2038
die Re ierun sie aufgeldsk, so würde fie fich dadurch selhst den Chgarakte? des Provisorischeu beigrlegt haben, denn eme definitive Regierung kann nicht aus_emer..Kammer hervorge- hen, die solches nichr isi. Durch die Beibehaltuyg und Er- änzung der Kammer erklärt die Regierun ,' daß fie deren Rechte anerkenne. Wir glauben, daß die ansehe der Kam- mer mit denen des Landes in dem vdllkommensien Einklange stehen. Nicht eine solche Kammer wird uns daher die Bizrg- - schaften vorenthalten, deren wir zwci) hedürfen. Uns- winkt eine schöne Zukunft; verlierewwir gleichwohl das Spiel, so eschiehc es sicherlich durch unjere eigne Schuld; Durch den ZIeSpotismus kann die Freiheit in Franrcich- nicht _mehr Ut]- terliegen, wohl aber durch innern Zwieipalc, dies csc iem größ- ter Feind.“ , „
Das Journal du Commrrrr äußert rider demelben Gegenstand: „Der Einklang zwijchen „den großen Scaacs- Gewalten ist ohne Zweifel eine wejciitlecfzr Bedingung der öffentlicher: Ruhe und Ordnung; dannc ße aber ihre Früchte trage, muß sie einersrits auf einem hrstrmmren Systeme [)e- ruhen und anderersrits Vertrauen zu ihrem Fortbestrhen em- fiößen. UnglÜcklicherweise sündigt das vorgestern z_wr1chen dem Wiinisterium und der Kammer bestegeite Bündnis; durch den Mangel dieser beiden Bedingungen. Währczid der vor dem Herrn Broglie und Guizot abgcxigtcete „Beruht iiber derTage des Landes ami) nichc eine Spur von eineni besttmwten Ver- waltungs-Systeme enthielt, war die vorgcfirige Erklarung der“ Herren Sebasiiani und Guizot iiichts Mais eme leere Höflich- keics-Bezeugung, wodurch man die 216776» zu erkennen gehen wollte, noch einen Monac lang und bis zu dem d'avorst'ehen- den' Wahl-Geschäfte mit der Kammer „auf frwndjchachchem Fuße zu leben. Bis dahin werden dir Mixuster fortxahren Aemter zu vergeben, und dieDepurirteri, thrcGlossen daruberzu machen. Von wichtigen Berathungen m der Kammerwird matt,- lerweile keine Redeseyn,denn der Grund,wrshalb berettv eiii desi- nitives Wahl-Gesetz verschobrn wordexi isi, drrß nämirck) die Versammlung nichr vollzählig sey„iäßc sich nur ungieick) grd- ßerem Rechre noch auf ein Mumrrpal-Geseß, auf em Geseiz über die Nacional-Garde und auf das Bydget anwrndey. Das Journal des Débats verlangt , daß „man sich "111 Ermanqelung politischer Gesetze mcc moralischenzbeichäx- tige. Die-Abscizaffung der Todesstrafe z. B. wärr em herr- liches Thema, um die Zeit todt zu schlagen und das Volk angenehm zu zerstreuen. So groß aber auch unsere Achtung für dergleichen wichtige Fragen ist, so qlciubenzwtr doch, daß akademische Abhandlungen m_ diesem Augenblicke ketneii be- sond“*ern Eindruck auf die Gcmüther machen würdezt. Cs be,- darf andrer Mittel, um die physjche und moralische Uribe- haglichkeit der Nation zu beseitigen. Durch „philosdphtscht Betrachtungen wird dem Bedürfnissen Frankretchs m_ckyt ge- nügt.“ Pian sollte vielmehr dem andes u_t_1d dem (Gewerb- fleiße aushelfen, mit den Süd-Tmerukdmichen Republiken Verträge adWließen, neue Koniulate errichten, die Zölle er- mä igén, den Transicorrleichcern, Waareanntrepots'anle en a. . w. Auf solche Weise wurde das Ministerium seine _uf- gabe würdig löseri und die Aufregung drr Gemächer beschwcch- tigen: das ganze Geheimniß besteht, wieFenelon sagt, ,darm, das Leben bequem und die Völker glückleci) zu machen.
