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Yiehtamtlickjes. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 4. Dezember. Se. Majeßät der Kais er und König nahmen im Laufe des gestrigen Tages die Vorträge des Kriegs-Minifters sowie des Militär-Kabineis ent- gegen und empfingen in besonderer Audienz den Präsidenten Graf aus Sigmarmgen.
Heute ließen Allerhöchstdirselben Sich Voriräge halten von dem General-Intendanten der Königlichen Schauspiele Herrn von Hülsen, dem Polizei-Präfidenten von Madai, dem Chef des
eheimen Civil-Kabinets, sowie von den Miniftern Frei- herrn von Schleiniß und Grafen zu Eulenburg, und emvfingen den Fürsten Medjersky, Flügel-Adjutanten Sr. Majeftät des Kaisers von Rußland. Um 1 Uhr machten Se. Hoheit der erzog von Altenburg Sr. Majestät einen Be- such, und um Uhr 5 Minuten empfingen der Kaiser des Königs von Sachsen Majeftät am Bahnhofe.
Um 5 Uhr Nachmittags begeben Se. Majestät der Kaiser und König Sich zur Hofjagd nach Hubertusftock mit Sr. Majestät dem König und Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Georg von Sachsen, Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog von Sachsen, Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog von Mecklenburg-Schwe- rin, Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Friedrich der Nieder- lande, begleitet von den Prinzen des Königlichen Hauses, Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit dem Kronprinzen, Sr. Kö- niglichen Hoheit dem Prinzen Carl, Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Friedrich Carl und von Gr. Königlichen Hoheit dem Prinzen August von Würüemberg.
Allerhöchst- und Höchstdieselben werden um 5 Uhr mitielß Gxtrazuges auf der Stettiner Eisenbahn von hier abfahren bis hinter Neustadt E./W.; dem Programm gemäß wird Sick) von dort auf der nach Joachimsthal führenden Chaussee die Hohe IagdgeseUschast zu Wagen nach dem Jagdschloss Hubertus- ftock begeben und dort [ogirem
Morgen friih beginnt die Jagd, nach derselben wird das Diner eingenommen und darauf um 51 Uhr Abends die Rück- kehr in der oben angegebenen Weise nach Berlin stattfinden, wo die Ankunft Abends 81/4 Uhr erfolgt.
Im Allerhöchsten Gefolge werden fich befinden der Hof- marschalL Graf Perponcher, der Flügel-Adjntant Oberst Graf Lehndorff und der Leibarzt General-Arzt 131". von Lauer.
_ Beide Majestäten empfingen gestern Abend den Besuch Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs von Sachsen, und henie Ihrer Königlichen Hoheit der verwittweten Großher- zogin von Mecklenburg-Schwerin.
" 'Ihre Majestät die Kaiserin-Königin empfingen im Koniglichen Schlosse Se. Majestät den König und Se. König- liche Hohen den Prinzen Georg von Sachsen bei Ihrer Ankunft dnseldst. _ Jm Königlichen Palais findet heute ein Diner für dtexenrgenf-Hohen Gäste statt, welche Se. Majestät den Kaiser und „Konig nicht zur Jagd begleiten, und zu welchem u. A. die Prafidenten des Reichstages geladen find.
_ Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz empfing gestern Vormittag?- den Kaiserlich russi- schen Flugel „- Adjutanten Fürsten Metscherski und den KW vetten-Japrtan oon Newatkowitsch und nahm die Meldung des Minor; Helmuth vom Großen Generalstabe entgegen. Um 111Uhr statteten Se. Königliche Hoheit der Prinz Friedrich der Niederlande mithen Fürstlich Wiedschen Herxscßaften Be-
?er :'K'aiNÜ-Üen und Königlichen H?heiten der
rin u 7.1:- Kronprinzessin am Diner bei Ilren “ZFZLLM. zzheri. Abends hesuchte Se. Kaiserliche Hoheit] die » orftellung im Schauspielhame, begab Sich um 9 Uhr zum Empfnnge Sr. Königlichen Lohnt des Großherzog?) von Sachjen nach dem Anhalter nhnhofe und geleitete Höchst- denselben in das Kaiserliche Palais.
_ Se. Majestät der Kai er und " ' der Feier der EnthüUung des .zirriexerdenkmalZLin1 LCZchYinL Y 2. d. M. folgendes Telegramm an Se. Königliche Hoheit den Großherzog von Mecklenburg-Schwerin gerichtet:
Berlin, den 2. Dezember 1874, 9 Uhr 56 Min. Nachts. Dem Großherzog von V1kccklenhurg-Schiverin in SÜWLNU:
Mit Meinen Gefühlen bin Ich in Gedanken heute bei „Dir 1130 Du den Gefallenen Deiner hravrn und ausdauernden Truppen, ein Ehrendenkmal sehest, um ihr Andenken der Nachwelt zu überliefern. Derne ruhmreiche Führung und Tapferkeit und Hingehung der von Dir 1111611. glorreichen KrieZSjahren gegen den Feind geführten Truppen wkrhchmc in Meiner und des Vaterlandes dankbarer Anerkennung ero en.
„.___„__„_ Wilhelm.“ _ Der BUUÖ ? s rath hi?“ heute unter Vorfiß des Staats-
Minifters ])r. Delbrück eine Plenarfihung Ge en and de _ " . . r B - r'aihung war "die Zuruckziehung des im SpezialFtatßres AuSwäT- MYUYMY qu3 117875 enthaZtenen Antrags auf BewiUigung von „ . ur eretun er Koen d' ' papftlichen Stuhl in R02. * Ü Ü Gesandtschaft denn
_ Die vereinigten Ausschüffe des Bundesrat " Seewesen und für Rechnungöwesen hielten heute SißZnsgletri. das
_ Die Königlich bayerisckzen Bevollmä ti ten “ deSrathe haben hei dem Bundeörath den YUFYÜJ FLOYD? uber emen von. ihnen vorgelegten Entwurf eines Geseßes be:, treffend die Einfrxhrung des Geseßes des Norddeut- schen Bundes_uber dre Quartierleistung für die be- 11v8axf8nere MHSU wahrend des FriedenSzuftandes vom 25. Juni schließenté1 onigretche Bayern, verfaffungSmaßtg zu be-
_ Die Ausschüffe des Bundeöraths ür das Land - heer und die Feßungen, und für Eisenba neuf, Poft und Textse- graphen' haben uber das dem Bundeßrat vor elegte Ba n- pqlizetreglement fur die Eisenbahnen Deuts lands ber" tet. Die Ausschufse haben das Reglement einer gründlichen Revision unterzdgen, diele Aenderungen sachlicher Art vorgenommen und rnit diesen die Annahme des Reglements beantragt.
