1874 / 272 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 19 Nov 1874 18:00:01 GMT) scan diff

(“zixkoniosaß von 4 Prozent zurückzukehren erlaubte, war also wesent- lich erniedrigt. __ _

Jm Anfange Oktober dieses Jahre; nt wieder eine Erhöhung des Diskontosaßcs über seinen rkge'lmäßigen Stand eingetreten, naeh- dem vorher bereits im August und September fick) die bekannten Symptome des Goldabichlasseéx gyltend gemacht hatten. In diesem Jahre zum ersten Male trat riamlich die Wirkung der von uns in dsr Einführung begriffenen GolDWahrung auf dem Notenmarkteein. Beim Usbergangc zur Erhöhizug des Diskoniosaßes hatten die in Rede stehenden 6 Bankén zum-mmen einen ungedeckten Notenumlauf v_on 89Mi11iousn. Davon kamen 60 auf die PreußijcheBank und_ 29 Mil- lionen auf die übrigen Banken, leßtere batten alw jetzt ein Drittel von der (Zéeiammisummc. Sie sehen also, daß erstens das Niveau dsr ungedciiien Notenemiffion sich bis 1873 von Jahr_zu Jahr er- höht hai, daß zwätens diejeni en Banken, außer der Preußischen Bank, Miche eiu unbeschräykies RL t der Notenemisston haben, von ngr zuHJahr einen größeren Antbeil an der ungédeckien Notenemisiion m- men.

Die Zahlen würden noch frappanter werden, wenn wir die 1üd- deuiicben Banken, Welche mit einer dehnbaren und deshalbdehnsamsu Noikm'miifion ausgestatiet sind, hinzurecbnen woliben. _Diese Zahlen würden nur dadurch etwas weniser brauchbar, weil die Banken _erst in letzter Zeit begründet wurden. Der Antbeil der1en_igen m_ißer- Preußischen Banken dcs Thaicrgebietes, welche eine uneingkjcbrankte Notcnemisfion haben, an dem gesammten Umlauft, einschließiici) des dir Preußischen Bank, stieg in der Zeit, _welche ich Jhrzen vorinhrte, von & auf ,x, und wäbrsnd die PreusTqckxe Bank bei der lcßten Diskontosrbölwng ungefiihr auf dem Jiycan stand, auf welcbem nach dem Geießentwurse ihr regslmäßiger Umlauf beschrankt werden soil, standen die Übrigen Banken bereits _wcit über diesem Niveau, und man kann sagen, daß die Preußiicbe Bank Wesentlich mit durch die AuLdebnung des Notenumlaufs der anderen Banken gezwungen Wurde, ihren Diskonio zu erhöhen. Es ist ja ganz klar, meine Herred, _das; die sämmtlichen _Bankcn sebr genau wissen, das; das provisoriiche Geseß von 1870 uber knrx oder 1a_ng einem Definitibum Platz machen mn]; und daß das Definitivum wird anknüpfen müssen an die bestehenden Verhältnisse, daß es jede Um- wälzung des Verkehrs mögiicbst wird vermeidek müssen, m_id dabcr haben sämmtliche Banken das natürliche Streben, das Terram, welches fie mit ihrer ungedeckikn Notenemi1fibn beherrichen, _vo_n Jahr zu Jahr möglichst zu erweitern, um mit einem möglichst großen Besitz- stande dem Definitivum gegenüber zu stehen. Wenn dex: Herr Abgeordnete für Meiningen gestern gesagt hat, _es ier nichf rätblick), ein Geseß gegenwärtig zu geben und fiir _das nächste Jahr ein weiteres in AuSficht zu nehmen, wvck 1ede_r Schritt der Gesetzgebung Neuerungen schaffsxi werde, so_daß glso zwei- malige Veränderungen eintreién würden, wiihrend miiemem xmmaligen Geseße das gleicheZielmit geringerer Störuugzu erreiche_n set: “_WLUU dcr Herr Abgsordnete für Meiningen dies als Prinzip de_r Gesetz- cbung aufstellte, so möchte ich für die Eveninaiitai, die ich ins Auge Hasse, daß eine Verständigung über die Reichöbank_ m_chi zu Stande käme, doch Ihre Aufmerksamkeit darauf lenken, dai; die Umwalzmig, Welche das Definitivum dcs Bankgeseßes herbeifübrxn wird, wesentlich größer wird, je mehr der Besißsiand derjenigen Banken,_ die in i_hrcr ungedeckten NolenauSgabe auf ein bescheidenes MaÉeiyge- schminkt Werdsn soÜen, fich_erweiiert, daß Sie also, wcnn ie jetzt auf dem Boden dieses Wewßes eine Reselung herbeiführen, Welch; eine Erweiterung dieses Befißstandes hindert, den Zweck_erreichen, daß die (Einführung der Reickosbarik eine neue Umwälzung _mcht mr_br ver- aniaßi; während, Wenn Sie die gegenwärtige vorsichtige Maßnabme unterlassen, die Schwierigkeiten, welche im nächsten Jahre das Eesti; finden wird, ungleich größer sein werden, als die, Welche gigenWariig dem Gesc bkgcgnen.

Es it aÜerdings gestern von dem letzten Herrn Redn_€r_ der Y_us- spruch gciban, ein Arianum gegen Krisen bilde nicht diEies Geixß, bilde nicht _die Ausbildung des Dcpofitum-Verkebrs. Ja, nieme

erren, ein Arkanum giebi es überhaupt nicht, Arkana sind auf Wirts)- chafilichem Gebiete noch nichi ßefunden und auch auf_keinem anderen. Sein Vorschlag (iber, einxr Bapk mit voÜsiändig unbe1chränkierNotm- Emisswn, ficht dem Vet1uch eines Arkanums glcich, wie ein Ei dem andern. Jeder, welcher die Gesekischafi in ihren Grundvcsten umge- ialien will, der fordert zuerst, das; irgend eine unbegrenzte wirtbschaftliihe Kraft ibm zu Gebote gestellt Werbe, und wenn es möglich wäre, irgend einem Manne eine wirihscbaftlicbc Kraft unbeschränkt zu-Geboie zu steilen, so würde er die Erde aus den Angeln beben können. Es giebt aber glücklicherweiie keine niibeichränkten Kräfte, und die Gefahr der Unbeschränktbeii dcr Notencmiifion, die gegenwärtig für eine ayze Reihe deutschér Bankkn geltenden Rechtes ist, liegt darin, Ja); die bandcitreibenden Klassen glaubsn, es gebe eine unbe- schränkte DiskoniirungSmöglicbkcif, daf; fie auf_ diesen Glauben ibre Operationen einrichten, daß die Banken dic1em Glaubsn eine Zcitlcmg nachfolgen, bis endlich der Moment eintritt, wo _ den Bäumen gesteuert werden muß, daß sie nicbt in den Himmel wakbsen. Dann kommt der Rückschlag. Die sogenannte indirckic Kontingen- iirung, Welche das Gesetz anen vorschlägt, sagt nichts weiter, als daß das Geseß für den Zeitpunkt Marken setzen muß, WO eincr Sici- gerung des Umlaufs der künstlichen Zablungßmittel im Julerssfc des eiunden Zustandes unserer Geldcirkulation von den Banken ?eibst entgegengetreten Weren muß. Es zeigt diesen Zeitpunkt an durcb eine Erhöhung der Besteuerung, dadurch, das; es den Banken durch eine böbere Besteuerung des ungedeckten Noten- umlauis Vcranlaffung giebt, durcb ein_eErböbung ihres Diskonts auf eine EinscZÖänkung ihres Notenunilauss Bedacht zu nehmen. Es iii dies der egweiser für das Noten-Emisfionsgeickoäii, We1_chen die Geießgebung hinstellen muß, damit fie die ihr Ysteilte größere Auf- gabe, die Dixrchfübrung und Aufrecbthaliung der oldwährung ficbcre. Der Eniwurs geht davon aus, daß die ungedeckte Notenemiifion die Bedeutung babe, den_SchWaukungen des Bedarfs nacb Zahlungsiniiiein gerecht zu werden, daß es aber lediglich die Aufgabe hat, den Schwankun- gen gerecht zu Werden, nicbt die künstlichen ZahlungSmiiiel auf Kosten der Edclmetall-Zablungömittel im Laufe der Zeit fortwährend aus- zudehnen. Dieser Grundsaß des Gesetzes bat _ wie ich mich freue traci) den Acußerungen des Hrn. Abgeordneten für Meiningen kon- iiatiren zu körznen _ die Majoriiät dieses Hauses auf seiner Scite. Jch_ kann Sie mir_ 121th11 __ das ist der erste Hauptzweck dcs (Heießentwurfs _ iorgen Sie dafür, daß wir nicht mit einem Mangel unserer Gesetzgebung m das noch unbekannte Gebiet dsr Goldwährung eintreten, naébdem wir unter der Herrscbafi der Siiberwäbrung in Folie dieses Mangels bereits mißlicheErfabrungen gemacht haben. Sorgen Sie ferner_im Jutetes e dss Publikums und namentlich des wirthschafilich fcbroacherczi Theils des Publikums da- für, daß nur solche künstliche ZahlungSMitiel künftig in seine 5Fiinde gsgcben Werden können, welche von dem Publikum leicht in . etakl konvertirt Werden können,_ Welche sich also_ nicht wie eine ungern ge- nommene, ängstlich abge1chobene _und nut Mißvcrgnügxn wieder ab- gen_ommene Last vom kleinen zum klemxreuMannforticbiebxn, bis sie in den- entgcn Kreiixn deSVerkc-brL fich festxelzen, in Wclchen Wir am wenigsten Holcb ungewisse Zablungßmitel sehen möchten._Dic Erhöhung der Minimalappoints auf 100 Mark leistet alierdmgs etwas in dieser

