1874 / 274 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 21 Nov 1874 18:00:01 GMT) scan diff

_ In der Woche vom 1. November bis 7. November 1874 sind geprägt worden an Goldmünzen: _ Mark 20-Mark ßücke, 2,050,850 Mark 10-Markstücke; an Silbermünzen: 109,165 Mark 5-Markstücke, 411,822 Mark1-Markftücke, 169.016 Mark 20 Ps. 20-Pfennigftücke; an R i ck el m im 3 en: 46,452 Mark 60 Pf. 10-Pfennigstücke, 85,767 Mark 60 Pf. 5-Pfennigftücke; an Knpfermünzen: 64.942 Mark 80 Pf. 2-Pfennigftücke, 19,445 Mark 30 Pf. 1-Pfennigftücke. Vorher waren geprägt: an Goldmünzen: 872,349,440 Mark 20-Markstücke, 212,746,040 Mark10:Markftücke; an Siibermünzen: _ Mark 5-Markftücke, 28.623,809 Mark 1-Markftücke. 8,124,149 Mark 40 Pf. W-Pfcnnigftiicke; cm Nickelmünzen: 4,346,587 Mark 50 Pf. 10-Pfennigftücke, 941,098 Mark 50 Pf. 5-Pfe11nigstücke; an Kupfermünzeii: 1,400,1_79 Mark 67 Pf. 2-Pfennigstücke, 565,_127 Mark 20 Pf. 1-Pfennigftücke. Mithin find im Ganzen gepragt: an Goldmünzen: 872,349,440 Mark20=Markstücke, 214,796,890

Mark 10-Markstücke; an Silbermünzen: 109,165 Mark 5-Mark- stücke, 29,035,631 Mark 1-Markßücke, 8,293,165 Mark 60 Pf. 20-Pfennigstücke; an Nickelmünzen: 4,39Z,040 Mark 10 Pf. 10-Pfennigstücke, 1,026,866 Mark 10 Pf. 5-P'fenn1g1'tücke; an Kupfermünzen: 1,465,122 Mark 47 Pf. 2-Pfenn1gftücke, 584,572 Mark 50 Pf. 1-Pfennigstücke. GesammtauSprägung: 1.11 Gold- münzen: 1,087,146,330 Mark; an Silbermünzen: 37,437,961 Mark 60 Pf.; an Nickelmünzcn: 5.419,906 Mark 20 Ps.; an Kupfermünzen 2,049,694 Mark 97 Pf.

_ In der heutigen (15.) Siyung des Deutschen Reichstags, welcher der Reichskanzler Fürst von BiEmarck, der Präfident des Reichskanzler-Nmts, Staats-Minister 01. Del- brück, der Königlich sächsische Staats-Minister von Friesen mid mehrere Bundeskommiffarien, darunter ,der Direktor im Reichs- kanzler-Amt, Wirklicher Geheimer Ober-RegierungH-Ratl) Herzog, beiwohnten, erklärte fick) der Nbg. 11011 Forckenbeck zur Annahme der am Donnerstag auf ihn gefallenen Wahl zum Ersten Präsidenten des Deutschen Reichstags bereit, indem er 111 der- selben einen neuen Beweis des dom HaUse in ihn gesexzten Ver- trauens erblickte und dem Hause hierfür seinen Dank abstakiete. Hierauf wurde 11011 der erfolgten WaHl und Konsiituirung der Kommisston znr Vorberaihung des Bankgesexzentwurfs (Vorfißen- der Abg. 1111111111), Stcilvertreter desVorfißenden, Abg.v.Var11- büler) Mittheilung gemacht und ein Schreiben des Abg. 1)r. Lasker verlesen, worin derselbe die Bitte aussprach, aus der Budget- kommisswn ausscheiden zu dürfen. Da ein Widerspruch dagegen nicht erhoben wurde, konstatirte dcr Präsident 1). Forckenbcck das Ausscheiden des Abg. [)r. Lasker aus der Budgetkommisfion. Das Haus trat nunmehr in die TageSordnung ein, deren erster Gegenstand die Interpellation des Abg. Winterer ist. Da der Präsident des Reichskanzler-Amtes, Staats-Minister 1)r, Delbrück fick) zur sofortigen Beantwortung derselben bereit'er- klärte, 61111011 der Abg. Winterer zur Begründung seiner In- terpellation das Wort. Derselbe führte Beschwerde über die Behandlung, wslche verschiedenen Elsäffern, welche für Frankreich optirt hätten, widerfahren sei, und richtete an den Reichskanzler die Anfrage, ob die ReichSregierung von den beregten Vorkommnissen Kenntniß habe und Remedur zu stlmffen gedenke. Der Wirkl. Geheime Ober-Regierungs-Rajh Herzog beantwortete die Interpeilation dahin, daß die Beschwerde eigentlich gar nicht vor das Forum des Reichstages gehöre, son- dern LVLUTULÜ 11111" von der französischen Regierung aufgenom- men werdcn könne. Uebrigens sei die Darstellung des Inter-

pelianten nicht in Uebereinstimmung mit den Thatsachen, wir sie aktenmäßig festgestelltseien. Auf den Antrag des Abg. Windthorst

beschloß das Haus, in cine Diskussion über die Interpellation einzutreten. Es nahm jedoch 11111 der Abg. Windthorst das Wort. _ Der Antrag der Abgg. Sonnemann und Geuoffen auf Aufhebung des bei dem Königlichen Kreisgericht zu Altona gegen den Abg. Reimer, sowie des bei dem Königlichen Stadt- gericht zu Berlin gegen die Abgg. Hasenclcver und Reimer eingeleiteten Gerichtsverfahrens für die Dauer der gegenwärtigen Session wurde angenommen. Bei Schluß des Blattes sprach der Abg. Liebknecht zur Begründung seines Antrages wegen Beurlaubung der inhaftirten Abgg. Bebel, Hasenclever 11111111 Most aus der Haft während der Dauer der Reichstags- e 1011.

_ Nach der Cirkuiarverfügung des Finanz-Ministers und des Minister?- des Innern vom 10. Februar 1862 (Ministerial- Blatt für die innere Verwalmng, Seite 109) smd von den Provinzialbehördcn Normalliften 1) Über die zum Halten der Geseßsammlung verpfiichteten Personen, sowie 2) über die Gratisempfänger der Gcseßsammlung allj ährlick) auf- zußeÜen und den zuständigen Ober-Poftdirekiidnsn bis zum Schlusse des Monats November jeden Jahres zu Übersenden. Hinsichtlich der Amtsbiätter werden dagegen, nach einer unter Zustimmung des Vimdeskanzlers von dem Minister des Innern unterm 22. Oktobdr 1870 (Ministerial-Blatt fÜr die innorc Ver- waltu11g, Seite 275) getroffene Anordnung, derartige Listen nur in Zwrsc_i_1enräumen von fünf zu fünf Jahren aufgestellt, sowie den. zustandigen Ober-Postdirektionen übersandt und die in der ZW1schenze1xeiniretenden AenderUUgen gegen die Normallisten durch Vexanderunchnachweisungen (Nachtragslisten) Anfangs D;)zencihbter ]eden Jahres zur Kenntniß der Ober-Postdirektionen ge ra .

