1874 / 219 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 18 Sep 1874 18:00:01 GMT) scan diff

Riesenadler in Gasflammen. Gegen 81 Uhr langten Se. Ma- jeßät der Kaiser und König unter dem jubelnden Zurufe der Menge an, reichten, im Portale empfangen, Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzesfin Albrecht den Arm und schritten unter Führung des Direktors, Kommisßons-Rathes Röpke, durch den dicht befehlen Garten nach dem zur Königsloge umgewandelten, ebenso" finnig als prachtvoll dekorirten Musiktempel auf der großen Terrasse. Es mochten fich etwa 10,000 Menschen. in Tivoli zur Begrüßung Sr. Majestät eingefunden haben. Ein nicht enden onendes Hurra!) empfing Se. Majestät, Nahe an 500 Sänger der vereinigten Liedertafeln waren versammelt, welche den Kais er mit dem Liede: „An das Vaterland“ von C. Kreurer, dirigirt von Hrn. Hof-Kapellmeister Fischer, begrüßten, dem dann in kurzen Zwischenräumen drei andere Lieder folgten. Das Konzert wurde von folgenden 18 Mufikcorps ausgeführt: des 3. Garde-Regiments z. F., Oßfriefischen Infanterie-Regiments Nr. 78, Oldenburger Infanterie-Regiments Nr. 91, Hannover- schen Füfilier-Regiments Nr. 73, 1. annoverschen Infanterie- Regiments Nr. 74, 3. Hannoverschen nfanterie-Regimenks Nr. 79, 2. Hessischen Infanterie-Regiments Nr. 82, 4. Magdebur- gischen Infanterie-Regiments Nr. 67, 2. Hannoverschen Infan- terie-Regiments Nr. 77, Hannoverschen Iäger-Bataiüon Nr. 10, Oldenburgischen Dragoner-Regiments Nr. 19, 2. Hannoverschen Ulanen-Regiments Nr. 14, 2. Hannoverschen Dragoner-Regi- ments Nr. 16, Braunschweigischen Husaren-Regiments Nr. 13, 1. Hannoverschen Ulanen-Regiments Nr. 13, ]. Hannoverschen Feld-Artillerie-Regimenis Nr. 10, 2. Hannoverschen Feld=Artil= lerie-HZegiments Nr. 26 und Hannoverschen Pionier-Bataillons Nr. 1 .

Das Programm beßand aus: Armee-Marsch Nr. 161, Iubel-Ouverture von C. M. v. Weber, Einzug der Gäste auf der Wartburg, aus der Oper ,Tannhäuser“, von Wagner, Armee-Marsth Nr. 10, Künstlerleben, Walzer von Strauß, Fackeltanz (Nr. 1) von Meyerbeer, Armee-Marsch, Halleluja bon Händel, Pilgerchor aus der Oper ,Tannhäuser“ von Wagner und Preußenmarsch von Golde. Nach etwa halbstündigem Auf- enthalte Sr. Majeßät des Kaisers machten Allerhöchftdieselben, gefolgt von den Fürstlichen Herrschaften und einer zahlreichen Menschenmenge, einen Rundgang durch den Garten, zogen Sich sodann zurück. Der Aufenthalt der Allerhöchßen und Höchsten Gäste währte bis um 91 U r. Vom Tivoli aus kehrten Se. Majestät nach dem Refidenzs [affe zurück.

_ Am Mittwoch Mirtag empfingen Se. Majestät der Kaiser und König die drei Stuhlältesten der Logen in Hannover; auch wurden Sr. Majestät die Mitglieder des patriotischen Krieger- vereins vom Ober-Präfidenien, Grafen zu Eulenburg, vorgesteüt.

_ Se. Majestät der Kaiser und König gedenken Sich nach den bisher getroffenen DiSpofitionen am Donnerßag, 24. d. M., zur Abhaltung der Hofjagd nach Hubertusftock zu begeben.

Die Abfahrt erfolgt Nachmittags 41/2 Uhr mittelst Extra- !Prßes der Stettiner Bahn, welche bis dahin benth wird, wo ??)“ 111“)? Neuftadt E/W. die Chaussee nach Joachimsthal abgeht;

“Be„“xxrt wird die Fahrt *,nach Hubertusftock zu Wagen fortge- wo das Logis im Iagdsahloffe genommen wird und Abends *».r stattfindet.

m Freitag, den 25., Vormittags, erfolgt die Fahrt zur “)e, um 12 Uhr ist Dejeuner, nach demselben Lappjagen „m 31/2 Uhr Diner.

ie Abreise von Huberkusfwck erfolgt Nachmittags 5 Uhr

[4180] Di? “*

- und die Ankunft in Berlin Abends 7 Uhr 30 Minuten. M....Mrrwwxw “7,9511? .255...é.§,2,ß2.ersoa

_ “""“ka 1 "kn- 204Mmuien wreder m Hannover eingetroffen. _ Am Mittwoch

Vormittag besichtigte Se. Königliche Hoheit der Prinz Leopold von Bayern in Begleitung der General-Jeldmar-

so_hälle .Graf von Moltke und Freiherr von Manteuffel das Mili- tar-Rettmftüut daselbst.

" _ Se. Königliche Hoheit der Prinz August von W urstt e m b e r g , Gmeral-Oberft von der Kavallerie und kom- mandtrender General des Garde-Corps, ist von Hannover hierher zurückgekehrt.

_ Drr Arrsschuß des BundeSraihs für H.;ndel und Verkehr, die verermgten Ausschüsie für Zoll: und Steuerwesen und fur Rechnungéwesen und der Ausschuß für 3911- und Steuerwesen hielten heute Sihungen.

