der Köni lichen Hauptbank hierselbst entgegengeftanden haben, duch den mittels des Geseßes vom 25. Mai er. Art. 1. 2. Ziffer 3 sanktionirten §. 22 der Synodal-Ordnuug bekxeitigt wor- den find, hat fick) das Königliche Haupthank-Dixeüo“ uin bereit erklärt, den event. DepofitionSanträgen der GeWekirchenräihe im Geltungsbereick) der gedachten Gesetze ftattzugeben und hin- fichtlich des dabei zu beobachtenden Geschäftsganges Folgendes bemerkt: Die Deklarationen sowohl, als die Quittungen über Rückgabe der Depots find von dem Gemeinde- Kirchenrath resp. Namens desselben von dem -Vor- sitzenden oder dessen Sterertreter und “ziveien Aeltesten unter Beidrückung des Kirchensiegels zu, vollziehen. Die Depotscheine werden auf den betreffenden Gemeinde-Kirchenrath _ ohne Er- wähnung der Eigenschaft der Effekten als zum Kirchen-, Stif- tungs-, Pfarr- oder Pfarrwittwenthums-Vermögen gehörig _ ausgestelit und dem Ueberbringer der Deklarationen und Papiere (ohne weitere Legitimation) ausgehändigt. Jener Eigenschaft ist daher" auch in den Dekiarationen keine Erwähnung zu thun. Die Uebersendung der Zinsen und die ganze weitere Korrespon- denz geschieht am Besten gleichfalls unter der Adresse des Ge- meinde-KirchenrathS, von dem denn auch die entsprechenden Zinsen- u. s. w. Quittungen auszustellen ind. Indeffen kann auch die Erhebung der Zinsen u.s.w. nach „24a. der Synodal- Ordnung durch den Kirchenkaffen-Rendanien gegen deffen Quit- tung erfoigen, nur ist in diesem Falle die Person des Ren- danten durch einen Zusaß zur Deklaration etwa dahin im Voraus zu bezeichnen.
„Der Kirchenkaffen-Rendant N. N. ist zur Empfangnahme der Zinsen der deponirten Werthpapiere so lange berechtigt, bis wir dem Königlichen Haupt-Vankdirektorium eine andere dazu ermächtigte Person sebriftlicl; namhaft machen.“
Soweit es auf die Echtheit der Unterschrift des Rendanten ankommt, würde“ dieselbe durch einen öffentlichen Beamten unter Beidrückung des Dienstfiegels, oder von dem Gemeinde-Kirchen- ratl) in den Formen des §. 22 [. e. zu beglanbigen sein.
Ob die einzuliefernden Papiere außer Cours zu seßen, bleibt dem Ermessen der Deponenten überlassen.
_ Der General-Major von Bernhardi, Commandeur der 10. Kavallerie-Brigade, ist mit Urlaub von Posen hier ein::- getroffen.
_ Der General-Major Graf von Kunitz, Commandeur der 1. Garde-Infanterie«Brigade, ist in Genehmigung seines Abschiedsgesuches unter gleichzeitiger Entbindung von der Wahr- nehmung der Geschäfte der Kommandantur von Potsdam und unter Führung bei den Offizieren 3. 13 suits der Armee mit der geseßliehen Pension zur DiSpofition gefteUt; dem Obersten und Commandeur des 2. Garde-Ulanen-Regiments von Rochow unter Verleihung des Charakters als General-Major der Ab- schied mit der geseßlichen Pension bewiliigt.
_ Der Kaiserlich russische Minister der Kaiserlichen Do- mänen, Wirklicher Geheimer Rath von Walujeff, ist heute Mittag, von München kommend, hier eingetroffen und im Hotel Royal abgestiegen.
_ Der Kaiserlich russische Reichs - Controleur, General , Greig, ist gestern Abend nach St. Petersburg abgereist.
_ Der Kreis-Thierarzt a. D. Anton Juiius Reß zu Osterburg ist zum kommissarischen Kreis-Tbierarzt des Kreises Osthaveliand ernannt worden.
_ .Dem Departements - Thierarzt Jordan, welcher seinen Wohnsiß von Tripkau nach Lüneburg verlegt hat, ist die kom- missarische Verwaltung der Kreis-Thierarzistelle des Kreises Lüne- burg, unter gleichzeitiger Entbindung von der Verwaltung der Kreis-ThierarztsteUe des Kreises Dannenberg, übertragen worden.
Königsberg i. Pr., 20. Oktober. (W. T. B.) Vom Ostpreußischen Tribunai sind heute drei Erkenntnisse der ersten Instanz gegen den Bischof Cremenß von Ermland wegen rmgeseßlicher Anstellung von drei Geistlichen mit der Ab- änderung bestätigt worden, daß die Gesammtstrafsumme von 650 auf 600 Thaler herabgeseßt wird.
Bayern. München, 19.0ktober. Der König, welcher in den jüngsten Tagen auf dem Linderhof verweilte, begiebt sich von dort Morgen Über Partenkirchen in den Hinterrieß. Im Laufe der nächften Woche wird der König hierher kommen, kurzen Aufenthalt in München nehmen Und sich dann für den weiteren Theil des Herbstes nacb Hohenschwangau begeben.
_ Der Staats-Minister der Justiz, Dr. von Fäustle, hat von Sr. Majestät dem König für einige Tage Geschäfts- urlaub erhalten. '
_ Fürst von Hohenlohe“, der deutsche Botschafter bei der französischen Regierung, ist, wie die „Allg. Ztg.“ mittheilt, aus Aussee heute Morgen hier eingetroffen. Derselbe wird sicb in einigen Tagen nach" Berlin und von dort alsbald, da sein Ur- laub zu Ende geht, wieder nach Paris begeben.
Heffeu. Mainz, 20. Oktober. (W. T. B.) Bei der heute stattgehabten Wahl eines Bürgermeisters wurde der Kandidat der Fortsehrittspartei, Waklau, mit 23 Stimmen ge- wählt; der ultramontane Kandidat erhielt 13 Stimmen.
Sachsen-Weimar-Eiseuaeh. Weimar, 20. Oktober. Morgen Mittag findet die Schließung der ersten evangelischen Landessynode im Fürftenhausfaale durch den Chef des Kultus-Departements, ais landesfürftlichen Kommissar, statt.
