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thcidigtx, bei beiden aber ungerechten Widerstatid „fand„ da- mit endigen, .daß es an einem unerbittlichen Prmztpe „w:: an einem Felsen zertrümmerre? Fern von uns sey das Vermes- sen, die Zweifel eines so reinen Gewissens bekämpfen zu wol- 1cn. Aber dennoch bekennen wir, daß die sorgfältigske Prü- fung des Zustandes Frankreichs mid der bejonderen Lage des Herrn von Chäteaubriand in unierem Herzen einen lerßcen F offnungsschimmer zurückläßc! Was ist der vorherrschende Hedanke seiner Rede und seines ganzfen Benehmens? Die Ruhe und das Glück Frankreichs. Auch wissen wir, und Herr von Chzceaubriand wird uns keinen Vor- wurf daraus machen , wenn “wir es hier äußern , daß er, weit entfernt, durch den Einfluß seines Namens uiid seines Beispiels eine uns so viel Glück versprechende Regre- rung zu isoliren, sich seines Einflusses nur bedient , um zum Gehorsam und zur Einigkeit zu ermahnen. Wäre es daher nicht ein heklagenswerthes Verhängniß und eine zu weit ge- triebene nukziose Treue, wenn Herr von Chäteaudriand sei:; Genie und seinen Patriotismus dem Lande entziehen wollce, das ihm schon so viel verdankr und ihm noch mehr verdan- ken kam». Wir wiederholen es, wir wollen keimesweges mit dem Gewissen des Herrn von Cl):3ce-mbriand einen Kampf um Prinzipien beginnen. Wir konnten eine traurige Ahnduxig nicht verschweigen,. und wider unseren Willen äußzwtc under ?rziinen Wii:“:i'cl), den Viele mit uns theilen werdeii. Dxöge Herr von Ché-teaudriand ja nicht glauben,. daß 1th das Interesse seines RUhm-ö dcm marcricllen Incereffe iciner politischen Laufbahn opfern wollen. Wir haben ihn aufs höchste bewundert, wie er als lekzier Verkheidiger aufrexhr auf den Trümmern der I)ionarchie stand. Wir wänichccn lieber seinen großen Namen Uliker den Trümmern der Legifi- Mität begraben, als ihn mit dem gerin-Zsten Flecken auf dem Gipfel der Ehre und Macht zu sehen. Wir smd aber zuglxich der Ansicht, daß die Pflichten eine Gränze haben, Uiid daß die Liebe zum Vaterlandc auch ein Prinzip it?; wir glauben,. daß der Bruch beschworncr Treue von allen Eiden encbindct, die unter nichc mehr bestehenden Verhältniffen geleiscec wor- den smd. Tic einem Worte, wir werden Um; nie zu dem Glauben entschließen können, daß HLW von Chzceaubriand für Frankreichs Zukunft verlokem ieh.“ * ZmScmaphore de Tarseille liestman: „Zismlich zuverlässiger; Nachrichtenzufdlge, scheiniÄes, ais hahe zwiskhen einigen Pairs von Frankreich und VLFWÜCÖTUCU AUcdriräten der 5Provence ein Plan zu einer Escxze;Z--Revohxcéoxi stattgx- fUndcn. Einige Personen kcnnroman Won. Sodaid-dieie ganze Jnr'rigue völlig aufgedeckt ]ehn wird, werden ww sie namhaft machen und hesuhrämken uns für chzc “aiif die Schilderung einiger Thatsacheii, die sich bei der Legion H0- hcnldhe zugetragen hcibcn. Dcr Général Pariduneaitx halle nämlich von der provisorischen Regierimg den Befehl Erhal- ten, die Nakionalfarbcn aufstecken zu lassen, und in Folge dessen dcn Civil; und JJTilirair-Bchdrdcn die gehdrixch WU;- theilmigen gemacht. Der Oberst des Ziicgimenks Hohenlohe weigerte fich indessen, diesen Bsfehi zu voiijkrexkcn, mir dem Bemerken, daß sein Regiment keincswcgcs gewnnen ici), “dre Verfügungen der,“ neuen Regierung zu befdlgsn, und zeigte den Truppen an, es wären ganz etikgegxtigejehke Beschldcm- gelaufeti, denen zufolge fie mwcrziiglich nach “Fiir marxihireti, fich mit den dorc stci)endct1.T;“ixppeii vereinigen, und UW) ?arseiile begehen sollten, um dort die alle Regicrmrg „aris- recht zu erhalten. Dei" Ausführuug dicses Planes widerie'izte sich jedoch der béi dem Regiment Hohernlohe stehende ngdr Vonhuelsen; nachdem es ihm, wixwohl mit großer ,Muhe, gelungen war, sich von den Mi!itaii*-:Be.'