_ - Auf die Anfrage des Abg. Dohrn über den Wafferftand m der Iahde ankwortete der Staats-Minifter v. Stos ch:
Bei der ganzen Konstruktion der Jahde ist es natürlich, daß das große Becken der Inneujabde das_ Wasser abgiebt, was, wenn die Flutb es hercingebracht, durch die Ebbe wieder herausgeführt, die Xabninneu jeden Tag ausspülF und in der nöihigen Tiefe erhält. Ja den letzten Jahren haben die Anwohner dieses Haupt'ahdebeckens durch Einbauten von Buhnen, Schlenken u. s. w. möglicbét viel Ter- rain zu gewinnen gesucht, indem _fie die Anschwemmungkn des Klei- bodeus rxuterstüßen. Je mehr dieie Anbauten stattbaden, je kleiner wird die1es Beckep, ie klxiner wird die Wassermassc, Welche täglich *wximal durch die Jahmune hindurchfiießt. Es hat deSwegen die
eichöiggierung es_ fur Pflicht gehalten, der Sache nähkr zu treten, und _es ist vdm_Retchsk_an_§_1_er-Amte in dieser Beziehung mit der olden- burgischen Regierung in * *erhandlungen eingetreten, die zu ernsten Er- wägungen _geführt haben, und die wohl zu einem günstigen Ab- schluß dahin kommen werden, daß in dieser Beziehung der Ztabus quo aufrecht erhalten wird.
O_ic Einwendungen, die dagrgsn gemacht worden find, daß diese Beschranxungen dcr Wassermenge und der AuSdehnung des Jahde- beckeus nicht von Einßuß seien, soÜrn durch Mrffungen der Tiefe alle Jahre konstatirt werden, um sich zu entscheiden, ob in Zukunfi_die Sache wieder freigegeben werden kann oder nicht. Die regelmäßigen Peilungen in der Jiinenjahde haben biÉher nicht stattgefunde_n. Wenn aber, wie der Herr Abgeordnete ])r. Dohrn_erwäl)nt, ein großer Werth darauf zu legen ist, so können die Vermeßungen, welche biskZer in der Jahde statihatien, auch dahin außgedchnt Werden.
- Zu §. 1 des Gesoßentwurfs, betreffend die deutscheSee- warte, beantrcigte der Abg. v. Dücker zwei Einschaltungen, nach welchen die deutsche Seewarte ihre Thätigkeit auch auf die Kenntnis; der Küstenverhältniffe der deutschen Meere ausdehnen und ihre Resultate für die Sicherung der Küstenbewobner ver- werthen soll. Nach dem Abg. Mosle erklärte der Staats- Minifter v. Stosch:
Meine Herren, ick) möchic das Haus auch dition, gsgcn diesen Antrag zu stimmen. Einmal ist der ganze §. 1 des Geießes so allge- mrin gsfaßi, da!; Er für di? Erfüllung aUrr wissenschaft1ichen Be- dürfnisse vollen Raum giebt._ Der Antrag, so wie er hier motivirt ist, hat aber eigentlich die ipezieue Richtung auf die 11nte_:1)qliung der Küsten, und das führt uns sehr viel weiter, als eine wisienichaft- liche Untersuchung, die hier aÜein vorgesebcn ist. Die Ausgaben der Seewarte sind hinreichend, um alle dicjsnigen Daten zu geben, die für die Veränderung der ?Lgkl u. s. w., auch die vkrsckiiedenen Höhen der Spriqgfluthen zu de timmen, kurz die wissensckzaitiiäxn Aufga- ben _zn löien, welche die Küsten im Allgemeinen betreffen. Aber die Veranderungen der Küste, welche die Gefahren für das Land bringxn, find rein lokaler Natur und müssen an dcr SteÜe gemessen und be- stimmt werden, welche auch die Bautau zu unternehmen hat, die die Gefahren abwenden soUen. Nur um nicht die wissrnsrhaitlichen Auf- gaben zu Vermiscdkn mit diesen technischen, möchte ich Sie biitm, die Sache abzulehnen.
Statistische Nachrichten.