infichi, aber, meine Herren, wie viele Tausende urid Millionen von

andwerkern bekommen denn Zahlungen geleistet m_i Betrage von 3x Thlr.? l_lnd aile diese setzen Sie, wenn Sie nicht jetzt für die Einrichtung eines gesunden Notcnumlaufs sorgen, der Gefahr aus, solche ungeeignete Voten _annehmen zu müssen. Sorgen Sie endlich, meine Herren, dafur, da); die Gesetzgebung die wünschenöwertbe Bc- wcglicbkeit crlqnge. Jcb glaube, daß Sie auf diesem_Wege dem chcke, den “Sl? zu crrctßben suchen, am besten borarbeitcn werden.

Nachdem hierauf der Abg. v. Kardorff für die Nothwen- digkeit einer Reichsbank gesprochen hatte, nahm der Bundes- bevolimächtigte Präfident dcs Reichskanzler-Amts, Staats-Ministcr Or. Delbrück das Wort:

Meine Herren! Ich will nur Wenige Bemerkungsn machen, die zum Theil allerdings persönlicbex Natur sind.

Der Herr Vorredner hai 1emen Vortrag begonnen mit der Ver-

sicherung, daß er dem vorliegenden Entwurf, als er in seiner ersten Gestalt bc_kannt wurde, seine volle_Sympathie entgegengebracht habe, und zwar_1n dcr Unterstellung, daß das, was er eigentlich enthalten müßte, namlich die ReichSbank auf unüberwindlicbe, gar nicht zu beseitigende Schwierigkeiten gestoßen sei. _ Dieser Gedanke, daß der vorliegende_Entwurf eigentlich naturgsmäß hätte die ReichSban_k ent- halten müßen, _ist bald in dicskr, bald in jener Form, auch in der gestrigen Diskusion hervorgetreten, und dsr Vorwurf, der in diesem Gedanken liegt, Wenn er auch als Vorwurf nicbt formuliri ist, würde allerdings zunächst das Reichskanzler-Amt treffen, Welches den Eni- wurf aufgestellt bat, und deshalb erlaube ich mir das Wort zu nehmen.

Meine Herren, als das Reichskanzler-Amt die keineswegs leichte Aufgabe sowvhl durch den Bundesrath als durch den Reichstag erhi-sli, ein Bankgeseß auszuarbeiten und vorzulegen, da war die kieinste Schwierigkeit die. fick) klar zu machen die Uebelstände, auf deren Beseitigung es ankommt. Die wahre Schwierigkeit lag darin, den Weg zu finden, wie diese Schwierigkeitet) zu beseitigen seien. Nun glaube ich kaum bemerken zu müssen, day, wenn man an die Augarbeitung eines Gesetzes geht und fich die Frage vergegenwärtigt, auf welchem Wige ist ein bestimmtes Ziel zu erreichen, man dann doch auch die Frage vor ailen Dingen ins Auge zu fassen bat: Welcher von dcn verschiedenen fich darbietenden Wegen kann darauf rechnen, in den maßgebenden Faktoren, im Bundesraik) und Reichstag eine Majorität zu finden? Wenn man eine solche Frage unbeachtet ließe, so würde man, wie ich glaube, ganz besonders unpraktiicb verfahren. Nun war ja _ ich habe das bei meinem einleitenden Vortrage ge- sagt _ dk]: Gedanke einer ReichSbank durchaus nichts Neues. Es war ein Gedanke, der uns von verschiedenen Seiten entgegengebracht war und den wir aus dem eben angedeuteten Gesichtspunkt seiner Durchführbarkeit, d. 1), der Erlangung einer Majorität in den beiden gesetzgebenden Faktoren, 1ebr Wesentlich ins Auge zu fassen hatten.

Was zunachst den Reichstag dabei beiriffr _ und wir hatten uns ja zunächst die Frage vorzulegen, wie wird ein solcher Gedanke im Reichstage aufgenommen werden _ 10 war die Reiibsvank einmal sx yrofasso erörtert, und zwar in dsr borlctzten Session. Die Herren Abgg. TcÜkampf und v. Unruh hatten damals eine Resolution ein- gebracht, Welche angenommen Wdek, eine Resolution, auf die ich im AÜgemqmen schon bei meinem einleitenden Vorirag_Bezug genommen habe, die ich aber ZHW doch verlejen wikl. Sie heißi:

Den errn eichskanzler aufzufordern, baldmöglichst ein Geseß über das ankWesen vorzulegen, durch Wkicbi's die Cirkulation nicht mit Metall gedeckter Noten regulirt und begrenzt, iiber die Bcfug- nix; zur AuSgabe voligedcckter Noien Bestimmung getroffen und die Frage, ob und unter welchen Bedingungen eine Reichsbank errichtet merdeix soli, entschieden wird.

Meme Herren! Wenn man diese Resolution nur nach ißrem Wortlaute ansah, so machte fie den Eindruck, der vieÜeichi damals auch vollkimecn der Situation entsprach, _ ick) komme darauf noch weiter zuruck _ daß _die Verfasser der Resolution die natürliche Ten- denz gehabt haben, eme Majoriiät im Hause zu bekommen, und da im aufe Vertreter der Reich6bank mitschieden vorhanden Waren _ die _batiacbe lag_jci damals_vor _ so l)abe_n fie es für nötbig nnd riebirg gebalteii, in einer außerordentlich be1cheidenen, zurückhaltenden Weise auch die (_Éveniyalität der Reichsbank zu bezeichnen.

Nun kam die Diskuifion iiber die Resolution. Der erste Redner war der Herr L_lbg,_TeÜkamPf, von dem sie mit au9ging. Von ihm ist bexanni: er ist ein Vertreter; einer einzigen Bank. Er erwähnte das historisch, nahm sich aber 1ebr in Licht, das; man seiner Aeuße- rung nicht eine zu Weit tragende Bedeutung beilege.

Er fügte hinzu:

Da nun aber, mein_e Herren, der vorliegende Antrag nacb dem Wunsche der Mitunterzeichneten nicht bezweckt, schon jetzt auf die Einzelnbeitei) der_Bankfrage und dcr möglichen Pläne einzugeben, fo rnihalie [ck nnch aucb aller bestimmten Vorschläge.

_D_er nachste Nedim; war der damalige Abgeordnete für Verden. (Yk 11W_ sich aus uber die Nachtbeile einer zu großen ungedeckten Noten- Cirkulatton, der _chcbecink erwäbxite er garnicht. Der dritte Redner wax der damalige Zr. Abgeordnete für Maiks. Er nahm eine ent- schieden femdsciige _altung gegen den Gedanken ein und sagte:

_Die _inckWrcgrxrung und die Herren Nationalliberalen scheinen daruber em_1g zu sem, daß_ durch Umwandlung der Preußischen Bank tdn elsnZRUchWank ungefahr derselbe Unfug weiter getrieben wer-

en 0 , _ wie er nach seiner Ansicht bisher getrieben War.

