Die Kunstausstellung der Königlichen Akademie der Künste. „R'. Kulturgeschichtliche DarsteUungen. Ethnographisches und land- schaf11iches Gonre. _ Die Kleänmcister des Genres. (Vgl. Nr. 256 1). Bl.)
Beachteane-rthe Bilder, in denen das einer bestimmten Zeitperiode angehörige Kostüm nicht vorwiegend aus malerischen Rücksichtcn gewählt, sondern in erster Linie die Schilderung einer kulturgeschichilich interessanten Scene beabsichtigt ist, smd dieSmal nur von zwei Malsrn ansgestellt worden. Von Dansaert ist eine „Ginguette“ (Tanzlokal) vorhanden, dicht angefüllt von tanzend oder plaudernd fich umherbewsgenden Figuren im Kostüm der französischen RevolutiMcZzejt, die trefflich gezeichnet und von durchaus echtem und charakteristischem karäge find. Stryowski malte ein sehr geschicht komponirtes Rencontre zwischen Danziger Patrizier: und Plebejerkindern im Kostüm des 17. Jahrhunderts. Die Lexxtcren haben ihre vornehm gekleideten, in einem reichdeko- ritten Portal zusammengedrängten jugendlichen Gegner mit Schneebäüen in die Enge getrieben und verlachcn den übel an- gebrachten Muti) Lines derselben, dér ernsthaft zu seinem Säbel greift. In dcr technischen Behandlung des Bildes ist mehr die Zeichnung als die Farbe betont, die etwas trocken erscheint. In einer zweiten Kompofition desselben Malers, einer Gruppe von Juden, die iti 211161“ entlsgensn Gegend der Stadt, idr „Taich- leck)“ feiérnd, in das vorbeifiießende Waffer Körner ftrcuxn, ist bei gicichen Vorzügen dx'r ZS1ch11UNJ und bei meistcrlick) charak- tsrististher NUffaffung der einzslnen Gestalten, eine viel Energi- schere farbige Wirkung erzielt,
Eine in hohem Grade charakteristisckze Scene orientaliscßen Lebens, die in Auffassung, BLWLJLMJ und Ausdruck der ziemlich großen, meisierhast in den engsn Raum komponirten Figuren das Gepräge übkrzeugcnder Echthßit trägt, schildert Gysis in einem durch [eucdtende Kraft der Farbe wie durch außerordent- lick) lecken und sicheren Vortrag g19ich sehr bemerkcnsw-erthen Bilde, der „Bestranng eines Hühncrdich in Smyrna.“ Das geßohletie Federvieh an den gebxmdcnen Hätiden bsfcstigt, rück- wärts auf einem Esel fiHLUd, wird der Schuldige zum wsidiickzen Ergößen der Znsckyauer, der ernsthaft dafitzenden Männcr Und dLs auf dem Pflaster fick) streckendcn Gaffsnvoiks, von einem be: waffneten Gerichxsdiener durch die schmust? schattige Straße ge- leitei, während ein Führer den Esel vorwärtÉ-zerrt und unter Trommelsckziag das Verbrcchen des Bestrafien aachuft.
Tas Viid von Gyüs [eitet -uns zu einer Gruppe von Darstelinngkn Über, die, meist ohne besondere Accenmirimg eines bestimmten, einheitlich abgeschlossenen Vorgangs, Land und Leute in ihrem täglichen Thun 11110 Treiben malerisch auf: faffen und als kthnogkaphisckch Genre bezsichnet zu werden pflegen. Mit Erkiäriickxer Vorliebe sehen wir die Maler die Motive derartiger Darstellungen dem farbenreichen Leben Italiens und des Orients entlkhnen. Hierher gehört das mit Menschen und Tßieren reich staffirte, bewsgie Bild eines „ iilnfech bei Cairo“ von O. Heyden, der „Bazar von DamaÖkus“, eine große, im Landschaftlichen wis in den charakteristiscizen Staffage: gruppen mii glkicher, meisterhafte): Sorgfalt ausgeführte AquareUe von Carl Werner, dsr außerdem noc!) zwei nicht minder vortreffliche große Interieurs morgenländischer Kirchen angefteUt hat, und endlich Körners „Partie ach Damaskns“, ein Bild, .das in seiner reickzkn und energiscden Farbe, in der Kiarheit seinsr Luft, in dem Kontraste des sonnig daliegenden, von originellen Gebäudegruppen umschlossenen, durch reiche Staffage belebten breiten Piché» und der an ihn hinführenden schattigen Bazargaffe einen hohen malerischen Reiz entfaltet Und die freieste Breite der Behand1nng mit Überraschend feiner Tetailwirkung verbindet.
Zahireicher vertreten find die DarsteUungen des italienischen Voiksleban, von denen einige „zn den bedenkendften Gsmäldcn der Aussteüung zählen. Ein besonders glücklicher Griff, eine meisterhaft lebendige Schilderung des Volkes von Chioggia, ist das „Volkstheater“ von Alois Schönn. In der dichtgedrängten ZuschauerLnge, die den s chmuck10s zxxiammengezimmerten Theatsr- raum mit dem kräftig €111fÜULUdLU voÜen südlichen Licht bie.“- auf das offene Tack) hinauf dicht anfüilt und lebhaft an der Hand- lUng déi“ Bühne Llntheil nimxxit, auf der eben eine granfige Mordscene fick) abspielt, kommt das naive Interoffc des Volkes, die verschiedenartig gesteigerte Bewegung der Einzelnen zu U01- lendei charakterisiischsm Ausdruck, und dabki gelingt es jedkr der prächtigen Gestalten ihre Geitung zu wahrsn, ohne die geschlos- sene Halt'tmg des (W cin einheitliches malerisches Ganzes ange- schauten Bildes irgendwie zu stören. Ein? ebenso feffelnde'Zchil- derung der echten naturwüchfigeii Schöniyeit dieser.“: Volkes im Zustande ruhiger Bewegung, die hier in ihker realistischenWahr- heit und Tüchtigkeit imponirender wirkt (W in jeder idsaiisirenden Verallgemeinerung, giebt desselben Maiers „Heimkehr der Fischer.“ Die farbig leucht€nden Segel dsr gelandeten Boots, die Gcstaiten der Fraaen mit ihren Kindern, de nackt- beinigen jungen Burschen, die auf den Qnadern der Marmor: terraffe hingestreckt daliegen oder mit ihren Jischkörben die Stu- fen der Treppe hinauffteigen, dex“ Männer, die ruhig dastehend, über das dUnkle Meer hinblicken, heben fiel; in klaren, scharfsn Umrissen vor dem goldig glühenden Abendhimmel ab. Ebenso eigenarjig tief Und kräftig, wie in dem „Volkstheater“, ist der Ton auch in diessm Bilde, ebenso intenfiv das Licht, ebenso energisch die Zeichnung der schönen Gestalten und die gesammte Malerei, ebenso meisterlich echt und wahr Bewegung und Aus- drUck, und dazu die Kompostiion von trefflich abgewogener, ruhig harmonischer Vertheilung der Massen und von einem durchgehend noblen und großen ZUge dsr Linienführung. Eine, besonders in koloristisckger Hinsicht, verwandte „Darstellung dss „Fischmarktc-Z vom Chioggia“ hat Ribarz ausgesteUt, der jedock; die Figaren seines Bildes weniger individualifirt, als fie viel- mehr einer in gleichem Maaße ?ckth und energischen Gesammt- wirkung unterordnet. Nock) weit mehr geht Kappis in einem gelungenen, farbenfrischen Bildchen des „Jischmarkteéz von Be- nedig“ allein auf diesen Totaleindruck der malerischen Erschei- nung aus.
