1874 / 235 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 07 Oct 1874 18:00:01 GMT) scan diff

teln bestritten. Der dritten Kurie verbleibt das ihr bislang zusteglzeysde er e-

Recht dxr Selbstbesteuerung. Bezüglich etwaiger Diäten und kosien _fur dl? emzelnen Mttglzeder der Landschaft und des Ausschusses bleibt jeder einzelnen Kurie h1nficbtlich ihrer Mitglieder Feststellung und Aqurmgung vorbehalten. __ __ __Die Rechte der bisherigen Angestellten bleiben ungeändert fort-

e e en.

An die Stelle de_r §§. 1 bis 14 der Statuten für die Ritter- schaft_treten wesentlich folgende Bestimmungen:

Die _Aufnabme in di: Ritterschaft ist bei derselben nacbzusuchen und von 1br nach den folgenden Bestimmungen zu bewilligen:

_ Zur Begründung der Aufnahme sind von dem Aufzunebmenden die na_cbbenaunt_en Erfordernisse nachzUWeisen: der eigenihümliche Besiß eines in der RitterschaftSmatrikel stehenden Guts oder Burgmannshofs von dem erforderlichen Reinertrage, der Besitz der erforderlichen per- sönlichen Qualifikation._ _ _

Der Reinerirag emes Guts soll jahrlich Wenigstens 800 Thlr. (2400 Mark) betragen,

Dieser Reinerirag darf n_ur aus gutsherrnfreien, im Fürstenthume Odnabrück belegezien Grundsxucken, welche nach der Grundsteuer-Ein- schä ung den Remrrtrag gewahren, oder aus Gefällen, welche aus dem Für tentbum Osnabrück bezogen werden, oder aus den von iolcben Gefällen rrwachsenrn YblösungE-Kapüaiien_hervorgeben. In Ansehung der Ablösungs-Kapiialien tritt jedoch d1eE1nschränkung ein daß deren Ertrag nur während der ersten zrim Jabré nach erfolgter blösung in Abrechnung kommen darf.

Die erforderte Vermögensqgalifikation erleidet eine Außnahme zu Gunsten der 1e_ßigen landiagsfälygen Güter und Burgmannshöfe von geringerem Remerirage, Miche fich KY im eigenthümlichen Besitze eines der gegenwärtigen Mitglieder der iiterschaft befinden.

Die Aufnahme _neuer Güter in die RitterschaftSmairikel darf mit landesherrliÖer Zustimmung erfolgen und von der Ritterschaft nicht verweigert Werden, wem) das neu aufzunehmende Gut einen Grund- steuer-Reinertrag von Mindestens 1500 Thlr. (4500 Mark) aus guts- herrnfreien im Fürstent?um OSnabrück belegenen Grundbefiße gewährt, auf demselben ein Wo nhaus zu einem BrandkaffenWeriHe von 1500 Thlr. (4500 M_ark)_ sich _befindet und die dazu gehörigen Grundstücke entWeder im w1rib1chafiltchen Zusammenhang): liegen oder durch einen fideicommissarifchen erband verbunden oder im Grundbuchs auf einem Grundbuchblatte verzeichnet find. _

Auch kann die R1trcrsckaff mit landesherrlicher Zustimmung es gestatten, daß die LandtagSfahingit an einen; Gute oder Burgmanns- hofe auf einen gutsherrnfreien, im Fürstentsyum Odnabrück belegencn Grundbefiß übertragxn Werde, sofern dieser als Ganzes bewiribjchaftet Werden kann. In diesem Fall_e muß der_ in die Matrikel als Rittergut aufzunehmende Grundbcfiß mmdestens emen Reinertrag von 800 Thlr. (2400 Mark) gewähren.

Sinkt der Remerirag eines Riiierguis oder Burgmannshofs unter das durch diese Statuten vorgeschriebcne Maß berab, odrr wird der Umfang eines solchen Guts auf unzulässige We1sc verringrrt, oder fällt eine der Voraussetzungen weg, unter Welchen die js igenlandtags- fähigen (Hüter oder Burg_mannshöfe, wi'lche einen einertrag von 800 Thlr. (2400 Mark) nicht haben,_ ausnahmswäse eine genügende Vermögensqualifikation für das Stimmrecht m der Ritterschaft be- gründen, _ so bleibt den Inhabern solcher Güter und Burgmanns- Höfe inn_e1'l)alb 5 Jahren gestattet, durch geeignete ErWerbungen den erfordernchen Umfan resp. den Reincrirag von 800 Thlr. (2400 Mark) bezw. 1500 T lr. (4500 Mitri?) Herzufteüen, und tritt, sobald dies geschehen und von der Mebrbert der Ritterschaft als nachgewiesen anerkannt wvrden ist, die friihere Landtagsfäbigkeit des betreffenden Gut:"; oder_Burgn1annshofs sofori wieder in Kraft. Wird aber der Umfang eines Ritterguis odcr Burgmannshofs dergestalt verringert, oder finki der Rrine'rirag sowe1t herab, daß dersslbe den Betrag von 300 Thlr. (900 Mark) nicht erréichi, so wird das betreffende Gut od_e_r___d__?r betreffende Burgmannsbof sogleich in derRitterscbafiImafrikel ge 0 , .

Persönliche Erfordernisse der Aufnahme in die Ritterschaft sind: Volljabng und der Vollbesiß _der bürgerlicher; Ebrenrechte. _AußLr- DFW; 7775?)„DEB„YfMWYWLRMiÄÉvWWMÜZBWK ein“ *Die rii- terichafi_11ck)en Beatbien sind der Erblanddrost, ein oder zwei Land- schaftöratbe und bis zum ?iusicheiden der gegcnwäriigen Stelleninhaber dex Syndtbus 1_1nd de_r Sekretar. Die Anordnung eines Sekretärs für beiondere 1*1_tter1chaftli_che Zwecks bleibt der Ritterschaft vorbehalten.

Das ritterschaftiich_e Aerarium wird von dem übrigen Vermögen drr R1tierickafi [vögeiost und zu einer selbständigen Stiftung umge- b1ldci, Uk'ér deren_Grut_1dung und Statut die Ritterschaft, unter Vor- Zebaztxrr landcrbcrrlichen Bestätigung, das Nähkre zu beschlie-

en a.

Auf eine Anfrage Grumbrccbis bei Beginn der euti en 8- raibung de_merki der Vorfißrndc Rasch, daß die Vorlaxen FichtLle Gesetzentwurfs behandelt, i_rn_!:c1“n 113th nach einer allgemeinen Be- idrschyng, WDM) 191ch€ KLw_Un1cht Werde, und nach Aufnennung, nicht Berleiung, der cmzrlnen Yaragraphrn zur Bsicblußfassung zu stcllen seien.

T_er Laridiag erklarte sich, Wie schon mitgetheilt, mit den Entwurfxn emvrrftariden. Ewsspezirüe Beraibung der einzelnen Paragraphen, d1e ww oben 1n1hrem Hauptinhalt dem Wortlauie nach wtedergegeben haben, fand nicht statt.

