beruht,_ Die 11achsolgchdch Burezuwahl ergab: Präfidéni: Pacher v. Thrinburg (Wien), VM - Prafidrntckx: Proféssor Alcan (Paris), Baron Cantoni (Mailand). Präsident 2c.V.1udcvin (Brüssel), Schrift- fyhrer: Dr. H. Grothe (Berlin), Rieter (Winterthur), Roussel (Vcr- virrS), _Karchcr (Colmar), Generalrcfercni: Müllendorff (Verviers). Die Prascnzixste koystattrte die Gegenwart von Abgsordneten aus Deut1chlgnd (12),_ Danemark, Schwében, England, c*?raukrsich, Schnwiz, O-ther_re1ch,Jtalien. Ryßland hatte zuvor erklärt, daß die cigcn- thuxnliib: _Lage der ryifixchm Industrie die Annahme der vom Kon- grcß_gefaßt?n Beschluss? von sslbst ergebe. Die Bcrathungen der S_ekttonen und des Plenums beginnen morgen am 22, Heute Nach- mittag wurdr das Bureau vom Ministércmbfangkn und Abends war großer Empfang im Brüssclcr Stadthauis Scixsns der Siadtbehördr.
Verkehrs-Anstalten.
_ Hamburg, 2.1.Scbixxx1err, (W. T. V.,“- Jn der heutigen augerordeytlichen E rnsralvsr] amm [ung der D cutschenTrans- atlantiichen Da111pfschiffahrts-Géssllschaft wnrde derAu- trug drs Vsrqungé-raihrs auf Cmiiston ciner zweitkn Prioritäts- anleihe von 750100 Thlrn. mit 10,405 Stimmrn genchmigi. Gegen den Antrag Wurden 601 Stimmen abgegeben.
_ W_ien, 24. S8P1e111ber. (W. T_V.) Die zwischen drr öster- reizbi1chcn Siagtsbahn-Geiellichafi un? der rumänischejn Erkenbahn-Gchlschafi 1611 ciäigcr Zsit schwsbenden Ver-
ha_n_1_7[unge_xi sind bcuicx „211111 Abschluß gsbracht Worden. Der 11:- xnamtckisn Eiicnbahn-Gsicüsckmst sind dadurch dir zur Jextigstellung ihrrr Bahk-„c'n erfrrdcrltchen GeldnÜttsl vollständig zur Vsrfügung ge-
stellt. Liverpqol, 24. September. (W; T. B.) Der Dampfer .Bonny“ 1st heute von der afrikani1chen Westküste hier ein-
gctroffrn.
Königliche Schauspiele.
Sonnabend, den 26. September. stellung.) Lohengrin. Romantische Oper in 3 Akten von Richard Wagner. Elsa: Fr. 'Mailinger. Ortrud: Frl. Brandt. König Heimick): Hr. Fricke. Lohengrin: Hr. Niemann. Telra- mund: Hr. Beh. Anfang halb 7 Uhr. Hohe Preise.
Schauspielhaus. (183. Vorstellung.) Zum ersten Male: Herodes und Mariamne. Eine Tragödie in 5 Akten von Friedrich Hebbel. In Scene gesehk vom Direktor Hein.
Opernhaus. (178. Vor-
Anfang halb 7 Uhr. Mitiel-Prcise.
Sonntag, den 27. September. Opernhaus. (179. Vor-
[ stellung.) Belmonte und Constanze, oder: Die Entführung aus
*!
| dem Serail. Oper in 3 Abtheilungen. Anfang 7 Uhr. Mittel-Preise.
Schausptelhaus_. (184. Vorstellung.) Viel Lärmen um Nichts. Lustspiel m 5 Abtheilungen von Shakespeare. An- fang 7 Uhr, Mittel-Preise. _
Es rvird ersucht, die Meldekarten (sowohl zu den Opern- haus-, w e zu den Schauspiels)aus-VorfteUungen) in den Brief- Tasten de Opernhauses, welcher sich am Anbau desselben, gegen- uber der Katholischen Kirche, befindet, zu legen.
Dieser Briefkasten ist täglich für die Vorstellungen des fol- genden Tages nur von 10 bis 12 Uhr Vormittags geöffnet,
Meldungen um Theatcr-Biilets im Bureau der General- Intendantin: oder an anderen Orten werden als nicht eingegan- gen angesehen und finden keine Beantwortung,
Musik von Mozart,
Die in den Königiixhen Theatern gefundenen Gcgcnsjänbe können _ Von den Eigenthiimern in11crhalb 4 Wochr'n b:»é dxn HanSpoTizei-Jniprkioren Scheu)? (Opernhaus) und 53be- meister (SchauipielhanS) in Empfang genommen ivsrbén. Erfolgt die Zurükkfbrdcmxng der brtreffsnden Scuben in der angegcbcncn Frist nicht, so werden dieseLben den Findri'n ohn?
Weirsres aynghändißr.
Die Kunstausstellung der Königlichen Akadsmie der Künste. 17.
_ Historisches Grnre. _ Religiöse Malerei.
;- “ ((Vgl. Nr. 221 d. Bl.)