.)örden_dci; Libciids vorher bei ihnen eingelaufenen Befehl, „der proviwrijchcn „Re- gierung zu verschaffen, beeilce er fich,“th „atzszufuhrcn. Lille Offiziere und Soldaten empfingxn ihn mrc Eiichiisiasmus ,und pflanzcen unter dem Ruf: Es lebe F1:a:1kretch!_ Es lebe die Charte! Es lebe die Freiheit! dic dreifarbige Fahne alis.“ Nachstehendes ist,die (qeffern vorbehaltene) Relation Über das Gefecht bei “Belida oder Blida: „Algier, 27. Juli. Die am Fuße des Atlas liegende Stadt Blida har stets zum Algier- schen Gehiet gehört und wird als der Markt für den Han- del mir dem inneren Afrika betrachcer. Obgleich häufig von Erdbeben heimgesuchc, ist sie dennock) sehr bevölkert und we,- gen ihrer schwefelhaltigen Quellen berühmt. Dic Umgebun- gen „der Stadt bestehen fast nur aus Citronen- und Oran,- qenwäldern UNd dM reizendsken Gärten. Dieselbe war an,- fangs dem Bey von Titeri versprochen, später aber ernannt? der Ober-Befchlshaber einen eigenen Gouverneur für die- selbe. Dies hatte Unzufriedenheir Unter den Bcduinenfiäm- men erregt, und es'war nach Algier gemeldet wordsn, daß crtistliche Unruhen zu basorgcn scyeU. Diesen wollte der Marschall Bourmont zuvosriommen und marschirte aw IZsten
werde Alles abgemacht seyn.
, Trculofigkeic aufgereizt.
d. um 4 Uhr Morgens mit 1500 Mann von hier aus , in “
der Ueberzeugung , mit einem militairischen Spaziersange Die Generale Desprex,-Lahitte, Escars und Hurel so wie ein zahlreicher Generalstab begleitete ihn. Der vom Ober-Befehlshaber ernannte Aga eröffnete mit 20 Mauren den Zug, den 80 reitende Jäger in den Flanken deckten. Zwischen den Hügeln, welche die Ebene Meridjah von Algier trennen , fanden wir noch gepflasterte Ueberreste der alten Römerstraße. Nach zweistündigem Mar- sche' stiegen wir in die Ebene hinab, die-sich in endloser Länge vor uns ausdehnte. Im Süden wird sie vom kleinen Atlas, im Westen durch die Hügel von Sidi-Ferruch begräuzt; se ist unbebaut, scheint aber höchst fruchtbaren Boden zu haben, wie sich aus den schönen Weidepläßen schließen läßt. Meh- rere Haufen Araber kamen unterweges u dem General, ihm ihre Unterwerfung anzuzeigen, und zwei Stunden vor Blida tra- fen wir Abgeordnete der Stadt, um den Eid der Treue und des Gehorsams 'zu leisten. Diese bestiegen hierauf wieder ihre Pferde, und bald vsrschwanden ihre weißen Mäntel hinter dem dichken Gebüsche. Wir näherten untjekzr dem Fuße des Atlas, dessen Abhang bis zu beträchrlicher Höhe bebaut war, Unser Weg führre durch dichreHecken von Lorbeer- und Oelbäumen, zwischen denen die breiten Blätter der Aloe hexvorragcen, und mit denen Tabak; und Maissclder auch Weinpfianzungen mit reifen Trau- ben abwechselten. Das Pflaster der Römerstraße erdröhnte abermals unter den Hufen uciserer Pferde, verlor sich aber bald wieder. Wir waren bereits zwölf Stunden marschirc und aufs höchste erschöpft, als wir zwischen Orangen- und Palmenwäldern um 6 Uhr Abends die I)iinarets von Blida erblickten. Hier wurden wir von den Einwohnern aufs- frcundlichsie empfangen. Dem