Die Quotidienne bemerkt über das bevorsiehende Wah'i-Geschäst: „Das große Grund-Eigenthum hat sem ddp- peltes Votum, das Alxer sein Privilegmrn derlorezi. E25 fraZc sich jetzt: werden die kleinen Wähler, ,die jefzt dre MAY“ t *in den Kolieqien ausmachen, werdeii dre Wähier von 25)_«_;a[)- ren; *die fick) zum erstenmale zur Ausübung ihrer. politiichen Rechte berufen sehen, die Grfinnungen derer therlen, welche *die gegenwärtige Kammer gebildet haben? Worauf ründete man das Prin ip der Wieder-C'rwädhlunfg der 221 otantezr der- Adreffe? ??uf die Nothwendi keit, die Charte zu vrrthxi- digen. Und was chaten nun die e Männer, als sie wirklich wieder gewählt und mit dem Auftrage nach Paris geschic§c wurden, die Landes-Verfaffung aufrecht zu erhalten? Sie vernichteten diese Verfassun '. Warum fie solches- gethan, gilt gleichviel; genug, daß Ze, Katt Alles zu erhalten, Alles
zerstört haben. Können nun die Departementx woohl solch_en Mandatarien , die, ohne irgend“dazu_ bevrllmärhcrgc geweien zu seyn, die Charte umgesioßen haben, em besonders großes Vertrauen schenken? Es ist nicht unsere Absicht, die_Kammer "1 Mkßkkedit Zu bringen; wir führen bloße Thatjachen an
und ichen unere Schlußfolgerungen daraus. Daß wir bet der rage durchaus nicht betheiligc find, haben wer 1chon mehr “15 “UMA erklärt. Von Royalisten kann bei den Wah- len gar keine Rede mehr seyn. Niemand denkt auch mehr an fie-Wie die liberalen Blätter sehr richtig bemerken.'Der Wah-l- kampf wird allein zwischen der Linken Seite und den beiden Contris
Centra waren, die die letzte Revolutiow bcwwkten.- Die Mehrzahl der Bewohner der Hauptstadr :| der Meinung; daß die Kammer der Volksbewegung eher. ge_folgc_se_y, als daß ste diese geleitet habe, und daß, wenn wirk-ltä) einige Depu-
rirken dabei thätig waren, fie der äußersten linken Seite an-
e örten. Dies ist eine Thatsache, die allein die jeßige Ma- ?oYität der Kammer und das Ministerium in Abrede steller. Erhält fich nun diese Majorität trokzkder neuen Wahlen, so tritt" ein Fall ein, der sich bisher bei einer Rerolurwn „schwerlich je ereignet hat, nämlich der, daß die Partei, die _gleichsam, an. der Spitze der Volksbewegung strand, fich 311 einer passiven Rolle genöthigc ficht, während die Partei, dre fick) durchxene Bewegung nur hat fortreißen lasse_n, did Hauptrolle spielt. Wir zweifeln daher auch sehr, daß dirMajorttät der Kammer durch die bevorstehenden Wahlen keine Aenderung erleidew ollte.“