Z??? Dem Kreise der geschichtlichen Darstellungen, die wir zuleßt besprochen haben, gehören fernerhin noch zivci historische Gome- biler von der Hand brwährter Miinchcurr Künstler an, die zu den hervorragendsten Gemälden der die?,maligen Aussteüung ge- zähli werden müssen. Wir mcine'n Wilhe1m Lindcnschmits „WULter Raleigh mit seiner Familie im Towcr“ und vor 521118111 Franz Defreggors „Lehies Aufgebot im Jahre 1809 in Tirol.“
Lindrnschmit hat in seinem „Wakter Raleigh“ rin Motiv gewählt, das zwar, was die auftretenden Personen betrifft, den heutigen Besckzaner (111 fick) kaum in höhcrem Grade zu inter- eifiren vermag, als etwa dcr von Albert Baur behandclic Bruderzwift Otto's UUd Thankmars; aber Er hat in seinem Bilde nicht bloss mit glücklichem Griff sine malerisch dank- bare Scene aufgefunden Und das allgrmeine Zeitkolorit in iir richtig getroffen, sondern besonders auch den rein menschlichen Inhalt des Vorgangs anziehrnd zu gcstalten und die Situation 111 dem Grade und s1ch selber verständlich zu macheU 11111) für fie zu intcresfiren gswußt, daß der Betrach- tende schwerlich einen spezieilen „Kommentar vrrmiffen und ohne diesen etwa der DarsteUUng rathlos gc'geUiibcrftehen wird. Die besondere Veranlaffimg, die dicsrn Mann ins Grfängniß geführt hat, ist zirmlick) Unwescntkick] und gleichgültig, da seinem Grfichte in überzeugcnder Weise die Züge cines rastweZ forschenden, unter- nehmenden und wagendkn Geistes aufgeprägt find, dcm, zUmal in einer Zeit der WiUkiir, glücklicher Aufschwnng und jähcr Sturz in gleich naher Achficht stehen. Durch diese Charakteristik girbt der Maler ei11e den Mitteln seiner Knnst entsprechende genügende ErklärUng und Situation und erwrckt zugieick) die Theilnahmr des Beichauers für den (Hefungenen, der, auf dem niedrigen Heerde in der Ecke seines Kerkergemachs inmitten seiner Büchér und Apparate dafihrnd,zwisch1»n den Fingern ein Bach haltend, in dem er eben geblättert und nachgeschiagen hat, mit ruhigem, freundlichen Auge zu der Thür hina11fblickt, die an der anderen Seite des Raumes der Kerkermrifter geöffnet hat, um die Gattin Raleighs mit ihren Kindern eianlaffcn. Ihrem Gemahl fich entgegenbengend, schreitet die schlanke, schwarz- gekleidrte Gestalt der Frau oben die steincrnen Stnfem herab, mit drr Linken dM hinabgesunkcnen Mantel zusammenfassend, an der Rechten ihr Wranrilcndes kleines Töchterchen führend, das gegen den Vater hin die Hand anSstrcckt, und 11011 dem etwas älteren Sohne begleitet, dessen ängstlich gespmmier Blick ebenfaUs auf dM Vater gerichtet ist. Meisterhast komponirt, ist diese Gruppe in ihrer glücklich gegobenen vorwärtsstrebenden Be- wegung ebenso ausdrucksvoll wie die Charakteristik der von der Seite gcsehenen Köpfe, Ter unschuldige, kindlich naive Ausdruck de-Z kleinen Mädéhrns, der verständnißvollerc und tiefer bewegte des K11aben, vor “21116111 aber derjenige der Frau, deren fein- geschnittcnes, in drr durch die seitliche Wendung bedingten Ver- kürzung des Profils u11übertrcff1ich zart gezeichnetecs Gesicht von ebenso i11nigcr wie maßvoll edle!“ Bckümmernisz Erfüllt ist. Mit den Vorzügen der fesselnden psychologischen Schilderung, der gküchlichen Komposition und der reinen und vornehmen Zeichnung verbindet fiel) aber endlich nach eine hohe Schönheit des weichen Kokoritcs, in welchem das lichte Grau der Wand, die helle rbth- liche Färbung der Fliesen des Fußbodens, die dunklere der Ge- wänder zu einem warmen und satten Gesammtwn von feinster Harmonie zusammengestimmt ist.
Von unmittelbarfter und gewaltigster Wirkung ist Defreg- gers „Leßtes Aufgebot“. Hier ist der Inhalt der dargesteUten historischen Sixuation vollständig und ohne den geringsten Rest in die malerische Erscheinung des Bildes aufgegangen, das sick) in jedem Zuge aus fich selber erklärt und anch für denjenigen, der etwa ohne jede Kenntnis; des geschichtlichen Vorgangs dicser Scene gegenübertritt, nicht eines einzigen erläuternden Wortes bedarf, um in seiner wolken inneren Bedeutung verstanden und gewürbigt zu werden. Durch die aÜmählicl] fick) senkende Straße eines „Tiroler Dorfes kommt eben das „[eyte Aufgebot“ daher, ein Trupp oon Greifen, die zum letzten, verchifelten Kampfe ausziehen, nur Wenige von ihnen mit der Stuybiickzse bewaffnet, die meisten mit ihrem Arbeitsgeräth, den aufwärts gebogenen und zu Spießen umgeformten Sensen, den mit eisernen Spitzen be- sckglagenen und so zu Morgensternen umgewandelten Dresch- flegeln und anderen Waffen, die eben nur der Volkskrieg kennt. Rüftig schreiten sie aus, an ihrer Spiße als Führer, lebhaft mit Wort und Geberde redend, ein Alter, an dessen Lippen die Nächsten förmlich zu hängen scheinen, während fie mit dem Aus- druck banger und erwartungSvoller, aber fefter Entschlossenheit in den wettergebräunten Zügen ohne Aufenthalt in dichtgedrängter Schaar dahinmarschiren. Siebzehn Köpfe zählen wir in dieser geschlossenen Gruppe; zwei Nachzügler folgen weiter zurück, und ebenso wird fich dem Trupp noch em bereits gebrech- licher Alter anschließen, der am Rande des Weges eben von seinem ihm treu und ernst in das gefurchte Gesicht blickenden Weihe mit ausdrucksvollem Händedrucke vielleicht für immer Abschied nimmt. Ein junger Mann, der, den Arm in der Binde, links an der Straße auf dem Treppenvorbau eines Hauses stßt, blickt den Davoneilenden mit düsterem Auge nach. Ihnen folgen auch die Blicke der übrigen Zurüchbleibenden, der Frauen und Kinder des Dorfes, die rechts und links vor den
) Häusern in einzelnen Grnppen versammklt smd, Gestalten von
tiefer, inniger Auffassung und von schlichtester Wahiheii des Aasdruck's. Da ist eine Alle roihts am Wegs stehen geblieben, und indem fie ihr Enkelkind mit dem Arm umfaßt, richtet sich der starrr, bekümmerte Blicke ihres gerunzelten Gesichts nube- weglich auf die Vorüberziehenden, während auf der anderen Seite wieder zwei junge Fraurn, die eine mit ihrem Kinde auf dem Arm, inmitten anderer Figuren hervortreicn und durch die Mischu11g von Zorn und Trauer, die fick) in ihren verweinien und doch gefaßten Zügen ansprägt, dcn Beschauer ergreifen. Des schweren Geschicks, dem die alten Krieger cntgegenschreiten, ist Jeder fich bkwußt; sogar in drm naiven AuÖdruck der Kinder scheinthiernnd da eine Ahnung davon aufzudämmc-rn. AberIedrrist anch diirchdrungen von der Ueberzeugimg, daß eine heilige Pflicht Den Kampf gebictrt, und daß dies? unweigerlich erfüllt werden mnß. Die Macht Liner einzigen großen Idee bewegt ebrn Alle, 11111) mit Utiiibertrefflicher Meisterschaft hat der Kiinstlrr das in drrCharakieristik seiner Gestalten ausgesprochen, vor 2111-3111 in den Köpfcn, die von wundcrbarcm Leben erfüllt find und die Blicke des Brschauers mit bannender Gewalt festhalten.