_ Wo gemäß §. 2 Absaß 2 des Geseyes vom 9. März 11.3. besondereStandesbeamte von dem Ober-Präfidenten ernannt werden, ist nach einem Cirkular-Erlaß des Ministers drs Innern bgm 5. 11. M16. die Aufsicht über deren Amts- fuhrgng gemqß §. 7 a. a. O. unmittelbar von den für die Auf- ficht m Gewemdeangelegenheiten zuständigen Behörden, in den Stadtgememden der östlichen Provinzen also von den Regierun- gen, zu führen. *

_ Auf Grund der Bestimmung im §. 33 des Gesehes vom 9. Marz d. I. uber die Beurkundung des Personen- ftandes Zc. „nr drmgeyden Fäklen kann der Vorfißende der Auf- fichtsbehorde eme kaurzung 'des für die Bekanntmachung (der Aufgebbte) besttrnmien Frtßen (§§. 29, 30) geßatten“, hat das Yegrerurrgs-Prafidnxm zu Potsdam den hiefigen Magistrat auionfirt, die StandeHamter anzuweisen, daß fie sofort am 1.'Oktober von AmtSrvegen die Aufgebote aller derjenigen be- wxr1en, welche gm 28. September in Berlin kirchlich zum erften, zweiten oder drrtten Male aufgeboten worden find. Diejenigen, welche vor dem 1. Oktober zum dritten Male kirchlich aufgeboten worden sind, sollen dann die Ehe bereits am 3. Oktober, die

zweimal Aufgebotenen schon am 5. und die einmal Au eb ten n am 12. Oktober schließen können, fg o e

_ _ Eine BezirkSre erung hatte in einem Berichte die An- ßcht ausgesprochen,_ da?1 die im . 34 Al. 2 des Reictheseßes uber den Unterstußungswohnsiß vom6. Juni 1870 vor- öeschrtebenx Artmeldung des Erstattungöanspruchs bei der ,zußandtgen vorgeseßten Behörde des betheilig- ten. A_rmenv_erban_des* behufs Wahrung dieses Anspruchs in dxnjemgen . Fallen, nr denen_ der verpfliüztete Armenverband nzcht sog1e1ch zu ernntteln 111, mit Rückficht auf die durch dre KretSordnuzrg vom 13. Dezember 1872 veränderten Ressort-Verhaltmße bei dem VerwaltUUJS-Gerickyte zu er- fglgen habe. Der Minißer des Innern hat diese Ansicht nicht fur zZYreffmd erachtet. ze Verwaltung der öffentlichen Armenpflege „sei, wie in dem Crrcular-Erlaffe _ vom 1. Juni d. I. auSgesprochen, nach .'2 I. des Yquuhrungö-GeseßeS vorn 8. März 1871 ein er Gememdroerwaltung, und nach §. 25 insbesondere ßche_ der Staatsregterung die Aufßcht über die Orts-Armen- verbande nach Maßgabe der Gemeinde-VerfassungSgesehe

u. Die KreiSordnung vom 13. Dezember 1872, welche as bisherige Verfassungörecht der Landgemeinden und Gutsbezirke in den Provinzen Preußen, Brandenburg, Pommern, Schlefien und Sachsen in wesentlichen Bezie- hungen (cfr. §§. 21-45 und 125 1x.) abgeändert habe, gelte in dieser Beziehung als Gemeinde - Verfaf'ungSgesetz für die gedachten Kommunalverbände. Nach den Beftxmmungen dieser Kreis:)rdnung sei aber bezüglich der Landgemeinden und Gutsbezirk e nirht das VerwaltungSgericht, sondern der KreiSausschuv als die „zuständige vorgeseßte Behörde“ an- zrtsehen, während bezüglich der Städte die Aufficht der Be-

auch in Zukunft der Entgegennahme der m Rede stehenden An- meldungen, soweit dieselben von städtischen Armenverbänden aus- gehen, nach §. 34 Al. 2 des Reictheseßes vom 6. Juni 1870 zu unterziehen haben.

_ Die Kosten für die Formulare zu Straffest- seßungen wegen Chaussee-Polizei-Kontraventionen ßnd nach einem Bescheide deönginifters des Innern von den Landräthen aus ihren DienstaufSwands-Entschädigungen zu bestreiten.

Die von den Landräthen auf Grund des §. 79 der Kreis- ordnung verhängten Geldbußen sind zur Staatskasse zu ver- _ einnahmen, da diese Strafen von den Landräthen in ihrer Eigenschaft als Kreis-Polizeibehörden festgesetzt werden.

_ Der Minifter des Innern hat sich in einem Spezialfall zwar damit einverstanden erklärt, daß die Verrichtungen der Kreisdeputirten bei der Vertrean des Landraths, auch nach der Bestimmung der Kreiöordnung vom 13. Dezember 1872 (§. 75), als die eines unbesoldeten Ehrenamts aufzufassen sind- und den Kreisdeputirten die diätarische Vergütigung von 2 Thlr. pro Tag, welche ihnen für die Zeit, in welcher fie mit der kommiffarischen Verwaltung des Landraihs-Amtes betraut smd, bisher bewilligt worden ift und auch ferner zu bewilligen bleibt, nur als Entschädigung für die bei Wahrnehmung dieser Funktion unvermeidlichen Auslagen gewährt wird. Der Minister hat es aber für unthunlich erachtet, den Kreisdeputirten zuzu- muthen, in Vertretung des Landraths Dienstgeschäfte außerhalb der Grenzen des landräthlichen Kreises ohne angemessene beson- dere Entschädigung zu verrichten. Vielmehr erscheine es um so mehr gerechtfertigt, den Kreisdeputirten für die diesfäUigen Dienst- reisen Tagegelder und Reisekosten mit den, den Landräthen ge- sehlich zustehenden Süßen zu bewilligen, als ihnen auch tm

. 1 0. 1. „Nr. 2 der Verordnung wegen der Diäten und Reise- koften für kommissarische Geschäfte in Königlichen Dienstangelegen- heiten vom 28. Juni 1825 die Süße für die Räthe der vierten Rangklasse zugebilligt tvaren.

_ Der Chef der Admiralität, GenerabLieutenant und Staats-Minifter von Stosch hat fich in Begleitung der Kor- vetten-Kapitäns von Blanc und Hollmann auf Dienstreisen nach Kiel begeben.

_ Der Oberst 5 13 ZujtS des Kriegs-Ministeriums Rib- bentrop, Präses der Artillerie-Prüfungs-Kommisfion, ist von seiner Urlaubsreise hierher zurückgekehrt.