Gezneral Und seinem Gefolge wurde in großen Schaalcn Limonade dargeboten, und unsere Truppen waren bald von Leuten umringt, welche Citronxn, Weintrauben und Früchte aller Art zum Verkauf anboten. Die Stadt isi von einer Lehmmauer umgeben , die Häuser haben aiie nnr einen Stock und sehen ärmlich aus, so wie die ganze stöikcrung. Der Ober-Befehishaber quartierte fich in eine Orangerie ein und bestimmte, nachdem er den„ neuen Aga instaliirr hatte, den Abmarsch auf den folgenden Tag. Unter die Truppen wurden Lebciismikcel vertheilt, und wir: Alle überließen um; nach den Scrapahen des Tages einem er- quickenden Schlafe. Zahlreiche Horden Kabailen, die wäh- rend der Nachx vom Arla- herabgesiiegen waren und die Anhöhen um Blida besehc hatten, griffen am andern Morgen plötzlich unsere „Bivouaks an. C': entspann sich so leich ein lebhaftes Feuer, Mid der General gab Befehl zum "Z(ufbruch, der erst um 3 Uhr Nachmittags hatte stattfinden sollen. Un- sere Truppen mußten mehrmals Quarrés gegen die mit Un- gcsii'tm von allen Seiten atidringenden Kabailen- bilden. Die reitenden Jäger fiihrten mehrere glänzende Angriffe auf den Feind aas, dsr tms ach: Grunden weit bis an unsere Vor- posten cm der Über den Haéradsck) führenden Brücke verfolgte. Um sieben Uhr Abends gelangten wir in die Ebene Metidjah und selzt'étk den Marsch bis Micrerrmchc fort. Nach dreistün- diger RUhe wurde wieder aufgebrochen, und der Genexalsiah kam Morgens um acht Uhr in Algier an. Die Truppen blieben auf den Hügeln vor der Stadt sichen. Wahrschcitix lich haiwii die Kabailen Blida gcpländert. Dieser Vsrfakl beweist, das; die Bevölkerung der Regentschaft noch weit das
“WU enrf-ernt ist, sich zu uncerwerfen, und daß dex: bisher be-
folgte Weg der Milde und Güte seinen Zweck verfehlt. Wahrscheinlich haben die Türken, deren es noch viele hier _qieht, die Beduinen-Stämme des innern Lands: zu dieser Vorgestern wurden am Babazuner Thor zwei Beduinen verhaftec, die mir Pulver und Kugeln beladene Kamecle vor sich hertrieben und damit nach ihren Bergen zurückkehren wollten. Sie wurden nach der Kassan- dah gebracht imd in strenges Verhör genommen. Der Ober“- hefehlshabcr will eine drohende Proclamation erlassen. Algie1r wird uns, so lange es reich bleibt, immer gefährlich seyn; denn die hiesigen Mauren und Türkem werden das (Geld nicht sparen, um das Land in-Aufruhr zu bringen. Esxwäre etwas Leichtes , in achc Tagen hier eine Kriegs-Contribution von 100 Millionen Franken zusammenzubringen, obgleich die Einwohner schon große Schäße aus der Stadt und in Sicherheit gebrachr haben. Der Ueberfall bei Blida hat uns 100 Mann gekostet, der Verlust der Kabailen ist bei weitem größer. Das" Gefecht war so hitzig, daß General Despxez, der sich plölzlich von zwanzig feindlichen Reitern uxnringt jah, durch den. Oder-Befehlshaber, der fich iti Perron an die Spiße des Generalstabes setzte , aus dem feindlichen Haufen herausgehauen werden mußte. Der erste Adjutant des Gra-
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Beilage zur Allgemeinen Preußischen Staa'ts-Zeitimg .Mi-' 232,“ M
en Bourmont, Herr von Trelan , wurde von einer Kugel Zleich im Beginn des Gefechts tödtlich werwrmdet und starb auf dem Rückzuge.“
Nach einem Schreiben aus Toulon „vom 8ten, haben «die Kabailen bei ihrer Rückkehr nach Blida die Stadt in Brand gesteckt und die Juden und Mauren ermordet.