Der Kraft diescr Charakteristik, die gerade in den Gestaltrn der grcisen Männer und ihrer in drr Bildimg fick) in den al1ge- mei11stet1 ZügM gleich bleibenden und einem bestimmten Typus folgendcn, innerhalb deffslbcn aber [ebcndig mmncirten Köpf? am brdcntcndsten und feinsten hervorfritt, entspricht deren außer- ordentlick) sichere und energische Zcickmung und Modellirung. Aber auch den übrigen Grstaiten des Bildes find diese Vorzüge ebenso zu rigen, wie die bci breitem Vortrag doch sorgfältig durchbiidende Ausführung des Details, der Kostüme, der reichen und farbich Tiroler Tracht und ihrer mannigfaltigcn, charak- teristisch herauSgearbeiieten Stoffe. AMX) die landschaftliche Um- gebung zeigt wenigstenH im Vordergrunde gegeniiber der ein wenig zuriickbleibenden hinteren Partie dieselbe Tüchtigkeit und in ihrer dem Charakter des Vorganges angemcffenenStimmung, dem düster am Himmel aufziehendcn Gewblk, endlich noch einen für die feine Empfindung des Malers bsdeutenden Zug, der die meisterhafte Kompx-fition allseitig vollendend abschließt. Sie ge- hört ohne Frage nicht nur zn den hervorragendsten Stücken dieser Anssteilung, sondern überhaupt zu den werthvoUsten Schöpfungen der ncuerrn deu'tschcn Kunst. '
Den historischen Geurebildem könnten wir aÜcnfaUs auch 91111011 von Werners „Luther auf einem Familienfes “ an-
griircartigcn Anordnung einer Gruppe moderner Portraits dient, werdei-1 wir dieser Arbeit 1111 anderer Stelle gedenken. Dagegen 1101111011 wir hier noch die „Verbandstube“ von Max Volkhart, die bereits unter den vatrrländischen Darstellungen ihren Play hätte findrn sollen, Und endlich eine „christliche Märtyrerin“ von Alberk Baur. Das erstere Bild, das besonders auch in kolo- ristischer Hinficht sehr beachteneZwerth ist und fiel) durch einen warm-zn, satten und tiefen Ton auszeichnet, behandeli ein Motiv aus dem leßten Krieg?. In Einem nothdürftig zur Verband- ftube hergerichteten ländlichen Zimmer erblicken wir die Gestalten einiger Verwundeten, um die der Arzt mit seinen Gehülfen beschäftigt ist, Besonders die Hauptgruppe des Bildes, ein auf- recht fißender bärtiger preußischer Wehrmann mit verbundenem Arme, dem eine barmherzige Schwester die Blutung einer Kopf- W1111de stiUt, während sich ein jugendlicher bayerischer Soldat mit verbundener Stirn und blassen, erschöpften Zügen an seine Schulter lehnt, und an der anderen Seite des Tisches noch ein minder schwer verwundrter Zouave fißt, fesselt durch ihre ge- diegene malerische Behandlung wie durch ihre lebendige Wahr- heit, die aber nicht im Mindesten abstoßend wirkt, sondern im Gcgcmheil durch eine rührende Innigkeit des Ausdrucks den Be- schauer anzieht. _ Das Bild von Baur zeigt eine jugendliche weibliche Gestalt in einfach schlichter Gewandung, die stehend ihre Arme nach einem mit Brod, Wein nnd Rosen gefüilten Körbchen ausstreckt, das ihr von befreundeter Hand in den öden Kerker- raum herabgclaffen wird. Ein Gitter trennt diese von einem Käfig, in welchem ein Löwenpaar auf das der Christin bevor- steheUde Schicksal hindeutet.
Das zuleßt erwähnte Bild möge uns zu der religiösen Malerei überleiten, die bisher auf keinsr Ausstellung so spär- lich vertreten war, wie auf 11er diesnnaligcn. AUßer ciner Reihe zum Zwecke photographischer Vervielfältigung in Tasche aus- geführter Zeichnungen nach eigenen Gemälden von Schubert begegnen uns auf diestm Gebiete. nur noch die Arbeiten von vier Künstlern. Pfannschmidt stellte in ?andzeichnungen zwei fernere Blätter eines zum Theil bereits be annten Cyclus, eine „Verspottung und Dornenkrönung“ und eine „Erhöhung Christi“, sowie den Entwurf zu einem Altargemälde aus, das die Gestalt Christi als guten Hirten zeigt. Eine ernste Empfin- dung spricht aus diesen Kompofitionen sowohl wie aus dem sorgsam gezeichneten und maßvbil bewegten größeren Karton eines Nltargemäldes, das „ Christus in Gethfemane“ dar- stellt, wie ihn, der knieend in ernstem Gebete ringt, die beflügelte Gestalt eines hinter ihm stehenden Engels aus seinem Schmerz emporrichtet. Bekannt, wie die Art und Weise dieses Künstlers, ift auch diejenige Ittenbachs, von dem eine „matsr aämirahjji-z“ und ein „8668 aZnug (]Li“ vorhanden find, zwei Halbfiguren der Madonna mit drin Kinde in dem anempfundenen Charakter der früheren Periode Raphaels, zart und innig, wenn
reihen; da das historisthe Motiv in diesem Bilde aber nur der _
Von einer durchaus modern verfeinerten Empfindung, die fie wenigstens ihrer Auffassung nach als echte Erzeugnisse eines Künstlers unserer Zeit erscheinen läßt, find die beiden Gemäkde Plockhorsts inspirirt, cin „Christus auf dem Wege nach Emmaus“ und ein „Abschied Christi von seiner MUtter“. Auf dem ersteren Bilde schreitet der Auf- erstandene in weiser GeWandung mit erhobener Hand zwischen den beiden Jüngern dahin, auf dem anderen blicken s1ch Mutter Und Sohn ernst und liebevoll ins Auge, und aus dem schwär- merischen Ausdruck der Frau spricht zugleich mit der Bctrübniß desScheidens das beseligrnde Bewußtsein von der hohen Mis- sron, die ihrem Sohne geworden und deren Erfüllung er jeizi zn begirmcn gewillt ist. Auch in der Farbengebung beider Bis- der, die freilick) mit dem traditioneüen Usus nicht gauz zu brech-xn wagt, zeigt fich ein Streben nach freierer Bewegung; dock) tritt die kokorißifthe Begabung des Künstlers hier lange nicht in dem Maße hervor, wie in dem vor zwei Jahren ausgestellten „Kampf des Erzengels Michael mit dem Satan um die Leickze des Moses“.