“_“; _ Das Lehr-Infanierie-Bataillon, welches ur- sprünglich bei seinem Rückmarsch aus dem Manövertsrrain nach seiner Garnison Potsdam für den heutigen Tag hierselbft Quar- tier beziehen sollte, wird track) neueren MarschdiSpofrtionen heute direkt per Bahn “mhaYotsdam befördert,

_ Die Skadkvekok'dnelknver ammlun at in i rer 0-9“725_s§_l VLBUNI beschissen, der StabstÜnde VJeYningen lLine Unterstirhzmjg von zehytaxijend Thalern zur Dcstiodiwma drin- gender ßadttscher Bedurfmffe (statt, wie der Magiftrat beantragt hatte, zwettqujend Thaler) den Abgebrannten zu gewähren. In derselbe!) Stßung hat die V_ersamm[ung die Anfrage des Magi- ßrats_ uber das. bei Straßenregulirungen, Pflasterungen und Entwafferungen m Zirkunft einzuhaltende Verfahren dahin an- gxnommen: 1) daß fur die Folge die Bestellung von.Kautionen frzr Pflasterungskosten bei der Errßeilung von Baukonsensen mcht mehr gefordert; 2) daß eine Kommisfion gebiidet werde zur Au§wahl und Feststellung derjenigen Straßen, welche im Lgufe ]eden Jahres Seitens der Stadtgemeinde regulirt, ent- waffert und „gepflastert werden sollen, sofern das erforderliche Straßenterrgm unentgeltlich bis zur Ausführung der Pflasterung abgrirxten )|.“ _ Ein vom Magistrate vorgelegtes, mit dem Polizet-Prafidrum vereinbartes Pensions: imd Unterstüßungs- Reglement sur das Personal der Feuerwehr in Berlin wurde von_ der Versammlung abgelehnt, wobei fich dieselbe jedoch bereit erklarte, em Pensions- und Unterstühnngsreglemenk für die An- gestellten der Feuerwehr mit dem Zeitpunkte festzusteklen, mit

MWM die Verwaltung dee; Feuerlö we ens an d' "dt' Behörden übergeht. fck " f '? sta tschen

Breslau, 17. September. Der Oberft-Kämmerer Graf von Rcdern ift gestern aus Berlin hier eingerroffen.

Kirk, 17. September. Se. Kaiserliche Hoheit der Großfurst 2118th von Rußland, Kommandant der Dampf- fregatte „Srvjetlana“, machte, wie die „Kieler Ztg.“ meldet, in dtesen„Tagen der Panzerfregatte „Kronprinz“ einen Besuch und befichttgte' unter eFuhrung des Hafenbaudirektors Martim) ein- gehend die Kaiserliche Werft in Ellerbcck.

„Baden: KarlSruhe, 16. September. Zu dem am 27. Seytember m _ Karlswhe stattfindenden erften badischen Kriegerfeß .'st das Programm heutr endgültig festgestellt worden, und'tvtrd dessen Versendung am Freitag, den 18. d. M., erfqlgen. Bts zum 15.'September hatten 77 Vereine das Er- schemen von 3372 Mitgliedern zugesagt, und find hierunter An- meldungen "von Meersburg am Bodensee bis Tauberbischofsheim und 'Wakldrrrn enthalten. Außerdem hat eine große Anzahl von Vereinen die Betherligung angemeldet, ohne, was baldigst nach- geholt werden wblle, die Zahl der erscheinenden Mitglieder anzu- geben. „Man mird deshalb nicht fehlgehen,“ schreibt die „Karls- ruher Ztg.“, „wenn man annimmt, daß am 27. September min- deßens 4500 alte Soldaten in Karlsruhe in der Abficht zu- sammen kommen werden, in feierlicher Weise den Bund zu be- fiegeln, welchen badis e Militärvereine vor einem Jahre zur Pflege der Liebe zu Katser, Fürst und Reich, zur Erhaltung der Kameradschaft und zur Unterfiüßung bedrängter Vereine ge- schloffen Ihaben.“ . _ m Inseratemheil der ,Karlöruher Zi .“ werden von de_m kmholischen Bischof Reinkens die (auf GLTund des Art. 4. Zrff. 2 und 3 des Gese es vom 15. Juni 1874) den seiner Lertung anvertrautxn (A -) Ka oliken-Gemeinsthaften in Saul- dorf und Stuhlmgen überw enen Pfründen zur Bewerbung ausgeschrieben; erstere, eine Pfarrpfründe, unterfteht dem Pa- tronate des Prinzen Wilhelm von Baden, die zweite, die Loretto-

ztrkSregierung verblieben sei. Die lehtere werde fich daher“

eidelberg, 16. September. Heilige Geiftkirche, die der altkatholischen Gemeinde von der Regierung zur Mitbenußung überwiesen worden war, Z| gestern, nachdem das römisch-katholische Pfarramt die Heraus- gabe der Schlüssel wiederholt verweigert hatte, durch die Polizei geöffnet worden. anftanz, 15. September, Gestern Nachmittag 3 Uhr kam dte Herzogin von Hamilton hier an und fuhr mittelst Equipage nach dem Urenaberg zum Besuch der Kaiserin.

Hessen. Friedberg, 15. September. Der Großher- zog wohnte heute wieder den Manövern des )(1. Armee. Corps bei. Se. Königliche Hoheit fuhr Vormittags über Buchenbrücken, Ilbenßadt, Kaichen nach Heldenbergrn und stieß wischen hier und Windecken auf die Tr en. Von hier ver- ?olgte derselbe die Bewegungen und Au? "nö über Roß dorf und Vruchköbel nach dem Gänsberge, desen hartnäckige Vertheidigung und Erstürmung ein glänzendes militärisches Schauspiel bot. Um 1/21 Uhr iraf der Großherzog wieder im Schloß zu Friedberg ein.

Mecklenburg,. Schwerin, 17. September. Der Groß-

nach Beendigung sämmilicher Truppen-Inspektionen, von Kiel kommend, in Rabensteinfeld eintreffen und am 22. Vormittags nach Schwerin kommen.

_ Nach Nachrichten aus St. Petersburg hat Se. Kaiser- liche Hoheit der Großfürst Michael Nikolajewitsch am 8. d. Mts. zu Ehren des Großfürsten Wladimir und der Groß- fürftin Maria Paulowna in seinem Schlosse Michailowna bei Peterhof cinen Bal] gegeben.