Das Journal des Débats enthäic nachstehendes “Privat-Schreiben aus Algier vom 31. Juli„ mir dem Be- merken, daß die darin erzählten Ereignisse mit der Pariser ""Revolution den Tagen'nach zusammentreffen: rige Ereigniß bei Blida scheini ernske Ui'sachen zu haben. “Seit einiger Zeit begann die Eintracht zwrschcii den Franzo- sen und den Eingebornen fich aufzulösen. Einige wollen den *Grund davon in der zu großen Begünstigung der Juden, andere in der Unzufriedenheit der Beduinen, die fich fort,- während Über den Werth der Münzen getäuschr sehen, noch »andere wollen ihn in der mangelhaften Verwaltung und m
"der zwischen der Land- und Seemacht herrschenden Span-
Znung finden. Die oberen Offiziere murrten laut, über die Okdnung der Dinge und erwarteten jeden Augeiibleck, Algier "werde von den Mauren und Arabern angegriffen werdeii.
„.Die Marine-Offiziere und Admiral Daperré; selbst zeigten"
Nicht Winiger Besorgniß. Diese traurigenkadrgefühie smd zum Theil in Erfüllung gegangen. “Lim 28. ;;ult starben zwei “von den Algierern durch Kaffee vergiftete Soldaten, und zu,- gleich wurde das Bab-xzuner Thor von einem aufrührerxschen - aufen angegriffen, wobei neunzehn unserer Soldaten, fielen. Lie Truppen griffen zu den Waffen und umringcen die Auf- rührer. Einer von diesen machte, um sein Leben zii retten, wichtige Geständnisse; er zeigte an, daß schon lange eme Vcr- schwdrung im Werke und ihrem Ausbruchs nahe sey; man *erwarte mit jedem Tage aus dem Innern des Landes 60,000 Beduinen vor den Thoren der Stadt; während des Angriffs der Französischen Truppen auf dieie Beduinen sollten die “Arabeß und Mauren in, der" Stadt fich bewaffnen und alle Franzosen umbringen. Die. Wahrheit dieser Aussagen „hat *sich bestätigt. Bei einem Einwohner hat „man Waffen-Vor- “räthe gefunden, unter anderem „10,000_-Pi|dlen. Am 29sten Morgens wmrden vierzig Aufruhrer hingerichtet. Um dem “Volke Furchi:"zu machen und eineni zewciten Aufstande vor- ;ubeugen, hatte man mehrere Gsichuße von der höchsten ?Batterie des “.Hafendammes , da, wo der Leuchtthurm steht, chnach der Stadt zU gerichtet. Der Oberbethlshaber. gab Be- fehl , alle M den nahen Forts liegeziden kleinen Beiakzungen, *für dereuSicherheic man Besorgmsse hegte, nach der Skadi zurückzuziehen. Auch die grdßtentheils' aus See-Soldaten „be- stehende Besatzung der Haldinsel Sidt-el-Ferrixck) that du's, “nachdem fie das Fort und die Verschanzungen geichletfc hatte; „sämmtliches Gepäck wurde im Stich, gelassen. Man „wo'llte -au-ch den Thurm (Torre-Chica) nz dw Luft sprengeetwlteß thn aber stehen, weil er als Warte fur die Schiffe nulzlcch seyn kann. Mit der Räumung der Halbinsel waren einige Un- “fälle verbunden. Ein Transport des anenieur-Corps wurde «»an dem Wege von Sidi-Firruch nach Algier von Mauren- “überfallen; dasselbe geschah mit zwei Train-Wagen; die dabei
* (befindlichen Soldaten wurden in Stücken gehauen und aus,-