Wie auf der lchtrnAuSstellaug, ist auch dieSmal die eigen- artigste und bedeutendste Schöpfung religiöser Kunst ein Gemälde von Eduard von Gebhardt, eine Darsteilung des inmitten der beiden Schächer ans Kreuz genagelten Christus, zu dessen Füßen die Seinen fich zusammengefundkn haben, eine Gruppe von Gestaltén, in denen der tiefste Seekenschmrrz in unbedingt rsalistischer Wahrheit des Ausdrucks und in den mannigfaltigsten Abstufnngen von müder Trauer bis zu hcrzzerrcißender Ver- zweiflung ftch lauter und echt, "ohne jede beschönigende Phrase, offenbart. Da streckt die abgehärmte Gestalt der Maria, in trost- losem Schmerz aufschreiend, ihre Arme zu dem Gekreuzigten empor, während Johannes, selber tief ergriffen, fie innig umfaßt hält uud durch liebevollen Zuspruch ihr Leid zu mildern bemüht ist. Da hat fick) Magdalena, von Verzweiflnng überwältigt, am Fuß des Krcnzcs zu Bodsn geworfen; da ringen die Weiber weh- klagend ihre Hände oder sinken fick) weinend einander in die Arme, wiihrend Joseph von Arimathia und einige andere Männer in tiefer, stnmmer Betrübniß zu dem Gestorbenen emporblicken, deffen edles Haupt, im Tode vorniibergesunken, auf die BrUst herabhängt. Weiter zurück stehen einige Juden, die des Ge- krenzigten spottcn, und ganz im Hintergrunds ziehen nach voll- brachter Henkerarbeit die römischen Kriegskueahte von der Richt- stätte hinweg. - Wie in dem „Abendmahl“, so find auch hier die schlichten, in aufrichtiger Liebe und inbrünstiger Frömmigkeit ihrem Herrn ergebeUen MeUschen, die jeYt um drnTodten klagen, frei von den konventionelXen Typen aus der innersten Empfin- dung des Künstlers heraus nach Vorbildern, die ihm seine Zeit darbot, selbständig gestaltet und von der echtesten und unmittel- barsten, durch keine hergebrachte schöne Pose äußerlich verklärten Empfindung durchdrungen, Diesewirkt aber so gewaltig und überzeu- gend, das; auch die rüchfichtsloieftcWahrheit der Naturia der Bildung des zu Tode gemarterten und in fick) zusammengesunkenen Körpers dem bedeutenden Eindruck des Ganzen keinen Abbruch thut. Wie in dem „Abendmahl“, “geht der Maler auch hier wiederum in den Formen wir in dem Ausdruck bis an die Grenze des in der Knnft Gestattetcn; aber die Behandlung dieses erschütternd- sten Gegenstandes der 1ieutestamentlichen Ueberlieferung zeigt ihn anch in demselben Maße wieder als den seltenen Künstler, dessen Kraft den Versuch wagen durfte, durch eine originelle Erfassung des tiefen menschlichen Inhalts der christlichen Ueberlieferung für die DarsteUung desselben eine neue Form zu gewinnen, die un- sere Zeit zu ergreifen im Stande ist. In nicht geringerem Grade, als in jenem Bilde, ist ihm dieH in seiner neuen Schöpfung ge- lungen, die der vorangegangenen in keiner Weise nachsteht, ße viel1eicht cher noch, namentlich in der zugleich tiefen, satten und klaren Farbe, zu übertreffen scheint.
_ Das Programm für den achten Deutschen Pro- testanteniag in Wiesbaden ist nunmehr Endgültig festgestcÜt. Montag, der 28. September, ist für die Aussthußfißungen bestimmt, und zumr Werden Vormittags 9 Uhr die Mitglieder des engsten, Nack)- mittags 2 Uhr die des weiteren Ausschusses d. h. bie Abgeordneten der Oris- und Zweigvereine, in der höhekcn Bürgerschule fich versam- meln. Abends 6.) Uhr findet ein Konzert im Kursaal, daraus um 81? Uhr gesellige Unterhaltung unter Mitwirkung des Männergesang- vereins im Saalbau Schirmer statt._ Der ziveite Tag, Dienstag, der 29, September, wird durch öffentlichen Gottchienü in der evan- gelischen Kirche, der um 9 Uhr beginnt, eingeleitet. Die Predigt wird Diakonus Döring aus Breslau halten. Um 10) Uhr findet im Saal- bau Schirmer die erste Hauptverhandlung mit Diskusfion über „den Beruf der Kirche in der sozialen Frage“ statt. Das Referat hat Pro- fessor ])r. Böhmcrt in Frick). Nachmittcrgs 5Uhr Festessen im Kur- 1aa1. Der dritte Tag, ittwocb, drr 30. September, beginnt Weder mit öffentlichem Gottesdienst, Vormittags 9 Uhr, wobei Dekan Zittel aus Karlsruhe predigen wird. Um 101- Uhr folgt im Saalbau Schir- mer die zweite Hauptverhandlung mit Diskussion über ,die Abnahme des theologischen Studiumß“. RFereni ist ])r, (H. W.Schm1d1, Redacteur der „Protestantiscben Kir enzeüung“ aus Berlin. _Nach- mittags 41 Uhr wird den Mitgliedern und Gästen Noch ein Ktrche_n- konzert in der evangelischen Kirche geboten und der Rest des Tages :st für eine Schlußsißung des Weiteren Ausschusses reservirt.
Rxdaktiou nud Reudantur: S ch wie 3 e :.
Berlin: Verlag der Expedition (Kessel), Druckt W. Clöner.
auch zugleich ziemlich weich in drr Auffassung, von feiner, milder Harmonie der Farbe und von voÜendet glatter Sauberkeit und
detaillirender Sorgfalt der Ausführung. [
Drei Beilagen (einschließlich Börsg- uud Handelßrgifter-Beilage Nr. 177).
zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger. “ Berlin, Freitag, den 25. September '
no ni t äaigen ZinScoupons. Werden die Coupons nicht mit _ab- gelcihefertc,h€_bf wi_rd de_r_ BÉrag d? fehlend__en_ von dem Kapital gekurzt und ur inlö an er ou on verwen e „_
m Uebrigengeriischt dxe Verbiudjichkeii der Gesellschaft zur Ver- insung einer jeden PrioritätH-Obltgatton mit dem 31. Dezember des- ?enigenJahres, in Welchem dieselbe auSgeloost und daß dies geschehen,
225.
Königreich Preußen.
rivilegium wegen Emission von_viereinhalbpro entigen_Prroniais- Zbligationen der Berlin-Görlißer Etfenbahn-GxseUchxaft bis zum Be- trage von Neun Mi ionen Mark RetchSWahrung. Vom 24.August1874._ _ Wir Wilhelm. von Gottes _Gnaden_ Kon1g_ von Preu en :c.
