1830 / 232 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Sun, 22 Aug 1830 18:00:01 GMT) scan diff

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kompromittirte sic andrersxits nicht minder das persönliche In- teresse dcs Souverains. Drnn was bedeutcie fie anders, ais daß der Fürst, die Charte mit Füßen tretxnd, dee Nidrascntattv-Nc- gierung zu einem elenden Gaukclsptele herabrvurdtgrn wollte, worin die Mandataricn des Volkes als Nchcilen erschtencxt, sq- bald sie nicht knechtiscl) alles Dasxcnige bcwclltgten, was die Mx- nisier von ihnen vcrxatxlgtcn. Ncuxi Monate lang muhtydas Mt- nisterium sich, die (5.th = und Gerichts - Verwaltung_ mit, seinen Plänen ergebenen Mannern zu besetzen; rs glaubte ix_(hkstark gc- mtg, um bci drm Wghlgcschafte von Seiten aller begolqctcn Be- amten einc blinde Mitwirkimg zu verlangen; cxs vcrkundtgtr; laut, daß Alle, die aus den Fonds, wclche) dtc Natron, dcr Ncgecriing anvertraut, salgrirt würden, nach seinen V„orscl)rt„ftcn und,ltvcmt es verlangt würde, sogar gcgrn die Nation sitmm_cn mußten. Hier, meme Herrin, bezeichne xxl) Ihnen cm wahrhaftcs Verbre- chen. Ick) will nicht von dem tm StrafZGcsrizbuchr enthaltenen „Ver chen reden, Welches darin bcßcht, dic Bixrgcrcrn der freien Ausubimg ihrer politischen Rechxc gcwai'sqn) zu„1xorcn;,tch spre- che von einer systematischen Abnchr, der dnrntleäx Sittlichkeit, das koübarjic (Hut cines arifgcklcxrtc1*t Vdikcs, zizevcrdcrbcn; UH “spreche von jener Zmnuihiing, dec man cinem Yxirger macht,„bct dcr Anna!):nc eines öffentlichen Axiitcs de_n Minincrn, wer diese auch scycn Und was sic ami) werfrzxgcn mögxn/ mcht xmr Zcit_ix_nd Arbeit, sondern anch seine persönlichen Antichtcn/ sctn_Oe1v:i7cn und das Gefühl seiner Pflichten zu vcrkaufrxr. Dem tiefen Un- willen, dcn cixic so ganz unmoralrschc- Lehre erregen mu?;tcx „be- gcgnetc das „O)Tinißerimn igtr dcrErklärung, daß der Familien- Vatcr/ um kick) sein Ochtncn fret zu crdalirn/ _m nur, axifdtc Stelle zu Verzichten brauche, wodnrci) rr dic C:)ribststcnz [cincr Kei:- dcr sicbcri. Wem: mau Mit den) Doerc in-Udcr rxand CML Handlung von Mir bcgchri, dec mcmxcn (&?)rimdsaZrn (ZU; widerläust, so wird , wcnn, ici) nachgcvr, nimue Schwinde- qctadclt, nnd wcnn ick) wxdcrstchrz mcexr „Heldcnmnth hr- wundcrt wrrdcn; abcr irt beiden Fällen Wird der allgemeine Abschu dcm Urhrbcr dcr (Töcwalt foxgrn Und das Schwerdc drs Gcscich ihn crrriclzcn. Und hier imd cs nu_n vollends die Mit der anrccHil)a!Mi?g _dcs Gescichs sclbü „dcsarrragicrx Bramrrn, welche die eralrrhätigkrit zu cenrm Prcnzwc, zu ciriciierrizrc der Regierung, und dir Aufopferung de;; ctgrnrn (chrnrns 'zu einer chntcu-Pfjichi crhrdrn. Loyalc Sta_at5dccrrcr wurdcn td- res Dicmics cntlaffcn; drohende Nnndschrcxch „sclmchtcrtrn die Wähler rin, und schon ließ man es im mtitä'glcrhßcn,Frank),“rxcl) nicht mehr bei bloßen Drohungen drivrndcn. Gcwxncnyaxic Birr- gcr mnßtcn sich dem Dolche der Mörder durch die FMM ent- zicbcn. Der Vcrbannuwgsruf, Mordvrrsuch und „cchoffrnvar absichtlich errrcgtcr Aufnand, _- dth ist es", «„was, dtc „ZÖLHMÖM vonMontaubangcfcsxcn, was sie geduldet„ cntsqbiildcgtz, 1a bccx-alxtg aufgenommen haben; während das„J.)Tti'ikßékkliiikikDCM“ Unwrien ruhig znsah nnd dasselbe dcr Vrrgcncgidrerzu i_xqcrgcvrn suchrc. Sic, m. „€)., werden eine sochc Nackziasstgkxtt mrht nach'cihmcii. Sie werden vielmehr eine Untersuchung uber die: Vorgange in Montanban anücllcn, um den UrHr-Icrn „dchsribrn, so wxc dcn Kunstgriffctr, die man überhauprzur_Vcrsalsci)_ung der Wahl- Opcrationcn angcwandt bar, auf drr Syrrr zu kommen. Erne zweite Untersuciinng muß „der: grhceymnißrol-lxn Ursprtmg/ dcr Feuersbrkmftr, die das wcyclr-xhc nnd nördliche Frankreich vcrdrcrt haben, und ch'M Ariüistrr wunderdarcrchsc bis" jedi aller) Nack): forscdunsgcn cntscßléxpfr sind, zu TaiZe fdrdrrn; c:?" wxrd sick), dar- auscrklarcn, warum gerade in dcmsclbrnArigxiidltri'e/ wo die gc- richtlichcn Verfolgungen den Schleier zit lrxftcn_vrrsrrachcn, das I)iinistcrinm dcn Staatsstreick) wagte, wrdnrrl) xcdc srrncrc Oef-