Von Echtier ist der PlaH „vor der Logstta in Venedig“ gemalt, die prächtig dekorirte Faxade des Gebäudes und vor ihr eine Reihe von Figuren, die fick) dort betrachtC-nd, ruhsnd, vor- übergehend zusammengefunden haben. In ungezwungen zu- fälliger Anordnung find fie über den PlaH oertheiit, ein Tourist, der die Bronzestatue einer Rische betrachtet und dabei von den auf den Stufen fiHenden Kindern angebettelt wird; eine Frau, welche die in dichten Schaaren Heranflatternden Tauben füttert, vor deren Ungestüm das kleine Mädchen neben ihr erschreckt zurückweickgt; weiter seitwärts ein paar mii einandsr redende
*Klosterbruders, malte v. S 11 ck) (1 d 0 ls k i.
Typen aus dem Volke, _ ein Ensemble von wunderbar echtem Gepräge und eminent charakteristischer Auffassung der einzelnen Figuren, die in dcr sonnigen Helle der heiterklaren Lust delikat und plastisch herauögearbeitet sind und durch den feinften malerischen Reiz des energischen, lichten Tons entzücken. In der Schärfe seiner Beobachtung, in dem individuellen Leben der Köpfe reicht dieses Bild nahe an Passini heran, der di89mal in einer großartigen Aquarelle von seltenfter Energie und Schön- hcit der Farbe und voUcndeter Feinheit der malerischen Ausfüh- rung cine „Prozession in Venedig“ schildert. Der lange, figurenrciche Zug mit den voraufschreitenden Chorknaben und Prießern und den stattlick) kostümirten Trägern der Fahnen und Kandelaber schreitet von einer gewölbten Brücke her, hart am Rande eines Kanals, an den Häusern entlang. Auf den Trep- pen und Balkonen, an den Jcnßern und in den Gondeln auf dem Wasser drängen sich die Znschauer zusammen, Menschen jeden Alters, jeder Art und jcdes Standes, meisterhaft gezeichnete Gestalten und gleich den gravitätisch in der Prozesfion Einher- ichreitenden im Ausdrnck der Köpfe, in der Bewegung des Kör- pers voUer Kraft und Grazie, voller been und Charakter.
Neben diesen hervorragendsten DarsteUungen mögen noch ein „Abend im römischen Gebirge“ von Fax) und ein „Nachtfeft in Venedig“ von Berninger genannt sein. Interessanter find einige von italienischen Malern auSgeficllte Gcnrcbilder, wie das minutiös ausgeführte, im Ausdruck lebendige Bild von Rottu, eine Alte, die einen Hahn schlachten will, worüber fich ihr Bube unwillig und troßig abgeivendet [)a*, und die SCULLU aus dem italienischen Bauernlcben von Gitglielmi, die mit tüchtiger Zeichnung und etwas harter Farbe Eine gesunde Charakteristik verbinden; nameiitlich in einer „Katechisation“ erfreut der Maler durch eine Reihe anziehénd aufgefaßter Kinderfiguren.
Zwei ziemlich gleichartig behandelte Bilder von Harrer, ein auf der SchmeUe eines verfaÜenen Hauses fitzendes, von Tauben umfla:t€rtes „Mädchen aus Olevano“ und ein ähnliches, troizig dreinblickendes junges Mädchen, bei einer häßlichen alten Wahrsagerin in einem düstsren Winkel kauernd, bekunden ein entschiedenes Taiemt charakteristiickzer Auffassnng. Malerisck) be- deutender ist Michaels „Mädchenfihule im Sabinergedirge“. Die hübschen, leider von einem kränk1ichenZuge nicht ganz freien Kindergestalten find fein cmpfunden und lebendig individualifirt; der Ton des gamzen Bikdes, die Malerei der; dunklen, rauchigen Zimmer:? mit dem durch sin hoch in der WaUd angebrachtes Fenstcr nur kärglick) einfaUsndcn Tageslicht, in welchem die Kinder um eine lehrende Klosterfrau gruppirt find, zeugt von nicht ge- ringer koloristischer Begabung; nur die etwas verscizwommene Bkhandiung bseinträciztigt einigermaßen die vortreffliche Wirkung des Bildes. Viel Weniger tritt, bei gleichen Vorzügen, dieser Maiigel in der großen, prächtig naiven, übér ihren Schularbeiten unwiUig brütenden Einzelfignr einer kleinen „Genueserin“ und _ in einem dritten Bilde desselben Malers hervor, einem Mönch, der in ngenwart mehrerer Genossen an einem großen Bilde dcr Himmelfahrt Mariä arbeitet.
An das [thgeimnnte Biid reißen wir zwei andere Dar- steUUngen aws dem Kiosterleben. Ein meistsrhastks VW VW Riefstahl ist dcis „Refektorium cines sckzwädisckxn Klosters“, eine hohe, kühle Säulenhalle, von mild gedämpftem Licht erfüilt, das von der Seite her durch die hohen Bogenfenftcr einströmt. Dieser imponirenden, herrlich gemalten Architektur entspricht die Staffage des weiten Raumes, die links an langer Tkak spei- iend und trinkend mit ihren Ehrengästen dafiHenden Mönche und die Gruppe derer, die rechts, dicht unter einem Fenster und von dem einfallenden Lichte scharf beleuchtet, die Bowle brauen und den Waldmsifter in den Wein schütten, zu welchem Werk ein wsißbärtiger Alier mit erhobener Hand seinen Segensspruch giebt. Bei kleinstem Maßftabe ist jeder dieser Gestalten von fein- ster Charakteristik, jede einzelne Fignr ein voller Mensch und das Ganze in seinem harmotiischen Zusammenklang der Staffage und der ehrwürdigen Architektur cine unübertreffli'ckze Sckzildernng dEr eigenartigen Poefie des Klosterlebens. Das Begräbnis; eines Der lange Trauerzug der Mönche, die in weißen Knifen, Kerzen in der Hand tragend, einherschreiten, bewegt sich durch ein düsteres, mit seinen Pini-w gruppsn in schweigend stiUer Abenddämmerung daliegendes, von hohen Jeisen umschlossenes Thal einförmig schweigsam dahin. In den einzelnen Gestalten ist nicht dieselbe feine Individualist- rung zu suchen, wie in dem Bilde von Riefstahl, aber in der ganzen Kompofition und in ihrer malerischen Wirkung ift eine ernste, feierliche Skimmung ergreifknd ausgxsyrochen.