s Der Temp 3 mißt das Sinken der Fonds dem geringen: Vertrauen bei, welches das Miiiisterium dem Lands emfiöße.. DerselbenUrsache schreibt auch“ derConstitUcio-nnel die von, Herrn Guizoc bezeichnete Aufregung _der * Gemächer _zu. „Warum“, fragt dieses Blatt „ist die Gesellschaft mehr ruhig? Da die Minister solches nicht zu wissen schei- nen, so wollen wir es ihnen sagen: das Publikum hat, wenn auch nicht zu den Absichten, doch_zU dem Systeme und den Neigungen der meisten von ihnen kein Verkrauen. Hätre- ein jeder Minister in seinem Departement so gchqndelt , wre der Großfiegelbewahrer, so würde die: Nation ruhig seyn; so aber haben sie blos dem Nepotismus gefröhnr ; dar: Laiid hat jich Überzeugt, daß esbei alien dicien kleinlichen Combmatcotieu nicht zu Rache gezogen werde, und so find die Besorgmffe eric;- |anden. Nach den letzten Ereignissen bedurfte es, zur Wie- derherstellung der Ruhe und des Vertrauens, eines Verein:;- von Ministern, die helisehend und fest genug wären, der'Jn-e trigue Widerstand zu leisten und die Mißbräuche der vorigen Regierung schonungslos auszurotten; es bedurfte dorzügitch solcher Männer, deren früheres Lrben und geßll1chaftliche Verbindungen ein unbedingtes Vertranen einflößen. Hier,- auf ist aber keim- Rüchfichc genommen wdrden; unter. den, Ministern giebt es einige, die sich mehr zu den Restaurations- als zu den RevolUtiotid-Wiätitieri: [)inneigeu. Daß die Na- tion hieraus'Argwohn ichdpfte und unruhig wurde„ darf Nie- mand wundsrno“
„Die Depucirten“ , bemerkt der Nati onal, „die Staats- ämter angenommen haben, gehören grdßcentheils den beiden Centris der Kammer an. Die Zusammenberufung der Wahl- Koliegien auf den Asien und 28|en L. M.. har ihnen die Augen geöffner. Sie fühlen die Nothwendtgkeit, sich vor dem Ablaufs ihres Mandats in den Departements, von de- nen fie gewählt worden, einzufinden , um sich ihren etwani- gen Mitbewerbern gegenüber u ßellen. Man glaubt1daher, daß die jetzige Majoricät der eputirten geneigtfsey, die Ver- tagung der Kammer, noch ehe die Wahl-Kolle iet) zusammen treten, zr; verlangen. Wie dem auch sey, so chemc es, daß. die Kammer sich .in keinem Falle mit dem Berichte über die Anklage der vorigen Minister beschäftigen werde, “bevorste- uicht vollzählig ist.“ -
Die Kommission der Deputirten-Kammer zur Prüfung des Antrages des Herrn Salverce auf Anklage der vorigen“ Minister wird ihren Bericht nächsten Montag in geheimer Sitzung mittheilen.
Die Kommission für die Vertheilung der National-Be- lohnungen hat der Regierung folgende Vorschläge zur Ge- nehmigung vorgelegt: Art. 1. Das Vaterland adoptirt die
“ Kinder der in den Julitagen fiir daffribe Gefallenen. Art. 2.