fentlichkeit unmöglich gcmacdt wurde. Ich nirinrrsciis beschränke

mich auf die Bc:11crk1mg,„dqß dic Frucrsbrimftc urid der Auf- iiand in Moniauban dtc cmzrgcn Ereignisse waren„ welche die Nude Frankreichs üörten. Ungeachtet der ailgcmcmrn Bangrg-

keit stieß die Rrgicrrmg nirgends auf cin Hinderniß, und die Mi- .

nister, dir schon seit dcmMonaicAuguü 1825rat1dcnzUmßurzc dcr Gcsrßc arbeitcicn/ f-zmden nocli tm Mount Juli „1830 m Aller», was sie im Namen der Gesetze vcrfirgtcn, deu unbcdtzigtcstcn Gehorsam. UnserepolitischeSicllnngwarriixhtnnndcrbcrahigcnd. Indcmgrdß- ten Theile chRcichs waren die Wahlen genziu. der Ausdruck der Gesnnimq des Volks gewesen. Ich schxuc Mick) nicht zu behaup- ten, daß Niemand für diese Wahxcn datt; dankharcr seyn sollen, ais der Für]? selbst, dem man ne als emrn A.;? der Empßrung ichildcrtc. Gab es für seinen durckx zahlreiche H;;chlcr crschrxttcr- ten Thron noch_cinc dauerhafte Stqizc, so mußrc er sic in den Deputirtcn des Landes suchen. Wir bcthxucrn xs, Das Volk verlangte nac!) keiner neuen Revolution , nicht wcel cs sick) dazu zu schwack) fühlte, sondern aus Liebe zur “„Ordnung,- atis Achtung für setnc„Eidschwürc. Die Entfernung eines allgemein verwor- fcncn Ministeriums, Gesetze , die uns für der Zukunft gegen die Rückkehr der Vergangenheit bewahrtcnz _ dies war es, waz? wrr zu fordern, beauftragt waren. Um dtcscn Zweck“ zu. erreichen, konnten Wir, und nur der einzigen Waffe bcdecncn, Welche dtc Charte nns M M, Hände gegeben hat, - der Verweigerung des * BUMM (M MtMstck/ die das Vertrauen der Nation nicht besa-