Ein Meisterwerk in der Auffassung des individUellen Cha- rakters einer Landschaft UNd ihrer Bewoßner, ein Meisterwerk anch in der feinen grauen, Überaus charakteristischen Tönung ist G. v. Bochmanns „Sonntag bei einer Kirche in Esthland“, eine kahle, öde Gegend und in ihrer Mitte zwischen dürftigem Buichwerk die Kirche, ein ebenso trauriges nüchternes Bauwerk, vor dem fich die Bauern der Umgegend mit ihren Pferden und Wagen in einzelnen meißerhaft gezeichneten Gruppen versammelt haben, das Ganze aber, in seiner trostlosen Einfdrmigkeii, von bestimmt auSgesprochener eigenartig poetischer Stimmung und von bedeutendem malerischen Reiz. Bemerkenswerthe Bilder des landschaftlichen Genres find außer diesem noch angesteUt von L. Hartmann in einer „Raft aus dem Felde“, von A. Boehm in zivei Hofinterieurs, von Quaglio in einer „Partie aus Dachau“, von P. Boehm in einem kokoristisck) fein- gestimmten Lager ungarischer Wanahrer, von Th. Schüß in einer großen figurenreichen, außerordentlich delikat behandelisn, aber von einer gewissen süßlichen Empfindungs- weise nicht ganz freien ländlichen Idylle, einem „Sonntag-Nach- mittag in einem schwäbischen Dorfe“, und in einem ähniick) be- handelten „Sonntag=Nachmiitag in Grafenberg bei Düsseldorf“. Q. Beckers „Vor dem Pfarrhause“ erfreut ebenso durck) die liebevokle Sorgfalt der Ausführung wie durch den idyllisch an- muthigen Zug der ganzen Kompofition, der schattigen Dorfstraße und der Staffagkgruppe, des Pfarrers und seiner Gattin, die zu begrüßen der GuiHherr nebst seinem Knaben auf ihrem Ritt durch das Dorf angehalten haben. Von Hallaß ist ein vor- treffliches, lustig und lebendig bewegtes „Erntefestreiten west- fälischer Bauern“ und ein mit ihrer Meute durch den nebelverhüüten herbstlichen Wald dahersprengender Trupp rothbefrakter Jäger ausgestellt, ein Bild von meister- hafter Zeichnung der flüchtig bewegten Grappa und von feiner und wahrer Stimmung der landsckzaftlichenScenerie. Das hervorragendfte Werk dieser Gattung ist jedoch Gierymski's „Hirschjngd aus der Zeit Ludwigs M'.“ In den Reitern, die in ihren blauen Röcken bei klarer, sonnig heiterer Last durch das noch grüne Gestrüpp des Walch auf prächtig gezeichneten Roffen dahinjagen, offenbart fick] ebenso die seltenste Schärfe in der Beobachtung der Natur und das hingebendfte Studium ihrer
Mönckze, dazwischen ein reizend??- kleincs, scheir blickendes Mädchen, dreiße Buben, die s1ch träge umheriungernd strecken und dehnen; ; em Händler, der seine Apfelfinen ausrust, und cmdere prächtige :
feinstkn Details wie die größte Keckheit in der Bewältigung
die in jedem Pinselstrich die klarbewußte Sicherheit des künft- lcrischen Könnens verräth. In seiner ganzen Erscheinung ist das Bild von unvergleichlich gesunder, lebensfreudiger Wahrheit, in der charakteristisckzen Auffassung der in ihm dargestellten Figuren sowohl, wie in der Kraft und Energie des Tons und der Farbe.
Von poetischer Stimmung und von feinstem malerischen Reiz ift das feingetönte, ganz in der Weise Wouvermans auf: gefaßte Bildchen von Diez, zwei Kavaliere, die bei stürmisch regnerischen: Wetter in später Abendstunde an einem einsamen Haidekrug fich von einer jungen Dirne einen Trunk reichen lassen. Format und Behandlung reihen dieses Bild ebenso der Gruppe der Kabinetstücke an, wis das delikat gezeichnete „Wettrennen“ moderner Reiter von H. Lang. Zierliche Nabinetstücke find fer- ner der „lesende Kavalier“ von Arons, sowie der „Lauten- spieler“ und der junge Barsch in mittelalterlich buntem Kostüm, der den vom Fuß gezogensn, ihn in seiner Wanders *: aft stören- den Schuh betrachtend in der Hand Hält, von Ehrentraut. Beide Figuren find dnrck) feine Ausführung, die lthere auch durch eigenartig pikante Färbung ausgezeichnet. Denselben Reiz befißen die beiden von einer lichten Wand fick) in heiler Färbung abseßenden und ungemein lebendig charakterifirtcn jungen „Rekruten“ im Kostüm des 17. Jahrhunderts von Eichler, wäHrend die „IdyUe“ desselben Malers, ein im blüthenschweren Park dabinwandeludes Liebespaar, durch ein wohlig gestimmtes, warmes Kowrit und durch ebens 0 ausdruck-walle Zeichnung erfreut. Charakteristiick] aufgefaßt und in warmer Tönung äußerst subtil behandelt find die beiden Herren im Rococokostüm von Munich, dic in die PkÜfUUg eines Dokuments vertieft dafißen, meisterhaft frei und ficher bei delikatefter Detailausführung, charakteristisch in jeder Linie und von schönßer Kraft und Klarheit des Tons die beidkn Kabinetstücke von Friß Werner, der „Fahnenjunker dks Regiments Schwerin“, der, vor der Front siehend, fick) pla- stisch vor der hellen, sonnigen Luft abhebt, und ein ,Rococo- interieur“, ein Herr, der fick) f eine Pfeife stopft, und sein Töchterchen,
das den Fidibus anzündet, beide in einem ccht ausgestatteten Gemack) am Kaffeetisckge fitzend. Von A. Keller smd drei ta: lentvoUe Bildchen je einer modern gekleideten Dame ausgestellt, die, mit geistreick) kcckem Pinsel gemalt, den gleichen koloristischen Sinn bswcisen wie zwei in ganz kieinem Format angefÜhrte landschaftliche Kompositionen. Endlich smd hieran noch die Ar- beitsn zweier Italiener anzuschließen, die charakteristische Figur eines in seine Zeitung vertieften, lebhaft gestikuiircnden Sckzußers von Orfei und drei sehr ansprechende Einzelfiguren 0011 In- duno, eins zierliche U116dchengestait am offéncn Fenster, eiiie eitisam ihren Weg wandelnde Alte Und ein nach langer Modell- fißnng im Lehnstuhl angruhender kleiner Hirtenbube. - Die „Landpartie“ von Müller-Schönhausen mit ihren außerordentlich charakterisck] aufgcfaßten Und ausdrucksvols bewsgten, modern gekleideten Herren und Damen, sowie di? tüchtig gczeicizneie FigUr eiiies zur Ver- einsfißung schreitenden ernsthaft blickenden Kleinstädiers von I. Hübner treten bkreits aus dem Rahmen des Kabinetbüdes Her- aus und nähcrn fick) dem größeren Genre. Ebenso „dor kleine Patient“ von Rumpler, ein Bild von auIerlcsener Feinheit der heUgetönten Farbe, von äußersi delikater und doch brciter Malerei und von gesnnd anmuthigem, herzigen Ausdruck des armen kleinen Burschen, der, ein Tuch um den Kopf gebunden, mit untcrgezogenem Beine betrübt dafiHt, und der älteren Schivester, die, seinen Kopf aufrichtend, ihm Tröstcnd zusprickzt.