_ Darauikaxn der Herr Abgeordnete für Zeiiz. Der sprach auch mr_i_ K_Lebtbaftigkeit gegen den Unfug der übertriebenen Noten-Emisfion un ag 2:

Vor aiietz Dingen denke_ ich aber dabei an eine deuticheReichs- bank. Ich Will durchaus kein Präjudiz geben; ick) habe selber mit M0nchLm Anderen Bedxnken gegen eine Reichsbank, und ich wiU mtc!) nur_darauf b€schranken, zu sagen: wenn wir durch den Drang der U1nstande,_dnrch den Mangel an Opferberciiwiliigkeii Seitens der Zetixlbaxi'r'en m die Lage gesetzt werden soUcn, zwischen zweinebeln das _germgex? zu wablen, so_ glaube ich der_ Zustimmung diesss Hauch gerviß z_u sem, daß eme dkuifci)e Reichiwiink immer noch besser ist, als ein Dußendkleiner Zettclbanken.

Darauf kam_dcr damalige Herr Abgeordnste für Hsilbronn. Er fübrte aus, es ware doch am Ende der (Zirkulation der Noten nicht so gar schlimm, und schloß: _ _

Meme H_erren!_ Auch die)? Sache hat ihre zivei Seiten, Eine Reichsbank wird Weit mehr _a_ls Privatbankvn unter dem Einfinß Von den politqchen Verbalfmffen stehen, und es könnie der Fall eintreten, _wv Wir, w__enn_ man _1iberhau_pt nicht Banken gänzlich unter- drückcn mill, uns gliicklick) schaßen Wurden, es mit einer Anzahl idlid und gut koniroltrter Anstalten zu thun zu haben, statt mit einer einzigen.

Endlich am _Schluffqngbm der Miiantragsteller, der Hr. Abg. von Unruh, das Wixrt und 1agte in Erwiderung aus das, was der Herr Abgeordnete _fur Mors gesagt_l)atte:

Ich wili uncl) darauf beschranken zu sagen, es hätte sehr wenig Mühe gekostei, um zu erfahren, daß in dernaiionalliberalcn artei cs Mehrere gikbf und _gexade Solche, dic fich mit volkSwirtk) chasi- 1ichen Interésféii beschaftiget), die Von einer Reichsbank nichiswissen wvlien, am Wenigsten von einer Reichsbank mit den Privilegien der jeßigen Preußischen Bank. _

Das waren die Herren, die fich ausgesprochen haben.

Nun, meine Herren, _aus dieser Diskussion wexden Sie auch bei den lebhaftesten SYMPUHLCU fu_r eine Reichsbank nun und nimmer das Fazit ziehen immer:, daß die Stimmung des Hauses im Jahre 1873 für eine Reichsbank eingenommen war,

Es kam die S_esfion vom Jahre 1874 in dem nkuen Hause. In dieser Session ist die ange 6! profc3§§0 nicbt erörtert worden, fie ist beiläufig Wiederbolt beruhrt worden bei der Diskussion des Geseßes über das Papiergeld. Es ist Von dem Herrn Abgeordneten für Bingen, Von dem Herrn Ai'gLOkdULth für Bremcn und von dem Hsrrn Abgeordneten fiir Oels Gelegenhcit (161113111- m€n worden, ds_lrauf l)111311Wki1en, daß eine Reichsbank besonders geeignet sein_1verde, di? Unnvandlung des Staatspapiergeldes in ein gemeinsames Cirkulationsmittel auszuführen. Damals ist von keinem der Herren etwa an das Gesetz eine Resolution in diesem Sinne angeknüpft worden. Ich mache daraus keinem von den Herren den all_ereniferniesten Vorwurf, ich will mit dem, was ich da sage, nur zeigen, daß auch in der letzten Session Gelegenheit war, ein Zengniß für eine Reichsbank 11 geben, und daß diese Gelegenheit mcht benutzt Worden ?t- gewiZ aus guten Gründen, aber für mich steht die Thatsache fe t,_ sie ist nicht benu t worden. _

_ Nun kann ich miei; endlich für den Eindruck, den wir aus dieien Diskussionen gewonnen hatten, noch berufen auf dasjmige, was der Hr. Abgeordnete für Frankfurt gestern gesagt hat. Gleich am Em- gang ietyer Rede hat er der angenehmen Ueberraschung AuSdruck 6; geben, die er empfunden-hat, daß der von ibm längst vertretenc- 8- danke_ einer Reichsbank inzwischen i_o starke Propaganda gemacht bgbe- und ich glaube_, i_ch kann xnicb aus dcn Abgeordneten für Friinkiyrt um so mehr in dieser Beziehung berufen, als er einmal Mitglied

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des Hauses ist, sodann_vermöge seiner Stellung in der Presse beson- ders in der Lage ist, fetnbörig zu sein, und dann, weil er ein Ver- tbeidiger der Reichsbank ist und gewiß das am liebsten hört, was seinen Intentionen entspricht. So war also für unsere Auffassung die Lage dem Reichstag gegenüber.

Der Bundesratb hatte, als_ er das Reichskanzler-Amt mit der Aukarbeitung eines _Gesetzentwurfes beauftragte, gar keine Direktiven gegebcn. Das 1chloß natürlich nicht aus, daß die ein einen Regie- rungen, wenn fie dazu Veranlassung fanden, dem Rei skauzler-Amt zu erkennen geben konnten, in diesem oder jenem Sinne wünschten sie die Sache geordnet zu sehen. Dergleichen Mittheilungen sind mir nicht geworden. Es ist zuerst die Frage der Reichsbank zur Sprache gebrcxcht worden, als der Ihnen jkizt vorliegende Entwurf in den Aus- schüsyen des Bundesrathes beratben wurde. In den Ausschüssen dcs VundeSratbes ist von einer Régiexung der Antrag gestellt worden, zwar den Entwurf zu berathen, indes1en gleichzeitig den Herrn Reichs- kanzler zu ersuchen, mit der preußischen Regierung Über die Umwand- lur) der Preußischen Bank in eine Centralbank in Verhandlung zu treten. Die er Antrag hat in dcnvereinigien Ausschüssen nichtdieMe[)r[)eitgefun- den. Ich bemerke, daß in den Ausschüssen des Bundeöraths bekaizntlicb nach Personen gestimmt wird und nicht nach dem Stimmberhaltniß der Reichsverfassung. Jm Plenum des BundeLraibS bei der Ab- stimmung über das Gesetz ist dieser Antrag nicht wiederholt worden. Es ist von mshxcren der verbündeten Regierungen die Ansicht aus§;_e- sprochen, daß die Weitere Organisation des Bankwesens nothwendig zu einer Reichsbank führen müsse, daß eine solche weitere Entwickelung erwünscht sei, und daß fie baldmöglicbst herbeizuführen sei.

Nun, meine HeUen, ich habe dieien tbatsächlichen Hergang bewor- geboben, um einen, wenn auch indirektey, Vorwurf abzulehnen, der uns gemacht ist, daß wir nicht vorausgesehen Haben die Stimmung, die heute, wie es_scheint, in der Majoriiät des Hauses bcrrjcbt. Es wird zugleich dieier Vorgang dazu dien_en, die Vorwürfe auf ihren Werts) zurückzuführcn, welche in der vorigen Diskussion “?"Ö der pr_eu- ßiichen Regierung gemacht sind deshalb, weil fie ihrerseits dies nicht vvrauögeselwn hat. Ich wil! _dabei nur noch bciläufigbemerken, daß, wenn der Herr Abgeordnete für Oels vorhin hervorgehobxn hat, er glaube dem preußischen Finanz-Minister etwas PartikulariSMUö vor- werfen zu können, Weil er nicht die Pre_u[3iiche O_an aus der _Hand geben wwÜte, dabci wvhl übersehen ist, da); der preußische Herr Finanz- Minister nicht Chef der Preußischen Bank ist.

