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schwiexige'n Umständen, in denen das Vaterland sick) jekzc be- findet; setze ich alle kleinlichen Bedenken bei Seite; daher rede ich Sie jetzt in Französischer Sprache an, denn ich wün- sche vor Allem von denen verstanden zu werden, die gewohnc find, in-dieser Sprache sick) auszudrücken, und werden mtch hoffentlich meine Kochen aus dem Nordctchgen dieser Rücksichtsnahme entschuldigen. Meine Rede, edelmögenize Herren, sollkurjzgefaßc seyn, bloßewohlkléngende Phrasen wä- ren hier néchtxam rechten Orte, auc!) hab-m unter den gegen,- wärtigen Umständen Schmerz, Trauer, Vcrachtnng UNO Um willen“ einen so hohen Grad erreicht, daß der Ausdruch not!)- wendigerweise hinter dem (5,39fo! zUrÜbuleébcn muß. Der König hat durch seine Botschaft vom Wren d. Ihren „Be-
rachungcn zwei Fragen anheimgcstcllt, die wir jedoch nichc . ? der Prinz Friedrick) nach Antwerpen znrückgek'ommen; der
ck Prinz von Oranien war ebenfalls auf einer Retro nach
ohne unsere Bernsxrknygxn dcn Scetionen übersstxdcxr dürfen. Der Köntg verlangt ZHW TNeimmg über Punkte von der
höchsten Wichtigkcix, ÜÖLL' Vekäuöexunchx, dis im Grundge- „ 1el§e vorzunshmen sind; wir sollen cxxtycbcichx, ob Grund -
dazu vorhanden ist, ein Gesekz in Gemäßheic des Axt. 229 des Grundgesetzes vorzuschlasen. Die Regéerung vexlangr, wie aus der Thronrcde dcukltcl) hcrvvrgehr, unsere Wünsche in dieser Hinsicht zu k'chn, um soxmcl) dxxn schrecklichen Zu- stand der Anarchée und der Empörung, der in cinxgcn Pro,- vinzcn vorherrschend ist, zu einem Ende zu bri::gen UNd Die Ruhe wieder herzusteUen; sie verlangt Umsere OITicwcxéUng.
Würde also eine bloße Uebsrscndung der Botschaft an die '
Sectionen Alles seyn, was zu thxm 10? Ich glaube nicht! Es:“ handelt sich darum, zu wissen, ob wir auck) ffir dée Zu- kunft an das gegenwärtige Grandgescß gebunden seyn sollen. Wollen wir nicht als Mcineédige erscheinen, so müssen wir jetzt noch dieses Gescß und die Untersuchrmgs-Foymen, dee es vorschreibt, genau beobachten. (Der Redner gehr hier alle diese Formen durch.) _- ?)Tan fordert jekzc VLT'ÜNÖETUU;
gen im Grundgesetze, wés man früher Avstßllnn'g von Bc- ;
schwerdcn gefordert bar. Ucbsr die Gcrecbrigkcic dieser Be,-
sch1verden waren die Meinmxgen nicht mit einander Léniq, ;
als" plötzlich im Schooße ciner blühenden, vorzüglich begün- stigten Stadt, und zwar ohne daß irgend eine Handlung der T:;- ratmei das Volk aufgebracht hatte, eine Empörung ausbrach. Ich will hier nicht untersuchen, was diesen Aufstand ange,- fachk, geleitet und unterftükzc hat; wie man ihn sodann auf- gehalten, und welches eigentlich sein erster und waljrcr'Zweck gewesen-nur das isr zu bemerken, das sick) mit einem Mäle eix1C§eschrei erhebt, und zwar nicht mehr um Absreilnng von Beschwerden, sondern ein Geschrei, daß d'en Umsturz unserer politischen Existenz verlangt. sen, in welcher verfassungswidrigen Weise fich diese Forde- rung hac vernehmen lassen,“ auch nichc einmal darauf, daß es unverantwortlich leichtfinnig seyn würde, einen sochcn (55e- gcnstandeélfercig zu behandeln, nur das will ich bemerklick) machen, daß die Verwickelung der uns vorgelegten Fragen so groß ist und die Schwierigkeiten derselben so schwer zu 16- sen find, daß ihre bloße Untersuchung keine geringe Zeit er- ford-ert. Wir'habcn vor Allem auf die Zuknnfc zu blik- ken. Nicht mit einem Zanersck)lage [affen sick)“ solche Ver; änderungen hervoybringcn, und doch ist bis dahin ein Theil desdenigreichcsxder Anarchie, der Plünderumg, der Raub- sucht und der Mordbren'nereé preisgegeben, so daß, während