Berichtigung. Im vorigen Aufsaße (9117.250 13. Bl.) ist Sp. Z, Z. 25 v, o. ,weichlich“ statt „reichlich“, Sp. 4, Z. 14 v. o. „Tonstimmung“ statt „Bestimmung“ zu lesen, 3. 24 „auch“ zu streichen.
Göttingcn, 1. Nov:mber. In der unter dam Vorfiß des Profsffor Meyér siaikgehabtcn Sitzung dss Anthropologiichen Vsrcins hielt Proikffcr Chlkrs kin-sn eingshsnden Vortrag über die Architektur des _Scbädsls beim Msnscbcn und den anihropoiden Affen. JJ Liner verglstckxnd anatomiiciysn Ukbxrüchi hob der Vortragende bewndsrs disBedcutung und das Sckzicksas dsr knöchernen Bögen hervor, WS1ch€ alS derZegetativ€_Tk)eil dss Kopiikslsts mit dcr das (Zentralorgan Zntlxaltendsn Ochädxlfapiel in Verbindung treten. Verhältnißmäßig m'a 1ei 17er morphologdchs Begriff des Trabekularbogsns, Welcher mit dem Kicierbogen _".md dem Hyoidbogcn in mannigfachen Modifikationen koux- plizirte Verjchmslzungen LiUngÜ. Sodann wurde die Gsstaltung des Kisferstils (05 (;Uaäratum) bei den verschiedencn Klassen dsr Wirbel» thicrrcihe bésprvch011,wclcher cnd1ich bei den Säugsthiercn isinen Platz _im Junexn des Geböwrgans findet. Der Unterkiefsr folgt dem Kicferjtiefel aus stimm Zuge nach der Schädelwand. (Zinc Haupt- cigentbümlichkeit dsr Primaten (Mensch und msnichsnähnlichc Llffén) "besteht_ in der [*sdcutßnderen Entwickelung das Hirnichäkels im Ver- lyältniß zum GeficbisWädel, während bei den nisderen "Säugethieren der gewaltige Kisferapparai die vorwiegend? RoUe spielf. Ferner find die AUgendöhlen nur bki diessn böchststehenden Vertrs- braten naxch _hintcn durch eine knöchkrne Wand geichlossem Dsr wck1_€11t[1ch2 Unterschied zwischen Ménichen- und Affen- schädel 1tegt in der Bildung eines angsprägien Schnauzen- ibeils beim lktziern, d. 1). in dem Hervorragen dcs vegetatiVen Theilss. Ferner find die Ansatzfelder für die Kaumuskeln beim I)ienichen durch einen beträchtlichen Zwischenraum getrennt; beim Orang stießen sie in einem Kamm auf der Mitt? des Schädels zu- 1ammen. Endlich wurde beworgehobcn die ungleicHe Lage dcs Joch- bogens und dss Hinterhauptlochss, fowie die Bildung des Kinns, Wkiches nnr [)eim .iikensMn vvrfommt. Professor Krause machte so- dann dcr Ge1ellschaft die erfreUliciU: Mittheilung, daß, Dank den Be- mühungen eines Vkrcinsmitgiiedes, die deutsche anthropologische G2- 1€Üxchaft gelegentlich ihrer diesjährigen Herbstversammlung in Dreßdeu eim; pskuniäre Unterstützung für dicRosdorfer AuEgrabungen bewilligt Habe, Wklch€ im Laufs des November energisch wieder aufgénommen werden fdilcn. Redner führte darauf eine Reihe von Gefichtöpunkteu an, welche bei dieser Außgradung in Betracht zu nehmen seien.
Der württembergische Landeskonservator, T):, Paulus, theilt im „St. A. i. W“ Folgendes mit: In neuester Zeit wurde bei Köngen auf der Flur „Hagknloch“, eine Viertelstunde nordwestlich vom Burgfeld, der Stskle, ivo die einstige Römerstadt gestanden, eiue Quslls, dkr sog. Hagenbrunnen, auf Gemeindekosten aussegrabm und dabei ein zkrfaÜener römischer Ziehbrunnen Juigedeckt, der mit Feidsteinsn rund angemausrt war und auf eichenen Pfählen ruhte. Man fand in demselben den zum Brunnen gehörenden Schöpfeimer, und in diesem lag ein Seiber, beide_von römischer Arbeit und noch wohl erhalten. Der Schöpfetmer, zivei Fuß im Durchmefferba1tend, vonkesfelartigerFoxm und aus Bronzeblecl) getrieben, war von einem eisernen Reif umfaßt, an dem fich zwei Eisenringe zur Aufnahme eines Seiles oder einer Kette befinden. Der Sei er, gleickyfalls von Bronze, zeigt im Boden und an der Seite zicrli 8 Muster und hat Aehnlichkeit mit den vor Jahren bsi Markgröningsn und bei Rutesheim aufgefundenen römi- skbsn Seibern, In der Näf)? dss Brunnens entdcckte man früher Grundreste von römischen Gebäudén, und es ist anzunehmen, daß dcrseliye zu diesem Gshöite (Bis]a) gehört hat. - Die genannten Gkgonstände wurden der Gemeinde Köngen abgekauft und dem Mu- seum vaierländisckier Llliertbümer in Stuttgart Linvsrleibt.