Nun wil! ich nur noch einen_P1mkt hervorheben, der gestern u_nd heute in der DiLkusfion erwähnt ist, unddér ein sachlicher _Punkt ist. Es ist das die Stellung, die der bayerischen Rxgierunxx m uns?,rm Cntwurfe gegeben ist. Es ist behauptet, daß die Ausmbrung einer Reichsbank ganz ungemein erschwert werden_ Wurde,_ winn d1e_der Bayerischen Bank jetzt zustehende Notenxrniisionstugmß exiveitert würde, d. [ck, wenn die Königlich bayerische Regierung_m die Lage käme, sie zu errvcitern. Ick). muß bekennen, meme Kerben, daß ich hierin irgend _eme Erschwerung dcr_ u_sfu[)- rung einer Reichbank - nicbt cxkennen __kann. WU." Yonnep ja _ und darin ist vielleicht ein großer Theil des Hanies mit nur einig _ wir können ja beklagen, daß wir i_o schr vieie einzilner Banken Haben, wir können wünschen, wir haiien jebr O_lél weniger, aber, meine Herren, eine Erschwerung der Yegultrizng dqrin zg ßndxn, daß einer Bank oder zwei Banken, ich weiß e_s nicht, im Konigreick) Bayérn die Befugnis; gkgeben wird, 30 Militonen ungedeckter Noten ausgeben zu dürfen neben den 300 Millionen ungedeckier Noten, die der Entwurf vorsieht _ darin, meme_ Hsrren, Laim ich in der That eine Erschrverung der Sache nach keiner Skike hm_ finden. (Zs ist das, was wir für Bayern Vorgeschlagen _babyn, nichts ais kin Gebot der außgleichsnden Gerechtigkeit. Nun ist die Summe, die fizr Bayern in Aussicht genymmen ist, von de_m Herrn Abgeordneiey fur Meiningen gestern angefochten wbrdsn, weil fie a_uf dem mecbamichen Wige des Bevölkerungsverbältmsjes ermiitelt sei. Ick) e_rkenne gn, daß dieser Maßstab durchaus anfe_c1)tbar Ut; wenn abc_r einmal eme AuGglcichung Bayern gegenüber eintreten sollte, so fragi es sich vor alien Dingen doch, Welck) anderen Maßstab hat man,_ und da glaybe ici), ist der Maßstab, den wir gxwäbit Haben, doch mibi g_anz unricbz tig; ich glaube, es ist nicbt ganz 11nr1cht1_g, wenn man annimmt, da); Bayern in den hier entscheidenden Beziehungexi de_n groÉen Durch- schnitt der Verhältnisse in Deutschland i'eprasentirt: ayxrn beit entschieden rein ackerbautreibende Gegetxden, gerade_ 19 wie Norddeuticbland, auch hat Bayern eine sehr emment ent- wickelte Industrie in verschiedenen Gegenden), wie _fie das ander_e Deutschland auch hat, und Bayern hat endlich itz senior 1mkßxbeim- ichn Provinz ein Land, Wo die Industrie zwax nicht in der L_)ochsten Potonz entwickelt ist, WO (1er im Uebrigen die Verkei)r_sver_l)a1tnisse, der Wohlstand der Bevölkerung. wie ich glaube, erheblich uberdem Durchsckmrtie im übrigen Deni)chland stehen. Wenn wir _aus_ diesen Momenten dahin gekommen sind, das BcvölkerungSVerhaliniß 311111 Maßstab zu nehmen, so wiederbow ici), ick) erkenne_an, das kaixn i_cb zwar nicht ziffermäßia nachwsisen, das; das Bevolke_ru11gsver[)altm_ß der richtige Maßstab ist, aber ich glaube, es wird hier ebensowexixg ein andersr Maßstab bezeicbnsi Werden können, welchcr richtiger 111.

Hierauf sprach der Abg. von Unruh ebenfalls fiir eme Reichsbank, worauf der Vundesbevollmächtigte, Vize - Prasident des Siaats - Ministeriums, Finanz : Minister Camphausen das Wort ergriff: _

Meine Herren! Es giebt ein Element, was, wie_ ici) glaube, der Annahme des Gefeßentwurfs in Kreisen gußerbalb dieses Hauses _die größte Schwierigkeit bereitet, und das in der Disxussxon noch mchf nacb alien Seiten erwogen wvrden ist. Fürchten Sie nicht, daß ich in diesem Augenblicke, wo Sie zum Schlusse Fu gelangen Wunscben, mich noch auf eine theoretische Erörterung emia

überhaupt im Ganzen und Großen demjenigen, was ick) vorgestern

zu Ihnen sprach, nichts hinzuxuseßen; aber ich wünsche über die __

sogenannte indirekte Koniingeuiirung doch noch ein Wort zu sagen,

namentlich veranlaßt durch die Besorgnisse, die der geehrte Herr Vor-

redner an diese Maßregel geknüvft [)ai.

Soll ich den Vorschlag, den Ihnen die verbündeten Regierungen „“

gemacht haben, in dieser Beziehung in ein kurzes _Wort zusammcxu- fassen, so würde ich sagen, meine Herren, der Vorichlag der Regie- rung bezweckt, dem deutschen Vaterland die großen Vortheile zu fiche_rn„ welche die Peels-Akte England gebracht hat; er beabsichtigt; zugleieh- das deutsche Vaterland vor den überaus großen Nachtheilxn ziz be- wahren, welche die Peel-Akie ebenfalis gebr_acht hat. Diese uber- aus großen Nachtheile liegen in den Zeitpunkteri der gefabr- lichen Krisen, der groß-xn Zuckungen, fie liegen m den_ Zeit- punkten, wo _ darin stimme ich _an _ das dollstczndigste mit dem Herrn Abgeordneten für Bingen ubercm _ die einzelnen Banken erst zügen müssen, was fie sind. _Was thut t_n_1n der (He- seßeSvorschlag in dieser Beziehung? Er_bat eine Zahl gegriffen _ mat! mag ja über die Föhe dieser Zahl streiten köxmeii, man mag ja dabei vollstandig überse en, wie sehr unsere Verhaltnisse durch die Einzie-

bung der kleinen Notenappoints einer Umgestaltung entgegengeben;

hätten wir den 1. Januar 1876 binier uns, so würde das Jedermann erkennen, vor dcm 1. Januar 1876 werden es viclieicht nur_die Kun- digen voÜständig übcr1chauen, Was der Artikel 18_ des Munzgese_ es für eine Bedeutun entwickeln wird. Nun,_ meme Herzen, la1_en wir die Zahl aiéo in Ruhe, nehmen w1r_ ati, daruber ware noch zu diskuiiren, so samt der Gesetzentwurf: bier ist die Grenze gx- kommen, wo wir der beliebigen Fabrikaiion vou Geldzeichen, die Wie Geld umberlaufen, ein Ziel seßen, das ist die Grenze. Dex Verkebk mag fick) frei bevoegen, er mag eine Richtung annehmen, wie es den Bedürfnissen entspricht, er soll sich aber darauf einrichten, innerhalb

einer gewissen Grenze zu bantiren. Das war Mk“ Gedanke, der eine

Gedanke, welcher der Pceis-Akte zu Grunde lag, U1_1d wv nur Tch' retiker verkennen können, Weiche unendlichen Vorrbecie dem englischen Kreditwesen diese Bestimmung gebracht hat. _