Zu dem Geseyeiitwurie, betreffend den Rechtszuftand in den nach_dem Vertrage uber die Theilung des Kommunion- ge_b1etes am Unterharze unt Preußen vereinigten Gebieten, drm?) ??) Ausschuß dxn Antrag ein:

_ 1 mit _demiri cn einverstanden zu erklären; 2 ein Be leit- sch_re1brn dcr Regierurig um billige Berücksichtigung der )Siadt GZslar bei der Struerbr1chre1bung zur Erwägung zu VersteÜen.

_ Nack] kurzer_D1skusfion_wurde darauf der erste Antrag ein- ßimmtg, der zweiteJeg-Zn d1e_ alleinigeStimme v. Leuthes ange- nommen. _ v. Rdsjmg er1taitete schließlich Bericht aus der Rentenkgmmer fur d1c Provinzen Sachsen und Hannover. _Das Kap1tal, rrnt we[ch_em Hannover betheiligt sei, belaufe fich tt_n Ganzer) auf die vers chw1ndend kleine Summe von 170,000 Thlr., e1_n Bewe1s, daß man hier noch immer die Ablösung durch Ka- p1tal der durch Rentenbriefe vorziehe.

Hertie le_hnte der_ Provinzial-Landtag den Geseßentwurf, das ehe11che_Guierrecht mi Landdrosteibezirk OSUabrück betreffend, in_ Gemaßheit des Kommissionsantrags gegen drei Stimmen ab. E1n_2lntrag_ v. Beestexis, eme gesonderte geseßßiche Regelung des ehelichen Guterrechts m Arepberg-Meppen und Lingen in An- regung_zu bringen, Wurde emftixnmig abgelehnt. Zu den Ueber- ßch_ten uber den K_loßerfonds _rmrd auf Neubourgs Antrag den Wunschen der Stande auf eme Bsrückfichtigung der geistlichen und_ Schulzwecke an erster, der Umverfität und Seminarien an zweiter Siebe, ferner auf eme selbständige VerWaltung des Kloßervermogens aufs Neue _ Ausdruck gegeben. Der Antrag drs BerwaltungSausschuffes, dre Verhandlungen über die Kon- ft1iurrung des Orts-Lirmenverbandes Moordorf in Oßfriesland zur Kenntmß der Regierung zu bringen, damit dieselbe von dem dabet beobachteten, von der Landbrofteibeßätigten gesehwidrigen Yerfahren Akt nehme, findet Annahme. Dis Beißülfe für das ]ud1fche Schul- und Synagogenwesen wird von 5000 Thlr. auf 5500 Thlr. erhöht.

Bayern. Münche_n, 5. Oktober. Der König ist gestxrn Abend 10Z_Uhr _m1ttelft Extrazuges nach Schloß Berg _zuryckgekehrt. _ Die Kaiserin Elisabeth von Oefterreich ist m vc'rgangenrr Nacht, kurz nat!) 12 Uhr, von Baden-Baden kommend, rrutteljt Extrazuges im hiesigen BahnKofe im |ren gften Jnkogmto eingetroffen. Am Bahnhofe wurde die aiserin von ihrem Bruder, dem Herzog Ludw1g,empfangen. Im Gefolge befanden

falick _und Gräfin Feßetits. Die Kaiserin bezog im Hotel zum biryerischezi Hofe die Bereitschaft gehaltenen Zimmer, während d1e 6]c_1hrtge Erzherzogin Valerie nach einem Aufenthalte von 30 Minuten mittelst Separatzuges nach Wien zurückgebracht wurde. Die Kaiserin hat fich heute Vormittag 10 Uhr mittelst Extrazuges zum Besuche ihrer hohen Verwandten mit Gefolge nach Poffenhofen begeben. Am Bahnhofe hatten fich der Herzog Ludwi mit Gemahlin und Tochter, sowie die Familie des öfter- reichis en Gesandten eingefunden.

_ Aus Veranlassung ihres 25jährigen Jubiläums als In- haberin des 3. Feld-Artillerie-Regiments hat die Kö- nigin-Mutter diesem Regiments: eine Stiftung von 20,000 Fl. zugewendet, um aus den Zinsen dieses Kapitals hülfsbedürf- tigen Unteroffizieren und Mannschaften" ihres Regiments oder deren Familien je nach Bedarf und Würdigkeit Unterstüßungen zukommen zu (affen. Die Verwaltung dieser Schenkung und die Vertheilung der Unterftüßungen geschieht durch eine aus Offizieren des Regiments gebildete Kommisfion.

_ Der für München ernannte päpstliche Nuntius, Mons. Bianchi, war vorige Woche aus Brüffel, wo er bisher als Vertreter des Papstes fungirte, hier eingetroffen, hat jedoch nach zweitägigern Aufenthalt die Reise nach Rom fortgesetzt, wo als- bald seine Ernennung zum Eerischof erfolgen wird. Der Nuntius wird im Monat Novem er zur Uebernahme der Nun- tiatur hierher zurückkehren.

_ Die „Neust. Ztg.“ veröffentlicht folgende Ministerial- entschließung:

. ,Das ynierferxigfe KönigliÉeStaais-Ministerium ist auf Veran- lassung einiger pfal ischer Mitglieder der Kammer der Abgeordneten über die Frage _der einfabrikation und _deren SteÜung zu den straf- geseßlichex1 Bestimmungen mit dem Königlichen S ats-Ministerium der Justiz ins Benehmen getreten. Letzteres erk te fich hierbei bereit, die Frczge bei den Verhandlungrn über die Revision des Straf- geseßbuches f1_1r_das Deutsche Reich im Auge_ zu behalten und den noch zu gewarixgenden Vorschlagen der zunächst Beibeiligten, soivrit fie fich als begrundct und ausführbar beweisen, volle Unterstützung angedeihen zu lassen. Ein Versuch, den Bestimmungen des bayerischen Strafgefeßbuches von 1861, Art. 316 Ziff. 8 und Art. 325 Eingang in das Strafgeseßbucl) für das Deutsche Reich zu verschaffen, wird nach_ der Ansicht _des Königlichen Staats-Ministeriums der Jusnz rm Hinblick auf das System jenes Gesetzbuches, insbesondere aber Wrgen drr engen Bewegung der durch Bundesratbsbeschluß festgestellten RevisionSaufgabe auf erhebliche Schwierigkeiten stoßen. Es _wird sich nun_fragcn, ob §. 263 des Deutschen _erafgescßbuches nicht in der Wei1e erweitert werden kann, daß die Tau1chung des Käufers über die Beschaffenheit gelieferten Weines strafrechtlich verfolgbar wird. Die Schwierigkeit der Aufstel- lung emes bezüglichen" Reatcs liegi in dem Umstande, das; der Be- trug ais WesentlichcsMerkmal neben anderem auch die Vermögens- beschädigungen des Brirogcnen vorausseßi, daß sonacb der Käufer, Welcher gegen seine Abficht_sta1t des Naturweins fabrizirten Wein emyfängi, eben dadurch_ _eme Vermögenseinbusze erfahren haben muß, welche sich gleichzeitig als eme widerrechtliche Bereicherung des Vcrkaufers (Betrugers) darstrllt, In dieser Richtung [ind die den PreiSwerth jeder Waare bestimmenden Momente, Nach- frage u_nd Angebot, so sehr maßgebend, UR von, einem strafrechtlich verfolgbaren Betrage nur dann die ede sein kann, wenn der Minderwerih des fabrizirten Weines gegenüber dem sogenannten Naturideine festgesteÜt wäre. Nun liefern aber min- der begünstigte Lagrn in schlechten Jahrgängen sebr iauere Weine, Welche im (111le nicht bsgel)rt werden, so daß es dabinstebt, ob der fabr1zirte ein im Handel den Weincn grringerer Sorte nicbt “minde- stens gleichwertl) erachtet wird. In solchem FaÜe kann von einer