_ Im Einverständniffe mit dem Reichskanzler und dem Prä- fid.11m dss Königlichen Staath-Ministeriums haben der Finanz- Minister und der Minister deo."- Innern 11u11mehr bestimmt: 1) daß das ledigedaclse, hinsichtlich der Amtsblätter vorgeschriebene Verfahren fortan auck) hinfichtlich der Geseßsammlung in An- wendung gebracht werden soll, Und 2) daß _ zur Erzielung eines gleichen Termins für die? Aufstellung der Hauptlisten hin- fichtlich der Geseßsammlung und der Amtsblätter in dem ge- sammten Umfange der Monarchie _ noch in diesem Jahre so- wohl für die Gefeßsammlung, als auch für die Amtsblätter neue Normalliften aquusteilen, sowie an die zuständigen Ober- Postdirektionen zu übersenden, und daß von diesem Jahre ab die'fünfjährigen Perioden für die erneute Aufstellung Überall gleichmäßig zu zählen sind.

_ Nach einem Cirkularerlaß des Minister?- des Innern 110111 12. d. M. findet die Frage, welches Organ die im §. 5 211111. 5 des Geseßes vom 9. März cr. bezeichneten, als säch- liche Kosten“ der StandeSamts-Verwaltung anzusehen- den Au6gaden,zu _bewilligen habe, durch analoge Anwendung der Vorschrtfi 111 §. 5 Win. 2 ]. 0. ihre Erledigung. Die Fest- seßung dieser Kosten hat demgemäß in den Stadtgemeinden durch die Gemeindevertretung, für die Landgemeinden durch den KreiSausschuß, und wo ein solcher nicht besteht, durch die Be- zirkSregierung (Landdroftei) zu erfolgen.

_ Wenn ein Kaufmann fick; mehrerer der in §§. 281 und 283 Str.-G.=B., betr. den strafbaren Bankerutt, auf-

geführten Handlungen oder einer derselben wiederholt schuldig

gemacht hat, so smd dieselben nach“ einem Ober-Tribunals-Er kenntniß vom 22. Oktober cr. nicht als mehrere selbständige strafbare Handlungen aufzufassen, vielmehr bilden fie in ihrer GesammtheitTheile einer einheitlichen strafbaren Hand- lung. Denn die Zahlungscinstellung, welche ein wesentliches Merkmal des Thatbestandes bildet, ist bei allen Einzelhandlun- gen dieselbe, und es liegt mithin eine zusammenhängende, von demselben strafbaren Wollen getragene Thätigkeit vor. Dasselbe gilt von der Theilnahme am strafbaren Bankerutt.

_ Die strafreck1tliche Verfolgung des Ehebruchs tritt nur auf Antrag ein (§. 172 des R. St. G. B.), welcher nach einem Erkenntniß des Ober-Tribunals vom 22. Oktober cr. binnen drei Monaten nach der Verkündi- gung des Scheidungs-Urtheils gestellt werden muß, DW- gegen beginnt diese Frist nicht mit der erlangten Kenntniß von dem Ehebruch und der Person des Thäters, 111211 die Straf- verfolgung hinsichtlich des Ehebruches gkseßlick) erft dann zulässtg Zst, wsenn wegen desselben die Ehe rechtskräftig geschieden wor-

en it. _

_ Die durch das Geseß vom 11. Juni 1873 verlängerte Präklusivfrist zur Anbringung von Provokationen auf Reallasten-Ablösungen der den geißlickzen und Schul- Instiiuten 11. 1“. m. zustehenden Real - Berechtigungcn nach dem GeseH vom 27. April 1872 läuft am 31. Dezember 1874 ab, worauf wir aufmerksam machen.

_ An der morgen stattfindenden Ueberweisung der Gedächtnißtafeln für die in den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71 Gcbliebenen des Gardc- resp. 111. Armee-Corps an die Garnisonkirche, werden Deputaiionen von sä11:mtlichen Truppen- theilen der hießgen GarnisonTheil nehmen. Außerdem erscheinen als Deputationen von den auswärts garnisonirenden Truppen- iheilen des Garde-Corps, den Regiments- und selbständigen BataiÜons-Cdmmandeuren, ferner von jedem Garde-Jufanterie- Regiment ein Stabsoffizier, ein Lieutenant und ein Feldwebel, resp. Unteroffizier, von jedem Garde-Kavailerie-Regimenf und dem Garde-Iäger-Baiaillon cin Lieutenant und ein Feldwebel, resp. Unteroffizier. '

Die Deputajion des 4. Garde-Grenadier:Regiments Königin, destek) nd ach dem Commandeur desselben, Oberst und “Flügel-

Adjuianten Sr. Majestät des Kaiser?- und Königs von Lucadou,

dem Major 11011Falcke11ftein, einem Premier-Lieutenant und einem Feldwebel find bereits heute hier eingetroffen.

Allerhöchsten Orts ist bestimmt worden, daß die Offiziere einen Trauerfior um den linken Arm und zwar auSnahmsweise um den linken Oberarm anznlegen haben.

_ Der zwischen dem Garniso11=Repräse111a11ten und der Steuer- und Einquartierungs-Depntation des hiesigen Magistrats abgeschlossene Vertrag, betreffend die Unterbringung der zur hicfigen Garnison gehörigen, der hierher kommandirten, sowie der d111ch111arschirenden Truppen, ist mit Genehmigung des Königlicßen KriegH-Ministeriums auf 1 Jahr und zwar bis 111111110 Dezember 1875 prolongirt worden.

_ Fürst Alexander Dolgoroucki ist, 111153 dLrSckWeiz über Frankfurt a. M. kommend, gestern Abend hier eingetroffen und im Hotel Royal abgeftiegen.

_ DL]: General: Major und Commandeur der 3. Garde- Kavallerie-Brigade, Freiherr von 2116, ist nach beendigtem Ur- Lan hierher zurückgekehrt.,Der General der Kavallerie und kommandirende General des.11. ?lrmee-Corps, Hann- von Weyherii, ist hier angekommen und im British Hotel ab*- gestiegen.

_ Der Oberst-Lisuienanf Detmering, Comnmndeur des 2. Leib-Husaren-Regiments Nr. 2, ist zur persönlichen Begliickwünschnng bei Ihrer Kaiserlichen und König- lichen Hoheit der Kronprinzessin, Höchftwslche 2. Chef des genannten Regimenjs ist, von Po1en hier eingetroffen.

_ Die fällige englische Post ach London, dcn 20., friih, ist auszgeblicben.

