1796
„tebér diese Einschiffung ctrthält der gestrige Moniteur das nachstehende P r o t o k o l [.
„Nachdem wir, die unterzeichneten an den König Karl )(. in der Abficht abgeordneten Kommissarien , ihn und seine Familie nach Cherbourg zu geleiten und für ihre Sicherheit Sorge zu tragen, uns an Bord des Amerikanischen Schiffes „Great-Britafn“ begeben, haben wir konstatirt, daß König Karl F. und JJ. KK. HH. Ludwig Anton Dauphin, die Dauphine, der Herzog von Bordeaux, die Hcrzogin von „Berry und Mademoiselle am 16ten d. M. um 2 Uhr auf dem gedachren Schiffe eingeschifft worden sr'nd und um Pmrkt 3 Uhr das Franzdfische Ufer verlassen haben, um der Engli- schen Küste zuzusegeln. Ueber dieses Alles haben wir das gegenwärtige Protokoll aufgenommen, unterzeichnet und durck) den bei der (Lénschrffung anwesenden See-Präfekten des Hafens von Cherbourg mit unterzeichnen lassen.
So geschehen in Cherbourg, 16. ?lugusk 1830.
(Unterz.) drr, Marschall Marquis Masson. v. Schonen. v. la Pommeraye. Odillon-Barroc. Der See-Präfekt Pouycr.“
In der vorgesfrégrn Sitzung der.“ Deputirten-Kammer legte der Minister des Innern einen Ge1“elz;C'r1twurf wegr'n Eröffnung eines Kredirs von 5 ONillt'onen zu verschiedenen öffentlichen Bauten, Behufs der Beschäftigung der brodlosrn Arbeiter, vor. Ein Theil dieser Summe ist bereits in fol- gender Weise repartirt worden: ,
Für den Saal der Deputirten-Kammer . . . . 500,000 Fr. ; ,- Tréumphbogenander Barrieredel'Etoile 150,000 ,- ; die Königl. Biblioxhek ............ 75,000 ; - Schule der schönen Künste ....... 100,000
- Kirche zu St. Denys ......... 100,000
- - JNagdalenen-Kirche ........... 200,000 - - Taubskummen-Ansralc .......... 50,000 - : den Pflanzengarten ............. 50,000 -“
„Alle diese öffentlichen Bauten“, bemerkt der Temps, „werden durch die eben erwähnter1Zu]'ch1'1sse beschleunigt, und man ist unablässig mit der Eröffnung neuer Werkstätten be,- schäftigr. Durch die Bewilligung für'den neuen Saal der Deputirten-Kammer wird dieses Gebäude bis Um Oktober unter Dach seyn. Zwei Millionen erhält die Étadc Paris als ein Darlehn aus dem Schatze; hiervon sollen 500,000 Fr. zur Erweiterung mehrerer Straßen verwendet werden.“
Am LMM d. NT. wird der König anf drm Marsfelde eine große Musterung über die Pariser Nacional-Garde abhalten“.
Der National enthälr Folgendes: „Wir bestätigen heute eine Nachrichr, die wir gestern noch als unverbürgc gaben. Der Kriegs-PUnister hat gestern um 2 Uhr eine telegraphische Depesche erhalten, des Inhalts, daß der Fürst von Polégnac in der Nacht vom 15crn auf den 16th in Granvélle (Seeffadt im Depr. des Kanals) verhaftek wordem ist. Er war als Bauer verkleidet und ist sofort nach Sc. Lo abgeführt worden.“ *- Der Messager des Chambrcs fügt dieser Nachricht folgendes Prévatschrciben aus St. Lo vom 16ten hinzu: „In unsrrer Stadt herrschc große Freude. So eben trifft hier die Deligenre aus “Granville mic meh- reren National-Gardésten dieser Skadt ein; sie bringen uns die Marquise von Saink-Fargcau und einen O)?c:1scl)en, den fie für ihren Bediencen ausgab. Es isi aber der Fürst „Jm- lius von Polignar; er M von mehreren: Personen erkannt worden, und hat sich auch selbst zu erkennen gegeben. Nach Überstandenem Verhöre wird er sowohl als die Marquise in gefän liche Haft gebracht werden. Als die National-Gardi- sten ranville verließen, sagte man ihnen , daß noch ein an,- derer Unbekannter , den man für Herrn von Montbel hielt, Tßstgenozxmen worden sey. Ich kann dies jedoch nichr ver-
rgen.
