1874 / 244 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 17 Oct 1874 18:00:01 GMT) scan diff

Die Kunstausstellung der Königlichen Akademie der Künste. 1711. Ideales Genre. - Koßümhilder. (Vergl. Nr. 238 d. Bl.)

Von den in den beiden leßten Aufsäßen besprochenen Ge- mälden gehört die größere Mehrzahl derjenigen, die aUegorische, mythologische und sagenhafte Stoffe behandeln, dem Gebiet der sogenannten „idealen Malerei“ an, die in erster Linie auf die Schilderung der von den mehr oder minder äußerlichen Bedin- gungen der zufäUigen zeitlichen und öülichen Erscheimmg unab- hängigen, unverhüllten oder ideal gewandeten schönen mensch- lichen Gestalt auSgeht, deshalb stets mit besonderer Vorliebe ihre Motive aus der idealen Welt der klasfischen Myths entlehnen wird. Wie der Maler aber den mythologischen Namen oft gewissermaßen nur als Vorwand braucht, um ein Bild idealer körperlicher Schön- heit zu zeigen, so darf er auch mit Vollem Recht auf diese sehr häufig dock) nur äußerliche» Benennung verzichten und den nackten menschlichen Körper, deffen Darßellung unbedingt als eine der höchsten Aufgaben der bildenden Kunst gelten muß, um seiner selbst wiÜen dem Beschauer vorführen. Dies e Gattung der Malerei, die fiel) in der französischen Kunst übrigens einer viel ausge- dehnteren Pflege erfreut, als es bei uns der Fall ist, wird auf der dieSmaligen Ausstellung außer durch die bereits erwähnten mythologischen Gemälde noch durch drei weibliche Einzelfiguren vertreten, bei denen sämmtlick) die Nacktheit in der schon in der griechischen Kunst bei der Darfteüung der Venus beliebten Weise durch eine Beziehung auf das Bad mo1ivirt erscheint.

Rumplers Bild: „Vor dem Bade“ zeigt eine entkleidete, jugendliche Mädchengcßalt von noch nicht zu voller Reife ent- wickelten Formen, die, einen Fächer in der gesenkten Hand hal- Fend, ein bräunlich goldig getöntcs Gewand um die Hüften ge- schlagen, läffig träumerisch dasteht und sich in feiner und war- mer Earnation von dem tmr leicht angedeuteten dunklen Ge- büsch ch Hintergrundes abhebt. Pikant im Ausdruck wie in dcr Formengcbung, ist das Bildchen in seiner harmonisch ge- tönten, satten und wohligen Farbe von nicht geringem kolo- riftischen Reiz, dabei aber in den Accessoires.“; dock) eincr ein- gehenderen Durchführung crmangelnd. Auf Hildebrandt.?- „Am Meercsstrand“ wendst die dargestellte Figur, die, mit dem linken Fuße bereits das Wasscr berührend, über dem aUSJestreckten rechten Arme das eben abgelegte schwere Brokat- gewcmd hält, dcm Beschauer das Hinterpwfil des zarten blonden Kopfecz und den zum großen Theil in feinem Schatten modellt'rten Rücken zu. Aux!) hier ist ers die rein malerische Wirkung des Tons, auf die es dem Künstler zunächst ankam, während die GeWandung nnd die Attitüde der lebensgroßen Ge- stalt kaum rrcht motivirt erscheinen und die Stellung des rechten gebogenen Beins schwerlich schön genannt werden kann. In dem Bilde von E. Hübner steht _eine anmuthig bewegte weibliche Figur vor einer bräunlich graUcn Jelé-wand dicht am Wasser, das ihre Gestalt wiederspiegelt, und löst mik den emporgehobcnen Händen die F1echten ihres röthlick) blonden Hanks. Die ge- schlossene malerische Haltung des kleinen Bildes ist ebenso zu loben, wie die gute Zeichnung und Modellirung dcr nackten Mädchengestalt und ihr vöUiges Aufgehen in die dargxsteUte Situation.

Zwei andere Bilder desselben Malers, die Gestalten des heutigen italienischen Volkes zeigen, tvollen wir gleich an dieser Stelle erwähnen. Die „CaprMschen Frauen bei der Toilette“, die fißende Herrin, der eine Dienerin im Vorraum des Hauses die Haare ordnet, während eine dritte, gefällig bewegteMädche11- gestalt, an der Thür lehnend, fie betrachtet, hebsn fick) in hellem Licht charakteristisch von der scharf beleuchteten weißen Mauer und der klaren blauen südlichen Luft ab, find abcr für die Größe der Figuren etwas [M im Ausdruck. Viel ansprechender Und ausdrucksvoller ist die in gleichem sonnigen Licht gemalte und in glücklich geschlossener Linie komponirte kräftige Jignr einer „Winnenden Frau“, gegen deren Schoof; fich ihr nackter Bube lehnt. _ Noch ein kleines mythologisches Bildchen von Schobest, ein unter Blumen schlafendcr „Amor“, der in der Farbe kräftiger und ansprechender ist als desselben Malers bereits besprochencr „Tauschhandel“; möge zugleich an dieser Stellenach- getragen sein. .,

In seiner Gattung auf der AussjeUung ganz allein da- stehend ist Krohns Genrebild „In den Rosen.“ ES zeigt in einem idyÜiscHen Paar, einem Knaben Und einem blonden Mädchen, die in langen weißen Kleidern nebeneinander durch das helle Grün dichter blühender Rosenhecken dahersthreiten, zwei große Figuren in antikifirender Formengebung und Gewandung, die aber nichts mit der akademischen Tradktion gemein haben, sondern durchaus modern genrehaft und eigenartig Empfundsn find. Beide Figuren erscheinen, wenn auch ihr NUsdruck psycho- logisch intereffamer sein könnte, doch lebendig individualifirt und in den Formen keineregs unedel. Dazu ist Zeichnung und Modellirung von nicht geringer Tüchtigkeit und vor AUem hat der Maler in dem fein und zart getönten Bilde ein selbstgcftclltes schwieriges koloristisches Problem zu lösen verstanden.