Uebervort e' ermö möbei äd' un " ..;„om Oeyr Ü:? V _ß_d?öKauferS,_sona nix?)"tz

_ ÖlFeanuiFaßewnd m S ua 111 ole Rede 11-1n, verhalt _es ich aÜerdmgs m den wohl nur selten vorkommenden Faüen, m_ weichen gerirzgwertbiger_fabrizirter Wein unter dem Namen und der Bezeichnung emes hochfemen Naturweines aus bevorzugter

auf _Seiie des Verkäufers cine Täuschung des Käufers stattgefunden, so 11e_gt_ 111 dem Vorgange auch das weitere Merkmal der Vermögens- beschad1g_ung des Getaufckxien, so daß auch jetzt schon die An- nahme e1nes_Betruges _genzaß §. 263 des deutschen Strafxieseßbuches n_cht ausgeichldffen er1chrmt. D1e Schwierigkeit der Verwertbung dreier Strafbcsximwung gegen den betriiglicben Handel mit fabrizirten meewxnacht 11ch jedoch_ nach zwei Richtungen empfindick) fühlbar. D_1e großten Men_gen We1nes__gel)_cn im Handel durch vieie Hände; es w1_rd daher sebr 1chwer, tl)at1_ach11ch festzustellen, wann und ,in Wessen Handen im emzelnrn FaÜe _etn Betrug geübt worden ist. Zum An- deren kennt die (Zheirne bis is_ßt keine einfache, leicht zugängliche Methode drr_Wc1npruiung;_es schlt namentlich an leicht erkennbaren und untruglicbsn Unterscheidungs-Merkmalen des gut fabriiirten _Wetncs._ In Folge daddy werden, wie die Erfahrungen in der Pfalz im Anfange der funfziger Jahre beitätigen, die Untersuchungen Wegen_2_3etmgs diirch Verkauf vori fabrizirtem Weine sehr schwierig, koznpliziri, kostspingZmd enden n1cht selten obne Ergebniss. Ju Ec- Wagung _dieser Verhaltnisse und da auch ein Verbot der Weinfabri- katwn nicht zu erreichen 1st, gelangt_ das Königliche Staats-Mini- ste_rium der Justiz zu de_r Anficbk, daß die Vorkebr gegcn Täuschungpn beim Handel mii fabrizirten Wsmrn in das Gebiet des Polizeistraf- re_ch_ies zu virweiicn ic1, indem ctwa nach dem Vorgange des §. 367 ZR. 7 des deutichen Strafgejcßbucbss Derjenige mit Strafe bedroht wrrdet) wurde, Welcher fabrizirtxn Wein unter dem Namrn Naturwein feil halt o_der verkguft. Es durfte anzuni'hmen sein, daß die An- drohung sm_er Polizeisirafx ihre Wirkung nicht verschlen wird, wenn, gle1chw1_e bei Ziff. 7_ §. 367 des Siraigescßbuckyes, die Konfiskation des WWW fakultativ zugelassen und vielleicht auch die Veröffent- l1chung der ergebenden Strafurtheile vorgesehen würde.“

S_aaxsen. Dresden, 6. Oktober. Der Erbgroßherzog Zrnd_ Y___Erbhgroß_her_zo__xin vc_1_n SZckzsen-Weimar find eue 1 ag 1er emge ro en un im bni [i en '

Taschenberge abgetreten. g ck Palms am _ (Dr. I.) In der hsuiigen Sißung der Ersten Kam- mer, weicher als RegterungS-Kommiffar Gel). Finanz=Rath Wahl be1wohnte, erstattete zunächst der Referent für die Steuer- vorlagen, Kammerherr v. Erdmannsdorff, Bericht Über die 145 zu der_1 gedachten_Vorlagen eingegangenen Petitionen. Die Kam- mer_l1eß 144 der1elben, Welche Beitritt zu den Beschlüssen der Zwe1_ten Kawmer zu § 4 der Gewerbesteuergeseßnoveiie erbitten, soweit fich d1eselben nicht durch die gefaßten Beschlüsse erledigen, auf fich beruhen, wogegen eine, die Aufnahme gewisser Bestim- t_nunge_n m d1e Novelle bezweckcnde Eingabe der StaatSregierung uberwresen wurde. Der Referent nahm dabei Gelegenheit, die _Sprache, der_e1_1 fich d1_e Handels: und Gewerbekammer zu Plauen 111 threr Petitmn _bedtente, hart zu tadeln. _ Demnächft wählte drsKammerzu ,Mttgltedern des Staatsgerickztshofes für die tht vom Schluffe de_s gegenwärtigen bis zum Sckzluffe des r1achfien _Land.ags die HH. Wirkl. Geh. Rath Dr. U. Wächter in Leipzig, Fmanzprokarator Advokat Beschorner in Dresden und Geh. Hofrath [)r. Albrecbt in Leipzig, zu deren Stellver- tretern die HH. ofraih Advokat v. Könneritz in Dresden und Hofrath Y_dvo at Weber in Banken. Der König hat zum Voxfißenden dieses Gerickztshofes den Ober-Appellationsgerichts- Prgfidenteri _v. Weber und zu Mitgliedern die HH. Appellations- gertchts-Prandenten Klemm, Nosky, 1)r. Petschke und [)r Winzer

ßch Oberß-Hofmeißer Baron Nopcsa, Regierungs-Rath v. Fai-

Lage vrrkauft wird, Hat hier in der Absicht rechtSwidriger Bereicherung .,

;-

;- In der heutigen Sihung der Zweiten Kammer ßell- ten d1e_ Abgg. Korner und Gen. folgenden Antrag:

Die Kammer wokle beschließext: 1) in der Erwagung, daß eine Beförderung der Abgg. v. Könneuh und v. Einsiedel und Aufteilung der _Abgg._ v. Zahn und_])r, Hahn tm StaatSdienst stattgefunden hat, erklart d1e Kammer die Mandate der gen. Abgeordneten für sich er- loschen; 2) diesen Antrag sofort_i11 Schlußberatbuug zu nehmen.