Ueber den BerJWerks- urid Salinenbetrieb des Königrsickys Bayern im Jahre1873 entnehmen wir amtlichen Aufstellungen dis nachfolgxnden Angaben: Der Gesanimiwmb aller imJahrc1873 geiörderten BcrgwerkSprodukkx belief sich auf 2,193,812 Thlr. gegen 1.837,620 Thlr. in 1872, ist also um 356,192Tl)1r. oder etwas über 19 Prozent gestiegen. Hierbei ommt indes; wem' er eine erheblich vermehrte Produktion, als vielmehr der Umstand in stracht, daß der Durck1chnittswert8 der Produkte in 1873 vielfach ein höhkrer, als im Vorjahre war. .Die erste SteÜe im bayerischen Bergtverks- betriebe nimmt der Sieinkvhlerxhergbau ein, weleher 43 Werke zählte, vo'n denen indrß 9 zur Auiickyließung- ohne Produktion waren. ,Die übrigen 34 lieferten 8,651,566 Ctr. Steinkohlen im Werthe von 1,860,350 Thlr. (1872: 8,248,237 Cir. und 1,524,374 Thlr.); der Durchschnittsyreis pro Cir. betrug 6,45 Sgr. gegen 5,54 Sgr. in 1872, war alw um 0,91 Sgr. böhcr. Von der Förderung find 359,589 Cir. im Warihe von 48,152 Thlr. für den Bstrieb der Werke ver- wenddr worden; die Zahl der beschäftigten Arbeiter War 3120 gegen 2898 in 1872. Von ionstigen Bergwerksprddukten Wurdc-n qefördert: Braunkohlen (15 Werke mit 148 Arbeitern, davon 1 erk ohne Produktion), 295,701 Ctr. im Werthe von 26,997 Thlr. gcgen 241,252 Ctr. und 19,359 Thlr. in 1872, der Durchichnittsweril) pro Ctr. War 2,73 Sgr. (1872: 2,41 Sgr.);_ Graphit (39 Werke mit 152 Arbeitern) 19,903 Thlr. im Werthe von 18,492 Thlr. JCJLU 17,874 Ctr. und 14,621 Thlr. in 1872, Durchschnitts- Werik) pro Ctr. 27,87 Sgr. (1872: 24,54 Sgr.); Eisenerze (54 Werke, davon 8 zur Aufichließung mit 955 Arbeitern) 2,303,383 Cir. im Wsribe von 273,66? Thlr. gigen 2,228,148 Gtr. und 266,298 Thlr in 1872, DrrrwschaittSwerth pro Ctr. 3,56 Sgr. (1872: 3,59Sgr.); Kupfercrze (1 Werk mit 41 Arbeitern (42,759 Ctr, im Wcrch von 1176 Thlr. gcgen 16,500 Ctr. und 779 Thlr. in 1872, Durch1chnittswerih Pro (Hir. 0,82 Sgr. (1872: 1,42 Sgr.); Sckwcielkies (2 Werke mir_50 Arbeitern) 37,801 Ctr. im Werthe von 6095 Thlr. gegi'n 35,482 (Mr. und _5161 Thlr. in 1872, Durch- schnittSwertl) pro Ctr. 4,53 S.:r. (1872: 4,36 Sgr.); Steinsalz (1 Werk mit 132 Arbeiirm) 41,070 Ctr. im Wrrtbe von 7040 Thlr. gegen 40,648 Cir. und 6968 Thlr., der Durch1chnittsrmrih pro Ctr. mit 5,14 Sgr. war derselbe, wie im Vorjahre; außerdem find aber noch 807,000 Ctr. Steinsalz im Werthe von 18,000 Thlr. gefördert und im mineraliichcn Zustande obne Umfiesdung verbraucht worden. Sa- linenbetried fand auf 6_ Wsrken, deren mittlere Arbeiterzaßl 399 betrug, statt. _Die Produktion derselben au Kochsalz belief sich auf 918,416 Ctr. i_m Werthe von 427,345 Thlr. gegen 899,096 Cir. und 461,964 Thlr. m1872; der Durch1chnitichrth pro Ctr. (ohne Steuer) war 13,95_Sgr. gegen 15,41 Sgr. im Vorjahre. Von der für 1873 nachgrwieienen ProdukttouSmcnge find dargestellt wvrden: 5385 Cir. aus gradirter Sdole, 104,731 Cir. _ans nicht gradirter Soole und 8Z8,3L0 Ctr. durch Auflosen von Mineralsalz oder anderen Rohsalzen n er age.
Kauft, Wiffmsckaft und Literatur.