Berlin' Redacteur: F. Prehm._ * Vsrlag der Expedition (Kessel). Druck: W. ElSaer.
eines der schwierigsten koloriftischen Probleme und eine unbe- dingte Meisterschaft der Zeichnung und der malerischen Technik, :*
Drei Bsilagen (einschließlich Börseu- und Handelßregister-Beilage),
5“
Privilegium wegen Ausxxabe auf jeden Inhaber lauiender Obli-
zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Ailzcigir.
.,“, Z 261.
Königreich Preußen.
' n der Stadt Gradow a. O, Regierungsbezirk; I_k?1_t_m, zum ganYeetrage von 60,000 Mirk Reichßxvavrung. _ 11. (xmtsUon. Vom 28. Sevtembsr 1874; F M. 17. 9118. M. L*. J 1. 8, 6437. H;_M.11. 11712_u. 17406. 'Wir Wilhelm, von_Goties GLnden Konig von Preußsn 2c_, Nachdem dsr Magistrat der Stadt Grahow_a, O 1111 Einver- ständniffe mit dérStadtverordnetanveri«m_mlung (*,-._Usibit darauf angetrggsn hat, zur Erbauung eines RYbballsks eme Ayleib- von 60,000 Reichs- mark aufnehmen und zu dikjem BOM? aus 12d_§n__Jn_ba-.«Er la_u!e.nde, mit Zinscouvons vsxsehene und _Szeitcns de_r Wlaudtgxr unkmzkxhaxe Stadtobligationen angebru zu dur?e_n, _ertdeilen Wir m_menZ-„yezt des §. 2 des Gesetzes vom 17. Juni 1833“ durcb gegkpwarttges Prt- vilegium zur Ausstellung von _Grabower Stadtobltganoneé: zum_ Be- trage von scch§zigtauscyd Reickzsmxrk, wxlche _nach dem_ anliegen- den Schema in 200 Apotnts :;i 300 Mark_§1_ieichswahrung anvzufsxitgen, mit fünf vom Hundert jährlich zu velemen und, anhebmxd mit dem Jahre 1876, nach dem i:!!geftellten Tilgyngßplane durch AuSlvofuug mit mindestens einmn Pxozent dsr K'ajirta11ch_r11d_unter Zyrpacbs der durch die successive Tilgung der [QUARK[)e'_kk.*c'1g_?_s'uk1_ktkn Zirxkcnersxgß nisse, sowie unter iväterkm Hxnzutrttt dcr[e_nmen_1a1)rltch_en_3-30 Reichs- mark, Welche znr Antoittsarton d€r_ mnieiit _Un1ercs Pridilegmms vom 4. Avril 1868 geneixmigiit AnletHe der_ TUM Grabow _5. O. vpn 25,000 Thlrn. angcieJt ürxd, und zu dtexelxi Zwecke _vom “Faixre 1900 ab- nicht mehr exforrerlicv iein werdyn, wateitegs m 30 Jahren zu amoriiiiren find, Unsere landeßdexriube (Hmsdmtgyng. _ Durch voxstehendes Privt|_-“'gtum„ we_1ches_ wn: vorbehaltlich der Rechie Dritter erthcil-xn, wi-d füt NL Bsfxisdxgilaner Jnsxab€r_ dcr Obligationen eine Gcwäbrieijtung Sensus dks Staats nichi uber- men. __ _ _ __ nom Urkundlich unter Ul11???k Höchsteigenvandlgen Untex1chr1xt und beigedrucktem Königlichen Jnsiogsi. __ Gcgebcn Berlin, den 28. :evtsmber 18-4. “ W il !] e l m.
Graf zu Eulenburg. 1)r. Llchcnbach.
Camphauien.
*" in' ommern. Regierungsbezirk Oreiirn Zrov d P (Grabower Stthwavpen.) Odlisation der Stadt (Mahon) a, d. Odsr. 11. Cmiifion. [,it'tr, 1). Nr ..... _ über Dréibnndsrt9K.1rkR_-ich_s_rc1_)_ai)ru§g._ __ _ m" vom 5 ' it in smä'bcit dss iandSI)_th1 cn rtvtegm .* Au.geserig G ß28. S.Wcmber 1874. _ (Amtsblatt der Königlicbsn WÉÉUMÜ z)u Stettin voni ........ Om . . . . Wi: Magistrat der 'Sant Gxadow «_.O urkundsn und be- kennen hierdurch, das; dir Jnlmbcr d_1e1e_r Odligation Draidundsrt Mark Retcko-Zéxxashmngx7 __ _ __ (___ - nwian wir [*eicixeinigsn, von der :stgen «_ (1,991318111 e _ TierieyOledn 3811 fordcrn bat. Dixie 300 RsicD-Zmarx bildsn sine_n Theil des zu Koimuunalzwxcksn auf Grund (*.-6 Lillsrbocbsten Privilegiums vom 28. September 1874 aufgenomnzsnsn Darlshns von (30,010 Mark Nkickswälxung. Dic RÜckmblt-Ug dieixs Oqummidarledns von 60,000 Viark gescbikixt, nacb (Fniiifion dsr Obligationen, vom Jabre1876 ab bilxne'n ipätésisns 30 Jahren nach Maßgabe des féstgestkllien T1_[- ungöpianZ dergestalt, dax; die darm m_ixriich angsWorfene Anioxii- ationßrnie in den Hausdalts-Ctat auigxnommkn und aus_die1€_1zr Tilgungéfonds die Stadtobligatwnrn mittc-lst Außicmgng emgsloit werden. _ Die Stadtgemsi de Graßow a. O. _behqli nch _das Rkcht vor, den Tilgungsfonds zu v-rßackyq, www iatnmilicde _nocl) umlaufc'nde Schaidvckr§chreibungen (_ms einmal zu_ kundigetz. Den Inhabérn dsr Obligationew 11€1)i_ dggx'gen_ kein _Ktindt- gungérscbt“ zu. Die ausgeloosten, i_otvie d_1e gexundigten SchuldversÖrsibungm, wrtd-m u_nter_Bexe1chnung_ tixrer_ Icuu_11_nern sowie des Termins, an wslcbem dle“ Ruckxalsung criolgen 1011, _onent- lich bekannt gemacht. Diese Bkkarintmaciwng erfolgt spateitens 3 Monate vor dem ZablumgStsrmink m _rem Deutschen Reich?