ßen- Dies war unsere Absicht. Europa hatte setxrc Augen auf uns gerichtet: „UND kö" muß Frankreich die Gcrrchtigkctiwiderfahren lasen, Haß kctnc außer Csxkzlcclw Handlung, keine feindliche Dc- monskratton den Staats! reich/ von dem wir betroffen worden und der dcn National-Frcthctten oder der Dynastie ein Ende ma- chen mußte,„vi"ra1nlaßt hatte. Der Bericht an den Kö- nig und dre „VerordttUUgen vom 25. Juli sind noch bei Jedermann tn frischem Andenken. Ick darf nicht unbemerkt

lasen, daß , „da die Verordnxmgen eine Folge des von dem ge- saxnmicn Ministerium unterzeichnetxn Berichtes waren , sie auch, wre dieser„ das; Werk des Ministeriums sind und deffcrx Verant- wortlichkext solidarisch in Anspruch nehmen“. Haben Ste,- m. H.,- a„ls Sie diese Aktcnfti'xcke, dic 1c13t der Geschtchie ,angchörcn, lasen, sich nicht mehr als einmal bewogxn gefunden, ste aus einemganz andern Gcstchtspunktc, als dem1cntgen, zu bctrachtcn der uns in die-

, fem Augenblicke beschäftigt? Haben Sie sich nicht gefragt, ob-

dic Rathgcber der Krone wohl irgend etwas crsinnxn konnten,- das dre Person des Fürücn |le mehr beüecktc, als die gedachten Verordnungen? Das Volk hatte FMK Kdnigl. Proclamation noch mehr vergeffcn, die ihm noch kürzlich die Aufrechthgltun seiner Jnüttuitoqcn und Gerechtsame vrérhcxßcn hatte; gletchwo [sollte dte Freiheit der rcffe, dicse Hutcrtn aller andern, vernichtet und, das Wahlgectz dergestalt verfälscht werden', daß es nur noch das wEtgcnthunz einer geringen Anzahl von Männern erscn ware, dlc, ihrerseits rvtcder dcffclbcn nur nach_dcm Flieden der Regierung ,hätien genießen können. Zu- dtcsem btrtcrn Spotter gesellte sich noch ein anderer; dcnwwxlchen ÜUÖCM Namen vxrdzent jene Bchauptung, daß die Frrthctt der“ periodischen Prenc tn Frankreich die Oeffentlichketx tddte; oder jcanrklärung, dqß man die Preßfrcihcit und dre Wahlrechte vernichtc, um in die Baht) der Verfassung zuriickzukrhrctiz odcr _icnc Auflösung der Drputtrtcn-Kammcr, nocl) rhe diese eine ge-