_ Der Großherzog und die Großherzogin wohnten am Dienftag den Manövern der 17. und 18. Divifion in der Nähe von Rehna bei. Das Gefecht concentrirte fich um das Dorf Bülow. Das Diner nahmen die Hohen Herrschaften in Wedendorf ein und besuchten Nachmittag?- die Vi- vouaks. Die 17. Diviston lag in unmittelbarer Nähe von Schönberg, die 18. Division bei Lockwisch. Abends

ein 1116 äausant “stattfand. Das gestrige Manöver des Armee- Corps richtete sich gegen den markirten Feind in Selmftorf. Auf der Chauffee nach Selmftorf nahm das Armee-Corps in Rendez- vous-Stebung Position. Der Großherzog durchritt die einzelnen Truppeniheile. Nunmehr begann das eigentliche Manöver, die leßten Angriffe wurden bei Schlutup gemacht. Dort wurde zum Sammeln geblasen, Die Infanterie marschirte nach Lübeck, bez. dem Rangirbahnhofe, von wo fie mit LluSnahme des 2. Batail- lons des Mecklenburgischen Grenadier-Regiments Nr. 89, der Artillerie und Kavallerie, welche bis heute in Schönberg bez, Umgegend einquartiert wurden, in die Garnisonen zarückbefördert sind. Gestern Abend glei nach 7 Uhr,trafen das 1. und 3. Bataillon des Mecklenburgischen Grenadier-Regiments und das Mecklenburgische Iäger-Bataillon Nr. 14 mittelft Extrazuges hier wieder ein. Auf dem Bahnhofs wurden die Truppen von einer großen Menschenmenge empfangen. *

Sachseu- Weimar- Eisenach. Weimar, 16. Sep- tember. Der Großherzog ist am Sonntag Abend von Fried- berg nach Schloß Wilhelmsthal zurückgekehrt.

_ Nachdem die deutschen Regierungen sich über eine Reihe von Grundsäßen bezüglich der Gymnasien und deren Ma- turitätSprüfungen geeinigt haben, ist für das Großherzog- thum Sachsen die bisher schon in Uebung gewesene Gleichstellung der von aUSWärtigen deutschen (klassischen) Gymnasien aus- esteÜten Reifezeugnis? mit denen der inländischen Behufs der ulaffung zu öffenilichen Prüfungen und zu Staatsämtern durch eino Ministerialbekanntmachung beftätigt worden.

Sachsen_- Altenburg. Altenburg, 16. September. Der Herzog tft in dieser Nacht aus Hannover hierher zurück- gekehrt. Zu Ehren des auf heute faÜenden Geburtstages erdxohczt war heute früh Reveille des Bürgerschühen-Corps und ist die Sadt festlich mit Flaggen geschmückt. Zugleich heute der Haupttag der Ausstellung des landwirthschaftlichen, Gewerbe undpomologischen Vereins. Des Vormittags faiid ein BguernhochzeuÉ-aufzug ßatt und Nachmittags sol] ein Rennen mit Bauernpferden vor fich gehen. _ Nachmittags gegen 4 Uhr Wtrd das hier garnisonirende Bataillon aus der Umgegend von Langensalza, wo das Divifions-Manöver gewesen, wieder hier eintreffen,

SchWarzburg : SouderShausen. S o n d e rs h au f e n, 16, Septembrr. Der Fürst und die Prinzessin Elisabeth sind von Schevemngen, nach mit bestem Erfolge daselbst gebrauchter Badekur, gestern Nachmittag hierher zurückgekehrt.

Brewen, 16. September. Nach dem Berichte der Finanz- Deputatron über die finanziellen Ergebnisse des Staatshcrushaltes in den ersten acht Monaten des Jah- res waren 111 dem von der Finanz=Deputation im Oktober u. I. aufgeßellten Budget die Einnahmen des Jahres 1874 auf 11,339,070 Mark angeschlagen, die Summe der beantragten AUSgaben dagegen betrug 13,278,935 Mk. 18 Pf. Daraus er- gab sich em Defizit von 1,939,865 Mk. 18 Pf. Senat und Burgers aft beschlossen jedoch einerseits, verschiedene Einnahme-

mehrere AUSgaben ganz zu streichen oder zu ermäßigen. Mit Zuztehung des Reservefonds früherer Ueberschüffe, aus welchem ' 855,400 Mark in den Iahreöetat eingesteUt wurden, und der ver; anschlagten Mehreinnahme von 42,000 Mk. für Privatanschlüffe der Waffrrkunst, steigerte fick] der „Anschlag der Einnahmen auf 12,423287 Mk. 59 Pf. An Ausgaben wurden bewilligt oder in Llrxsficht genqmmen 13,173,181 Mk. 10 Pf. Für die Deckung des hternach bleibenden Defizits von 749,893 Mk. 51 Pf. wurde der MZ des Reservefonds der Ueberschüsse angewiesen, welcher fretlréh nur 727,078 Mk. 37 Pf. betrug, so daß ungedecht blieben 22,815 Mk. 14 Pf. Bis zum 31. August 11. I. haben indeß einige Gnghmen den Voraus lag bereits überstiegen, namentlich .die franzofische KriegSentschädtgung um 249,895 Mk., die Einkommen- ße_uer um 42,606 Mk., die ErbsckzaftSabgabe um 63,323 Mk. u. s . w. Diese Mehrerträge beliefen 1711) im Ganzen auf 364,46] M1. 18 Pf. und fteigt dadurch die Solleinnahme von 12,423,287 Mk. 59 Pf. guf12,787,748 Mk. 77 Pf. Davon stud bis Ende August ewgegangen 7,508,259 Mk. 3 Pf., und müffen, um den Anschlag tm Uebrigen zu erreichen, nach eingehen 5,279,489 Mk. 74 Ps. Zu den bewilligten AUSgaben kamen bis Ende August Vachbewiüigungen zum Betrage von 239.462 Mk. 43 Pf., näm- ltch 82,727 Mk. 43 Pf. zu den ordentlichen, 156,735 Mk. zu den außerordentlichen AuSgaben. Der Ausgabenetat vermehrt ch durch diese Nachbewilligungen von 13,173,181 Mk. 10 Ps- um 239,462 Mk. 43 Pf. auf 13,412,643 Mk. 53 Ps. Die Soll-

Kaplaneipfründe, dem des Fürsten zu Fürstenberg.

einnahme, einschließlich schon eingegangener Mehrerträge, is 12,787,748 Mk. 77 Pf., dem nicht eingestellten Reße des Re-

(28. T. 23.) Die hiesige '

herzog wird dem Vernehmen nach am 20. d. M. Abends, .

kehrten die Hohen Herrsthaften nach Wedendorf zurück, mo *

posten teils zu erhöhen, theils neu einzustellen, andererseits .

servefonds fallen daher zur Last 624,894 Mk. 76 Pf., und da dieser Ref! 727,078 Mk. 37 Pf. groß ist, wird von demselben, falls im Uebrigen die Anschläge genau zutreffen, ein Betrag von rund 100,000 Mk. übrig bleiben. -

Oesterreich-Ungarn. Wien, 17. September. (W. T B.) Morgen findet in Pest ein gemeinsamer öfterreickzisch-ungarischer Ministerrat!) unter Vorsiß des Kaisers ßatt. Dem Ver- nehmen nach soll in demselben eine Entscheidung der Frage über Aufhebung der Getretdezölle getroffen werden.