Das Journal des Débats will wissen, daß die Pa- riser Gendarmerie aufgelöst worden sey, Und daß an deren Stelle„zur Bewahrung der öffentiichen Sichrrheic, ein neues Corps unter dem Namen einer ONuniripal-Gardc er- rrchtec werden würde.
Im Börsenberichte unserer heutigen Zeitungen liesi man: „Zn demsrlben Maße, als - die neue Ordnung der Dinge, von-der wzr ]eßt regiert werden , an Sräcigkeic und Macht grwtrmt, steht auch unsere Börse das Vertrauen und die Ka- Plkalken„zurück?[)ren. Die Aufregung , die man seit einigen Tagen M dékxßaupkstadt wahrgenommen, dée unrukyégen Be- wegungen etrugper Handwerker reichten hin, Bcsorgnisse zu verbrerten, d,"? "doch Zu verschroinden anfangen, seitdem man Üchk- daß die Reglerun feste und weise Maßregeln ergrif- fen hat und von allen “Ketten. der arbeitenden Klasse Beschäf- tigung _verschaffc, so daß dannt den Unruhestiftern jeder Vor-
wand zur Aufwiegelung genommen wird. -. An der-geskri- gen Börse, und nämentlicf) gegen Ende derselben, smd alle Fonds nicht unbedeutend gestiegen; namentlich ging die Spa,- nische perpetuelle Rente um 1pCt. in die Höhe. Herr Agua- do ggb Jedermann , wahrscheinlich um das Steigen dieser Papxere noch mehr zu befördern, die Versicherung, daß der Kömg von Spanien so eben die Errichtung einer National- Garde in Madrid anbefohlen hade.“
Großbritanien und Irland.
London , 16. August. Neuerdings erwählte Mit, [ieder des Unterhauses sind; Herr H. Goulburn (Kanzler der chax)- kammer) Für Armagh, die Lords W. Powlett und W, Ru?"- sell für das Grafschaft Durham, und Hr. Leader (an drr Stelle des Kron-Anwalts Hrn. Doherty) für Kilkenny. Hr. Doherty ist an der Stelle des Hrn. V. Fißgerald Ür Netvporc, und der Letztere für einen andern Flecken in «zr- land erwählt worden.
, Der Courier “oom 14cen d. äußert: „Mit Bedauern sehen wrr, wre tn England eine gewisse Partei sich ganz besondere, ja zum Theil lächerliche Mühe, giebr, die lrlzten Ereigniss in Frankretch auch hier zu einem politischen Vehikel zu“ machen und so in beiden Ländern einen Geist der Feindseligkeit gegen aUe noch so herrlichen Znskitukionen zu erwecken, wenn diese 131chc „mit den Grurrdsäßen einiger Anführer der Revoiution uberemstimmen. Ohne alle jene gefährlichen Lehren von ab,- [olUter “Macht und göttlichem RechTe, die dem gesunden Men- ]cheenvrrstande eben so widerstrebend als für die menschliche Gluckkcligkctt schädlich sind, im mindrscen zu begünstiqen, mag uns doch wohl die-Frage vergönnt seyn, ob der .Ver- srxch, hier dadurch ein; Aufregung zu erhalrrn, daß man auf eme prahleré1che Weixe Beiträge für die Franzosen sammeTt, die ihrer nicht bedürfen, und republikanische Ideen verbrei- tet, dre von den Grundsäkzen unserer eigenen Verfassung ganz- und gar abweichen, nicht zu ONeinungs-Verschiedenhriten und Enrzweiungen führen kann, die nur Uebles zur Folge haben dürften? Nichts kann, nach unserm Dafürhalten, von den Absichten, mit denen diese Aufregung begünstiqc wird , deuxlicher zeugen , als dir Thatsache, daß gerade diejenigen Handlungerx der Franzdsschen Depucirten-Kammer, die in den Augen aller gemäßigten und gurgcsttrntcn Leute hier als zweideutig erscheinen, von jener Partei eben als dée nqchahm1tngswürdrgsten Maßregeln gepriesen werden.«- So wrrd z. B. jensr Athdurch welchen 9.3 Pairieen aufgeho- ben werden, die Karlx. unter der Ausübung einer ihm von der Charte verliehenen Prärogatéve crej'rt hat, Über die O)?»