Lauenburg. Raßeburg, 21. November. Aus der am 16. und 17. d. M. stattgchabten Sißung der Ritter: und Landschaft heben wir 11011) folgende Beschlüsse hervor: Das Grundsteuergeseß wurde mit einigen kleineren Abänderungen ge- nehmigt. Die Abänderung und Ergänzung des GeseHe-Z vom 14. August 1872 wegen 11111wa11dl1111g des Meier-Erbzins- und Erbpachtverhältniffes in freier?- Eigenthum und Ablösung der daraus herriihrenden Leistungcn ist ohne weseniiiche Verände- rungen angenommen wvrden. Der Antrag wegen öffentlicher Verpachtung der Jagd in den Domanialforsten wurde abgelehnt. Der Antrag wegen Uebernahme der Koßcn der trigonometrisckxn Vermessung des Herzogthums ist auf den näcksTen Landtag ausgescßt worden. Der Geseßentwnrf Wegen Errichtung von Marksteinen (wegen Vermsssung des Landes) ist genehmigt, der Geseßentwurf, betreffend Zeriheilung von Grundstücken, einer Kommisfion überwiesen worden.

Bayern. München, 19. November. Se. Majestät der König hat 1111t€rm 12. d. Mts. der Königlichen Polizei- Direktion und der hauptstädtischen Gensd'armerie stine beson- d'ere'Befriedigung über deren um1ichtige und unermüdlicße Thä- 11gkett anläßlich des an den Kämmererschen Ehekeuten am 3. d. verübten Mordes ausgesprochen.

_ (Al]g. Ztg.) Zur Zeit, als während des leßten Land- tags das Budget für die laufende Finanzperiod: vereinbart wnxde, waren für die Fcststeüung der öhe des Matrikular- 1111111111;cm Bayerns pro 1875 keme bestimmten Anhalts- punkte vorhanden, und es wurde deshalb der für 1874 festge- stellte Betrag mit 8,585,765 Fl. auch für 1875 in das Budget eingesteüt; nach der vor einigen Tagen an den BundeSrath ge- langien Vorlage würde sich jedoch der Matrikularbeitrag Bayern?- für das nächste Jahr auf 18.132,244 Mark : 10.575,142 Fl. stellen, um 1,992,375 F1. 10 kr. mehr als im bayerischen Budget vorgesehen ist. _ Hinsichtlich der projektirten Erwerbung der bayerischen Ostbahnen durch den Staat verlautei, die „StaatSregierung sei der Ansicht, daß eine technische Erhebung uber den Zustand der Bahn und deren Zubehör erforderlich erscheine, und daß dieselbe am zweckentsprechendften durch eine gem1schte Kommission vorgenommen werden könne.

„Württemberg. Stuttgart, 18. November. Derevan- gelts cl) e Synodu s ist gestern zu seinen jährlichen Berathungen zusammengetreten.

_ Ueber die Einführung des Turnunterrichts in den Volksschulen schreibt der „St. 21. 1. W.“:

Die _Eiyfülyrung des Turnunierrichts in den Volks- s chulen 111 m ncuerer Zeit der Gegenstand mehrfacher Erörterungen im Sckwßg der Behörden, wie in öffenilichen Kreisen gewesen. Je manmgfalttger die Schwierigkeiten find. die zur Zeit in unserem Lande

sick) der wirksamen Durchführung einer diesfaUs für sämmtliche Volks.

schulen präxeptiven gesetzgeberisch Maßnahme voraussichtlich entgegen ,

steÜen würden, desto wichtiger ist die Frage, ob es nicht auf Grund der bestehynden Geseßgebung wenigstens zulässig sei, in denjenigen Volke- schulen, bei welchen die zuständigen Lokalbehörden dazu geneigt sind, das Turnen zu einem für die Schüler obligaten Unterrichtsfach zu erheben, Im Hinblick auf die einschlägigrn ständischen Verhandlungen uber das Volksschulgcseß von 1836 ist diese Frage von dem König- lichen Ministerium des Kirchen- und Schulwesens in Uebereinstim- 111una mit beidsn Ober-Schulbshörden dahin entschieden worden, daß die Ober-Schulbebörden gesetzlich nicht gehindert find," für diejenigen einzelnen Volksschulen, 111 deren Lehrplan die Lokalbebörden den Turnupterricbdin der Eigemcbaft eines für die Sck1üler obligaten Schulfachs au1zunehmen wünschen, die Ermächtigung [1111311 und zwar in der Weise zu eriheilen, daß der Turnunterricht in das gesetzliche Pen. 111111 des Lehrers von 30Wochenstunden nöthigenfalls einzurechnen ist. Zu- gletcb ist dcn Ober-Schulbehörden empfohlen wvrden, auf dieEinfübrung des Turnuntcrri'chts in den Volksschulen in der bezeichneten Wkife fördrrnd binzuw1rken. Eine solche Einführung des Turnunterricbts w1r_d gegrnübcr wn einer sofortigen allgemeinen Anordnung den Vor- theil haben, daß ein bcrcitwiiliges Entgegenkommen der mit dem VoÜzug betrauten Behörden stattfindet, Womit zugleich di? Gefahr vermieden _ist, daß die Anordnung vielfach kaum 3111: Nquükyrung gebracht Wird", _111 Welchcm Fall die Erfolge sehr zweifelhaft find. Um den bednrsiigen Gemeinden die Vkstreitung des entstehenden Aufwandss durcb Unterstüyungen aus der Staatskasse zu erleichtern, ist es die Absicht, in den Vylkssibul-Etat der nächsten Finanzperiode eme entsprechende Cxigenz anszunehmen.

BraunschWeig. Braunschweig, 20. November. Di? stets zunehmende Erweiterung der Stadt nach außen hin und die fortwährend wachsende Einwohnerzahl (die- selbe betrug nach der im verflossenen Sommer vorgenommenen Zählung bereits über 65.000 Personen) hat, den „B. N.“ zu- folge, die Rothwendigkeit einer Vermehrung der Polizei- mannschaft dringend erforderlich gemacht. Auf den Bericht dé-s Polizei-Direktors hat das Herzogliche StaatH-Ministcrium génehmigt, daß die Zahl der Polizei-Sergeanten mit Anfang des nächsten Jahre?- um 12 vermehrt werde; es werden also statt der gegenwärtig im Dienste stehenden 44 Polizei-Sergean- ten in Zukunft 56 fungiren. _ Riicksichtlich der Geschäfte des Herzoglichen Skadtgerickzts [iegt schon länger der Plan vor, die Stad1 nicht, wie bisher, in drei, sondern fortan in vier Ge- richtébezirke einzutheilen. Es soll dies nun in der Weise geschshen, daß aus Theiken des ersten und dritten Bezirks der vierte Bczirk gebildet, welcher besonders das Terrain von der Hamburgerstraße bis zur Kastanien-Allee umfassen wird. Ob diese Einrichtung schon mit dem 1. Dezember d. I. oder erst mit dem 1. Jannar 1875 ins Leben tritt, ist noch nicht definitiv bestimmt worden. _ ZUM Ankauf der Burg-Kaserne hat das Staats-Ministerium einen Zuschuß 41011 10,000 Thalern unter dem Vorbehalt bewilligt, daß die Bestimmung Über die künftige Bennßung dcr BausteUe seiner Genehmigung u111er- worfen bleibt.