_ Die Landtage beschäftigten fich geftern fast sämmtlich mit Aussthußwahlen.

_ Ueber das _Programm der bei Arad stattfindenden größeren Truppenuburzgen erhält die „N. Tem. Ztg.“ fol- gende Mittheilungen: Dre Uebungen beginnen am 16. d. M. Am 16. und 18. d. M. _manövrirt die 34., am 17. und 19. d. M. die 17. Truppen-Dimfion, jede für ßch. Am 21. Nachmit- tags 52 Uhr erfolgt dre Ankunft Sr. Majesiät in Arad. Am 22. und 23. finden große Manöver sämmtlicher Truppen vor Sr. Majestät statt.. Am 24. Rasttag, am 25 und 26. große Manöver einer Division gxgen die andere. Sämmtliche Manöver fmdeU auf dem Territorium des Temeser Komitates, d. i. am linken Ufer der Maros statt, namentlich werden die Manöver vor Sr. Majestät, wenn nichts Anderes befohlen wird, in dem von den Ortschaften Neu-Arad, Schönborf, FiScut und Vinga begrenzten Terrain ßattfinden.

Großbritannien und Irland. London, 16. Sep- tember. Die „A. A. C.“ schreibt über eine neue Arbeiter- ßadt in London:

Nachdem der Erfolg dcs_ Planes, bessere Wohnungen für die Ar- beiterklaffrn zu, beschaffen, _ m dem „Sbaftesbury Park Estate“ und anderwärts völlig demotrstrrrt worden und der Häuserbegshr in Lon- don fich beständig vergrößert häk- baben die Dircktoren der Artisans, Labourers and Gensral Dweklings Company unlängst cinen Bauplatz von 80 Acres im Wrsten der Metropole erworbrn, auf wrlchem die Errichtung einer mum Staidtl die nicht weniger als 15,000 Menschen Aufnahme gewähren wird, wfort in Angriff genommen werdsn soll. Die Pläne sind bereits entmorfen und die Straßcn markirt worden, und die Stadt wird nach densrlben allgemeinen Prinzipien, wre die, welche bei der ,Shaftesbury Park“ Colonie im Süden Londons zur Anwendung kamen, konstruirt Werden. Obwohl noch nicht ein einzigrr Ziegel gelc i worden, find schon An- meldungen für übcr 1000 Hanser erfolgt. Has Werk hat die Viaj- gung des Premier-Mmisters und tbatfäcblicl) aller der distinxuirten Pasönlicbkciten, die fich für den Fortschritt der Bewegnxm, PQJMDL Wohnungen für die Arbeitcrklaffeu zu beschaffen, iricr-xssiren, Das Kapital der Kompagnie, das anfänglich 250,000 Lx'Zr. betrug, ist bis auf 1-0Ü)-()00 lek- erhöht worden. T€: Kolonie wird „Qxxfens Park“ genannt werden und, wie Shaftesburv Park, wird fis Fo anzüglich als möglich nemacht wrrdcn; bist von den 80 Acres werden einem öffentlichen Erholungéxxartm im Cenirum ge- widmet Werden; die S'raßen wckrden ihrer ganzen Länge nach mit Bäumrn bepflanzt und jedes Haus wird mit cinem Vorder- und Hintcrgarten versehen werden. Die Kolonie, in drr Nähe der Harrow- road gelegrn, wird. eine große Leseballe, Gsnossenfchafts-Magazine, eiurn Kohlendcpok, eine Milchfarm, Bäder und Waschäuscr 11, s. w., aber kein Wirjhdhaus kmhalten, obnwhl den Beanern gerade keine Eni- haltsamkeitsgrundsäße aufgedrungcn werden sonen. Der Grundstein zu der nsurn Arbeitcrstadt wird schon nächsten Monat gelegt wrrdeu, aber die Ccrcmrnie wird rein formell sein, da beabsichtigt wird, die Königin zu ersuchen, Anfangs nächster Saison de:: Denkstein zu legen.

Frankreich. Paris, 18. September. (W. T. B.) Der aus den Verhandlungen über die Kapitulation von Mey bekarmte Regnier ist gestern vom KriegSgericht wegen Spionage und Einverßändniffeé- mir dem Feinde in eootuwsaiam zum Tode verurtheilt worden.

Versailles, 17. September. (W. T. B.) Sihung der Permanenz-Kommission. Tirard von der Linken richtete eine Anfrage an die Regierung wegen der strengen Maß- regeln, deren Gegenstand die Presse sei, und verwies namentlich auf das bezügliche amtliche Communiqué, welches dem „Journal des Débats“ wegen einer in der Nummer vom 12. September enthaltenen. Aeußerung zugegangen sei. Der Minisjer des In- nern, General Chabaud la Tour, erklärte, das Minifterium habe nur die Verleumdungen bekämpft, mit denen man die Majorität der Najionalversammlung und den Präsidenten Mac Mahon angegriffen habe; es sei Pflicht des Ministeriums, der Staats"- regierung Achtung zu verschaffen. Der Vicomte d'Aboville richtete eine weitere Anfrage an die Regierung wegen der Squenfion des „Univers“. Der Minister des Auswärtigen, Herzog von Décazes, er- widerto, Spanienhabe, als die Suspension des „Univers“ erfolgte, noch keinen von den fremden Mächten anerkannten Souverain gehabt, deshalb habe er nur Susbenfion eintreten [affen können. Wäre die Anerkennung der spanischen Regierung bereits erfolgt gewesen, so würde er gerichtliche Verfolgung des „Univers“ ha- ben eintreten [affen wegen eines Artikels, der für jeden Squ- verain insultirend gewesen sei. Derks" erng von laRochcfoucau1d- Visaccia intcrpellirte die Regierung erner über das Verbot, das den Verkauf von Bildern des Grafen von Chambord, auf denen sich zugleich die Embleme des leßteren befinden, untersagt. Der Minister des Innern erwiderte, daß diese Embleme eben die Ur- sache des Verbotes-bildeten. Endlich hat der frühere Handels- Minifter de la Bouillerie noch um Aufklärung über die Stel- lung des deutschen Konsuls in Bayonne und namentlich dar- über, ob seine Bestallung ordnttngSmäßig erfolgt sei. Der Mi- nister erklärte, es sei demselben das Exequatur ertheilt, ferne Be- ßallung sei in Ordnung.

