ohm Zwei-
fel würde es widerfinnig seyn , unsere Fonds zu 10 bis 40
pCt. über_Pari aufzukausen , während keine Art von Per-
bindlichkeit uns diese Opfer, auferlegt. Außerdem haxre diese
Einstellung der Schuldtilgung noch den Zweck, nöthtgenfalls einen Theil des Tilgungs-Fonds zur Nachfüllung der Bapk-
Kassen anzuwenden, im Fall “die Rückforderyng von Kapita- lien fick) vergrößern sollte. Da indessen die Operation der:“ Zins-Verminderung eine so günstige Wendung „genommen, so- bedurften die Banken bis jekzc nicht der germgscen5Unter- stükzung. Es ist demnach der Tilgungs-Fonds, der, mcc Aus-
nahme des olländischen, im Jahre 1829: 13,459,017 Rubel 71 Kop. in ' sfignationen betrug, nur zum Theil angewendet. ivxorden; es wurden nämlich 7,290,747“Rubel 343; Kopeken iir Tilgung wirklich verausgabt, und die übrigen 6,168,270- iubel “365 Kopeken sind auf Verfügung des Fmanz-Memste-
riums dem zurückgelegten Reserve-Kapital haar: beigefügt: worden, bis sich der Regierung günstige Aussichten dar- bieten , diese Summe zur Schuldtilgun„g_zu ,bemzkzen.“ Nach dieser Einleitung ging der Finanz-Mmisker m_die De;- tails des Ganges der gesammten Kredic-Anstalten em , aus denen sick) folgende Rosultare er eben: Am 1. Januar „1830? betrugen die zum Bereich der chuldentilguiigs-Kommission gehörenden Termin; und Renten-Sclksuld'en iti Arngiiatwnen 718,575,479 Rubel; dem Tilgungs-Fonds bltekbexi in „Kassa; an ©le 761,471, cm Silber 258,95!) iind an Isisigna-ttonen 2,392,707 Rubel; das zurückgelegte Reserve-Kapical h_etrug; ; an Gold 96,255, an Silber 1,914,635 _und an Aisignatconm ' 13,390,527 Rubel. Die »Maffe der tm Umlauf sehenden“- Bank-Assignacéouen betrug, wie in VSU vorigen Jahren, die“ unveränderte Summe von 595,776,310 Rubeln. * Das eigen- chüjnliche Kapital der Reichs-Leihebank war in-Goid 15,704,- in Silber 549,934 und in Assignationen 17,687,678 Rubel, worunter ein Reserve-Kapital von 1,000,000; ausgsltehet) wurden im Laufe des Jahres in Silber 130.000 Mid mA!- sigtiationen 57,130,908 RUbel, und" eingexragen_ m Gol? 1545, in Silber 28,821 und in Assignarwnen 259,301,375 Nabel; der reine Gewinn. der Bank im Jahre 1829„betrug„ in Gold 1085, iii Silber 26,965 und in Assignationen 2,706,031 Rubel. Das Kapital der Kommerz-Bank betrug 30,000,000;. sie disconrirte Wichsel für96,652,354und schoß auf Waaren vor 6,110,955 Rubel; der reiiie Gewinn der Bank und threr'Comp- toire betrug, nach Abzug der Unterhaltungskostench1,195,91_8Ru-- bel. Nac!) Darlegung dieser Details schloß der Finanz-thsier“ seine Rose mit folgenden Worten: „Die Erwägung aller hier" beigebraciicen Ereignisse wird Siek meme Huren», hoffxntltch» in der Ueberzsugung bestärkeii, daß, wenn unsere Kredic-An- stalten nicht ivankten im Laufe des Krieges, ihr Gang Päh- rend _des Friedens nur fest und vorcheilhaft seyn kann, eines Friedens, Der, unter dem Sckxuße der göttlichen Vorkehung, durch die Tapferkeit der Russij-chen Krieger mit solchem Ruhm errungen wsrden.“
Einem amtlichen Bericht Über den Fortxzang und Bestand- der hiesigen e-Qangelisch-reformirren Kirchet11chule zufolge, be- lief sich deren Kassenbestand am 30. Juni 1827 auf 9488 R. 99 Kop. SeitdéM wurden bis zum 1. Dezember 1828 an. Sclwlgeldérn und Beiträgen verschiedener Art 27,063 Rubel. 9 Kop. eingenommen und da egen 21,843 Rubel 11 Kop. ausgegeben, wonach ein Ueberschuß vvn gegen 15,000 in der Kasse verblieb. Der Wirkungskreis der Schule is: an_200“ Schüler ausgedehnt, die in 4 Klassen vertheilc find und jähr- » lich 60, 80, 100 uiid 120 Rubel Schulgeld bezahlen.