wir deliberiren, däs Land und die_ Zukunft selbst dort-
vernichtet wird - (16151181'3n16 [;1'inc-p6 [“.Wl'ik [131148 «- wcnn wir dem nicht ein kräftiges Hinderniß cnrgeaenstellen. Würden wir wohl der Regierung die ndchige Moralische Kraft verleihen,- wenn wir uns“ darauf beschränken, die Fragen, die sie" uns" vorlegt, zu untersuchen? Werden diejenigen woh], die _d &a micwirkren, daß jener Strom überfloß, nun auch seine" éndämmung so leicht wieder herstellen können? Läßt man die Leiter und Demagogen zweiten Ranges ihre Um- triebe und Ausschw-cifungen fortsetzen , so stehr' einigen Pro,- vinzen eine fürchterliche Zukunft bevor. Elend über Elend habet! dann namentlich im bevorstehenden Wémter ihre un- glüxkjeligen Bewohner,;„u erwarten. Welches „,sind nun die Marcel„ diesen Strom aufzuhalten? Das ist die dringendste
Frage, _die wir Zu beantworten haben. Ich meinescheils sehe"
keén*anderes “lfsméttel, als die-Gewalr der Waffen anzu- WMPM doch einen raschen Beschlußwill ich auf eine -solche Fragxxéassen. Ick schlagevieln12hr vor, daß die Kammer, indem ÜSUW Königliche Bot1chaft "den Sectionen Übersen- det, zuglecch auch eine Kommission von ehn Mitgliedern, zur Hälfte. aus den Nördlichen imd zur Häléte- aus den südlichen Provinzen, ernenxte,“ WelcheKommisson sodann die angemessenen Maaßregeln vor1chlagen soll, um in“ diejenigen Orte, wo fie“ verlx,x„worden-«die geselzlicbe Ordnung wieder einzuführen MW“ kk verfaffungsmäßtge- Autorität herzustellen. Bei ha!-
ben 'Maqßregeln dürfen, wir unskjn diesem Augenblicke nicht ,
Ick will nicht darauf hinwei- .
aufhalten,“ Niemand darf sch weigern, zur Wiederhe-rskellung der Ruhe mitzuwirken, denn Niemand kann die Anarchie der gesetzlichenOrdnung vorziehen; vor Allem _ist es daher nöthig, daß wir, die Regierung mit moralischer Macht umgeben. Demnächst bcgehre ich nun, daß mein Vorschlag in den See- rioncn UnkU'sUckM werde.“ (Es ist bereits gemeldet worden, Haß, die Propoficion des Herrn Domkex Curtius, in Gemein- 1chafc mtc dcr Königl. Botschaft, dcn Scetéonen überwiesen worden.)
In Gröningen haben fick) 400 Eimvohner zur Aufrecht- haltnng der öffentlichen Ruhe verbunden; an ihrer Spitze sei): der Obct'x'x Busch, ,der sie in vier Compagnéecn abae- theilt hat. _ “'
Brüssel„ 19. Sepr. Vorgestern fsk Se. Königl. Hohcér
Breda und “.'anwerpcn begriffen und kc'hrc, wie man ver,- nzmmc, von da widder nach Yen“: Haag zurück. Die Sich)erl)ctks-Kommtj:ton hat eine Aufforderung an
Z qllepiejenégen erlassen, die e'cwa nükzliäye und patriotische ; «Ansichten über die Trennung der nörplichen Provinzen von ' “OM mdlichcn haben möchten, ihr diode, xo wie alle Bemer-
km1gcn in diesem Bezugs, die ein politisches, kommerzielles odcr geweybléche5 Interesse haben, miczutheilen, um sie einer unpakßeéischn Untersuchung zu unterwerfen.