Urner Vorschlag in Bezug auf die 5prozeniige Steuer was heißt der eigentlich?. Woher stammen die 5 roz_eui? Meine exrep- die 5 Prozent bedeuten nichts, als wie den insmß, zu dem maxi m regulären Zeiten fi_ch das Kapital vcrichach kann; sie bedeutet) nichts als wie, wir verluden den Banken das andwerk, daß sie kimstlicve

sen möchte; ich habe *

Kreditmittel in Bewegung seßezi, die ihnen nichts kosten und wir führ€n_ !ie darauf bm, daß bé__l Annäherung an jene Grenze sie eben ihrekseiis das Geld bezahlen mussen, was alle Andern für den Genuß dxs Geldes _ aucb bezahlen _müsien. Wir wirken also daran hm, das; die Bankcn _selbit sich bemühen, Geld an sich zu ziehen, daß sie sich bemuben, nicht zum leichten Auskunftsmitiel der_Not_enfab_rikation_ zu greifen. Die Möglichkeit, zu diesem Aus- kunstSmitiel 1ieis_gr61f€n 3131 können, hat selbst eine so solid vchal- tete Bank, 11316 _die Preußnche Hauptbank, wie ich glaube, in große Jrrtl)ux_ner ge_f_ubrt; fie hat, wie ich glaube, dahin geführt, daß _ die Manx? der ungedeckten Noten von Jahr zu Jahr m i_hrem Umfange _ gestiegen ist. Wenn wir nun statt der ;pqeljchen Schranke, die eine starre Grenze gezogen hat, eine unüber- teigbare Grenze odc'x_nur durch einen GeWaltschritt übersteigbare Grenze, st_ait dessendiexcn Saß ausgesprochen haben mit der soge- nannterx funiprozenttgen Steger, meine Herren, was ist die Folge“? Dann ist die Folge, daß bet gro_ßen geschäftlichen Krisen nicht die ganze Wslt den_KOPf JUsammen 1echen muß: „Gleich kommt der Augenblick, da ist baar Geld für keinen Preis mehr zu haben.“ Jeder muß die Summen sicb beschaffen, muß eincn viel größeren Vorraik) bmiegen, ais _cr an st_ch nöthig hätte, Wenn er nicht von dieser alles ubkrwaltigenden Besorgmß geveinigt würde; er mu)"; Besißibümcr [osscbiagen zu_ geringerem Preis, um verhältnißmäßig niedrigen Priis, um_ fick) jn_ nicht d_e_r Gefahr_außz11seßen, die für kaufmännische (HL- sck)_ai_te beispielWeikd Alles ist, Ehre und Rebuiation verlieren zu musicn, feine Verpfiichtungsn nicbt erfüÜen zu können.

Wa_s sagt nun m_iser Vorschlag? Unser Vorschlag sagt: nein! Wenit eme 1olche Zeri kommt, anstatt die AuSgabe von Noten un- moglich zu machen, anstait das Uebel zu erhöhen und zu ver- schlimmern, dann lassen ww die Elastizitat der Noten ihre Wirkung WYU- dann _ck das Institut da, das in einem solchen Augen- blicke, wo die ganze Welt sich trostlos ansehen würde, mit 1ei_ncm Kredit, mit semen_ Geldzeichen hervortriit, wirksam is_m kann und was dann die Gefahr beschwört, Nach unserem Borixblag, meme _Herren, _da treten wir nicbt in die Situaiion, w:) em fremder, _axtßcrhaib stehender Wille eingreifen und die schwere VerantWoriixchfert ubernehmen muß, was, beiläufig bemerkt, ich bki dex Orgaiiiiaiioy der Reicbsbehördcn für wahrhaft unmöglich balicn Wurde; 1i_(lch un1erem Vorschlage treten wir nicht in eine soch? Si- tization, indem der Geseß-entwurf selbst mit gehörizzer Vorsicht auch diese Mogienie vorgeiehen. Ick), meine Herren, wurde einem Bank- gdseß, was _eme Bestimmung wre die Peels-Akte enihieite, meine Zu- stimmung niemals geben; ich würde die außerordentlichen Gefahren, die England zu bestxben hatte dreimal in großen, schweren Zuckungen, in unserem Landx mxbt beraufbesckywören mögen; dagegen von diesem Vorschlag, de_r die Elastizität de_r Noten wahrt, ihre Wirksamkeit in dem Augciibltcke, wo sie am meisten Bedürfniß geworden ist, sicberi, behaupte ich, daß er nicht allein_ uns zum chen gereichen wird, son- Yern daß sr das Bankwesen M Europa vor und nacb umgestal- en wird.

Es wird tmn die Besorgnis; geäußert: kommen die Banken nicht da_zu,_aus einma1_von Zbis 4 % Diskonto, dic fie genommen haben, mxt 61118111 gswaltigen Gprunge auf 8% Diskonto steigen zu müssen?

_ Meme Herren! Das Verhältnis wird nie eintreten, kann nie xmireten, d. b. _wexm di_e Bankverwaltungen nachher noch einigermaßen ihxe Aufgabe richxig Wurdigen werden. Wenn sie ihre Aufgabe richtig wurdigen, so x_nuffen sie fick) für den gewöhnlichen Verkehr so ein- richten, dyß d1e_ ihnen _durch die eitzprozßntige Steuer gczogkne Gretize nichf_ leicht erreicbt wird, daß dafür gesorgt wird, wie sie in gewvhnlichen ruhigen Zeiten innerhalb dieser Grenze sick) zu bewege!) haben, sie Werden auch innerhalb dieser Grenze dxn O_iskoniowß nicbt auf 3 und 476 zu halten, fie Werden ihn aur 4, 5 und auf 6 Prozent, je nach Umständen, zu bringen h_aben, und Wenn nun so_1che Krisen, wie ich sie eben erwähnt babe, eintreten soliien, dann Wielt die Höhe des Diskonts im Geschäft?:- verkehr gar keine Rolle mehr. Dann ist es ganz gleichgültig, ob es sich um 1 oder_ 2 Prozeptc mybr handelt, dann kommt es darauf an, gerad? durcb die Höhe des Diskonis das Metallgsid bon alien Seiten anzuziebsn und die drohende oder eingetretene Krifis zu brecbkn.

Nun, meme Herren, es isi, _nachdem ich neulich gesprochn Habe, noch von mehreren Seiten aus die Frage), Reichsbank oder nicht, ein- gegangen Worden. Jck) Werde über di21e Frage im Allgemeinen kein Woxt mebr Verlieren, ich will nur noc!) Hrn. Abg. v. Kardorff be- ruhigen, der dg querkanni hat, daß die Besorgnis; wegen des Parti- kuiarismus bei ihm doch in Bezug auf meine Psrion vor und naéi) ge)chkvundcn sei, und der nur noch einen dunklem Punkt am Horizont erbiickte_. Das War die Frage, ob der preußische Finanz - Minister Wohl die Bank wolle unter die Kontrolc des Deutschen Rcicbes ge- langen lassen._ '

_ Nun, meine Herren, seit insbr als cinkm balbsu Jahre vcrgkbi kein Tag, wo ich mich nicht mit der Bankfrage beschäftigt balls, mehr odsr wxniger. Meine Gedanken babe ick) dicser Frage _nach alle:) Richtungen zugewendet, und ich hoffe, daß, winx) 10) vor Ihnen das_Wort ergreife, Sie mir vieilsicbt das zugéjiehen Werden, daß Derxsmge, der zu Ihnen spricbi, nichl mit der Maiexte ganz unbekannt geblieben sei. Aber, meine Herren, niemals in klé16r Zkit haben sich meine Gedanken damit befaßt, ob es für uns ein Jnicresse haben könnte, die Kontrole über die Preußiickye Bank in nnierem Staate in Reichshänden zu sehen. In der Be- ziehizyg gebe ich lenen ])16111 pouyojr, wie Sie es irgend haben WOÜM. Cs i_st ein großer Jrrthiim, wenn Übexhaupt geglaubt wird, daß ein Institut, wie die Preuiziiche Bank, Wesknilicb von der chiernng ab- hangig 1ei. Es gißbt ja in unserer Bankeinricbtung einm bestimmten Kreis, wv der Chef der Bank gewisse Atiribuiionen befißi und wahr- zunebmxu hat. Dcr Chef der Bank, meine Herren, in Preußen ist zur Zeit Hr. Minister Achenbach. Ich bin niemals Chef dcr Bank gewesen, und ici) Habe eine direkte Eiuwirkung auf die Preußische Bank nie gxbabt, und Mun es sich handelt von der Einwirkung des Finanz-Miniiters, nun, meine Herren, dann Weiß ich sehr wvbl micb 311 erinnern, wie es nicht bloß der preußische Generaiitab wgr, der die Verhältniss der Bixnk verbessert hat in kritischen Zeiten, 1ondcrn daß es auch der preußiiche Staatsscbaß war, den der Finanz-Minister imm_e_r bereitwiliig geöffnet und girade der Bank in dem Augenblicke zugembrt hat, Wo fie des baaren Geldes am meisten bedurfte. Wie Sie auch*über die Frage der Reichsbank entscheiden mögen, diese Sbrge, die der Herr Abgeordnete von Kardorff geäußert hat, möge Sie nicht dabei beunruhigen.