- ßen gelobt, wéewohl doch der einzige angegebene Grund der Rebellwn gegen Karl eben seine Verlekzung jener Charte war, welche dieKammrr streng beobachtet wissen will. Mit echc republikanijchem Eifer wird der Plan, die Pairie für nicht erblx'ch zu erklären, angepriesen , wiewohl mic seltsamer In,- rdmequenz zugegeben wird, es sey recht, die Thronfolge erb,- [:ck zu wachen, und man dabei die wichtége Betrachtung au- ßer Acht *läßc, daß nur dadurch, daß die Pairée erblich ist, den Pairs eine gewisse Unabhängigkeit von der Krone er- halten werden kann. Denn wird die Pairée aufdie Lebens;- daucr beschrärxkc, so ist dem Könige oder dem muthmaßlichen T.ch)rottrrbr:1 imwer ein Mittel an die Hand gegeben, stchedte ]edesmaiégen Pairs dienstbar zu erhalten, indem er rhren . Erben die Pairie versprichc oder zu entziehen droht; „hterdyrch aber würde eine Macht geschaffen wer- den, dte nur der Zeit den Monarchen desyotéscher ma- chen körrnte, als irgend ein denkbares System absoluter O)?onarchte. Wir hegen zu der Französischen Deputirten- Kam_mer das Vertrauen, daß sie einige ihrer Maßregeln und Vorschläge, welche dir Herzen unserer Ultra-Liberalen für sich gewonnetr zu haben scheinen, von Neuem in reifliche Ueberlegung zrrhen, und daß dabei das Rechte und Verstän- dige Über ausjchweefende ungerechte Theorieen den Sieg da- von tragen werde. Als aufrichtige Bewunderer des helden- müthigen BeneßmenL dxer Franzosen,„da sie eine Regierung abschüttelten, dre desdotzsch !eyn wollte, ist es uns auch wohl gestattetx“ unsere et1t1ch§edene Meinung gegen das System auszusprechen , das „eencge Leute in Frankreich gern befolgen wollen; der aufrtrhttge Ausdruck unserer Theiluahme an der Sache der Freehetc selbst giebt uns, wie wir glauben, ein
„Recht, uns gegen unnöchige und ungerechce Neuerungen zu
erklären und ders Publikum davor zu warnen , daß es den VVMEÜUUIM etner Partei Gehör leihe, die, wenn se könnte, dre Französische Revolution mit allen ihren Unvollkommera- heiten zu einem, Muster der Nachabmung machen möchte. Die neue Consketutwn scheint uns überaus unvollkommen,
Beilage
* dieser Hinscht die in
1797 Beilage zur Allgemeinen Preitßischejn ScaatÜs-Zeitung .F.! 235.
Und darum halten wir es auch für unrecht , ße xnit yt1ge- mäßigtem Lobe zu überschüttcn. Das „geben ww mzwcschen „zu, daß wir, sie möge nun vollkommetroder unvollkommen seyn , kein Recht haben , uns einzumtschen,“ obwohl Utrs andrerseits das Recht zusteht , gegen den Ver]uch, uns met den soliden Vortheilen , deren wir gemeßen, unzufrieden zr] machen, indem man falsche Vorstellungen von den Vorthet- len verbreitet, deren Andere sich erfreuen , lebhaft zu prote- stiren. Zu unserer Zeit soll man freilich nicht am Unyoll- kommenen festhalten, blos weil es alc tft, doch m_an ßollte auch nicht nach eben aufgekommenen Systemrn greifen , blos *weil sie neu find; in umerer Zeit _rnachr frecltch die Vernrmfc :mehr als zu érgend einer andern nch geltend, doch- zu kemer “Zeit bedurfte es auch wiederum mehr der vernünftrgen War- nungen, als eben jetzt.“ „ ' „ .
„Der Herzog von Wellmgton“, [)etßt „es tm HonZVUk- nale, „hat seinen Freunden die Ermdchttgung erchetlc, dern Gerüchte , daß er, bevor die berüchtcgten Verordrmngen „m Frankreich erlassen worden, dcm Fürsten Poltgnar emen Brtef geschrieben, worin er ihn aufgefordert habe, fest rmd beharr- lich zu bleiben, auf das allerbesktmmteske zu wrdersprrchen. Wir könfnen dem noch hinzufügen, daß der Herzog, wett da- 'von entfernt, den Fürsten von Polignar zu semern verfqssungs- widrigen Verfahren eine Aufmunterung zu erthetlen, vrelmehr “von Zett zu Zeit dem Französischen Botschafter sem Be- dauern über den Gang der Dinge ir; Frankreich zu erkennen ;gegeben und die Hoffnung gegen iht) ausgesprochen hat , daß man bald einen gemäßigtern Weg emschlagen werde.“ .