Dcr Baron v. Staffarr ist ans dem Haag bier ange- kommen und hat seinen Kommtckontcu in Namür angezeigt, daß er seine Anwesenheit bei den c*:ikxamgen der General-
* Sraaccn, so iaxme diesen nur allgemeine unbefriedigende Fra-_
gcn'vorgelegc wérdetx,„füaüberfiüs'sig halte und daher nach Brutscl zurückgekehrt 1er), um hier [cine kranke Frenz. zu pfle-
.'" gen. Sobald jedoch ein bestimmtes Gesetz. in Bezug auf die ' Trennung der bcéden Theile des Königreiches den General-
Sraaten vorgelegt seyn würde, wolIe er sogleich auf seinen Posten zurüekkchren. ,
L ütcicl), 17. Sept, Der Rektor der Univerfitäc zeigt an, daß die Z-it dcs Wiederbeginnens der Lehrkurse baldigst bekannt: gemacht werden soll.
Gestern Hat der Gouverneur Herr von Sandberg ein Schreiben an den Bischof von Lüttich erlassen, in welchem er denselben auffordert,. unverzüglm“) dazu mitzuwirken, das; die
“Pfarrer und Vikare, so es von der Kgnzel oder durch jedes
andere Micro:], zur Erxlxung der Ruhe und Ordnung bei- tragen. Gleich naxl) dem Empfang dieses Schreibens hat
* Herr Tilqnén im Namen des aygenblicklich abwesenden Ge-
neral-Bikaksan die Pfarrer u. 1. w. ein Rundschreiben ,er- lassen, an welchem die dringende Aufforderung an fie ergeht, dre Unruhen yo viel möglich zu stillen.
Deutschland.
Hannover, 17. Sept. I. Kö:1égl.Hoh. déé Herzo- gin von Ca_mbridge wird, wie man vernimmc, in Begleitung der Prinzeysm Auguste in nächster Woche von .Rumpenheim wieder hier eintreffen und vor der Hand das Schloß in Montbrillant beziehen.
Hamburg, 21. Sept. Der Reporter berichtet über die bishexügen Sißungen der Versammlung der DeUtschen Natyvfor1cher Folgendes: „Am vori en Sonnabend hielt die Ver1awmlung ihre erste Sitzung. Her Bürgermeister Bar- tels, aLs Präsident, eröffnete dieselbe, indem er eine schmeichel- hafte e*[nreYe an die versammelten Naturforscher vorlas, in welcher er _!einer Vacerßadc wegen der ihr erwiesenen Ehre Glück wü111chte und um Entschuldégung bat, daß er gewagt habe, den Yorsik; bei ihren interessanten Arbeiten zu über- nehmen. eraus hielt Hr. Prof. Struwe aus Dorpat einen Vortrag Über die Verdienste lebender Deutscher Asronomen im Vergleich gegen die anderer Nationen. Rang theilce er Deutschland und Rußland zu; vorzüglich aber „dem ersteren Lande; Frankreich und EU land“ dagegen schilderte er als_ die Länder Europq's, wo die A ronon1ée jekzt verhält- nißmäßig auf der medrigften Stufe stehe. Demnächst sprach
Hr. Wendt „atxs Bresl'au über den thierischen Magnetismus, „ dessen“ Princtpten er etfrig und gewiß auch geschickt vertheé- “
dig'te- Der Agrößte (Theil des Auditoriums'nvar zWar“, wie es schcen, der nfichc mchtzugethan; doch nur Wenige, wir wa-
gen es zu behaupten, hörten dxm gelehrten Redner, ohne. In-
teresse zu. -- Gestern war die Re öffentliche Sitzung- in der die “Herren Oersted, Wiübrandt und Pfaff sprachen. „Ferm Oersted's Vortrag war zu streng wissenschaftlich, um f r die nicht genau mit dem besprochenen Gegenstande VU"-
“trautm interessant zu seyn. HerrWiltbrandt- griff die,ge-
.. wöhnlich angenommene MeinUUg über .die Ursache der E55?