Statistische Nackricktem

Nach den Aufsteliungen des statistischen Bureaus in München können wir über die Bewegung der Bevölkerung im König- reich Bayern für das Jahr 1873 folgende Angaben machen:

Die Zahl der Eheschließungen belief fich auf 48,924. Geboren wurden 208,771 Kinder und zwar 107,859 oder 51,7 % männlicbm und 100,912 oder 48,3 % weiblichen Geschlechts; es befanden sich darunter 6980 Todigeborene oder 3,3 74. Bei den Knaben waren Todtgebuxteu häufiger als bei den Mädchen; unter den Geborenen männlichen Geschlechts bcfaxiden sich 3943 oder 3,7 % todigechne. unter den Geborenen weiblichen Geschlechts aber nur 3037 oder 3,0 %. Unter den im Jahre 1873 _überhaupt Geborenen befanden sicb 28,048 oder 13,9 % uneheliche „Kinder, Die Zahl der im Jahre 1873 Gcstorbenen einschließlich der Todtgeborenen war 162,749 und entfallen hiervon 85,013 oder 52,2 % a_uf das mäynliche und 77,736 oder 47,8 % auf das Weibliche Geschlecht. 31th man dieZabl der Gestorbenen von der der Geborenen ab, so ergtebt_ficb für_1873 ein ugtürlicher Zuwachs der Bevölkerung um 46,022 Kopfe. Die Zahl der im Jghre 1873 in Ba ern an Angehörige eines anderen Bundesstaats ertheilten Aufnahmeur unden war 279, Welche fich auf 444 Personen (324 _marm- liche und 120 weibliche) erstreckten; von diesen gehörten namentlich an: Preu en 83, Sachsen 11, Württemberg 152, Baden 65, _Hkssen 74, Meck enburg-Schiverin 1, Sachsen-Weimar 1, Sachsen-Memmgen 16, Sachsen-Coburg-Gotha 18, Anhalt 1, Reuß 1. L. 6, Schaumburg-

Lippe 2 und ElsZß-Loibringen 13. ,Die Zahl der im Jübké 1873 Tr“- tbeilten Natixralqationsuxfunden war 112, Und zrvar (“ZW 189 Pc;- sonen (138 wannlicbe und 51 Weibliche.) Hierbei kommt namentlich die Natuxaiiiation vori 129 Pirsonen, die bisher in Oesicrreich-Ungaru staats- aygebortg waren, m Betracht, wahrend sich der Rest namentlich auf die Vereinigten _Staaten von Amerika (31 Pkks.), Schweix, Ru land, Italien, Frankreich und Belgien veribeiit. Die Zak)! derEntla 'ungs- urkuriden aus dem ba erischen Siaiitsverbande, wclche im Jahre 1873 crth-xilt wurden, belie sich auf 1810 und eistrccktsn fick) dieselben im Ganzer) _ auf 2777 _Personcn (2036 männliche und 2777 Weibliche). Von diesen beabfichtigtcii 282 uaci) anderen deutschen Bundesstaaten (davon 177 nacb Mengen) und 2495 nach außwäriigen Staaten (2284 nach den Vßremigien Siaaien, 120 nach OcsterreiÖ-Ungarn, Y_nack) der Schweiz, 25 nach England, 10 nach Brasilien, 8 nach Gudumexckg, die ubrigen nach Frankreich, den Niederlandkn, Schwsden und Ostindien) auöquandern.

_ Die Mittheilungen dsr Großberzvxilici He 'i'cben Ccniraist_e1[e für die Landesftatistik Nr.)1337(1B1cilage zur Darmstadicr Zcitun ) (für Oktober) hat folgenden Inhalt: Enver- bung uud_V-.'rlust der tagtsangebörigkeit im GroßherzogtbumHeffcn dnrcl) Aumabmi», Naiuraiixation und Entlassung (Cin- und Viiiswau- derung) im Jahr 1872. _ Meteorologische Bcobachtunacn vom Sep- tember 1874. __ Obsierirag im Großberzogthum Hessen im Jahre 1873. _ Steibefalle und Todésursacben im Siptember 1874.

_ Einem kürzlich erichienxncn Buche: „Frankreich und Rom“ von T Jung (Paris, bei Charpeniier) entnshmcwwir über den Stand des_ Kierus und der geistlichen Geuosicnichasten in Frank- reich x_oigende Statistik, die zwar vom Jahre 1861 daiirt, seit wcl- cher Zeit der Klerikalismus in Frankreich ]:!)ck) bcdouiende Fortschritte gemacht hat, aber darum nicvi minder, als auf amtlicixcn QULÜLU bsruhend,_ Beachtung berdient: Es gab im Jahre 1861 in Frankreich 86 Erzbiicböse und Biichöfe, 189 Gcneralvikare, 711 Kanonici, 3517 Pfarrer, 30,190 sonstige kirchliche _Beamte; rscbnct man dazu noch die Kaplane, Vikare, die mit Biicbofskang [*LÜfidekLn Kanonici, so gelangt mgn zu der Ziffer von 53,557. Direkt oder indirekt 1ebten v_om geistlichen Berufe damals in Frankreich 79,584 Psridnen männ- licben _und 324,893 Pcrsduen weibiichku Gesch1echi6. Die Zahl der man_nlichen Orden belief fick) auf 86 mit 2158 Anstalicn und einem Pynoxmi von 16,815 Individuen, die der wciblickyén Orden auf 279 niit 12,239 Mutterbäustrn odcr Succuriaien und einem Personal von 88,091 Frauen. Im Ganzen gab es «1110 104,906 Ordcnsgcisiliche d. :. uber 60 (?00 mehr dsnn Geistliche.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

An der neubegründefen Frankz-Joiebhs-Univerfität zu Agram find bis jeßt 270 Hörer ini :ibirt. Hiervon entfaÜen auf die juridiscbe Fakultät 160 ordeutiicLe und 7 a11ßerordeniliche, zusammen 167 Hörer, auf die philosophische Fakultät 18 ordentliche und 4 außerordentliche, zusammen 22 Hörer, endlich auf die theologische Fakultät 7 ordentliche und 74 außerordentliche, zusammen 81 Hörcr.

___ Die Königliche S_esellscbaft zur Förderung der Wi1s_en1chaft (Royal Society) in London hat ihre Coploy- Medaikle dem Profkssor Louis Pasteur in Paris für seine For- schungen über (Haiming und Gebräue, ihre Rumiord-Medaille dem Astro- nomen Hrn. J. Norman Lockyer für feine spektroskopiichcn Sonnen- forichungcn, sowie eine Königliche Medaille dem Profkssor William- son vom Owens College Manchester, für seine Beiträge zur Zoolo- gie und Palaeoniologie, und insbesondere für seine Untsrsuchuugen der Struktur fossiler Pflanzen zuerkannt.

_ _ Die Kathedrale von Sevilla ist, wie telegrapbisci) gemeldet Mrd, ihres schönsten Schmackes, dL-Z Bildes des bail. Antonius von Murillo, beraubt worden. Die spanische Régierung bai so- fort ii):e Agenten im AuGlande beauftragt, vor dem Ankauf des Bildes zu ivarnen. Dcr Raub scheint von kundigsr Hand auSgefübrt zu sein, 12an aus dem großen Aiiaxbilde ist nur dasjenige Stück aus- geschnitten, auf Welchem der Hciiand knisend in betender Haltung dar- gesteÜt ist, ohne daß die Nxbengegcnstände auf dem Bilde beschädigt wwrden find. Der Dieb muß fich zur Ausführung feiner That einer Leiiex bediént__l)aben, da_ das große Bild "Hoch über dem Altars hängt. Auffäiligerweiw sind die Gitter, Riegel und Schlösser uxivcrseixt ge- bliebsn, und es ist räibselhaft, wie der Raub hai außgesübrt werden könnsn, da fich des Nachts steis_ein Kaplan, zwei Wärter und zwei große .Hiznde in der Kirche einge1ch1ossen befindcn. Der Wérib dcs I)iuriuc'ichen Meisterwerks, welches auf MLHr als eine Million Thaler geschätzt wird, ist völlig vernichtet.