Zwei kleine Genrebilder von Mariani („in Rom) schildern das antike Leben in seiner charakteristischen echten Erscheinungsweise. Das eine derselben stellt ein junges Mädchen am Brunnen Und eine Alte dar, die ihr mit verführerischer Rede eine Halskette darbietet, während ein junger Römer, hinter dem Vorhang einer blumenumwundenen Thür hervorfthauend, auf den Erfolg seiner häßlichen Vermiktlerin wartet. Das Bildchen verbindet aus- drucksvolle Charakteristik mit gefäUiger Zeichnung und Farben- gebung und ist ebenso sorgfältig ausZeführt wie das andere, das in einem zierlichen pompejanischen Interieur eine graziöse, von einem großen Hunde begleitete Mädchengestalt zeigt, die aus einem Käfig eine Brieftaube genommen hat und mit dieser ko- send davongeht. Dieselbe treffliche perspektivische Zeichnung des Raumes, in welchem die Figm; in plastischer Rundung dafteht, ist auchxeinem driiten Bilde des Malers eigen, dem durch eine elegante Frauengestalt belebten Interieur dcr 88.19. (161 89900111 in der Gallerie Borghese zu Rom, das die reiche plastische Dc- koration dieses Raumes geschickt, nur etwas irocken in der Farbe, wiedergiebt und gleich hier mitgenannt fein möge.

In reichster malerischer-Schönheit wird endlich noch die antike Welt vor dcm Beschauer in den beiden großen, der Kollektion des Palazzo Palmieri in Nizza angehörigen Ge- mälden lebendig, die Alma Tadema auSJesteUt hat und die zu den bewunderanerthesten Schöpfungen der modernen Malerei gezählt werden müssen; das eine derselben schildert ein antikes Gemäldekabinet, das andere ein römisches Sculpturenmagazin, die Figuren , beider Bilder smd Portraitgestalten in antikem Kostüm, die auf dem exseren VZlde die Familie des Bestzers der beiden Bilder, auf dem anderen di 'enige des Malers dar- stellen. In unübertrefflickzer Weise wu ie dieser jedoch jeden ßörenden Kontrast zwischen dem modernen Typus der Köpfe und der antiken Gewandung zu überwinden; nirgends tritt

Salonmalerei.

störend ein fremdartiger Zug hervor, der die beiden Werken eigenthümliche überzeugende Echtheit der gesammten Erscheinung und den vollen Einklang zwischen der äußeren Form und dem inycehßen Wesen zu verwischen oder auch nur zu trüben ver- mo e.

Das Gemäldekabinet zeigt einen hohen Raum, in den von oben her durch ein hochangebrachtes halbverhangenes Fenster ein mildes Licht eindringt. Durch eine gewölbte Thür blickt man links in ein sonnendurchleuchtetes Nebengemacl). Ganz im Vordergrunde ist eine Staffelei aufgerichtet, vor der einige Be- schauer fich auf ein gelbes Polster niedergelassen haben. Vor- übergebeugt betrachtet, ganz versunken in den Anblick, ein junger Mann in dunklem Kleide und darüber geschlagenen hellen Man- tel das aufgestellte Bild; an seiner Rechten fißt ein älterer Mann, von dem nur ein Theil des Profils und die unterhalb des Knies zusammengefalteten Hände s1chtbar werden, -- doch genug, um den Mann lebendig und voUftändig zu charakte- rifiren. Auf der anderen Seite neigt eine jugendliche Frauengestalt, deren Füße auf einem geftickten Kiffen ruhen, Während die Hand einen Fächer hält, den Ober- körper und das anmuthige, zarte Antliß zu dem Bilde hinüber. Hinter diesen fißenden Figuren, ein wenig zurück, steht mit geift- reichen Zügen und ausdrucksvoll sprechender Geberde„ein älterer Mann, wohl der Befißer des von den Uebrigen gemusterten Bildes. Etwas abgesondert fiZt noch ein bärtiger Mann, dem Beschauer das Profil zukehrcn , rückwärts auf der Polsterbank, während zwei jüngere Leute den die hintere Wand bedeckeuden Gemälden ßck) zugewendet haben.

Dem gedämpften warmen und tiefen Ton dieses Bildes steht das volle hLÜS Licht des anderen gegenüber. Hier ist die Lokalität ein geräumiges Magazin, dessen Wände eben- so wie die Fliesen des Fußbodens aus weißem Mar- mor bestehen. Dazu ist der ganze Raum mit Marmorarbeiten verschiedenster Art, mit Büsten und Statuen gefüth. Vorn auf einer Tischplatte, deren Fußgesxell in flachem Relief ornamentirt ist, steht eine reiclxvergoldete filbcrUe Schale, in Form und Zier- ratl) der Minsrvaschale des Hilchheimer Silberfnndes gleich, Weiter zUrück auf einem runden Sockel eine große flache Vase aus spiegelndem schwarzen Marmor mit figürlicl) gearboitetcm Fuß, die ein halbnacktec Sklave herumdreht, um ste dem Kägfcr von allen Seiten fichtbar zu machen. Diesex, ein bärtiger Mann von kncrgisckzcr Bildu'mg der Züge, hak fick) neben einer Frau auf einer Bank niedergelaffen, UNd Beide betrachten prüfen?), mit charakteristisch verschiedenem Ausdruck, das vor ihnen stehende Meisterwerk, der Mann, indem er mit ÖML linken Arme einer Frauengestalt UNd zWeiKindernwshrt, die neugierig fick) vordrängen. Durch eine hohe und weite Thür blickt man durch den nach außen fiel) öffnenden Verkaufsraum des MagazinH, der mit kleineren Gcgknftänden, hängenden Lampen und anderen Ge- räthen, angefüllt ist, auf die grch von der Sonne beleuchteten und mit Inschriften bemasten Mauern der gegenüberlisgendkt Häuser, und- dieser Durchblick auf den voÜcn Sonnenschein der offenen Straße steigert noch die HcUigkcit des Raumes, in dessen gleichmäßigem Licht die Gestalten der Menschen wie die Statuen und Gcräthe in wunderbarer plastischer Körperlichkeit hin- gestellt find.