Am 22. Juli wurde in Riga der mehrwöchencliche Land- tac; des Liefländischen Adels geendigt, und ein Comité. dessel- bén beschäftigt sich jekzt mit der Ausarbeitung seiner Beschlüsse,- Um solche der Gouvernements-Regierung zur „Bestätigung vor::- zulegen. Es sollen mehrere für die inneren Verhältnisse der“ Provinz wichtige darunter seyn. Man versichert (meldet das- dasige P rovinzialblart) daß fich die völlige Freigxbung des- ..Korntausches gegen Branntwein, zu bestimmten Preisen, dar-
zwischen Dorpat-und Reval , auf Kosten des Adels„ da die. gegenwävcige einen großen Umweg macht. Daß die alten:
und neue gebahnt werden, ist ohne Zweifel ein Haupc„-Be- dürfniß derselben. -
0n etropawlowsk waren vom 10. Juni an bis zum 5. JÜZU aZ- der Kirgisenskeppe und aus der Static Taichkc-nc“ 131 Kameele und 269 Fuhren mic Waaren verschtedener Arc, als Lämmerfeae, Pelzwerk , grobe Filze“, gespminetie Baum:- wolle, baumwollene Zeuge, getrocknete Früchte, Ziegferiwolle“ u. s. w. angebracht worden. Am 7. Juli traf dort eme aus
unter befinde, und die Anlegung einer kürzeren "Poßskraße-
Wege der Communication in diesen Provinzen erleichtert?
1755
228 Kameelen und 85 Fuhren _bestehende Karavane aus Taschkent ein. Sie hatte 46 Tage auf der Reise zugebracht. Den gewöhnlichen Weg nthend, ward sie bei dem Ueber- gange über den Fluß Tichu von einem Haufen Kirgisen überfallen, um fie zu plündern, woran dieselben jedoch von den wohlbewaffneten Begleitern der Ka'ravane gehindert wur- den. Es gelang den Kirgisen indessen, derKaravane auf beiden Seiten des Flusses den Weg abzuschneiden, so daß sie nicht weiter ziehen konnte und sich gezwungen sah , fich mit den Räubern durch ein Geschenk von 220 Stücken baumwol- lenen Zeuges abzufinden, Im Innern Asiens war während der Reise der Karavane weder von der Cholera noch von irgend einer anderen ansteckenden Krankheit etwas zu hören gewesen. , .
Odessa, 4. August. Auf den Antrag Sr. Excellenz des General-Gouverneurs von Neu-Rußland und Bessarabien haben So. Majestät der Kaiser folgenden Ukas an den Fi- nanz-OJTinisker erkaffen: „„Da es Mein Wunsch ist, nach den Vorschlägen des Getieral-Gouverneurs von Neu-Rußiand und Bessarabien, Grafen Woronzoff, die Schiffsbaucen und die Handelsschifffahrt auf dem Schwarzen Meere aufzumun- tern und auszudehnen, so habe Ich befohlen: 1) daß der Kaiserliche Schakx. ein für allemal eine Summe von 150,000 Rubeln znr Verfügung _des Gcneral-Gouverneurs stelle , um zu Vorsckiüssen für Schiffsbauer zu “dienen, wobei für deren demnächstige Rückzahlung diejenige Sicherheit zu nehmen ist, welche Sie in Uebereinstimmung mit ihm als die geeignetste anerkennen; 2) daß in Cherson eine Handelswerfc mit einem Comptoir errichtet werde, und daß der Kaiseriicbe Schatz dazu ein für allemal hergebe: 25,000 Rubel zum Ankaiif eines Hauses für das Comptoir, 6500 Rubel für die Erbauung eines Schiffskrahnes im Werft, und endlich eine jährliche Summe von 4750 Rubeln zum Unterhalt des Büreaus, dem hier beigefügten Anschlage gemäß.“
Seit 20 Jahren bis jelzt find in Cherson 356 Handels,- Fahrzeuge erbaux worden.