_UeberdieArbeitender wissenschaftlicben Expedition an den Ainu-Darja wird dem „RUss. Inv.“ gsichrieben: Während der Fabri des Dampfers „Perowski' von Rufus stromanfwäris nach Peiro-Alexandrowsk, welche durch die bedeutende Veränderung des Fa'brwaffers ikii dem vergangenen Jahre eine Verzögerung erlitt, wurden an fünf Stellen Bastimmungen dcs Querprofiis und der Schneiligkeit des Stromes auSgefübri. Bei dEr Exkursion, welche Oberst Sstoletow mii dem Kapitän-Lieutenanf Subow und dem englischen Major Wood auf Käbnen untErUabm, geiangtin dieselben von Peiro-Alexandrowsk stromaufwärts bis zum Orte Tujwbujun (oberhalb der Stadt Pilnjak und aklcr

“vom Amn fich abzweigenden Kanäic) und bestimmten auch dort

die Querprofile und die SÖULÜiJkEik des“ Layfcs. Im 2111- gemeinen bietet 116111) der Ansicht des Obersten Sjtoletow das Be- faYren dcs Amu-Daria von Rufus aufwärts auf einem widerstandß- fä)ig2n Dampfer keine sonderlichén Schwierigksiicn, es sei denn die häufige Veränderlichkeii des Fahrwassczrs. obgleich aucb diessr_ M1);- stand mit Hülfe der einbeimischm Fi1cher_gls Looisen _zu bcwczltigon ist. Was die Tiefe des Fahrwassers betrifft, so ist dieselbe uberall außreicbcnd, und wird die Schiffahrt aucTZ noch dadurch wesentlich erleichtert, daß nirgend Steine unter dem Wasser Vorhanden find und die Beschaffonbeit dcr Usék fast überal] cin unmittcibares Anlegen obne vorherigen Bgu bon Landungsbrücken, gestattet. _ _

Am 16. August trat der Dampfer „Perowski“ seme Rundreise von Petro-Alexandrowsk nack) Rukus an, Wo _cr am 21. August an- langie. Wegen des rapiden Laufes des F1us1cs und des noch nicht Hinlängiich bekannten Charakters seines Fahrwassers war das Schiff genötbigi, unter Dampf zu ge en, anstatt sich vom Strome treiben zu lassen, wie anfänglick) beabsi tigt War. _ _ _.

Nach den Unieriuchungen, welche vom Kapitan-Lieutenantöubow und dem Secondx-Lieutenant Schebaichew auf Käbnen in den Armen Tan-bai und I1chan, sowie im Kuwanscb-diharm, in den Dau-Ka- rinfchen Seen und im Janv-su ausgeführt worden, erl)ielt_ de_r Dampfer .Perowski“ Ordre zur Rückkehr nach _Kaialinsk, wobei die auf demselben befindlichen Mitglieder der Expedition nach dem Fallen des Wassers nochmals den Weg, auf welchem der Dampfer aus dem Aral-See in den Amu-Darja gelangt war, und die BuchiTuschiichebas untersuchen soUten.

Nach BeendigunÉ des Nivelienients_ zwischen den Ansiedeluugen Nukus und Tschimbat begaben fick) Oberst Sstoletow, Major Wood und Lieutenant Rodionow vom Teicgraphen-Corps am 7. Septembex nacb Jrkibai, revidirten daselbst die zwischen Klytsch-kala_ und _Jrkibai auSgerZrten Niveliirungsarbeiten und Uhingen dann Wetter die nord: östliche Richtung nach dem Punkte ein, wo sich der Kanal Kara-bai vom Flu e Kuwan-Darja abzweigt, und von 17in winden dann Wie- der zwei ivellirungöpartien in verschiedenen Richtungen akgescxndt. Am 28. September waren alle NivellrrungSarberten zu Ende gefuhrt, die Querprofile und die Schnelligkeit des Laufes des Kywan-Daria und des Kanals Kitkansu bestimmt und außer den Abrtffen m den Nivellirun siournalen die Marsckorouienau nahme des aaqzen Weges von Dau- ara bis Perowsk außgefübrt. en Aufetithait m PeroWSk und Kasalinsk benußten die Mitglieder der_Exvedition endlich zum Ordnen des gewonnenen Materials. Gegenwartig hat nun der großie Theil der Expedition Turkestan bereits verlassen, und sieht rzian dem Eintieffen des Obersten Sstoletow in St. Peteerurg demnachst ent-

1 gegen.

__ _Proixssbr Tbalén in Upsaka hat für seine Mckiode kur ?ULMZWL LZÜUZFHm-YWT" CJYNzlager Zu untersucbcn, 213281825- _enmmg vou _:r epraxen ant)» i des "0 _ Eisencowir" __ ___ 1chenk von 4000 Kronen erhalten, 7 g *“ ““ v 1 (3,

Lth- und ForßWirtbk-kzx,

“71" '- - -

_Dem jsizt veröffkntlichten Jabrcßbericht dcs chßbsr ;; li Badticbkg HandelS-Ministkrinms iiber ieinen GesckzäftslxeiZ) füzrgdac? Jahr 1873 (Karlsruhe, G. Braunscbe Hofbuchickxnd111rig 1874) exit- nchmszi Wir uber die [andwirtbschaftlichén Zustände des Groizberzogtbuxns_Badcn sOlgi'ndL wichtigere AnJäb-ZU:

_ DZI landWrrtbichast11ch bsnußte Areal Umfaßie im Jahre 1873 eine Flach? von 793,392 Hektaren und zwar: 514,818 H, bcstskltes Llckersxld, 30,916 H, brach1iegendes i'lckcrfcld, 172,279 H. Wissén, 20,275 H. Rebland, 12,885 H. (Hras- Uk-id Obiigär'csn, 898 H. Ka- stanie-iwald _11nd 41,321 H. ständige“ Weide. Von dyn als Ackerfeid benutzten Flaxben warßn béstelltz mii Wintergstreide 172,706 H., mit Sommergetretde 124,053 F,), niit sonstigkn Mebl- Und Hüiieiifrücbten 6822 H., mit_ KZolicngewacbien 80,674 H., mit ÜZUTZquLWäCÜscn 25,467 ., m_ii Juitergswäcbicn 77,240 „H., mit Hxndslsßcwächisn 27,856 . Die Crnieerträge waren im DUkchiCÖ-Riti dsr Jahre 1865 bis 73 folgcnde: FLZintergetreide 3,562,466 Str., Sommcrgcircide 2,680,5_14_Ctr., sonstige Mahl- und Hülsenirü ,ic156,i„19()Ctr., Knol- lengxwgckiie 11860207 Cin, Wurzslgcwäcbie 15020550 Ext., Futter- gewizcbic 21,107,1_24-Cir., Stroh 10592543 Etc“ Von dxn Haudeis- gewacbien sind fur Baden Tabak i_md Hopfen bon bcsondsrcr Be- dxutmig. _ Dem Anbau des ersteren waren im Durch1chniit fur 1865-73: 7837 Hektar: gewidmki, dercn jährlicher Ertrag auf_251,64_6 (Tir, angegobcn wird; im Jahre 1873 bstrug die bebautx _Flach 8956 H., der Ertrag 296,92] Str., deren Wcrib auf 36 M1Ü10ULU__G11117€U gefcbäßi wird. Mit befeii warsn im Turck)- 1chmtr 1865/73 17,10 H. bestellt, wclckoa 32,573 Ctr. liefertcn. Dcr Gcsammiwxrth dcr 1873€r prfc'nernie (38,142 Eik.) wird auf 2,3000-0_31._vera_t_ischlagt_. _Die mii Wsin bcbauic Fläche beirug im TU_LÖichmif sur1865/73: 19868 H. mit eincm Ertrag? von 318,205 Ohm odsr 16,5 Ohm bro H. Der siebenjäbrige Durcbicbnitts= extra,; d:s_Obstb_aues vvn 1866_72 war: 1217.688 Sestch 15 Liter) Aepikl, 661783 Seit. Birnen, 5618-30 szi. Zivcisckzsn Und Yfixmmxn, 132,159 Ctr. Kirichen, 204,693 Seit. Nüsse und 12,482 «eit. Kastanien. Dcr V_ich]tand betrug nach der Zählung vom 3. Dezembsr 1873 70,220 Pferde (1562 HCUIstL, 30,983 Sinken, 30,856 Waiiachcn, 7019 xcobien unter 4 Jahren), 660,405 Stiick Rindviel) (5170 Zuchisticxé, 376,821 KÜHL, 68,094 Ochsen, 166,132 Siüié Jung- ch), 44,188 Kalber), 170,556 Schafe, 371,389 Schweine und 79,886 tegen.