Es wird bei der Regierung darauf angetragen, 3) für jedes. der Kinder unter 7 Jahren, welche- den Müttern zurPfiegr Überlassen werden sollen, die Summe von 250 Fr. jährlich auszusetzen; hat das Kind'keine Mutter mehr , )o wird es einem Verwandten oder einem vom Familienrat gewählven Freunde anvertraut; b) die Kinder über 7 "Ja re bis zum,“ Alter von 18 Jahren in besonderen Anstalten erziehen zu. lassen, wo sie eme ihrem Geschlecht entsprechende angemessen?“ und ihre künftige Subfistenz sichernde Erziehung erhalten sollen. -- Einem früheren Beschluss der “enannten „Kom- mission zufolge sollen alle diejenigen, weche durch in den. Julitagen erhaltene Wunden zur Arbeit unfähig gemacht“ worden sind, in die vaaliden-Anftalt aufgenommen werden- oder, wenn se es vorziehen, die den, Invaliden bewilligte Penfion in ihrer Wohnung beziehen. '
wird gemeldet: „Auf dem Linien-Schiffe „Alfge mis“ , wel- ches vom Capitain Ponée befehligt wird (dem tl en,'der |ck“- im Jahre 1815 gegen Napoleon erboc, ,mit seiner Fregatte
statt KUÖM- Hier fragt es fich mm aber, ob es die beiden
den vor der Rhede von Rochefort liegetzden „Bellerophon“ an-
In einem Schreiben aus Algier vom 4. September,
2039
zu?teifen und sich in Gruud'bohren zu lassen , während Na- po eon auf einer anderen Fregatte die hohe See gewinnen sollte), smd wir nach 6tägiger Ueberfa'hrt vorgestern hier angekommen. General Clause! begab sich ogleich an Bord des Linien- Schiffes „Alger“ zum Admiral Duperré und stieg sodann aus Land, wo ihm der Graf v. Bourmont das Ober-Kom- mando Übergab. Der Lelztere isi gestern auf einem Handels- Schiffe abgegangen, da der Admiral sich geweigert hatte, ihn auf einem Staats-Schiffe anderswohin als nach Frankreich brin en zu lassen. Der Zustand des Heeres bedarf vieler Ver efferungen. Seit ihrer Ankunft in “Afrika haben die Soldaten noch nicht anders als auf dem Erdboden geschla- fen; das Brod, das ihnrn geliefert wird, ist kaum eßbar. General Clausel, der den großen Einfluß der Nahrung und des Quartiers auf den moralischen und physischen Zustand der Soidaten kennt, wartet ungeduldig auf die Ankunft seines Getieral-Zntwdanten, um allen diesen Uebelständen abzuhel- fen, Gestern wurden ihm die Offizier-Corps von den Gene,- ralen vorgestellt. Hinsichtlich der Geld-Veruntreuungenharder Ober-Befehlshaber eine Untersuchungs-Kommisfion ernannt. Unsre Verbindungen mit dem Innern des Landesfind sehr un- sicher. Fs'yr. v." Bourmonrhat, nachdem er Bona hatte besetzen lassen, päter befohlen , es wieder zu räumen und die Forts in die Luft zu sprengen, nachdem er die Ereignisse des Juli in der. Heimath erfahren hatte. General Boyer hat den Befehl über die dritte Division übernommen und gestern bereits einen Besuch bei allen Vorposten gemacht. Die Häupter zweier eingebornen Stämme, denen" es gelungen ist, die Türken aus Media , einer kleinen einige Stunden von Beiida jenseic des Atlas gelegenen Stadt, zu vertreiben, haben dieses Ereign'iß hierher geschrieben. Der-Oder-Besehls- haber läßt Anstalten“ zu einer neuen Rekognoscirung gegen Oran und “Bona hin treffen. Wir organisiren ein Corps von 2000 Mauren aus der hiesigen Umgegend, das uns als Beobachtungslinie gegem den Feind dienen soll.“ - Zn ei- nem Schreiben vom 8. September heißt es: „Admiral Du- perré hac geskern vom General Clausel Abschied genommen. Heute isi die Flotte schon unter Segel, und morgen“ wird die Land-Armee ihren eigenen Mitteln Überlassen seyn. Im Frühjahr werden wir die Flotte wiedersehen; vier Fregatten und einige Briggs sollen in der Zwischenzeic'in unsern Ge- wässern kreuzen. Der Tag unserer Ankunft war merkwür- dig. Während einer einige Minuten lang dauernden Mond- finsterniß kamen alle Bewohner Algierr: auf ihre Plattdächer und machten ein furchtbares Getöse, indem se auf Kessel schlugen und dazu heutten , um den Mond zu befreien, der FehduFch ihrem Glauben in der Gewalt eines Drachen kbe- an .