_ Im weiteren Verlauf der e ri en Si an des Deutschen Reichstages moiioirte Ferßlbg? Pogge (ßSckJZverin) den von den Abgg. ])1“. Baumgarten und Genossen gestellten Antrag auf Emschaltung eines VerfaffungSartikel-z, welcher jedem Bundesftaate eme aue Wahlen der Bevölkerung hervorgehende Vertretung, deren Zusnmmung bei jedem Landesgeseß und bei der Fefißellung des Stantshaushalts erforderlich ist, garantirt. Der Abg. Haupt erstattete tm Anschluß an diese Rede Namens der
Petitionskommisfion Bericht über eine Reihe von Petitionen aus Mecklenburg, welche vom Reichstag eine Intervention Zwecks Ferbeiführung einer konstitutionellen Verfassung verla en, a der dem prinzipielxen Widerstande der Ritters aft ohne Hülfe des Reiches die mecklenburgische Verfaffun s- frage uberhaupt nicht gelöst werden könne. Auf äß - lichen Verhältnissen ist eine Petition aus Fürftenthum Lippe bafirt. Die Kommisfion fieUt den Antrag, dem Gebrauche des Hauses folgend, die betreffenden Petitionen durch den heutigen Beschluß des Hauses für erledigt zu erklären. Hierauf nahm der Großherzoglich mecklenburgische Bundesbevollmächtigte Legations-Rath v. Bülow das Wort (S. unter ReichstagSange- legenheiten). Nachdem auch der Abg. v. Kardorff für, und der Abg. Windthorst gegen den Antrag gesprochen hatten, wurde die erße Lesung eschloffen. In der dann folgenden zweiten Lesung erklärten fi die Abgg. 1)r. Braun für, "Flügge gegen, Wiggers für den Antrag, welcher demnächst gegen die Stimmen der Konservativen, des Centrums, der Eksasser und Polen an- genommen wurde. Schluß 5 Uhr.
_ In der heutigen (24) Sißung des Deutschen Reichs- t a g s , welcher der Reichskanzser Fürst von Bisinarck, der Präsident des Reichskanzler-Amts, Staats-Minifter 131“. Delbrück, sowie der Geh. Ober:RegierungS=Rath ])r. Michaelis und mehrere andere Bundes-Kommiffarien beiwohnten, wurden zunächst mehrere Schrei- ben des Reichskanzlers verlesen. In dem ersten derselben wurde von der Wiederwahl des Freiherrn von Heeremann-Zuhdwr)k im zweiten Wahlkreis des Regierungsbezirks Münster Mit- rheilung gemacht, im zweiten um die Ertheilung der Genehmi- gung zur strafrechtlichen Verfolgung verschiedener Personen aus dem Königreiche Bayern wegen Beleidigung des Reichstages nachgesucht, mit dem dritten die Baupläne für einen Neubau des Dienstgebäudes des Auswärtigen Amtes über- sandt, welche der Präfident von Forckenbeck auf den Tisch des Hauses zur Einficht niederlegen ließ. In einem vierten wurde angezeigt, daß in dem Etat für das AuSwärtige Amt die Auggabe für den Deutschen Gesandten beim päpftlichen Stuhle in Rom (53,100 Mark) zurückgezogen werde. Sodann wurden nock) folgende Schreiben von Mitgliedern des Hauses verlesen: ein Schreiben des Abg. Dr. Friedenthal, wel- cher sein Amt als Mitg1ied der Reichsschuldenkommijfion in Folge seiner Ernennung zum Königlich preußischen Staats-Minißer und Minister für die landtvirihschastlickxn Angelegenheiten nieder- gelegt. Der Präfident v. Forckenbeck zeigte an, daß er die Neu- wahl eines Mitgliedes der Reichsschuldenkommisfion an Stelle des Abg. v. Friedenthal auf die Tages:)rdnung einer der näch- sten Plenarfihungen sehen werde. _ Ferner wurde ein Schreiben der elsässischen Abgeordneten Winterer, Simonis, Guerber und v. Schauenburg verlesen, welche erklären, daß fte in Folge der durch den Erlaß vom 29. Oktober 1874 in Elsaß-Lothringen geschaffenen Lage an den Berathungen des Eiats für Elsaß-Lothringen in der Kommission nicht Theil- nehmen werden. Nach dem Vorschlage des Präsrdenten v. Forckenbeck, der es für zweifelhaft erachtete, ob die Nieder- legung des Amtes als Mitglied einer Kommission nach der Geschäftsoordnung zuläsfig sei und überdies in dem besagten Schreiben eine Niederlegung eines 101chen Amres nicht ausdrücklich auSgesprochen fand, wurde dieses Schreiben der Geschäftsordnungs=Kommission zur Bericht- erstatiung überwiesen. _ Hierauf Wurde die zweite Verathung des inchshFusÜÜlÉZ-EIa,tL.fÜr 1875 _(ReichSkanzler-Amt, Fr“'HerFFeikÉngWeröffentliMmYen YÄFÉFZÜKZYMMY»; erhob der Abg. 13r. Reichensperger (Ersfeld) bei Sch1nß des Blattes Beschwerde dnruber, daß in den Veröffentlichungen des Statisti- schen Arnis rn lehter Zeit in wenig objektiver Weise von den Ultramontanen die Rede gewesen sei.
_ _'Das Geseh über die Rechtsverhältni se der um Zl'enstLWLÉ GebsikrnuZh eineZ5 Reichsverwsaltung z11e- imm en egen an evom* „Mai 1873 t" ' . dieDVorschrift: en haltm § 12 ein Reichstage ist ein Verzeichniß des als Eiqent um des Reichs festgestellten Grundbefißes mitzutheileu, an*ck) ahUjährlich von den im__Grundbefi15 des Reichs stattgehabten Veränderun-
JLXKLZUMB zu geben.