_Da_s so_eheu erschienene 6. und 7. Heft des )(. Bandes der biloiophischeu Monatshefte, herauSgegebeu vou Ascherson, ergmaun uud qutuscbeck (Berlin, Fr. Henschel); enthält folgende
Abhandlungen: Aristoteles in seiner Bedeutung fur die hilosophie der (Hegxanrt. Vdn 1)r. Conrad Herrmann,__?)rof. der hilosovbie in Leipzig. - Erklarung des Begriffs der othwendigkeii. Von Hr. Rembold Hoppe, Professor in Berlin.-- Unter den Kritiken nimmt _em Referat, welches_der Gymnasiallehrer Or“. Jung in Jnowraclaw in Betreff der Schrift _ des ])r. Kirchmann: „Ueber parlamentarische Dehatixu (Berlin, Springer)“ erstattet hat, das Interesse weiterer Kreise in Anspruch. Dieselbe entwickelt die theoretischen und ethischen Grundlagen des ParlamentariSmus und stellt sicb die Aufgabe, von diesem Staudpurikie aus die praktischen Fra eu zu beantworten, welcbe fu?) 1_)_ie__ ?rgamsatioa der parlamentaris en Körperschaften maß- ge en in .
_ _- Unter den auf dem Gebiete der vaterländifchen Geschichte thatigeu Schriftstellern der Neuzeit nimmt George Hesekiel einen bervdrragmden Rgng ein. Sein letztes Werk, welches die Geschichte der Könige Von Preußen behandelt, licgt nunmehr in eleganter Ausstat- tung unter dem Titelvor: „D as Siebenköniasbucky.“ Die Könige von Preußen gescbiidert von George Hesckiel. Mit 10 JÜustrationeu. (Berlin, P_.Sche11ers Hofbuchhandlung.) In einer durch einen Rück- blick auf die vorauöaegangenen Zeiten eingeleitkteu Reihe yon Lebens- dildern der sieben Könige von Preußen werden in dem Werk das Ent- stehen, das Wachsen und d -s Gedeihen Preußens und dir zu Preußens und Deutschlands Segen vollbrachten Thaten seiner Herrscher Wahr und Warm geschildert, und ist fo unsere vaterländiscbe Literatur um ein Haus- und Familienbuch bereichert. Die in dem Siebenkönigs- buch enthaltenen 8 Portraits find auch zu einem Album zusammen- gesteÜt wvrden. Dasselbe ist unter dem Titel: Preußisches Königs- Album, Portrait-Galerie der prenßisgheu Herrscher, erschieniu.
- Jm Verlage von Eugen Grosser in Berlin erscheint seit Okidber_monatlich, unter dem Titel „der Standesbeamte“ eine Zeit1chriit, wxlcbe fick) die Förderung der Jniereffen der Standes- amter zur Ausgabe macht. Diesem Zwecke eutiprechend, theilt sie in ihrem amtlichen Tlieil? die Verfügungen, Erlasse, Cirkulare. u. dgl. uiii, welche durch Spezialfälle vergnlaßt wcrden smd, während fie im nichtamilicben Theile_Notiz€n veriwiedenfter Art bezüglich der Jüb- rung der Standeéregistxr dringt Der Pränumcraiidnsvreis für den ga_nze_n Jahrgang hetragt nur_4 Mark. _ Ju demselben Vsrlage er1chicn: „Der Richter zwischen Herrschaft und Gesinde, von Carl Wolff. Vierte Auflage.