' sciziickw Existenz harte, und wodurch man sonack) dcr Krone„die

:no::strnösc „Befugnis? bcilcgte, die Volkswahlcn _zu vernichten? Nein, zu krincr Zcit noclryatre die Regierung met solcher Kühn- l)rit dcr Ungerechtigkeit dee Bclridigung hinzugefügt, zu keiner" Zeit noch Hatte sécsi'cl) mit mehr Verachtnngübcr die Rechte cines großen Volkes, so wie übrridrc eigenen Ecdschwüre, hinwe ge:: scizr. „Dem Plane des thsteririms würde noch etwas gc chxk haben, wenn es nicht noch bis auf den leisten Augaetiblick die- Hoffnung und das Vertrauen des Volks genährt hatte. Die“ Mitglieder beider Kawmcrrt wurdcn daherscbriftltch auf „den 3. Agg. ciiibcrufcn, und auf aUrn Punktrn des Landes machten die Deputtr- (“cn Anstalt, zn einer Versammlung abznreiscn,drrcn Aufldsung dre Miniiicr schon im Vorans beschlossen hatten. Man hat, und nicht ohne“ Wahrschiniichcit, geglaubt, daß. jcnc Einberufung abnrhtlick) ge- schehen sri), um die Deputirten drrOpposiiions-Parici untrr“ Augen zu haben; daß bereits Proscrrptwnd-Lißcn angefertt t wa- ren, und daß Verbannung oder Tod die Votanien dcr. dreffrx cridartct hätten. Die: Untersuchung wird hicrüver Licht verschaffen. Das" Ministerium wußte, daß zur Vollzirhnngjcncr Verordnun- gcxt die Anwendung der Gewalt unumgänglich ndthtg werden würde; es“ war daher cntschsoff-ckn,; cinc'bcwaffnctc Machtzu cniwnkcln, die stark genug wäre, jeden Widerstand zu besiegen. Schon wird das Murren, das der Unwiile waffenlosen Einwohnern entlockt, dnrch N'ngriffc dcr (Zécndarmcric bcftrasi. Bard abcr clangt das Pariser Volk zrzr Errcxmtniß scincr Rechte, wrrd sch ?cincr Kraft bewußt nnd runet sick) zum Kampfe; bald Jedi es von der Selbst- vertHcidigung zum furchtbarstcn Angriffe Ü er. Der Tod wüthct' nach allen Seiten hin, und bei jedem Schwunge mciht seine Sichel. cincr: Franzosen nieder, Zu diesemvorhcrbcrccbnctcn Blutbadc,dem dic Tnpfcrkciidcs Volkes" einen andern Ausschlag/ alsedcn erwarteten,- ab, schien es sidwcr iioch LM Verbrechen hinzuzrifrigMYUD doxl)! Einige wohlgcsmntc Bürger glaiibcn, daß, wenn ihre Stimme beim Volke Gehör gefunden, strauch bei den Minißcrn Eingang K_xidcn werde. Urn dcm Blutvergießen Einhalt zu thun, versuchen ne ,es daher,_ die Srimmc der Wahrheit zum Throne gelangen zn las- sen; ste gchrn die Mittel an, wie das chcxi vieler Tausend Fran- zosen gerettet werden könne; sie wenden itck) an den Befehlsha- vcr'dcr Truprcn, und durch ihn an das Ministerium. Aber ihre Raidstlsägc, ihrs VOL'ÜCUUUZM, ihre Patriotischen Bitten werdcn

- ziirdcrgcwicscn; Tod oder Unterwerfung, _ dies ist die cin-

zigc WMA, dic nian dcn; Volkr läßt. _- J-n IHrcr denkwürdigen! Sitzung vom 7. Augmi, meine Herren, haben Sie *aus dem Munde cincr; acbtdarcn. Dcputérirn vernommen, daß die Mi- nister damgls dic Vc.“.“antwortlt'chkct't für ihre Wcigcrung allein auf sick) nahmen, und daß sic dcn Monarchen weder von dem Blutvergießen in Paris, noch von den Vorschlägen, die dem-

selben ein Ende machen konnten, unicrrichtctcn. Ein solcher“

grausamer LZUD nicht wieder gut zu machendcr Verrats) gegen den Fürsten schrmt fgü unglaublich; dock) läßt sich derselbe nrcht,fr'xg- lich in Zweifel zichxn, wenn man in dem amtlichen Monttcztr“ vom Mien und 2.51th Furt liest, daß dcrHof damals ctxieMctlc cht von der blntbcffccktcn_Hauptüadt Audicnzrtt crthctlic iznd- sich mit der "Jagd und sonüxgcn Vergnügungen die Zeit vertrieb..

0Fridcß' wurdc Pari?" durch eine Königl. „Verordnung in Belage-

Akt und Jung griff zu dcn Waffen:, alle Klasicn von Einwohnern

üelltcn Streiter, die mit dem glänzendsien Mathe das Gefühl.

der Menschlichkeit und Liticigcntiiitzigkcir verbanden. Nach sol- cher Erfahrung! sollten wrr cs faft nicht mehr bedauern, daß das

Ministerium fur die Stimme der Versöhnung taub gcwcscn ist;;

die heldcmm'ithigcn Opfer des Kampfes würden uns rerläygncm. Ein vollständiger StZ war zur ErrmÉung der Freiheit, wre ziim tiefen Stur e der - crfcck)tcr dw bsoluitsmeus, nothwendig... Doch ich se e/1nctn8Hcrrcn, daß ich nnwiuruhrlxck) von dem Gcgcnftandc meines Vprtra er; dbwcicbe; ick) linke ihrr Aufmerk- samkeit von den schuldtgrn 5 esiegtcn'ab, _um see auf die hochhcr- zigen Sieger zu lcrtcn._ Erlauben Ste; tmr nur noch dre Benzer- knng, daß der Ruhm jener dcnkwürdrgcn Tage jede schmerzliche:

Erinnerung, die sich an dieselben knüpft, verdrängen müffe. EZ"

rungs-Zuftand, erklart; die militairischc Macht allein sollte dort* herrschen. Dre Hauptftadt nahm aber die Herausforderung an;:

1771.