UNd Flath an.. ' Er be auptete, daß . fie nicht vom Monde herrühren könne, und chlug eine Disputation über, den Ge-
Den er sten „
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genüand während der Exkursion nach Helgoland vor. Herrn Pfaff's Vortrag war Unstreirég der populärste in den ersten beiden Sitzungen, und wir bedauern in der That, daß unsere Schranken uns. keinen vollständigen Auszug erlauben. Er sprach .über“* den Kaffee, aus dem es ihm gelungen war durch Analyse ein rein. birceres und ein aromatisches-Acédum zu be,- reiten, deren Annahme in dcr Pharmacopde er der Beach- tung wertl) hielt. Phiolcn mic Proben oon beiden Präpara- ten wurden [)erumgereichr. - In der heutigen Sitzung [as ])1*-. Simon aus Hamburg einen Aufsatz über die Würde der Heilkunde, ein Gegenstand, der nicht denselben Grad von Aufmerksamkeit zu erfordern schien, den [nan den Vorträgen der bciOcn vorbergshcnden Sitzungen gezollc hatte. Graf Stsrnberg aus Prag schlug hierauf vor, die Versammlung Deutscher NaturforschN solle im nächsren Jahre in chn ge-
halten werden, da key Kaiser den Wunsch geäußert habe, sie ;
in den Mauern samer Hauptstadt versammelt zu sehen; der Vorschlag wurde durch Herrn Lichtenstein aus Berlin unrsr- ters'rükzr und durch Acclat'nacion angenommen. - Der Regie- rungs-Rath Zacquin in Wéen wird das nächsre Jahr Prä- sdent skyn, und Herr Lixtrow, „Direktor der Kaiserl. Scern- warte, [Ja? das- Amc cines .Sccrerairs Übernommen.» - An Hrn. ])]: Jahn in München wurde ein Damksagungsschrei- béx: gericixtcr, weil er zu der von der Gesellschaft vor 2 Jah.- ren beschlosseUen “Aus“gabe von. Plinius Narurgeschichrc mel),- rere Hat1dsckriften in Florenz, Rom und Paris vergli-
. chen har. - Morgen wird die ganze Gsxcllschafc einen AUS.- .
fing nach Helgoland machen, wozu cin Dampfboot gemierhec ist. Freitag werden fie zurück erwartet, und Sommbend wird die vierte und [ekzce öffentliche Versammlung seyn.
-- - Hamburg,“ 21. Sept. Der Umsaß in Fonds war heute nicht sehr belebt. Actien pr. ulc. Ti 1143 Fi. und pr. Okt. €: 11.50 Fl. gemacht. Zproc. Dän. & 644,11 haben, (ZZZ gut zu lassen. *. Ruff. Engl. pr. Cassa "2197 gemachc. Russ. Anl. Hamb. Cert. Z: 95;? begehrt.» Poln.Part. pr.Okt.
schäfte. -- Auf" London blieben Briefe übrig. Amsterdam zu lassen. Paris zu haben. Deutsche Pläkze angeboren. Dis- konto 6 pCt. Brief. Ld'or und Gold zv. haben.