Anhalt. Desfau, 18. November. Der Herzog und die Herzogin nebst Familie smd am 16. aus dem Herzoglichen Palais nach dem Herzoglichen Refidenzichloß Übergefiedelt.

_ Der Handelskammer zu Leipzig ist, wie die Regierung unter drm 14. d. M. bekannt macht, die Erlaubniß zur Anfer- tigung der Vorarbeiten für die Anlegung eines Wasserkanals 11011 Leipzig iiber Bitterfeld, Ießniß, Raguhn bis zur Elbe bei Dessau für das dieffeitige Staatngdief ertheilt wordsn. Diese Arbeiten werden von dem Wafferbau-Inspektor Georgi zu Leipzig geleitet werden.

Oesterreich :Ungarn. Wien, 20. November. Der Kaiser war am 18, d. M. Vormittags von GödöUö nach Pest gekommen und Nachmittags halb 5 Uhr wieder nach Gödöllö zurückgekehrt.

_ Der Erzherzog Carl Ferdinand ift heute Nachmittag ZZ“ Uhr zu Seiowiß in Mähren mit Tode abgegangen.

Derselbe, der zroeite Sohn des am 30. Aprik 1847 verfjor- benen Erzherzogs Carl, war am 29. Juli 1818 geboren.

_ Das Abgeordnetenhaus wies gestern den Antrag Steudeis wegen Verfiigung der Thierkadaver auf thermochemi- schem Wege dem Rinderpest=Aussch11ffe zu.

Pest, 19. November. Jm gestrigen Ministerrathe referirte Graf Zichr) iiber die jüngsten Verhandlungen in Wien. Hierauf folgte ein Ministerrath unter Vorfiß Sr. Majestät, der die ramänische Metropolitenwahl, die serbische Kirchenangelegenheit und die Finanzvorlage zum Gegenstande hatte. Die Wahl des Metropoliten dürfte von Sr. Majestät nicht bestätigt werden.

_ Die gestrige Deak-Parteikonferenz acceptirte die Modifikationen des Oberhauses am Wahlgeseße. Eine lebhafte Diskussion wnrde iiber die Inkompatibilitätsvorlage geführt. Schließlich wurde diese Angelegenheit als offene Frage belassen.

Der Minister des Innern kündigte Vorlagem über eine Domestikalfteuer und Krankenpflegeauslagen an.

Belgien. Brüssel, 19. November. Der Erzbischof von Mecheln und Primas von Belgien, Dechamps, ist nach Rom abgereist, zugleich mit dem Erzbischof Manning, dem Primas von England.

Großbritannien und Irland. London, 19. November. (A. A. C.) Der Hof verläßt morgen Balmoral, um nach Windsor zurückzukehren.

_ Die Kaiserin von Rußla11dhüietnochimmerihr Zimmer als eine VorsichtSmaßregel gegen eine neue Erkältung, aber iht: Befinden wird als vöUig befriedigend bezeichnet. Der Großfürst Alexis von Rußland stajteie gestern in Begleitung seines Adjutanten der Kaiserin Eugenie in Chiselhurst einen Besuch ab.

_ In dem Personal der französischen Botschaft sind, seitdcm Graf Iarnac zum Botschafter am Hofe von St. James ernannt wurde, einige Veränderungen eingetreten. An Stelle eines Grafen Vauvineux und des Hrn. N. de Brachet find, der „A. A. C.“ zufolge, die Herren Gontaut Biron und Paul Mertran als erster und zweiter Botschafts-Sekretär getreten.

_ Aus Toronto wird telegraphirt, daß Sir John Mac- donald, der frühere Premier=Mir1ister von Canada, einem Wahl- richter gegenüber eingeräumt hat, daß seine Agenten fick) der Bestechung schuldig gemacht haben, aber jede persönliche Kennt- niß ddavon läagnete. Er wird seines Siyes 'für verlustig erklärt wer en.

_ Der Präsident des Handelsamtes, Sir Charies Adderkey, hat an sämmtliche Eisenbahngesellschaften ein Rundschreiben gerichtet, in welchem er nach einem Hinweis auf den amtlichen Bericht über den von so schrecklichen Folgen begleiteten Bahnzusammenstoß bei Thorpe erklärt, daß das Han- delsamt die Eröffnung keiner neuen Linie mit einfachem Geleise sanktioniren werde, falls auf derselben nicht das Blocksyftem ein- geführt ist oder andere Maßregeln für die Verhütung von Kolli- sionen getroffen sind. Im Uebrigen empfiehlt er die Beobachtung

strengster Pünktlichkeit und DiSziplin.

- [ichn Eisengießerei einem BessemerLuß beiwohncn wird.

_ 20. November. (W. T. B.) Die Tagfe des.Prin- zen von Edinburgh ist auf den 23. d. m Buckmghnam- Palaste festgeseßt. Die Kaiserin von Rußlmid, der Großfurst- Thronfolger, Großfürst Alexis und die Mitglieder der, engl1fchen Königsfamilie nehmen an der Feier Thetl; auch dre Minister und mehrere der fremden Botschafter und Gesandten find ge- laden. _ Admiral PreScott ift geßorben.§

Frankreich. Paris, 18. November. (Köl11.31g.) Bei Revision des Kontingents der Territorial-Armee ist es an vielen Orten zu Unruhen, und in einigen sogar zu sehr ernß- lichen, gekommen. In Rougé (Loire-Infézrieur) wurde d1e Gensd'armerie insuljirt, und der Unter-Präfekt von Chateau- briant durch einen Steinwurf am Kopfe schwer vexleßt. In Saint Loup (Haute-Saone) wurde ein Polizeikomm1ffar zu111 Fenster hinausgeworfen und blieb auf der Stelle todt, 11nd 111 Annecy und anderen Gegendm Ober-Savoyens wurden die Ver- treter der Behörde gemißhandelt. '

_ Das „Journal de Paris“ meldet die Ankunft des Ge- nerals Chaney, der an den Arbeiten des bevorstehenden Avancements Theil nehmen werde.

Spanien. Nachrichten aus S a 11 S eb a | 11111 Über Bayonne, 20. November, zufolge sind die 4000 Mann starkenkR e'g ieru„ n g.s- irupp en, welche eingeschifft worden waren, durch d1esu11gunst1ge Witterung gendthigt worden, nach San Sebastian zuruckzukehren. Es fehlte, da die Rückkehr der Truppen eine ganz unerwarteie war, sehr an LebenSmitteln.

Italien. Rom, 16. November. " siftorium der Bischöfe ist aus unbekannten Grunden verschoben worden. Es war auf Dienstag, den 10. November, ausgeschrieben worden. Dem Vernehmen nach W111 manndas Endresultai der ParlamentSWahlen abwarten. Das nachste Kardinals-Konsistorium 1011 Um Weihnachten stattfinden.