„die mmobilien, wekche Eigenthum des Reichs eworden FWD, [affen fich rückstchtlich des Erwerbstitels in zwei KZtegorien on ern. *
Die eine umfaßt diejenigen, welche nach dem Ge e vom 25. Mar „1873 aus dem Eigenthum der einzelnen VunZ-exstaaten ZT da?: EthihUFZ ßdßes chihchs dÜhergegangen find, die andere 'enxemgen run e , we en as Rei dur e iell Re ts- titel Faus,tlTbausch ZZ) edrworben hat. ck ck spz L ck
nmrte ar na em Erlaß des Gesehes vom 25. Mai 1873_find dre erforderlichen Einieitnngen getroffen worden, um fcßzuiieüen, welche Immobilien der ersteren Kategorie angehören. Da_dte Zahl dieser Grundstücke eine sehr große ist, auch in Be- tren vieler von ihnen mri den betheiligien Hohen BundeSregie- ZZdeLZi FlusanömdeLseßHingßn Yerb zweifelhafte Rechtsfragen zunenaen,oa iee reitn 't - - führtDwerden können. s och mch zu Ende gb» _ie _Grundftücke der zweiten .Kategorie find 'e t in einem Verzeichnis; zusammengestellt worden, welches der1 HReich-Fl'anzler dem BundeSrath zur Beschlußnahme vorgelegt hat.
- In einem. Rechteiall, betreffend die Befreiung der Mennoniten vom Dienst mit der Waffe, sprach das Ober-Tribunal (Senat fUr Strafsachen) in seiner Sißung vom 13._ Norember er. den fur die Anröendung unserer Strafgeseße we1ent11chen Rechthrundsaß aus: Wenn auch die Unkenntnis; und die falsche Außlegung des Strafgeseßes als ein Strafans- schließungsgrund nicht zu behandeln ist, so bietet doch die Un- kenntntß'des Thaters von dem Vorhandensein eines der Begrif'meomente des fraglichen Geseßes bei seiner Handlung emen Strafaussckzließungngrund. „Die Prä- suzrnion, daß Jeder die Gesetze kenne und richtig auslege, kann bei anwendung der StraFgeseße nicht dahin Geltung finden, de_xß uberall da, wo es ans die Beurtheilung rechtlicher Verhält- nisse ankommt, dre rechtlich zutreffende Auffaffung derselben als feststehende Vorausseßung anzusehen wäre, Vielmehr ist bei Be- urtheilung des“ Dqlus das Bewaßtsein des Angeklagten von der Rechtwadrigkeit seiner Handlungöweise, von dem Vorhandensein der gesehlichen Voranssthungen der Strafbarkeit, ohne Rückficht auf ctvxlrechtlnhe Prasumtionen, thatsächlich zu prüfen. Diesem allgeniemen, vom Ober-Tribunal auSgesprochenen Rechthrund- saß liegt eme Rechtsfrage zu Grunde von hoher praktischer B3 denkung, welche ]edr-ch das Ober-Tribunal unentschieden läßt, 13231 em naheres Eingehen auf dieselbe bei dem vorliegenden
chtsfall, unt Rucksicht auf den oben erwähnten aÜgemeinen
nitengemeinde u F. (Provinz Preußen) hatte durch Majo: ritätsbeschluß ie Frage: ob es innerhalb ihrer Gemeinde zuläsfig sei , dem; “Militärdienße mit der blanken Waffe * zu genügen? verneint' und die Prediger dieser Gemeinde
die ?ofbeßßer R., I. und S. verkündeten hierauf diesen BY
schlu der Gemeinde in dem Bethause und fügten ihren Glau- benSartikeln den Grundsaß bei: „Wenn aber ein Mitglied un- serer Gemeinde freiwillig in ein Verhältniß tritt, mit dem es die Verpflichtungübernehmen muß, sich mit Gewehr und Waffe gegen seinen Feind zu wehren, so wird dieses als eine Uebertretung des Fundamentalsatzes der Wehrlofigkejt unseres Bekenntniffes und als eine freiwillige Scheidung aus der Gemeinde betrachtet.“ Diesen Zusa verkündeten die Pre- diger öffentlich sowohl vor als auch na dem Erlaß des Ge- seßes vom 13. Mai 1873 über die Grenzen des Rechts zum Gebrauch kirchlicher Straf- und Zuchtmittel, nach welchem (§. 3, Nr. ]) kirchliche Straf- und Zuchtmittel nicht an- gedroht, verhängt oder verkündet werden dürfen, um dadurch zur Unterlaffnng einer Handlung zu be- stimmen, zu welcher die Staatheseße oder die von der Obrig- [ keit innerhalb ihrer geseßlichen Zuständigkeit erlassenen Anord-
nungen verpflichten. Nun ift zwar die Befreiung der Mennoniten von der Wehrpflicht durch die Geseßgebung des Norddeutschen Bundes und des Deutschen Reichs aufgehoben (Art. 57), dem- nächst aber durch eine Allerhöchste, an den Kriegs-Minifter und den Minister des Innern gerichtete Ordre vom 3. März 1868 bestimmt worden, daß die Mitglieder der älteren Menno- nitenfamilien, wenn fie fich nicht freiwiUig zum Waffendienfte bereit erklären, zur Genügung ihrer Militärpflicht als Kranken- wärxer für die Lazarethe oder als Schreiber 26. für die Land- wehr-Bezirkskommandos, sowie als Oekonomiehandwerker und als Trainfahrer auszuheben find. Die StaatSanwalisrhaft faßte diese Ordre nicht als eine den durch die Verfaffung hergefteUien Zuftand modifi irende Bestimmung, sondern nur als eine ausschlieZLich für die Reffort- Mi- nister bestimmte Instruktio n auf, und erhob gegen die genannten Mennonitenprediger die Anksage auf Grund des Geseßes über die Grenzen kirchlicher Strafmittel (13. Mai 1873). Vom ersten Richter wnrden dieselben jedoch freigesprochen, weil nach seiner Auffassung die Allerhöchste Kabinetö-Ordre als eine von dem Bundesfeldherrn, und zwar nach Art. 63 der Verfassung des Norddeutschen Bundes vom 26. Juli 1867, innerhalb seiner Kompetenz erlassene angesehen und hiernach angenommen werden müffe, daß die Mennoniten nicht verpflichtet seien, den Militärdienst