-geplündcrt. An derselben Stelle fielen auf einen Uhlanen, «der ali? Staffette abgeschickt war, fieber; "Schüsse, und er ver- dankte sein Leben nur der Schtzelligkeic seines Pferdes. Das 17te Linien-Regiment, das vier Stunden östlich von der QStadt an der Meeresküste ein Fort besetzt hielt, wurde durch -cinen Schwarm von 2000 Beduinen angefaklen und gehö- »thigt," sich" nach Algier zurückzuziehen. Man steht .ndch tm- mexr em Angriffe der 60,000 Araber entgegen. Erne mo- “bile: Kolonne von 10,000 Mann erwartet sie auf den Anhö- Hhen vor der Stadt. .Wenn dieser Zustand layge so fortdauert, "so läßt slch nicht sagen, was aus der Expedition werden soll. 'Die Armee hat bereits an Toder und Verwundeten 8 bis “9000 Mann verloren. Die Ruhr, nimmt immer mehr uiiter Hen. Layd- und Seetruppen Überhand. Auf dem Admxral- “Schiffe „l'Alger“ leidet die Hälfte der Mannschaft mehr -oder weniger [?qu daran., Die Zeit ist nahe, wo die lotte “nicbt melr vor Anker bleiben und also auch- der Land-2 rmee .nicht mehr wird nuizen können. “ Am 31sten Abends kamen
sechs reichgekleidete Türken an Bord des Admiralschiffes; *einer- von ihnen, der sich durch scm_e große, und starke Figur auszeichnete und von seinen Begleitern Mit großer Achtung behandelt wurde, hat den Admtral Duperré um die Erlaub-
niß, fich ins Ausland zurückzuziehen; diese wurde ihm ohne
„Das trau- *
!. Weiteres bewilligt. - Eine Fregatte und eine Korvette dei“
Nord-„AmerikanisMn_Freistaaten gingen in der Nähedes Ad,- miraljchiffes vor Anker. Einem Gerüchte zufolge, wollen sie sich erkundigen , ob wir wirilich Willens find, Tripolis , wo ihr Konsul, wie der unsrige, gemißhandelt worden ist, anzu- greifen. In diesem Falle würde ihr bei “Mahon liegendes Ge1chwader sich mit dem Admiral Rosamel verbinden. Mit dem Benehmdn der Befehlshaber jener beiden Schiffe hat man jedoch Urjache, unzufrieden zu seyn; fie salutirten nicht' bei ihrer Ankunft und schickten ihre Boote aus Land, ohne den Admiral davon zu benachrichtigen. Dieser fertigte sogleich ein Boot ab, um ihnen die Einfahrt in den Hafen zu ver- weigern. Die üble Stimmung unserer ONarine-Offiziere wird noch dadurch vermehrt, daß die Amerikanische Korvette die- selbe„Java“ ist, deren Mannschaft im vorigen Jahre in' Mahon eine Schlägerei mir Französischen Matrosen hatte, wobei“ Herr Meynard, Offizier der Franzößschen Brigg „le Fauna“, ums Leben kam.“
Die Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe, welche ihre Sihe verlassen haben, sind benachrichtigr wordeii, daß sie sich ruhig in ihre Sprengel begeben und ihre geistlichen Geschäste wieder beginnen können, ohne Hindernisse von der neuen Re,- gierung zu erfahren. Die Nachricht, daß der Erzbischof von Paris sich hier befinde und der jeßigen Ordnung der Dinge beigetreren sey, scheint sich nicht zu bestätigen. Den heutigern Blättern zufolge, befindet er sich in Chambéry in Savoyen.