Nachdem_ der Staats-Minißer v. Noftiß erklärt hatte, daß

die SiaatSregterung noch nicht in der Lage gewesen sei, fich über dtese Frage_, welche auf eine Interpretath der Verfassungs- urkunde hmausgehe, _schlüssig zu machen, und daher ihre Zu- st1mmung zur sofortigen Schlußberathung nicht geben könne, wurde der Antrag an die 3. Depuiation verwiesen. _ Eine Interpellation des Abg. Dr. Paniß: _ Anfragetz an das Königliche Ministerium des Kultus und öffent- lichen Unixrrrchts 1a Betreff der Auffassung einiger Bestimmungen des Voiks1chulgese_ßes v_om 26. April 1873 übewdie Stellung des Schulbusschusses 111 Stadten, in welchen die revidirte Städteordnung emgefubrt 1st:

_ 1) Hat der _Schu_lau67chuß in Städten, in welchen die revidirie Siadteordnung eingefubrr ist, denselben Wirkungskreis, der nach §. 24 des Geseßes vorn 26. April 1873 dem Schulvorstande zugewiesen ist, oder nur denjenigen, Welchen ihm Stadtratb und Stadtverordnete durcb Best1mmung im Ortsstatut überlassen ivgl. §. 25 13. Absaß 2 des Gesetzes vom 26. April 1873), oder der Stadtratb ibm übertragt (vgl. §.' 124 der_ revidirten Städteordnung)?

2) Finden insbesondere die Bestimmungen in §. 24 unter 6. und §. 35_unier 5 des neuen Volk61chulgesc13es auch auf die Behandlung dxs ]abrlicben Hauöhaltdplanes der Schulen in Städten, in welchen d1e revidirte Städteordnung eingeführt ist, Anwendung und bewendet es auch in diesen Städien damit, daß der Schulausschuß den Haus- haltpian aufstellt und die Bezirks-Sckzulinspektion ihn prüft und ge- nehm1gi, oder kann auch im Ortsstaiut Bestimmung dahin getroffen werden, daß der Haushalwlan der Schulen der Zuiiimmung des Stadtraibs und der Stadtverordneten zu unterliegen bat?

beantwortete der Staats-Mini er von Gerber wie folgt:

_ Zu _der 'ten Frage: „Die _teÜung des Schulausschusses als einer stadt1scheu Deputation und 1eine Geschäftsführung in Unter- ordnung unter den Sradtratl) bringt es mit fick), daß die in §. 24 des Volksfcbuigeießes _dem _Scbuivorstande zugewiesenen Geschäfte beim Sch_ulau§1ch11_sse eme_ Bejcbränkung erleiden können. Eine solche Be- schrankung seines Wirkungskreises ist ix_isowrit zulässig, als §. 25 unter 13, _Abs. 2 gestaitex, daß d_1e auf die äußeren Angelegenheiten der Schule bezuglichen _(Heichaste zwi1chen ihm und dem Stadtrathe durcb Orts- statut geibeilt werden.

Zu 2, Die p_acb _§. 24 unter _0. dem Schulvorstande obliegende Aufstellung _der 1abr11che11 Voramcbiäge für die Erfordernisse der Schulen gehort nicht zu den 5106 äußeren Angelcgenbeiien der Schule, welcbZ durch Ortsstcztut dcm Stadiralbc ausschließlich übrrtragsn w-rr- den k_or_1ncn, weil l)_1erbei die inneren Interessen der Schule Wesentlich bethe1ligi find. Kemcm Bedenken aber wird es unterliegen, auch dem Stadiratbe und den_ Stadtverordneten bei Aufstellung des Haußbalt- planes orisstatutarijch eine Konkurrenx einzuräumin, soferndies nur unbeschadet der m_ §._ 35 Nr. 5 des Volksmmlgeseßes bestimmten Kompetenz der Bezuchbulinspektorm geschieht.“

Ngchde_m die Interpeliation hiermit erledigi war, folgte der mundl1che Bericht der ]. Deputation über das König- lt_che Dekret, betreffend die Vorlegung der Verordnung über d1e Einfiihrung der neuen organischen Verwaltungs- geseße m den Schönburgschen Rezeßlxerrscbaften vom 19. September 1874. Ohne Debatte beschloß die Kammer ein- simmng i_n namentlicher Abstimmung, dem Anfrage der Deputa- tion gemaß, der auf Grund von §. 88 der Verfaffurtgsurkunde erl_aff_enen Verordnung die verfaffungSmäßige Genehmigung nach- tragl1ch zu ertheilen. Hierauf folgte die Fortseßung der Vor- kora*b1ma dos "om Aba. 1)r. Schaffrath eingebrachten Entwurfes der Ge_sch_af_tsordn_ung, und wurden hierbei die §§. 29_45 bez. m_1t e1mgen Abarzderringcn und sodann die GeschäftSord- nung 1_m (Hanzeri einstimm1g angenommen, worauf die Kammer beschloß, das D1rekt0r1um_ zu ermächtigen, die nbihige Anzahl vthE-Femplaren der Geschastsordnung drucken zu [affen und zu ve et en.

_ Baden. Karlsruhe, 2. Oktober. (Schw. M.) Eine etiigehende Verordnung des Minißeriums des Innern trifft, wie s_chon erwahnt, Bestimmungen über die Vorarbeiten zur Eminhrmig der Städte-Ordnung. Der Gemeinderath seßt zynachft die Zahl der besoldeten Beigeordneten und der Stadt- rgthe fest und hdit dazu die Zustimmung des Bürger*auSschuffes em; wegen Bestatigung durch das Ministerium hat sodann bis 15. Noveniber Vorlage an das Bezirksamt zu geschehen. Be- sgndere Eile Hat es mit Aufsteliung des Gemeinde-Voranschlags fur 1875, weil die KiaffemEintheilung der Wähler jeßt nach der Hohe der von ihnen zu entrichtenden Gemeinde-Umlagen erfolgt, deren Berechnung für die verschiedenen Steuer-Kapitalien nicht dre gleiche ist.

_ Der Gemeinderats; in Heidelberg hat in seiner Sißung vom 2. dem Antrage des altkatholischen Kirchen-Gemeinderaths auf Zulassung des altkatholischen Geistlichen zu den Sißungen des Arxneriraths entsprochen und den Vorstßenden' des letztcren benachr1cht1gt, daß Hr. Pfarrer Risks künftighin zu den Armen- raths-Stßungen einzuladen ist.

Hessen. Darrrißadt,5. Oktober. Die Zweite Kammer der Stande erledigte in ihrer heutigen (72.) Sißung den Grfeßeniwurf, betreffend die rechtliche Stellung der Kirchen- u_nd Religionsgemcinscbaften im Staate nach der Regierungsvorlage mit einem von dem Abg. Schröder beaniragiem Zusaß, wonach dieses Gesch erft gleichzeitig mit den Geseßen, _betreffend den Mißbrauch der geistlichen Amtsgewalt, die Vorbtldung und Anstellung der Geistlichen, die religiösen Orden und ordensähnlick)en Korporationen, in Kraft tritt. _ 11th den neuen Einkäufen ist eine ZustimmungSadreffe zu den K1rchengese§en von 78 Bensheimer Katholiken, und eine solche vo_n 101 Heppenh_e1mer Katholiken, ferner ein Protest des Bischofs von Mainz und ein solcher aus Biblis gegen die K1rchengeseße_zu_erwah11en._ Die nächsie Sißung findet morgen statt,_und wxrd m derselben in der Berathung der Kirchengeseß- entwurfe fortgefahreu.