- -- Frankfurt ax. M., 19. Sept. In den ersten Tagen der abgelaufenen Woche -- nämlich vom 13 bés 15. Sept, -- hatten ry_ér noch lcidliche'Notirungen von Paris, und es hielten sich daher nach bei uns dieCourse derScaats- Effekten ohne be-deutende Schwankung. Man verspürte eher einige Tendenz zum Steigen, und erklärte fich diese ganz na- türl-ich-aus dem Umstand, daß mehrere angesehene Häuser beträchtliche Einkäufe in 5 und 4pr-octigen Metalliques mach- ten (wie man verfichert zu Sendungen, wozu aus Paris die Aufträge gekommen smd), und zwar Alles _gegen baar. Die effektiven Stücke gedachter Papiere fingen .jchon an, er,- Was selten zu werden. Ueberdem erhielten wir in der ersten Hälfte der Woche auch von Amsterdam sowohl etwas bessere Notirungen, als besonders auch beruhigende Zuficherungen, den Gang der Belgischen Unruhen betreffend. Der Einfluß diescr Notizen auf unsere Börse war um so merklicher, als unsere Spekulanten momentan ihre Blicke vornehmlich auf den Amsterdamer Papiermarkt lenken. Am 16. und 17. Sept. regte sich jedoch große Bestürzung und Unruhe , als mandie Nachricht von dem ungemein starken Fall der Fram- zöfischen Rente vernahm. Sofort wurden die meisten Effek-
rengattungen , vornehmlich aber 4proctige Metalliq., Banß
Ackien und Partial, von Seiten der mittlern und kleinen Geschäftsleute zum Verkauf ausgeboten. Ein Sinken der Course konnte nicht ausbleiben. Doch war es nicht im Ver“- hältniß zu dem Sturz der Rente, .und wir haben jekzc die noch nicht dagewesene Erscheinung, daß die 5proctigenOe|er- reichischen Metalléques mit der 5proztigsn Französischen Rente gleich |ehen,*und die 4proctigen fast etwas besser, als die 4proztige Rente. Der Hanptstoß traf an den beiden Börse- tagen vom „16. und 17. Sept. die 4proc. Metalléq., Bauk- Actien und Partial; erstere gingen von 891 “auf 88-5 3 Z.;,“ die zweiten von 1446 auf 1423, und die dritten von 123 aut 122 zurück. Die 5proc. Mercilliques hielten fich bessér; meh.- rere großeHäuser hatten deren noch von früheren Einkäufen her_„jt;1 starken Posten zu beziehen,“ .und so kam es, daß solche weniger ausgeboten waren. Fonds ging wenig um; sie waren sämmtlich' zu weichenden Coursen-offerirt. Holländische Fonds waren flau: es *zeigcen fich viele Abgeber und durchaus keine Kauflust. Dasselbe gilt in noch weire'rer Ausdehmm von Spanischen und Neapoli- tanischen Fonds. Man su c" diese Papiere los zu werden, findet aber für den Augenblick keine Rehmer.“ -Zn Prolon- „aations- und Deponirungsgeschäfcen war zu 6 bis 7 pCt. Zins fürs Jahr willig Geld zu haben. - Der 18. Sept.
In den übrigen Oesterreichischew
war ein Zßdischer Festtag; es blieb daher an der Böxse ganz ['tßll; die Courxe waren nur nominal, indem so viel wie gar mchcs gemacht Wurde. Die Rente kam abermals schlechter, und man fürchtet, daß sie Mühe haben wird, sichÉu erho- ken, da, wxe man hört, sehr viele Anhänger Karl's ., große
, Kapitaliexx ans den Frat1zöfischanonds berauszéehen und in
fremden Papieren anlegen. -. Von Wechseln auf fremde Plätze wqren in lcßter Woche Berlin, Bremen , Hamburg mw Leipzrg ziemlich begehrt; der Vorrath davon war geräng am Plaße; dagegen bliében Amsterdam, London, Paris und Wien fortwährend offerirr. Guter Diskoutowechsel ist zu 4'5,
“ ja zu H.;? pCt. gesucht und fast schwer zu haben.
Türkei.