mit der Waffe zu thun. Dieses Urtheil wurde in zweiter Instanz bestätigt, die dabei in Betracht kommende Frage jedoch über die rechtliche Wirksamkeit der erwähnten Aaerhöchften Kabinets- Ordre anders entschieden. Die Allerhöchste Ordre vom 3. März 1868 _ . führte der NppeÜation-Zrichter aus _ sei allerdings kein Ges etz und nicht durch das Bun- deSgeseHblatt, sondern nur durch das preußische Verwaltungs: Ministerial-Blatt publizirt; es könne auch bezweifelt werden, ob die Befugniß des Bundesfeldherrn zur Modifikation der ver- faffnngSmähig feststehenden Wehrpflicht für einzelne Kategorien der Staatsbürger mit dem Art. 63 der Bundesverfassung v.r- einbar sei und nicht vielmehr solche Modifikationen nach Art. 78 daselbst im Wege der Gesehgebung getroffen werden müßten. D i es e Ordre sei jedoch durch die Presse zur allgemeinen Kenntnis; gelangt und die daringetroffene Anordnung werde notorisch zur Ausführung gebracht. Allgemein sei daher die
knü verbreitet da Mennoniten nur als Krankemvärter Kram uhrer, Oekonourßcym.;.«a-„ .„ s. m angesteut werdeii
durfen; von. dieser Meinung seien augenscheinlioh die Mitglieder der Mennomtengememde zu F. bei der Fassung ihres Beschlusses * und die Angeklagtenabei der Verkündigung desselben geleitet und hiernnch die Mennonrten zum Militärdienst mit Wehr und Waffe, von ihnen nicht verpflichtet erachtet worden. Den Ange- klagten habe daher das Bewußtsein gefehlt, durch Verkundtgung' des „Beschlusses, wonach Mitglie- der der . Gememde, die freiwiUig in ein Verhältniß treten, mit welchem sie die Verpflichtung übernehmen, fich mit'Wehr unddWaffe gegen ihren Feind zu wehren, als frei- errg ausgeschieden erachtet werden sollen, den Vorschriften der §§. 1,3, 5 des G'eseßes vom 13. Mai 1873 zuwider zu handeln. Gegen dieses Erkenntniß führte die Nichtigkeits- beschwerde der Ober-Staatsanwahschaft zu M. unter Anderem (1:16: 1) Naeh der _Retckzsverfaffung sei die Leiftung der Militär- p'fltcht unbedingt fur ]eden Deutschen, auch für die Mennoniten, eine Handlung, zu welcher die Gesche verpflichten, und dies gelte insbesondere auch vom Dienste mit der Waffe. Durch die Aller- h9ch1te Yrdre vom 3. Marz 1868 sei der stehende Rechts-zuftand nicht Leandert, da dieselbe kein Geseh, sondern nur eine Instruk- tion furkdte Reffort-Mimster sei; 2) sei die Ausführung des AppellattonSrrchters, daß den Angeklagten das Bewußtsein ge- fehlt habe, gegen das Geseh zu verftoßen, zur Ausschließung der Strafe nicht geeignet,. da ern Rechtsirrthum, eine falsche “Aus- legrzng des GeseYes einem Verbotögeseße gegenüber nicht in Be- trawt kommen konne. _ Diese in der Nichtigkeitsbeschwerde aus- gesprochene Behartptung wurde jedoch vom Ober-Tribunal für unbegrundex erklart und das Erkenntniß der zweiten Instanz nnter Ausfuhrung der oben mitgetheilten allgemeinen Rechtsan- 1chauung bestätigt.
. „*WVundeSraths-Beoollmäcktj te Gro er 0 l' b ' M*mstertak-Präfident Ellstätter i)st Ziei einxehtrozffegnéch WW“
_ Der Thierarzt ersier Klasse Gabbeg zu Toft ift zum
kommissarischen Kreis-Tsierar t d 5 K " _ - - worden, ) z “ renes Tost-Glerwrß ernannt
“Breslau, 4. Dezember. Na dem dur Rek't dr Minister des Innern und der FinaYzen vom Y Auxurjxip d. Fe„ (&us Grund des Gesehes vom 25. Mai o. I., der Beschluß der Stadtgemeinde zu Breslau genehmigt worden ist, nach welchem die zeitherjge „Schlachtsteuer vom 1. Januar k. I. ab vor- laufig 'auf drei Jahre als Kommunal-Schlachtstener forterhoben, a_uch die Erhebung und Beaufsichtigung dieser Steuer, in Ver- bindung mit den anderen ßädtischen, indirekten Steuern, durch die Beamten und Behörden der Staats-Steuerverwaltung fort- gejehr werden soll, 'Wird das Seitens des Finanz-Minifters ge- nehmigre Regrtlariv, nach welchem diese Erhebung und Be- auffichtigung xnnfng 'stattzufinden hat, im Amtsblatt mit dem Bemerken publizirt, daß dasselbe, unter Aufhebung des zeitherigen
Ortskegulativs vom 5. Oktober 1868 1. in Kraft tritt. , vom Januar 1875 ab
_ “Bayern. München, 2. Dezember. Der Bruder d Kontgs, Prinz Otto, ist am 29. U. M. Nachts von Hohner?
Rechthrundsaß nicht für nöthig erachtet wurde. Die Menno-
schwan UU hierher gekommen und am 30- rü " Aufentßalt nach Veneng abgereiß, - f h zu langerem
_ Der Ministerial - Rath Riedel, bayerischer Bundes- bevollmächtigter, if! hier eingetroffen, um den Berathungen, welche gegenwärtig imStaats-Minfterium des Innern, Abtheilung fur Landwirthschaft, Handel und Gewerbe, anläßlich des neuen Stadiums, in welches die Vorlage des Bundeöraths, den Bank- geseßentwurf betreffend, getreten ist, gepflogen werden, anzu-
wo nen. h „Corr. v. u, s. D.“
_ Gefiern fand nach dem _ eine Kumulativsi ung der Bau- und Betriebsabtheikung
der General-Direktion der Königlichen Verkehrsanftalten statt,. in welcher der Beschluß efaßt wurde, daß in Zukunft keine stabrxen Beamten beim Ba nbau mehr angeßellt werden und die der demselben gegenwärtig Beschäftigten nach und nach im Betriebs- dienst verwendet werden soUen, um nach VoUendung der Bauten keine überzähligen Beämten zu haben.