“ und Königlich Preußischen Stanis-Auzeigcx, m ÖLYL Amtshlait de_r Königlicden Regierung zu Stettin und m_ eincrder in Stettin _erschi- nenden Zeitungen, Jkreémai, ioba1d_etncs dle1er Blattér eingeben ioklte, wird an Stelle dessck1ben e1n_ andereß mrt Genehmrgung der Königlichen Regierung zu _Stettm bestimmt Werden. Die jäixrliclye Ausloosung erfolgt im Monate Séptemb2r_ durch den Magistxat und die Auszahlqng dor achgelZost-sn Obligationen vom 1. April des auf die Ausloomng folgkndexi Jabreß ab. BB_zu dem Tage, an Welchem solcheraestaix das Kapital zuruckzuzahlen iki, Wird dasselbe in halbjährlichen TZrmtnex), am 2. Januar und 1. JW, mit fünf Prozent jävrlicb Verzxtm. _Dte AuZzahlung der Zinsen imd des Kapitals geschieht _gcgcn blee Ruckgabe _der ausgegebenßn Zinsz- coupons, beziehungSweiie dieser §chuldverschrelbung_ beider Kamxrxerxi- kasse zu Grabow a.D. i_n der nach dem Enitmtß _des Haitis- keitstermins folgenden Zeit. Axial; _werdeZ d1€ faÜ_tgen Zins- coupons bei allen Zahlungen ait die hiesige Stadtxasse m _Zal)_lung genommen. Mit Der zur Empfangnabme des_ _Kapttais pra1ent1rten S.!)uidverschreibung sind auch _die _dgzu geixoxtgeyZancouponSder späteren FälligkeitStermine zuruckzuiiereru. sur 1ck1_e_R _rehlenden Zins- coupous wird der Betrag vom Kavitai abgezogen._ „vie ausgeloosten, bkziebungéwciie gekündigten ._Kapiialbetrage, weiche tnaerhald 30 Jahren nach dem Rückzahlungstchmne nicht erhoben Mr_deu, sonny d1e muer- balb 4 Jahren, nach Ablauf dss Kalxndeqabxßs, m welclzem fie fällig geworden find, nicht erbobeuen_ Zmien verjal)ren_zu_Gu_mten der Stadtgemeinde Grabow a. O._ Beim Verluste von .I.,bligatwuea kommen die Vorschriften der Verordn--ng_ v_om 16. Zum 1819, be- treffend das Aufgebot und die Amortnattdn verlorener oder_ ver- nichteter StaatöpYLiere, d§§. 1 bis 12, unt nachstehenden naheren e timmun en in nweu ung: _ _ B s a. die ?m §. 1 jener Verordnung vorgeschricbcne Anzeige muß der_n Magistrate zu Grabow a. O. aemacht werden, Welchem aUe diejeni- gkn Gsickäfte und Befugnisse zustqun,_1velche nach der _auge- führten Verordnung dem SÖaß-M1mste_rrum_ztzko_1nmen, _wahreud gegen seine Verfügungen der Rekurs an dre Komgliche Regierung zu “- 'n tatt ndet' _ -_ _ SMF. fdas fiim „S', bäder Verordtnung gedachte Aufgebot erfolgt beim ' ' ' n Kreißaeri te zu Sie tin; _ KOMZULYT in den §§. 6, 9 und 12_j_ene_r Verordzmngen v_orgeschr1ebenen Bekanntmachungen "onen dgrch_dte1emge__n Vl_atter gejchehen, durch Welche die ausgelooiten Obligationen versffentltcht werden;
(1. an die Sieae der im § 7 der Verordnung erwahnten 6 Zab- lungstermine sollen 4, an die SteÜe des__ m den §§. 8 und 9 er- wähnten achten Zahlungstermtns soll der funfte trete_n.
Zinßcoupons können weder aufgeboten npck) amorttfirt Werden; doch soll für den Fall, daß der_ Vexlust der_ZmScoupons vor Ablauf'der vierjährigen Verjährungsfriit beim Magistrate zu Grabow.a. O_. au- gemeldet und der étattgehak'te Bkfiß der Zinscouvotzs durch Vorzetgxmg der Obligationen oder sonst m glaubhafter Weise dargethan Wird, nach Ablauf der Ver'äbrungsfrisx der Betrag der m_tgemeldeien und bis dahin nicht vorgekommenen Zins§ouvons gegen Quattunxx a_uöge czhlt werden. Mit dieser Schuldverscbretbung find zehn hal_13jabxtge__ tys- coupons auSgegeben; die ferneren_ZmScoupons_ werden mr_fuufmbrige Perioden aUSJegeben Werden. Die Auggabe emer neuen Zmécouvous
Beilage
Berlin, Freitag, den 6. November
1.,-_“-
Verlu te des Talons erfolgt die Aushändrgixng der yexten Zinscoupons- Series an den Inhaber der Schuldvxrschrsiizunß, 1os_ern deren Vor- zeigung rechtzeitig geschix-Hi, und_cs wxxd, daß dies geichehxn, auf der Obligation vsrmerki. Zur Sicherhßii dér hierdurch eingegangenen Verpflichtungkn haftet die StadtgeZn-Ytzde Grabow_ a, O, m1t_ xtzxem geiamxxitén gegknwärtigen und zukunftigen Vermogen und m1t1l)rer Steuerkraft. _ _ _ _ _
Dessen zu [l_rkund haben Wir diexe Ausrertigung unter unserer Unterschrift erthetlt.
Grabow a.O., deu . . ten . . .. 18. .
Dcr Magistrat. _ _ __ (Unterschriit des Dirigknicn und einss Magistrai-Zmngiicdes unis: Beifügung ihrér Amtsntel.)
Provinz Pommern. _ Regierungsbezirk Steitin.
Serie 1. (Laufende Nr. Zins-Coupon (Laufende Nr. des Coapons.) zu der des Coupons.)
GraÖOWer Stadiobligaiion. 11. Cmiffion 1.103, 1). Nr, . . . über 300 Reichém-Jxk. _ _
Der Inhaber dieses Zinßcoupons enzysczugi €ex_eq_des1_en Ruckgsxbe am . . . ten ......... 18 . an falligon a bxahrlicheu Zmien aus der Kämmerikaffe Zu Grabow_a. _O. _ _
fieben Mar fünfzig Pfennig? Reichstrung. Grabow a. O., den . . . ten . ._ ...... 18 . . Der Magistrat. _ _ _ (Unterschrift des Dirigenten x_md eines Magistratsxmttgliedes.) _ Dieser Zinscoupon wird unguitig, Wenn desen Geldbetrgg _nicht innerhalb vier Jahren, vom Ablaufs dss Kalenderxahres der FäÜlgkklf ab gercchnct, erhobeu wird.