Die Allgemeine Zeitung enthälr Folgendes:
„Konstancinopel, 25. August. Ein Franzöfischer Kutter von der vaifion des Admirals Régny lief am 20jken d. mic Depeschen für den Grafen Guilleminoc hier ein. Er hatte am Hauprmaste die dreifarbige Flagge aufgezogen und legte sis!) neben einem andern Französischen Fahrzeuge vor Anker, das sogleich die weiße Flagge einzog. Dieser Anblick verursachte im Hafen viele Bewegung. Jedermann sagte sic!), es müsse in annkreick) ein außerordentliches Ereigniß start gxxfunden [)ÜÖLU. O)?e[)rere Mitglieder “des dépLoMati- schen Corps ,bcgaben fick) eilig zur Frat1zdfischen Botschaft, um nähere _Crkundigung einznzxelwn und den Grund des Flaggenwechwls zu Erfahren, Dem Grafen Guilleminot wa- ren, aber um, jene Zcic die Depeschen noch nicht zugekommen. Zwei Stumdcn spacev stieg ein Französischer Offizier, von emtgen Seesoxdacen begleitet, aus Land und fragte nach dem Franzöfiscl)en Gesandtschaftshorel; er hatte die dreifar- bige „Kokarde auf dem Huxe, und die Soldaten waren mit dreifarbigen Bändern geschmückt. Jetzt war an einem Wech- sel der Dtnge in Frankreéch_njchc mehr zu zweifeln, und ob,- gleich der Offizier jedes Gewräck) mir den herbeigeeilten Ein-
T1 111 zu haben, 110Z Geld. In Reap. Fonds keine Ge- wohncrn von Pera vcrjmed und seine TNannschafc strengen
Befehl, zu schweigen, hatte, so erfuhr man doch bald, daß die Fanalie dcr Bourbons entthronk sey und der Herzog von Orleans die Functionen cines Lieutenant-Genexal Über,- nommen habe. Am Abende wurde die weiße Fahne und der Wappenschild von dem Hause des Franzöfischen Boc- schafcers abgenommen. Bis jelzc ist noch kein anderes Ab,- zei-Hen .a'n Hexen Stelle getreten, doch trägt das ganze Perso- nal derr Bot1chafc und die Dtencrschafr die dreifarbige Ko- karde; ein hinreichender Beweis, daß der Botschafter die ihm zugekommenen Befehle respekcirc und sie auch von seinen Un- tergeordneten befolgetx läßt. Alle Französschen Schiffe auf unsrer Rhede haben nit gestern Ne neue Flagge aufgezogen, und die hier fich aufhalcenden Franzosen jedes Standes tra- gen die dreifarbige Kokarde. Die meisten Französischen Kauf- leute haben die Nachrichten von den letzten Ereignissen infb- rem Vaterlande mit Freuden vermommen und wetteifern in deren Aeußerung bci täglich veranstalteten Gastgelagen. Die Türken wissen nicht rechc', was vorgefallen ist, undhaben keinen Begriff von der Wichtigkeit der Sache. Sie wundern sich, daß man so viel Werth auf den Wechsel einer Farbele- gen könne, lachen über die „Verlegenheit mancher ihrer chrisi- lichen Freunde _und glauben, die Expedition gegen Algier habe die Umwälzung in Frankreich erbeigeführt. Desto mehr Auf- merkßamkeit widm-xc man den “ ngelegenheiten der Pforte in Albanien, diefeit einigen Wochen eine günstige Wendung ge- nommen haben, da der Großwefir die Häupter der Insur- gentex] (freilich 'auf eine sehr unredléche Art) zu vernichten gewch hat. Er rückce nämlich zu Anfange dieses Monats mit allen ihm zu Gebote stehenden Trrppen, ungefähr 30,000 Mann, ihnen entgegen, knüpfte aber zugleich UncerhandlunZen
en
mit ihnen an , die ihn „beinahe die UnterwerfunZ dersel er
hoffen ließen.," Die Insurgenten zeigten fich elk", „der Pforte Gehorsam 'andKriegsdienske zu versprechen, wenn einig; von ihnen gemachte Vorschläge *dagegen angenommen wür- dxn... Der Großwestr gab zu verstehen, daß er dies“ für bclltg_ halte un_d sm) darüber mit den Bey's zu berathen wünsche. Dieje waren unvorsichtig genug , fich fusgesamt, von einer geringen Eskorte begleitet, éns- Hauptquartier Red- schid Pascha's zu begeben , wo sie freundlich empfange'n .und
_ zur „Tafel geladen wurden; der Wesir zog fich aber erend
dex, Mahlzeit zurück und gab Befehl, sie alle niederzuschießen. Dxe metsten wurden auf der Stelle umgebracht, andere schwer verwundet und nachher hin erichtet. “Unce“r“'“ die keßte'rü. ge- hören Vely Bey, Arslan ey und Omer Vrione. Dieker verrächerischen That verdankt der Wefir seinen Sieg über die noch bewaffneten Insurgenren, die er in ihrem Lager Überfiel _und em großes Blutbad unter ihnen anrichten.“ Ganz Albanien, von Schrecken erfÜUt, soll nun die Gvoßmuth