_ Das Areal für das neue Akademie-Gebäude (vor dem SiegeSthor) beträgt etwas über 12 bayer. Tagewerk : 480,000 Qu.-Fuß. Der Kaufsckgilling hierfür, die Summe von 280,000 Gulden etwas üherßeigend, ist bereits zur Zahlung an- gewiesen.
Baden. KarLSruhe, 2. Dezember. Der Prinz und die Prinzessin Ludwig von Hessen haben heute Vor- mittag mit ihren Kindern KarlSruhe verlassen, um nach Darm- ftadt zurückzukehren. Heute Mittag ist der Prinz Gustav von Wasa zum Besuch der Großherzoglichen Herrschaften ein- getroffen und hat am Nachmittag seine Reise nach Darmstadt fortgeseßt.
Heffen. Darmstadt, 1. Dezember. (F, I.) In der verhältnißmäßig kurzen Zeit, während welcher der gegenwärtige Landtag in Thätigkeit ist,. find in beiden Häusern fünf Miz- glieder, gestorben. Die Erste Kammer verlor ihren ersten Pra: fidenten, den Grafen v. Erbach-Fürftenau, und den von der Regierung in die Kammer berufenen Geheimen Kommerzien- Rath Mönch, die Zweite Kammer gleichfalls ihren ersten Prä- sidenten, Dr. Karl Joh. offmann, ferner den Abg. Meß von hier und den Abg. Geb ard von Ober-Ingelheim. In Folge von Beförderung zu einem höheren Amt trat definitiv auc.“- der Zweiten Kammer der Abg. Greim, jeht Ober-Schulrath nnd vortragender Rath im Ministerium des Innern in Schulsachen. In Folge Beförderung traten aus, wurden aber wiedergewählt die Abgg. Stüber und Küchler. Freiwillig [egten ihr Mandat nieder die Abgg. Heß (Gießen) und Scriba (Friedberg).
_ Die Wahlen zur ersten ordentlichen Synode der evan- gelischen Landeskirche sollen zu Beginn des künftigen Jahres stattfinden.
Anhalt. Dessau, 2. Dezember. Die Prinzessinnen Friedrich und Hilda von Anhalt smd nach einer mehr- monatkichen Abwesenheit gestern Abend von Rumpenheim hier wieder eingetroffen. Der Erbprinz von Schaumburg- Lippe wird zu einem Besuche am Herzoglichen Hofe heute hier erwartet. _ Für Se. Majestät den Deutschen Kaiser, der als solcher zum ersten Male hier vertreilen wird, wird Seiten der Stadt ein feierlicher Empfang beadftchtigt und das Programm dazu demnächß veröffentlicht werden. Se. Majestät gedenken am 12. d. Mis. hier einzutreffen.
_ Die „Cöth. Zig.“ fügt ihrer in Betreff der Herzog- lichen Regierung, Abtheilung für die Finanzen gemachten Miktheilung berichtigend hinzu, daß diese Behörde selbständig fortbestehen und nur die Bezeichnung „Herzogkiche Finanz- Direktion“ erhalten werde.
Sachsen = Altenburg. Altenburg, 2. Dezember. Von den Landtags-Abgeordneten find gemäht und nen SQS?- heit dem Herzog bestätigt worden: zum LandichaftS-Pras t- denten der Appeüationsgerichts:Vize-Prästdent Dr. .1- Wagner hier, zum Vize-Präsidenten der Geheime Rath von Thümmek in Dresden und zum Ersatzmann für den Landtags- vorftand der Ober = Bürgermeister Geheime Regierungs - Rath Laurenrius hier.
ElsaßsLothringen. Straßburg, 1. Dezember. (Str. Ztg.) Am 4. d. M., Vormittags, wird auf dem hiesigen CitadeUhofe die feierlirhe Uebergabe der dem Füsilier: BataiÜon des 8. Königlich Württembergischen Infanterie-Regiments Nr. 126 neu verliehenen Fahne stattfinden. Das genannte Bataillon, welches aus einem der früheren württembergischen Jäger- BataiÜone hervorgegangen ist, besaß bisher keine Fahne, Werk auch jene Jäger: Bataillone keine solche fiihrten. An die Feier, welcher die Offizier-Corps der Übrigen hier garnisonirenden Truppentheile beiwohnen werden, wird fich ein Vorbeimarsch des Regiments vor dem kommandirenden General v. Franseckh an-
schließen.
Oesterreich-ngarn. Wien, 3. Dezember. In der heutigen Sihung des Abgeordnetenhauses wurde gestern die begonnene Generaldebatte über das Budget geschlossen, nach- dem der Präsident vorher dern jlovenischen Abgeordneten Her- mann wegen in einer gestrigen Rede desselben enthaltener un- parlamentarischer Angriffe gegen die Regierung nachträglich den Ordnungsruf ertheilt hatte.
_ Der diplomatischeAgentRumäniens ist, wie der „Pester Lloyd“ meldet, hierher zurückgekehrt, um den Abschluß des HandeLSUertrages mit Rumänien znbesehleunigen. Dem Vernehmen des „P. Ll.“ zufolge beabstchtige Serbien einen ähn- Yicßhenß Vertrag, dessen Entwurf bereits auSgearbeitet sei, abzu-
lie en.
Peß, 2. Dezember. Im Finanzausschusse wurde in vierftündiger Sißung über die Indemnität für die Nachfrage?- kredite des gemeinsamen Heeresbudgeis Für 1871 auf 1872 de- battirt und die Ertheilung der Indemnitat beschlossen.
_ 3. Dezember. DerJinanzausschuß verhandelte heute über die IndemnitätSvorlage für die StaatSau-Z-gaben des ersten Quartals des Jahres 1875, Dieselbe wurde in der von der Regierung vorgelegten Fassung mit 11 gegen 4 Stimmen abgelehnt. Da über die im Laufe der Debatte aus dem Schoße des Nusschuffes gestellten Anträge keine Einigung zu Stande kam, so wurde die Berathung susPendirt. Dieselbe wird wieder aufgenommen werden, sobald der Finanz-Minifter nach Rück- sprache mit den übrigen Ministern den Standpunkt der Regie- rung von Neuem dargelegt haben wird. Der Finanzminister wurde heute vom Kaiser empfangen.