Die malerische Aufgabe, hier noch schwieriger, als in dem anderen Bilde erscheint in jeder Hinficht mit erstaunlichstem Können gelöst. Nirgends ist auch nur der geringste Rest von dsr Mühe des Schaffens bemerksick] geblieben. Der Marmor, das Sil- ber, die Stoffe der Kostüme, die nackten Theile der Figuren stehen in voller täuschender Wahrßeit und Echtheit ihrer charakteristischen Erscheinung dem Be chauer gegenüber. Damit verbindet s1ck) hier wie in dem „Gemäl ekabinet“ eine selfene archäologische Treue und Gewiffenhaftigkeit des Kostüms im weitesten Sinne des Worts und der sämmtlichen in den beiden Bildern dargestellten Gegenstände, die Kunst und Leben der antiken Welt in [eben- digster Weise dem Auge vorführen. Ueber das Alles aber breitet W in Form und Farbe wie in der durch- weg volles und gesundes, vergeiftigtes Leben athmen- den Charakteristik der dargestellten Personen der fesselnde Zauber reiner Schönheit, deren ungetrübtem Genuß der

.Beschauer fich hingebcu kann, ohne irgendwo, weder vor dem in

zartem Halblicht entzückcnd modelliUen, in feinstem Ton aus der rosafarbenen Umhüllung hervorschauenden holden, seelenvollen Frauenantliß in dem „Gemäldekabinet“, noch etwa vor der in Überraschender Plastik dastehenden Silberschale des anderen Bildes, noch vor irgend einem anderen Theile der beiden Gc- mäldc durch einen renommirenden Hinweis auf die überwundene Schwierigkeit gestört zu werden. Unvergleichlicl) in ihrer abso- luten malerischen VoUendung und in der Bewältigung der schwierigsten Probleme tragen beide Arbeiten eben das Gepräge jener ficher und anspruchslos auftretenden echten, allseitigen Ge- diegenheit, die allein dem wahren Meisterwerk eigenthümlick) ist, weil nur dieses keine Schwäche zu bemänteln, keinen prunkenden Vorzug zur Schau zu steUen und durch ihn die Aufmerksamkeit herauSzufordern braucht. -

Wie die Gkstalten und Formen der antiken Welt vornehm- lick) Um der idealen Schönheit willen, die fick) in ihnen frei zu offenbaren vermag, von der Kunst immer wieder aufgesucht werden, so wendet fick) erklärlicher Weise die Malerei nicht blos da, wo sie eine wirklich historische Schilderung anstrebt, gern einer Vergangenheit zu, deren Kostüm iv Stoff und Farbe eine freiere Entfaltung malerischer Schönheit gestattet als die Gegen- wart. Bilder, in denen das Motiv aus diesem Grunde gewählt oder aber in die farbenfrcudigere äußere Erscheinung einer ver- gangenen Periode gekleidet Wurde, find auf der dieSMaligen Ausstellung ziemlich zahlreich vorhanden. Wir reihen ihnen in unserer Besprechung_ gleich die modernen sogenannten Salonbilder an, mit denen fie in ihrer Mehrzahl insofern zu vergleichen smd, als es ihnen eben in erster Linie meist nur um den Reiz der malerischen Erscheinung und eines gefälligen Ar- rangements ohne bedeutenderen Inhalt zu thun iß. Nur wenige dieser Bilder gehen darüber hinaus und suchen mit der äußeren Erscheinung zugleich eine dieser und der dargeßelXten Periode ensprechende Charakteristik zu verbinden. Nicht ohne Erfolg ist eine solche in H. Kaulbachs Bild „Aus dem gelobten Lande“ angeßrebt. Ein prächtiger graubärtiger Tempelritter in seiner langen weißen Ordenstracht erzä lt drei jüngeren Genossen und einem gespannt lauschenden Kna en, die mit thm in einem alter- 1hümlichen Gcmach am wohlbeseßten Tische stßen, von seinen kriegerischen Abenteuern. Seine Arme bewegen fich, als ob ße mit nerviger Kraft den Bogen spannten und den Schuß wie- derholten, von dem er eben, ganz hingerissen vom Eifer der Rede, mit wild funkelnden Augen seinen Zuhörern berichtet. Auch diese smd, wenngleich nicht ebenso bedeutend, doch auch charakterißisch anfgefaßte und trefflich gemalte Gestalten.

Eine ganz eigenthümliche Erscheinung ist der „Märztag“ von E. te Peerdt, von dem wir früher ein Paar Bilder ge- sehen haben, die einen Einfluß Munkaczy's vermuthen ließen,

der aber jest ganz andere Wege geht. Seine Familiengruppe, ein alter, zwei jüngere Männer und drei jugendliche Frauen- gestalten,. die an einem klarm sonnigen Märztage im Freien in- mitten der noch dürren Stämme eines Parks beisammenfißen und fich an dem Flötenspiel eines neben ihnen ßehenden Jüng- lings ergößen, zeigt Figuren, die mit dem bis auf seine abson- derlichften Einzelheiten getreu beibehaltenen Kostüm des fünf- zehnten Jahrhunderts zugleich in ihren Formen und Bewegun- gen an gleichzeitige alte Bilder erinnern, und diese künstlich ge-„ machte Naivetät, die hier freilick) ziemlich glücklich ihre Unnatur zu verbergen weiß und recht zierlich wirkt, erstreckt fick) zugleich auch auf die malerische Behandlung. Die Figuren stehen, kräftig und energisch in Zeichnung und Farbs, scharf beleuchtet, wie im luftleeren Raume da; aber dabei ver- lerlgnet sich das Befferwissen des modernen Malers nicht so vollständig, daß nicht immerhin noch Lin zwiespältiger Eindruck her- auskäme, der das Experiment verrätl). Dasselbe gilt von einem ganz ähnlich behandelten Bilde des Künstlers, das einen Garten mit Bäumen und Blumenb€eten und moderner Staffage in scharfer Beleuchtung darstellt. In gewiffem Sinne gebt Gauls „Decamerone“ nock) Weiter, als es te Peerdt thut, indem der Maleér Hier mit dem Kostüm zugleich die fertigen Typen der italteniscbeu Kunst entlehnt Hat. Dagegen wußte Schick in ssincm „(Henuefischen Bmmnenhof“ ein anzisHendes, von roman- tischer Poesie erfiikltes Bildchsn (1xe der gehkimnißvollen Mond- nacht, den dichten rotHblühenden Büschen, der prächtigen Archi- tektur und der rosenumranktsn Treppe zu gestalten, die ein Page lesend hinansteigt, während oben am offenen Fenster ein Edelfräulein lauscht.

Diesem Bilde reihen wir B raus ewetters „Herbstmorgen“ an, die (Hsstalt eines Ritters, der, von seinem Pferde“ abge- scffsn, dicht am Rande des Wassers stehend, Hinter dem, halb vom Nebel verhüllt, fick) die Thürme einer Burg erhebén, sein Horn Lrtönen läßt. Von einer gewiffcn Trockenheit der Farbe, die fick) hier bemerklick) macht, erscheint dcffßlben Malers „Er- WarUmg zum Fest,“ eine Mächcngestalk in Effektvoller rother, goldgcsticktsr Kleidung, di? mit lächslndsm Blick wähsnd aus dEr Thür eine??» Fsstsaaws Heraustritt und sick) von DLM Hell- dnnk'el dss offenen Raumes abhebt, in ksiner Weise beein: trächtigt, vi€lmchr bsi sorgfälkiger _Nusfiihrnng frist!) Und leben- dig in dcr malerisckxkn Wirkung.