Nachdem von Seiten der Berlm-Görlißer _Eisenbahngxse schaft auf Grund des in der Generalversammlung ihrer Aktwnarx vym 29. Juni 1874 gefaßten Beschlusses darauf angetragen worden 1st,_ ihr behufs Erweiterung der Vahnanlageq und _Vermehrzmg der Betriebs- mittel die Aufnahme einer _Anlerhe bis zur Hohe _von 9.000,000 Mark geschrieben: „Neun M1Üionen Mark Re1_chsw_ahrun_g geßen Ausstellung auf den Inhaber lautexxder und mit Zinsschemen mid Talons versehener Prioritäts-Obligattonen zu gestgtten, woÜen Wir in Gemäßheit des §. 2 des Geießes vom 17. J1_m11833 durch gegen- wärjiges Privilegium zur Emission gedachier Obligaitopen unter n_ach- stehenden Bedingungen Unsere Landesherrlzche Genehmrgung erthe1len.
§. 1. Die zu emittirenden Obligationen werden unter der Be- ichnung: _ _ _ _ ze YxéoritZtS-Obligationeu der Berlm-Gorlißer Etsenbahngeseusthafk
1 111". . nach dem anliegenden Schema 1. in Stücken von dreitausend Mark, fünfzehuhundert Mark, )echshundert Mark und dre1hundert Mark ReichSwährung unter fortlaufenden Nummern und zwar: _ _
1) Zwei MiÜionen einhunderttausend Marx Reichswahrung m Siücken u dreitausend Mark unter Nummer 1 bis Nr. 700_, _
2) wei Millionen vierbunderttausend Mark Recchßrvahrung m Stücken zu fünfzehnhunkert Mark untcr Nummer 701_bis Nr. 2300,
3) Zwei Millionen vierhundertiausend Mark Re1ch§wahxung m Stücken zu sech§hundert Mark unter_Nummer 2301_b1s _Nr. 6300,
4) Zwei Millionen einhunderttamend Mark Netcböwahrung in Stücken zu dreihundert Mark von Nummer 6301 bis Nr. 13,300, aus e ertigt. _ _ _
gYeder Obligation Werden ZmScoupons auf zehn Jahre und em Talon zur Erhebung fernerer Coupons nach Ablauf vo_n zehn Jahren nach den weiter beigefügten Schemas (11. und 111.) betgegeben. .Diese Coupons sowie der Talon Werden akle zehn Jahre auf besonders zu erlassende Bekanntmachung erneuert. _ _ _
Die rioritäts-Obligationen werden mrt Facsim1le-_Un1erschr1ften von wei Mitgliedern des VerWaltungSraths, ziver M1igl1edern der Direbtion und des aupt-chdantxn bersehext. _ _ _ _
Auf der Rückieite der Obligatton Wird dieses Pr1v1leg1um ab- gedruckt. _ _ _ _ _ _ _ .
§. 2. Die Prtorifats-Obltgaitynen i_verdcn _xmk_ vier em halb Prozent jährlich verzinst und die Zinsen 111 halb1§1hrl1chen Termmen am 1. April und 1. Oktober jeden Jahres 111 Berlin oder an anderen Von der Direktion zu bezeichnenden Zahlrmgssieüen gezahlt. _
Zinsen, deren Erhebung innerhalb vter Jahren, _von, dem M d_em betreffenden Coupon bezeichneten Zahlungstage an, nicht geschehen 1st,
“vrrfaÜen zum Vortheil der Gesellschaft. _ _ _
Werden Talons nicht innerhalb Jahresfrist vom T_age 1hrer Fai- ligkeit ab zur (Erhebung der neuen Coupons benutzt, _1o erfolgt die Auggabe der neuen Coupons nebst Talons nur an* die Inhaber der Obli ationen. _ _
Z, 3. Die Inhaber der PrioriiäiH-Obligatirnexi siiid _auf Hohe der darin verschriebenen Beträge_Glaub_1ger der Berlrn-Gorl1izer Etsen- bahngeseÜschafi. Sie haben 111 dteser Eigenschaft an dem Gesellschafts- vermögen ein unbedingtes Vorzugsrecht vor alle_n_ Stamm: und Stamm-Prioriiäts-Aktien nebst deren Zinsen und Dividenden. _
Eine Veräußerung der um Bahnkorper und _zu 19911 Bahnbofen erforderlichen, der Gesellschabi gehörtgen Grundxtuxkz 111 u_nstatthc_1ff, so lange die Prioritätß-Obßgationen der _gegeUWartigxn Em1ssio_n nicht eingelöst oder deren Einlöxungsbetrag_ mcht gerichtltch peponrrt 1s_t. Diese Veräußsrungs-Bescbrankung bez1_eht_sich edoch zucht auf _d1e außerhalb der Bahn und Bahnhofe beftgdlichen rundstucke auch méhk auf solche, welche innerhalb der Bahnhofe etwa an den Staat oder andere juristische Personen zu öffentl_1cken Zwecke_n abgetrrten werden möchten. Die Zuläsfigkeik der Vergußsrung wird 111 diesen_ FMM durch eine Bescheinigung des Königlichen Eisenbahn-Kommrffarmts dar et an. * _ _
gChins weitere Vermehrung des Gessbschafiö-Kapxtalb dyrch Elms- sion von Aktien oder PrioritätS-Oblxgatwrxeydarfh1_ert_1ach_1tnur darm erfolgen, Wenn den auf Grund des gegenwarttgen_Pr1v_1leg1um_s em1t- tirten Prioritäts-Obligationen das Vorzugörechr emgeramnt Wird. _
. 4. Die Prioritäts-Obligationen unterliegen der Amortrsatton. Zur Amortisation Werden jährlich verWendet: _ _ _
a. der Usberschuß, welcher vom Ertrage der_gegemvariig tt_n Be- ]riebe befindlichen Statnmbahn und ihrer Zweigbghpcn,_ somie der Strecken Görlisz-Reichenberg (Landesgrenze) und (Horliß-thtau, deren Betrieböeröffnung bevorsteht, nach Dcckung ber_laufenden Verwaltungs-, Unterhaltungs- und Betriebskosten, de_r Beitrage zu den Reserve- u_nd Erneuerungsfonds, der Zinsen der _fur da_s Unternehmen der BLrlm- Görlitzer Eisenbahngeieüsckyast emitttrtxn, insbesopdere auch der durch dieses Privilegium bewéÜigten Prioritats-Obltgattbnen und _nach Ab-
ug der zur Arnoriisation der bereit_s _konirabixtxn _Anlethen von „531,000 Thlr. nach Maßgabe der bezuglichrn Prtv1lc_gi_en zu DerWexi- denden Bsiräge übrig bleibt, bis zur Sgn1me_von 45,000 Mark, m Worten: Fünfundvierzigiaufend Mark Retchöivahrung;
b. die ersparten Zinsen der amorttstrten Obliganonen.