Schweiz. In dem Kanton Aargau find die Gesehes- vorlagen, betreffend die Besoldun Ser öhun der Lehrer und der Polizeibeamten, erstere mit gro er ehrhgeit, vom Volke ver- worfen worden. In Fol ,e dessen ist in den Aargauischen Blät- tern bereits ein Aufm?“ an die Lehrer des Kantons er- schienen, welcher ihnen den Rath ertheilt, andere Berufs-
höhung ihres Gehalts mißgönnt. Eine Kantonal-Lehrerkonferenz wird alle weiter zu thuenden Schritte berathen. Auch die Polizeibeamten beabfichtigen, fich behufs Verbesserung ihrer Lage zu organifiren, Eine Anzahl Polizeisoldaten hat schon ihren Austritt aus dem Corps genommen.
Großbritannien und Irland. London, 4. Dezember. (W. T. B.) Die Königin hat geftern in Windsor eine fran- zösische Deputation unter Führung des Graim Serrure empfan- gen, welche ihr Dankadressen einer großen Anzahl von Städten und Ortschaften Frankreichs für während des lehten Krieges von der Königin zur Linderung der Kriegsleiden gege- benen Unterstüßungen überreichten. Die Königin sprach für die Adressen ihren Dank aus.
_ Seekapitän Georges S. Rares, Kommandant der in den chinesischen Gewässern ßaiionirten Korvette „ChaUenger“ ist zum Kommandanten der in AuHrüftung befind1ichen eng- lischen Nordpolexpedition ernannt worden. Derselbe ift vonxäChallenger“ abberufen und begiebi sich sofort nach England zurn .
Frankreich. Paris, 4. Dezember. (W. T. B.) Die Morgenblätter besprechen die gefirigeBotschaft des Präsi- d e n t e n (s . die 1. Beilage). Dierepnblikanischen Journale betrachten dieselbe ihrem wesentlichen Inhalre nach als gegen die Legitimisten gerichtet und zonen der Erklärung des MarjchaUs, daß er keiner Partei dienen werde, Bei- fall. Die konservativer: Blätter beziehen die mißbilligenden Aeußerungen des Marschakl - Präsidenten auf die radika1e Partei. Von der Bevölkerung ifi die Botschaft gut aufgenom- men; besonders hat der warme, patriotische Ton derselben nnd die Berufung an die gemäßigten Männer aller Parteien einen günstigen Eindruck gemacht.
Spanien. Madrid, 3. Dezemher. (W. T. B.) Der Enrliftenchef Lozano, welcher, wie bereits vor Längerem gemeldet, wegen gemeiner Verbrechen zum Tode verurtheilt wor- den war, ist heute erschossen worden.
l!?“iiuf'zland und Polen. St. Petersburg, ]. Dezember. Dem „Reg. Anz.“ wird aus Paris vom 18. (30) November te- legraphirt: Ihre Majestät die Kais erin geruht heute um 11 Uhr 49 Min. Vormittags aus Paris nach St. Remo abzureisen, wo Hochdieselbe morgen um 4 Uhr Nachmittags eintrifft. Der Ge- sundheitsznstand Ihrer Majestät ist befriediJend und konnte Ihre Majestät bei der gestrigen schönen Witterung nock) eine zweite Spazierfahrt im Wagen machen.
_ Se. Königliche Hoheit Prinz Albrecht von Preußen wird, wie das „I, de St. P.“ meldet, Freitag in anökdje-Sselo eintreffen und von dem General-Lientenant von
_Voigts-Rheß, Commandeur der 20. Division, beg1eitet sein.
Weiter werden fich im Gefolge des Prinzen befinden: General- Major Graf von der Groeben, Commandeur der 5, Kavallerie- Brigade, Hofmarschall Graf von Schulenburg, Herr v. Jagow und Graf v. Eulenburg, Adjutanten des Prinzen. Der General- Ndjutant Sr. Majestät, General Kacznakow und Oberst Graf Steenbock, Flügel-Ndjutant des Kaisers, fahren heute nach Wir- baklen, nm fich zur Verfügung des Prinzen zu stellen, welchem sie Für die Darter seines Aufenthalts in Rußland attachirt sein wer en.
_ 3. Dezember. (W. T. B.) Der Kais er traf heute um 1 Uhr Mittags aus Zarskoje-Sselo hier ein, Um demFeste des Semenowski'schen GardeZRxegiments beizuwohnen. Die Stadt harre festlich geflaggt Und troh des heftigen Schnee- gestöders bewegte sich eine dichigedrängte Volksmenge auf den Straßen, die den Kaiser mit enthusiastischen Zitrufen begrüßte. Nach der Parade in der Manege fand die Eröffnung des neuen AdmiralitätÉ-quais statt. Der Kaiser erschien hier in Begleitung des Großfürsten-Thronfolgers und des Großfürsten W[adimir und wurde von der gesammten Munizipalität empfangen. Im Winierpalais finder heute ein Diner statt, zu dem die Generalität und das Offizier-Corps des Regiments Semenowski Einladungen erhalten haben.
Amerika. Das „San Franciöco Banetin“ meldet: Der am 31. Oktober aus China in S an FranciSco angekommene Dampfer „Japan“ brachte 30 chinesische Schüler im Alter von 10-14 Jahren mit. Zwei chinestsche Kommissare und ein chinestscher Schulmeister find gleichfalls mitgekomrnen, um die Studien der Kinder zu [eiten und zu überwachen. Es smd ]th im Ganzen 60 chinesische Knaben zur Ausbildung in Connecti- cut, wo ste indessen nicht versäumen dürfen, auch in den chine- sischen Studien sich fortzubilden. Nach zehnwöchenilichem Stu- diren des Englischen folgt ein zweiwöchentliches Studium des Chinesischen.
Bahia, 2. Dezember. (W. T B.) Nach einer hier ein- gegangenen ielegraphischen Meldung hat der Jnsnrgenten- General Mitre fich der Regierung in Buenos-Nyres unter- worfen. Mitre und die ihm unterstelLten Offiziere und Sol- daten haben die Waffen niedergelegt und smd amnestirt worden; die übrigen Insurgenten wurden in die von Mitre mit der Re- gierung getroffene bezügliche Vereinbarung nicht mit eingeschlossen. -Demse1ben Telegramm zufolge sol! auch in Uruguay ein Auf- stand aUSJebrochen sein.