In seinem „Tantalizing,“ einer jungen, elegant gcklcideten Frau, die das auf ihrem Sckwoßc fiß-ende Töchterchen lachend mit einer emporgshaltsnen Weintraube nkckt, nach der die Kleine, mit Armen und Beinen zappelnd, zu Hasch-:n sucks, Hat Schade den dekorativen Rcichthn der Renaissance in der malerisch prächtigsn Ausstattung des Jnt-ericurs und in den glänzsnden Stoffen der vornehmen Klki- dung gejclÜÜ zu benulzen und durch die feine Zujammenstim- mung der warmen und lenchtendcn Farbe eine reiche koloristijchk Wirkung zu erzislen gsWUßt, währeud die DUrch- bildung des Accessoires, bcjondcrs dEr Architektur des [)ohsn Kamil-s, noc!) zu wünstlxn läßt. Die gefällig charaktorifirtcn beiden Figuren der dargestellten Scene find übrigens von durch- aus modxrncm Gepräge, wisssn aber in dem ihnkn angclegten Kostüm fich1mtürlichnnd OHM Zwang zu ketvegen. Eine Mutter, die, an der Wiege stehend, ihr schlafendes Kind auf dcmArme Hält, zeigt auch Ernst Hildebrand“ im Kostüm der dentschen Renaissance. Die große, jugendliche, blonde Gestalt hebt sick) in heller Klßidung fein von der dunklsuWand mit ihrcm bunwn Glas- fknster ab, Und bsi Trsfflickxr Zeichnung erzielt dw,?» Bild durch dicse Farbsn:chng, in der noch die tiefrothE Decke Des Bettes bedeutend mitspricht, die kolorisiisck)? Wirkung, auf di? es dem MaLLr in erster Liuis ankam. Nock) bedeutender aber ist ein kleinerés Bild desselben Malers, ein „Tnsch“, den drei Mufi- kanfen im Kostüm der Renaissance Von einem Marmorbalk'on HSMÖ crtönen laffsn, _- cs s111dprächtig erfundene und nobel ge- zeicbnstc, kräftige, interessankc und _ck)arakt9ristijckxe Gestalfcn, nanwntlick) die beiden Vordkren, dic fick) plastisch von der fein- getöntcn grauun Wand abheben. Vor allcm aber beknndcf das Bild in seiner reichen, harmonisch gestimmten Farbe das feinste ks'loristisckye Gefühl Des Malers und eine außerordentliche tec!)- nijche MListerschask

Von Franz Meyerheim ist ein „Trio“ im Kostüm dss fiebzeHutEU Jahrhunderts ausgestkllt. Eine junge Dame spielt das Klavier, cin alte'r Her"; das Violoncell, und Beide richten mit ckaraktcristisck) Verschicdanem«AUSDrnck, die Dame lächelnd, der Alte mit hochgezogknen Brauen, ihre Blicke erwartend auf einsn Knaben, "dsr offenbar falsch gespielt hat und cht auf sti- ner (Hsige mißmuthig den rechten Ton zu trsffen sucht. Das Bild ist gedisgen gearbeitct, in dsr Farbe aber nicht frei Von einer gewissen Schkvcre; die Gestalt dss Knaben würde durch ein? anregendere Charakteristik an Jntercffe gewinnen, während der Llusdrnck der beiden anderen Personen von feiner Beobach- tung zeugt. - _ _

Berichtigung, Im vorigen Aufwß (Nr, 238 d. Bl.) smd einige Druckfehler zu berichtigen. Es ist zu [ssen Spalte 2 Z. 13 v. o. „daß die hier bslisbte“ statt „hier die“, Z. 1 v. 11. „ganz das der“ ,statt „ganz der“; Sp. 3 Z. 19 v. o. „echt“ statt „wohl“, Z. 18 v. u. „dumpfeu“ statt „dumpfigeu“, Z. 2 v. U. „gemalter“ statt „geltender“.

Ueber eine Besteigung der Zwölfxrspiße §n_Tirol bßrichtet man den „Tirols? Stimmen“ aus Sexten : Dxe Zwölfer1ptße war [ns zunx 28. September 1). J. noch von keines Menschen Fuß betrktcn. Zwet Brüder, die Gemsenjäger Michael_und Johann anerkofler, Wollten fick) am 27. September persönlich uberzeugen, ob i_ne _von Holzmqnn, Grohmann :c. nicbt bewältigten Schwierigketten Wirklich unuberwmd- lick) seien. Sie machten sich dahex am 27. September auf den_ Weg und übsrschritten “glücklich die stelle Felsplakte, Welche Hte fruheren Ansteiger nicht zu betreten w-agtcn, dadurch kamen sze m etne_Kla1_nm„ Wo die Ersteigung der Spiße möglich schien. Allem da sie m dteser schaucrhaften Schlucht die Nacht nicht zubrmgen Wollten, kehrten sie um und übernachteten in Oberbachern, um folgenden Tages das *er- sehnte Ziel zu erreichen. _ _

Frühzeitig waren sie am 28. Septembsr Wred_er m der genannten Klamm, Welche, beiderseitig von senkrechten Feleandey eingeschlossen, im Grunde in einer Länge von etwa 300 Schrxtten eme sptegclglaxte Eisfläche darbot. Augenblicklicb gings aus Stufenhauen und Schutt für Schritt wurde'in der steilen Schlucht cmporgeprungen, mlt dem Bswußtsein, das; ein einm von oben abgelöster Stem betde unfehlßar in unabsehbare Abgründe stürzen müsse, da weder recht_s noch lmks ein Felsvorsprung oder eine Spanne Raum zum_At_:5we1cherx_ fich fin- den ließ. Um 10 Uhr war der hö_chste Punkt gluckltch _und uber dxm EisstraUge ohne besondere Schwierigkeit xrreicht. Enze Pyramtde vox; 7 bis 8 Fuß Höhe verkündet das Gelingen des kuhnen Unter- ne mens. '

Berlin' Redacteur: F. Prehm. ' Verlag der-Expeditiou (K e-ssel). Druck: W. ElSUer. Vier Beilagen (einschließlich Börsm- und HaudelöreZTster'Beilage.)

"loofuus des zur lichen" Betraßes von Anlethescbeinen und Einlösung derselben" zam _

_Beilage

zum Deutsche11Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeigcr.

Königreich Preußen.