- Jin Goethehansr zu Frankfurt a. M. findet zur Zeit die_inieres1anie Aussieliung eines dir anzirbendsten Persönlichkeiten der Wrimarer Glanzzeit darstellenden Bildes statt. Ein Frankfurter Kunstler Hr. Junker War, wie wir dem „Franki. Journ.“ entnehmen, durch das dankmSwertHr Entgegenkommen der Enkel Goethe's in der angenehmen Lage, die Reihe seiner mit so vielem Beifai]: aufgenom- menen Kartons zu Gocrhe's chen zu befchlirßen mit einer Darstel- 1un1 drs Judeliages von 1825. Nach 50jäHriger Anwesenheit Goethe's in rimar, w€lche drr Großherzog Karl August zugleich als dessen ibm und seinem Lande gewidmete Dienstzeit betrachtet wissen wollfe, feierte Wsimar am 7. November 'knes Jahres das Jubiläum des gro&n Dichters. Hrn, Junkers Bild slteüt nun die Begrüßung des ?- feierxen dar, Derselbe_ ist umgrbrn von den Miiglirdern seinrs Harries, deren zum Theil noch nie veröffentlichte Bildnisse zu diesem Zweck de_m Küii1tl€r_an Ort und Stckle von den Enkeln des Dichters, damals ingendlichx Knadrn, deu Freiherren Waliher und Wolfgang don Goethe, scwre vdn dem Großbsrzog von Sachsen-Weimar und . von anderen durch dcn Besitz der seltensten Originale bevor- zugten Personen zur Verfügung gestelli waren. Dadurch, daß der _ Vorplaß und_ das bcrühmis Tredpenhaus ch Wei- uzariichcn Goethebanies «_m Frauenplane die Seene der Darsteliung ?11d211,_ war es uzögliä), cin: Gruppe zu schaffsu, in welcher eine Uderraschxnd große Zahl yon anziehenden und bedeutenden Persönlich- keiten mri außeriter Treue vereinigt find.
_ - Von der mehrfach erwähnten, bei F. A. Brockaus in Leip- Zig erschemsnden Jil_ustrirten Bibel (n_ach der deutichcn Ueber- eßung von 1)r._Mari1n_Luik)er), d€ren günstig? Aufnahme in den deutscßxn Familieri bereits die dritte Auflage nöthig gemacht hat, liegen 1etzt 18 Lieferungxn vor. Die künstlerische Ausstattung besorg- ten h_ervorragende deuriche Künstler, wis E. Bendemaun, I. Fischcr, G. Jager, Fr. Overbeck, A,Reih61, L. Richter, J. Sckmorrvdn Carolßfeld u. s; _w. „D)? Illustrirte Bibe1 wird in ungefähr 30 Lieferungen vollstandig )em.
-7 Profxsfor Desor vvn Neue_nburg ist von der geologischen Gesell1chait m_ London, deren Korremondent er fcbon längere Zeit Wax, einstimrmg zur:) axiswäriigen Mitglied mii allen Rechten und Prgrogativew der e1n5_21miichcn Mitglieder ernannt worden. Die gleiche AuSzeichnung i_it drm (_Heiehrien am 15. Oktober d. J. von Seite der anthropologischen Geiekvchaft in Paris erwiesen worden.
_ _ Gelegentlich des vierhunderisien Jahrestages der Geburt M_iche1Angelo's, am 10. März 1875, wird zu Florenz eine Feier verqnstaltet. _Das Haus der Buonarotti in der Via-Ghibellina soll zu einem Mujeum hergerichtet und drm entiprscbend auSge- stattet rind dekorirt werden, auch wird eine Ausstellung von Werken des großer: Künitlxrs staiifindsn. Der schriftliche Nachlaß Michel Angelo's, Welcher im Besiß der Familie geblieben und mit der größten Strenge verborgen gehalten wurde, iit bekanntlich von dem letzten der Buo11_arotti, der _vor einigen Jadren starb, der Stadt vermacht worden mit _der Bedingung, ihn auch ferner unter strengem Versckyluß 311 halten; die stadtische Behörde: hai fich jedoch an diese Vorschrift nicht gebunden erachtet, und jeßt find dix- Schriftstücke im Druck er- schienen. Es find an 700 Briefe und Schriften von Michel Angelo und etwa die doppelte Zizbl vori Briefen an ihn, wvrunier fich solche von den berühmieften Zertgenosjen befinden
-- Aus Nxapel wird berichiei, daß es dort gelangen ist, einen Prachtvollen GYiPSabgrxß eines sehr schönen und kräftigen Wind- hundks__herzustellrn_, desirn Spuren man bei einer Auégrabung in POMPSU fand. Die Form ist trefflich g(“lungrn und zeichnet fich be- ionders durch die Femdeit und VoÜendung aus, mii welcher die krampfhaften Zusammenziehungen des vom plöölichen Tode ereilien
Thieres dar estellt wiirden. Cs isi das erste Mal, da mau aus _d_en__A_;1_Sgra ungen eme GipSsorm erhalten konnte, wel c ein Thier or e .
Gewerbe und Handel.