_ In der Versammlung der Stadtverordneten am 1. d. M. beschloß man nach der „M.=Z.“ einstimmig Konkurrenz-Aus

stelle; der Endtermin der Anmeldung soll der 15. Oktober sein.

x_Oldxnburg. Das leßte oldenburgische Geseßblatt verkün- det d1e zw1schen Oldenburg und Preußen und zwischen Olden- burg und den Niederlanden über die Herstellung einer Eisen- bahnverbmdung von Ihrhove nach Neueschanz abge- schlossenen Staatsverträge. Der Bau und Betrieb der in Rede fiehendeii Bahn erfolgt für Rechnung der oldenburgischen Regiirung, die preußische Regierung leistet jedoch zu dem erfor- derltchen Anlagekapitale cinen Zuschuß 5 101168 peräa von 300,000 Thim, wovon 25,000 Thlr. an die Stadt Papenburg zur Bezchaffizng eines unterhalb dieser Stadt an der Eisen- bahnbrucke uber die Ems zu haltenden Schleppdampfers

urid Obcr-AppeilaiionsgerichW-Vizepräfidean v. Kyaw und ])r. Stegmann ernannt.

abgeführt werdsn._ Die niederländische Regierung verpflichtet sich ebenfalls, eme Summe von 700,000 Gulden holl.

schreiben bezüglich der mit 8000 Mark dotirten B ür g erm eist er - :

:;1 fonäs peräu beizutragen und die Strecke zwischen der Station Neueschanz und der Grenze_ innerßalb ihres Gebietes so zeitig herzustellen, daß d_1eser_Theil gleichzeitig mit der Strecke nach Ihrhove dem Betrtebe ubergeben werden kann. Die oldenbur- gische Regierung 1ft _verpfltchtet, die Vollendnng und Inbetrieb- nahme der Bahn iangftens innerhalb dreier Jahre nach der Ratifikation des zwrschen den Niederlanden und dem Deutschen Reiche abzuschließenden Vertrages zu bewirken, welcher die Re- gelung aller „wegen des Anschlusses an die niederländische Staats- Eisenbahn in Betracht kommenden Verhältnisse bezweckt, Die Bahn wird zunächst nur mit einem durchgehenden Gleise ver-

sehen.

Oefterreich-Ungarn. Wien, 5. Oktober. Der Kais er ist mit dem Erzherzogs Kronprinzen Rudolf heute früh von Gödöllö in Schönbrunn angekommen. Auch die Erzherzogin Marie Valerie ist daselbst eingetroffen.

- Zur Feier des Namensfeftes des Kaisers wurde gestern 11 Uhr Vormittags in der Metropoliiankirche zu St. Stephan von dem Kardinal Fürst-Erzbischof von Wien 3. Othmar Ritter von Rauscher unter zahlreicher Assistenz ein feierliches Hochamt celebrirr.

- Eine Cirkularverordnung des KriegS-Minifters giebt, der „Prag. Z.“ zufolge, bekannt, der Kaiser habe die Ausarbcitung neuer Normen für das Avancement im Heere angeordnet, und veröffentlicht die Modalitäten, unter welchen bis dahin außer- wurliche Beförderungen stattfinden dürfen.

Innsbruck, 5. Oktober. Die deutsch-tiro[ischen Abgeord- neten Übergaben dem Landtage einen nachdrücklichen Proieft gegen die Behauptung der im Landtage nicht erschienenen Welsch- tirolischen Abgeordneten, daß zur Entscheidung über ihre Bitte um einen eigenen Landtag für Welsch-Tiro[ der ReichSraih allein kompetent sei.

SchWeiz.

* **“ * *3- »?IJYMMZY Bern, 5. Oktober. Am Sonnabend Mittag ist laut dem „Bund“ der neue franzöfische Boiscbafter, Graf d'Harcourt, von Paris kommend, in der Bundesstadt einge- troffen. Er wurde am Bahnhof im Namen des Bundesrathes vom Vize-Kanzler empfangen. Hr. Laboularze wird dem Ver- nehmen nach auch unter dem neuen Botschafter die Stelle des ersten Sekretärs und (:barZÉ (i'akkxiires bekleiden und Überhaupt auch der übrige Bestand der Botschaft derselbe bleiben.

_ 6. Oktober. (W. T. B.) Der neu ernannte fran- zösische Gesandte, Graf Harcouri, hat heute dem Bundespräsidenten im Beisein des Bundechaths seine Krcdiiive überreicht.

Niederlande. Haag, 2. Oktober. Im BadhaUse zu Schevrningen fand Nestern ein Festmahl statt, welches von dem Kolonien=Minister Baron von Goltstein zu Ehren der Be- fehlshaberder zweiten Expedition gegen Aichin gegeben wurde. Zur Seite des Prinzen von Oranien saß Geiieral-Lieutenant van Swieten, zur Seite desPrinzen Alexander und des Kolonien-Ministers General Verspyck und der Kapitän zur See van Gogh (der ebemalige Kommandant der Marine_v0r Aickzin). Unter den Gästen befanden fich sämmtliche Mimfter, die Präsidenten und viele Mitglieder beider Kammern der (Ge- Ueralstaaien, die früheren Minister van Boffe, Gericke und Fransen van de Putte. Toaste wurden ausgebracht von dem Baron van Goltstein auf den König, den Oberbefehlshaber des Heeres, von dem Prinzen von Oranien auf die Befehlshaber der Land: und Seemacht bei dem Kriege auf Sumatra, und von dem General- Lieutenant van Swieten auf das Haus OraniexT. _

_ Durch Königlichen Besch1uß vom 28. September ist dem General-Lieutenani van Swieten vom 1. Oktober an „ehren- volle Entlassung aus Sr. Majestät militärischem Dienste i_mier Dankbezeigung für die von demselben aufs Neue dem Komge und dem Land:- erwiesenen vielen und wichtigen Dienste“ und mit Wiedereinseßung in den Genuß seiner friiheren Penfion er- theilt worden:;x-zz

_ Aus Batavia find Postberjcizte bis zum 26. August hergelangt. Wie die neuesten Meldungen aus Grdß-Atckzin mittheilen, ist dort ein Sultanatsprätendent aufgetreten,T11kU Haften. Jm niederländischen Lager neigte man zn dcr L_lnficht hin, Tuku Haiens Auftreten als Thronkandidat [affe weiiereu, hartnäckigen iderstand erwarten. Man war übrigens ohne alle Besorgniß; die Truppen haben vollstes Vertrauen zu 08111 Obersten Bei, welcher, seitdem er das Kommando führt, keme einzige Schlappe erlitten und den Aichinesen, so oft ne einen Angriff wagten, jedesmal schwere Verluste beibrachte.

Großbritannien und Irland. London, 5. Oktober- Die König in wird dem Hofjournale zufolge Balmoralin etwa fünf Wochen verlassen, um zum Empfange drr Kaissrin von Rußl und nach Windsor,. zurückzukehren.

_ Der italienische Gesandte am hiesigen Hofe, Riiter Cadorna, ist von seiner UrlaubSreise nach London zurückgekehrt.