Yb in- Frankreich eine Cbartx, die „um so heiliger war, als die * dnigl. Autorität sie aus, freien) Wellen erthetlt zu haben vorgab. Zwarwqr dieselbe schon m eitrigen wesentlichen Punkten vercht worden; doch bcüand se noc!) thxem Haupttyhglte nach„und war daher für den Fürsicn, wre fur semgMcmstcr obligatorisch. Ob diese“ Lcßtercii dec Abfuhr hatten, die Verfa un s-Urkmzdc

änzlich zu verntchtcn, Will. tch dahingestellt seyn affen; eme

ntersuchuxr alxcm kann, hierüber Auskunft geben. Für jetzt beschränke t mich auf Wirkliche Thatsachen: ,

Das Ministerium h_at m der Thron-Redr eine Sprache ge- führt, wclche dre Ncgtcrun von der Mttwcrkung der beiden andern Staatsgewalt“) freiprach, und M dcr Königl. rocka:- matton hat es iich nicht gescheut, cmcxt von der Wah -Kam- mer ausgegangcncn völlig verfaffungSMäßcgen Akt als ein Werk der Empörmxgdarzusiellen. .

Das Ministerium hat sick) bcmuht, „durch Bestechung, Dro- hungen, Gewaitthätegkcétcn imd Mord die Wahlen zu beherrschen.

Das Ministerium hat dee öffentliche Sittlichkeit dadurch ver- letzt, daß es den Mißbrauch derGewalt, Seitens der Regierung, iind dtc Verlärignung des Grivtffcns, Seitens der Bürger, zu einem Grundsatze rrhodcn hat.

Das, Ministerium _hat sci) unter dem abgeschmacktcn Vor.- wandc, rmx noch nichr konstrturrtc Kammer aufzulösen,“ das Recht anmaßrn oncn, ,dte von der, Französcschcn Nation getroffene Wahl ihrer Deputxrrcn zu vernichten. ,

Das Miixisicrtum hai dte durch den 8. Artikel der Charte gesetzlich rerbürgtr Freiheit der Presse durch ctnc Verordnung vernichten wollen. . * ' ,

Das Minisicrcunrhat Fletchfglls dure!) eine Verordnung dczs von der Chartcxetm A gemeinen verdürgtc und durch bc- fitmmic (Höcsehc cmgemhrtr Wahl-Syiicm umßoßcn und dagegen cm Syficm dcs" Betrugch ettixühren woxicn, wovon die Vcrlcizung des Absiimnmngs?Gchctmntffcs und dte Allmacht dcr Agenten der Verwaitung dtc Hauprzdgc ausmacbtrn.

Um dcrsc alie un'srr chhte vrrnichtcndcn Maßregeln dnrch- zuführen , hat das Mtnrsirrium dee Soidatcn gcgen die Bürgcr bewaffner und dir EMM durch „die Anderrt hinwürgcn lasen. Aufgcfyrdert, dcm Blutvergießen cm Ende zu macdrn, hat es das: selbe vcrimchr fortgesetzt,; bis der Muth der Pariser über seine blutdürfttge Halsßarrigkctt sicgte. _

Wenn, selbst nach dem Buchxiadrn dcr Charte, wic se bisher brücmden har, so] ch e HMiungcn nicht da;? Verbrechen des Hoch- verraths, begründen, so Uk dterrantrvortsxchkcit cin Traum, das Gesc!) einc Erdxchtung imd dre (Hercchtigkcixxin lrcrcs Wort.

Folgcnch iii der Inhalt nietncr Proposition:

„,Die Deputtrtcn-Kamnxrr bcsclmidigt dic Miniürr, dir den Bericht an den König und dtc Verordnungrn vom 25. Juli 1830 unterzeichnet haben, des Hockwermths.“

Die Kammer beschloß (wic bereiis gestern erwähnt) fasi

einstimwig, diesen Antrag in Erwägung zu ziehen.