Die Amortisation soll im Jahre 1877 aus dem porstehend 8111) 11. bezeichneten Usberfchusst des Betrieijabres 1876 begmnen. _ _
Für die Jahre, Worin ein solcher Ueberfchuß mcht_vorhandex1 1st, wird zur Amortisation nur das etivmge 8111) b. beze1chnete Zinsen-
arni verWandt. _ _ ersp Di? Zurückzahlung der zu amortisirenden Obhgatwnen erfolgt am 1. Oktober jcdm Jahres. Es bleibt jedbch d_er _Gxneralversammlung der Eisenbahngeseaichast vorbehalten, unt Genehmtgung des Stagteß dcn AmortiiationNonds zu verst_ärken und so die Ttiguug der Priori- täts-Obligationen zu beschleuntgen. Auch _ste_h1.* der Eisenbahygesell- schaft das Recht zu, außerhalb des Y_morttsaxtonßverfahrens sammt- liche alsdann noch vorhandenen PrioritatH-Obltggttonen 11111150. durch die öffentlichen Blätter mit fechsZnonZt_l1cher_Fr1st zu kundigen und durch Zahlung des Nenn'wertbes e_xnzx1loxe1t._ _ _ _ _
Ueber die“ geschehene Ambrthatwn _wird dem Komglichen Eisen- "bahnkommisiariat alljährlich em Nachweis vorgxlegt. “ .5. Die Nummern der nach Hex Bestimmungbes §. 4 zu amortisirenden Obligationen werden jahrlich un Apr1l durch das Loos bestimmt und sofort öffenilich bxkannt gemacht.
Bei der Auöloosupg nd _dte Apomts zu-3000 Mgrk, 1500 Mark, 600 Mark und 300 Mar Reichswährzmg nach dZm 1m_ §. 1 angegr- benen Verhältnisse ihrxr Gesammtbc-traße zn beruckficht1gen._ Sow_e1t die nach *§. 3 zur Amortisation zu vxrweudetxde Summe emen_ hier- nach nicht theilbaren Ueberfchuß ergiebt, wtrd derselbe zur nachsten
i n re erbirt. _ _ _ _Amoriisaé oDiesAuswosung der zu amortzskrendcn Ob1_tgat_1onen _ge- schieht durch die Direktion in Gegenwart e_mes Noiars m emem vzer- 73th Tage vorher zur öffentlicher) Kexntm _zu bringenden Termme, “zu welchemden Inhabern der Priontats-O ltgatwnen der Zutrttt ge-
lt ' „ ! s ! . NWZ. 177. dDie AUSZahlung der außgeloosten Prioritäts-letgatwnen erfolgt an dem im 5. 4 dazu bestimmten Tg e 111 Berlin, oder an anderen von der Direktion zu bezeichnenden Za lungssteuen,_von der
Vorznger der _
Beilage
bekannt gemacht ist. in Gegenivart eines Notars ver
oder in Folge einer Kündigung
eben. g §. 8.
genommen :
b. Wenn durch gestellt gewesen_ist_; a. Wenn 13112 im wird.
In den Fällen Ku nicht, sondem das
zu 1). bis zur betriebes.
träglich bewirkt.
Thalern nebst Zinsen,
vorbehalten.
der nächsten drei sie aber __ _ dem leßian öffentlrchen
ein jeder Anspruch aus dcnselbe unter Angabe der Nummern
unbrauchbar gewordene, neue dergleicbm aussefertigt.
Zinöcoupons und Talons zirt werden.
werden. §. 11. liéhen Bekanntmachungen
Breslau.
Gewähr1eistun_g_ bot) Dritter zu pra1udiztren.
(11. Z.)
Coupons auf zehn Jahre bung fernerer Coupons beigeZFéen.
Dreitaufend ark (
Inhaber
mä heit des llérhöcbsxetx
Kaßitale von Neun Millionen
gatroncn der
Berlin, den . . .-
EisenbithGYellschaft.
11? a tska e na dem Nominalwertbe an die _ ZbslxgaYotften gsxgen Fuöhändigung derselben und der- 17qu _gehörtgen,
Die im Wege der Amortisation e
schehen, durch die öffenxlichen B in Folge der Kapital-Ruckforderung von
einge1östen Prioritäts-Obligationen Die Inhaber der Prioritäts-Obliaationen find nicht befugt,
die Zahlung der darin verschriebenen K_apiialbeträge anders, als nach Maßgabe des im §. 4 gedachten AmortisationSplaues zu fordern, aus-
Eisenbahngeseüschaft alljährlich einm
giérungsbezirke PotSdam, Frankf der Iexeuschaft bekannt _zu Fla d' *: e -Samm ung au zune le Gegaen Schloß Babeltlbxkchx,i
civileg
Der VerwaltUFgSrath der Berlin- , Die Direkfion der'Berlijt-„Görlißer EitJetragen 1'01 ..... .
(§- 4)
kann
3. Wenn ein Zinözahlnnastermin durch _Vexscbuldxn der Eisenbahn- verWaliung länger als drei Monate unberichttgt bleibt;
Verschulden der Etsenbahnverwaltnng _der _Traxzs- poribetrieb auf der Eisenbahn länger als sechs Monate ganzlich em-
§ 4 festgeseßte Amortisation nicht eingehalten .