Regierungsbezirk Stettin. [T a [ O“"n't d ff R"ck be bei er 11 aber die'es Ta ons empfang gegen 2 en 11 ga _ der „Häunxrxikaffe zu! Grabow a. O. zu dxr Grabowex Stadtoblz- gaiion Ufer Emission [„im-. 1). Nr; . . , uber 300_Retchsmark die . . . Serie ZinScoupons für die fun(Jahre 18 .___bxs 18 ; ., soferq nicht von dem Inhaber der Obligatiqn gcgetz_ dre1e AUSr_eichuug der dem unierzeichneten Magistrat rechtzeitig protcmri worden ist. Grabow a.D., den . . ien . . „__ 18 . . Der Magrxirai. _ _ _ (Unterschrift des Dirigenten und_eme_s MagtftraiémÜglxedeS.) Anmerkung zu den Schemas fur dieZtnScoudoys und Talons. Die NamenSunterschriften des MagtitraiS-Drrtgeuien _Ztnd des zweiten MagistratSmitgliedks könpep mit Lettern oder sacsinnle- stxmpeln gedruckt werden, dock) muß 1eder Coupon und Talon unt der
Provinz Pommern.
eigsnhändigen Namensuntcrichrift eines Konfrolbcamien Versehen Werden, Yiehtamtliches. Frankreich. (Monatsübersicht für August, Sep-
tember und Oktober.) Die Naiionalvxrsgmmlung hielt im Monat August nach vier Sißuiigen, namlich am 1., Z., 4. und 5, und vertagte |ck sodann _bis zum 30._November. DLS Sißungen waren hauptsächlich mtt Debatte:) uber das_Budget ausgefüklt, auck) wurde der Poftvertrag zw1schen Brafilien und Frankreich angenommen (1. August).
Die aus 25 Mitgliedern znsammengxießte Perznanenz- Kommision, welche ernannt worden ist, um_ wahrend der Kammerferien eine gewisse Kontroie ubxr dre Regzeruiig auSzu- üben, und in welcher die Rechte durch funfzehn, die Linie durch neun Mitglieder verireten ist, hielt_ am _20. August ihre erste Sißung. Die Regierung wurde m derxelben wsgen der Ent-
pellirt. Die anwesenden Minister gabxn_ _über beide Fragen Erklärungen, mit denen fick; die Majoritat der Permanenzz Kommission einverstanden zeigte. Dre Stßung wurde darauf aufgehoben, ohne ein erhebliches Refuktat _gehabi zn haben.
Die französische Regierung erkannte d:? Regierung des Mar- schall Serrano in Spaniezi an. _ _
Der Marschal] Bazame e:1t1131_ch n) der Nacht vom 9. zum 10. Auguß aus dem StaathexangmH auf der_Jnsel St. Marguériie. Der Kolonel Vile_tte_ , fruhexer _Adxutant des Marschall Bazaine, wurde, der Mitwrffenschast bei dieser F1Ucht
" ti , ver a tet. __ verdaZr.gVau?rfain, der Präsident des MUN!31PÜ[Wch_LS von Paris, reichte, in Folge eines heftigen Wortivechsels mit Hrn. Duval, dem Seinepräfekten sein_e Entlassung em.
Der Präfident der Republik, Marschall von _Mac M9- hon, machte eine Reise durch die Bretagne, um mit der Bevol- kerung dieser Provinz in direktem Verkehr zu treten. In St. Malo wurde er von dem Präfidenien der Handelsxammex, rn. Hovius, empfangen, der in einer langeren _Anrede_ aber 1519 ge der Geschäfte in Frankreich klagte und die heutige Regierung dafür verantwortlich machen zu wollen schien. Dieser Zzwschen- fall erregte großes Aufsehen und wurde Wochen lang 111 aUen franzöfischen Zeitungen besprochen. _
Der König von Bayerri [angie _am 21. August m Paris an, wo er sechs Tage verweilte und nu Ho_tel_ der Deut- schen Botschaft seinen Aufenthaki nahm. _Der Konig _besuxhte die Schlösser von Fontainebleau und Versaillex, forme die nnch- tigfien Monumente und Museen von _Png. Er empßng den Herzog Decazes, Minister der Auswartxgen Angelegenheiten Der durch die Resignation des Herzogs_ von Larochefoucauld- Bisaccia frei gewordene Posten des franzofischen Boischafters am englischen Hofe wird durch Herrn von Iarnac wrederbeseßt.
Bei der in Cakvados stattfindendexi _Ersaßwth zur Na- tionalversammluna wurde der bonapaxtiftzsche Kandidat Herr Le Provoft de Launen) gegen den republtkamsckgen Kandidgten Hrn. Aubert mit einer Majorität von 14.000 Stimmen erwahlt. _
Der Abbé Rapp aus Straßburg m_urde zum Kanonikus zweiter Ordnung beim Kapitel zu St._Den1s e_rnannt;
Dem „Journal du Hävre“, xmem weitverbreiteth Pro; vinzialblatte, wurde wegen ungebührltcher Aeußerungen uber die Kaiserin von Oefterreick) der Straßenverkauf verboten.
Der Staatömann Hr. For5chIehde la Roquette ßarb
12. Au u im Alter von a ren. __am Die PZrßnanenzkommisiion hielt im Mona_t Sepiember zwei Sißungen, am dritten und am siebzehnten. 'Die Regierung
weichung Bazaine's, und Über die Anerkennung Spaniens inter- _
1874.
Anerkennung Spaniens und die Stellung des Konsuls Lindau in Bsiyonne interpellirt. Die Minister, Hr. Chgbaud Latour, Minister des Innern, und Herzog chazes, Mr_ytfter des_ Yas- wärtigen, erklärten die Anerkennung _ dex spanxjchen Regiermig als eine vollendete Thatsache, über die 18116 DtHkusfidn 111111113 sein würde, Die Stellung des Korzyul Lmda_u__bez91ch_aete der Herzog Decazes als eine vonländrg rcgelmamge. Hmfichilickz der Preffe bedauerte der Minister de? Inn-Zrn _daH FZizleti emcv Preßgeseßes, bemerkte jedoch gleichzetng, daß die Prene menidls so frei gkwesen sei, mis heUie. Gegen das Vergersche_Mami_est verweigerte die Regierung im Intereffe dcr Wahifretheit em- zuschreiten. _ _ _ Bei der Ersaßmahl zur NaiwnaiyeUginmlung _ im Departement Maine-ei-Loire wurde dkr rxpubiikamiä]? Kandidat Maillé gegen den bonapartiftischM Kandtdgteii_Vergex_ und den ieptennaliftisckjen Braas mit schw_acher Maxoxxtat gLW011[T._ _ Graf Chaudordx], ehemaliger frgnzonscizer Botsckzaiter m Bern, wurde zum Botschafter in Madrid Zrnanni._
Der Großfürst Conßantin von Rußland beiuchie (_mf der Reise nach Biarriß Paris, wo er fich mehrere Tage aHhrelr.
* Die Pariser Zeitung, „l'Univers', bracht§ am 7. «:ptsmber einen sehr heftigen Artikel gegen den Max1chail _Serrand und wird deSwegen auf vierzehn Tage su-Zpendirt, Disse Maßregcl erregte großes Aufsehen. _ __ _ Ter Jahrestag der Revolution vom 4. September g11_1g in ganz Frankreich ruhig vorüber. _Jn sz-„ze und Moritpeiiier ailein fanden einige Rxßheftörucßigen statt, die das Emickzrerten der bewa neten Ma 1 nöt ig ma ten.