Grasse, 17. September. (W. T. B.), Prozeß gegen den Oberst Villette und Gmoffen wegen Mtiwwkung bei. der Flucht Bazaine's. Der Vertheidiger des Obersten Viklette und Barreau's, des Dieners Vazaine's, Advokat Lachaud, be- zeichnete es als eine Ehre für seine Advokatenlaufbahn, daß er zum Vcrtheidigcr in diesem Prozesse au-Zersehen worden, mid schilderteOberft Villette als ein Vorbild ritterlicher Ergebenheit. Er hielt daran feft, daß die Flucht Bazaine's' fick) genau so voll- zogen habe, wie die Marschallin Bazaine m threm bekanntxn Briefe an den Minifter des Innern angegeben. Alles, was m der Anklage darüber vorgebracht werde,_ beruhe auf unerwresenen Hypothesen, Deshalb richte_ er die dringende Aufforderung an den Gerichtshof, dem Oberkren thxette seine makellose Vergan- genheit zu bewahren. Ebenso em- ehle er. Barreau dem werfen Ermessen des Gerichtshofs. Nn ,Dern Domeau nochmals seme Unschuld betheuert, erfolgte der Urthetlsspruch, durch welche1_1 der Gefängnißdirektor Marchi, der Diener Barreau und die Wachter Leterme und Leftgnqois freigesprochen, Alvarez _de Rull, Oberft Villette und Wächter Plantrn _. der Erstere 1a aqutamarxram “- zu sechSrrwnatlicher, Ex-Kapttän Doineau zu zwnmonatricher und Wächter Gigoux zu emmonatlicher „Einschließung verurtherlt werden. “'

Spanien. Madrid, 17. September. (W. T. B.) Die ?Carlisten haben wiederholt mehrere Angriffe auf Cuenza ver- sucht, die sämmtlich zurückgewiesen wurden.

Italien. Rom, 18. September. (W. T. B.) Das Journal „Jtalie“ ist zu der Erklärung ermächtigt, daß die vom klerikalen „Gior- nale di Fiorenza“ gebrachte Meldung. England habe Seitens der in Sicilien fich aufha1tenden britis chen Unterthanen vielfache Re- klamationen wegen der dort herrschmdrn Unficherheit erhalten und dieserhalb mehrere Depeschen an die italremsche Regierung gerichtet, jeder Begründung entbehre. Die ,Opinione“ unterzieht die Meldungen des Pariser Journals „Union“ über die angeb- lich auf Sizilien fich vorbereitenden Ereignisse einer Be- sprechung und meint, die „Union“ habe durch ihre indiskreten Auslassungen nur enthüat, mit welchen Abßchten die Partei, der sie diene, umgehe.

Amerika. Washington, 17. September. (W. T. B.) Präsident Grant und das Kabinet haben fich einstimmig da- für entschieden, den Gouverneur Kellog in seinem Amte zu schiißen und erblicken in der Abseßung desselben eine Verletzung der geschlichen Normen und yimx Gefahr für den Frirden im Süden. An den Kommandanten der Bundestruppen in Louifiana ist bereits die Weisung ergangen, die von den Aufßändischen eingesehte Regierung nicht anzuerkennen. _ An Bundestruppen, welche nach New-Orleans gesandt werden könnten, stehen der Regierung gegenwärtig nicht mehr als 2500 Mann zur Verfügung.

Eine zweite Depesche berichtet: “'Die Regierung trifft Maß- regeln, die Truppen zu konzentriren, und werden gegen Ende der Woche 5000 Mann nach New-Orleans abgehen können. Ferner sollen drei Kriegsschiffe in Dienst gefiel]: Werden. Man be- fürchtet ernsthafte Schwierigkeiten im Süden und den Ausbruch einer aklgemeinen Bewegung gegen die Neger.

New-Orleans, 17. September. (W. T. B.) Die Liga der Weißen hat sämmtliche vom Gouverneur Kellog angestellten Beamten aus ihren Stellen entfernt. Die Gcschäfte find wieder aufgenommen, weitere Verlehungen von Privatprr- sonen und Beschädigungen des Privateigenthums haben nicht stattgefunden. _ Heute find 9 Compagnien Bundestruppen hier eingetroffen.

Einer weiteren telegraphischen Nachricht zufolge hat der kommandirende General des Golf-Departements, General W. H. Emory, mii Mac Henry und mit Pence eine Unterredung gehabt und dabei auf der Forderung bestanden, daß die Ver- waltung wieder hergefteUt werde, und daß die Waffen und das Zeughaus an die Bundesvehörden übergeben würden. General Emory hat für den Fall, daß dies geschehe, Amneftie zugefichert. Mac Henry hat diese Bedingungen angenommen und zugleich erkläri, daß es irgend welchen militärischen Einschreitens nicht bedürfe, weil man kein Verlangen habe, der Exekutivgewalt der Staatsregierung irgend welchen Widerstand entgegen zu sehen.

_ Aus Mexiko wird der „A. A. C.“ unterm 22.21ugust gemeldet: Der Bischof von Yucatan hat dar.?) ein Breve alle Katholiken, welche Civilehen eingehen, excommunicirt. Ein Van- ditenhaufen erschien auf dem Markte zu Quiroga und rief: „Es lebe die Religion! Nieder mit den Regierungsbeamten!“ Die Behörden [affen denselben militärisch verfolgen. Eine an- dere Bande erschien mit den gleichen Rufen in der Stabi Lapuatico und beraubte die Einwohner. Der Bischof von Pay cuaro ist von sechs maskirien Männern beraubt worden, wäh- rend er in einer Stage nach Monelia triste. _ Die Baumon- ernie im Bezirk Vera Cruz, welche lehtes Jahr 300,000 Pfund ergab, übersteigt diesmal 600,000 Pfund.