_ 7. Oktober. (W. T. B.) Bei der Parlaments- wahl in Northampton erhielten Merewether (konservativ) 2671, Fowler (liberal) 1836, Bradlongl) (radikal) 1766 Stim- men; der Erstere ist somit gewählt. In Folge des Wahlresul- tales kam es in der Stadt zu großen Unordnungen und _Un- ruhen, die Radikalen griffen die Wohnungen von Angehorigen der anderen Parteien an und suchten dteselben__z11 demol1ren. Es wurde eine große Anzahl von Personen rnißhaiidelt _und venvundet, die Polizei war nicht _niächiig genug zum E1nschre1ten. Die Behörden haben deshalb Militärqckzen Schuß erbeten.

_ Gutem Vernehmen nach wird die Regrerung dem Parla- menk in der nächsten Session einen Gestßentwurf, betreffend die Anlage eines großen Kriegshafens bei Dover vorlegen. Die Anlage wird im Ganzen eine Flache von 400 Hektaren umfassen.

Brighton, 6. Oktober. (W. T. B.) Der kirchliche Kongreß ist heute hier zusammengktreten. _Der Bischof von Chichester fürrie den Vorsiß und croffnetx die Versammlung durch eine Rede, in welcher er d1e altrathoiische Bewegung auf dem Kontinent berührte. Er hob namentltckz hervor, daß de_r Altkaiholizismus den Beginn einer Reformatton m der katholi- schen Kirche bezeichne, welche von ahnl1che_n Gesichispunkten crus- gegangen sei, wie die englische Reformanon. Die altkatholtsche Bewegung sei daher für England von besondereii: Interesse. Der "Redner sprach darauf die Hoffnung aus, _daß der Kongreß seme Sympathien für die aufgeklärten Katholiken kundgeben werde, welche dem neuerdings noch verscharfien Joche Roms sich ent- ziehen wollten. Der Bischof von W1nchester und der Dechant von Chester, welche der 43111: Kurzem 111 Bonn abgehaltenxnerckz- lichen Konferenz beigewohnt haben, htelixw daraus Vortrage uber deri AltkatholiziSmué-„XFJ ' "“““ „„

..."-

Frankreich.. Paris, 6. Oktober. (W. T. B.) Das Resultat der Wahlen zu den Generalräthen ist jeßt fast vollständig bekannt. Es sind etwa 800 konservative und 500 republikanische Kandidaten gewählt und noch 100 Stichwahlen zu erledigen. Die Konservativen haben darnach ungefähr 30 Sitze gewonnen.

_ Der bisherige Präsident des Munizipalraths, Vautrain, ift mit 39 von 57 Stimmen als solcher wiedergewählt worden.

Spanje... *-.-1'adrid, 6. Oktober. (W. T. B.) Nach hier eingelangten Nachrichten hat Don Carlos vorgestern den General Dorregarar] des Postens als Ober-Befehlshaber enthoben und soil dies unter den carlistischen Truppen große Unzufriedenheit hervorgerufen haben. Die Carlisten haben 38 Bataillone und 15 Geschüße in la Guardia und Umgegend konzentrirt. _ Eine carlistische Abtheilung unter Madrazo ist von dem General Reina geschlagen und zerstreut worden. Santander, 6. Oktober. (W. T. B,) Die aus carlistischer Quelle stammende und von französischen Zeitun- gen verbreitete Nachricht, daß vor einigen Tagen eine größere Anzahl von Gesch'üßen und Gewehren nebst Kriegs- munition fiir die Carlisten bei Motrico gelandet worden sei, ist nach den von der spanischen Regierung angestellten Ermitte- lungen unbegründet.

_ Der Londoner „Pall Mall Gazette“ geht aus San- tander vom 6. Oktober ebenfalls die Meidung zu, daß Don Carlos im Lager von Durango von einigen seiner Soldaten meuchlerisch angefalien ist. Eine amtliche Meldung ist dagegen noch nicht eingegangen. Die Pariser „Union“ bezweifelt die Nachricht, da Don Carlos nach Depeschen aus cariiftischer Queile, (1. 6. Hendaye, den 5. Oktober, noch am 3. d. das Hospital von Yrasche besucht habe und dieser Ort zwei Tage- reisen von Durango enifernt sei.

_ Bei dem spanischen Konsul in Bayonne haben sick) 47 Offiziere, die aus carliftischen Truppenthcilen desertiri find, gemeldet und um Begnadigung durch den Marschail Ser- rano und um die Erlaubnis; zur Rückkehr in die Heimaih nacb- gesucht. Nack) ihren Angaben wird in den carliftisckzen Lagern vielfach das Verlangen nach Frieden geäußert und find die FäÜe nicht selten, wo der Gehorsam geradezu verweigert wird.

Türkei. Belgrad, 4. Oktober. Eine Fürstliche Verord- nung ichreibt die allgemeinen Wahlen für die Skupschtina auf den 5. November aus. Die Skupschiina-Sesfion wird am 20. November in Besgrad eröffnet.

Schwkden und Norsvegen. Stockholm, 2. Oktober. Gestern fand im Schlosse Drottningholm ein Diner statt, an welchem die verwittwete Königin, der Prinz von Wales, der Kronprinz von Dänemark, der Kronprinz von Schweden, die verwittwrte Herzogin von Dalarne Theil nahmen, und zu welchem der Reichsmarschall, die schwedischen und norwrgischen Staats-Minister, der Ober-Siaithalter, der Ober-Kommandant, der englische und dänische Minister-Refident mit ihren Gesandtschafts-Sekretären u, A. m. eingelixden waren. _ Der Prinz von Wales und der Kronprinz von Dänemark beabsichtigen vor ihrer Rückreise nach Kopenhagen, der Studi Upsala einen Besuch abzustatten. F;! THILO?»

?LZDänemark. Kopenhagen, 5. Oktober. Das Folke- thing wählte Krabbe mit 49 von 71 Stimmrn zum Präsiden- ten, A. Hansen und Hörgsbro mit je 46 von 76 Stimmen zu Vizepräsidenten. '

_ Der Instiz-Minister Klein ist duroh ein Dekret vom__ 1. Oktober zum Groß - Offizier der Ehrenlegion ernannt wor en.

_ Die Budgets der Westindischen Inseln für das Finanzjahr 1874 bis 1875 smd unterm 19. U. M. vom König genehmigt worden. Die Einnahmen der Kommunen St. Thomas und St. Jean find zu 197,490 Ndl., die Ausgaben zu 218,172 Rdl. 89 (Hk., die Einnahmen von St. Croix zu 140,875 Ndl., die Ausgaben zu 174,541 Rdl. veranschlagt. --€:.Y

Amerika. New-York, 6. Oktober. (W. T. B.) Nach hier eingegangenen Meldungen aus Cuba haben die Insur- genten die Stadt Remedios 24 Stunden lang beskßt.

_ Ein Telegramm aus Valparaiw vom 1. . bezeichnet die kommerzielle Situation in Peru als höchst imficher. Die Revolution in Bolivia ist völlig unterdrückt worden. 1)1“. Corral Wurde ins Gefängnis; geworfen.