Let Präfiint der Republik, Marschail 0011 Mac Mai)0_n, nachdem er von seiner Rundreise durch die VretagZe z1lk11ck- gekehrt war, besuchte die nördlichen Depaxiemenis von sranerzck). Der spanische Botschafter, Maqut-Z Ve1a de Armixo, wurde am 11. September vom Marschai] Mac Mahon znm erften Male o ,iell em an EU. _
Dexcfizäxrinz (thaZTes Bonaparte steUte fi_ch der den Gene- ralrathé-tvahlen in Korfika den Wählern von Ajaccio unier _den Auspizien des Kaiserlichen Prinzen_ vor_ und wuxde bél d1_eser Gelegenheit in eine heftige Polem1k_ mit dem Prinzen Jemme Napoléon verwickelt. Leßtcrer sagte W) 111 Folge dessen von der Partei des Kaiserlichen Prinzen voUnandtg los. _
Der Oberst Baron von Stoffel, welcher_ m Folge des Bazaine'schen Prozesses angeklagt worden war, eme Depescize an den Marschall Mac Mahon unterschiggen zu haben, WUUL, da die Anklage gegsn ihn nicht zu de_grunden wdr, aUS _der Haft entlassen. Er veröffentlichte zu_ i_“emer_Verihe_td1gung eme Bro- schure, welche vom „Journal officiel“ fur unxickztzg U_nd unZenau erklärt ward. Der Baron von Stoffel hielt in einem dsenen Antwortschreiben AUGE aufrecht, was er gesagi hatte.
Hr. Gambetta veröffentlichte_kurz_ vor den_Gsnera1rach- wahlen ein Manifest an die republikan1sche_Pariex_. Ex betonte darin, daß den Wahlen ein politisches Geprage auxgddrxickt wei- den müffe, um zu beweisen, daß imter den Rxpndlikaiwrn kein Mangel an praktischen Männern _sei, welche gextgnet waren, die Geschäfte des Departements zu [811811 und zu ube_rwachen._
Das Krichsckziff „Oréznoque“, welckzés xange8e1t__dor Civita-Vecchia gelegen hatte, und dem Vapste zur DrSpomth gesteÜt worden war, ist am 28. September iiack] Frgnkrenq zurückgernfen, Diese Maßrcgel wurd€_von_ den regwruxigssreund- lichen Biättern und von den republikantsche_n_ „3817111113811 gelobt, crregts aber auf der andern Seite große Eutrnstung m der ultra- montanen r e. _
Der gYiikeffStaat-Zmann und Schriftstekisx GUtzot starb am 12. September im voklendeten 87. L_ebenßjahrc.
Die Permanenzkommission hielt LM Monai thdber drei Sißungen, am 1., 15. und 29. Okiober. Das Mmqtermm wurde wegen der Abberufung des _„OkLquUL“ und i_veZen der spanischen Note interpeUirt. Der Herzog _DecazeH, Mm1_1ter dez!- Auswärtigen, gab über diese Fragen hernhtgenden Bescheid, un hatten diese Interpeklaiionen weiter kenie Foigen_. Erne _Anfrage an das Ministerium in Bezug auf _dre Y_erhaitnngsn m M_ar_- seille wnrde mit der Bemerkung zurucigewwsen, daß das Mim- fterium die Verantwortlichkeit für die getroffenen Maßregeln " 1 me. _ WWI? Generalrathcswahlen vom 4. Oktober lieferten nach den Notizen dkr „Agence Harms“ folgendes R_eiul_tat; Es wurden gewählt 851 Konservative x_md 501 rxpublckantsohe Ge- neralräthe; in 79 Fällen fanden S11chryahlen statt. _ __
Bei den Ersaßwahlen zur Nattqiialversammlung m en Departements Seine-et-Oise, Alpes; maritimes und Pas=de:Ca- [ais wurden gewählt der Republikaner_ Senaro _gegeii den Bond?- pariian Herzog von Padoue, und die republikannchen Kan_ - daiexi Médecin Und Chirés, * im Departement Pas-de-Calais, wo fick] dcr Bonapartift Deliffe-Erzgrand, der Republikaner BraHme und der Legitimift Ionglez de Ligne _ gegenuberstanden, kam es zu keinem Rxsultat und wird dort sm_e neue Wak)[_ stattfinden.
Herr Thiers unternahm eine Reise durch Italien, wo 1h1_n an vielen Orten ein giänzender Empfqngzu Theii wurde. Fre Reden, welche er bei diFsex:l ?Zl?x_zenhe1t hFltn , wurden von er antire ublikani" en re e e a angegrt e_. __ _
k«kale spaniséckzze Ftsckzaster, Mgrquis Veja de _Llrzmxo, Uher- reichte dem Herzog Decazes, Minister de§_ Auswartigeii, etdne Note betreffs der Haltung der franzonschcn Regiexung e1_1_ Carliften gegenüber. Diese Note ma_chte großes_ Aufsehen un wurde von der franzöfischen Preffe unt nur wenigen AuSnahmen _ getadelt. _ _ __
em er 9 von Broglre wurde dre Ehre zu_Tl)et, dcn Zarsckélel zoo?! Mac Mahkozi, Präfidenien der Republik, auf
' lo e bewirt en 11 armen. _ _
semenÉeiSck) eßzog vor? DTcazes, Minister des_ AuSwartrgxn, begab fiel? auf eine Reise _ nach Sudfrankreick; u1_1d h1_elt in Bordeaux eine Rede, m welcher er die frredf_ernge Politik des heutigen Kabinets _betonte. Dte_ _franzo1"1_sche Presse sprach steh ganz aUgemein mit gxoßer Befrtxdigzmg uber diese Rede aus. Die ultramontanen 8ertun en allem, indem sia auf die Anerkennung Spaniens und die Ab erufung des „Ore- noque“ Bezug nahmen, klagten den.Her§og_ von Decazes_ an, _die Würde Frankreichs der Furcht vor moglichen Komplikationen mit Italien und Deutschland aufgeopfeii zg hab_en. _W
Den republikanischen Zeitungen „Srscle und „WR Siécle“ wurde der Straßenverkauf untersagt.
wurde in denselben über Maßregeln gegen die Presse, über das
Serie ersol t- bei der Kämmereikasse zy Grgbow a. O. gegen Abliefe- rung des dear älteren Zinöcoupons-Serie beißedmcktm Talons. Beim
Wahlmanifeft des bonapartistischen Kandidaten Berger, die
Der legitimiftische Deputirte General du Templle ver-
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