a. und 1). bedarf es einer Kündigungsfrist apikal kann von dem Tage ab, an Welchem einer dieser Fälle eintritt, zurückgefordert Werdxn und zwar:
zu a. bis zur Zahlung des betreffenden Zinscoupons, Wicderherstellung des unterbrochenen TranSport-
In dem 8111) o. gedachten Faüe ist eine dreimonqtlichx Kündigungs- frist zu beobachten, auch kann der _Jnhaber emer_Prrorttats-Oblrgation von diesem Kündigungßrechte nur tnnxrhalb dreier Monate von dem Tage ab Gebrauch machen, wo dre Zahlung quantums hätte stattfindxn sqllen, ?ie Kundig_1_mg valrericbrtndr Ei en a nverwa an ck 111 emge _ zusdem lLIM)? binnej? längstens dreier Monate nach erfolgter Kundlgung
die Ausloofung der zu amoriifirenden Prioritäts-Obligationen nach-
Bei Geltendmachung des vorstxhenden Rückforderungsrechies find die Inhaber der Prioritäts-Obligatronen fich an das gesammte beWeg- liche und unbewegliche Vermögen der GßseÜschaft zu halten befugt. Dagegen bleibt den auf Grund des ziveiien Nachtrages zum Gesel!- scbafts-Statute vom 13. Januar 1868 mit Unserer Al_lerhöchsten Be- wiüigung Vom gleichen Datum_(Gesc_ß-Samm1ung Seite 34 «19 1868) ausgegebenen Prioritäts-Obligattonen 1m Gesammtbeirage von 1,250,000 sowie den auf Grund Unserer Y_[lerhochstrn Bewilligung vom 9. Oktober 1871 _(Geseß-Samwlung Serie 485 bis 491 (113 1871) ausgegebenen Priorrtats-Ybligattoncn 1m Gesammt- betrage von 7,281,000 Thalern nebst Zinsen das Vorzugörecht _vor dem gegenwärtig im Gesammtbetraße _v_on 9,000,0_00 Mark R_e1chs- währung neu anzufertigenden Priortiais-Obltgatwnen ausdrucklrch
§. 9. Diejenigen Prioritäts-Obligationen, Weiche aySgeloosf_ oder
gekündigt smd und der _BekannYachng m _den__ offenZickYe?1 YYY? et ni tre teii ur eaitrung einge en, er_e _ _
ungeacht ck chJzahrZ 3von der Direktion der Verlrn-Gorlißer al öffeptlich aufgerufen; gehen dessenungeachtet nicht spätzstens bmnen zehn Jahren 1_1ach Aufrufe zm"- _ _ 11 an das Gesrlljchastsvermogezi, _1yas der werjhlos gewordenen Prxorttats- Obligationen von der Direktion öffentlich bekannt zu machen ist.
§. 10. Die Mortifikation angebl1ch_ vernichteter oder verlorener Obligationen erfolgt im Wege des gerichtlichen Aufgebots nach den allgemeinen geltenden geseßitchen Bestimmungen; _
Für dergestalt mortifiztrte, some auch fur zerxrssene oder fynst an die Gesellschaft zuruckgelreferfe nah_ganz- lich zu kasfirende Obligationen werden auf Kosten des Emprangers
können
Demjenigen, Welcher der) Verlust voyZinScoupons vor [blank der Verjährungsfrist (§. 2) bet der Dtrsktton anmeldet und den staitgebabtcn Besitz glaubhaft darthni, soll nach Ablguf _der Verjährungsfrist der Betrag _der angemeldeten und bis dahin nicht zum Vorschein gekommenen Zinscoupon
' “ den . 4, 5, 6, 7 und 9 vorgeschriebenén öffent- D1e m §§erY1Zlgen_ durchd_den Deutschen ren 1 en Staats- nze ger ie _ bjitdeePlinerßTsZYnk- und Handelözeitung' und die Schlefische
. " t“ "vile ium ist durch die Amtsblätter der Re- st gegenwar We PU g urt a./Oder und Lixgnjß auf Kostxn chen und eine bezugl1che Anzeige in
me.
Fiir den Zinclmz-Minister.
Séhema 1._ _ _ _ Viereinhalbprozentige Priorttats-Obligatton
er . - _ Berlin-Görlißer Eisenbahn-Gesellschaft. In der Obligation find 20
1.111. ().
und ein Talon xur Erhe- Nr .....
über
en.
ünfzehnYndek? IOFF?“ _ _(_Sec_§)shundert Mark), D 'undert ar e1 wa run. _
diéserreÖbligatiou hat auf Höhe des obigen Betrages
' d M k. ün ehnhundert _ _ YertrkéerTYeßndert MarkFRefizchswähmng Anthe1l an dem in Ge-
iums vom ........ emittirtezi Mark Reichswährung Prioritäts-Oblr- Berlin-Görlißer Eisenbahn-Gefellschaft. '
Görlitzer Eismebn-Gesellschaff.
Der
.___-_
iugelösten Obligationen_ soUen brannt, und es soll, daß dies g_e- lätter bekannt gemacht werden, Die
ssen ihre rechtliche Wirkung Wenn die haltene Amortisation ncéchholt und
n den 24. August 1874. lh e
Seiten des Inhabers _(§. _ 8) außerhalb der Auxertxsatwn die Gesellschaft Meder aus-
des Amortisations-
Rcaliiation ein, so erlischt
Weder aufgeboten noch morti-
?; gegen Quittung außgezahlt
Re_ichs- Berliner BörZeizzetiung, eitung zu
“11 Urkund dessen haben Wir bas gegenwärtige landesherr-_ liche ZPrivilegium Allerhöchsteigetxhandig vollzogen und unter Un- serem Königlichex1O§5lyfieZel auskertiYn_l_aT_f_Ttgi, 1hrer Befriedigun
dr tatonen 111 ue) JUHUHLM e gSeitcn des Staates zu geben oder
ohne jedoch dadurch ben ' eme echten
lm.
(: k ])r. Achenbach.
Wegen Erneuerungen der
Coupons nach dem Ablauf
von zehn Jahren erfolgen
jedeöm al besondere Bekannt- * machung
Mark), (SechShundert
* Hanses
1874.
- Rückseite der Obligation. -7 _ _ (Hier folgt ein wörtlicher Abdruck des Prwrlegmms.)
Schema 11. _ . . . . te Serie . . . . ter ZmSc_oupon Nr. . . . über . . . . Mark Reichswahrung zur viereinhalbpro entigen rioritäts-Obligaxion der Berlin - GZrlißer (éisenbahn - Geselhchafi. UWÄSWIJ' "Ökt" b ) 18 albaram]. pri . oer _ Inhaber zdilbses empfängt am 1. April (_1._O_ktober)_ 18 . . _d1e halbjährigen Zinsen der obenbenannten Priorttats-Obligatwn uber Dreitausend Mark (Fünfzehnhundert Mark) (Sechshundert_ Mark) (Dreihuudert Mark) mit 67 Mark 50 Pfge. (33 Mark 75 Pfge.) (13 Mark 50 Pfge.) (6 Mark 75 Pfge.) Berlin, den .......... Der Verwaltungsraih der Berlin Görli er Eisenbahn- gesclls aft.
Die Direktion der Berlin-Görlißer Eisenbahn- gefeÜÉchaft.
Der HaupFRendant.
Zinsen, deren Erhebung innerhalb 4 Jahren von dem in dem betreffenden Coupon bezetchneteii Zahlungstcxge an nicht geschehen ist, verfallen zum Vortheil der Gesellichaft.
Schema 111. Talon
zur . . . vierein alb ro entigen rioritäts-Obligation der Berlm-Gorhßer h p z Yisenbahngesellschast. _ _ 11111, 0. Nr. . . über ..... _Mark ReichSWahrung. _ Der Produzent dieses Talons erhalt gegen desen_Ruck_kgabe binnen Jahresfrist, vom ............... ab, die fur_ dre Vorsteherzd bezeichnete Prioritäis-Obligation 1_1eu anzufertigenden stcoupqns fur die nächsten zehn Jahre, sofern mcht vo_n_dem Jnhgber der Obligation bei der unterzeichneten Direktion rechtzeitig Widerwruck) dagegen er- hoben wird. Berlin den .............. Der Verwaltungöraih der Berlin-Görlißer Eisenbahn- UGeieMchaftÜ Gesel!