BrannfchWeig. Brauns chweig, 20. Oktober. Wie dem „Vrschw. Tgbl.“ mitgetheilt wird, ist in Blankenburg telegraphisch gemeldet worden, daß Se. Majestät der Kais er am 29. Oktober dort eintreffen und an den am 30. d. im Heim- burger, sowie am 31. d. im Blankenburger Revier stattfindenden Herzoglichen Hofjagden theilnehmen wird.
_ Am Sonntag Morgen nach 9 Uhr traf auf der für das Publikum abgesperrten Weftseite des Bahnhofs die Leiche des Staats-Minißers von Campe ein und wurdein den zur Aufnahme bestimmten Waggon gestellt. Die leidtragenden Auver- wandten beftiegen einen Salonwagen, dem der Leichenwagen an- gehängt wurde, und es erfolgte dann die Abfahrt des ExtrazuZes nach Stadtoldendorf gegen 91/2 Uhr. Dem impo- santen eichenzuge voran schritt ein Trauermarschall. Es folg- ten dann: der mit Kränzen geschmückte, mit Tuch beschlagene und von vier Pferden gezogene Sar , ein Beamter» mit den auf Kiffen liegenden Orden des Verbli enen, die leidtragenden Angehörigen, 17 Geistliche, ein Herzoglicher Galawa en mit seelss Pferden, zu beiden Seiten Herzogliche Lakaien, ein orreiter, e n Beiwagen, das Staats-Minifterium und ein Vertreter Sr. Ho eit des er ogs in der Person des Flügel-Adjutanten, Ob en v. a holz, Vertreter der Landeöversammlung, Obergericht, Ober-StaatSanwaltscha t, Konsißorium, Offizier-Corps, Kammer, Finanz- und Steuer: ollegium, Steuer-, |Bau- und Ober-
Post - Direktion, Ober - Sanitäts - Kollegium. Landes - Oeko- nJie-Kommisston, der Landftallmeißxr, Kreis-, ,u . Stadtgerichr Brauuschweig, PWWWmer, Direktorium und Wer deäDaUagiamDawiiuuw, Direktorium des Museums, Kreisdirektion Braunschweig, Stadtmagiftrat, Stadtverordneten, Polizeidirektion, Handelskammer und eine große Anzahl Bürger der Stadt. Als fi der Zug vom Trauerhause ab in Bewegung setzte, wurde mit sammtlichen Glocken der Stadt so lange ge- läutet, bis die Leiche auf dem Bahnhof angelangt war. Den Schluß des Zuges bildeten ca. 20 Trauerwagen.
_ (W. T. B.) Die Verhandlungen in dem Prozes s e Brandes-Krebs wegen Giftmordes sind heute beendigt und beide Angeschuldigte zum Tode verurtheilt worden.
Sachsen = Coburg - Gotha. Coburg, 18. Oktober. Heute Nachmittag wurde das den im Kriege 1870/71 gefallenen Angehörigen des Herzogthums Coburg hierselbst errichtete Den k- mal mit entsprechenden Feierlichkeiten und unter großer Theil- nahme der Bevölkerung enthüllt und eingeweiht, „ wobei der Vorsteher der Stadtverordneten Iustizrath Jockel die Feftrede Hielt. _ Das Denkmal ift von dem hiesigen Bildhauer Scheler in Sandstein ausgeführt. Die vordere Seite trägt die Inschrift: „Den tapferen Söhnen des Herzogtbums Coburg, gefallen für das Vaterland im Kriege 1870_1871.“ Auf den anderen drei Seiten find die Namen der 94 Gefallenen oder an ihren Wun- den Verstorbenen, nämlich 16 Offiziere, „4 Chargirte und 7 Gemeine, eingeschrieben. .
Bremen, 18. Oktober. Die Bürgerschaft begann gestern in Gegenwart zweier Senats-Kommiffare, Bürgermeifter Gildemeister und Senator Albert Gröning, die Berathung des neuen Einkommenschoß-Geseßes. Längere Verhandlung entspann sick) über zwei Punkte: den Zwang zur Annahme der Wahl zum Schäßungsbürger und die den Schäßungsbürgern aufzuerlegende Verpflichtung zur Geheimhaltung der ihnen be- kannt werdenden Einkommens- und Vermögens-Verhältniffe. Der Zwang wurde beschlossen, nachdem fich u. A. Senator Gröning dafür auSgesprochen hatte. Dagegen wurde der Eid für die Schäßungsbürger beseitigt und eine bloße Verpflich- tung derselben zur Geheimhaltung 2c. ins Gesetz aufgenommen, nachdem G. Clausen, Chr. Papendieck, H. M. Hauschild fich für den Eid, A. G. Mosse und Andere sich gegen denselben erklärt
batten, wobei der Leßtgenamite hervorhob, daß man die Gefahren
der neuen Steuererkebung für den Kredit der Kaufieute über- treibe. Auf den Bruch der Verpflichtung soli eine Geldstrafe bis zu 3000 Mark stehen. Einem Antrage der juristischen Kom- mission gemäß wurde dann noch bestimmt, daß kein Mitglied der Steuer-Deputation zugleich Schätzungsbürger sein könne, und die Dienstdauer der Leßteren auf vier statt auf acht Jahre festgestellt.
Oesterreich - Ungarn. Wien, 20. Oktober. Der Kais er hat fich gestern nach Gödbllö begeben.