Privile_gium wegen eventueller Aussabe auf jeden Inhaber lauten- der Obligationen der Stadt L_iffa zum Betrage von 150,000 Mark Reichsmünze.

Vom 19. Septetiiber 1874.

Wir Wilhdelm, pon Gotkes Gnaden König von Preußen :c.

Nachdem er Magtstrat der Stadt Lissa im Einverständnisse mit 'der Stadtverordnetetxversatxlmlung daselbst darauf angetragen hat, der Stadt zu gestatten, uber em zur Ausführung des Baues eines Muffen-

Zuartiers und zur Reorganisation des SchulWesens, von dem Reichs-

nvalixenfynds aufgenommenes Darlehn im Betrage von Ein Hundert ur_:d Funfztg _Tauseud Mark ReichSmünze, auf Verlangen des Dar- lethers quf jeden Inhaber lautende Stadtobligationen nach Maßgabe der (x_xxlteßeuden Bedmgungeu auLgeben zu dürfen, ertheilen Wir in Gemaßhext des_ §. 2 des Gesetzes vom 17. Juni 1833 (Gefes- Sammlung Serie 75) durch gegenwärtiges Privilegium der Stadt Lissa zur Außgabe von auf jeden Inhaber lautenden Stadt- dbl! atwnm bis zun“! Betrage von Ein Hundert und Fünfzig Tau end _Mark RetchSmünze, „„ welche nach ' dkm anliegenden Schema _m _Abschnitten von 3000, 1500, 600 und Mark Rycbszvahrung _auSzufertigen, mit vier und einem halben Prozent jahrltch zu verzmsen, x_md, von Seiten der Gläubiger ankünd- bar, nach dem festgestellten Tilgungsplane durch NuSloosung bis spä- testxus im Jahre 1911 zu _amortifiren find, mit Vorbehalt der Rechte Dritter, Unsere landeßherrltxhe Gxnebmigung, ohne jedoch dadurch den beabxr der Obligatwncn m Ansehung ihrer Befriedigung eine Ge- wahrletftung_ Seitens des Staates zu_ bewilligen. _ Urkundltch _uytex Uaner Höchtteigenhändigen Unterschrift und belgedrucktem Kontgl1chen nsiegel. Gegeben Hannover, den 19. September 1874. W i l h e l m. Gr. Eulenburg. 1)r. Achenbach. Regierungsbezirk 0 en. Obligation P s _ der Stadt Lissa uber ........ Mark Reichswähruug. 1.111; ...... Nr ...... (Außqefertigt in Gcmäßheit des landesherrlichen__?)rivilegiums vom 19. September 1874. Amtsblatt der Königlichen egierung in Posen _ von 1874, S Wrr Magistrax der Stadt Lissa x_crkunden und bekennen hierdurch, daß der Inhaber dteser Obligatwn dre Summe von .......... Maxk Reichöwäbrung, deren Empfang w_ir bescheinigen, als einen Theil der auf Grund des Anethöcbften Prwilegiums vom 19. Sep- tember 1874 aufgenomtmnen Anleihe _von 150,000 Mark von der S_takxt Ltssa zu fordert) _ hat. Dle auf vier einhalb Prozent Kahrltck) festgeseßten Znyen sind am 1. April und am .Oktoberjeden Jahreßfälltg, und werden vom Tage der äÜigkeit ab, so lange fie nicbt verjal)rt find, bei der Stadt-Hauptkase zu Lissa, owie in Berlin und Posen bei den von uns zu bestimmenden und offentlich bekannt zu machenden Stellen, gegen Rückgabe der auöge- fertigten halbjährlichen ZinScoupous ge ablt. Die gähercn Bedßngungen der An eihe sind umstehend abgedrmkt. Das Anlethekapitak wxrd binnen länastens 37 Jahren amortisirt. Lissa, den . . ten ....... 1874. - - _ _. Der Magistrat. (Unterschrift des Dtrtgeuten _u_nd zweier anderer Magistratkmitglieder _ _ unter Verfugung der Amtstitel.) Eingetragen m die Kassen-Controle 1701. . . . Auggefertigf _ _Stadt-Hauptkaffen-Rendant. _ Beigefügt find die Coupons Serre [. Nr. 1 bis 10 nebst Talon.

Camphausen. Provinz Posen.

„Bedingungen zu einer von dex Stadt Lissa aufzunehmsnden An- leihe von 50,000 Thalern Pxeußtscb Courant oder 150,000 Mark . Retcbswährung.

Von dem Magistrate und der Stadtverordnetenversammluna der Stadt Lissa ist beschlossen worden, zur Bestreitung der Kosten des Baues eines Massenquaxtters_und ur Reyrgauisation des Schulwesens 150,000 Mark Rexchswahrxzng urch eme aus dem Reichs-Jnvalicm- fonds zu xntuebmetxde Anle1he_ der_ Stadtgemexinde Lissa zu beschaffen, welche. mit YZ jahrlich verzmsucb, von Sexten des Gläubigers wie der Schuldnerin unkündbar ist__und vom Jahre 1874 ab einer regelmäßigen Amoxtisation mit jahrljck) Eins vom Hundert des ur- sprünglichen nommeÜxn S_chuldxapxtals _ unter Hinzurechnung der ersparten Zinsen unterliegt, 1o daß die Tilgung spatestens im Jahre 1911 beendet ist. _- _

Ueber diefe Anlx'the soll eme auf den Reichs-Jnvalidenfonds lau- tende Schnldverschrezhung ausgefertigt werden, in Welcher dem Gläu- biger, be_ziehungSwet1e dessen Rechts::achfolger, das Recht ein eräumt Wird, diese Schuldverfchretbung eperzeit ganz oder theilwci?e gegen auf den Inhaber lautenye, mit msfcheinen versehene Anleihescheine der Sxadt Lisxa von emem Gesammt-Nominalbetrage, welcher dem noch n_tcht ?ettlgten Betrage _der_ Schuld gleichkommt, umzutauschen.

Fur Hie e eyentuell auszuserttgenden, auf den Inhaber lautenden Stadtanlethesckpeme gel_ten dte_ nachfolgenden Bestimmungen:

1) Die Stadtanletbescheme werden je nach Verlangen des Dar- leibers, resp. dessen ReOtHnachfylgers, in Abschnitten von 3000, 1500, 600 und 300 Mark Reichswabxung auSgefertigt. Der Darleiher, resp. de en R_ecbtönachfolger, bestimmt, wie groß die Zahl der Anleihe- scheine eder dtesex Gattungen sem s_ol1.