_ Nr. 85 des „Amts-Blatt; der Deutschen Reichs- Post-Verwaltung“ hat folgenden Inhalt: General-Verfugnngey: Vom 28. November 1874. Veränderungen im Zeitungs-DebrtWesen vom 1. Januar 1875 ab. Vom 23. November 1874. Verlag und Debii der Geseiz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten und der preußischen RegierungZameblätter. Vom 1. Dezember 1874. Korrespondenzrerkehr mit China und Japan yja Triest. Bom ], De- zemher1874. Eröffnung der Eisenbahn B7uchsal-Rheinsheim. Vom 28. Novamber 1874. Leitung des Postbetriebcs auf der Strecke Büßow-Stetfiu. Bescheidungen vom 23. November 1874. Nachholung der Postbezirksbezeichimng auf den nach Berlin gerichteten Briefen. Vom 27. November 1874. Porto fur zuruckgehende unfrankirte Be- händigungsscheine.
_ Die Nr. 24 der Hydrographischen Mittheil_ungen, herauögegeben von dem Hydrographischen Bureau der Kaiserltchen Admiralität, hat folgenden Inhalt: Reise S. M. S. „Arcona' von Melbourne über Sydney nach den Fidji- und Samoa-Jnscln bis Yoko- hama 11. Die Samoa-Jnseln. 111. Reise von den Saxnar-Jnseln nach Yoko- hama. _ Die Tiefseeloihungen und hydrogra h1sche11quschun en_ des V. S. D. TULcarora“ im nördlichen. Sti en Ocean. _. lernexe hydrographixche Notizen. _ Beiliegt die Nr. 48 der „Nachrichten fur Seefahrer.“
- Die Nr. 46 des Justiz - Ministerin! - Blatts für die prechhe Gesetzgebun, und Rechtspflege, heraus- gegeben im reau des Justiz-Mim teriums, enthält folgendes Erkennt- niß des Königlichen Gerichtshofes zur Entscheidung der Kompetenz- Konflikte vom 10. Oktober 1874: Ueber die Fra e, ob eine Quritung für die an eine Pfarre zu leistende Abgabe auSzuthelTea und die wegen
Kaufk- Wiffensrhaft und Literatur.
Ueber die Feier der Enthüllung des Schönlein- Denkmals in Bamberg am 30. Norember melden die „Bamb, Vl.“ Folgendes: Die Enthüllung ging, begünstigt vom schönsten Wetter, in gläuzeudsrer Weise von Statten Der vom Gebnrtsbause des Ge- feierten in der Königsstraße ausgehende, vom ichöutien Weiter begün- stigte Festzug war großartig, und es fanden sich bei demselben alle im Festprogramme aufgeführten Anstalten, Gesc-Üfcbafieu, Korporationen, Gewerkvcreine mit ihren Fahnen u. 1" w. sehr zahlreich vertre- ten, während sich in den festlich drkorirten Straßen. durch welche der Zug fich bewegte, eine große Menge Zuschauer aufgestellt hatte. Nach- dem der 3119 auf demFestplnlze angekommen und der Vortrag unserer beiden Ge1angvcreine beendigt War, hielt Dr. 117. Rctb die Festrede, in welcher er die Verdienste des Gefeierien (der auch längere Zeit Leibarzt des hochfeligen Khnigs Friedrich Wilhelms 17. ge- wesen ist) um die_1nedizini1che Wissenschafi_ in rreff1icher Weise wiir- digte, Nachdem die Verhüllung der Bü!ie_ gefallen, übergab Hr. Medizinal-Rath ])r. Rapp Namens des Feit-Comités res Denk- ma1s dasselbe Der Stadt als Schenkung, und der Bürgermeister der Stadt Hr. 131". «Schneider dxnkte dem Comité für diese hocherfreuliche Schenka g._ N.,nhrem die beiden Gesangvereine den Chor: „O Schußgeiyt alles Schönen“ vorgeiragen, erfolgte der Abzug unter Musikregleitung. _Währrnr_ der Feier traf ein Telegramm Ihrer Majestät Der Deunckoen Kairerin an die äliesie Tochi-Ir des Gefeierten, die Frau Gräfin Pückxrr ein. Um 1 Uhr fand im Bamberger Hof. ein zahlreiches Jest- diner statt und zurn Schlusse der Feier wurde Ahench im Theater die Oper „Hugenrikrn“ von Meyerbeer aufgefiihri. Ws Gäite waren bei der Feier neben den 19. Schönleiuichen Familiengliedsrn an- wesend: Hr. Ober-Medizinal-Raih 1)r, Klinger ron München Namens Sr, Majestät res KöniJ-Z, .Fr. Merizinal-Rath 1)r. TOZZKX ven Bayreuih Namens der Könislichen Regierung ren Ohcrfranksn, Hr. Professor und Dekan der medizinischen Fakultät ].)r. Hirirk) Namens der Univerüräi Beer'n, Hr. Pryieffer und Dekan der nisdiziniichen Fakultäi 1)r. Herrmann Namen?: Der Univerfitäi Zürich, die Herren Hofräthe und Professoren 137, Rienecker nrd Dr. Gerhard Namens der Universität Würxbnrg, die Herren Professoren 1)r_ Gerlach und Grrup-Be1anez als Vertreter der Univ-crfität Erlanßen.
_ _ Das Dezemberheff der beiF. Schneidern. Comp. hierselbst er- 1cheinenden,JahrbücherfürdiedeuischeAZrneenndMarine“, rerqntwortlich redigirt vom Major G. von Marées, enthält folgenre Aufsätze: Car! von Clausewitz. Vortrag, gehalien in der militärischen Gescllxrhaft ;u Berlin am 23 Oktober 1874 von F. ron Meerheimb, Oberst im Nebenetat des Großen Generalsiabes. _ Das Ende des bayerischen Heerexs im Jahre 1812 (Schlui;). _ Die Cemirung ven Péronne im Zuiammenhange mit den Operationen der 1. Armee. Mir 2 Karten und 4 BeZLagen (Schluß). _ Ein Rüäblick auf Friedrichs des Großen Fürforae nnd Thei1nahu1e für Seine Blejfir- ten und die des Feindes. _ Cin Vergleichzscbiehen zwischen Bronze- Fhrdetrlader und Guhstahl-Hinierlader. _ Urnichan in dcr MiUtär- nern ur.