Ju Bxirxff des landwiribscbafilicben Unicrrickyisweisns ist zu b?- mcxk_8n_, dax_3_1eit dém_Jai)re_1872 an der Unibirsiiäi F;:idclberg zwei Zebriiublc mr Landwwtbschast crricbtet sind. Außerdc-m befandc'n sich im Großberzwgibnm _mr Jahre 1873 folgende Anstalim für die (111- ge_mei_nc Nußblidung 1ungkr Landwirihe: die Ackerbauickzuis Hochburg («KittlerzablM1870/74: 37), die landwiriiscbafiliche Gartenbauschuie Karlsruhe («chiilcrzabl 1873: 21), 11 landwirtbschaiilich Winter- schulkn (1873,/74:_zu1ammeu 159 Scbüier), nnd die Kréisanstait in Hagen; Fux ipexwlis chcke des [andwirtlUchnitliäzen Bciriebes dien- xxn: __die Obstbauichule m KarlSruhe (durcbschniitlicb von 18 “Schülern 1cchriich besucht), der Obstbaukurs in KarlRube für erioncn reifsren Alters (1873 von 11 Personen besxicbi), die Wiesonbansckxuls in Offen- burg (1873/74 _18 Sibüler), die H1isbeschlag1chu1€ in Karlsrubs. -_ D_er langwiribicbaftlickye_Berein für das Großberzogtbnm Baden gliederte 1761) am Schlusie des Jahres 1873 in 69 BszirkSvereine, Welche zu 14 Gaubändxn verbunden waren, und äbltc Anfang 1874: 14,405_Mit,iliedcr. Die Leitung der gkmeini afilicben Angelégen- beiten ist __der vpm Verein gewählten Ceniralstelle übsriragxn. Im Z“. 1873 ist, Wie is_ii mehreren Jibren, dem Vsrcin einc Siaats- Dotation v_on _13,000_Fl. gewährt. Außerdcm bciichn znr Förde- rung l_andwxrihickyaftiiWcr Zwecke noci): dcr Wanderverein badischer Laiidwirib-s UNd Gaisbefißer, dcr badisckoe (Hariénbauvcrein (857 Mit-

Zisder),_ _der badi1che Rennversin in Mannheim, der badische Verein ur Geslugelzucbt (423 Mitglieder) und der badiftbe Vsrein für Biencnzucbt (1148 Mitgl.)

Gewerbe und Handel.

_ Die Herren 5.11. u. C. Kaufmann in Berlin 17. (Kaiser- galerie 37) haben seit circa 2 Jahren in Deutschland Gardinen aus Japaziisébem Stoffpapier cingefiiiri. Als Robmatemcilien für die er|ik11nng dicies überaus_ zähen, icZwer zerreißbaren Filzes sollen )) anzliche und thicrische Faierstoffe zur Verwendung (gelangen, Weiche, nach ihrer Vcrrottung zwischen Walzen zcrkléirwrbund n_ach der Bleiche mri verschiedenen Chemikalien bclckandcli,_auf eiiie Papier- mascbine gebracht werden. Ihr Erzeugnis; ist die filzigk, ioiide Masse, Welche, gefärbi, mii Mustern bedecktund miiciner e_igcntbumiichcn, dre Textur der Gewebe täuschend nachahmendcn Printing ber1ebsn, zur Anfertigung bon Gardinsn, Lambrequins, Portiérm mid is_dcr anderezi Art von Vorl)ängc_n eeignet ist. Dieses Sioffpabikr ijt nur unt Anstrengung zerreißba , leidst Weder durcb Staub noch duxck) Rauch, hält in der Farbe por der Sonne Stand und wird dnrch die Einwir- kungen feuchter Luft nur immer icbmiegsamer. Das cigeiitlxnmliche Material ermöglicht Weiche und runde Falten, von Schö_n1)€it _m Zeich- nung und Farbe und in Mustern, welche das Nawe; Wirklichent Seiden-, Woiien- odcr Baumwvllenstoff täuschend ahnlich erscheinen lassen, Die genannie Firma erleichtert die Bsnußang der netzen Er- findung durch die Möglichkeit, bei gegcbcnen MÜÉW die Vorhangs TC, fcbon genäht, gefüttert_ und garniri, also zum Au bangen serxig zu be- ziehen. Dabei sind die Gardinen woblfeil (pro Fenster gkfnttcrt von 27? Tbir. an) und auch zum Tapezieren und zu )altrgcr Bespannung der Plafonds geeignet, _

_ Aus dem Gejchäfisbericbi, Webber m der am 14. November abgehaltenen Gcneralversammlung der Haße_ner Gnßstablwerke vdrgctragen wurde, cninebmen wir: Das Gewmn- und Verlust-Kontb erzielten nach Abzug 1ämmtlicher Betriebsaukgabcn, Steuern, Provi- fioncn, Zinsen A. einen _Netto-Ueberscbuß von 24,985_T61r. 5 Pf., irovon auf Konto der Wiener Ausstellung 1271 TW. 15 S_gr. 3 Pk. Fabrikanlage und _Gebäude 10,095 Thlr. 24 Sgr., Maschinen 7783 Thlr. 12 Sgr. 9 Ps., Utensilien und Oefen 5078 Tblx. 27_Sgr, 9 Ps.. Fahrwerk 352 Tblr. 1 Sgr. abgeschrieben, dcm Reicrvc_sond_s-Konto 250 Thlr. und auf neue Rechnung 153 T1)1r.9 Sgr. 8 Pf. ubericbxiéxben wurden. Eine Dividende pro 1873/74 kqmmt nicht _zur Vertheilung. Die Gesammiabscbreibungen betragen bisher 44,163 Thir. 22 Sgr. 6 Pf., der Reservefonds 4000 Thlr., und besteht em _przml-Reierve: Konto von 3000 Thlr. Von der in der_ Bilanz ausgefuhrtexi Hypo- tbekenschuld Von 130.000 Thlr. find inzrvischen 30,000 Thlr. _m Folge eines der Gesellschaft zustehenden Rech_tes_ gekundigi, und ist durch Arrangement mit dem Vorbesitzer ermoglicht, da[; die Ttigung diefes Betrages keine anderweite pekuniärx Belastung der Ge ekljcbafi erfor- dert, sondern letztere in der Lage ist, den genannten etrag voll zur Abschreibung zu verwenden. _ __ _ _ _ _ _

_ Der,Economista d'Italia“ veroffentlicht _ciy vom italienischen Zandels- und Ackerbau-Ministerium dem Justiz-Mimster unterbreiieies

chriftstück, das von der GeießgxbunT betreffs der Handels- Gesellschaften handelt und woruber _mc1)_t nur das Gutacbien des Industrie- und andelSratbes d:s Königreiches, iondexn auch v_on fünfzig inländis en Handelskammern eingeholt wurde. Dixsem Schrifx- tücke zufolge würde die Re ierung auf die Eribeilung ihrer Antim- xation zur Bildung einer andels- oder Aktiengcißkkféba Verzicht leisten, und fchlägt fie stait derselben folgende Be timmungen vor: 1) Die fick) bildende Geieüsckyaft m_uß ihr Kapital voll K_e- zeiénet und davon zwei Zehntel schon emgezahli h9bcn; _ 2) _dw per önliche Verantwvrtlichkeit dauext so lange, a]s die Akxien nicht vollständig cin czablt Wurden; 3) die letienge5e111_chaften mnffcn sich beim Handels- ribunal einschreiben lassen; 4) Bilanzeti und aydere Akten der Handels- und Aktiengesellschniten mussen im offizieilen Handelsblatt veröxjenilicht werden; 5) die Le_ben§berficherung6_ge1e_11- “(cbaftcn müssen ur die Verwendung der erngexahiten Kapitalien Garantie „leisten; 6) und 7) für Niéoteinbalixxng dreier Verordnungen Werden Ponale auögeießt.