2) ,Die Zimexx werden mit jahrlich yier einhalb vom Hundert am 1. April und 1. Oktober gegen Ruckgabe der ausge ertigken ?albjäbrlichen Zinssckzeine durch die StadtxHanptkasse in L1ffa, owie itz Berlin und Po en bei den vom Magistrate der Stadt Lissa zu besttmmenden _und ffentlich bekannt u machenden Steue ge- zahlt. Den Anlethescheinen nzerden Zins (beine für einen fünfjäh- rigen Zeitraum_ und eme Anweisung zur Erneuerung der Zinsfcheine beiaegeben. Dte Auögabe neuer Zinsscheme erfolgt bei den mit der Zinsenzablung betxauten Stellen gegen _Ablieferung der den älteren

insscheinen kei efugten Anweisung. Belm Verluste der Anweisung erfolgt die Ausßäudigung der negen thsstheine auf rechtzeitige Vor- zeigung an den Inhaber des Anlerhescbemes. _ _

3 Durch den Umtausch der auf den Retchs-Jnvalidenfonds lau- tenden Schuldverszbrerbyng gegen auf de'n Jnhaher lautende Stadt- Auleibescheine w:rd_ dle _gxgenseitiae kaßndbarkett derAnleihe und der Tilgungöplau mcbt beruhrt. Die _T1lguug_gesc1*iehtdurch Aus- Erfülluug der jährltcben TtlguugSquote erforder-

Nominalwert e.

Der Schuldnerin bleibt das Recht vorbehalten,_ den Tilgungs- fonds um höchstens fünf Prozent des ursprüngltcben nommellen Schuldkapitals für jedes Jahr zu verstärken. Die durch solche ver-

ärkte Amortisation ersparten_Zi1_:_§e_n wachsen dem Tilgungsfouds zu. ._ Die Außloosuna erfolgt tm onat Juni jeden Jahres in “öffent- licher Ma istraésfißung.

.Die ekanntmachuug der dureh das Loos gezogenen Anleihescbeitze escbie t mindestens drei Monate vor dem Auszahluu stermine- Die udza lung des Nominalwerthes der auSgewosten nleihescheine er-

folgt an dem auf die Auswosung folgenden 1. Oktober bet der Stadt-

Berlin, Sonnabend, den 17. Oktober

Yauptxaffe in_Liffa und bei den dyn!) den Magistrat der Stadt _tffa, m Berlm u_ud ysen zu bestimmenden Steaen gegen Aus- lteferung des Auletbes emes un_d der nicht verfallenen Zinsscbeine. Ju Ermczngelung der leßteren wtrd der Werth de elben vom Kapital- betrage einbehalten. Mrt dem Einlösungstermine ört die Vérzinsung der ausseloosteu Anleihescbeine auf.

4) Kaptxalbetxäge, welche innerhakb 30 Jahren nach dem Rück- zahlungstermme mcht erhoben Mr_den, sowie die innerhalb 4 Jahren nach Ablauf_ des Kalenderjahres, m welchen fie fällig geworden, nicht erhobenen Zinsen v ähren zu Gunsten der Stadt.

5) Beim Verla te von Anxeihescheinen kommen die Vorschriften dxr Verorynng vom 16. Zum 1819, betreffend das Aufgebot und dxe Amortxsaiton verlorener _oder vernichteter Staatspapiere, §§. 1 bis 12, xmx nachstehenden naheren Bestimmungen in Anwendun :

y.. dre tm §. _] jener Verordnung vorgeschriebeneAnzeige mußJ dem- Magtstrate_ zu Lrffa emachx Werdxn, und werden diesem alle diejeni- gxn Gef afte und efugmffe bergelegt, Welche nach der ange- fuhrten_ erordxtung dem Schaß-Mimftexium zukommen, während gegen semeé Verfugungen der Rekurs an dle Königliche Regierung zu Posen stattfiqdet;

_b._ das 1m_ §. kx der Verprduung gedachte Aufgebot erfolgt beim Könrgltchen_.§kretsger1chte zu Lissa;

«. dre m _den §§. 6, 9 und 12 vor escbriebenen Bekanntmachungen sonen _dur _dre u_nter 6 angeführten [älter geschehen.

_mss eme konnen weder aufgeboten noch amortifirt werden; doch sßll _ ur_ den Fa]! daß _der Verlust d_er Zinsfcheiue vor Ablauf der Nerjahrtgen Verjaérungsfrxst betm Magtstrate angemeldet und der statt- gebabxe Befiß der Zinsscheme dur Vorzeigung der Anleihescbeine oder sonst m_ glaubeter Weise darget an wird, nach Ablauf der Verjäh- rungsfrist der _ etrag der angemeldeten und bis. dahin nicht vorgekom- menen Zmßschemx gegen Quittun auSge hlt werden.

6) Sammtlrche diefe Anlei e betce enden Bekanntmachungen er- folgen durch den 111 Berlin erscheinenden Reiehs-Auzeiger, oder das an Hessen Stelle tretende Organ, durch das Amtsblatt der Königlichen Regterung zu Post!), oder _das an _deffen Stelle tretende Organ, und d_urch mmdkstens _1e ein 111 Berlin und Posen erscheinendes öffent- liches Blatt. Dre _leßteren Blätter wählt der Magistrat der Stadt Ltffa und macht dte Namen_der gewählten Blätter, sowie etwaige Aenderung_en Herselben im .„Retchs-Auzetger“ bekannt.

7) Fur_d1e Sicherheit der L_lnleihescheine, sowie für die pünktli e mxd _unverkmzte Zahlung _der_ Zmsen haftet die Stadtgemeinde Li (: mtt threm ganzen gegenwarttgen und zukünftigen Vermögen und ihrer Steuexkraft. .

Ltffa, den . . . ten .......

Der Magistrat.

_ _ Regierungsbezirk Posen. _Serte

_ ZmScoupon Nr .....

uber . . _ ...... Zinsen

zu der Obligatwu der Stadt Lissa UU: N

' * o . - r. o . . Jnhaher dieses Coupons empfängt gegen dessen Rückgabe am 1- Apr“ 18.. dig halbjährlichen Zinsen der Stadt-Obligation

1. Oktober _

1,111, . . . Nr. ._ . . m1t*_. . . . schreibe . . . . . aus der Stadt- Hauytkaffe zu Ltffa, so_wte m Berlm und Posen bei dcn von dem Magistrat der Stadt Lissa zu bestimmenden und öffentlich bekannt zu machenden Stetten.

Lissa, den . . . ten

Provinz Posen.