„Der HauJ-Rendani.
Die Direktion__ der Berlin-Görlixer Ei1enbahn- s aft.
Na dem durch Meinen Erlaß vom h_eutigen Tage den ckanssee§ä“ige11JLéusbau der Straße von Eldena uber Wusterhauéen nach der (Hiadt Wolgast und der auf der cx'Öeldmark_GroßErnstxof von ihr fich abzweigenden Straße nach drm orfe Croslm genehnngk habe, verleihe Ich hierdurch dem Kreise Greifswald das Erbto- priationörecht für die zu diesen Chausseen erforderlichen Gruybstucke imgleichen das Recht zur Entnahme der Chaulffeebaumaterxalixn na_ Maßgabe der für die StaatSchauffeen beste)enden Voricbriftxn in Bezug auf diese Straßen. Zugleich will Ich dem kommunalstandxschen Verbande bon Neuvorponimern und Nach gegen Uebernahme der künftigen chauffeemä igen Unterhaltung der Straßen _das Recht zur Entnahme der Chan ee-Unterhaitungsmatertalieq, 11ng1e1che11bas_Recht zur Erhebung des C ausseegeldes nach den Vesttmxnxmgen bes fur die Staatschausseen geltenden Chausseeg_eldtar1_fs, emichiießhch drr in demselben enthaltenen Bestimmungen uber _die_Befre1nngen,__sW1e drr sonstigen, die Erhebung betreffenden zusaßhchen Yorschristeu, Wie diese Bestimmungen auf den Staatschauffexn von Ihnen angewan_dt Werden, hierdurch verleihen. Auch solleZn die dem Chausseegeldiarife Vom 29. Februar 1840 angehängten Bestzmmungen Wegen der Chausiee- Polizeivcrgehen auf die gedachten_ Straßen zur Anwendung kommen.
Insel Mainau, den 10. Fl? 1_874,e _ m
Camp )ausen_. 1)r. Achenbach. An den Finanz-Minister und den Minister fur Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten.
ri , na Welébem das Fährgelb für das Uebrrseßen _ubcr d1e Havel XYZ CTPuchh im Kreise Zauch-Velztg bes Regterungsbeztrks Potsdam, Jbl erhebJ _ist. ür das Ueber e en wir en ri e : _
?. Von Personxnßeinschließlich dessen, was fie_kragen _von xeder
Person: 3. wenn Fre Hu anSBewohnern Capuths geboren, 6 Ps.“ 11. wenn ' nitder a it, gr. _ _ _“ Ms Aémeran . Wer zu einem Fahrwerke gehort, Wofqr die Ab- gabe zu 111. gezahlt wird, oder Mr_ThW, fur_ Weiche d1_e Abgabe zu 113„ b., o. erhoben wird, reitet, fuhrt oder treibt, tft fret.
11. Von Thieren &. für eitx Pferd, Maulthier oder emen Maul- esel: 1) wenn das Ueberießen emzeln erfolgt, 2 Sgr. 6_Pf.; 2) wenn das Ueberseßen mit mehreren Pferden Ic; odrr niit einem _FuhrWerk geschieht, 1Sgr. 3 Pf.; b. für ein Stuck Rindvteh _odrr emen Esel: 1) Wenn das Ueberseßen einzeln _erfolgt, 2Sgr. 6 Ps.; 2) w?nn_ das Ueberseßen mehrerer dieser Thtere .oder emes dxrselben n11te_mem
ulrwerke zugleich geschieht, 1 Sgr. 3 Pf.; 0. f_ur Fohlen, Kajber, Z afe Ziegen, Schweine oder anderes klemes V_1eh, welches fret ge- trieben,odcr geführt wird, und zwar: 1__) von 1 bis 10 Stuck 2 Sgr. 6 f., 2) in größerer Zahl pro Sich 3 PL.; (1. fur edervreh Weéches getrieben wird, für je_de _10 S_tuck 1 «gr. 3 Pk. edervr in geringerer Zahl als 10 S_tuck tft fret. _ _
Anmerkung: Für Thiere _Welche auf emem Fahrwerke ober 111 einem Tragkorbedoder i§_ei_ner Kiepe ubergeseßt werden, Wird kein be-
eres u r el entri e. _ - fond 111. ohn gFuhrWerken neben der Abgabe fur das Gespann zu 11: a. für ein rachtfuhrWerk, beladen oder uubeladen, 3 S_gr. 9 ., - b. für eine Kutsche, einen Kaleschwagen oder anderes Reisefubrwerk, sowie für ein laudwirthschaftlichés Fahrwerk, belaben _oder unbeladen, 2 Sgr. 6 Pf., o. für eifnen Handwagen, Handschltiten, beladen oder
1 r. 3 . ' _ _ unbechFénVonSiénverlcYenen Gegenständen K_de d_ie Abgabe erhrzben, Welche die Personen das Fahrwerk oder dre Thiere treffen wurde,. wodurch sie zur Abfahrtsfteue gebra t tyorden siu_d.
7. Für das Ueberießen zur Na tzert, d. h. m den Stunden von Neun Ubr Abends bis Fünf Uhr Moxgens Wird das Do pelte ber obigen Sätze, bei 13, und b., aber fur jebe ersoti _ohmx nierscbred 2 Sgr., und Wenn meh? a_16 zwei Personen glerchzemg die Jahre be-
. 4 . er o en. _
WWB e1ereLr11n géix: Frei überzuseßen find: 1 dze Merhöchstenyud Hö sten Herrschaften und deren Gefolge; 2) qmpagen und_ Thiere, wel e den' ofhaltuugen des Kömghchen Hause?, des Furstltchen o)? ollern oder den Königlichen Gestuten angehören; 3)
ilitärs, einberu ne Rekruten, Fahrwerke und Thiere, rappen auf dem Warschx athören, Uhren:, 4) offenil1che eamie
kommand rte welche der Armee 1?de iYLYLieferun _
' " uu _ - Übe se?e?is*?Fauullyjrwerke und Thiere be? _ienstretleu, Wenn sie sich gekzö- rig legitimiren; 5) Transporte, die fur unm itelbare Rechnung es
aupt-Rendant. U.
' 6 O dentli e“ osten nebst deren Beiwagexx, die FxtfaéKtßstgeensäbYMÉtathrs rbeförbco?_tenPCouriere 11111) Estafetten. _d1e_von