Rußland und Polen. St, Petexshurg, 18; Novemher. Unlängst gab die „M. 3.“ die Zahl derdemhmgewEin- berufungspflichtigen auf 800,000'1111 das ganze 'Re1ck) an. Obgleich offizielle Daten noch nicht publizirt smd, glaubt dre rusfisckze „St. P. Z.“ auf Grund nachfolgender Berechnung diese Zahl doch korrigiren zu können. In verschiedenen Gouverriemxts haben die Militärbehörden die Zahl der EmderufungSPfltchtrgen und der zu steÜenden Rekruten auf Gxxmd am111cher Erhebungen publizirt. Die Altersklasse der 211ahrtgen „zu der Zahl __der Rekruten verhält fick) z. B. in Kostroma Wie 10,395 zu 2206 oder 471,2 zu 100, 111 Orel wie 15,443 zu 3274 oder 471,7 zu 100, in Twer wie 13,765 zu 2935 oder 470 z11 100. Durckx schnittlich läßk fick] ohne Furcht vor aUzu _fal_scher'Rech11ung also annehmen, daß das Verhältniß 'der w11k11ch emtretendrn Re- kruten zu den Eiiiberufenen fick) 11116 100 zu 471 ste111. S1e111 man das iiberhaupt verlangte Nekrutenkontmgent 111 das cntsprschende Verhältniß zur ynbekaniuen Zahl der Einbernfenen, so erhält man die Zahl 706,500 (1: 150,000 : 471 : 100) der Unt'erschted zur An- gabe der „M. 3.“ beträgt fast 100,000. Die Zahl 706,500 al? Zahl der 21jährigen wird dann von der rnsfischen „St. P. Z. 11011) einigen anderen Berechnungen "szrUUde gxlegt. Nack) früheren Berechnungen ist das Verhalimß der 211ah11gen zur Revistonsbevölkerung gleich etwa 20 zu 1000. qunachnent- spricht den 706,500 in diesem Jahr Emderufenen 1211111 mann- liche Bevölkerung von 35,325,000. D1e ste11_erpf11ch11ge BZ- völkerung in den Einbernsungsbezirken betragt. nach 11111- zieÜen Publikationen nur 26,531,023 mannlich? Seelen. Die Bevölkerung von Ostßbirien Und, 1139an hi.";zwgerxch- net, find es etwa 29,000,000. D1§ b1sher errlegwte neu zur Dienstpfiicht herbeigezogene Bevolkerung wurde nach diesen Zahlen also 6.000,000 oder fast den sechsten "The1l dxr ganzen männlichen Bevölkerung betragen. Außerdem waren fruher mei? 1'onft Steuerpfiichtige 11011 der Rckrutepsteuer befrett. 21112111 Bessarabien und die Kolonisten sind 11111 etwa 700,000 zu v_er- anschiagen. Als Resultat kann angenommen werden, daß eme Leistung, die friiher auf etwa 28,000,000 fiel, fick) ]eßt" aiif 35,000,000 vertheilt. _ Alle diese Berechnungen haben 111111111111) keinen Ansprnck) anf absolute Richtigkeit, geb'xn 'aber doch 1111- gefähr ein Bild von den vorhandenen Verhaltmffen.

Schwyden und Norwegen. S t o 111; 1) 1111, 17 . Novemder; Ueber die Reise dee."- Königs schreibt die „Poftock)I11r.T1d. Folgendes: . . '

Nach der Einweihuyg dsr Lidköpmgs-Stara-Sie11stdrpbahn re1st der König Freitag Nachmittag von Stenstorp „nacb Bjoxneborg, "1110 er beim Gutsdefißer Nordenfelt soupiren und 111 der daielbst 111-„111173- Von Bwrne- dorg gedenkt der König seine Rei nach Christiania fortzussßen, _ Die östliche Stammbahn in SchWeden, der_en [6131er Abfchmtt morgen eröffnet wird, geht von der Station Katixrmeholm auf der Westbahn aus und mündet-' in der Station Nas j_1"Z auf derSuWahn; ste ist zwischen diesen keiden unkien ungesahx ,24 dan11ci1e' Mciietz lang. Das erste Stüik: Kat rineHolm-Norrkopmg1111111111 im Ju11 1866 eröffnet; aber erst im Jahre 1869 schlug dre Regwrung die Ausführung des Uebrigen vor und darauf Wurd? der _Ab_1chn1tt 9,1011- köping-Linköping im Oktober 1872, der Ybsckmiit Linkopiyg-Mwiby im September 1873 und die erccke MYlby-Boxholm" fur Guter- transvori im Dezember 1873 eröffnet. as leßte Stxck Boxholm- Nässjö, Von welchem die beiden Cndstrecken"(Boxholm-Oommen und und Nässjö-Aneby) 1eit Juli-Monaf d. J. fur Gutettranöport 1.1„enuß1 Worden sind, wird morgen eröffnet. Sämmtlicbe AnlagekosxenFurdie ganze_Bal)n belaufen sie!“) auf 17,305,000 Kronen (der 1111p111ngliche Ueber1chlag 111.11" 17,609,000). „_

Diese Bahn Verküizt die Cntfcrnung 311111111111 Stockholm und Malmö um 10 sch1ved. Meilen und bringt da§ ganze fruchtbare Ost- gothland nebst dem nordöstlichen Smaaland „111 Verhmdung sowwbl mit der Hauptstadt als mit dem Auslande, eme Verd111du1zg, Welche um so wichtigcr wird, als seitdem die VoÜeuduug der Ostbahn be- schlossen wurde, nicht we'niger als drei private Bahnen gebaut worden smd, welche in jene Bahn ansmünden. . .

_ Auf der mechanischen Sch1ff5werft„L1ndholmen“ hat die schwedische Regierung ein unbepanzertes Kanonenboot zur Küstenvertheidigung bauen lassen und dasselbe, „Blendaf ge- tauft. Es ist nach dem neuen Zellenftzstem m1t_wafferd1chten Räumen und Luken gebaut. Die Länge desselben 1st 1761 Fuß, die Breite 26 Fuß 2 Zoll und der T1_efgang 91 Fuß. Die Ma- schine hat 160 Pferdekraft und soll 21111: Fa rt von 12 Knoten in der Stunde machen. Das Boot erhalt 2 anoncn, von derien die eine, eine gezogene Hinterladungskatwne, die größte der 1115- her in Schweden gegoffenen Kanonen, 111 der Mitte des Schiffs auf einer Drehscheibe stehen soll. Das Fahrzeug kostet ohne di? Kanonen 334,000 Kr.

Amerika. Die „Stevens Batterie“ in'NewZIerseq, welche die Regierung dieses Staates. verkaufen null,] w1rd wahr- scheinlich für die Marine der Vereinigten SZaaten angxkauft wer- den. Die Angebote für dieselbe wurden dteser que m Trenton geöffnet, und das höchste kam von dem Marmedepartement,

(It. R.) Das Kon-

nämlich' 145,000 Dollars, vorbehaltlich der Genehmigung des Kongresses.

Asien. Der „Times“ wird aus Calcutta telegraphirt, daß die Identität des Gefangenen mit Nena Sahib immer zwei- felhafter wird. Die von der Regierung eingeleitete Untersuchung nimmt ihren FortgangÉ-H

_ Der „Kawkas“ erhält aus"" Persien die Nachricht, daß nach dortigen Gerüchten zahlreiche Banden des Stammes Teke die Absichthaben, fick) Chorassans zu bemächtigen. Die persische Regierung ist dadurch sthr beunruhigt und beschäftigt sich mit Vorbereitungen zu einer Expedition gegen die Teke. Auch beabstchtigt fie, eine Telegraphenlciiung längs der Turk: menengrcnze bis Meschhed zu ziehen, um den Bewegungen der Turkmeaen besser folgen zu können.

Kunst, Wissenschaft und Literakur.

Die PreiSrichier fiir die Konk1irre11z- Entwürfe zum Posener Theaterbau haben den Ersten Prins (von 1000 Thlrn.) dem Projekte mit dem Motto Thalia U., welche-s von de11 Archttckten Müller und R01"; in Cöln entworfen ist. de11 zweiten Preis (von 500 Think) dem Projekie E. B. Von den Arcb1tekfkn Eb? und Bsndg in Berlin zuertheilt. Bride Prpjckie werdcn nach dsm Programm _Eigen- thum der Stadt, ohne daß jedocd dicser dadmxix die Vsrdflichtung erwächst, nun auch einen dieser Proxekte zur Au-Zsulxung zu bringen.

_ Das 10. Heft (111.Jahrg.) der Zeitschrift für de1xifche Kulturgeschichte, herausgsgcbeq von _1)r. J. H. Muller, Studienrath, (Hannover, in K_Nntmsfion ,bei Carl Meyer) hat 191- gsnden Inhalt: Die Volkswiribichafllicbe Literatur 1111 Deatsckzsn Remi) von der Mitte des 16. bis zu Ende dss 18. Jahrhunderts. Von Jo- hannes Falke. _ Der Ursprung “und die EniMckmng des qupsix- Wesens. Von Gustav Adelbert Seyler. _ „D1e geplagte Gct1tlichkeit im Mittelaltrr (Fortsetzung uud S_chiuß). _ Kdrrespondwz: 21111; Oesterreich. Vorschlag zur Organiiqtion dcr „Ardwte'n zur Geschicht:- der Preise". Von 3311116111. _ Büchcr1chau1 Die 231111101th drs Evor- berrnstifies St. Florian. Von Albmx Czerny. 2111131»ngle Werke Friedrichs des Großen, ins Deutsch? udertragrn von_H€111rich Merkens. Der Geigenbau in Italien und sein deutscher 1111111111111. _Von 131“. Edmund Schebcck. _ Buntes: Eine .e1gen1hü111liche Rauwcerxe aus dsm dreißigjährigen Kriege, Miigktlxckt 111111 H. Palm. Hechscl1ireuen.

_ Am 17. wurden der Unzünstigen Witterung Wrgcn die „Ar- beiten (1111 Osiihurme des Domes zu Mainz e111ge1111'11. Demnacbst wird nun mit dem “Abbruch der beiden Nrbenthurme begonnen Werden.

_ Im September Wurde in Vingclz, eine halbe Stunde von Biel, deim Ausszrabm eines FeuerWsiherS em MUM Pfahlbau entdeckt, Man fand in einer Tiefe von 1151111111113 2_3_„F1113 1111111916 Horizontal liegende Baltsn von etwa 1F1113 Dicke aufPrabb-n' ruhend. Da dieselben ganz in Sck1111111m versunken war€11,.i)asden 111 1111) 1111111) alle Jahrhundert? ganz Vortrrfflici) erhalien. Ste sxnd Link schwarz- liche Masse, offenbarEick1enholz, all'rdmgs" 5011128111191 dnrchdrungsy, gleichsam imprägniri, zeigen aber noch 111311111 „110131111113? Ja1cr11, die deutlikHe Schichtung des Splinis und d1e Ringe und 5311111101811 des Stamrnks. Neben dkm Eichenholz'finden fi_ch_ 111110111111 211111 cindkkrn röthlichen Holzart, Wahrscheinlich ist es K1r1ck1baunilydlz. Etwa 50 Schritte näher gegen Biel Hin wurde schon lcßien Winter am SLS- ufer eiu 1chwärziicher Sireifsn wahrgenommen, uber dessen Namr und Beschaffenhsit man nicht ins REMS kommen konnte. Der_mcdrre Wasserstand erlaubte jetzt Nacbgrabungcn, Zind es 111111118 9111 11011- ständig gui erhaltendr Kahn Von 42 Fuß Lange_ "und 3 „Fuß Breite ans TageSlichi gefördéri, allerdings 11011) volistandig 1111 Mergkl stsckend _ das Jnnsre und die_Seitc'nf[ach111 jedoch adgsdeckt. Diksc Barke giebt einkn gcnausn Begriff von 118111 1111119111111111 Sxandc der Schiffsbaukunst unserer Vorcliern in dsr ZEW der Romer- herrschaft. ,

_ In einem Schreiben von 131“, Lawson in Lo_ndo11 1111 d1e „West Riding Asylum Medical Redorts_ fur das quw 1874 find mehrere intrrcssante Beobachtungen uber die Tageszeit, in Wslcher die meisten Todesfälle'vorkommen, entl1altc11._ Dr. Lawson hat, die BkodaÖtungcn Schnciders und Vlrzderer fort111xnd und in Ergänzung drr Beobachtungen andrrer JnsUiuie dnrcd 16118 des West Riding Asylum gefunden, das; der (11101111ck)1*n Krankhc116n die Todesfälle am zahlreichsteq zwischen 811113 “10 Uhr Vor- miiiags vorkommen und am 1eli€nsie11 zwqrbsn 8 bis 10 Uhr Abends sind. Was die akuten Krankheiten bkkkifft,„ 10 hat fich [1er- ansgesteÜt, daß die meisten Todesfälls eniwsder 11111) Morgens odcr spät Abends stattfinden. Diese onbachtungen 111111111111 111-„ri- der Theorie voilkounnen Überein. Da fruk) 9111-1111:st die errqSthattgkUt am Geringsten ist und im Laufe ÖGS Nachmtitags amteigi, so ist

des Morgens und am sélténsten 52111ka starben. Dix Todxzréxaue bei akuten Krank eiten am Abend erkiären sich aus dem rkgélliiäßlgen Anscbweüen der iederchegnng in den Abendstunden und der da- durck) bervvrgerufenen Konsumtion der Lebenskraft.

Land- und ForstWirthfchaft.