_ _Der Magistrat. (Facfinnle der UnterschrrftÉZdes_Magistrats-Dirigenten und Meier anderer MagtjtrgtSMitglieder.) _ Dieser_ZinScoupon wird ungulttg, Wenn desen Geldbetra nicht tnnerhalb mex Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres der igkeit abgehoben Mrd.;

Provinz Pofeu. T a l o n

zu der Obligation der Stadt Lissa 1,163. . . . Nr ..... über ..... Mark Reichswährmxg zu viereinhalb Prozent verzinsücb. . Inhaber dieses_ Tglonsxmpfangt gegen deffen Ruckgabe zu der vorHezeichneten O_blxgatron dre _. . .te Serie Zinöcoupons für dre fünf Jahre 18 . . . bis 18 . . . bet den Stadt-Hauptkasse zu Lissa, sowie m Berlin und Posen bei der mit per Zinözahlung betrauten Steam, so_fern vou dxm Inbaher der Obltgation gegen diese Aushändigung mcht xechtzeittg protestrrt worden j1st8' en .......

Lissa, den . .t . . _ - Der Magistrat.

(Facsimrle der Unterschrift des_ Magistrgts-Dirigenten und zweier

anderer Magtstrats-Mttalieder.)

Anmerkung zu den Schemas für die Coupons und Talons.

_ Die Namens-Unterschriften des Magistrats-Dirigeuten und der bezden anderen Magistrats-Mitglieder können mit Lettern oder Facsi- m1lesxempe_ln gedruckt werden, doch _muß_jeder Coupon und Talon mit der detgenhandtgen NamenSunterschrtft eines Kontrolbeamten versehen mer en.

Personal-Veränderungen.

Königlich Preußische Armee. Offiziere, Portepee-Fähnriche 2c. Ernennungen, Beförderungen nnd Verseßunsen. ' Jm aehenden Heere.

Baden-Baden, 8. Oktober. Greifenbagen, Zeug-Pr. Lt. vom Arkia. Depot zu Stralsund, Schneider. Zeug-Pr. Lt, vom Art. Depot zu Cosel, zu Zen «Hauptleuten, «Klawitter, Zeuo-Lk. vom Art. Depot zu Danzig, ahnen, _?eug-Lt. vom Art. Depot zu Cöln, Daus, Zeu -Lt. von der Eeweb abrik in Erfurt, Böhm,

eug-Lk. vom Art. epot in Meß, zu Zeug-Pr. Lts.,_ Meier“, Zeug-

sldw. vom Art. Depot in Mamz nnd kommandtrt bei der Art.

erkstatt in Spandau, Laebn, Zeug-Fedlw. vom Stabe des Fu Art. Regts- Nr. 15, Lincke, Zeug-Feldw. vom Art_. Depot in wine- müude, Münch, Zeug-Feldw. vom Art. Depot m Coblenz, zu Zeug- Lts., befördert.

Abschiedöbewilliguugen. Zu:: ßehenden €Heere.

“Baden-Bad'eu, 8. Oktober. Krixg, Major_und Zeng-O . vom Stabe des Garde-Fuß-Art. Re_gtö„ _m Genehmigung „seines - schiedöaesucbes mit enfion uud semer bxsbertgen Umform zur Dis- osttiop gestellt. S reiber, Zeug-Ha tm. .vom Art. Depot zu

illau, mit 5éension nebst Ausficht guf ivilversorgung_ und. Feiner- ishertgeu Un“ form, Binfeel, eug-H tm. vom Attiki. Depot zu Thorn mit msion nebst Aus cbt guf' ivilversorguug und seiner bisherkgen Un form, der Abschied bewilligt.

RegierungöbezirkPosen.

. Note

[XZ-

xlll. (Königliä; WürttembergischeS) Armee-Corps.

Offiziere, Porkepee-Fäbnriche :e. Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen. m stehenden (Heere. . Stuttgart, 7, O ober. Bockshammer, Port.Fähnr. vom Inf. Regt. Nr. 125, M e n n e l , Poxt. Fähnr. vom Feld-Art. Regt. Nr. 13, zu Sec. Lw.. B r ey m ann, Port. Fahnr. vom Jnf. Regt. Nr. 119, zum Sec. - Lt. im Inf. Regt. Nr. _126, Oßw_ald, Port. Fähr. vom Inf. Regt. Nr. 125, Tognarellt, Port. ahnt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 29, Krauß, Port. Fähnr. vom Ju. Regt. Nr. 119, Fritsch, Port. FäLUr. vom Feld-Art. Regt. Nr. 29, Brand, Port. Fähnr. vom Ju . _Regt.Nr. 119, Wiest, Port. Fähnr. vom Inf. ngt. Nr. 120, Sébafer, Port. Fähnr. vom Inf. Regt. Nr. 122, Breuning, Port. Fßßnr. vom Feld-Art- Regt. Nr. 13, Reichmann, Eisele, Port. Fa nrs. vom Inf. Regt. Nr. 126, Schwab, Port. Fähnr. vom Inf. Regt. Nr. 124, Hesel, Port. Fähnr. vom Inf. Regt. Nr. 121, Fink, Port. Fähnr. vom Inf. Regt. Nr. 122, Aich, Port. ähnr. vom Jnf. Regt. Nr. 126, Miller, Port. Fähnr. vom Inf. est. Nr. 123, G_ottschalk Port. Fäbnr. vom InfRegt. Nr. 125, Wundt, Port. Fabnr. vom Few-Nrt. Regt. Nr. 29, Dörr, Poxt. Fähnr. vom Inf. Regt. Nr. 126, Rühle, Port. Fähnr. vom Pion. Bat. Nr. 13, Frhr. v. Palm, Port.Fähnr. vom U1an.Regt. Nr. 19, Werner Port. Fähnr. vom f. Regt. Nr. 122, Bernhardt, ort. äénr. vom Inf. Regt. r. 124, zu SLC. Lw., Jitscbin, ork. ä nr. vom Inf. Regt. Nr. 123, zum Sec. Lt. im Inf. Regt. r. 126 emaun. Busse, Port. Fähur. vom Inf. Regt. Nr. 125, _ in das Inf. Regt. Nr. 124 verseßt. Ja der eserve und ._Iandwehr. Stuttgart, 7. Okto er. Dobel, Ehmann, Sec._Lts. von der Inf. des Reserve-Landw. Bats. Nr. 127, zu Pc. Lis. befördert.

AbschiedSbewilligungen.

, Jm stehenden (Heere. Sfuttgart, 7. Oktober. v; Lepel, Port. Fähnr. vom Inf. Regt. Nr. 119, wegen zeitiger Dtenstunbrauchbarkeit zur Dispofition der Ersaßbehörden entlassen.