Paris, 14. August. Gesiern friih präsidirce der König im Ministcr-Rathe, der von nctm bis zwei Uhr dauerte. Vorher lcgrrr; die beiden ersten Präsidenten des Cassations- und Rrcht11mgshdfes, Graf von Porxalis imd Marquis von Barbé-Marbois, so wie die“ beiden General-Prokuratoren beider Behörden, dcn Amtzeid in die Hände des Königs ab. Se. Majestät empfinzzen späcer die Glückwüiische mehrerer General; und Offizier-Corps urid einc Depntatidn der Na- tional-Garde des Departements der Euro urid des Loir. Abend: um neun Uhr war norbmals Okinéskrr-Rath.

Mittags war im Palais Royal Tafel von 70 Converts; untcr den Gäsrrn bemerkte man den Herzog von Bassano, dic Genrralc Maurin und Clausel, den Dichter Casimir De- lavigne u, a. m.

Fast aus alieu Städten des Reiches kommen Depuratéo- nen Hier an, um dem Könige zu huldigen.

Der heurige Moniceur enthält acht Königl. Verord- nungen Vom gestrigen Datum und folgenden Zrihalcs:

1. Das bisherige Sraats-Siegel isi abgeschafft; das neue wird aus dem Orleansstben Wappen mit geschlos- sener Krone bestehen, hinter welchem das Scepter, die Hand der Gerechtigkeit Und dreifarbige Fahnen kreuzwcis angcbracht sind; im Abschnitte sollen die Worte: „Ludwig Phi- lipp ]. König der Franzosen“, angebracht werden.

„_ Dir künftigen Namen und Titel der Prinzen und PriUzUslnnen des Königl. Hauses werdet; dahin festgestellt, daß der älteste Sohn, der Herzog von Chartres, den Titel: Herzog von Orleans, und die “Prinzessinnen Tdchter, so wie die Schwester des Königs, den Titel: Prinzessinnen VOM Orleans, amzehmen und sich von einander durch ihre Vornamen unterscheiden; die übrigen Prinzen behalten ihre bisherigen Titel. -

[li. Da laut dem Art._63 der Charte der König die Decoration des Ordens der_ Ehren-Legjon zu bestimmen [)at, ck wird verordnet, daß diekelbe auch fernerhin auf der einen Seite das Bildniß und den Namen des Königl. Ahnherrn Hei_nrich_)'s M., „auf der andern Seite aber in der Mitte die Iujchrixt: „Ehre und Vaterland“ führen soll. Die

Sterne_ der Großkreuze werden dasselbe Bildniß mic derselöen „Ztsischrtfc und zwischen den fünf Ecken dreifarbige Fahnen

)ren.

. „UT. Der Titel Mon s eigneur für die Mitglieder des Minister-Rachs wird abgeschafft; diese werden in Zukunft nur Monsieur le Ministre genannt.

_ Diese ersten vier Verordnungen smd sämmtlich vom («Hroßßegelbewahrer , Herrn Dupont de l'Eure, contra'signirt. 7. Uw der Marine einen Grad zu geben, der dem etnrs Mar1challs bei der Landmachc gleichkommt, werden dre: Adzniralstellen errichtct und der Admiralsrang wird in jeder Rucksicht dern eines Marschalls von Frankreich gleichge- stellx. Die Adrmrale sollen gleiche EHrenbezeugungen und Beroldungen mic den, Marschällcn genießen und nach ihren Patenten unter einander rangiren. Zn Ausführung dieser Verordnung wird: ' A. Der Vire-Admiral Duperré ziim Admiral befördert. Diese beidence Verordnungen sind vom See-Minister, Grafen Sebastiani, contrasignirt. ' ' 711. Der Marschall Soulf, Herzog von Dalmatien, und der Admiral Duperré werden zu Pairs ernannt. , Dll]. Der Professor und Deputirce, Herr Villemain, wird zum Mitgliede des Conseils fiir den öffentlichen Unter- richt tmr dem Auftrage ernannt, in Abwrsenheic des Mini-

-nisrers in diesem Conseil den Vorfuß zu fÜHWU.