Der General Clausel hat unterm 4ten d. M„ am Bord des „ [ 'esiras“ auf der Rhede von Algier einen Tagesbefehl an die xpeditions-Armee erlassen, worin er fie von den neue- sten im Vaterlande vorgefallenen Ereignissen in Kenntniß setzt und ihr anzeigt, daß er an die Spitze der Armee von Afrika treten werde; „Die Charte“, heißt es am Schlusse dieses Tages- befehles, „jenrs Band der Eintracht, welches ein weiser und erhabener Geießgeber Frankreich gegeben hat, ist unter einem sein Vaterland. liebenden Fürsten zu einer Wahrheit gewor- den. Unter ihm werden die Rechte der Armee geehrt, wird das Gesetz über das Avancemenc ohne Begünstigung vollzo- gen und den Militair-Personen aller Grade nach langen und guten Diensten eine sichere Substskenz und Achtung 'zu Theil werden, Soldaten! ich kenne alle meine Pfiichten gegen Euch und werde fie mit Eifer und mit "derjenigen Anhäng- lichkeit erfüile-n, die ich zu Euch hege; ich kenne aber auch Eure Pflichten gegen das Vaterland und bin überzeügt, daß dasselbe Euch stets als seine treuen Kinder erkennen wird.“
Die von der Afrikanischen Armee den Algierern abge- nommenen' Fahnen wurden gestern nach dem Hotel des In- valides g-ebracht, dessen Gouverneur, Marschall Iourdan, an den mit der Ueberreichung derselben beauftra ten Offizier folgende Anrede hielt: „Hundert in zwanzig Feldzügen er- rungene Siege hatten in diesen Mauern 1500dem Feinde abgenommene Fahnen aufgehäuft. Auf diese lange Zeit des Ruhmes folgten einige unglückliche Tage , und die Trophäen verschwanden. Die von der Afrikanischen Armee in der neue- sten": Zeit eroberten Fahnen werden statt ihrer an den Ge- wölben dieses Tempels prangen. Sie smd von glücklicher erbedeutung, denn fie beweisen, daß Französische Tapferkeit nicht entartet ist, “daß“ das heilige Feuer der Vaterlandsliebe unsere neue Armee beseelt, und daß diese in die Fußstapfen un- serer alter) Phalangen tretend, unsere Freiheiten und unsere Unabhängigkeit aufrecht zu erhalten wissen wird.“
Der an die Stelle des Baron Denniée ernannte Gene-
ral-Jntendant der Expeditions-Armee, Baron Bolland, iK am 10t'en d. von Toulon nach Algier abgegangen. “
Dem Aviso de la Mediterrannee zufolge befinder sich unter den iti Toulon in Beschlag genommenen Gegen- ]känden aus „Algier ein seidener Beutel mit diplomatischen Aktenstiicken m rerjchtedenen Sprachen, die aus der Kanzelei des Dey herzuruhrewscheinen und dem Ministerium der aus- wärttgrn Angelegenheiten übersandt werden sollten.
Em Theil des Botschafts-Personals des Fürßen, von Talleyrgnd ist gestern nach England abgereist.
Dee Aizklage-Kammer des Königl. Gerichtshofes wird [ich heure versammeln, um den Bericht des Rathes Bryon m der Angelegenheit des Vereins der Volksfreunde zu ver- nehmen.
_ Dcr Temps giebt, die Anzahl der in Folge des Am.!re- ftte- Gesetzes freigelaffenen politischen Verbrecher, welche sich auf den Galeeren befanden, auf 500 an; 80 derselbenbefan- den sich allein im Lager von Rochefort.
Mit dem 1. Oktober d. I. wird hier unter dem Titei „l'Avenir“ ein neues poiicisches Blatt in dem großen Format der iibrigen Blätter erscheinen, an dessen Redaction der Abb»- Lamennais Theil nehmen wird. Der Geschäftsführer welcher “das Probeblatc unterzeichnet hat, nennt fick) Waille.
Großbritanien und Irland.
London, 18. Sept. Der Herzog von Braunschweig, der gestern Vormittags in Brighton angekommen war, hatte daselbst eine kurze Unterredung mic Sr. Majestät dem Kö- nige und kehrte Nachmittags nach London zurück, wo Se. Durchlaucht bereits wieder angekommen ist. -
Prinz- Leopold von Sachsen-KobUrg, der vorgestera Abends nach Brighton gekommen ist, wird daselbst eine Zeit lang verweilen.
Der Niederländische Botschafter , so wie der Spanische und der P_orrugiefi1che Grsandte, hatten gestern Konferenzen. mir dem (Grafen von Aberdeen. Abends wurden Depescherr aus dem auswärtiger: Amte an Sir Charles Bagot, unsern Botschafter im Haag, abgesandt. “
Der Tod des Herrn Husklsson giebt der Times zu foi-
.gendxn Bemerkungen Anlaß: „Es wird dieses Ereigniß im
ganzen Lande als der Verlust eines Mannes, der sowohl im Amte als in der Opposition auf einen großen Zweig der Na- tionalanteressen Großbritaniens einen mächtigen und schühenr den (_xinfinß ausübte, schmerzlich empfunden werden. FFW Huskisson verdiente mehr als alle seine Zeitgenossen den ei- namen eines praktischen Staacsmannes, dessen Kenntnisse auch mit Realitäten vertraut waren , und dessen" Raisonne- meins über Gegenstände des Staats-Haushalts und der Fi- nanz-Machc allen denjenigen als Leitfaden dienen können, die den Handels-Verkehr zwischen Menschen und Staaten so er; - giebig “und die darauf Bezug [)abenden Fiskal-Geseße so we- nig drückend machen wollen, als es die Natur der Dinge nurjirgend gestateer. Ein Staatsmann war er, dessen scharf- sm_mge Ideen und dessen Fleiß dem Lande durch die große Kuhnheir und Festigkeit seiner Maaßregeln ungemein nüßlich wurden , und der das Glück hatte, in der kurzen Zeit von vier bis fünf Jahren dasiaute, anfangs stutzig “machende »- wiewohl in manchen Fällen unwissende und öfter noch factiöse -- Geschrei fast zu überleben, das von einem Ende des Landes bis- zum andern gegen die Einführung des nenen Systems von Schifffahrts-Gesekzen _und Einfuhr-Zöllen wie- derhallte, denen man fälschlich das Motiv unterlegte, daß sie den ausländischen Schiffen und Waaren einen Vorzug vor den Britischen gestatteten, während" 'edoch jeßr Fon 99 unter 100 gut unterrichtetenLeuten einger mm wird, daß eine g'e- naue Kenntnißron dem, was ausländische Re ierungen in ihrer Macht hätten, gegen England bei de en “früherer Politik“ zu rhun , dem ?errn Huskijson sein' neues System diktire hätte, wo ei ihm wohl bewußt “war, daß dieselben Regierungen schwerlich einén' Krieg „mit Eng- lands überlegner See; und Handels-Mache anfangen würden, wenn dieses nur seine fra ere Politik aufgäbe, odermodifi-
"cirte. Viel verläufndet ist r. Huskiffon worden wegen ei-
ner. Maaßregel, in Folge deren England seinealte'n Ver- theidigungsmittel gegen die ausländische “Schifffahrtaufzy'ge- ben schien, indem dieser ni _ t mehr, vermittelst prohibitorischer Abgaben, der Zugang zu ririicheniHäfen versperrt war,. Zwei Antworten ertheilte err Huskisson Jierauf, mid beide waren -schlagend: die eine autete, daß me rere-Naihbarskaa- ten im Begriff änden, ein Wiedervergelrungs-Sysiein-“einzm führen, indem te Britische Schiffe von ihren Häfen ausschlie- ßen wollten; die andere aber war der Beweis, daß, nachdem man andere Staaten bewogen, kein Ausschliéßungs-System an-
zunehmen und dagegen wechselseitige Freiheiten zu gestatten-