_ Zn Paris wird ani 31. März 1875 der internniio na1e geographische Kongreß eröffnet Werden und circa 8-10 Tage für seine Verhandiungen in Anspruch nehmen. ZUM PräRdenien des Kongresses wurde der Vorsitzende der'geographisthcn Geiellschaft zu Faris, Vize-Ndmiral Baron de la Re::ciexe ie Nrurv ernannf. an
eiiung der Geschäfke find außer den anZländischen Vize-Präfidenten
ein „()*-Winissair Zéuérek" (Baron René RsiUe), der Präfidesxr dcr Centraikommiéswn (ané-üeur en chef Deleffe) und der (Henrral- Sekretär der geographischen Geieilschafi (Ch. Monnoir) Bernsen. Der Kongrrs; gkiedert fick) in 7 Sektionen für die geogra- phischen DisZiplinen: Mathematik, Hydrographie, thfik, Ge- schichte, Oekonomie, Unirrricht und Reisen, und smd für dieselben bis jetzt 123 Fragen zur Beraihung vorgelegi. Die Kon- greßmitglikder bestehen aus Theilnehmern (IlembreIZ aäbérnniZ) und aus Gönnern (Uemdreg äonateurs). Erstere unier1iegen der Vrr- pflichtung, einen Beiirag von 15 Fcm. zu zahlen, und gewinnen da- durch Anspruch auf eine Einlaßkartc zu den Sißnngen, auf freien Zurriti zur Aussteüung und anf ein Erempbxr der vom Kongreß 3a vcröffeni1ichenden Berichte. Als Gönner werden Jene eingetragen, Welche zu Gunsten des UniernehmenZ einen Beitrag von 50 FWI. oder darühx'r 1eistcn. Mit dem er;gresse ist gleiwxeitig cine AUS- sirllung von aklen auf die Geograwhie und ihre Hülfswissenjckpaftrn Bezug habenren Gegenständen, Büchern, Knien, Instrumenten :c. verbunden, Welche am gleichen Tage mit dem K_onzrese eröffnet wer- den und eine Dauer don ca. 4 Wochen haben 11: .
Land- und Fow'twirthschast.
Die Anfiäße des Professors an der landwirihsthafilichenLehr- anstalt Leipzig ])1*. Karl Birnbaum, enthalten:.- rine „Anleitung zur Vorbildung und 311111 Studiengang des Landwirthö“, sind bei Heinrich Schmidt in Leipzig in cxnenr Sevarataddrnck ans der deutschen Monntösthriff für Landwirihichast rrschsencn.
_ Jm russlschen Gvurernemcnt Woronesck) ist ein Insekt aufgefrcien, Welches den dortigen Landwitthen einen eben so empfind- lichen Schaden verursachte, wie die 13113110»er raskabrix dcn Winzern in Frankreich. Es ist ein kleiner, grasgrün gefärbter Wurm, Welcher fich mii außerordentlicher Langfaxnkeit vorwäris bkwrak, aber eine wahrhaft ersckyreckende Gefräßigkeit befißi. Auf 900 Des- jäiinen (nahezu 1000 Hektaren) dieses in hervorragender Weise heimgesucbten Gouvernements sind sehon sämmtliche Winiersaaten zu Grunde gerichtet wvrden. Mit gleicher Gier hefälü diefer verderb- liche Wurm sowohl Roggen: wie Weizensaxien, wobei er fich nicht nur mit dem ?lbfxessen der zarten, aus der Erde hernorgekeimten Pflänzchen begnügt, sondern auch unter die Erde kriecht und daselbst auch noch die Wurzel versilgt, so „daß ihm die ganze Aussaat zur Beute wird. Gegen diese Plage ist auch die eingetretene Kälte im Ganzen ziemlich wirkangsws geblieben.
Gelberbe und Handel.
_ In der am 3. Dezember in Magdeburg abgehaltenen Gene- ralversammlung dcr Neustädter Aktienbranerei waren Personen anwesend, Welche 2449 Aktien mit 488 Stimmen vertraten. Nach Entgegennahme des Geschäftéberichies und der Jahresrechnung wurde die Ausxzahlnng ciner Dividende von 5,1% oder .10 Thlr. 20 Sgr. pro Aktie zum 15. Januar 1875 beschlossen.
_ Nach der in Nr. 283 abgedruckten Bilanz des YGeorg- Marieu-Bergwerks vom 30. Juni cr. betrug der Brutto- gewinn des [eiztcn Jahres 542,051 Thlr. Davon „geben ab Zinsen auf Hytbekenanleihen 39,090 Thlr., AhschreWung anf Immobilien 56,450 Thlr., aus Motoren 10,075 „THW, Bei- trag zum Erneuerungöfonds 50.436 Thlr., so daß ein Rem- gewinn von 386,000 Thlr. verbleibt; der _Reservefond erhalt hier- von 19,300 Thlr., die Tantiemen [).-tragen 35,470 Th1r., fur Kirche, Schule und Nrbeiterzwecke Werden 8630 Thlr. verWendet. Der Rest ergiebt eine Dividende von 15% auf das 2150000 Thlr. (1,850,000 Stammaktien Und 300,000 Thlr. PrioritaKSaYtren) Zbetragende Aktienkapital. Die Hypothekenanleibe'von 1870 betragt 625,000Th1r., die neue von 1874 600,000 Thlr. Die Kontokorrent-Kreditoren figu- riren in der Bilanz mit „527236, die Koniokorreni-Debitoren mit 874,758 Thlr. Wechselbesiande hatte der Verein nicht. Die Kassa beträgt 12,222 Thlr., Produkten und Materialien 421,868 Thlr. Geräthekonto 250.297 Thlr. Motorenkonto 455,769 Thlr. Immo- bilien 2588093 Thlr. __
_ Die Aktiengesellschaft Eisen- und Stahlwerk zu O!;nabrüik hat,_ wre aus der in Nr. 284 abgedruckten Bilanz zu ersehen, in dem mit dem 30, Zum c. abgeschlossenen Geschäfts ahr emen Bruttogewinn von 206,912 Thlr. erzielt. Nachdem davon 40, 00 Tblr ;
ziveige zu ergreifen, wenn das Volk ihnen die Er-
verweigerter QuittungSausstellung entstandenen Kyéten rem Abgabe- pflichtigen zu erstatten sind, ist der Rechtsrveg zula sig.
als Beitrag zum Amortisationskonto, 9912 Thlr. ais Rückiage zrzm Er- neueruugsfonds und 30,000 Thlr. als Beitrag zum Garantiefonds