In der heutigen Times liest man: „Die Britische Regierung muß es als ihre Pflicht ansehen, mehr blos rnit Frankreich wegen der lekzren Ereignisse s1_ch mehr zu entzweeen, sondern vielmehr mit demselben und ch-inem neuen Monar- chen auf den freundschaftlichsten Fuß sech zg stellen_. Seit langer Zeit hat man im Publikum dte gehäjstge Znsmuacéon „zu verbreiten gesucht, daß der Herzog von WeUtngcon den Fürsten von Polignar bewogen und gngrtrteben habe, die “Freiheiten Frankreichs umzuscoßen. Fur jeden vernünftigen “Menschen trägt jedoch eine solche Behduptung schon in fich “selbst ihre eigene-Widerlegung. Kern Emklang der Gesinnun- gen, keine Sympathie kann zwischen dem aufgeklärten Mini,-
.er, der mit einem Streiche die,.Ketten von 7_ Millionen seiner Mitbürger zerbrochen, und. jenem Unvernunstrgen be- stehen , der seinen Mitbürgern kerne andere Alternatwe, als die Sklaverei oder den Tod, gelassen hat.“ .
Der Ton rier , der dem obigen Artikel der Times, ser“,- nem wesenrlichen Inhalte nach beitritt, fügt hinzu: „Es ist «endlich einmal Zeit, jelzt, nachdem der Herzog vor) WeUing- ten auf das bestimmteste erklärt hat, daß er „Lernen Theil -an den Staats-Streichen des Franzöfischen thskeriums ge- .habt, diese Frage ganz aufsch beruhen zu [qssen/Z
Ueb'ör das neue Französtsche Méniskertum äußert die Tindes: „Das vom Könige der Franzosen zusammengeseßte .Kabinec "besteht aus Männern, deren Talente und Grundsßkze allgemein bekannt find. Der Graf Molé desonders grmeßc in Europa einer Achtung, die uns die günsttgsken Erwartun- _en von, den Unterhandlungen hegen läßt, die durch seine Derméttelung zwischen Frankreich und den auswärtigen Mäch- “ten angeknüpft werden sollen.“ --. Der Gldbe fügt hinzu: „Wir hegen die feste Ueberzeuguyg, daß dre Maaßregeln, "welche den Widerstand des Französischen Volkes und den Fall der Bourbonen hervorgerufen haben, mit keiner einzigen aux;- wärtigen Macht verabredet worden waren. Jeßt, da dte
“diplomatische Verbindung zwischen Frankreich und dem übri-.
gen Europa wieder aügeknüpft werden soll, dürftr diese un- sere Meinung von allen Seiten eine augenscheinltche Bestä- “tigun erhalten.“ “ „ _ „
Hie Morning-Chronirle behauptet txn Wtderspruche Mit dem Courier, daß die Französische Natron nothwendig a'hre ehemaligen Minister nach der ganzen Strenge des.Ge- setzes verurtyeilen müsse. „Weit davon entfernt,“ sagt jenes Blatt, „Frankreich zur Rache antreiben zu wollen, halcxn wir es doch für unsere“ fiéchv, es nicht zuzugeben , daß tn ngland herrschende öffentliche Mei- numg verkannt werde;“ vielmehr müssen wir erklären , daß
“jeder Eteränder darauf rechnet, der Fürst von Polignae
werde ne st seinen Mitschuldi "en dem Gerichte- überliefert Und der so sehr verdienten Stra e nach ihrer ganzen Strenge
anheimfallen.“ -- , _ _ . Herr Ouvrard, der fich jetzt yter befindet, soll _bererts
mehrere Unterredungen mir dem Herzogs von WeUingkon gehabt haben. “ .