_ Der Reichsratl) hat heute seine Sißungen wie- der aufgenommen. Ueber die heutige Sißung des Ab- geordnetenhauses meldet „W. T. B.“: Ein Gesuch des Staatsanwalts," die gerichtliche Verfolgung des Abg. Schoeffel wegen des Vergehens der Ehrenbeleidigung mehrerer "höherer Beamten des Ackerbau-Minifteriums zu genehmigen, wrrd an die Ausschüsse überwiesen, Darauf legte der Finanz-Mmister de Pretis-Cagnodo das Budget für 1875 vor und begleitete dasselbe mit einem längeren Expo S, in Welchem er hervorhob, daß , es das hauptsächlichfte estreben der Regierung ge- wesen sei, die Ansprüche aller Ressorts auf das ndthwen- digste Maß herabzusetzen. Das Gesammterfordermß für 1875 beträgt naeh der Budgetvorlage 381,782,551 Fl. und fteUt sich um 1,482,762 Fl. und mit Hinzurechnung der be- willigten Nachtragskredite um 2,802,762 Fl. niedriger, als der Bedarf des Vorjahres. Die Einnahmen find auf 369429694 Fl. veranschlagt. Es ergiebt fich demnach ein Defizit von 12,352,857 Gulden, das durch die Heranziehung der nach dem Geseß vom 24. Dezember 1873 verfügbaren Rentenreserve gedeckt wrrd. De_r Finanz-Minister erklärte schließlich, daß seiner Ansicht iiach die Durchfiihrung der intendirten Steuerreform das beste Mittel sei, das Gleirhgewicht im Staatshaushalte wiederherzustellen. Er bitte deshalb das Abgeordnetenhaus, die Berathung und K:Be- sclzlußfaffung über die vorliegenden betreffenden Geseßentwurfe möglichst beschleunigt vorzunehtiien. _ Das Budget .ward dar- an an den "Finanzausschuß zur Vorberathung überwiesen.
Graz, 19. Oktober. Der UnterrichtS-Mimster'Vr. v. Stremayr erstattete seinen Wähkern in Voitsberg Bericht über seine Thätigkeit im ReichSrathe und legte die Haltung der Re- gierung auf dem Verfaffungs-, dem konfesfionelien _und wirth- schaftlichen Gebiete dar. Die Einführung der obligatorischen Civilehe erklärte der Minister für inopportun.
Lemberg 19. Oktober. Jm galizischen Landtage fand gestern die Generaldebatte über das Propinationsgeseß statt. Bei der Abftimmung wurde der Antrag, den Gesetzentwurf als Grundlage für die Spezialdebatte anzunehmen, mit zehn Stim- men Majorität verworfen und die Zurückweisung der Vorlage an eine fiebengliederige Kommission beschlossen. Nachdem die Wahk der betreffenden Kommission erfolgt war, beantwortete der Regierungsvertreter die Jnterpeliation SzUSzkiewicz' wegen Ver- nachlässigung der ruthenischen Sprache an den galizischen Lehrer- seminarien dahin, daß der Landesschulrath dem gerügten Uebel- ftande abzuhelfen bestrebt sei. Hierauf wurde die Session mit einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser geschlossen.
-SchWeiz. Bern, 17. Oktober. Der Nationalratl)
Lat die Berathung der Militärreform fortgesth und Art. 19 es bezüglichen Gesetzes mit den Abänderuiigen der Kommission,
welche sammt der bundesräthlichen Redaktion bereits mitgetheilt worden find, angenommen. Ohne Abänderung wurden geneh- migt:
“ Art. 20. Der Bund ist berechtigt, iu sämmtlichen Kantonen so viel Mannschaften -auSzu eben, als zur Bildung der eidgenössischen Truppeneinbeiten nothweu ig sind.
Art. 21. Die Kantone, sowie der Bund sind verpflichtet, die von ihnen zu stellenden Truppenkörper und deren Cadres stets vollzählig zu erhalten. Der Bund wird_ durch eme Verordnung feststellen, in welchem Verhältniß die Ueberzahligen auf die einzelnen Truppenkörper vertheilt Werden können.
Ar. . Wenn in einem oder mebreren Kantonen die Zahl der Ueberzähligen so groß ist, das; daraus eme neue Truppeuemheit gebil- det werden kann, so wird eine solche eutiveder von dem Bunde oder deiicKatntonen durch besonderen Beschluß der Bundesversammlung erri e.
Art. 23. Sind die Kantone nicht im Stande, die Offiziercadres aiif dem gesetzlichen Stande zu erhalten,- io ist der Bundedraii) berech- tigt, den betreffenden Truppenkörpern überzählige Offiziere anderer Kantone vorübergehend oder bleibend zuzutbetlen.
Art. 24. Ueber die Rekrutirung sowohl, als über den Bestand und die Ergänzung der Truppenkörper sind von den Kantonen Kon- troleu und Verzeichnisse zu führen, für welche von dem Bunde ein-
Handels- „
heitliche Formuque vorgeschrieben werden. Die genaue Vollziehung dieser Vorschrift Ut von „Seite des Bundes zu überwachen.
Für Art. 25 beantragte die Kommission folgende, von dem landräleichéen Entwurf abweichende Fa ung:
. Jä rlich nacb fiqttnehabter Kontrol eremigung sind den Ba- taillons-, Compagnie- Schwadrous- Baiterie- tc. Kommandanten namentlicN Verzeichni e über die in dem Bestande ihrer Truppen- körper vorgekommeuen Mutationen zu übergeben.
Annahme fand nach dem Antrage des Bundesraths:
Art. 26. Die Kommandanten dieser Truppenkörper haben ihrer- seits über die Erhaltung des gesetzlichen Bestandes zu wa en und von aÜfälligen Lücken oder sonstigen Verstößen gegen die ge eßlicben §Bestimmungen ihren Vorgese ien Kenntnis; zu geben. Diese sind ver- pflichtet, die zur Abbülfe nöt igen Reklamationen zu erheben. Die Berichte und Anträge über die im Divisionsverband stehenden Truppen- körper gehen durch den Divisionär, die übrigen durch den Waffenchef an das Militärdepartement. .
Die Berathung ging jeßt zu dem [17. Abschnitt des Ge- setzes über, welcher die vom Bunde und den Kantonen zu stellenden Truppeneinheiten zum Gegenßande hat. Unverändert wurde genehmigt:
Art. 27. Der Bund bildet und unterhält im Aus uae 12 Gaiden- Compagnien. In der Landwehr wird nur der persone eBestaud dieser Compagnten formirt.
Der vom Genie handelnde Artikel 28 wurde vertagt. Da- gegen fand wieder unverändert Annahme
Art. 29. Sanitätöiruppen. Die Saniiäistrupven zerfalsen in zwei, in Bezug auf Verivaltung uiid Unterricht coordinirie Abtheilun- gen: das Medizinalversonal und die Veterinäroffiziere. [. Das Me- dizinalpersonal besteht aus 4. Aus ng: 8. Den Sanitätßoffizieren und Mannschaften der acht Feldlaiaret e in dem vorgeschriebenen Bestande; 13. Den bei den Stäben und Truppeneinbeiten eingetheilten Sanitäts- offizieren und Mannschaften; 13. Landwehr. Die zur Landwehr über- tretenden Offiziere und Mannschaften werden verwendet: 1) Zur Zu- tbeilung an die Truppcneinbeiien der Landwehr; 2) zum Dienst in den stehenden Spitälern; 3) zur Bildung von 5 ReservetrauSport- kolonnen; 4) zur Bildung der für die Landivebr nöthigen Ambu- lanzen. Ueberzählige Sanitätßoffiziere des Auözuges können in der Landwehr verwendet werden. [[. Die Veterinaroffiziere sind den Stäben (Stabsioferdeärzte) und den Truppeneinheiten (Corpspferde- ärzte) zugetbeilt 2c. .
Der folgende Art. 30, welcher die Verwaltungstruppen be- trifft, wurde ebenfalis verschoben und ebenso Art. 31 bis und mit 48, welche von den“ Truppeneinheiten der Kantone handeln.
Auch der Nationalrath hat das Geseß, nach welchem das neue BundeSgericht am 1. Januar 1875 in Funktion zu treten hat, genehmigt. *
_ Im Ständerath isi die Verathung des Geseßes über den Frachtverkehr auf den hiesigen Bahnen bis auf die an die; Kommission zurückgewiesenen Artikel nunmehr zum Abschluß ge angt.
Nirderlande. Haag, 17. Oktober. Um die Frage von Vollstreckbarkeits-Erklärung von Urtheilen niederländischer Ge- richtshbfe in fremden Staaten und fremdländischer Gerichtshöfe in den Niederlanden wo möglich zu einer Lösung zu bringen, bat die Regierung vor einiger Zeit die Initiative zu dem Vor- schlage an die Mächte ergriffen, eine internationale Kon- ferenz im Haag oder an einem anderen Orte in den Nieder- landen abzuhalten behufs einer Besprechung der Schwierigkeiten, welche einer befriedigendenLösung dieser Frage im Wege stehen.
_ Aus der Capstadt smd Berichte bis zum 15. Sep- tember eingetroffen. Aus Delagoabai hatte man die Nachricht erhalten, daß daselbst etwa hundert Australier angelangt waren, die fich naeh den Transwaalschen Goldbezirken begeben woilten, um einen Fundversch) zu machen. Für den Fall, daß dieser glücklich „ ausfiele, stellten die Ankömmlinge einen massenhaften Zuzug aus Australien in Aussicht. Die Meldungen aus den TranSvaalschen Goldbe irken lauten fortwährend im Ailgemeinen günstig. Nach den jüngsten Mittheilungen aus den Diamant- bezirken soli es sich bestätigen, daß nun auch in einigenweiteren, ;,"? diese angrenzenden Ländereien Diamanten gefunden worden eien.
Großbritannien und Irland. London, 19. Oktober. Nach dem lebten Bulletin über das Befinden der Herzogin von Edinburgh ist dasselbe ein fortdauernd befriedigendes. Die Geburt des jungen Prinzen wurde in Balmoral durch einen Ball gefeiert, den die Königin dem Dienftpersonaie des Gutes gab. Die Kaiserin von Rußland wohnte am Sonnabend in Begleitung des Großfürsten-Thronsolger einem Gottesdienst in der russischen Kapelle in Walbeck-street bei und empfing hier- auf Glückwünsche anläßlich des Geburtstages ihrer Tochter, der Herzogin von Edinburgh. Zur Feier dieses Ereignisses gab der Herzog von Edinburgh am Abend im Buckingham-Palast ein Diner, bei welchem der Herzog von Cambridge, Prinz Eduard von Sachsen-Weimar, Prinz Ludwig von Battenberg, der Graf und die Gräfin von Derby, der russische Botschafter und andere
Personen von Diftinktion die Gäste Sr. Königlichen Hoheit *
Waren.
. _ Der Prinz und die Prinzessin Christian von SchleSrvig-Holftein kehrten am Sonnabend von einem Be- suche, den sie dem Prinzen und der Prinzesßn Ludwig von Hessen in Darmstadt abgestattet, nach Frogmore zurück.
_ 20. Oktober. (W. T. B.) Der Großfürft-Thron- folger v'on Rußland hat, vom Botschafter Schuwalow beglei- tet, heute der Kaiserin Eugenie in Chislehurst einen Besuch abgestattet.
Frankreich. Paris,19. Oktober. Geftern hat der Mar- schall Mac Mahon den türkischen Botschafter Ali Pascha in vertraulicher Audienz empfangen. Den Vertreter des Sultans begleitete Ruftem Pascha, der Statthalter des Libanons, der sick] im Laufe des Nachmittags auch dem General von Ciffer; als dem Stellvertreter des Herzogs Decazes, Minißer des Aeußern, vorstellen ließ und schon nächfter Tage Paris wieder verlassen wird. _ Um 7 Uhr Abends bestieg der Marschall-Präfident in Begleitung des KriegS-MinisterS," der Obersten Montluisant und d'Abzac und des Fürsten de Berghe den Eisenbahnzug nach Calais, wo er den Schießübungen beiwohnen wird.
_ Der General Dorregaray weilt seit einigen Tagen in Paris.
_ Das „Journal officiel“ bringt folgende Mittheilun :
Der Wiederaufbau der Vendöme-säule ift hex aße beendet. Diese Arbeit nahm wegen der während der Au rung fich einstellenden Schwierigkeiten längere Zeit in Anspruch, als man voraussthen konnte. Der Fan des Monuments zer- brach die Bronzeplatten oder brachte sie aus der Form, und man war genöthigt, ße neu zu gießen oder sie in besondere Apparate einzuschließen, um ihnen ihre frühere Form wiederzugeben. Diese Operationen verlangten viele Zeit und Geduld; denn man war
enöthigt, jede Platte mehrere Male an der Stelle, wohin Ze kommen sollte, anzulegen, um ste dem Mauerwerk anzu- affen. Oft entdeckte man Brüche, die man nicht gleich bemerkt, und fie vermehrten die Arbeit. Es würde zu lang sein, alle
füh- '
Einzelheiten des Wiederaufbaues aufzuzählen; es reicht hin, zu"
bemerken, daß derselbe voUständig gelungen ist, und daß die Säule gerade'so 111, wie sie „vor ihrem Umsturz war. In eini- gen Tagen Wird man nur eme allgemeine Reinigung vorzuneh- men haben, und es ist wahrscheinlich, daß alle Arbeiten im Monat Noyember beendet sein werden. Um diese Zeit wird es dann möglich sem, das Gerüst hinwegzunehmen. Die Statue Napoleons [„ welche auf die Säule kommen soll, ist nicht bereit. Die „Verwaltung der schönen Künste hatte ge- glaubt, daß die ehemalige Statue reparirt werden könnte; aber die aufmerksame Prüfung, welche vorgenommen worden, that dar, daß die Beschädigungen, welche ße bei ihrem Falle erhielt, der Art find, daß sie umgeschmolzen werden muß. Glücklicher Weise existirt noch das Model! in halber Größe bei dem Bild- hauer Dumont und wird gestalten, das große Modell, welches dem Gießer übergeben werden soU, herzustellen. Sobald die Statue fertig „ist, wird fie durch sehr einfache, schon im Jahre 1863 in „Anwendung gebrachte Mittel und ohne daß man das gegenwartige Gerüst nöthig hat, an ihren Platz gebracht werden.
Spanien. Madrid, 21.0ktober. (WTB) Regierungs- nachrich'ten zufolge, ist die Zahl der Carlisten in der Provinz Murcia nach der dem Carliftenchef Lozano beigebrachten Niederlage auf etwa 100 Mann reduzirt. Das Gerücht, die Stadt Pampelona sei durch die Carliften gefährdet, wird als unbegründet bezeichnet.
_ Aus“ Bayoniie wird unter dem 20. Oktober, Abends, gemeldet: Die Nachricht, das; mehrere Engländer oder Ame- rikaner, darunterder Berichterstatter der „New-York Times,“ durch Soldaten von den Regierun struppen erichoffen worden seien, entbehrt dem Vernehmen na jeder Begründung.
_ Die Pariser „Gazette de France“ vom 21. Oktober mel- det, Oberst Rgda sei an Stelle Don Alfonso's mit dem Ober- bef§hl uber die carlistische Armee des Centrums betraut wor en.
thlien. Rom, 17. Oktober. Der GesundheiiSzuftand der Herzogin d'Aosta, welcher in letzter Zeitwieder beunruhigend geworden war, bat sich soweit gebessert, daß die Aerzte die Ab- reise nach St. Nemo, wo die Herzogin mit ihrem Gemahl und Kindern den Winter zuzubringen gedenkt, gestattet haben.
' Dänemark. Kopenhagen, ]7. Oktober. Gegen Ende dieses Monats gedenken der König und die Königin die Re- sidenz nach. dem Schlosse „Fredensborg“ zu verlegen.
_ _ Die erste Berathung des Finanzgeseßes im Folke- thing wurde gestern nach einer kurzen Verhandlung, in welcher der Abg. Berg dein Justiz-Minister gegenüber seine Auslegung des Grundgesetzes, wonach der Minister für Island als solcher im Staatsratl) keinen Sitz haben dürfte, festhielt, beendet. Der Uebergang zur zweiten Berathung wurde einstimmig angenommen, und das Geseß einem aus 15 Mitgliedern bestehenden Aus- fck]uffe überwiesen.
_ Von dem dänischen Vize-Konsul in Omaha (N e- braska) bat das_Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten emen Bericht erhalten, woraus h;rvorgel)t, daß in Omaha und uberhczubt m den westlichen nordamerikanischen Staaten keine Beschgftxgung _für'die allgemeine Arbeiterklasse vorhanden ist und “ÜZh diese Verhältmffe im bevorstehenden Winter kaum verbessern diirften, wbgegen man wohl Grund zur Annahme hat, daß noch hartere „Zeiten korirmen werden. Der Vize-Konsul fiigt hinzu, daß er in den letzten Monaten täglich Besuche von neuangekdm- menen arbeitsuchenden Landsleuten gehabt habe, denen er mit dem besten Wilien keine Beschäftigung habe verschaffen können.
' Amerika. New-York, 20. Oktober. (W. T. B.) Nack) bier eingegangenen Nachrichten ist zwischen Spanien und der Regierung von San Domingo ein Handels: und Aus- lieferungsvertrag unterzeichnet worden. _ Auf Kuba hat der General-Capitain Concha die Erschießung derjenigen Insur- genten angeordnet, die mit den Waffen in der Hand gefangen genommen werden. _Wegen derEntschädigungsforderung der Ymonsregierung aus der Virginius-Angelegenheit her ist mit Spanien noch keine Einigung erzielt; es gilt als wahrscheinlich, daß die amerikanischer Seits erhobenen Schaden- ansprüche einem Schiedsgerichte zur Entscheidung überwiesen werden. Der englischer Seits geltend gemachte Entschädigungs- betrag ist von Syrinien bezahlt worden,
_ (Monatsübersicht für September.) Dcr schon seit einiger Zeit in den Südstaaten in immer schärferer Weiie [)ei'bortretende Gegensatz zwischen der Weißen und farbigen Be- völkerung, Welcher namentlich seit der Wiederaufnabme der Civil-Rigbts-Bill in der letzten Session des Kongresses an In- tensität gewwnnen hatte, hat auch im September in vielen
. dieser Staaten, namentlich in Arkansas, Kentucky, Tennessee,
Georgia, Alabama nnd vorzüglich in Loufiaiia zn mancherlei Konflikten geführt. Das bei Weitem bedeutendste Ereignis; dieser Art, welches die öffentliche Aufmerkiatnkeit während des Vergangenen Monats fast ausschließlich in Anspruch genommen hat, War die bis zu einem gewissen Grade erfolgreiche Rebo- lution, Welche in New-Orleans, der Hauptstadt des letztge- nannten Staates, stattfand. Den politischen Gegnern des von der Regierung in Washington im Friihjähr 1873 ancrkxnntcn Gou- Verneurs KeÜOgg, Welcher Von der republikaniich-farbigen Partei Vor zwei Jahren erwählt morden war, gelang es, mit Hülfe der im höchsten Grade mißvergniigten Bürger, und in Ver- bindung mit der sogenannten „Weißen Liga“, nach einem kurzen Kampfe in den Straßen der Stadt, bei dem 18 Personen ihr Leben verloren, den,“ wie es scheint, fck)lechi vorbereiteten Gegner aus* dem Felde zu schlagen und fick) der Regierung iowohl in New-Orleans, als in der politischen Hauptstadt des Staates, Baton-Rouge, zu bemächtigen. Am 14. erließ Präsident Grant, nach Artikel 4 der Konstitution verpflichtet, die von ihm aner- kannten Regiernngen der einzelnen Staaten zu unterstützen, eine Proklamation, worin derselbe die rebolutionc'iren Belvegungen in New-Orleans verurtbeilte und den Jniurgenten eine fiiiif- tägige Frist zur Rückkehr zur-Ruhe “und Gesetzlicbkeit steÜte. Am 16. erließ das Kriegs-Ministcrium in Washington einen Befehl an den in Louisiana kommandirenden General Emory, worin demselben aufgetragen warde, nach Ablauf der obigen fünftägigen Frist solche Schritte zu thun, als es die Lage er- fordern möge. Zu gleicher Zeit wurden aus den angrenzenden Staaten VerciniYe Staaten-Twppen auf New-Orleans in Marsch geießt. (hon vier und zwanzig Stunden nach Erlaß dieses Befehles erklärte die neu eingetretene Staatsregierung, daß sie auf jeden Widerstand gegen die Militärmacbt der Ver- einigten Staaten freiwillig verzichte, und übergab alles Staats- eigenthum an den Repräientanten der Bundesregierung, General Brooks, worauf am 18. der frühere Gouverneur die Leitung der Geschäfte wieder übernahm und alle Beamten wieder in ihre Stellen einsetzte. Im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen
ist es in Louisiana zu einem Kompromiß zwischen beiden Par-
' Primärschuleü für die Soldaten,
teien gekommen, worin unbeeinflußte und friedliche Wahlen im November garantirt Werden. Für den 13. Oktober Hat das republikanische Comité eine Konvention der Leiter dieser Partei in den Südstaaten nach Chattanooga einberufen, um die Lage der Dinge ins Auge zu fassen und eine Adreffe an ihre An- hänger zu erlaffen. In den nördlichen Staaten Haben weitere Partei-Konventionen stattgefunden, in denen von beiden Seiten die mannigfachsten, einander-in vielen Stücken widersprechenden Programme, namentlich in Bezug auf die Rückkehr zur Baar- zablung und die Sckzußzollfi'age, aufgestellt Wurden,
Bei den in der ersten Hälfte des vergangenen Monats in Vermont und Maine stattgebabteu'Konareß- und Staatswablen siegte die republikaniicbe Partei mit einer noch bedeutenderen Majorität, als es sonst in diesen beiden Staaten der Fal] zu sein pklegt.
. Der zwischen den Vereinigten Staaten und dem König- reiche der Niederlande abgeschlossene Supplementar-Profivertrag ist am 14. September vom Präsidenten Grant unterzeichnet Worden. Derselbe tritt am 1. Oktober in Kraft.
' „Von den der Kommission zur Entscheidung der von ame- rikanischen bez. mexikanischen Untertbanen gegen die Regierung des anderen Landes erhobenen Ansprüche sind an 200 Fälie unerledigt, und ficht man der Beendigung der bezüglich Ar- beiten zum 31. Januar 1875 entgegen. Die der englischen Regierung zugesprochene Summe von 2,000000 Dollars aner- kannte Anipriiche engliichcr Untertbanen an die Vereinigten Striaten'betrcftend, ist am 21. dem derzeitigen englischen Ge- sck)äftsrr_äger in Washington ausgezahlt worden. Wie aus dem AuSweqe des Finaiiz-Ministers Vom 1. September hervorgeht, bat fick) die Bundesickwld während des August Um 1,626,760,79 Dollars ,bcrmindcrt. Dieselbe belief sick) an dem gedachten Tage abzuglick] des Baarbestandes im Schaizamte und der zu GJUÜCU der Pacific-Ciienbabnen ausgegebenen ObÜgafiolWU aux 2,140,178,614,24 Dollars, Fiir den September Waren Verkäufe von 3,000,000 Doilars in Gold angesetzt worden, während ein Ankauf von Obligationen nicbt beabsichtigt wird. Dagegen Wurden zum 1. Dezember 15,000,000 serbsprozentigcr Obligationen bebufs Umivandlnng in fiinfprozentige gekündigt. Fiir den Oktober Hat der Finanz-Minister den Verkan von 2,500,000 Danrs Gold in AuSßcbt genommen.
Aus dem amtlichen Ausweise für das am 30. Juni been- dete Fiskaljahr 1873/74 ergiebt fick), daß der Gesammtwcrth der Einfuhr in diesem Zeitraume, einschließlick) von Edelmetall, in Barren und ausgemiinzt, 595,861,248 Dollar?- Gold be- trug, während sich die Ausfuhr, einschließlich der *Rückausfiibr und geprägten und ungeprägten Edelmetalls, aiif 653,032,496 Doliars belief. Der Gesammtwertl) der auf Tranfitolager be- findlichen Waaren und Produkte betrug am 30. Juni des [an- fenden Jahres 59,705,75Z Doilars, 17,878,225 Dollars weniger als am Schlusse des Fiskaljahres 1872/73. Mit Berücksichti- gung der Differenz der auf Tranfitolager befindlichen Waaren überstieg der Gcsammtwerth der Ausfuhr in dem Finanzjahre 1873/74 den Geiammtmerth der Einfuhr in derselben Periode um 39,293,021 Dollars, während in der Periode 1872/73 der Gesammtwerth der Einfuhr den der Ausfuhr um 101,155,930 Dollars übertraf. "
Das Hauptquartier der Vereinigte Staaten-Armee wird, einem Armeebefehle des General Shermann vom 5, September zufolge, am 15. Oktober von Washington nach St. Louis ver- legt werden. Zwischen den aufständischen Indianern und der Kolonne des General Mikes ist es zu mehrfachen Zusammen- stößen grkommen. Die aus englischen und amerikanischen In- genieuren bestehende Kommission zur Feststelinng der Grenze zwi- schen den „Vereinigten- Staaten und Britisch-Nordamerika (49 Grad nördlicher Breite), hat ihre Arbeiten, ohne von den Indianern belästigt worden zu sein, beendet.
Am 15. ist der vor dem obersten Staatsgericbtshofe in Wisconsin anhängig gemachte Prozeß der verschiedenen Eisenbahn- gesellschaften gegen den Staat, wegen der von Seiten des lebte- rcii angeordneten Herabsetzung des Frachttarifs, zu Ungunsten der betreffenden Gesellschaften enticbieden Worden. Endgültig ist die Frage der Konsiitutionaiiiät der in den UOT'ÖWLstlickMK Staaten erlassenen Gesetze dadnrck) allerdings 10 Wenig ent- schieden ivorden, als dnrci) den im Juli erfolgten Ausspruch des Bundesgerichts in Michigan, vielmehr wird der Oberste Gerick)tsboi der Vereinigten Staaten sicb erst im Laufe des nächsten Monats endgiltig mit dieser Frage beschäftigen, dock) haben sick) Vom 1. Oktober alle Bahnen in Wisconsin den Be- stimmungen des Gesetzes zu fügen. EZ ist das der erste be- dentende Erfolg, Welchen die Grangers und Patrons of Hus- bandor), in ihrem Bestreben, eincn billigeren Fracbttarif herbei- zuführen, bis jetzt errungen Haben.
Die mexikanische Regierung bat die Resignation ihres Vertreters am Berliner Hofe, des General Benavides, ange- nommen. Der General fai) fich durch seine zerriittete Geiimd- beit genötbigt, um dieselbe einzukonimen. Der National-Kon- greß ist auf den 16. September einberufen Worden. Ju Dos Arroyos im Staate Guerrero kanien-mel)rfache Meniereien unter dem Militär vor und wurde in Folge dessen der Kommandant bon Chilgamingo angewiesen, sich mit allendiSponiblen Truppen nach Dos Arroyos zu begeben. .
Central-Amerika. Die Regierung von GUatemala hat der britischen Regierung die verlangte Genugtbnuug wegen der dem britischen Koniol Magee zugefügten Beschimpfung gegeben. Die britische Flagge wurde in San José de Giiate1naia mit der entsprechenden Feierlichkeit salutirt und Hrn. Magee die volle beanspruchte Entschädigungssumme ansgezahlt. Gonzales, welcher den englischen Konsul insultirt hatte, hat gegen das über ihn gefälite Urtheil appellirt, doch wurde dasselbe von dem
öchsten Gerichtshofe bestätigt. Die Regierung von Salvador
at ein Dekret erlassen, wonach in allen Garnisonspläßen unter der Direktion aktiver Offiziere, zu errichten find. In Costa Rica machte der Bau der Eisenbahn gedeihlicbe Fortschritte.
Peru. In Folge des bereits in der Uebersicht für August erwähnten Attentats auf den Präsidenten, wurden demselben V.“).n Seiten des Kongresses, der Armee und Flotte, sowie der Munici- palität von Lima Glückwünsche für sein Entkommen dargebrczcht. Die sofortige Wirkung des Attentats war die Verwerfung eines Gese es, betreffend die Begnadigung aller politischer Verbrecher, dur den Kongreß. .
In Bolivia fand ein von den Führern der liberalen Partei veranftalteter Auf and statt, der, indessen durch die Re- gierung vollständig unter rückt wurde. Dr. Corral, der. LeiZ dieser Partei und ihr Kandidat für die Präsidentschaft ist ver- haftet worden. „ .
Argentinien. Am 6. Au ust wurde Don Nicolas Avel- laneda durch den Nationalkongre als Präsident für die Periode vom 12. Oktober 1874 bis ebendahin 1880 proklamirt. Von den abgegebenen Stimmen fielen nach der offiziellen Zählung
146 auf Dr. Avellaneda und 79 auf General Mitre. In Folge des Ausfalls der Wahl brach Ende September in Buenos- Ayres unter Führung des General Mitre, der dort bei den Wahlen den Sieg über seinen Gegner davongetragen hatte. ein Aufstand aus, bei dem fick) die Fiotte für Mitre erklärte. Der- selbe hat seine Streitkräfte bei Chiriiroy und San Martin kon- zentrirt. In den Provinzen Buenos-Aqres, Santa F6, Entre Rio? Rioja und Corrientes ist der VelagerungSzustand erklärt wor en.
Brasilien. Die Vorlagen, betreffend die Armee und Flotte, Wurden vom Senate endgültig angenommen, ebenso das AushebungSgeseH, nachdem die Deputirtenkammer ihre Einwilli- gung zu den vom Senate vorgeschlagenen Amendements gegeben- hatte. Ein in der Deputirtenkammer eingebrachter Antrag, das Mi- nisterium wegen seines Vorgehens gegen die katholischen Bischöfe in den Anklagezustand zu verseßen, wurde einstimmig abgelehnt. Am 12. September wurde die Sißung des Kongresses durch den Kaiser in Person geschlossen. Im März wird der Kongreß abermals zusammentreten, um das Budget für das Finanzjahr 1875/76 festzustellen und die Beraihungen über das neue Wahl- gesetz zu Ende zu bringen.
Am 7. September wurde in Rio de Janeiro der Jahrestag der Unabhängigkeit Brafili-xns mit großem Gepränge gefeiert. Dem Tedeum in der Kathedrale wohnten der Hof, sowie die Militär- und Eivilbchörden bei. Später empfingen der Kaiser und die Kaiserin die Glückwünsche des Ministeriums, der Mit- glieder des Kongresses, des diplomatischen Corps und der Ver- treter der Behörden.
Der frühere Gesandte in Buenos-Ayres, Baron de Ara- guaya, ist unter Erhebung zum Visconde, ziim außerordent- lichen Gesandten und bevollmächtigten Minister in Rom ernannt worden, und hat sick) am 18. August nach Europa eingeschifft.
Asten. (A. A. E.) Indien. Dießungersnotk) in Ben- g a i e 11 kann als beendigt angesehen werden. Der lebte Spezialbericbt bemerkt, daß das Wetter während der am 17. September been- deten 14 Tage fast im ganzen Lande nichts zu wünschen übrig ließ, und daß die günstige Witterung mir bis Ende der ersten Woche des Oktbbcr anzuhalten braucht, um eine ungewöhnlich große Ernte in der größeren Anzabl von Bezirken zn sichern, _ Die gegen den Duffla-Stamm abzusendende Streitmacht wird ans 1000Mann Truppen ailer Waffengattungen und 800 Kulis unter dem Kommando von Genera! Stafford bestehen. Zweihundert Maul- esel und 40 Elephanten werden die Expedition begieiten. _ Die bengaliscben Opiumaukiionen von 6 Monaten haben eine Ein- nahme von über Zi Millionen Rupien produzirt. _ Jm Raths des Generalgouverneurs soil eine (Heseßvoriage für die kompul- soriiche Erziehung von europäischen und eurasischen Kindern eingebracht werden. _ Der Mabaradschah von Caschmir bat 10,000 Rupien für die Errichtung einer neuen Kirche in Labore beigesteuert. _ Seit der Unterdrückimg des Panthay-Aufstandes ist der Handel zwischen Birma und China ria Bbamo wieder in Auf: schwung gerathen. _ Ein österreichischer Offizier hat den Posten eines Befehlshabers der regulären Truppen des Nizam angenommen. _ In den Plantagen-Bezirken von Ceylon wurde am 19. Sep- tember. ein leichter Erdstoß verspürt. _ Die Radschputana ' (Staats-) Eisenbahn wurde am 21. September bis nach Ulwur eröffnet.
Aus Calcutta wird unterm 19. d. per Kabel gemeldet: Die Briicke, wclche Calcutta mit Hourah verbindet, ist fertig. Ein heftiger Sturm im Bezirke Burdwan bat eine Unterbrechung der Telegraphenverbindung verursacht.
Australien. Den Nachrichten einer neuen australischen Post zufokge haben die Kolonien einen der strengsten Winter, dessen man fick) erinnert, durchgemacht. In Monard, Neu-Süd- Wales, war das Eis dick genug, um einen Mann zu Pferde zu tragen. Herr Vogel, der Premier von Neuseeland, [Jai die Fusion sämmtlicher Provinzen der nördlichen Insei in Vorschlag gebracht. Man erwartet, das Parlament werde sein Projekt verwerfen und dieserbalb an das Land appeiiircn. In Wellington hat eine öffentliche Volks-versammlung die ministerielie Politik gebilligt und sich verpflichtet, dieselbe zu unterstützen.!
Nr. 21 ch „Central-Blatis der Abgaben-, Gewerbe- nnd HandelszGeießgebung und Verwaltung in den Kö- niglich Preußiicben Staaten“ hat folgenden Inhalt: (Zirkular- Verfügang des Königlichen Finan-Ministeriums, die Form amtlicher Schriftstücke betreffend, vom 17. uli 1874. _ Verfügung des König- lichen Finanz-Ministeriums, die Portopflicbtigkeit der Sendungen in Reichssteuerungelegenbeiten zwischen den Regierungs-Hauptkaffen und den Hauptämtern betreffend, vom 30. Juli 1874. _ Verfügungen des Königlicher! Finanz-Ministeriums, Veränderungen in dem Stande und in den Befugnissen der Zoll- und Sieuerstellen betreffend. _ Ver- fügung des Königlichen Finanz-Ministeriums, die Abfertigung der als arr10165 69 Zi, 010114 deklarirten Waaren ayf Begleitscbeine 1. betref- fend, vom 1. August 1874. _ Crkenntnii; des Königlichen Ober- Tribunals vom 23. April 1874: Die Verpfiichtung, Yorräibe an Malzschrot an bestimmten Orten und nur in geießiich zulassiger Menge aufzubewahren, ist lediglich der die Brauerei als Gewerbe treibenden Person, d. i. dem Brauereibefißer auferlegt. _" Cirkular-Verfügung des Königlichen Finanz-Miuistcrmms, die Prufung der von dein RechnungSHOfe des Deutschen Reichs revidirien Rechnungeu durxh die Stempelfiskäle betreffend, vom 20. Juli1874. _ Cirkular-Verfugung des Königlichen Finanz-Ministeriums, die Denaturirung von Vestel].- saiz betreffend, vom 1. Juli 1874. _ Verfügung des Königlichen Finanz-Ministeriums, die Tarifirung einer als „Silikate“ deklarirten Flüssigkeit betreffend, vom 22. Juli 1874. „_ Verfügung des König- lichen Finanz-Miniiieriums, die Unterscheidung der Huisache von den Filzstumpen betreffend, vom 28. Juli 1874. _ Perionai-Chronik.
NeiehStags : Angelegenheiten.
Im 1. Münsterschen Wahlbezirk (Tecklenburg, Steinfurt, Abitur?) ist an Steüe des verstorbenen Regierungsratbs a. D. v. Mallinckrodt der Freiherr v. Schoriemcr-Alst zum Mitgliede des Reichstages gewählt worden. '
Landtags = Angelegenheiten.
Der Hofbefißer Meyer zu Heiligenlohe, Vertreter des 9.stl)a[1,moverschen Wahlkreis Diepholz im Abgeordnetenhause, ist ge or en.
Statistische Nachrichten.
Berlin, 21. Oktober. Am 19. d. M. starb in Charlottenburg der außerordentliche Professor an der hiesigen Universität und Direk- tor des statistischen Bureaus der. Stadt Berlin Dr. Hermann Schwabe. Die Leitung des statistischen Bureaus ist inierimistiscb dem bisYerigm Mitgliede dieser Behörde Hrn. ])r. Huppé übertra- gen wor en. *.