Afrika. Aegypten. In Alexandria ist die Nachricht von einem großen Siege der ägyptischen Truppen über eine Inva- fions=Streitmacht von Darfourianern eingeiroffen. Wie es scheint _ schreibt die K. A. E. _ stachelten die Darfourianer vor ge- raumer Zeit die Beduinenftämme dieses Distrikts gegen dis Aegypter auf und lieferten den Unzyfriedenen Waffen. Endlich beschlossen fie, in Kordofan €!] [118858 einzufaUen. Ihre Armee, aus 12,000 wohlbewaffneten von dem Sultan “Agbouna befehligten Männern bestehend, stieß am 17. Jun: m der Nähe eines Ortes, Namens Kalaba, an_ der Grenze von Kordofan, mit einem Corps von 16,000 mit Remingwngeweh- ren bcwaffneten Aegyptern zusammen. Naeh einem heißen zwei: ßündigen Gefecht wurde die Armee von Darfour mrt schwerem Verlust von Todten und Gefangenen geschlagen. Ihr Befehls- haber befand fich unter den Todten und sein Sohn wurde ge- fangen genommen. Fast unmittelbar darauf griff der Sultan oon Darfour die ägyptische Grenze mit einer aus 50,000 Mann bestehenden Armee, darunter viel wohlbewaffnete KavaUerie, aufs Neue an. Die zweite Schlacht fand am.2. Juli statt, und ncrcl) Ustündiger Dauer wurde der Feind gänzlich befiegt .und. 019 zum Einbruch der Nacht verfolgt. Der Verlust der Darrourraner wird auf 1500 Todte MW 400 Gefangene angegeben; 500 Mus- keten, 7 gezogene Kanonen und eine große Menge Pferde wur- den erbeutet. Die Argypter verloren 18 Todte und hbtien 15 Verwundete. Ansehnliche Verstärkungen find von Kairo nach der Grenze geschickt worden. Dieselbe Depesche meldet, daß die ägyptischen Behörden im südlichen Kordofcm eme große Sklavenkaravanc„auffingen, Es wurden 591 Sklgvetr befrett und von diesen wurden 137 männliche Erwachsenr m dre agr)p- tische Armee aufgenommen, 96 Kinder wurden 111 die Schulen de.?- Khedive gsschickt, die Frauen, 331 an Zahl, wurdezi an.d1e Soldaten verheirathet nnd_27 Sklaven starben. _ Em Privat- brief aus Kharto um vom 1. August theilt mit, _ daß Oberst Gordon nach den neuesten Nachrichten an der Mundung des Sobat-Fluffes weilte, um dort einen befestigtegPosten zu er- richten. Nachdem dies geschehen, würde die Expedjtwn aufbrechen um den Sobat zu erforschen.

Außralien. Aus Honolulu gingen über San Fray- cisco bis zum 19. Auguß folgende Nachrichten em: Dcr Komg der Sandwich-Inseln hat die gesehgebende Persqmwlung (m_f den 8. August vcrtagt. Er beglückwünschte dte Mitglieder ursgchltch der Einführung der Geseßvorlagen, die von 'der Unterstußung der Telegraphengefeüschaften und der Ermuthtgung der Dampf- schiffahrt nach fremden Länderw handeln; Er außerte fich energisch zu Gunsten der Reciprocttats-Vertragebnd betonte den Wunsch, einen solchen Vertrag mit den Verenugten Staaten ab- zuschließen; er würde alle Mittel gnwerzderi, um rm Resultat in dieser Richtung zu erreichen. Fur, dre nzternannng Aus- stellung in Philadelphia wurden zroet Spezml-Kommrnare er- nannt.

' Nr. 19 des „Amts-Blatts der Deutschen* Reichs- Telereaph en-V e 1 w al tun g hat folgenden Inhalt: *)mchrtchtca. Telegrapbe !* Stationen. Vcränderutzgen: 1. Im Deutscher! Räché- Telcgraphen-Tarife. 11, Im iuiernatwnaleu Txlegraphen-Tanfe. Per-

sonalien. Nachträge zum internationalen Tarif.

Kunst , Wiffenschaft und Literatur.

V tand des Vereins für das Museum schle- sischéTrAltoerI-thümer in Breslau hat Veranlassung genommm,

mit Rücksicht darauf, daß ersms bereits dj_rrch mehr als 250 Jahre in Schlefien prähistorische Funde gemacht, 1owie beschrieben_ worden smd, rind daß_zweitens_dsr genannte Verein den Mittelpunkt “für anti- quarixche F0r1chyugerr in der _Provinz bildet, folgende auf Anthropo- logie und präbi1tori1chs Archaologie sick) beziobende Preisaufgabe u stellen: „Es wird verlangt eine vergleichrnde Beschreibung und

irische Würdigung aller in Schlesien von ältrren Zeiten bis jekt ge- machten prähistorischen Funde (Artefacten, Bxgräbmßstätten u. . w.) mit besonderer Berückstchtigung des sogenanntxn Stsin-, Bronze- und Eisen sitaliers, insofern die Epochen fich unkerstbeidcnlaffen, sowie eine Untet?uchuug über die Kulturzuftände, die Abstammung und die Be- ziehungen der damals hier lebenden Völker zu denen benachbarter Gegenden nnd Ermittelung ihres Anschlusses an die historische Bevöl- kerung. Illustrationen find unentbehrlich.“ Die reichxn Sammlungen und Akten des Museums schlefiicher Alterthümcr werden zu dieser Arbeit jederzeit zu Diensten stehen, Dkk auSgeseßte Preis für eine allen obigen Anforderungkn Enksprechsnde Arbcii beträgf zwriiaussnd Mark. Die Einiieferung der Arbeiten soll unter den bekanntrn Formen an den Sekretär des Vereins, kaior 1)r, Laws, bis zum 3]. Dezembkr 1877 erfolgen. Die Veröffentlichung der PreiSurihrile von ZUJle-Fn anerkannten Sachverständjgrn wird am 26. Juni 1878

at a en. "

_ Die Nr. 152 (August) des Notizblaties des Vereins für Erdkunde uxrd verwandte Wiisenschaften zu Darmstadt und des mrttelrbeinischen geologischen Vereins bat fol- JLUÖCU Inhalt: Erwerbung und Verlust der Siaatßangehörigkrit im Großherzogthum Hesskn durch Aufnahmr, Natura1ifation und Ent- 1affung (Em- uxrd AuSwandsrung) im Jahr 1872. _ Mkrcorolcgische Beobachtungen un' Jult 1874, _ Strrbefäüe und Todeéursarhcn im Juli 1874 _ Die Ergebnisse dEr Bierbrsteuerung im Großhkkzks' thum Hessen im Jahr 1873. _ Angelegenheiten des mirtelrheinifchen gcolognchen Vereins.

_ Wie der „Schw. M aus Tuttlingen mitibeili, ist am 12. der ganze Mairrhof ausHohentwiel, der durch Scheffels „Ekkehard' vrrherrlichte Aussichtspunkt am Bodensee, abgebrannt.