Asten. Kalkutta,6. Oktober. (WTB) DasRegen- wetier dauerifort. Die Winterernte ist jedoch allenthalben, mit Ausnahme der Distrikte Die Verwendungen zur Unterstüßung der durch die Hungers- noth betroffenen Bezirke können zum 15. d. M. aufhören und bleiben dadurch noch unter dem Anschlages.

Neishötagö = Angelegenheiten.

Cöin, 7. Oktober. (W. T. B.) Der Maler Friedrich Baudri, Landtags - Abgeordneter für Eupen und Reixhstags - Abgeordneter far Acsräxets, Mitgiied der (Zentrumspartei, ist gestern chen Absnd gr tor cn.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Berlin. Die fünfte Jahresversammmluug der denischexi ornitbologiscben Gesellschaft nahm am Montag b1erfeibii ihren Anfang. Es batten fick) dazu _eiwa 40 (Helei1rte_ und Freunde der Vogelzucht eingefunden, welxbe im Veretnslokal _1111 Réstaurant

eunig, Unter den Linden, begrüßt wurden._ Zum Prafidenten wurde r. Baron v. dmever, zum Vize-Prastdentexr drr Hauvtmann v. Homeyrr, wel er fick) demnächst einer Expediiiow nacb Cenical- Afrika anschließen wird gewählt;_ da_s Schr1ft_fui)re:amt uber- nabm Professor Dr. Cadanis. Die fur_ den _Kdngrrß angemei- deten Vorträge, Wslche theils ber Zeniiig, _1beiis im_ zoolog1- schen Museum gehalten werden, find rem w1ssenschaftl1cher Na- tur. Das Hauptiniercffe bei _ _ währt immer die Exkursion nach dem zoologischen Garten, bei welcher 1)r. Vodinus den Herren die neuesten Acqmfitwnen des Gartens vor- führt. Diese Exkursion wurde gestern vorgeixommezi und endete_ m1t einem Festdiner im Garten. _ A111_Donner1t_ag wnd d1e_Gese111chaft dem Palais Sr. Königliéeäi Hoheit des Prinzrn Carl emen Be1u_ch ab tatien um das dort c n _ _ _ Arigenichéin zu nehmen, _ Die Ges _ etzt 150 M1tg11eder. Ein Antrag, die Jahresvermmmlungcn rnit den atixrforscher- Ver- sammlungen zu verbinden, wurde abgelehnt, dcr T-rmm der Jahres- versammlungen aber auf den jededmaltgen ersten Montag nach dem 15. September verlegt. _

_ Von der illustrirten Zeitschr1ft „Haus und Weli, Blatt für Deutschlands Frauen“ (Verlag von Franz Ebbardt in Ber- lin) ist soeben die Nr. 1 (17. Jahrgan_g) _auSgegei-en worden. Dl?- elbe erscheint mouatlich“2 Mgl, a_lso iabrltch _1n_ 24 Nummern, mit 4 Schnittmusterboqen, ebenw vielen belletristiscben Beilagen und

Burdwan und Hooghly, gesichert.,

diesen JabrcSversammiungen ge- -

mark, für

50 Pf.

deckt. Bis

den.

geschichte J. H.

Gedenkbuch

Urnenfel

Dr. Müller

nommen:

Ausbildung

dung den gewährt Richtung, _ maihemati!

11. 1)

werden.

weißenb fache arch

Bau War breiter,

weiche grabungen man hat

(statt mit

OrLanism

führung n

Sireit un bestimmte auch dem mußte sie

Central

52 koloririen Modekupfern. Der Preis beträgt vierteljährlich 2 Reichs-

Berr) un

messer von drei bis dier _Fuß. Das Holz ist es etwas stark ge1chwarzt. __ funden, deren Holz aber nicht mehr brauchbar ist.

_ Das 9. Heft der Zeitschrift für deutsche Kultur-

Meyer) hat folgenden Inhalt: Beibleu Gabors Hochzeixsfeier. dem handichriftlichen Berichte eines Augenzeugen mitgetheilt vo_n August Jugler. _ Die geplagke Geistlichkeit im Mittelalter. _ Ca1anrva 111 Cöln. _ Eine Teufelsbcschwörung aus dem Jahre 1688. _ Aus dem

gabe der nächsten Zukunit. _ _ _ _ _ wrrdrn, daßfie bei genugcnder Beruckkichngung der allgemeinrn Bil-

Rormaiplan Schulen muß bilden. 3) Das

wiÜigendirnst _ _ 1ein ein noch näher zu de_nimmendes driitichen Sprache und L1ieratu_r, _ _ sckZichtc, Grograybir, Jiaxurw:s1enschaft und Mathematik. Usher dieses 9) hinaus muß jade Schalk, _ _ _ _

ihre Schüler Anwruch macht, fick) mmdestens nach einer Weienilicßen

als jenes des Cölner Domes. __ _ _ _ mit offen sichtbarem Dachgebäik, wie is alt? Banlikrn 111 Italien zu haben pflegen, _ Dom mußte seine S_teme zum _ _ _ grben; ddch standen iogar noch 311 Anfang unieres Jahrhunderts die Grabkapellcn Ludwigs des jetzt

legt, d. [). deren Fundamente _ an zum Vorschein, Endlich hat man_ Die Lage der darm

auf, er swabte die Krustc_ab, __ _ _ _ __ _ bald ganz brll. Diese Basie nt die Einzig? 11113 «iibcr angefertigte, dix man bisher fand, sie wiegt

München, 5. Oktober.

die AUSgabe mit koloririen Modekuvfem 4 ReichSmark

_ Auf einer dem Hrn. Korytowski in Rogowo gehörigen Torfwieie ist vor ca. 6 Wochen, bei Gelegenheit der Anlegun neuen Torfstichs, ein interessanter Fund, _ _ _ entdeckt worden. In einer Tiefe von 20 Fuß sticß man rnit der maschine auf einkn harten Gegenstand. _ _ und man fand einen Holzblock, der ca. 60 Fux; lang war. _Cme nähere Untersuchung _ stamme berrübrte. Nunmehr Wurden we1iere Nacbgrabungen veran- laßt und, wie erwähnt,

eines ald, Torf- Es wurde darnach gegrben

ein versunkener

ergab, daß derselbe von einem C1cben-

eine große Menge versunkxner S_tämme eni- jeßt find 151 Eichenstämme ans Tageslicht befördert wor-

Einige derselben sind über 80 Fuß lang und haben einen Durch-

hat fich gut erhalfen, nur Auch andere Baumarten hat man ge-

herausgegcben von 1):- Kommiifion bei Carl Nach

(Neue Folge. 111. Jahrgang), [ler, Studienratk), (Hannover, m

des Hermann Weinsberg. Von L. Ennen. (Fortseßung)

_ Bücherschau. Buntes. _ Wie die „N. Hannov. Zig.“ hört,

sollen das Perlbcrger

d im Stadeicben, wie auch die übrigen Drnkmälcr der

dortigen Gegend einer eingehenden Besichtigung durch den Studienraih

in HannoNr unterzogen werden,

_ Die Versammlung der Realscbuilebrer in Braun- schw-rig ist von etwa 150-200 Tbeilnxbmern besucht._ Sitzung am 2. d, M. wurden folgende The'xen in erster Leiung ange-