Seit dem Jahre 1825 besteßt hier eine Versicherungs,- Gesellschaft ür Schiffchr und Waaren; jetzt haben sich hier mit Allerl)öc)|er C'rlambniß zwei neue Verficherungs-Geselk- schaften gebildet. ,-
Die hiesige Zeitung giebt folgende Dekails über die (wie vor einiger Zeit gemeldet) am 1. (13.) Juli, als am Namenstage Ihrer “Majeskäc der Kaiserin, srattgehabte C'r- öffnung dis neuen Hafens Berdiansk: „Morgens früh be.- gaben ficli“ der Gouverneur von Kertsch und der Chef der Nogajer an den zur Eröffriungs-Feicrlichkeic bestimmter: Ort. Nach Absingung eines 1'6 ])0un18 wurden auf der für den Hafendamm ausersehenen Stelle Pfähle eingeschlagen. Schwer isi es, die Freude- zu beschreiben , welche dieses Ereigtiiß un- ter der Bevölkerung der neuen Skadi und ihrer Umgebung verbreitet hat; mehr als 2000 Personen waren bei der Feierlichkeit zugegen. Nach Beendigung derselben wurden am Ufer Tafeln gebildet und ein Mahl für die Anwesen,- den aufgetragen; die an der Meeresküste vexsammelte Volksmenge gewährte den herrlichsten Anblick. Die Stelle, auf welcher die neue Kolonie fich zu erheben beginnt, war im Jahre 1826 nichts a!s eine unbewohnte Wüste; jelzc Hat fie über 200 nach einem régelmäßigen Plan gebaute Häuser, bewohnt von 1500 Individuen beiderlei Geschlechts, größten- tl)eils Ausgewanderce aus dem Gouvernement Kursk, die fortwährend durch Reuanéommende vermehrt werden. Be- keits zählt man 14 Kaufleute der dritten Gilde. Die Lage der Stadt ist sehr gut gewählt. Man" findet dort und in geringer Tiefe das vortrefflichste Wasser in Ueberfluß. Die gegen die Nordwinde geschükzte Küste ist sehr zum Weinbau geeignet , mit dem auch schon der Anfang gemacht ist. Die Luft ist sehr gesund; von den Neuangekommenen ist keiner“ krank geworden. Wenn die Stadt sich vergrößert, so kann fie sich auf der benachbarten Höhe ausdehnen , von wo “sie sich sehr, schön ausnahmen wird. Die Bucht ist hinlänglich geqe_n die Wind“: gcficherl und nicht weit vom Ufer für Kütten-Fahrzeyge tief genug; weiterhin findet man bis 20 Fuß Wasser “und vielleicht mehr.“,
Frankreich.
Paixs-Kammer. Silzung-vom 11.Augu|. Un- geachtet die Pairs-Kammer Tages zuvor ohne Anberaumung ihres nächüen Sißungstages aus einander gegangenwar, fand heute doch eine Sitzung statt, Einige Pairs“, die am „1.0cen nicht zugegen gewesen waren, unter ihnen auch der Marschall Zourdan, leisteten den Eid. Der Herzog von Mouchy fügte demselben hinzu, daß er“ „den von dem Herzogs von Fiß-Zames entwickelten Gründen aus voller“Ueberzeu;
schreiben mehrerer Pairs über ihr durch Krankheix veranlaß- tes Ausbleiben mitgetheilt hatte, bestieg der „Baron von Barante die Rednerbühne, um den Bericht der mit der Entwerfung ,der Adresse beauftragten Kommission abzustatten. Der Marques _von Dxeux-Brezé verlangte, daß die Be- ruchterstattung tm geheimen Ausschusse geschehe; der Marschall Zourdgn schloß sich diesem Antrags mit dem Bemeréen an, daß es in der That unschichlich seyn würde, wenn die Zei; txngeti die Adresse bekannt machten , bevor sie dem Königé uberreicht worden wäre. Der Herzog von Broglie dage- gen hielt es „insofern für xmbedenklich, über den Adreß-Ent- wurf öffentlich zu berachiehlagen, als die Berathung "selbst ohne Zweifel eben so ehrcrbietig als der Text der Adresse selbst ausfallen werde und jene mithin zu einem Anstoße nicht füg- lick) Aniaß geben könne. Da sich keine fünf Pairs fanden, die vertassungsmäßig den geheimen Ausschuß verlangten, so wurdesder Adreß-C'ncwurf sofort vorgelesen. Dersekbe lau; tete a 10: ,
„Sire! Ihre getreuen Unterthancn, dic Pairs von Frankreich,- n„och durchdrungen von den großcn Begebenheiten, die sick) kürz- [tech ugctragcn habin, crschcincn vor Ewr. Majcüa't, um “?hnen fur_ Ihre Ergeberxhcit für das Land zu danken. Eine cinmuthige Strmnxx vcrkiixidtgt', daß Ihre Thronbcüci ung allein das Staats- wo [ nchcrn konnxc; nur unter Ihrer 5 cgécrung Werden wir LM rer hcldcnmüthtg Verthcidigtcn Freiheiten in Frieden genießen kßnncn._ Gab es je einen cdlcrcn und wahrcren Anspruch auf dec Köntg-Zwürdc, als dcn, für unentbehrlich gehalten zu werden vpn einem großen Volke, das diese Notbwcndigkcit frei und ru- hig ancrkcnitt? Hat die Vorsehung sich je einer deutlicheren Sprache bedient?