_ Wie die .Darmst. Z.“ meldet, ist die Jbener Kap 2116 auf Grubd abgeschlosskney Vertrags mit dem seitherigen Eigenthümer de- finitiv von dem Großherzoglichen Staat übernommen. Es wird un- vrrzüglich mit den Arbeiten begoun-m wudrn, die nöthig find, urn das reizrnde BaUWerk ausreichend gégen die Unbildcn der Witterung zu 1ckÜßew _ Man nimmt bekanntlich an, daß an dsr Stekle, wo heute das Dorf gßloch in Hessen licgt,“ einst em römisches Castcl gestanden h_at, S1ckLr ijt, daß hier im Mittelalter eine Burg lag. Auf die Lxrcstknz ciner Römerstätte weist das Steinbild einer gewundenen Schlange in_r Pfarrgarten. Neulich hat der Bürgermeister Orth in Haßloch da1€lbst Nachgrabungen vorgenommen und dabei einige Alterthümer gefunden, die theilweisé mittelaltzrüchen (z B. eine "Pfeil- wiße), jheilweiie römischen Ursprungs smd.

_ Aus Randazzo am Aetna wird nnixr dem 13. d. M. ge- mrldet, daß am 11. der Profrfso: Silvestri dé: zxrriffene und- erschüt- terte Nordseite des Berges in eincr D(usdehnung von drei Kilometrm untersucht hai. Er fand zvoanzig Kratsr geöffnet; der erst? bei dem *.*xusbruch geöffnete Krater hat einen 35 Metsr hohsn Kegel gebildet. Professor Silvestri glaubt, daß dikSrnal 1ckon Able)“ vorüber“ ssi und nur noch einige Crdcrsckzütterungen erfolgen warden.

GeWerbe und Handel.

Am 6., 7. und 8. Oktober findet in Friedrichshafen die _7. Generalvcrsammlung des Vereins der Gasihofbe- sitzer“ statt, wozu eine sehr zahlreiche Betheiligung von Berufsge- noffen und deren Familien in Aussicht sieht.

_ Die Versammlung deutscher Ingenieure in Han- noVer, Welche in den leßten Tagen hier Bérathungen pftog, hat :.:.A fclgenden Antrag von aÜgemeinerer Bedeutung angrnommen: *

„In Anerkennung der von dem westfälischen BerirkIvrrein für d),? Konstruktion von Maschinen aufgestslltrn Prinz1pien basch1i€ßi d'"' Versammlung, es zur Aufgabe der Bezirk-szreinc zu machen, fürxz Hebung der Sicherheit der Arbsitcr gegen Schädigung durcb umgehz/ ') Werke, nacb dcn in ihren Bszirken béstehenden besondrren Einrichtu.. gen und Zuständen, ihätig zu arbkiten und darüber an die Crntralsielle zu berichten, Was gejchchcn und" erzielt ist und Welche Erkabmngen gemacht sind, damit von der Centralstslle in einer der nächst-en Jahres- versammlungen dsr Gegrnstand wicder auf die TaJLZVrdUUUg 983le werden kann.“

Straßburg, 15. September. Der Vorfißxnde des Vereins deutscher Tabaks-Jntrrcssenten und Fabrikanten, Kauf- mann G. Schöpplenberg in B:“rlén, hatte an dcn OberZPräsidrntrn von Elsaß-Lotbringen das Grfuch geréchic_t, beim Verkauf drr V_or- räthe in Straßburg die Konkurrenz deui1ch2r Fabrikanten zuznlnsxeu. Darauf ist von dem lcßkeren cm Hrn. “Scchr-Plench folgendes Schreibw, xrelchcs die „Deutsrh: Tabak-Zcitung“ verömntlirht, er-

an sn: g 8 Straßburg, den 6. Srpiembsr 1874.

Auf das grfällige Schreiben vom 19. v. Mts. erwidere“ ich cr- gebenst, dus; woder über eins Vcrpachtun5_ der hiesigen Kamrrltchén Tabak-Mauufaktur, noch übcr cin-sn Verkaufdeerbrikvorraihr1rgend welwsEntsckxüsßungen Srikéns dc, komretrntrn Brhorden Zefgßi wor- dea find. Ick) bin daher nicht in der_Lag-7, J1)ren_Wun1chcn um Mittheilung von Vrrkaufsbcdingungrn cntwrcchxn zu_konnen_.

Der Obcr-Präsident ron CiiaZ-Lothrmgcn: v.MrZ'.1€r. _ ,

London, 18. September. (W. T. B) Dre Bergwerks- eigenthümer und BerQWerSarbei_tcr v-on Durhgm find zur Herbeiführung eines SchicdÖWruches ubcr_d1ex zwischen rhnen_be- stehmdeu Differenzen znsammrng(kommen. Die anßer dcr Hochorrn in Staffordshire und Worcestershire wollen die Lohne vom 19. d. M. ab um 10 pCt. herabsetzen.

Verkehrö-Anftalten.

Das neue Zwiüingsirhiff „Castalia“, _ dessen Komiruknon dcr Seekrankheit Troß bieten 101], kam am 10. rmtcr der Fuhrung seines Erbauers, Kapitän Dicéy, von Grayssxnd _m Dover an, um seine erst? Probéfai'rt über den Kanal nach (Zalqts azrzutrctrr]. . Da das Meer indeß nicht bewegt gering war, um dr? Leqiungsfahxskrrk des Schiffes zu erproben, unterblieb dre Fahrt brs auf Werteres. _

New-York, 17. SEPTEMber._ (W. T; B.) Der norddeuixche Lloyddampfer .Hohenstaufen“ ist hier er::getroffcn,

Aus dem Wolff'sckzsn Telrgraphen-Biireau.

Solothurn, Freitag, 18. September, Vormittags. Der Kantonalrath von Solothurn hat den Antrag der Regierung, das Kloster Mariaftein und die Stifter_Leodegar, Ursus und Victor aufzuheben, mit 70 gegen 31 Stimmen genehmrgt.

Christiania, Freitag, 18. Septeuzber, V9rm1ttags. Der Führer der österreichischen Nordpol-Expedttwn, Lteutenant Payer, ist gestern Abend hier eingetroffen. Er wurde am Bahnhofs vom htesi- gen österreichischenKonsul empfangen und yon emer großen daselbst vrrsammelten VolkSmenr mit lauten Zurufen begrußt. Ihm 'zu Ehren wurde ein glänzendes Souper verqnßaltet. Heute_wzrd Payer nach Stockholm abreisen, um der Em adung des Komgs Folge zu leisten.

Königliche Schauspiele. Sonnabend, den 19. September. Opernhaus. (173. Vor-

ellun . Die ugenotten. Oper in 5 Abtheilungen. Mr_tftk Fon Neherbeer. HBallet von Taglioni. Margarethe von Valais: