StaatSanwaltschaft vernichtet, indem er unter Anderem aus- führte: „Wenn der §. 11 Titel 14 der Forßordnung vom 3. Dezember 1775 das unberechtigte Weiden in der Königlichen Forst mit Strafe bedroht, so wird diese, dem öffentlichen Recht angehörende Straf-Llndrohung nicht dadurch unwirksam gemacht, daß der Königliche Fiskus als Kontrahent die civilrechtlichen Folgen der Uebertretung veriragsmäßig feßgeseßt. Ob und welche cioilrechtlichc Folgen die vertragswidrige Nuyung des ge- pachteten Grundstücks nach sick] zieht, ist für die Frage, ob durch die Art der Nußung ein Strafgeseß übertreten sei, ganz un- erheblich.
_ Der Bevollmächtigte zum BundeSrathe, KZbitieis- Minißer, von Jlottwell , ist nach Detmold zurückgereift.
_ Ter Kaiserliche Gesandte in Lissabon, Graf Bran- denburg, hat sich gestern Abend wieder auf das Familiengut Tomanze bei Breslau begeben und gedenkt dort bis zur Be- endigung seines Urlaubs zu verweilen.
_ Der zuleßt im Aquäriigen Amt beschäftigt gewesene Legations-Sekretär, Graf von Berchem, ist an die Kaiser- liche Gesandischast in Madrid versth worden und begiebt fiel) heute über München (mf seinen neuen Posten.
_ Der General-Major Knappe- von Knappftaedt, Commandeur der 3. Garde=Infanteri€-Brigade, ist nach beendig- tem Urlaub hierher zurückgekehrt.
_ Der General-Major von Voß, Commandeur der 4.311fanterie-Brigade, hat sich in seine Garnison Colberg zurück- begeben.
_ Der General : Major Freihrrr von Reißenftein, Commandeur der ]. KavaUerie-Brigade, ist zur Abftaitung per- sön1icher Meldungen von Königsberg i.'Pr. hier eingetroffen.
_ S. M. S. „Gazelle“ hat am 19. August er., Abends, AHcenfion verlassen, ist am 2. September cr. auf der Rhede von Banana zu Nuker gegangen und beabsichtigte in 3 bis 4 Tagen wieder in See nach der Capftadt zu gehen.
Bayern. Münckirn, 4. November. Die „Nüg. Zig.“ schreibt: Bezügiick) des Projektes, die bayerischen Oftbabnen für den Staat zrr erwerben, smd nun die ersten Schritte ge- schehen; rin desfalifiges Schreiben des Königlichen Staats- Minisirriums des: Aeußern, zu deffen Ressort das Eisrnbahn- wesen gehört, ist dem Verwalturigsrath der Oftbahngesellsckgast in seiner gestrigrn Sißung mitgetheilt wordrn, und hat fick) der- selbe daraufhin, wie wir vrrnshmcn, bereit erkläri, mit der Staaisregicrrmg in Unierhandlungen cinzuireten. Zu dissem Zweck soll zunächst eine aus Télegirten drr StaaiSregi-Zrung und des Verwaltunchraths bestehende Kommission gebildet werden, die je nach den Ergebiiiffen der Unterhandlungen die weiter ent- sprechenden Vorschläge zu machen hätte.
Sachsen. Dresden, 5. November. Ueber den an das Siadtverordneten-Koiiegium gelangten Haushaktplan der Stadt Dresden fiir das Jahr 1875 theilt das „Dr. I.“ Folgendes mit:
Drr Gesammtbedarf drr kommunlkchcn Vsrwiziiung für das Jahr 1875 berrcix-iirt sich auf 3,854,841 Mark, ix_) da[; dem Jahre 1874 gegenübrr, D("ffCU Bedarf nacb drm voriährigen Haushaiwlane mii 1,158,490§T1cklr. : 3,475,472 Mark sicb beziffert, eiii Mrsyrerfvr- dsrnif; von 379,369 Mark fich Hérausstriit. Es bcrubr ricisr Mohr- bedarf im Wrßnilicbsn Thrils aiif den Criordniffen zur Verzinsurrg des Llniagekapitals deer nmen Wasirrieiiung (deren Vollendung bis zum"). Mai _1875 ix_r Liuéücks gksteUr Worxen ist), thrils auf den ("ich bxtrachilicb hoher gsxraltcndrn Zuschüssen für das Schulwesen, sowie WZ.“ Dic NMUN, Kranksn- und_2[rbsitsanstasten. Unifo- diefex Ver- haltniffen bai, mm, «ck i'ccankaßk gespbpn, znr Ausgleichung drr Aus- xxal-eri Und Einnabmrn “WZ Hausiialrplims für 1875 di? städtischen Abgabén vom (HrUndwsrtb und von dcn Mictkizinssn enisprrciyrnd 311 rrböb-M, und M18 Libgabén mit 36 Pfrnnigrn von je 100
zins Uiiicr dis brir. Pri. drr Einnaßms einzusirllen, Bei den Ein- U&k)!11én_kks(1€[*'i sick) naci) Iiszg ron 281,046 Mark Minkereinnabme 398611 1874 eins I)iciirsinmbme VM 379,369 Mark, und crscHrinen als Haupiprsikn drr Msiirrinnabmen: 28,287 Marst-inerirag dcr KkiiitiiUiiQL'UkiksTÜcké, 15,005 Mark Uébrrichuß von Den WrQenmärkirn, 10.080 Mark Einnrixmsrgsbübrrn Urn Staais- rind andrrkn Abgabrn, 17,463 Mark BÜTZCkstLUOX, 48,021 Mark indirekte Abgaben,
Mark Abgabr rvn MikazinsZn. Dér Mrbrrimmbme Abzug von 73,342 Mark_ I)iinkrrausgabsn) 393,014 aukgabr gegenübsr. Tiesxaupiroiten drr --iobrausgabsn iind: 16,244 Mark (Hariénanlagrn und Baumschule, 23,680 Mark Öffrnilicbr Br- ieiicbtung, 187,156 Mark Büi'er-, Brzirks- und Gcriisinbeschu1rw 150.859 Mark Zuschuß an die Haripiarmrnkaiie, 42,716 Mark Zuscbuß an das Kranksnßaus.
Württemberg. Stuttgart, 4. Novrmber. Wie der „Si. A. 7. W.“ mitiheiit, find durch Ailerhbchste Entschließung vom 3 d. M., nacb Vernehmung der evangelischen Ober-Kirchen- behörde, zii [andeHherrlichen Mitgiiedern der evangeliscßen La n d es- synode für den Zeitraum v0n1874-78, und zwar als weltliche
Mitglieder: der Geheime Rath v. Mohl, der Ober=Finanz-Raih *
v. Rieß? und der Ober-Bürgermeifter 131". Hack in Stuttgart; als geistliche Mitglied-sr: der Prälat Dr. U. Hauber in Ludwigs- bnrg, der Prälat Dr. U. Merz und der Stadtdekan Leibbrand in Stuttgart bestellt worden.
_ Am 2. d. Mis. fand die feierliche Einweihung des Asyls für chronische Kranke in Winterbach in Gegenwart der Königin, der hohen Protektorin der Tiakoniffenanftalt, “statt, welche in Begleitmig dsr Staatsdame Freiin von Massen- bach, des Kammerherrn Baron von Reischach und des Staats- Minifters von Golthkr mittelst Exirazuges fick; dorrhin begeben batte. _ Die Königin der Niederlande und dir Prin- zessin Friedrich von Württemberg unterriahmen am 2. d. M. einen Ausflug nach Urach, wobei das dortige Schloß und die Kirche in Augenschein geuomMen und auch das romantische Seeburger Thal besucht wurde.
Hoffen. Darmstadt, 5. November. DieZweiteKam- mer der Stände erledigte in ihrer heutigen (82.) Sißung zu- nächst die zweite Verathung des die Ausführungsbestimmungen enthaltenden Theiss des Verggeseyes und nahm diesen Theil in Gemäßhett der bei der ersten Lesung gefaßten Beschlüsse mit geringen Modifikationen an, Hierauf wurde den hessischen An- geßeUten der Main-Neckar-Bahn die Gehaltsaufbefferung um Zfür 1874 und 1875 bewiUigt, sowie die Regierung ermäch- tigt, diesen Betrag bei der Pension mit in Anrechnung zu bringen: beides bis zu dem Zeitpunkte, an welchem zwischen den betheiligten Regierungen (Preußen, Baden und Hessen) eine Einigung über die Besoldungsverhälmiffe sämmt- licher Beamten der Main-Neckar-Bahn zu Stande kommt. So-
dann wurde für Herstellung eines Maschinenhauses, für Er- bauung eines Materialmagazins nebstTienftwohnung, sowie für Ausführung einer Wasserleitung im hiesigen Main-Neckar-Bahn-
11,957 ' Mark“ HUnrx-fteusr, 217,800 Mark Abg.".be vom Grundwiwib, 304,200 : itehrn (nach Z Mark Mél)r- “
hof 175,000 Fl. bewiüigi. Schließlich wurde der Gesehentwurf, betreffend das Verfahren bei ;:nfreiwiUigen Verseßungen von Mitgliedern eines Iußiz-KoUegH in den Ruhestand, im Wesent- lichen nach der RegierungSvorlq ck angenommen.
_ Auch die Professoren und Lehrer des Mainzer bi- schöflichen Seminars haben, wie hessische Blätter berichten, an die Erfie Kammer eine Vorsxellung gegen die Kirchengeseße, spezieil gegen den Geseßentwurf über die Vorbildung und An- ftellung der Geiftiichen gerichtet, welche in dem Wunsche gipfelt, die Kammer wolle den Bestimmungen des Gesehentwurfes, „durch welche die fernere Wirksamkeit unserer philosophisch:theologischen Lehranstalt unmöglich gemacht und eine den kirchlichen Vor- schriften und religiösen Interessen widersprechende Vorbildung unserer künftigen Geistlichen angeordnet wird“, die Zußimmung versagen.
Sachsen-Cobnrg-Gotha. Gotha, 4. November. Die Vorsynode zur Berathung einer neuen Kirchenverfaffung für die beiden Herzogthümer ist heute Vormittag 10 Uhr in der Augußinerkirche mit einer gottesdiensilichen Feier eingeleitet wor- den, bei welcher Hr. Ober-Hofprediger 1)r. Schwarz die Feftpredigt hielt. Mittags 12 Uhr versammelten fick) die Synodalen in dem Sißungssaale des Landtags im Landschaftsbaus, und der Staais-Minister v. Seebach hieß sie hier in einer Ansprache, mit welcher er die Vorsynode für eröffnet erklärte, Namens derHer- zoglichen Staatsregierung willkommen. Aus der Rede heben wir folgende Stellen hervor:
„Ihre Thätigkeit wird allerdings in einem eirvas geringerem Um-. fange in Anspruch gcnoumien werden. als es ursprünglich beabsichtigt war. In der Verorduung vom 5. Mai 1870 ist als Beraihungs- gegenstand drr Vorsvnode nebcn dM Entwürfen der Verfassung nnd drr Wahlordnung auch der eines Gefrßes, die Regulirung der Ge- balisverhälinissr der Gcistlichsn beireffcnd, in Auésicht gestellt worden. Nach iicchma1iger Erwägung hat es jcdock) die Siaaichegierung nicht für ganz sachgemäß erachtrn können, icbon mit der Vorsynode, als einem kvnstiiuirsnden Organ, auch ein so tief in das Materielle cin-
greifrndes Geier; zu vcrsinbarrnzso dringInd wünscbrnÉiv-Zrik) ihr auch -
frridausrnd einc baldige durchgreifende Regelung dirics Gegénstandrs erscheinrn mm;.
Ihre Thätigkeit wird fick) drmnach auf die Berathung der Kirchenvcrfaffrmg und der dazu grbbrigen Wahlordnung zu bescbrän- ksn Haben, deshalb aber kaum minder wicbtig imd bedeutungsvoll skin. Ob die beabsic'fytigte Umbildung unserer kirchxickyen Verfassung ihren höchsten Zwrck crfüllrn wird, ob sie in der Tbat der leider mrbr und nichr mn sick) greifenkrn kirchiick)rn (Hikichgültigkeit einen Tamm rnigegenicßen, die allgemein? Theilnahme am kircblichrn (“Fe- mcinwescn brbrii und damit arif dis griftigrn und sitilichrn Kräfte im Volke fördernd Und belebend rinwirkrn wird, dies wird aÜcrdings vorzrigsweise von drm Geist? abixängrn, in dem bis Vrrfassiing uncl) ihrrr FrststeilungzurAu-Zfübrrmg gcbracbi werdsnwird, inbrm namrnt- [ich das durch dikisibe zu einer rrgrrrn Tbxiinabms an dem kirchlichen Leben airfgcfordrrte Lairnelemcnt 181118 Mitwirkung bsi den „JU schaf- frndén Instiiiiiioncn einireicn lassen wird. In dieser VSFiChUUJ ist aber die der VsrfaffimZ auch in ihren Cinzelheiien zu gsbenden For- men keineswrgs glririigultig, vielmehr vrn bobrr, virileichi Mtiireidcn- der Bedeutung. Und um im Zuiammrnwirken mit deroStaatsrcgie: rung diese reißt? Form „zu iindrn, fie 19 zu gestalten, MZ sie mit der besserem Uebrrzeugung dcr Mrs)rb€it nirgénds in Widrripruck) tritt, daß fie, ohne der frrien Vervegung_ irgcnd ein? [)enimenrr Fessel an- zuikgen, doch auch gigen jedrn Mißbrauch, namrnilich da, wo 63 |ck) um Den Glaubrn, dieft's [richt verleßbare inncr1ic Heiligibum drs Einzelnc-ii, haxidclt, die nötbigrnsSchranksn aufricbtrt, eben dazu find Sie, meiiic Hérren, bérufrn. " _ _ ck
Und daß es Jiyneu chingen Wsrde, T-ieie wicbiigc Arrigabc giuck- licb zu ibsrn, Micr annung glaubt sicb dic Siiiaisrrgierung in vrÜrr Zuwerfichi hingeben zu dürfen.“ '
Nack; Vereidiguns der',-Abgeordxieieii _, es wc-ren ihrer von den 29 Einberufencn 28 «schienen, und die Versammlung ist Deschlußsähfg, wrrm nnr zweiDriittheile der Bcrufenen erschienen sind -- eröffnete dsr Staatsraih Brückner die Sißung, indem er behufs der erforderlickgrn Wahiprüfungen zunächst die Konsti- tuirung eines provisorischen BUrcaUs veranlaßte. Als äitestes
Mark Grundwerri) Und mit 12 Pisnnigén ron 1 (?) Mark Mirth- ; Mitglied der Versämmiung wurde Abg. SCHUM- als jüngste?-
Abg. Hopf konstatirt. Nach der Wahlordnung war jcner vor- läufig AltcrH=Präßbent, diescr Schriftführer. Beide nahmen ihr Amt an. Der Staathratk) Brückner Überwies der Versammlung hierairf die Wahiaktm, und die Versammlung schritt behufs drrcn Prüfung ziir Bi1dmig von Kommissionen.
Anhalt. Dessau, 5. November. Die GeseH-Samm- [ ung für das Herzogthum Anhalt veröffentlicht: Gesey, Einige Abänderungen der Brandkaffen=Ordnung für das Herzogthum Anhalt vom 2. Februar 1867 und des ZusaßgeseHsH zur Brand- kaffen-Ordnung Nr. 197 der GeseH-Sammlung vom 25. Juli 1869 betreffend; Verordnung, betreffend O661510 )()(Us. zu den revidirien Erläuterungen zur anhciltisckzen Landes: und Prozeß-
“ ordnung.
Neuß. Gora, 3. November. (Leipz.Ztg.) In der Heutigen Sißung harte der Landtag sämmtliche Vorlagen, theils in erster Berarhung, iheils zu defiriiiiver B?]“chlrrßfaffrmg, im Ganzen achi Gegenständs, aiif dem Programm. Davon wurde Vorlage 1., den StaatEHauHhastS-Eiat für die Jinanzperiode 1875-1877, nach kurzer Debatte der Finanzkommission zur Vorberatbung über- wiesen. Ebenso die Voriagen 11, Entwurf eines Geseyes, die Besoldung der Volksschullehrer, und 111, die Besoldungen drr Geistlichen betreffend. Vorlage? 1? Über Entrichtung der Grundsteuer in Reichaährrmg wurde 013118 DiSkUffion ange- nommen und tritt vom 1. Iamrar 1875 ab in Kraft. Die 7. Vorlage galt der Erhöhung des Spieskarisnstempels von nächster Finanzperiode an. Der Betrag ist bri Tarok=Karien von 10 auf 15, bei Whift- und L'Hombre-Karten von 5 auf 10, bei drutschen Karten von 21 aiif 5 Sgr. er- höht. Der leHiere Satz gilt auckz für franzöfiséze Karten von nur 32 Blättern. Die folgende Vorlage 11, den Geschäftskreis der Physikaisärzte betreffend, wurde der Justiz- Kommisfion zur Vorberathung überwiesen. Die Vorlagen 111. und 7111. betrafen Schulangelegenheiten, von denen die erstere den Bau eines zweiten Schalhauses und Ansteilung eines zwei- ten Lehrers in Oberböhmsdorf, resp. die dazu erbetene Sub- vention aus Staatsmitieln, die_ leßtere die Verleihung des sog. ritterschaftlichen Stipendiums am Gymnasium zu Gera betraf, über welches der Landtag die Kollatur hat und das Stipendium stets für die nächften drei Jahre bestimmt. Nachdem die Empfän- ger ernannt, wurde nach, einigen geschäftlichen Erörterungen die Sißung geschlossen, und wird die nächste erst anberaumtwerden, wenn die betreffenden Kommissionen die ihnen aufgetragenen Vorarbeiten beendet haben. Z ., ..
Lübeck, 4. November. An Steile des am 1. d. M. auf gefchchenes Ansuchen aus dem hießgen Staatsdienst entlassenen und wieder in preußischen Staatsdienst übergetretenen Baudirektor 1)r. Krieg hat der Senat _ nachdem der Posten eines Baudirektors vorher im Gehalte auf 10,000 Rm. neben freier Dienstwohnung erhöht worden War, den Marine-Hafenbau- Direktor Emil Louis Paul Martini), zur Zeit in Kiel, er-
wählt. Der Erwählie hatte die Annahme der Wahl davon ab- hängig gemacht, daß ihm für den Wegfall des Anspruchs seiner dereinftigen Wittwe auf eine Pension ein dem Ersatz des für die: sen Anspruch von ihm schon gemachten Zahlnungen eine Ent- schädigung von 1200 Thlrn. gewährt werde. Auf deSfallfigen Antrag des Senats hat die Bürgerschaft diese Entschädigung heute genehmigt, und das Anfiellungg gesuch ifi demgemäß voll- zogen worden.
Oesterreich = Ungarn. Wien, 4. November. Der Kais er weilt heute in Salzburg, wo fick) auch die Erzherzoge Franz Karl, Karl Ludwi, und Ludwig Victor befinden. Heute find funfzig Jahre verfßoffen, seit sich der Erzherzog Fran z Karl mit der verewigten Erzherzogin Sophie vermählte.
_ Der Erbprinz von Schaumburg-Lippe traf am 26. U. M. in Szlaiina ein, um auf seinen Befißungen zu jagen. Am 29. reiße der Prinz nail) Veröcze, von wo er fich zum Grafen Teleki nach Siebenbürgen begiebt, um an den dortigen Bärenjagdeu Theil zu nehmen.
_ Der Kaiser hat den bisherigen außerordentlichen Ge- sandten und bevoklmächtigten Minister in Athen, Freiherrn von Pottenburg, zum außerordentlichen Gesandten und bevoll- mächtigten Minister am Königlich schwedisch =norwegischen Hofe ernannt.
_ 5. November. (W. T. B.) Im Abgeordneten- hause Wurden zunächst mehrere JuterpeUationen, namentlich iiber den Stand der Eisenbahnbauien in der europäischen Türkei, iiber den Ban einer Eisenbahn von ungarisch Hradisck; nach Brünn und bis an die bayerische Grenze und über den Bau der Bahn von Wien nach Novi eingebracht. Hierauf begann die Generaldebaiie Über das Aktiengeseß. Der Justiz»Minister bezeichnete dabei als Zweck der Vorlage, daß die Vorgänge bei Gründung von A'ktiengesriisckzaften der Oeffentlichkeit nicht ent- zogen werden sollen, und daß ferner das gezeichnete Aktienkapital auch wirklich einzahlt imd arissch1ieß1ich seinem Zwecke entspre- chend verwendet wcrde. Terseibe widerlegte zugleich die gegrn den Geseßentwuri vorgebrachten Einwcndungen und vertheidigte die Regierung gegen den Vorwurf, daß fie vor Beginn der „Kriss mit zu wenig Vorsicht zu Werke gegangen sei. Das Haus beschloß einstimmig, die Regierungsvorlage der Spezial- drbaite zu Grunde zu legen, und nahm bei leyterer den ersten Paragraphen in der vom AuHschuf3 vorgeschlagenen Fassung an.
Schweiz. Bern, 3. November.. (Wes. Ztg.) Die Kom- mission des Ständcrathes, welche erst leßtcn Donnerstag für Vorberathung der bundesräihlickzen Vorkage, batreffend die neue Militärorganisaiion, zusammengeireien, hat ihre Aufgabe sckmekl gelöst. Bei dem heute Morgen 10 Uhr nach kurzer Ver- tagung stattgefundenen Wiederzusammentritt des Ständeraihes erklärte sie fick) zur sofortigen Berichterstattung bereit, welche dann auch, namentlich unter Prüfung der finanziellen Folgen des neuen GeseHes, Seitens des Kommisfions-Mitgliedes Roguin von Lausanne in einem [augen, aber nur aUgemein gehaltenen Votum, welches mit dem Antrags auf Einireten auf artikekweise Be- rathungscbloß, erfolgte. Auf die aligemeinen Bemerkungen der Kom- mission, vonwrickier kein andrresMitglied als Roguin das Wort er- griff, erwiderte Bundesrath Welti alsChef des ridgrnösfischen Militär- Departements mit einigen ebenfails nur allgemein gehaltenen Gegenbemerkungen. Im Ganzen steUt die Kommission nur bei 26 Artikeln des neuen Gesetzes von der erakiion des Naiionalraihrs abweichende Anträge, so daß aller Wahr- Tchrinlickzkeit nach seine ständeräthliche Beraihung bis zum Wiederzusammentritr des Nationalrathes am 9. Novrmber be- endigt sein wird. Heute handelte es fick) nur um Artikel 2, weichrr die Enthrbung von der Wehrpflicht ziim Gegenstand hat. Hier beantragte die_ Kommission des Ständerathes, daß, außer drn Mitgliedsrn des Bundr-Zraths und dem Kanzier auch die Mitglieder drs BundeSgerichtH und die Brindesgericlztssclxriber währciid ihrer Amichaner der Wehrpflicht rntßobrn sein soUrn, was aber auf drn Aiitrag Vigiers vonSoloihurn mit 13 gegen 10 Stimmen verworfen WUrde, während diese Bestimmung in Betreff der BundengrichiHschreiber dagegen mit 14 gegen 11 Stimmen Annahme fand. Ein Antrag, auch die kantonalen Regierungsrärhe von der Wehrpflicht zu befreien, blixb mit 9 gegen 14 Stimmrn ebenfalls in Minderheit, so daß nun dieser Artikel bis auf die unwesentliche, die Buride§gerichtsschreibcr betreffrnde Bestimmung in der bereits bekannten nationalräth- lichen Fassung Bundesbefckzluß ist. -
_ 5. November. (W. T. B.) In der Sitzung des Ständeraihes wnrde heute bei Fortberatbung des Militär- geseßes besch1offen, die SiUdirenden an den höhercn Unter-
richt9anstalten arif eventuelles Ansuchen bis zu ihrem 25. Lebens- ,
jahre vom Militärdienstes zu befreien.
Großbritannien und Irland. London, 4. Nov'em- ber. Der Prinz urid diePrinzessin von Wales besuchten gestern von Packington Hail aus, wo fie die Gäste des Grafen und der Gräfin von Aylesford smd, Birmingha m. Am Wcichbilde drr Stadt wurden fie von dem Bürgermeister Joseph CHaxnberiain sowie dem Feft-Comité empfarigenimd hielten dann inmitten jubelnder Menschenmaffen ihren Einzug in die im Festesschmucke prangende Stadt. In dem prähtig geschmückten Rathhause wurden Ibre Königlichen Hoheiten mit Sang und Klang bsgriißt, worauf die Ueberreichung einer Wilikommen- Adreffe der Korporation rrfolgte. Nach dem Dejeuner besuchte das Tkzronfolgerpaar mehrere sehenswürdige Fabrik-Etabliffements und kehrte alsdann nach Packington Hail zurück. Am Abend wurde die Stadt prächtig i(luminiri und der festliche Tag verlief ohne Störung oder Unfall.
_ Der nen ernannte griechische Gesandte am Hose von St. James, Spiridion Valaoritr), ist in London angekommen.
_ Wie die „Daily News“ erfährt, soll heute eine Privat- fiHung des Gemeinderath's der City stattfinden, zu dem Behufe, die Zweckmä Ögkeif einer Verleihung des Ehrenbiirgerrechts der;) City an' en Premier-Minister Dinaeli in Erwägung zu 3142 en.
_ Lord Lytwn ist dem Vernehmen nach an Stelle Sir Henry Gwrge Elliots zum britischen Botschafter in Konstanti- nopel ernannt worden. “
_ 6. November. (W. T. B.) Demnächst steht hier die Bildung einer altkatholischen Kongregation zu erwarten. Die ein(eitenden Schritte zur Konstituirung derselben find be- reits erfolgt. Das zu Grunde gelegte Glaubensbekenntniß soll dasjenige sein, auf welchem die ersten ökumenischen Konzilien standen, d. h. der Glaube an ein ungciheilies Chriftenthum.
_ (W. T B.) Gestern Abend empfing der Erzbischof Manning eine Anzahl namhafter Würdenträger der römischen Kirche und besprach mit ihnen das Projekt eines demnächst hier zusammenzutretenden inkternaiionalen katholischen Kon- gres s e s, Der Erzbischof bemerkte, daß er seit wenigen Stun-
den in Erfahrung gebracht habe, daß die katholische Welt durch einen Streit bedroht werden solle, welcher fich über alle Beschlüsse des vatikanischen Konzils verbreiten würde. Auf der TageSordnung des Kongresses steht die Aufrechterhaltung der Infallibilität des Papstes, die Anerkennung seines Rechtes aufdie weltliche und geißliche Macht. Ferner soll eine Erklärung abgegeben werden, daß es die Pflicht aller Christen sei, zur Obedienz des Papstes zurückzukehren. Die Direktiven für diesen Kongreß soUen unmittelbar vom Vatikan her erlassen sein, und werden hervorragende Persönlichkeiten des römischen Klerus dem Meeting beiwohnen.
_ 5. November. (W. T. B.) Bazaine ist heute in Begleitung seinrr Frau und seiner Kinder auf einem englischen Dampfer von hier nach Lissabon abgereist. Von dort gedenkt derselbe sich nach Madrid zu begeben, wo er bereits eine Woh- nung gemiethet hat. Die Nachricht, daß BaZaine der spanischen Regierung seine Dienste angeboten habe, ent ehrt jedsr thatsäch- lichen Begründung.
Frankreich. Paris, 4. November. Das „Journal officiel“ veröffentlicht ein vom 28. Oktober datirtes Dekret des Präsidenten der Republik, betreffend die Civilversorgung der ausgrdienten Unteroffiziere der Land- und See- Armee. Die diesen ehemaligen Unteroffizieren zugrdachten Civil- ämter zerfallen in vier Kategorien: die erste wird auf Grund einer besonderen Prüfung, die zweite in Fo1ge des Nachweises von Kenntnissen, welche über die E(ementarschule hinausgehen, die dritte auf Grund des Nachweises solcher Elemrntarkenntniffe und die vierte endlich an jeden mit den nöthigen Wohlver- haltungszcugniffen versehenen ehemaligen Unteroffizier vergeben.
_ Fürst Barclay de Tollr], Kaiserlich russischer General-Adjutant und Divißons-General der Garde, ist in Paris eingetroffen. *
_ In der russischen Kapeiie der Rite Daru'fand gestern das Leickienbegängniß des hier verstorbenen Generals Philosopboff, eines Ndjrrtanien des Kaisers und ehemaligen Erzieher?) der Kinder des Kaisers Nikolaus, statt. Das ganze Personal der rUsfisck)rn „Botschaft wohnte drr Feierlichkeit bei.
_ 6. November. (W. T. B.) Die „Republique fraiwaisc“ meldet, daß die Antwort dec; Herzogs von Decazes auf die 1th? spanische Beschwerdenote dem Marquis de [a nga r] Armijo am nächsten Montag odcr Dienstag zugestellt werden wird. Ueber drn Inhalt der Erwiderung theilt das Journal mit, daß jeder von der spanischen Regierung namhaft
gemachte Beschwerdemmkt einzeln von Neuem erörirrr wird. Dir aufgestellten Behanptungen der spanischen Regierung Werden drrrck) schriftliche BrweiÉ-stücke wider- legt. Im Uebrigcn müsse man cc.“- abkehncn, in Tis-
kusfidn Über die militärische Bewachung der Grenze und die etwaige Abberufung fraiizbfischer Beamten in den Grenzdrparie- ments zu treten. Solche Fragen seien als innere Angelegen- heiten Frankreich zu betrachten. Die Note werde anderen Mäch= ien nicht übsrmittrlt werdeii, da es bekanntlich der spanischen Regierung zum Vorwurf gemacht worden sei, ihrer Beschwerde dUkck] Miitheilung an die europäischen Kabinete SiULU internatio- nalen Charakter gegeben zu haben. Dem Vrrnchmen des Jour- nals zufolge hätte der Graf von Charidordr) in Madrid diese Erwiderung bereits mündlich mitgetheilt.
Spanien. Madrid, 5. Nowember. (W. T. V.) Hier eingeirdffenen amtlichen Meldungrn zufolge haben die Car- [isten das Bombardement ÜUerUU fortgesrizt, aber ohne erheblichen Schaden anznrichikn. Die Belagrrer soUe-n dagegen bedeutende Verkiiste erlitten haben. _ Gestern haben die Re- gierungHtrUppen die Carlisten in einem Gefechte bri Castel- lon dc Ampurias (Provinz Gerona) geschlagen.
_ Aus Lajunquera wird Über Paris vom 5. gemrldet, daß eins Kolonne von Frriwilfligcn, wrlckze während des [ersten Gefechts bsi Casteklon von Figueras auf Castcklon marsckzirte, WL! dcn Carlisten vaig geschlagen worden sri und ihre Artillrrie verloren habe.
Italien. Rom, 31. Oktober. (It. R.) Der Kultur“- Miiiister Bongbi, der heute Morgen nach Rom zurückkehrtr, ist in Neapel sehr sr]mpaii)isch empfangen worden, Sowobl bei seiner Ankunft wie bei sriner Abrrise wnrde er von zahlreichen Persorien begrüßt, imd cbcriso viele 1anschten seinen Worten, ach er fick) im icchnischen Institni vrrnehmrn lisß. Die in Neapel anwesenden Senawren urid Deputirien hatteii auch Herrn Bonghi zrr Ehren ein Gastmahl veranstaltet. _
_ Fürst (Hortichakoff ist in Florenz angekommeii.
_ Am 27. U. M. ist vor Messina eiii französische-z und am 28. vor Paicrmo ein englisches (Hesckgwadrr an.- gekbmmrn.
_ Am 31. Oktober Abends fand, wie die „Psrseveranza“ berichtet, die Eröffnung der Säulenhaücn an der nördlichen Seite des Domplaxzes in Mailand statt. Die lange majestätische Flucht von Säulen und Bogenwblbungen, von oben wie von drr Seite glänzend beleuchtet, bor einen imposanten Anblick; die promenirende Menschenmenge spendete dem Erbauer, Mengoni, einmüihig wohlverdientes Lob. Kronprinz Humbert wohnte
der Eröffmmg bei. _ 5. November. (W. T. B.) Die Regierung glaubt, in dem Parlament auf eine Majorität von 80 bis 100
Stimmen rechnen zu können.
Schweden und Norwegen. Sto ckbo1m, 2. November. Aus dem Gutachten der SiaatSrsvifion geht hervor, daß die Aithaben fiir den Reichstag, welche in 1872 ca. 408,600 Kronenbetrugen, sich in 1873 auf 433,443 Kronen beliefen. Da- kon betrugen die Diäten für dic Mitglieder der Zweiten Kammer 230,000 Kronen, Reiseurikoften 17,000 Kronen, Honorare der Reichstags-Angefteüten 101,000 Kronen, Druckkosten 50,000 Kr., AuSgaben für Papier, Licht, Wärme rc. 35,000 Kronen.
Dänemark. Kopenhagen, 3. November. Der §. 1 des von Berg, J. A. Hansen, Boysen, Th. Nielsen 20. einge- brachten Geseßeniwurfs, betreffend die Gehalfe der Prediger, lautet: „Unter die Finanzen des Staats sollen bei eintretender Vakanz nach Ablauf des Gnadenjahrcs die den geistlichen Aemtern bisher beigelegten Kornzehnten 2c. eingezogen werden.“ In dem RegierungSentwurf heißt es im §. 13, daß die betreffenden Einkünfte der Predigerftellen auf dem jährlichen Finanzetat auf- zuführen seien, jedoch auf dem speziellen Budget des Kultus-Mim- steriums unter dem Konto: Kirchliche Zwecke. Kommen Ueberschüffe heraus, so sollen fie ein StaatSaktiv bildrn, welches zur Errich- tung neuer Predigerstellen T€. verwandt werden kann. Etwaiges Defizit wird aus diesem Staathaktiv ergänzt. Darin liegt der prinzipielle Unterschied dem Antrage der Linken gegenüber.
Asien. Aus Indien wird die Eröffnung der Hyderabad-StaatSeisenbahn, welche“die große mohame- danische Sxadt des Deccan in direkte Verbindung mit MadraY, Calcutta und Bombay bringt, gemeldet. Ueber dieses Ereigmß bemerkt die „Bombay Gazette“:
„Die Bahn ist eiqu über 100 Meilen lang und gebt vorläufig * nur bis Sewnderabad, einem der größten Depots britischer Trupvcn
in Indien; aber ihre große kommerzielle und prlitiieiii? Wichtigkeit kann nicht r-crkann't werdcn. Hyderxbad ist cine wilde Start mit etwa 400,000 (Tinwohnern, und eine der Hauptxrbeitkn, welche die Eisenbahn zu vollbringen Hat, ist, die Massen rolér-r Halbbarbaren, die bintsrihren Mauern Wohnen, zu civilifiren. Bei einem vom Nizam gegebenen Bankett wurde ein Brief vom Vizskönig vrrl-xsen, der Se. Hoheit zu dem in seinem Grbiet frebrn yollendctsn Wrrkr Warm bcglückwünschi. EZ wurdsn auch viele Reden grbalfen, in denen die Vßkibkilé, melcbe die Staatsbahn über kurz odsr lang den Gebiktén des Nimm zuwenden dürfte", bervvrqrhoben imd gswür- digt Wurden. Die Festlichkeiten sind nicht harmlos vrrlaufrn. Ein irrtliümlich niit ircckcnrm anstaii nassem Pulyer gefüllter Raketen- mörsrr expiodirir, wodurch vier Eingrborene getödtet und fünf ernstlicb verwundct wurdsn.“
Aus Calcutta wird unterm 3. d. tekegraphiscl) berichtet: Der Vizekönig kehrte gestern Hierher zurück. Derselbe hat das Aufgeben von Hazaribangk) als eine militärische Station für Europäer beschlossen. Die erste Truppenabthrilimg für die Expedition gegen die Dufflas, einen Bergstamm im äußersten Nordosten, verließ gestern Calcutta. Die Brücke Über den Hugbby erweist sich als ein großer Erfolg.
Vier Häuptlinge von Nord = Afghanisten haben fick) öffenikick) zu Gunsten von Iacub KHM erklärt und ein Bündnis; mit ihm geschlossen. Sie haben sick) verpflichtet, 4000 Uzbsg-Truppen gegen seinen Vaier Shir Ali inc.!- Frld zu steilen.
_ Der „Times“ wird von ihrem Korrespondeirien in Morar vom 4. ds. ielcgraphirt: „Der Hauptgefangrnc, (den man für Nena S ahib hält) wurde heute Morgen unter der Obhut eines Offiziers und vier Unteroffizieren per D;“:k rjxi Agra nack] Cawnporc gesandi. Der andere Gsiatigene sagt, daß Nena ihm den Brief an Scindia, worin er deffen Schrrß an- flehte, diktirte, ihn unterzeichneie, und daß er zur Zeit nüchtern war. An diesem Manne wurde iin wichtiges Mémorandum ge- funden, die Nam-Jn der NepaulLBeamren und auch einiger unsr- rer LÜCL'M Bramteri, dic auf Nena's Diktat nirdergescbricben 'wrrrden, um Scindia zu überzeugen, enthakiend. Oberst Wil- loUghbr) Osbornc's Meimmg über die Identität des Nena ift unverändert. -
Australien. Aus Sydney wird untrrm 3. ds. icle- grdphirr: „Das Parlament von Neu-Siid-Wakes ist eröffnet worden. Der Gdrwernenr drr Kolonis tbei1ie in seiner Erbffiiiingsrcdc mit, daß vor den allgemeirisxi Wahlen wrnig öffeniiicize Geschäfts vorlägcri. Er zeigtr die Libfirbi der Regie- rrrng an' die bffrnilirbe Schuld alljährlich zu reduziren.
Die *1'r. 42 dss Justiz - Ministeriai - Biaits für dir prrußische Grirßgsbung nnd Rechispilrze, [*,-:knus- gsgebsn im Vurcarr des JUstiz-Ministrriums, intbäli ioigrnir Erksririi- nisse drs Kömgii-Fxrn Gcrichtsbofrs zur Enisch€idrma dsr Komyrienz- Konflikte vom 10. Oktober 1874: Anorduimzrn dsr Auißci'*i§bebördsn Über dir Libi-Élirszimg ron Jagdpacbiverträgcn Sriixiis drr Gémeinde: [1655an können rrn drr. letzixrcn im Rrcht5wege nicbt angefochten Wordrn; _ GUM srrornpriizrilick)? Verfügringkn ist drr Rechi§wrg unzuläifig.
Statistische Nachrichten.
Das vom statistischi'ri Bürcau dcs Herzrglichcu SiaaiZ-Mi- nisteriums in VrarinsciUv-Iig herausgcgebrne 1. *Mit dsr Beiträge zur Statistik des HerxogtlUrms Braunscbkveig cnibäli näherr Nachwoiic Über die Brwegung dcr Bcvölkerunß in den Jahren 1853 bis 1872. Danaci) bxtrug dis (Hrsammibcvöikr- rung dcs Hsrzogiiimns nacb der Zählung Vom 1. Dszrmbsr 1871: 311,764 Köpf? Und bai sick) gigen die am 3.Tc:,cmbor1852cr= miixoiic Brvöiksrirrig (“271,208 (Zinni) nm 40,556 Köpf? rdrr 14,95 Proz., im jährlicbsn Diikchichniki um 0,757 Proz. vcrmrhrt. Jil dsa Siädtrn .brirnJ Die Zunahme 27,180 Köpfe» Oder 33,59_Proz. (Pro Jahr 1,753 Proz.), in Dsn Landgrmrindrn nur 13,376 Köwre ODU“ 7,03
Proz. (pro J.“.br 0,370 Proz.), so das; also die prrzrntale Bevölkß
rriiigszrmaiwie rer “Städte js»: dcr Landgsmrindrn fast um das Bier- iacixr iibrririfft; in risricßirdrnrn bindlichcra Bezirken (Tixodirigimrricn, Waikeiirird, Hassrlfsids, Otisiisri'in 11.1". tr.) bat iris 1852 nirbt aiisin kkiiik Ziiiiabriir, srnd-rn 7.111“: nichr unbeiräckytliche Vrrminderimg drr Cinwwbnerzabl startiixfundon. .
Die Zabl dcr Traunngen betriig vrt: 1853-1872, 507691111 jäi)k1i(s)€n Dirrchschiiiii 2538, so da?; 111105117 30,000 Cinwrbnrr jäbriicb 88 Trauungen treFrn. Die Hxiraibs-“rrqusnßz “1111101: drr städtich Bkvölksrung ist eiwas Kröizrr, al:? niiier dsr iandlichsn, da auf 10,000 Cimrrbnsr in dcn Städter) jaHrlicb 90 Trauungen, „m den Landgemeindsy nur 87 kbmmen. Die Zahl drr im obiZen'Ze'rt- rarim Geborenen [*sirägt in?;zrsammi 197,105 odsr durchixbnittlrcki im Fakir? 9855, so das; also auf 10,000,Ei_nir-o[;nrr 341 Grborrn; entfaÜsn. Die Fruckiibarksit unier drr städiiicbrn Brvölkeriing (325 Gsbor. auf 10,000 E.) ist Etwas gcrinzrr, _als untrr dcr 1andlrchén (319 Grbrr. arif 10,000 C'). UMR? der Geianirnizaixi der Geborenrn Warrn 101,616 Knaben und 95,489 Mäichrn, 10 Dax; auf 1000 neu- grboren? Mädcbsn 1034 nrrigrbrrkne Knabcn kommen. Im Durch- ickxniii wurdcn jährlich 8181 ehrliche und 1673 Uiikhcllché Kinder gébrreii, so das; unier100 Geburten 83 rixriicbe 11110 17 unrhklicbe waren. Fur die ländlichr Bevölkerung ist dir „Verbälinixzxaabbdsr unsbeiiciyc-n Grbiirirn um etwas größsr (17,2), «[I für die itariiiriw (16,4), _Todr-grboßrcn Wurden 8563 oder durchschnittlich 428 im Jahre; ans 10,000 Oe- brrcn€ überhaupt ireffsn mithin 434 Todigkboreiie odrr 1 aus 23,0. _ Die Zahl drr Sierbefälle (1)qu detgcborens) hat in drn Jabrrn 1853-72 141,894 oder im Durch1chniii 7094 jährliri) bsiragrn; eiii Sterbefall trifft danach durciiscbniiilick) auf 40,7 Lebrndr, ODU“ auf 10,000 Lebende kommen 246 Sierbeffrllr. Die_ Storblickikeii war unter dsr ländliciérn Bevölerung (“911,7 10,000 C“. 243) etwas gc- rinzer, als unter der städtiickyrn (252 quf10,000 C.). Unier' drn jährlich Grstorbenen waren 3540 mairnlichen und 3554 chixckisir Geschlechts, mithin treffen auf 1000 Weibliche 996 mannliciie “Sterbe- fälle. Unter 100 Gestorbenen Waren unter 5 Jahr; alt: 38,63 (41,46 männl., 35,81 weibl.), von 5_-20 Jahr 8,02 (8,08 mannl., 7,94 iVLli.*l,), bon 20-60 Jahr 27,42 (26,43 männl., 28,36 weibl.), 60 Jahr Und darüber 25,85 (23,539 männl., 27,53 wxibl.), während bsi den ubrigen 0,08 das Alter unbéstimmi War. “
Die Gesammtzahl der vchn1853,/72 Auszzcwandertrn roar 11,995, die der Eingeboanderten 3702; im Durchschnitt find auf 10,000 Einwohner jährlich 21 au-dewanderi Und 6 eingswandrrt. Die Außwanderung aus den Landgemeinden (22 auf 10,000 C;) war nur etwas stärker, als aus den Städten (19 auf 10,000 E.), wghrend die Cimvanderung in die Städte (13 auf 10,000 (57.1 19118 "L die Landgemeinden (3 auf 10,000 E.) um mehr als das Vierfache uber- stieg. Bei der städtischen Bevölkerung Wurden etwa «Z, ber der land- 1ichen aber noch nicht ganz % des Abganges durch Auswanderung in Folge der Einwandrrung wieder erseßt. Unter der ober! angege- nen Gesammizahl der Außgewandcrten waren 7856 mannlichen (65,5 %) und 4139 weiblichen GeschlechtD (34,5 %). _ Dcr Kapital- Werth des Vermögens der auSJewandert-cn „11,995 PékilZULU Wird auf 5,079,753 Thlr., im Durchschnitt also auf 423 Thlr. fur jeden Aus- wanderer berechnet.
_ Dem ,BüÜeiin franxais' zufolge zählt Paris nachden1eßieu Erhebungen1,851,792 Einw ohner. Im Jahre 1873 wurden in der franzöfisclien Hauptstadt 55,905 Kinder geboren und zwar, 28,244 Knaben und 27,661 Mädchen. Die Zahl_der Geburiei) blieb um 989 hinter jener von 1872 zurück. Die außerehelichen Kinder standen
im Jahr 1873 zu dcn eix-clichen in dem Vkrhältniß von 100 zu 369; von den ersterrn ist etwa der 5. Théil legitimiri wvrkkn, Gestorben sind im Jahr 1873 in Paris 41,732 Péricnkn Und zwar 21,380 mäimiicbm und 20,352 Weiblirhxn Géickylrckits. Die Zahl der Hei- ratben bklief fich auf 19,520, d. i. um 1358 weniger, als im Jaßrc 1872.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Dsr Vikki? Jahresberichr des Landes-Medizinal- Kollegiums über das MedizinalWSien im Königrrich Sachsen auf die Jabre 1870 und 1871 (DreÖdrn, in Kom- mission bei C. Heinriri), 1874) entbäli: Einlsiiiing- _ 1. Abschnitt. Die ärztlicdrn und Pbarmaceuiisciien Organe dér Mrdizinalrkrwal- tung. _ 2. A':1chnitt. Das Öffentliche Griundbsitswsscn, Die öffentlickyrn (Hrsunkbsiisxuständé: Die Stcrblichkci» und Krankhsiis- de_rhäliniffe in_i AÜg-«meinrn. Die epidrmiscbrn Krank-Icitcn. Die Öseniliche_Gciunkbeitspsirge: Die N;:Hrimgsmittrl, dir Ertränkr IC. _ 3. Abichniit. Das Heiipcrsonal und dic Heilanstxlrrn. _ An- hana. Fruckotbarksits- und Sterblichkeit€vrrhältniß im Jahre 1870.
*"!
_ Morbiiiiäicsstaiiitik drs Mrdizirial'rczirks Méißén 1370, 1871, _
eralbanbrdnung Fiir die Gemrinde Reudni8_ (im Llriszirge). _ Zir- 1u1iaie drr Jrrsnxablung am 1. Dexrmber 187]. _ Tie Vrrbreiiung
der Ci'wlrra im Königrrick)? SÜÖWU traci) dEr: Erftibrrinzsn “drr Jaßrr 1832_1872. Von Dr, .O. Rsiniwrd. (Mit kiiiCk Karta.)
_ Aus Bavrrutl) ichr2ibi man: Dsr iciéönr Vorbau drs Hanses Richard Wagners ist vor Kurzém mit rim'r Sgrafiiw- ZSickMUil-„I geschmückt wordrn, ercbe Rrbrrr Kraußé, Hiiroricnmaier aus der Schiirrrscb-n Srbuls, rniwrrfcn und aiisgsiülyrt bai. Dirie ailSJOriiche KOMVOÜÜOU xsigt als Mitielfigur dcn drntsckisn Mribus in der Gestalt Wrtaué, ais Waridrrsr grdakbr, und wir er Dsr Vriks- phantasie bis iir ms Mitieiaixrr Erichirxirn ist; *.*-221 i::xikcärrivigrii Hut tief Über dab ('in? Augr bsmbgrisnkr, laiisch7t rr aiif 76111? zwri Raben, imd kündri dic Zcbrimriißrbils März (“rn ihn Uirigrbsiidrn Gcftxitkn. Recbis blickt dix griccbiirbe Tragödis ibn an, 1111er dir MUM“, 11111“ An Dirirr _fiebt binauf, als. Knabe Sirgfricb dargriisiir, das Kunsiwrrk der Zukunir. '
_ Die Arbriirii drr GJLSÖriéiksZiNiU-DariT-C“TPS- dition smd rack) drr i'uiüichrn „S:: P. ZLI.“ arrricbirssrn. Nur Hr. DVMUD und Hr. Milbibrrg birirrn noch in ks: Gégsnd, Um rin ineterrblrgiicixs Zbierbatorinm (iiiZUriÖikii. T€? KSrigxii Mitgiirrér [*:-geben sick) «Uf kén «Hsimwsg. Drr Obrrsi Strijstxxv, krr C'nzéziiinbér Word und dsr Vrianiksr SiiUikiiOW kibrsn *sibrr dcn ZS: Tawaara und Kaiiriinék 5Uiiichs AUF dsmicibcn WOZ? wird .in-Iv dsr (Hirrlrg Sirwsrzbw nari) Taicbk-Iiir gsiisn. Drr (5339in Barby: be Marni har rin? fiiims und ickxwicririr Rsiir Dumb Di:? Zanbwüits Kiir-i-Kum, durch Die VLTJS von Buian urid Nuraiin 1154) Siaiiiarkaiid 1111161“- 1113211111611.
Getvcrbe und Handel. Zn dEr am 31 Tktbbsr in 9.111"rli)riiri «. ?. Rubr abJWal- iriirn ©kiiCksiiVCkiJiniUiUiiJ dss BcrgwerkSvrrcins Frisxrickx: Wilbles-Hürrc wrirrs Dis Vorrbxiimm rinsr Divideriks von 6% für dir? Privriiäté-ZUUM-Aklicn briiiélrsscn, narbdéin aus* dom Vriiiir-erinn 52,196 Tliir. 51; Iiiribrriiaririicii iind ca. 4500 Thlr. zur Toiirriiig drs Rriorvrfonds (“siriirimi WVTÖM wars» Dis Amor- tiiaiibiisn bstrngori Urrmxi-xbr 412,548 TM., irälyrknd sicb dür Rcsrrvs- fonds auf 80,682 Tblr. siciii. AUÖ OrtrrSiricbÉiiisbrrirbic „c;?[it iirrror, daf; Maicbinrriiabrik und Gisßrrricn stark brisbäiiigr find, das; der alis Horiwfrn vor kurzrr Zcit iVikDEr angrblaisn wxrdxn ist, und da!“; von drr nrucn Hbcböien- und Koksöfen-Liiiiagx vor rinigrn Tagen 40 Koksöfcn in Bewirb 957"th wurden. Lor Lrsté Hrrhvisn dor MUM Anlage», mirWithwcii-Apparaien vrricbrii, wird in dsnnäÖitrn TUIM drm Bririrb Übergchn UU? dsr andere im Laufe dirics» Winters
* fériiggestrili werden.
_ (Wien. Zig.) Jm “Fabre? 1871 warcn in Wirn 40,462 G2- wrr'be in Ausübung, 1872 48,514 Und 1873 50,392. 2111 Erwerb- stxuer wurden l,!iLr'iir snirickiiei: im Jaixrr 1871 1,003,250 fl., 1872 1,064,085 f[. und im Jahre 1873 1,246,697 fi. (Tin? Abiiabmr ist auch für das Jahr 1874 nicht zu bsiorgen, da bis 3151 dsr Gs- WZrbÖanmeldungen frriwäbrend im Steigrn bsgriffsn isi.
Verkehré-Anstalten.
Tie fesir Moselbrricke bci Brrrrkastci ist srwcir roll- rndrt, daß fie borrits mir srizwc-rxm Tribrirrrk bofxiiircn rrird. Dic fsicrli-Ör (?röffuung wird wabrici'riiilicb am 13. ].. 21185. LL'ZLMTU.
_ AusMainF, 4. Jirvsmbrr, wird Dcr „Taririitng.“ gsiiiiric- bcn: Die Briiirchtung, das; ariiäizlirb drr äUKCrst 16171611 91551er mid dsr aiigrméincn Trbckcrxbcit drs Ei'krrikr'ss "da;; Waiiér dss ROCÄUÖ isbr stark fallen und dadrrrci) ric Zcbiffabrr [ubm goirgi würds, iir schnsiicr, als man vsrmutbrt, ziir Wuizrbrir grwrrdsn. Bsrriis Frigi das Prgrl nur noch 2 JUZ"; 6 Zr[[, klirÖiÖUiiTiiÖ ,i-(iklt rs“, wrnn wir die“ Kälte drr vsrflossrnsn Nächie ankaucriid brbalrrri, Tag und- Nacht 2 Zvii und 75 braucbt nickck langs 171er zu darierri, so ist ksin Fabr- zrug mehr im Stande, dcn Riirin KU raisirrii. Schon [mbc-ii visir Sciylrppsr ihr? Fabrten einsickicn müssrn. Fcrnrr ist nocki ZU rrwäb- nsn, daß die Pasiagisrboor? ron Crbkonz an 511 Vrrg stbbii [singer als acht Tage r-iiiét mehr fabrrn i_“öriiicxi. und 13.7; ein Srbraiibrii- book ngrriiväriig nick)? mclxr zu icixsn iii.
Aus dem Woiff'ickzen Tekegrapizerr-Bxéreau.
London, Freitag, 6. November, Vormittags. Die: Morgén- blätter enthalten Meldungen aus Montevidro vom 4. d. Nack) den]“rlbrn aiikerte das Geschwader der Jnsurgenien vor Buenos: Nyrcs. Ein nerrer Zrisammenstoß drr Insurgrnien mir dem Regierurigsiriwpen War noch nicht erfolgt. Der Insurgenten- dampfer „Monwbideo“, wrlchrr in „den eräffern von Uruguay vor Ankcr gegangen war, ist von der Rrgicriing von Urrrguar; mit Besckziag belegt.
Königliche Schauspiele.
Smmabend, den 7. Novsmber. Opernhaus. (216. Vor- stelirmg.) Die Hochzeit des Figaro. Oprr in 4 Abtheiiirxigen mit Tanz WU Beaiimarchais. Musik von Mozart. Dis Grafin:
Fr. ». Voggenhrrbcr. Susanne: Jr. Mallinger. Cherubim Frl. Lammert. Almaviva: Hr. Bey. Figaro: Hr. Krolop. Anfang halb 7 Uhr. Miitrl-Preisr.
Schauspielhaus. (224. Vorsteilung.) ZUm ersten Make:
Ein Erfolg. Lusispiel in 4 Akten von Paul Lindau. JuScene
geseßt vom Direktor Hsin. , Anfang Halb 7 Uhr. Miiiek-Preisr. Sonntag, den 8. Novrmber. Opernhaus, (217. Vorstel-
lung,) Der Prophet. Große Oper in 5 Akten nach Scribe. Musik von Meyerbeer. Fides: Frl. Brandt. Bertba: Frl. Lek)- mann. Johann 13. Lwden: Hr. Niemann. Oberthak: Hr. Schmidt. Anfang halb 7 Uhr. Mittel=Preise.
Schauspielhaus. (225. VorßeUung.) Zum ersten Male wie- derholt: Ein Erfoig. Lustspiel in 4 Akten von Paul Lindau, Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise.
Es Wird ersucht, die Meldekarten (sowohl zu den Opern- haus-, wie zu den Schauspiels)aus-Vorfteüungen) in den Brief-
-kasien des Opernxauses, welcher sich am Anbau desselben, gegen-
über der Katholi chen Kirche, befindet, zu legen. Dieser Briefkafien ist täglich für die Voriieüungen des fol- genden Tages nur von 10 bis 12 Uhr Vormxtags geöffnet, Meldungen um Theater-Billets im Bureau der General- Intendantur oder an anderen Orten werden als nicht eingegan- gen angesehen und finden keine Beantwortung.