Jm Hanitäts-Yorps. Stuttgart, 7. Oktober. Hueber, Unterarzt im Fuß-Art. Bak. Nr. 13, Dr. Rofl), Unterarzt im Inf. Regt. Nr. 123 zu Assistenz- Aerzten 2. Kl. ernannt,

eamte_der ZUilitär-Yerwaltung. Dur Verfugung des Kriegs-Minifteriums. Statt art, 7. Oktober. Rubex. Lt. a. D., Zahlm. vom Inf. Re 1. r.122, zum Inf. Regt. Nr. 119, Maier, Zahlm. vom Ja?. Regt. Nr. 121, zum Traiu-Bat. Nr. 13 verfeßt.

Yichtamtlichez.

Spanien. Madrip, 14. Oktober. Die diplomatische the, welche der __spamsche Botschafter in Paris, Marquis de la Vega de Armzxo de Mos, am 8. d. M. dem franzöfisohen Minifter der Auswartigen Angelegenheiten übermittelt hat, ist vom 4. Oktober dattrt und nach der „Rat. Ztg.“ folgendem Inhalts :

Die_ Rote konstatirt zuszrderst; daß xrach erfolgter Anerkennung der Regteruztg dur_ch Frankreich _das Madrlder Kabinet ieY zwei Mo- nate _c_m_f dte Erfuüung der Wiederholter: Versprechen eitens des franzosi1chen Gouvexnements, die Gren e zu überwachen, die Kriegs- koutrebande zu vethdern und die Car isten zu intemiren, vergebens- gewartet hat. D!e_se Hoffnungen find getäuschtwvrden; einige DIPar- tements_ sind fortwatxrend der Zufl_uchtöort der Jnsurgenken, die sichere YFM 11)_rer Operationen und dre Refidenz des Hofes dec Donna

ar an a.

er _Botschaftex Spaniens ift dgrchaus von den guten Abfichten des franzofischen thsters des UuSrvartrgen überzeugt, aber die Be- auxten_ der betreffenden Departements verkennen dieselben voÜständig. VteÜxtcht find die Instruktionen nicht hinreichend, Welche den Beamten ertbe1_lt wurden, _dte ohnehin we_nig geeignet find, die Absichten der" franzosxscben Regmung h_msichtltcb der spanischen_Angelegenheiten zu- unterstußen; _;edenfaüs 1st_ eö_ Thatsache, daß dre1elben müßige Zu- schauer der rnit der Orgaxnsatton der Jnsurgenten und deren Aus- r_ust_ung beguftragten Comxtés sind, daß sie trotz wiederholter Denun- zxalronen dre Kriegskontrebande unbestraft lassen und daß sie, Wenn einmal subqlterne Beamte eine Konfiskatiou ausführen, nicht verhin- dern, _daß dre konfiözirten Gegenstände, wie das Gesetz es vorschreibt, versteigert Werdxn, Wodurch möglicherWeise erreicht wird, daß die Sa- chen doch noch xbre erste Bestimmung erreichen.

Dxe Note beatztwortet dann eine Stelle der letzten Depesche des Herzon Deßazes, 1x! welcher gesagt_ war, . daß die Kriegskontrebande mcht uber die fxanzofische Grenze emge ührt werde, sondem über die Ytdaffoa und dre_ 1pamsche Küstw au Schiffen, die nicht die fran- Éßsche Flagge fthxn. Der Botschafter Spaniens läugnet nicht die

_atsache der Emsa rungen zur See; gber er _konstatirt den Unter- scbxed, welcher zwrs en solchen Expeditionen, die den Zufällen einer lapgen Schtffahrt aUSgeFeßt sind, und denjenigen, welche von Frank- reich aus auf den ahlrerchen zu der Grenze führenden Wegen unter- nymmen werden. 9 sind, die Carlisten beinahe ausschließlich mit fran- Mfisckxen Gewehren bewaffnet und_ tragen die Uniformen der französischen

obr garde, an denen _man mcbt einmal die Knöpfe gewechselt hat. Der anz? Rest der Umformen de? deutscb-franzöfiscben Krieges bat ur eklejdung der Jusurgeuten gedrent. Die Note konstatirt, da“ die x_oiéktion, Welxhe die Carlisten in Frankxeich finden, bereits von ro- mexa her dattrt, d. h. v_or dem Beginn der jeßigen carlistischen _ chtlderhebung. Dank dxefex Protektwn konnte an Carlos ein quzes Jabx sich an der _Grenze m_Frankreiéh aufhalten, um den Bürger- mg gehöxtg txorzuberetten. Die franzöfischen Behörden behaupteten damals, nicht un Stande zu seix: den Aufeut?alt des Prätendenten zu entYecken, aber fie Zehnten den 1 nen zu die em Zwecke angebotenen Betsxand der ;vamschen Agenten ab. Auf alle Reklamationen der syamschetx Kon uln antwocheten die räfekten, daß sie dieselben au p_x_pl_oux§1§_1schem Wege anbringen ten; dadurch wurden sie uatürli 1 u ort . -

_ Der Botschafter gelangt dann zu der Anklage der Unbestimmt- heit“, wexche der Herzog Decazcs in seiner letzten De esche ge en die erste sxamfcbe Note genchtet hat. Herr de la Vega gat, da diese

_ eine Zusammenstellung, der spanische!) Reklanxatwnen mit Be- tyexsstückea war, sondern eine Bescbtyexde uber besttmmte und erheb- lxche Thatsachen auf Welche der Munster des Auswärtigen nicht in mm: kategoriscöen Weise seantw_ortet hat. So giebt der Her og Decazes an da ' rrasa dre Grenze unt '

affe_ verse en bxrs ritten habe; aber der Botschafter muß eswetfeln, daß dteser angebltcbe Paß auch auf die 29 Per- oueu und 15 Pferde-_ lautete, wel c das Gefolge diefes Ca- cillas bildeten. Uebrzgeus L_ei-„es; d_o wobl selbstverstäudlicb, daß

die Pol ei nicht unbedingt i re Aktion einstellen darf, weil die Per- sonen, mt deren Verhcxftuns sie beauftragt Y, irgend einen Paß be-

en. Die _Note h_espU-Ytk aufs Neue “den' :: enthalt der Prinzessin

argartta uu Suden aukreicbs Angesichts er Crscbießnugm von Ab uza, der Mordt aten vou Cuenca und der Hekatombe von Olof,

einem spams en

und e koustatirt die fortwährende Weigerung des Präfekten, die