Berlin. D*:r Klub d er Landwirts) e wird a11124.Novcmbcrse1ne diesjährige Gcneralversamtnlnng abhalich 1111 weicher 11ch feine Stiftungsfeier anschließen wird. Auch in 'dliskn! Winter wird der K1U13"Voricäge Veranstalten, welchc wöche11111ch D1e1111ags statt- finden und mit dem ]. Dezmnder 1113911111111 we_rdcn. Yér Klub Johi mit der Absicht um, ein eigenes Grundstück zu 16111611 5Öcrß11111111u11g1111 zu Erwerben. _ _

_ De111„Sck)w.M.“ wird aus Metz, 15, November gc1chrtedenr Daß für das Usberhandnehmen 1613 Schwarz: und RaUOW11d- standks in Lothringen die Forstverwqitung kerne Schuld triff], dürfte aus Folgendem cri11-11611: Jti der Zegt vom'1. Mai 1871116 311111 3052111111 1872 111111111811 inLotbrmgLn nicht 1110111911 (116 4425511119, 38 Wildkaßsn und 404 Wildschweine crlogt. Nock) gunssüger War das Jagdergebnis: im derfiossrrzen Jahre, in rvrlcbxm 76, Wolfe, 27JW11d- katzen und 791 Wild1c1)1ye111§ gxtödtei wurden. Dies 18131616 außarst günstige Resultat ist Hauptsachltcb der unterm 29. Februar 1872 er- lassenen Trribjagdordnung 311 verdarrken. Pa“ das Waldarea] Loib- ringens 124 300 Hektar betragf, 111 111 es 1111119an seld'stvcrstaudlich, »das; die zahlreich angeordneten Trxrdjagdcn, mcht 111 1111 oder 311111 Jahren im Stande smd, einen emigermaßnr durchgreifendcn Erwlg zu erzielen, zumal die Größe 1111d'D1_chitgke1t der crnzxinyn Wal- dungen dieselben äußerst erschwert, the1iwsife sogar ganz unmoglich macht.

GeWerbe und Handel.

B e r l i 11. Die 1111119.November abgehaltene (Henxralvexsatnmluxgchr Vereinsbank Quistorp & Co. (737,000 Akt1e11 m11737 Stim- men) ertheilie die beantragte Ge11eh11119u11g_zum Akkord (11111611 gegen 47 Stimmen) und zur Ligmdatton (Mit 592 gegen 42 Ottm- men) und ernannte die Hrn. Regierungszquh Jungermann und Kon- iul Paetow zu Liquidatoren. Zu Mitgliedern des Aufsichtsraihcs Wurden gewählt: Direktor Wi11ch1er(Rostock),' Kommerzien-Ratl) Paul March (Charlottenburg), Rsntier Carl Wterß (Celle), Stadtrats) Kogge (Charlottenburg), Stadtxath Kuhne (Charlottenburg), Stadt- ratk) Holße (Westend), Reutter H. Feldherrn (Westend), Kapf- mann Clement (Rostock), Kaufmann August Horn (Steitm). Das Stadtgericht hat die Einleitung des AkkordVerFahrens, 10 wie die Aufhebung des Konkurses von der Zustimmung Hämmtlicher Aktionäre abhängig gemacht. Wenn trotzdem 'von den

rganen der Gesellschaft die chcraiversammlung„11m- 1l)re Zu- stimmung angegangen sei, so ist dies gesch._ben, wnl dieselben der Ueberzeugung sind, daß eine höhere" Znstgnz n1cht,aux der vom Stadt- gerichte geforderten Einwilligung sammtltcher Aktwnarc bestehcy, son- dern die Genehmigung Seitens dcr Generalversammlung, alio der

Majoriiäi, als genügend angesehen werde. _ Nach einem von dem

darin die Thatsache erklärt, das; die chronisch Kranken (1111 11ä1ifi11sisn'

. Frl. Lammert.

KonkurSVerwalier Schäffer abgestatteten Berichte ist die Situation der Gesellschaft im Großen und Ganzen seit Aufstellung der leßien Bilanz (in ercher bekanntlich den Aktionären ein Ertrag von 40'/- pCt. in Aussicht gestellt wurde) unverändert geblieben.

_ _ Die Liquidatoren der Austro-Türkiscben Bank haben, wie „W. T. B,“ „aus Wien 1111111121, die demnächstige Abzuhiung von 10 Guiden'angezeigi, 111211116 10 Gulden sollen mi! Bestimmtheit zu erwarten sem.

London„ 20. November. „(W. T. B.) In einem Koblen- bergwerke 111 Wales hat eine GaLexvlosion stattgefunden, wobei 14 Personsn um das Lebsn gekommen sind.

Paris, 18. Novemdrr. (Fr. J.) Die Syndikais-Kammer des Export- und Komm1ssions-Handels hat an den Finanz- Miuister folgcndc's Schreiben gerichtet:

Herr Minister! Die Cxport-Handelskatnmer hat mit lebhafter Genugtbuung dic R-Zieru11g_ fick) 1111 dem Berner Postkongreffc ba- thciligen sehen, sie hoffte, daß Frankreich mit dM 311111111111 Mächten, Mich? dM Vertrag unicrzcicimct baden, dem allgemeinen Postereine beitrkien wiirde. Dirse Hoffnungcn sind nicht in ErfüÜung gegangen; die Régierung hat ihre Zustimmung v-ZrMigert und unser Export- handei wird drr Porihcilc, deren fich 111111» aiiswärtigen Konkurrcntcn crfrsuen, beraubt 18111, Die Furcht vor einer Verminderung der Post- Einnadmen scheint in der Suche den Ausschlag gcgebcn zu Haden. Die Rechte dss Staatsschaßes 1161111811111 gewiß Bcrücküchiigung, aber wir find fest überzongf, daß unier Eintritt in den 11111111nei11en Posiverein 1111611111 1111111 beeinträchtigt hätts, und daß unfsre Jiv- iirixng uns im 6589111111111 111 eino l'edenklichc und gsfäbrlicbe Lage 111111131, auf welche 1111191? Cxport-Handéiskamnwr hiermit Jhrc Auf- merksamkeit (91111. 11111618 auswärtigcn Béziehungen Und unsere Ksyniniß drr frrmdcn Märkte ermäxdtigen 11115 311 der Bebandtung, daß man im Auslande 12131 161011 akiznsehr zu dem (531111111811 dinnrigt, daß Fran_kreich das Gewicht seiner Lasten anf dic fremdsn Käufer und K0111u1n1nte11 abzuwälwn 111161111. Dngsgcn 11111117 d11rch1us etwas gethan Werdsn, nicht mit Woricn, 1011der11 mii Thaicn, indem man die für dsn Export [*csti1111111c11 Cr,;engnisse 11.1 111-31 als möglich von Lasten dcfrsit und W121; 111111111121, um ihren Abgang nach Außen 311 6111111111111. Wir stkhsn michi 1111, zu erklären, das; die Weigsrnng, der Bsrnsr Konveniidn 1115111101611, i111A11Iia11de dcn 11111101111911111111811811 Ein- drnck hervorbringed wird. Die A1ifrechterixaltu11g von a11s11111)1ns- wkisi' 11011811 Tarifen 911811111 111111 311111 2111111111911; di€1€ kommrn eincm Mißkredit und einem Hindxrniß, sowie einer Siensr glkird, die 1111- 1116 auswärtigcn Korrsspondentcn 11111drzaicklen müssen. Würdc denn etwa der Boitriii in den Postvsrcin einc e111pfi11dliche Vermindcrung dsr Postrinnad'den zur Folgs 1)„11)c11? Hat das Crträgniß drr Brief- taxe abgenommen, als das G11vici1t eines einfachen Bricfcs von 7 auf 10 Gramm: 21111561 wurde? Es ist im Gegentboil 11111 11 Mil- lionen qestisgen. Wik kann man da glauben, daß die Erhöhung von 10 au 15 Gmmme dcr Einnahms schadrn wird? Offenbar nicki, denn man würdk sick), anstatt eines leichten 1111dd1irchfichti- gen Papiers, daß der Dentlicdkcii dcr SÖrift Hindsriich ist, 61an stärkeren Papichs bkdicncu, wie dies dic Engländer und Amerikaner ti)11n. Der Vciiriit F1a11kreick1s zu dem Berncr Vrrirag wird, glau- ben SiS 176, Herr Minister, in jsdrr Bczicl)u11g Frankrkick) 1119111 (“111- iragrn, als die Bcibcdaiinna der Hohen Tarifa. Unscrs Expori- ,H111d1lsk111111ncr 1011111116001 Eurer Cxcclienz diese Brodachtnngcn m1_t 1311116361161? dsr Tikfstkli UKVTZOUJUUJ. Si? 1111191311 iwffen, da[; Sie dixscldkn c1111'ti1'ci) in Erwägung zisden und den Bcitritt dsr Re- gierung zu dcm (1111161111111111Postv-rein vrranlassen wrrden. Unser Handel [sgi disscr Maßnahme die höchste 2816111111111 bei und 111112er K11111110r hält 1111) zu Ihrer Verfügung. um FHNW alle die *.*-1111511111116 Und Erklärungrn zu JCVM, die Sie für wünschsnswertl) 111111911 könn- isn. Genehnngen Sie TC. Dkk Präfidsui, A. Person. Ci). Fessard, A. Jouin, Sckre1ärr.