Für das hiesige Rathhaus sollen vier große Gemälde über folgende Semen bestellt werden: Den Angriff aufs Louvre; den Herzog von Orleatic und den General Lafaytce auf dem Balkon dds Nachhauses; die Herzogin von Orleans, wie fie die Verwundeten im Hötel-Dieu besuchr, und den Eid des Königs der Franzosen. Die Anfextigung dieser Bil- der wird den Malern Delarocbe, Scheffer, Schnekz und Steubcn aufgetragen werden.
Der Minister des Innern versammeiie gestern diejenigen Geschäftsführer und Redackeure der liberalen Zeitungen bei fick), welche am 26. Juli _die Protestacion gegen die Verord- mmgen vom 25, Juli unterzeichnck haben. Er zeigte ihnen an, die Regisrung wünsche ihnc-n für ihren gesetzlichen Wi- derscand gegen die vorigen Minister einen öffentlichen Bex * weis der Achtung zu geben und biete "ihnen eine bestimmte Anzahl von Kreuzen der Ehrenlegion an. Die Geschäfts- führer und Redackeare lehnten ab*:r jede Auszeichnung ab und erwiederrem, schon dieser Schricc der Regierung gewähre ihnen volle Belohnung, Auf Veranlassung des Minißers wird wahrscheinlich eine Medaille mit der Protestation und den Namen der Unterzeichner erscheinen. *.
Der Geschäftsführer des National, Gauja, und einer der Redacteure dcs Temps, Barbaroux, welche beide zu Un- tcr-Präfekten ernannt worden firid, haben diese Stelle nicht angenommen. Man nennt den früheren Redacceur des Cen- seur, Herrn Dunoyer, als künftigen Präfeiken des Departe- ments des Allier.
Der Präiidcnc Amy „hac michi, wie man vermuthete, sei- nen Abschied genommen , 'sonde'rn versah bereits gsstern seine
Functionen am. hiesigen Königl. Gerichtshofe.
Der erste Kurios “des Reichs-2irchivs, Ritter v. Larne, ift vorgestern hierselbsk am Schlagflufse gestorben.
Aus Rismes vom 6cen d. wird gemeldet: „Alle Par; . teien leben hier in Eintracht; auf den öffentlichen Gebäu- den weht die Nationalfahne. Katholiken und Proteskancen versammelten sich zu einem Festmahle, auf welchem „die U11- gezwnngenske Freude „und Vertraulichkeit herrschte. Alle ho- hen Beamten verlassen ihre Posten. Der “Oberst der Gen- darmerie und die Schweizer gehen. morgen ab.“ „
Großbritanien und Irland.
"London, 14. Aug.“ S. „K. H., der Herzog von Cum- berland hat den Dr. Archibald Hz_nr zu seinem Leibarzt: ernannt. ,
Herr Brougham hat folgendes Danksagungs-Schreiben an die Wähler der Grafschafx York erlassen: „Meine Her- ren! Sie haben ein-Leben eifriger , wenn nicht auch nützli- cher Arbeit im Dienste des Volkes belohnt, indem Sie mir die höchste Ehre erwiesen, welche-zu ertheilen die Constitution in .„die Ma.:hc des Volkes gegeben hat. Von dem hohen Punkte, auf weishen Ihre Gunst mich erhoben, überblicke ich bereits neue: Felder der Thätigkeit, und reiche Ernte für daz; öffentliche Wohl reift mir entgegen. Eine wichtige „Wahrheit