Die siebente Verordnung ist von dem Großffegelbewah- rer, die achte vorrdem Minister des dffentlichen Unterriihts, Herzog vdn Broglie, gegcngezeichnet. AUßcr diesen enchälr der Momceur noch» fünf andere Verordnungen, welche einige unerhebliche Beförderungen im Justizfachr betreffen.

Der Moniteur berichtigt einen in seinem gestrigen „Blatts, im Texte der Minister,-Ernennungen, vorgefalleéien Jrrthnm: Graf Sebastian:“ sey darin nur als Minister der Marine aufgeführt; es müsse aber heißen: Minister der .Ma- rine und der Koioniecn.

_ Durch eine Königl. Verordnung vom 11ten d. find 1ämmcliche Königi. Garden aufgelöst worden. Die Offiziere haben unbesiimrmcn Urlaub erhalten. Die Unrer-Offizicre und Gemeinen, we[che fortdienen wollen, kdunen sogleich in die Linie eintreten.

_ Auf den_ Bericht des Kriegs-Minisiers hat der König eme Kommijfion ernannt, um die Ansprüche und die Lage der von der vorigen Regierung, unter mannigfachen Vor,- wäixden, vrrabschiedeten und pensionirten Offiziere, von denen vrere iioch im Yräfcigsien Mannesalker stehen, zu untersuchen. Mitglieder dieicr Kommission smd: der Gcneral-Licucenanc Graz,? Deraen als Präsident, die General-Lieutenancs Vichery, Samt-Cyr-Nugues und Baron Husson, der Oberst Marboc und der Uzitcr-»))?ilitair-anendanc Turcas.

Aus zyävre schreibt, man unterm 11cen d.: „Die Loot- seti, welche den „Great Britain“ von hier nach Cherbourg gedrath haben, sind heute hierher zurückgekehrt. Als see mic deerchtffe anf dcr Rhede vm! Cherbonrg anlangcen, kam Caperatp, Dumont d'Urville mit mehreren *))?arine-anenieu- ren an Bord, um die für Karl F. und dessen Familie de- stimmtrn Zimmer in Bereitschaft setzen zu lassen. Das Königliche Boot,.m Qhrrbourg liegt bereit, Karl )(. an Bord des Ame- rikanqchen Schiffes zu führen. Der Marine-Präfekc hat in einer Proclamation die Einwohner von Cherbourg aufgefor- dert, sich richig zu verhalten;. auf allen Häusern “mehr dort“ die dreifarbige Fahne. *Das 1ech|e ananrerie-Regimrnt war aus €an in Cherbourg angekommen!“

,Das Journal des Débats stillt Über die (in Num- mer 226. mctgetheilte) Rede des Vicomte von Chxiteaubriand- folgende Betrachtungen an: „Herrn von Chdteaubriand's Rede in dcr Pairs-Katnmer hac einstimmige Bewunderung erregt. L_[lle Parteien schienen fick) zu vereinigen, um dem edlen Paar die Huldigung darzubringen, die nur das Genie: und die Charakter-Größe den politischen Leidenschaften abzu- dringen vermögen. Wir standen Anfangs an, unseren Bei,- fall in das Lob zu mischen, das von allen Seiten den edlen Worte:! Herrn von Chäceaubriand's gezollt wurde. Ach! uns be1chäftigte schon, im voraus ein schmerzlicher Gedanke! Wie konntetx wir fie [oben, diese “hehren Worre, da wir ganz von der Bewrgniß durchdrungenwaren, er werde ,zum [eß- ten Male ge'zprochen haben! dieses traurige Gefühl haben so“ viele Herzen mit uns gexheilc, “daß wir heute nichc mehr Anstand nehmen, es auszuwrechen. Nicht in Paris allein. fragt man sich, ob die lxekzren Ereignisse einen Namen, der umerer Zukunft so viel Glanz versprach, auf immer aus an- serem öffentlichen “Leben entfernt haben? SoUte wirklich ein ungünstiges Erstbtcküber der politischen Laufbahn des rn. von Chieceaudrmnd walten? Sollte wirklich das Leben dxF'ett,

der die Freiheit und die Monarchie mit gleicher Wäime ver: