1874 / 205 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 01 Sep 1874 18:00:01 GMT) scan diff

Die Anmeldung zum Eintritt in den Kursus. ist an den Unterzeickzneten zu richten. Aitona, den 30. Anguft 1874. ' 7“ Der Königliche Navigationsschul-Direktor. 3“ Oehme.

Jichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 1. September. Se. Majestät. der Kaiser und König wohnten am Sonntrige dem Gottesdienste in der Garnisonkirche zu Peksdam, srmne der unt demselben verbundenen Einweihung einer der Unteroffizrerschule zu „Pots- dam verliehenen Fahne bei. Nach Schluß des Gettesdienftes erfolgte im Lustgarten die Uebergabe derselhen an die genannte Schule, üher welche Se. Majestät al'sdanncdie Parade abnahmen.

Demnächft empfingen Se. Maxestät im LustJarien den 'Dr- vifionSpfarrer Hofprediger Rygge und den lutherischen Prediger Geffen aus Coiumbia in Wthounfin. ' _ , _

Gestern Vormittag nahmen Se. Ma1eftat die Vortrage des Civilkabineis, sowie des Gesandten von Radow1ß entgegen und em fingen den Minister des Königlichen Hauses, Freiherrnrdn SZleiniYÉFZ; - ' “***-MI

' ";.-.*!““*““**-;:)."'„-:'“5*§§er _ Geftern besuchte Ihre Majestät die Kaiserin- Königin mit Sr. Hoheit dem Prinzen Eduard rwn Sachsen- Weimar die Kronprinzliche Familie und Se. Komgliche Hoheit den Prinzen von Wales im Neuen Palais, und empßng Abends im Königlichen Stadtichlvffe zu Potsdam den zur EinsegnnnZJ- feier hier eingetroffenen Großherzog “von"Sachsen. _ Der, 0- nigliche Kamknerherr Graf Fiirftenßein ubermmmt den Dienß bei Ihrer Majestät der Kaiserin-Komgm.

_ Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz wird Sich am 2. Sepiemher Abends“ zur Inspi- zirung der 26. Division (1. Königlich Wuritewbergrschenh der Königlich 4. Bayerischen Division und _des Koniglich Preußischen )(]. Armee-Corps einschließlich der Großherzoglich Hessischen (25.) Divifion zunächst nach Heilbronn begeben. Im Gefolge Or. Kaiserlichen Hoheit werden fich befinden: General-Maxor von Goiiberg, Chef des Stabes der 4. Armee-Inspeknon, Maxor von Unruhe und Hauptmann von Hehdwaff, vom Stabe der 4. Armee-Inspektion, Oberst von Schelthak Commandeur des 1. Garde-Feld-Ariiilerie=Regiments, Oberft-Lteutenant Frhr. von Willisen, Commandeur des 1. Großherzoglich .Mecklenbnrgischen Dragoner-Negiments Nr. 17. und der persönliche Adjutant Sr. Kaiserlichen Hoheit Oberst Mischke.

_ Ueber die im amtlichen Theil gemeldete Eins e gnnng Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Friedrich Wil- helm von Preußen gehen uns noch folgende Mittheilungen zu:

Das Gotteshaus irug ein der hohen Bedeutung der kirchlichen Feier entsprechendes festliches Aussehen; die Königlichen Gärten harren ihren sehönsten Schmuck geliefert, und vor der Apsis erhob K auf zwei Stufen ein Altar, auSgeftairet mit den heiligen Abendmahlsgefäßen. Im Halbkreise um den Altar standen die Armftühle für die Ailerhöchften und Höchsten Herrschaf- ten. Gegen 11 Uhr versammelten fich im Schiffe der Kirche und deren Seitenräumen diejenigen Personen, welche zu der Feierlichkeit Einladungen erhalten hatten. Unter den Klängen des Psalmes „Iauchzer dem Herrn alle Welt“ traten dem- nächst die Aüerhöchsten und Höchsten Herrschaften in die Hallen des Gotteshauses. Se. Majestät der Kaiser und König fiihrten Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheir die Kronprinzessin, Ihre Mg- jestäi die Kaiserin-Königin wurde von Sr. Kaiserlichen und Ko; niglichen Hoheit dem Kronprinzen und Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen von Wales geführt. Der Hohe Konfirmand trug die Uniform des 1. Garde-Regiments z. F. mit dem großen Bande des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler.

Ihre Majestäten der Kaiser und König und die Kaiserin - Königin, Se. Königliche Hoheit der Prinz von Wales UUd Se. Königiiche Hoheit der Großherzog von Saehsen, Ihre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten der Kronprinz Und die Kronprinzesfin, Ihre Königlichen Hoheiten der Prinz und die Prinzessin Earl, die Prinzessin Friedrich Carl mit dem Prinzen Leopold, die Herzogin Wiihelm von, Mecklenburg, die Prinzen Auguft und Wiihelm von Würt- temberg, die Prinzessin Charlotte, der Prinz Heinrich, die Prin- zesfin Victoria, der Prinz Waldemar, der“ Prinz Eduard von Sachsen- Weimar, der Erbprinz von Sachsen-Meiningen und der Prinz Friedrich von Hohenonern stellten fich nm die Stühle vor dem Aliar.

Nachdem die AÜerhö-hsten und Höchsten Herrschaiten Play ge- nommen hatten, führte Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz den Prinzen Friedrich Wilhelm, Höchnwelcher vom General von Gottberg und Seinem Lehrer 1)r. Hinzpeier begieiiet war, aus der Sakristei nach Seinem Plah auf der ersten Altarftufe links vom Eiingange in die Kirche.

Nach dem Gesange des Eintritt-Zpsalms stimmte die Ge- meinde den Choral: „Eine feste Burg ist unser Gott“. an. Der die kirchliche Handlung leitende Geistliche Hofprediger Heym richtete an den Hohen Konfirmanden eine auf die Bedeutung

dre."- weihevollen Aktes fick) beziehende Ansprache, worauf der Prinz, der alten Sitte des Königlichen Hauses gemäß, das von Ihm Selbft verfaßte Glaubensbekenntniß laut und ver- nehmlich vor der Versammlung verlas. Im Anschluß an daffelbe begann der Geistliche eine Unterredung über eii zelne Glaubens- [ehre:x, in welcher der Hohe Konfirmand durch seine klaren, 11e- stimmien, mit fester Stimme geäußerten Antworten die Tiefe Seines christlichen Glaubens und Seiner evangelischenUeberzeugung darie te.

9Mit dem Gesange des Domchors „Komm heilger Geist“ wurde die Konfirmationérede des Hof-Predigers Heym em- geleitet, welcher die Worte 2. Peéri Kap. 1, Vers 57: „So wen- der nun ailen euren Fleiß an und wahrt in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Bescheidenheix „und m der Bescheidenheit Mäßigkeit und in der Maßigkeit Gednld und in der Geduld Gottseligkeit und in der Gottselig- keit brüderliche Liebe und in der brüderlichen 'Liebe aligemeine Liebe“ zu Grunde gelegt waren, Nach Beendigung derselben legte der Hohe Konfirmand Sein Gelübde als. evangelischer Chriß ab. Der Chor stimmte den Gesang „Set getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Leben?- geben“ an, und unter dem rief _ ergreifenden Eindrucke dieses gnaden- und verheißungSvoilen Wortes kniete der Prinz vor dem Altar nieder und empfing durch Handauf- legen des verordneten Dieners des Förtlirhen Wortes den Segen der Kirche. Der Choral „Nun dan'et alle Gott“ ab der inner-

? Nach dem EinsegnungSakte verließen sämmtliche Eingeladenen die Kirche, nur die Königliche Familie und deren nachste Um- gebung blieb zurück, um dem Abendrnahl, das der Konfirmand mit Seinen Hohen Eltern empfing, beizuwohnen.

_ Die Centralkommission für die Rheinschiffahrt, welche in Mannheim tagte, hat beschlo en, die ihr vim den Schiffahrts-Intereffenten überreichte Denis rift und die m der- selben in Bezug auf die Verbesserung des Fahrwgffers .und der Häfen, namentlich auch auf Vermehrung der Sicherheitshafen, arrögesprochenen Wünsche der Strombefahrxxngs-Kommtssion zur Prüfung und gutachilichen Aeußernng zu ubergeben. Die Zehr- gedachte Kommission, welche aus den ersten Wafferbautechmkern der Rheinuferiiaaten besteht, wird ihre Untersuchung zu Anfang des Monats September von Basel abwarts„_ ]e nach dem Wafferftande, beginnen. Die im vorigen Iahre fur Strombauten von den Regierungen der verschiedenen Ufertaaten verausgabten Summen belaufen fich nahe an sechs Mill onen Franken. Die Kosten für das Gesammt-Nivellement des Rheins . von Roiter- dam bis Basel, mit dessen Aufsteliung der Konigltche preußische Strombau-Direktor und Geheime Regierungs-Rath Nobilmg m Coblenz betrau ist, belaufen sich uns mehr _denn 5000 T Bei der Wichtitgkeit, welche diese Arbeit und die mit?;hc 'm er- bindung stehenden Einrichtungen, _ die HerfteÜung 13cm hriameter- steinen, Angabe der Höhenlage der Nullpuukke nber Amsterdam Pegel an allen Hauptpegeln, der höchsten und niedrigften Tiefen im Thalweg 2c. _ für die Schiffahrt haben, erscheinen diese Kosten nicht zu bedeutend. _ . ; _ _ Gestern traten die Bevolimachtigten in Germersheim zu- sammen, um die Pläne für die fefte Brucke daselbst uber den Rhein zu prüfen resp. zu genehmigen; dasselbe wrrd in den darauf folgenden Tagen in Bezug auf die yrojekiirten festen Brucken bei Alt-Breisach, Neuenbur und Huntngen geschehen. ' . In dem: erften! Veri t (Nr. 193 d. R. 11. Si. A.) ift Zeile 14 von oben statt„xonventionirenden“, ziz lesen: „konven- tionellen“ Gewässern." ***- :*

ZFI“ _ Dem neueßen „Marine = Verordnungsblirtt“ liegt der statistische Sanitätsberichi über die Kniserlich Deutsxhe Marine für den Zeitraum vom 1. Init 1873 Öl?? 31. Marz 1874 bei, aus welchem wir demnächft die ailgemeinen Daten mirtheilen werden.

_ Der Kaiserlich deutsche Gesandte zn Stockholm 1). Eich mann hat Berlin verlassen und sich auf seine Befißung Wanrh- in Schlesien begeben.

_ Der Kaiseriich deutsche Gesandte in Rom 1). Keudell ist nach Varzin abgereist.

_ Der Königlich heUenische Gesandte ' am. hiesigen Hofe, Fürft Ypsilanri, ift aus Baden-Vaden hier eingetroffen und im Hotel Royal abgestiegen.

_ Der Kaiserlich deutsche Miiitärbevoilmächtigte zu London Oberft-Lieutenani v. Schröiter ist hier eingetroffen.

_ Der Geheime Legations-Rath v. Bülow 11. ift von seiner UrlaubSreise zurückgekehrt.

_ Der Wirkliche Legations-Rath Freiherr von Budden- brock ist mit Urlaub nach London abgereqt.

_ Der Kaiserlich deutsche General-Konsul in" Christiania, Redlich, ist Über Hamburg auf seinen Posten zuruckgekehrt.

_ Der Oberst und Decernent in der Admiralität, Galster, hat fich in dienstlichen Angelegenheiten nach Danzig begeben.

_ Der Oberft-Lieutenant von Schwerter, aggre irr dem Generalstabe der Armee und Militär-Bevr»ilmächttgier m ondon, ist zur Einsegnungsfeierlichkeit Sr. „Königlichen Hoheit des Prinzen Friedrich Wilhelm 'von Preußen hier eingetroffen.

_ S. M. Brigg ,Undine“ ist am 22. Auguii' c. in Lissabon, S. M. Brigg „Rover“ am 28. deff. Mis. m Ply- mouth angekommen.

_ Die „Provinzial-Correspondenz“ wird in dieser Woche mit Rücksicht auf die nationale Feier des 2. September 'erft am Donnerstag ausgegeben.

_ Das Programm für die morgen stattfindende Feier der Grundsteinlegung des Kriegerdenkmals auf dem Landsberger Plaß lautet wre folgt: _ . ""

]) Gesang der Nationaliymne init Begieriung_e1nes Militar- Mufikcorps. 2) Gesang des eriten Veries von dem, Liebe. „Lohe den Herrn“ 26. Z) Einleitende Ansprache Eines Geistlichen. 4) Festrede. 5) Ansprache eines Vertreters des Heeres. och aus Se. Ma1estat den Kniser. 6) Verlesxmg der Urknnde, Verl thung und Versenkung des Kastens, Hammerichläge. (Wahrend dieses Vorganges Wird von der Versammlung ,Die Wacht am Rhein“ ge1ungen, unter Begleitung des Mufifcorps.) 7) Anspraéhe eines Vertreters der Burgerschast. 8) Sckxlußwort eines Geistlichen. 9) Gesang des ersten Verses ven dem Liede: „Nun danket aÜe Gott“ 11. s. w. .„“'„.;';'Z „M

Edin, 31.August. Das Feft-Comiie für die “National- feier fordert zur Begehung des 2. September in folgenden Worten auf : , ' .

Mitbürger! Das Programm für die Natwnalfeier am 2. Sep- tember ist veröffentlicht. Das Comité des _hieiigen Volksbildungs- Vereins hat die Initiative ergriffen und sich xurgederchten' Zweck als Fest-Comité konsiituirt, da wir das Fest nichr a_uf die mitivirYenden UZereine beschränken, 1" ondern zu einer allgemeinen h_urgerlxchey Natwnal- feier erweitern möchten. Wir bitten deshalb irnjerenreichssreundlichen Mitbürger und Bürgerinnen, an der Feier im Gurzemch nnd den übrigen Festlichkeiten zahlreich Theil zu ziehmen und namentlich durch Flag enschmurk ihrer Häuier der Stadt em festlrcheZGewand zu gehen.

Jm nächsten Jahre und forian wird dänn hrséniixch der 2. Sep- tember als ein Nationalfeit im ganzen Deutschen Reiche emmuthig gefeieri, um der Freude über das "Meder erstandene Deutsche Reich Außdruck zu gehen, das Rationalgefuhl_ nn edelsten Sinne deutscher Kultur zu beleben und sich für die Befestigung 'der Einheit UUd die Entwicklung geseßlicher Freiheit und des Gememivohls zu begeistern! Alsdann wird hoffentliä) die Stadihehörde „dix Mittel_und Leitung zu einem großen, würdigen Naiicnalkest bereitwcklig'gewahren!

Das Fest-Comiré der S_edanfeier. (Folgen die Unterschriften.)

Bayern. München, 30. August. Am GeburiY- und Namensfefte Sr. Majeftät des Königs hatte, auch der Krieger- und Veteranen-Verein hierselbft seine Gluckwunsche, in “einer Depesche nach Paris gesandt und folgende telegraphisckze Antwort erhalten: „Se. Majestät, eisteut durch die m Ihrem Telegramm kundgegebenen Gefinnungen der Trene und Hin- gebung, sagt dem Krieger- und Veteranen-Verem AUerhochst Ihren Dank, Hohenlohe.“ _ Auf eine gleiche Depesche des per- manenten Comités des bayeri chen Veteranen-, Krieger- und Kampfgenossen-Vereins traf soFort olgende Antwort ein: „Im Auftrag Sr. Ma efiät des _Kömgs anke ich Ihnen und dem Verein für die r, Majesiat auSgesprochenen Gluck-

_ Prinz Luitpold ist heute aus dem Algäu_hter r zurückgekth und wird fich am 3. Sept. nach„§_)onaqurth e- geben, um den Detachementsübungen der 2. Division bei Neu- burg und Harburg in seiner Eigenschaft als General-Inspecteur der Armee anzuwohnen. ' '

_ Die Königin-Wittwe Marie'von 'Sachsen be- suchte am 28. d. M. Mittags in V. leitung ihrer Hyfdame Gräfin Seinsheim und des Ober-Hofmetters ,Grnfen v. Vtßthuiir das Ordenskrankenhaus des St. Georgi-Rnter-Ordens i_n Nymphenburg. Ihre Majestät begab sich sodann zu Ihrer Ko- niglichen Hoheit der Prinzesfin Lxdqlbert auf Besuch und hierauf na(h Poffenhofen zu ]einem 14tagtgen Aufenthalte. _ , _ Ueber die isolirten Lateinschulen enthalt die neue Sehulordnung für die Studienanftalten folgende Be- stimmungen: _ , Dieselben haben den Zweck, für den Unterricht m den unteren Klassen der vollständigen Studienanstalfen Ersatz, zu,!)ieten. Sie sollen in der Regel 5 Klassen umfaffen (vollstandige "isolirte Latem- schulen), können fich aber auch nach Maßgabe dez verfugbaren Mitrel auf die unteren Klassen der Lateinschule beschranken (unvqustandtge isolirte Lateinschulen). Die Organisation _des Unterricht? an soiéhen Laieiuschulen ist im Allgemeinen die gleiche, wre an den volisiändigen Siudienanstalten. _ Der Unterricht m der frau- zösischen Sprache kann wenn ein Bedurfmß dazu vorhanden ist, schon

_von der 3. Klasse an heginnen und den daran theilnehmenden Schülern Dispensation vom Griechischen

ertheiit werden. Der_ Einführung eines fakultativen Unterrichts in der Naturgeschichte und, m der Physik steht kein Hinderni' im Wege. Schuler, welche von einer 5klassigen isolirien Lateinschu e mit Wenigstens 4 ordentlichen Lehrern an eme vollständige Studienanstalt übertretewWoilen, werden nur auf _Probe in diejenige Klaffe aufgenommen,„fu„r welche_fie das Zeugmß „der Reife mitbringen. Schuler von noltrten Laiemschulen Ulis Weniger als 4 Lehrern haben bei ihrem Uehrririfi an eme vollstandige Studien- anstalt eme Aufnahmsprüfung zu heftehen. Die ordentlichen Lehrer an isolirten Lateinschulen müssen die vorgeschriebene Lehramiöprufung bestanden haben und stehen nach Titel und Rang den Studienlehrern gleich. Die Leitung der Anstalt führt einer der angesteliten ordent- lichen Lehrer mit dem Titel eines Suhrektors. Die Zahl der Studien- lehrer richtet fich theiis nach der Schulerzahl, theils nach den Verfug- baren Mitteln und wird für jede iiolirte Lateinschule vqm Staats- Ministerium des Innern für Kirchen- nnd Söhulangeiegenheiten festge- steÜt. Es ist statthaft, daß ein Studienlehrer das Ordmgriat an 2 Klassen führe, wenn dieselben nur schwach besucht find. Dre Zahl der von einem Siudieniehrer zu übernehmenden Llestnnden kann unab- hängig von den Bestimmungen an yrdentlichezi atemichulen, an denen sie zu 22 verpflichtet _sind, an iiolirten Lateinschulen von geringerer Srhülerzahl verhältnißmäßig erhoht werden.

_ 31. Anguft. W. T. B.) Wahrend der Truppen- manöver in der Pfaiz wird der kommandirende General des 11. Armee-Corps, General-Lieutenanr v, Maillinger, im Hauptquartier Sr. Kaiseriichen Hoheitldes Kronprinzen in Homburg anwesend sein. Zur Dienstleiftung ist dem Kron- prinzen der Major im Generalftabe von Xhlander zugetheilt worden. _

_ 1. September. (W. T. B.) Der preußische Gesandte, Frhr. v. Werthern, ist aus seinem Urlaube geßern Abend

hier wieder eingetroffen.

Sachsen. Dresden, 31._ Angust. Der König „ift gestern Vormittag von Pillnih hier eingetroffen und hat rm. Palais am Taschenherge für einige Tage Wohnnng genrimmen.

_ Se. Königliche Hoheit der Prinz Friedrich Carl von Preußen ist gestern Mittag von Potsdam, Se. Hoheit der Herzog von Sachsen-Alienhurg geßern Nach- mittag 5 Uhr 45 Minuten von Altenburg hier angekommen und im Königlichen Palais am Taschenberge abgeireten. Das ,Dr. I.“ meldet weiter Folgendes:

„Se. Königl. Hoheit der General- Feldwarschakl und Ge- neral-Inspecteur der dritien Armee-Inspektwn des. deutschen Reichsheeres, Prinz Friedrich Carl yon Preußen, tft geftern Mittag 12 Uhr, begleitet von den Adjutemten Mawr v. Gnßler, Rittmeister v. Normann und Premier-Lteuiencznt v. Wihieben, von Potsdam hier angekommen. Se. _Maj'estat _der Konrg he- grüßten Ihren Hohen Gast und den gieichzenig unt'Sr. Konig- lichen Hoheit ebenfalls auf Allerhöchste Einladung eingetroffenen Königlich preußischen General-Inspectenr der „Artillerie, General der Kavallerie v. Podbielski bei der Ankunft im LeipzigenB'ahn- hose, woselbft der kommandirende General" des, )(11. (Kdniglrch säohfischen) Armee-Corps Prinz Georg Komglnhe Hoheit, Se. Hoheit der Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin, der Königlich preußische Gesandte Graf Solms - Sonne- walde, sowie der Krieg?- :Minifter General der Kavalierie v. Fabrice zum Empfange anwesend waren ,' und auch der interimiftische Stadr-Kommandani General-Mawr v". Abend- roth mit dem Offizier-Corps, der Stellvertreter des Komglnhen Polizei-Direkiors Regierungs-Rath' Berndt" und der Direktor der Leipzig-Dresdener Eisenbahn Ritter ic. Poge auf dem Perron der Ankunft des Zuges harrten. Vor deni Bahn'hofe war ygm zweiten Grenadier-Regiment Nr. 101 „Kaiser Wilhelm, Konig von Preußen“ eine Ehren-Compagnte (kommandirt von Hauyt- mann v. Schwanewede) mit Fahne und Musik „anxgeftelir. „Prinz Friedrich Carl schritt in Begleitung Sr. Ma1exiar dcs Konigs„ während die RegimentSmufik (unter Musik -.Direktor_Trenkler) den Parademarsch spielte, die Front der Cornpagme ab und ließ sodann die Truppen defiliren. Als Se. Maxefiat mit Ihrem Hohen _Gnsie den Wagen bestiegen, um öchstdenselben nach dem Komglichen Palais zu geleiten, begrü te das zahlreichrersammeite"Publikum den Generai-Feldmarschali Prinzen Friedrich Kari, Hochftwelcher (rothe) Husarenuniform trug, tmr [ehhaften Hochrufen. Auch Se. Excellenz der General v. Podbielski, welcher chn dem Oberst . Bhchelberg und dem Major v. Knesebeck begleitet ist, wohnt im Koniglichen Palais. ' _ " ,

Nachmittag:?- 16 Uhr begaben Se. M91e|rzt der Konig und Se. Königliche Hoheit der Prinz Georg Sich Wiederum zum Leip- ziger Bahnhofe, um Se. Hoheit den Herzog v'on' Sachsen-Mtenburg zu begrüßen, Höchstwelcher 26 Uhr, uber Leipzig kommend, m ?Be- gleitung des Majors Frhrn, v. Esebecx uno des Premier-Lieu- tenants Frhrn. v. Egloffstein daselkzft' eintraf. Auf dem Perron waren ebenfalls wieder der interimisusche Stadtkommandant und das Offiziercorps 20. anwesend, und vor dem Bahnhofe stand eine Ehrencompagnie vom Leib - Grenadier - Regiment Nr. 100 ( auptmann v. Römer) mit der Fahne und RegimenWmufik (eßtere unter Musikdirektor Ehrlich). Nachdem Se. Hoheit der Herzog mit Sr. Majestät die Front der Ehrencompagnie ab- geschritten und die Truppen d irt hatten, und der Prinz Georg_ Se. Ho dem Königlichen Palais, wose

geleiteten der KöniZ eit in offenem Hofkoagen; na

bft um 6 Uhr bei Sr. Majeßät Lemeinschaftliche-Tafel stattfand, zu welcher außer dem Gefolge

er o en e auch der Königlich preußische Gesandte, der KrieYs-hMinifteF und der C ef des Generalfiabes,_ Oherß von olleben, sowie einige zur eit hier anwesende Königltrh Freu- Zsche Offiziere Einladungen erhalten hatten- _ Zur D |-

lich gehobenen Stimmung der Versammelten Aus ruck.

wünsche. _Hoheniohe.“

Carl der Oberst-Lieutenant Schweingel (vom Generalstabe) u

*l-

leiftung find bei Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Fried ' .

der Rittmeifter p. Paten U., bei Sr. Hoheit dem Herzoge von" Sachsen-Ultenburg der Major Larras (vom Kriegs-Minifterium) konimandirt.

Int Lanfe „des Nachmitta s hatte Se. Königliche Hoheit der Prinz Friedrich Cari m, P' nih Ihrer Majesiät der Königin Murter und den zur Zeit hier anwesenden Mitgliedern des Kö- niglichen Hauses seinen Besuch abgestattet.

_ _Heute (Montag) früh nach 7 Uhr find Se. Majestät der Konig mit. Sr. Königlichen Hoheit dem General-Feldmarschali Prinzen Fnedrtch Carl, Sr. Hoheit dem Herzoge von Sachsen- Altenburg und Sr. ExceUenz dem Genera]; uon Podbiekski, be- gleitet vo'n emer zahlreichen Suite, mitielst Extrazuges nach Großenhain gefahren, um den Manövern der Kavallerie-Divifion beizuwohnen. 'Ngch Beendigzmg des heutigen Manövers bege- ben Se., Ma eftat der König und Se. Königliche Hoheit der Prmz Friedrirh Carl Sich (ohne Gefolge) nach Morißburg, um daselbst zu ]agen, und kehren dann von dort nach Dresden zuruck, woselbft Se. Hoheit der Herzog von Sachsen- Altenburg, und' der General von Podbielski mit der Surie bereite- Nachmrttags gegen 2 Uhr wieder eingetroffen smd.

_ 'N'achmtttags 6 Uhr findet im Palais am Taschenberge Kontgltche Tafel statt, an der auch Ihre Majeftät die Königin Then nehmenwe'rden, Allerhöchstwelche heute früh Rehefeld ver- lassen und Sich in das Hofinger nach Pillniß begeben haben. Einladungen zur Tafel haben auch erhalten der Königlich preu- ßische Gesendte Graf Sokms-Sonnewalde, die hier anwesenden StaatH-Mmrfter, General der „Kavallerie v. Fabrice, v. Noftiß- Wallzvih und ])r. v. Gerber, der heute von seinem Urlaube wie- der emgetroffene Stndt-Kommandant, General-Lieutenant Fr r. v. Hausen, der Divtfions-Commandeur General-Lieuienant Nehr- hof v. Holderberg und die Genera[-Majore v. Abendroth und v. Famke.

_ 1. September. (W. T. B.) Der König hat steh heute Mnorgen mit seinen Hohen Gästen wieder zu den Kavalle- rie=Manovern nach Großenhain begeben und wird von dort mit dem, erzog von Sachsen-Altenburg heute Nach- mittag hier erizuruckkehren. Der Prinz Friedrich Carl wird von Großenhain direkt nach Berlin zurückreisen.

. Leipzig„30. Auguß. Auch in Leipzig wird die Sedan- feier m feftltrher Weise begangen werden. Von Seiten der Kadnschen Behorden, ist eine Summe von Tausend Thalern zu

em Zwecke vermiliigt worden, der Schuljugend nach statt- gehabtexn Schulactus Luftbarkeiten bereiten zu können; ein allgemeiner Festzug der Schulkinder, wie im vorigen Iahre, findet nicht statt. Der Feßgottesdienft wird in sämmt- lichen Kirchen abgehalten; in den Vormittagsftunden fin- det vom Balkon des Raihhauses aus eine Mustkauffüh- rung, a'xn Abend aber Illumination des Marktes und der übri- gen _Plaße, des Rathhauses' und der sämmtlichen öffentlichen Gebnude statt; aiich die Prwatgebäude werden u einem großen Theile derIUunnnatwn fich anschließen. IedeUZalls wird auch dieSMal wreder m der Mittagsstunde von den Kirchthürmen ge- lautet werden. Das Vorgehen eines Theile- der Kaufmannschaft, arn Tage von Sedan die Gewölbe zu schließen, hat überakl gün- stige Aufnahme gefunden. . '

Hosen., Darmstadt, 30. August. Der Großherzog hat am 28. die m den Provinzen Starkenburg und Oberhessen wohnenden großeren Induftrieilen, welche seiner Zeit die Wiener Weliausstellung beschreiten und in Folge davon von Sr. Kö- mgl1chen Hoheit dekorirt worden find, in Mainz zur Tafel ge- zungen._ An demselben Tage hesnckzte der Großherzog die Brand- fiatte' m Hechtsheim. Gestern besichtigte derselbe die Schlösser Kranichstein und Kraunshardt, dinirte in dem lehteren und traf Abends wieder in Mainz ein.

_ Der Gemeinderath der Stadt Mainz hat der „Darmft. Ztg.“ zufoige in geheimer Sißung 500 Fl. für die Sedan- feter bemilligt und em Comité». gewählt, welches fich mit den Vorbereitungen befassen soll.

_'(Fr. I.), Ueber den Antrag der Abgeordneten Greim und Edinger, die Kammer wolle die Regierung ersuchen, daß der Aufstellung des Budgets für 1876/78 auch für die Städte Offenbach, u_nd Worms ein Zuschuß zu den Kosten ihrer“Polizet-Yerwaltung in Aussicht enommen werde, liegt jetzt der'Bertcht des Finanz-Ausschuffes Jer zweiten Kam- rner vor." Die Regierung hatte erklärt, daß sie die Frage über die Geivahrung eines solchen Beitrags in Erwägung ziehen werde, und der Ausschuß erachtet den Antrag hier- durch nur so mehr für erledigt, als es sich um einen Posten _nicht der dermaligen, sondem der nächsten Land- tags-Perwde handelt. Er bemerkt insbesondere, daß nach Art. 57 der St_adte-Ordnung die Regierung auch da, wo der Burgermetfter die Lokalpolizei ausübe, die Anstellung von dem- selben untergedrdneten Polizei-Kommiffären verlangen könne, deren Gehalte xedoch die Stadtgemeinde zu tragen habe, wenn mcht nus besonderen Gründen ein Theik derselben auf die Staats- kaffe ubernommen werde. Da nun die Regierung die Frage, ob solche besondere Gründe bezüglich der Städte Offenbach und Worms vorhanden seien, in Erwägung ziehen und bejahenden Fails eine entsprechende Anforderung machen one, so liege kein Grund vor, emen sonstigen Beschluß zu fassen.

_Mecklenburg. Schwerin, 31. August. Gestern Mor- gen ist folgendes Telegramm hier eingegangen: „_St. Paiershurg, 29. August, 9 Uhr 20 Min. Herrn Burgermeister Hofrath Pohle, Schwerin.

Dem Magistrar und der Eiuvwhnerschafi der Residenzstadt ZKF?! sJgsegeiscxh Jemen &ßcikihtigsxßn LdOank fiir deln mir am gestri- aea roenen uwun,ermi 'n der lieben Heimath innig erfreut ha1t. ck es el GMß aus

Mariä Paulowna.“

Neußrelih, 28. L_lugust. Der Magißrat hiesiger Stadt macht das _Programm, fur die Sedanfeier am 2. September bekannt. Dieselbe soll in nachstehender Folge verlaufen: ReveiUe, Chorale vom Rathhausthurm, „Schulfeier, Festgottesdienst, Fest- zug oom Markrnach dem Schußenhause, Ansprache des Bürger- meisters Rath. Fischer, Unterhaltungsmuftk und Gesang, Preis- Yeßen, Pretsmrnen, Abbrennen eines Holzftoßes, Feuerwerk,

nz.

- Sachsen-Altenburg. U lt en b u r g , 25. August. Eine durch das Herzogliche Ministerium des Innern veröffentlichte Zusam- menstellung der Schuldverhältnisse der ßädtischen Kommunen des Herzogthums weift nach, daß die 10 Kom- munen ult. Dezember 1874 mit einer Schuldenlast von 620,568 Thlr; belastet.gewesen iind. Die Refidenzstadt Altenburg atte zu diesem Zeitpunkt emen Schuldbeßand von 245,203 (r., worunter ßch 64,425 Thlr. S ulden des besonderen BMLFUW- und 32800 Thlr. S_chuxden es [) anderm Packhof-Et li e- ments » anden. Wahrend des I res 1873 wurden von er Stadt A tenburg die Schulden um 14,135 Thlr. gemindert.

Schmollm Eisenberg und Kahla ein _ bei Meuselwiß infolge eines Defektes von 18,375 Thlr., für welche die Kommune der Sparkasse wegen Unterschlagung eines Beamten aufzukommen hatte,. bei den drei anderen Städten infolge von Schulbauten, lukrativer Grundstückserwerbungen und Einzahlung auf Saal- bahn-Aktien.

_ Anhalt. Dessau, 30. August. Am 23. August fand in Eilenburg der 5. Feuerwehrtag des sächsisch- anhaltinischen Feuerwehr-Verbandes ftatt. Sämmtliche dem Verbande ,angehörige cFeuerwehren, jeßt 15 an der Zahl, waren zum Theil durch sehr ansehnliche Corps vertreten. Außer- der_n waren auch zahlreiche Feuerwehren aus Cotibus, Dessau, Leipzig und deffen Umgegend und von andern Orten erschienen. Die Zahl der anwesenden Feuerwehrleute mochte über 700 be- tragen._ Die Verhandlungen betrafen u. A. die allgemeinen Unter*"tußnngskaffen und den Antrag der freien Vereinigung, die D rektwnen der Privateisenbahnen zu ersuchen, sich dem vom Komglichen Hnndels-Ministerium für die StaaTSeisenbahnen ge- troffenen Bestimmungen über Beförderung von zu Hülfe ge- rufenen Feuerwehren und deren Geräthen anzuschließen. Zum Vorort fur das nächste Iahr wurde Zerbst gewähit. In Zerbst werden nm 12. und 13. September die anhaltischen Feuerwehren ern gemeinsames Fest feiern.

Lübeck, 29. August. (Lüb. Ztg.) Nachdem die die-Zjährige Uebungz'zretse des Großen Generalstabs unterLeitung seines oberßen Chefs m den [ehten Tagen bei Preeh ihr Ende gefunden, traf hente Gras von Moltke auf der Eutiner Bahn um 11 Uhr 20 Minuten hier ein und setzte die Reise sofort um 11 Uhr 30 Mi- nuten nach Raheburg fort.

_ Der Entwurf der demnächst zur Verhandlung kommen- den revidirtrn' VerfassungSurkunde bestimmt, daß der Burgeransschuß im August Ferien habe. Diese Bestimmung yerdankt ihren Ursprung der Thatsache, daß der Bürgerau-Zschuß tm Anguft selten complet wird, und die Erfahrung dieses Jahres hat hierzu einen neuen Beleg gegeben.

Bremen, 31. August. Das _“ Programm für" das Nsaxonalfest am 2. September ist nunmehr wie folgt fest- gee : Am Vorabend _gro er Fackelzug von Mitgliedern mehrerer Ver- eme. Am esttage 1elbt ngchfeie'rlicher (Einläutung des Festes und nach stattgewhtem Gottesdienste _m allen Kirchen: Zwischen 12 und 1 Uhr Konzertdortrage der Funcxjchen Kapelie auf dem Walle beim Stadttheater. Um 2 Uhr Festes1en auf dem Schüßenhofe unter Theil- uahme vhn Damen. ' Von'4 bis 11 Uhr allgemeines Volksfest auf dem Schußenhofe mxt freiem ZUkrikf für Jeden und 11nentge1tlicher Benutzung der nach dem]elhen_suhrenden Brücke über den Neustadts- graben, und zwar:_ Von 4 bis 5 Uhr Konzertvorträge im Freien. Um 5 Uhr ailgememer (_Gesang: .Die Macht am Rhein“. Festrede des, Hrn. Pastor Thikotter. Nach Schluß derselben allgemeiner G"e1ang: ,Deutschchnd, Deutschland über Niles“. Um 6 Uhr Vor- trage patriotischer Lieder von den beiden hiesigen Liedertafeln. Um 7 Uhr Fhrtießung'der'Jnstrumentglkonzert-Vorträge. Bei eintretender Dunkelheit JUummarwn des Schußenhofs und um 9 Uhr Feuertverk.

Elsezß-Lothringen. Meß, 31. Auguß. (W. T. B.) Der Kreistag, des Landkreises Meß, welcher fich bisher noch nicht kdnftziutrt hatte, ist heute zusammengetreten, nachdem 8 von 9 Mitgliedern den Eid auf den Kaiser und die Reichs- verfassung geleistet hatten.

_ Oesterreich-Ungarn. In Prag rüstet man zum wür- digen Empfange des Kaisers. Bereits smd 211 Vereine, darunter 18 Banderien, angemeldet. Unter Vorfih des Vize- Prafidenten der Prager Handels: und Gewerbekammer fand eine Berathung start, in weicher würdigen Weise der Prager Handels- Und Fahriksstand an den Empfangsfeierlichkeiten fich herheiligen soli. Die zahlreich besuchte Versammlung entschied fich für die Errichinng eines Triumphbogens. Auch die Bierbrauer- genoffenschast hat beschlossen, eine Triumphpforte zu bauen, welche in großen „Dimensionen und entsprechend dekorirt in der Ferdmandftraße nachst dem Hause der Hypothekenbank aufgestellt werden sol]. Beim Einzuge Sr. Majestät werden 200 bis 300 BraugeseÜen dort Aufsteilung haben. Am 8. September, um 4 Uhr Nachmittags, wird auf der Schüßeninsel vom Prager Scharfschühencorps ein Kaiserschießen eröffnet. Den Ehrenpreis, einen werthvoilen silbernen Pokal, hat der Bürgermeister Hulesch gespendet. Die Insel wird auf das Festlichfte dekorirt.

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SchWeiz. Bern, 29. August. Das eidgenössische Fi- nanz-Depariemeni hat dem Bundesrathe in seiner [ehren Sihung eine Statistik der Einnahmen und AUSgaben vorgelegt, welche der Bund in Folge der Bestimmungen der neuen Bundes- verfa ung von den Kantonen zu übernehmen hat. Wie *sich aus dersel en ergiebt, erleidet nur der Kanton Baselstadt eine jähr- licheEinbuße von 164,000 FW„ während die übrigen zusammen sogar einen jährlichen Gewinn von 1,766,000 Frcs. haben. Zu- gleich hat der BundeSr ath auf den Bericht seines Finanz-Departe- ments sofort beschloffen, der Bundesversammlung eine von 1875 an den erstgenannten Kanton vier Jahre hintereinander zu ge- währende Entschädigung von 41,000 Frcs. zu beantragen. _ Des Ferneren genehmigte der BundeSrath in der gleichen Sißnng ein Gesuch der Simp lon- Bahngesellschaft um Verlängerung der für Einrichtungder vorschrift-Zmäßigen technischen und finanziellen KYagen, sowie der Statuten gewährten Frist bis zum 1. Juni _ Im Jahre 1875 wird die Schtveiz auf Rechnung der 17 Millionen Silberscheidemünzen, welche fie vertrags- emäß zu prägen hat, 1 Million Ein- und 1 Million Zwei- ?rankenftücke emittiren, warauf sie dann noch 10 Millionen zu prägen hat. Eine weitere Prägung von Nickelmünzen, von denen in den Jahren 1871, 1872 und 1873 2,242,000 Zehn- und 2,822,000 Fünfrappenftücke angefertigt worden find, ift laut Bericht des eidgenösfischen Finanzdepartements vorläufig nicht nothwendig.

Großbritannien und Irtand. London, 29. August. Der Herzog und die Herzogin von Edinburgh haben sich nach Balmoral zu einem Besuche der Königin begeben. _ Vom Königlichen Hofinger in Balmoral wird geschrie- ben: Am Mittwoch, den 26. d. M., war der Jahrestag der Ge- burt des Prinzen Albert, und auf die Einladung Ihrer Majestät versammelten fich die Päckzter und das Dienßpersonal der König- lichen Güter zu einem festlichen Mahl. Ihre Majestät bp suchte in Begleitung der Prinzesßn Beatrice die älteren Pächter und Dienftboten, denen fie Geschenke überreichte; ' auch die Kin- der wurden nicht vergeffen und mit Spielzeug beschenkt.

_ Der Carl von Derby kam am 25. ds. mit seiner

Eine Schuldenvermehrung trat nur bei den Städten Meuselwiß,

_ Ddr? Alphonso, der Prinz von Asturien, ßattete' gestern Wieder „dem Standlager in Aldershot einen Besuch ab und wohnte einer Inspektion der dortigen Kavallerie-Brigade, ' aus dem 14, 20. und 21. Husaren-Regimeni bestehend, bei.

_ Die Fotalsumrne der im Mansion-House bis zum 28. Auguß fur die Linderung der indischen Hungers- noth einging, belauft sich auf 128,000 Lstr., von denen 120,000 Lftr. bereits dem Central-Hülfs=Comite in Caleutta übermittelt wurden. Nach Abzug aller Unkoßen verbleibt ein diSponibler Saldo von circa 3000 Lftr.

_ General-Major Wardlaw wird englischerseits den Herbstmanovern der österreichischen Armee beiwohnen.

annkreick). Paris, 1. September. (W. T. V.) Der :Kapttan Bid'og et, Ordonnanzoffizier im Kriegs-Ministerium, ist heute von hier abgereist, um den Herbstmanövern in Deutsch- land beizuwohnen.

_ Gutem Vernehmen znfolge wird der spanis e Ge- sandte, Marquis de la Vega de Armijo am Donéierftage dem Marschall Mac Mahon seine Kreditive überreichen.

Spanien. Ein Teiegramm aus Perpignan vom 31.

_August meidet: Die Carlisten, die im Laufe des 29. d. M. ihre Stellungen von Puhcerda scheinbar geräumt hatten, find m der Nacht hom 29. zum 30. dahin zurückgekehrt und haben nochmals zwei lebhafte Sturmangriffe auf die Stadt gemacht. Verde Sturmversuche wurden abgeschlagen. , Weitere aus Puhcerda über Madrid von demselben Tage eingegangene Nachrichien bestätigen, daß die Carlisten, nachdem die rwn ihnen nochmals unternommenen zwei Sturmangriffe siegreich abgeschlagen worden waren, unter Zurücklaffung einer großen Menge von Waffen und Kriegswateriai den Rückzng an- getreten haben

. Portugal. Lissabon, 28. August. Der frühere portu- giesische LegatwnS-Sekretär zu Rom, Graf Thamar, ist an SteUe d'Autas', der als Gesandter nach Madrid verseht ist, zum Gesandten in Brüssei ernannt worden.

Italien., Rom, 25. Anguft. Der Fiorentiner „Gazzetta d'Italia“ schreibt man von hier: Die bisherigen Ergebnisse der Untersuchung gegen die verhafteten Republikaner und Internationalen bestätigen volikommen, daß ein Theil der,ersteren eine Schilderhebung in Gemeinschaft mit den Inter- nnrwnalen beabsichtigt habe. Die Verhaftungen danern fort, da die Behorden erst in Folge der früheren Verhaftungen und Haussuchungen in Befiß von Dokumenten gekommen find, durch welche diese Maßregeln veranlaßt worden find. Weiter'wird dem Biatte niitZeiheilt, daß es nicht, wie fälschlicherweise berichtet wird, die 1ranzofische Regierung war, welche die ilalienische auf eme beabsichtigte Schilderhebung der Republikaner und Inter- nationalen aufmerksam machte, sondern Ferade umgekehrt die italienischeder Französischen von dem, was evorstand, Kenntnis; gab, und daß m Folge davon die neuesten zahlreichen Verhaf- tungen in Marseille und anderwärts in Frankreich vorgenommen worden sind.

_ Unter dem 27. wird demseiben Blatte geschrieben: In Calabrien hat die Regierung mehrere Haussuchungen und Verhaftungen vornehmen [affen und bei dieser Gelegenheit Do- kumente aufgefunden, welche das Einverständnis; der Republikaner und'Internationalen beim le ten Aufstandsversuche iiber allen Zwerfei erheben. In Massa, arrara und Florenz finden noch immer Haussuchungen imd Verhaftungen ßatt, und Carabinieri und Truppenabtheilungen patrouilliren Nachts in und außerhalb der Städte. Zwei Compagnien Bersaglieri suchten neulich die Berge von Massa und Carrara ab und brachten auf ihrer Rück- kehr mehrere Gefangene mit.

_ In der Provinz Pisa find durch Dekret des Präfekten mehrere politische Vereine aufgelöst und anch einige Ver- haftungen vorgenommen worden.

_ 31. August. (W. T. B.) Wie die „Itaiie“ mittheilt, ist zwischen den Regierungen von Italien und Oesterreich eine Konvention abgeschloffen worden, durch welche die den See- leuten der beiden Länder bisher auferlegte Verpflichtung, Päss e zu fiihren, aufgehoben wird. Diese Konvention, welche schon mit Frankreich bestand, ist auch in gleicher Weise auf die Nieder- lande, Belgien, Dänemark und England ausgedehiir worden.

Rußland und Polen. St. Peiersburg, 29. August. Ueber die Vermählungsfeier des Großfürsten Wladi- mir Alexandrowitsch mit der Herzogin Marie von I)ieckkenburg-Schwerin theilt die „Ruff. Welk“ Folgen- es mit: "

_ Freitag, den 16. August, 8 Uhr Morgens, verkiindigien Kanynen- schaffe von_der Festung her den Bewvhnern der aupistadt, dax; ein eltener Festtag angebrochen mar. An diesem age soÜte Groß-

rst Wladimir Alexandrowitsch von Ruhland mit der Her- zogin Marie, Tochter _des reZierenden Großherzogs von Mecklen- bxwg-Schiverin, feierlxchjt vermahlt werden, Gegen 11 Uhr Morgens fullten, sich die Prunkxäle des Winterpalais. Ankh die Gallerien waren frühzeitig durch Damen beseßt. Gegen 1 Uhr Waren alle Personen bei- derlei Geschlechis, die an der Ceremonie TheilYZu nehmen hatten, versammelt, und nachlz etwa fünfzehn inuten verkündete plötzliche Stille den eginn des feierlichen Umzugs, der aus den inneren Gemächem,mit_ ganz geringen Abweichungen vom vor- her puhlizirten Ceremomal seinen Anfang_ nahm, Hof-Fouriere und Kammer-Fouriere, zu Zweier: gehend, eröffneten den Zug. Dann folg- ten die Ceremomenmeister Graf Bohrinsky und Fürst Trubezkoj und der Ober-Cetemonienrneister Fürst Lieven. Daraus gingen, wieder zu Zweien, die Kammerjunker und Kammerherren, deren Gesammizahi sich wohl auf Hundert belief. Sodann folgten die Weiten Hof- chargen: die dienstthuenden Hofmarfchälle Fürst J. . Golizyu,

. W. W. Sinowjew, Ober-Kammerherr Graf Chreptowirsch und der

steÜvertretende Ober-Hofmarichall.©eheimraih von Grote. Unmittelbar hinter dem leßtgenannten Würdenträger schritten Jhre Majestäten der_ Kaiser und die Kaiserin. Se. Maxestäf trug. die große Generalöuniform mit dem AndreaS-Stern und Ihre, Ma estar trug ein weißes, mit Gold gefticktes Atlaskleid. Als zweites " agr- folgte der Großherzog von Mecklenburg-Schweritx mit der Großfarstrn Thronfolger am Arm. Dann folgte der Großfurst Thronfolger mri: der Großherzogin von Mecklenburg-Schrverm. Gleich 'dqrauf kamen die ohen Verlobten. Großfürst Wladimir. Alexan- drowi ch ging neben seiner Erlauchten Brant. Die _H r- zogin Marie strahlte in vollem Glanze ihrer Schouheit und Jugend, und das Großarti e der fefiirchen Umgebung korinte Zue- sen glänzenden Eindruck nur er Zhen. Die _erzogtn xrug em prach- tiges weißes Glaeé-Kleid, mit * ustern m ilberstickerei. Auf dem Haupte trug Ihre Hoheit eine Krone aus Brillanten, Der Ueber- wurf war aus himbeerfarbenexn Sammet mit Hermelm- elzwrrk efüttert; die Schleppe trugen die Kammerherren Ordin, Rem elmsk'y.

örder und Kulomfin, und das Ende der_ Schleppe trug der dienst- ihuende Hofmeister des Hofes des Grqßfursten Wladimir Alexandro- wit ck. Genergl-Adxutaut Kontre-Admiratl, Bank. Die übrigen Mit- glie er des Kaisern en Hauses hatten rote. PlätYeUdem Ceremomch entsprechend eingenommen. Genau um 1 Uhr 20 inuten betrgt die Kaiserliche Familie, geleitet von allen an der Ceremonie Betherlz ter), die alaiskirche und wurde dort von einer zahlreichen Geistli feu

Gemahlin in Aber eldie C e an. Er wird daselbst einiR Wothen als dienstt umder inister am Königlichen Hoflager Balmoral refidiren. . -

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emp augen, an deren Spitze |ck) de'; Metropolit von St. Peters“