Verkehrö-Anstalten.

Es sind Zivrifél dariidrr entstanden, ob und 611111111811 untcr wslchen Bsdivgumxen die zur Ent1ündung des Dynarmts dienenden

Kupferzündbükrden, welchc fich von der chöhnlickysn Gattung

derfogcna1111tckn Militär- und Ja§1dzii11dl)1"11che11 durckz dir xängere Hüls? und die stärker; Ladung u111e11ch1rid111, zum Ei1cnd111111- TranSport 3119111111111 werden köUUCU. Lingefichis dsr ganz 1111118- 1119111 1115511611111 2131111111111111111 1111 §. 48 5111) 2, 11 [*czw, 311 Nr. 11 dss BctrirdI Roglements für die Eiscnbadncn Dkutsciélandß, nach welcher Zündbüichcn, Zündspicgei und 211811111111111011111311,111'Ei1cnd1111n- TranSport angonommcn Mrdrn können, sofern fie 1or1111'1l1111 in rssien Kisten odcr Fässern Verpackt sind und ichs Koüo mit 11110111 11811111- deren, die 2111616111111113 „Zündhiitckzen“ entdaltc'nden Zettsl [*cklcdt 1st,

- iowie mii Rückfickyt darauf, das; für gewisse Gcwchre angcfc'riigie 5-

bis 10fach (1611101116 Hütchen 111 11111 Sägesvähnen odcr gleichartigcn Körpern gcfüttertc Kästchen odcr Sckyachtcln 111-1111111 «1111 dM G7i1cn- 11111111611 schon cht anstandslos Und 011116 Grfahr [*cfördsrt „wordcn find,erc1chictda's Rcils)s-ixöriscnbalUZ-Ami 111 111116111 C1rk111ar- 811111"; die Zulassung der _fragiiÖen Zündvutcben 311111E11c'11b111111-Tra11s- Port für unbedi'nklick), wirrn die 2311111110121; der Bsstmnnung drs Beiriedé-Reglmnenis cnisprecbcnd eine sorgfältige ist und bei dcrssibcn die fiir die Verpackung stärker 111-[adrncr Hiitchm gsbränchlickxn Vor- s'1ch1ömaßrcg€ln in Anwendung kommon,

_ Der Ausschuß dcs Cantral-YereinSFür Hrbung der deutschen Fluß- und Kanalschiffahrt haik am Monßag, 13011225. November, Abends 7 Uhr, im Kurszimmer NXS- Bör1c11- gcdändes, NM? Friedrichsstxaße 51, 1 Treppe 1111111, eine Sitzung, 111 Ws1chcr g11ck1äfilichc 91211111111111111c11 erstattet Und'“dnn11.€)1*. Baurat!) Röder 111111: „eincn Berliner Süd-Kanai“ und Hr. Dr. A. Berghaus 11er „aniadilitäi der Kanäle“ refrrirrn idsrden.

Lchrpool, 20. Nov1111der.„(W; T. B.) De_rDamPfer „Congo“ st don der afrikanischen Wcstkmte hier cmgsironen.

Königliche Schauspiele.

Sonntag, 22. Novrmber. Opernhaus. " . Teil. Große romantische Oper in 4le1811. MUfik vo1131os11n1. Ballet von Taglidni. Anfang 1111111 7 Uhr. Mittel-Prctse.

Schauspielhaus. (239. Vorstellung,) König Lear, Transr- spiel in 5 Abtheilungen von Shakespeare. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise.

Montag, den 23. November. Opernhaus. (230.Vorste_11ung. Mignon. Oper 1113 Akten nack) Goethe's Roman: Wilhelm Meister?: Lehrjahre. Musik von A.Thomas. Ballet 11011 P. Tag- lioni. Mignon: Frl. Minnie Hauk, vom K. K. Hofopernthxater in Wien, als Gast. Philine: Frl. Grosfi. „Wilshelm Meister: Hr. Schott. Laärtes; Hr. Saldmon. Lotharw: Nr. Bey. An- fang halb 7 UZr. Mittel-Prerfe. ' '

Schauspiel aus. (249. Vorstellung.) Em Erfolg. Luftsprel in 4 Akten von Paul Lindau. Anfang halb 7 Uhr. Mittel- Preise.

Dienstag, den 24. November. Opernhaus. (231. Vor- ßeUung.) Margarethr. Oper in 5 Akten. Musik von Gormod. Baliet von P. Taglioni. Margarethe: Fr. Mallinger. S1ebel: Faust: Hr. Niemann. Mephistopheles: Hr. Sa- Anfang halb 7 Uhr. Hohe

Schauspielhaus. (241. VorsteÜung.) Zum ersten Male wiederholt: Ein gefährlicher Freund. Lustspiel in 1 Akt, aus dem Franzöfischen von A. Fresenius, Hierauf, zum ersten Male wiederholt: Neckercien. Lustspiel in 1 Akt von A. 11011_W1nter- feld. Zum Schluß: Der zerbrochene Krug. 5311111th 111 1 Akt von H. von Kleist. Anfang 7 Uhr. Mittelpretse.

( 229. Vorstellung.)

lomon. Valentin: Hr. Schmidt.

Preise.