Der Vertrag, den Sie mit Frankreich cinganqen find, o“hr“ von de;“ Vernunft imd der, Ehre cingcgcbcncr_Eidschivur, Md Berpfitcbtungcn, dtszuglctch würdig sind des Fürsten, der sie eingeht, und des Volkes, das sc empfängt,
_ Auch unsere Erdschwüre sind uns nicht im Taumel der Be-
gct_|ci“nng oder von einem blinycn Gefühle vorgczcichnet worden. Wir schwörxix Ihnen Treue mrt dcr innigen Ucbcrzeugung, daß“ wer eine hctligsPfitckx gegen das Vaterland üben. „ Icßt, woedicscr feierliche Akt voxlzogcn ist, wird Frankreich m die rcgcimgßtgx: Bahn der gesetzlichen Existenz zurückkehren. Zur Vcrthcidtguxig seiner Gesetze griff es zu den Waffcn, und um nicht gcnöthxgt zit seyn, zur Aufrechthaltung derselben aber- mals zuchwalxßbrittcn scene Zufiucht zu nehmen, hat es sich neue Burgschattcti ausbcdimgcn. Der Friede im Innern und nach qußcn hm„ dtex öffentltche Ordnung, die freie Entwickelung dcr (Hctßcsthättgkctt und dcs_Gcwerbficißcs, - dies war der waxTck scmcr Ansirengungcn, dies muß der Preis seines Sieges cy . ' . ,
, Dic Pairs-Kammcr wird sch bccifcrn, zu den Geschäften mitzuwirken, wodurch unsere Gesetzgebung verbessert, unsere Wohlfahrx gescherx werden soll. Lange Zcit haben ihre Bemü- himgen sick) daraux bcschränkcn11nüffcn , dcm Uebel Einhalt zu thun chi" es zu rmsdcrn: glückltckwr als bisher, ist sie cht beru- fen, fur das Woh! dcs_Lan„dcs zu wirken. Derselbe Gedanke be- schi Exv. ngcftat; Ries 111 der Ursprung cincr unauflöslichen Einigkeit zwtxchcn dini Könegegmchn Kammern.“ *)
_Nach der V_orie1ung diexes Entwurfs verfügten fich die Pairs, _zur Priifung desselben, nach ihren verschiedenen Bü- reaus, io daß die Stßung eiue halbe Stunde lang unterbro- ck49." wurde. Hieraizf begann die Berathung in öffentlicher Sitzung. Nur zwei Stellen des Entwurfes gaben zu “einer Diskussion Atilaß. Der Mgrquis von Montalembert veriangte, daß man zur Ausrechchaltung des monarchischen Prinzips im vierten Paragraphe statt „Frankreich“ sage „das monarchtsch_e und constitutionnelle Frankreich.“ Dieser An- trag fand indessen keine Uticerskülzun . Dagegen wurde eine andere bet der Prüfung in den B reaus für nöchig befun- dene Abänderung gut geheißen. Nach dem zweiten Sahe des leßten Paragraphen hätte es nämlich scheinen können, als ob. die Pairs-Kammer nie die Initiative ergriffen habe, um Gutes zu merken. Dieser Salz , so wie der“ lelzte. wurden daher folgendermaßen geändert:
„Ihre (der Pairs-Kammer) Bemühungen für das allge- mctnx BMO, die mehr als einmal mit Erfolgwgckrdnt wor- den und, haben sch“ nur allzuoft darauf hcschranken mü en, dcm “Uebe; Einhalt zu thun oder es zu Mtxdcrn- Jetzt 3 net sck) chr eme schönere Laufbahn. Ew. Majeßät haben ke mit andern Gedanken, als das Glüxk Frankxctehs; dies ift dic Qucae einer ungußöSlichen Einigkeit zwrschcn dem Könige und den Kammern.“ ' 1
Es wurde hierauf über (Jie Adresse abgestimmt. Die Zahl der anwesenden Pairs belief :ck nur auf 83. In den Wahl-Uriien fanden fich 81 Zecke *mit Ja, 1 mit Nein und 1 weißer Zettel. Während der Abstimmung wurde die große Deputation von 20 Mitgliedern durch das Loos ge-
wählt, die dem Könige die Adresse überreichen soll. Um 4
gung beitrete. Nachdem der Präsident die Entschuldigungs- ,
Mxéden leisten Sätze erlitten, wie man weiter unter sehen wird, eine Aenderung. * _