Zn der

1. 1) Die Pflege der höheren Bürgerschule obne Laiein und ihre

und weitere Vkrbreitung ist eine lefonders wichtige L_luf- 2) Solche Schulrn müssen id orgamfiri

eigcnartig-sn lokalen Bedürfnissen Rechnung tragen, _Em kann nicht aufgestellt werden._ Jede dmer ein selbst:;ndigcs, in sich abge1chloss€nes_ Gan_z_e auf 1olchen Schulen erlangte_ Rrisezeugmx; Recht der Meldung zum cinjabrigen§ Frei- 4) Gemeinsam 1111113 (111811 Abiturienten di€1er Schulen Maß von Kenniniffkn in der

111 einer fremden Sprach in Ge-

das

welchr auf das Freiwilligenrechi für

fremden Sprachen, sei es nacb einer Seite drs

sei es in _ _ _ rriyobte Ziele seßen

ch-nati1rwisiknschaftlichen Unterrichts,

und zwar derari, daß diese Ziele von ix_n (3,5111er Zur braniagien und [rißigen Schülern unter normalen Vrdmiiungen 1118 zum vollendeten echszsimten Lebensjahre erreicht Werden konnen.

Das Recht der Meldung zum einjährigen FreiwiÜigen-

dienst kann nicht vor dem vvÜendetcu sechSzrimtcn Lebrnsjabre criangr 2) Es kann nur auf Grund einer welche abzulegen ist entweder vor den dazu bei _ missionen oder vor den Lebrerkollegien drr dazu _brrrchgieu Schulen. 3) Die Aufsicht über die Prüfung steht den Re1chsbchördrn zu. 4) Die an die Prüflinge zu stellenden Forderungen werden nach dem Maß- stabe bestimmt, welche für die Leistungen der leiiurientrn der hohe- ren Bürgerichuien aufgesteÜt wird.

_ Unter Leiiuug des Dr. Emerick) Henßlmann fanden in Stuhl-

Prüiung erlangt werden,

tell'en besonderen Kom-

urg an der Steile des von dem Könige Stephan dem

Heiligen gegründeten Domes Außgrabungen statt, Welche mehr-

äologisck) interessante Resultate ergeben babrn, Der alte eine Basilika von kolossaler Anlage; das Mntélscbtff _War Das Jnncrr ivar ungewolbi,

Der besonders durch die Türken zur Ruine gewordene Bau dcs bisck1öflich9nPalasies ber-

Großen und des Matthias Corvinus,

ebenfalls spurlos verschwundrn smd. Die Aus- find im bischöflichen Garieii vorgenommen worden; den größten Theil des Mittelicbiffrs und dir _Abfis blo'ge- ck der wrißc Marmoriußboden „im dabei Marmorornamente aus den Zeiten der _Vinjdu. vier Sarkophage von roibcm Marmor gefunden. befindlich_en Skelette mii gerade; arisgcstrcckién gekrruztkn) Armen läßt auf die Arpadcnzcii jehlwsen. Das

eine Gerippe hatte auf der Brust ein cinfacbi's Rel1qixirnircu: _ neben den Sarkophagcn lag ein Ro1enkranz vrn1chwarzen «remprlcn. Gegenwärtig werden die_ _ _ _ _ __ Großrn geiuchi, von der wnjt 11) Wenig noch etwas ubrig 111, als ron dcm Prachtmonument des Königs, das darin stand.

_ Der bisherige Grneraliniendant der Kaiserlichen Hoftheaier in Wien _ suchen in drr anerkennendsien Weise durch den Kaiser von der Leitung der Intendanz enthoben worden.

Fundamente der Grabkapelle Ludwigs des

Graf Rudolf Wrbna ist auf sein wiederholtes An-

Zugieich tritt eine Aenderung im us der Oberleitung der Kaiierlichen Hoftheater e111, Der

0 ten eines Leiters der Hoftheater-Jnterxdanz wird nicht wiederbeseßt, Zudem es wird provisorisch vom Ka11erii_chc11 Ober-denieißrraxnt einem böberen Verwaltungsbeamten die Beyorgung der admmntratw- finanziellen Geschäfte der bciden Königlichen ersten __ Angeichheiisn drs Hofburg- und HoF-Oyerntbeatch ubertragsri Den Dirrktoren drr Kaiserlich Königlichen Hoftheater Wird durch d1eye Cin- ricbiung ein größerer _ ait1stische Lijiang eingeraumt. und des Künstlervcrsonals_ Wsrden die Verfügungen ubcrlqssen, täten, Feststeüung des chcrtoires, _ beziehen und fie so ihre künstlerischen Intcntionen unmittelbar zur Geltung bringen können.

_ Das grcße _ führung des neuen Oratoriums von Aribur Suibvan, Liäii der WM“, __ _ werk findet in der Presse eine sehr gunstige Bejprechung.

_ Der „N. fr. Pr.“ _ _ Aukgrabungen in Herculanum hat man sorben imm interessanten Fund gemacht; Größe ganz aus Silber. fangs graubie man, eine man deren häufiger findet; _ dem Metalie eine cigcne dunkle Farbunß gegeben.

e

Hoftheaier Und das dem „K_aiseriich Ober-Hofmeister zu erstattende Reskrat uber die

Wirkungskreis, eine weitere Sphäre für die Sie Werden in allrn Fragen der Kunst selbständig vorgebrn können; ihrer Emfichi die fich auf die Wadi der Novi- Gastspiele, Engagements u. s. w.

Musikfest in Liderpool bai mit der Auf- betiielt „Das

einen erfolgreichen Abschluß gefunden. Das Ton-

wird aus Venedig geschrieben: Bei den

es ist dies die Büste cinrr Frau in natürlicher Dieselbe ist vortrefflich rrl1alien. Atz- der Bronzefiguren vor M) zu _bizben, Wie dix Erdschichten und Schwrfelnucke batten _ _ Bei der Ueber- acl) dem Museum fiel die Far index; ciriem der Vramieu und das Silber zrigte fich rem und

29 Kilogramm, Es erhob fich cin ter dcn Kenncrn, ob die_ Fégur gegossen oder ziselnt wurde; Merkmale wiesen indeß auf die erste Erxtstebungsart 11111, ist die Bü1ie bobl, mithin

Gewichte nach zu schließen, _ gegossen sein. Die Figur steak den schönen Kopf einer

jungcu Frau dar.

Land- und Forstlvirthschaft. Die Ccntralversammlung des landwirtlxschafts- (Oktober-) Festes wurde heute

Vormittag unter großer Bibriligung der anwese'ncen Landwirthe von dem Präfidmten desselben,_ _ _ _ des Eyren-Präsidcnten Punzen Ladung, mehrerer Munster (v.

Reichsratb v. Niethl)amer,_ unter Beisein Pscufer,

1) einer Anzahl Ministeriai- rc. Beamten eröffnet. Drei