Ju drr _ am 12. Dezember abgehaltenen Geueralversammlung dxr S_cblesiscbep Tuchfabrik (vorm. Förster), in welcher die Halfxe des Aktienxapitals vertreten war, wurde die Bilanz pro 30, Jam cr, genebuugi, den (Hekcbäftsinbabern Decharge erlheilt uud dsr Verkauf des Sorauer Etablissements beschlossen.
- Die am 11. _Drzxmber in Hamm abgehaltene Generalver- sammiung tes ,Westfaiiichen Drabt-Jndustrie-Vereins, in dxr 1,048,400 Tblr Aktien_vertreteu waren, genehmigte einstimmig die Abauderung des §. 17 m Betreff der Unterschriften und ebenso die Offerte der Vorbesitzer, den Verlust „des vorigen Geschäftsjahres außzuglxicben. Nach der von uns bereits veröffentlicbteu Bilanz be- trug die Unterbiaanz 195,751 Thlr. Von dieser Summe kommen 154,492 Thlr. _auf de_n Betrieb und 41,259 Thlr. auf Abschreibungen. In dem Geschaftsbertcbte werden die Entwerthuug der Vorräthe an _Rohrnateriairerx und_ die Rückgänge in den Preisen der Vereins- iabrikate, _1owie die verspätete Eröffnung der Filiale in Riga als die 11r1achen des ungünstigen Ergebnisses bezeichnet.
Verkehrs-Anftalten.
Wien, 15. Dezember. (W. T. B.) Außerordentliche Geperaldersgmmluxxg der Elisabetbbahn. Tageskrdnung: Bericht des RedtfiduSausichusses über das in der ordentlichen General- versammlung vom 20. Mai 1874 unerledigt gebliebene Prolongations- konto. Harmann Hdrch aus Mannheim erstattete Namens des Revi- fionsaussxbusscs Bericht und erklärte. von dem Verwaltunsßratbe fei deni ersionSauHscbuffc die Mittheilung gemacht, daß von iatevessirier Seite das_Anerbieien gestellt wurde, einen Vaarbetrag von 200,000 F1. ohne irgegdwelche Veränderung auf die im Prokougationskonto depomrten Enxktc'n debufs Beilegung der Meinungsverscbiedeuheitm, welche sich hezuglick) des gedackzien Kontos zwischen dem Verwaltungs- rathe und einem Theile der Aktionäre ergab, der Gefellsthaft zuzu- wenden., Diese Summe sei bei der Kreditanstalt bereits zu diesem Zwerk erlegt. Horch steUte sodann Namens des Redisionöausschuffes emen Antrag, wonach das Absoluiorium nunmehr zu ertbeilcu sei unter der Vorausießung, daß die bei der Kreditanstalt zu Gunsten der Gesellschaft niedergelegten 200,000 F1. der Gescüscbait zuflikßen und in das Pro- longalionskonto eingestellt worden. Der Vccivaltungöratk) machte den Antrag des Revisionéausscbuffes zu dem seinigen, mit dem Zufaß- anfrage, der Verwaltungsrat!) Werde ermächtigt, eine schwebende Schuld aufzunehmen zur Ergänzung des bei dem Prolongaiionskouto fich _edentnekl crgebcnden Abganqes, deren Interessen und Amortijaiion aus dem Spezialreservefond u decken wären. Nax!) vorausgegangener Debatte, an welcher (?ck) Dr. Aicbenegg, Mrslanicb, Scheber, Horch und Prix beiheiligien, und nach dom VZrWaliungsraihe _und dem Revifions-Ausscbuffe gegebenen Auf- klarungen über die Natur und den Stand des SpezialrFer've- fonds, dessén Höhe gegenwärtig 1,200„000 Fl. beträgt, wird der Antrag des Revisions-AUIWURS nebst einem Znsaßantrage des VerwaltungSraths mit aÜcn gkgcn eine Stimme angkndmmen. Auf Verlangen Schrbers (Frankfurt) erklärt der Verwaltungs- rail) seine _Bereitwiüigkcik, in der nächsten Generalversaurmiung einen Antrzg ans Aeydxriing der Staiuien cinzudringsn, wonach die Kost- geschasie der Gsstllscbart unteriagt werden. Schließlich rechtfertigi der_Verwaliungsrail) gegenüber einer Anfrage des Barons Schenk die Veitimmung, bei Devonirung von Aktien die Coupxns beizulegen, als in den Statutrn begründet.