Folgendes is? das (gestern erwähnte) Schreiben des Bri- tischenKonsuls inAlgéer, datirt vom 7.Zu1i d. J.: „Ehe die Uebergabe des Plaßes stattgefunden , ließ mich der Ge- neral Bourmont ersuchen, in meinem eigenen Namen mik dem Dey wegen einiger Franzöfischetr KriegsZefangenen zu unterhandeln; auch ließ er mir seinen Wunsch mictheälen, mich in seinem Haupcquartiere bei stck) zu sehen. Ich hielt es für meine Pflicht, beide Aufforderungen von mir abzuleh- nen. Nachméttags, als dasForc in die Luft gesprengt wor- den war, sandte der Dey nach mir. Ich fand ihn in einem schrecklichen Zustande, die ganze Stadt war in Aufruhr, und alle Einwohner, die mich erblickken, riefen mir zu, ich möchte ihr Netter seyn. Auf Birken des Deys verfügte ick) micky von ihm zum General Bourmont, um ihn um die Mitthei- lung seiner Bedingungen zu ersuchen. Der General empfing mich mit aller möglichen Artigkeit und gab mir die Zusiche- rung, daß, wenn die Forts und Palläske am nächsten INN- gcn in seine Hände geliefert würden, Leben, Eigenthum und Religion der Einwohner geschälzt und respektirt werden soll- ten. Der Dey willigte zum Glück ein , denn hätte er fich geweigerr, so würden die Batterieen augenblicklich wieder ihr Feuer «begonnen haben, und eine allgemeine Niedermelzelung wäre wahrscheinlich erfolgt, wenn die Stadt von den Frau- zosen erscürmt worden wäre. In der Nacht vom 4ten be- fand sich die Stadt in großer Verwirrung, denn der Dey war nicht im Stande, das Volk zu dem- Glauben zu bringen, daß Leben und Eigenthum wirklich geschützt werden würden. Er nahm endlich zu mir seine Zufluchc und sagte mir: „Wenn nichr Sie, als Engléscher Konsul, fich bei den Leuten dafür verbürgen, daß ihre Sicherheit nicht gefährdet werden soll, so smd fie nicht zur Nachgiebigkeék zu bewe- gen, und die Folgen davon dürften schrecklich seyn; geben Sie jeddcl) Ihr Wort, so werden ste ihm glauben und fich zufrieden stellen,“ Ich verfügte mich sogleich zudem Volke, ertheixte demselben die gewünschte Zusicherung, die ihre zu- frieden stellende Wirkung nicht verfehlte und die Ordnung so- gleich wieder herstellte. Gestern (am 6. Juli) hatte ich aber- Mals auf seinen Wunsch eine Unterredung mit dem Dey, in d.;tk er mich hat, ihm die Mittel zu verschaffen, mit seinem Erfolge, das aus 81 Personen besteht, Algier verlassen zu können; auch forderte er als leßte Gunst von, mir , daß „ich die Verwaltung seines Eigenthums in Algier für jetzt über,- nehmen möchte. Ich habe na'cürléch beiden Wünschen nach,- zukommen gesucht, und General Bourmont hat demDey auch ' jede mögliche Erleichterung bei seiner Ueberfahrt nach Livorno, wohin er stch zunächsr zu begeben gedenkt, versprochen. Der General, der ihn mit vieler Aufmerksamkeit behandelt, hat ihm auch einen großen Theil seines Vermögens zurückgestellt. Ich hoffe, “die Regierung wird mir die Gerechtigkeit wider- fahren lassen, daß ich die Rational-Ehre zu fördern wußte, indem es meinen Bemühungen gelungen ist, zuerst den Dey vor seinen eigenen "aufgebrachten Untertlanen zu schützen und alsdann ein ficheres Geleite für ién zu er- , halten. Dem Dey muß ich billigerweise das Zeugnéß geben, daß er während einer Regierung von mehreren Jah- ren niemals eine Handlung zügelloser Grausamkeit oder Un- gerechtigkeit begangen hat. Bei meiner, nachdem die Frau- zosen in die Stadt gerückt waren, mit ihm gehabten Unter- redung, hatte ich es unterlassen, meinen Degen abzunrhmen, wie dies sonst in seiner Anwesenheit gebräurblich war; :ck rut- schuldigte mich bei ihm, indem ich ihm sagte, daß es mehr aus Mangel an Achtung, sondern nur deshalb geschehen wäre, weil fich so viele Offiziere auf den Straßen befänden, .und wünschte ,ich demnach , es so anzusehen, als hätte ich kemen Degen an der Seite. .Der De erwiederxe mir , daß“, weit enxfernt, dadurch beleidigt zu eyn, er mech selbst mit einer Waffe bekleiden wolle, die meiner würdiger wäre. Er ver- ehrte mir darauf seinen eigenen Ceremoniey-Säbel, der eine der schönsten Damascener-Kléngen hac, m einer JT3r§ldnen Scheide steckt und am Gri e vox: Smaragden und ubinen reich geziert ist. Ich erwä ne dteses Factums als eines Bez weises der Dankbarkeit uyd ,der. guten Gefinnung des Deys, durch welche ich meinersetts , wre ich gern gestehe, mich recht sehr geschmeéchelt frZZle.“ - * - _“
e u t s cl) [ a n d.
Kassel, 20. August. Unsxr . heutige Zeitung ent “kt
folgende Kundmachung: „Die U “erzeichneten beeilen sch-