_- _Das_Schweizer Eisenbahn- und Handels-Depariemmt bringt den Bericht uber den Stand der Goithardbabnbauien für Ende Oktober. Nach drmfelben betrug die Länge des Richistolleus auf den genannten Zsiipunkt 26,395 Meter (Fortschritt seit Ende September 186,5 Mxter),_ der Ausxruch dss Bogendris im Mittel 1218,7 Meter (Fortfchrrit sert Ende September 89,2 Meter). Auf der gamen Bahn waren__1m Oktober im Miiiel_ 18,753 Arbeiter, davon 8391 an den Tcsfiniickxn Thalbaßnen be1chäitigi.
London, 14. Dezember. (W. T. V.)
_ _ Die heute. fänigen deutschen Posten find auSgeblieben.
Königliche Schauspiele.
Mittwoch, den 16. Dezember. Opernhaus. (250. Vor- stellung.) Der Liebestrank. Komische Oper in 2 Abtheilungen. Mufik von Donizetti. Adina: Fr. Mallinger. , Nemorino: Hr. Link. Belcore: Hr. Schmidt. Dulcamara: Hr. Salomon. Hierauf: Thea, oder: Die Blumenfee. Ballet in 3 Bildern von P. Taglioni, Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise.
Schauspielhaus. (262..Vorste11ung.) Die Sirene. Luft- Yiedin 4 Aufzügen von Mosenthal. Anfang 7 Uhr. Mittel-
reiie.
Donnerstag, den 17. Dezember. Opernhaus. (251. Vor- ßeUung. Preciosa. Schauspiel mit Gesang und Tanz in 4Ab- theilungen von P. A. Wolf. Musik von C. M. von Weber. BaUet von Taglioni. Anfang 7 Uhr. Mittel-Preife.
Schauspielhaus. (263. Vorfteüung.) Das Glas Wasser. oder: Ursachen und Wirkungen. Lußspiel in 5 Abtheillmgen von Scribe. Anfang 7 Uhr. Mittel-Preise.
Die in den Königlichen Theatern gefundenen Gegensiände können Von den Eigenthümern innerhalb 4 Wochen bei den'" HauSpolizei - Inspektoren Schewe (OpernhauS) und Hoff -' meister (Schauipielhaus) in Empfang genommen werden. Erfolgt die Zurückforderung der betreffenden Sachen in der angegebenen Friß nicht, so werden dieselben den Findern ohne Weiteres außgehc'indigt.
Prozeßverhandlung gegen den Grafen von Arnim. Berlin, 14, Dezember. 5. Sißuygsiag.
Nach Wiedereröffnung der Sißung um 41 Uhr Nachmittags erhielt der Vertheidiger Professor 1)r, v. Holizendorff das Wort. Die Rede desselben, welche sich mit dem techniichen Inhalt des diplornatiichen Dienstes, dem Eigenihumsrecbt an den in Frage stehen- den diplomatischen Papieren rind der Definition der unter Anklage gesteklien Handlungen des Grafen von Arnim beschäftigte, schloß mit“ dem Anfrage auf Freisprechung des Angeklagten.
Nach Beendigung der Rede wurde die Sißung um 6 UHr ge- schlossen.
_ 15. Dezember. 6. Sißiiiigstag.
Die beutige_Sißung wurde um 10F_Uk)r eröffnet. Nach einer einge enden Replik des StaatscmWalt Tes1endorff auf die gestrige Vert eidigun Srede des Profeffors ])r. v. Holßendorff und einer Duplik des Leßreren, auf welche der StaatSaKWalt noch einmal kurz erwidsrte, _erbielt de_r Vertheidiger Recht§auwali Dockborn das Wort. Die ertheidtgungSrede desselben währte bis 1 Uhr, wo die Verhandlung bis 34 Uhr Nachmittags vertagt wurde.
Uusßellung von TranSparentgemälden im König- lichen Akademie ebäude. Auch in diesem Jahre findet seit einigen Tagen im Gebäude der
TranSparentgemäiden mit Gesangbegleiiung des Königlichen Dom- chors stgtt, w51chx vom Verein Berliner Künstler" zur Unterstützung seiner bulfsbedurftigen Mitglieder und deren Hinterbliebenen veran- stgltet wird. In ieder dcr béidcn Vorsteliungen, deren erste iäglick) Nach- mittags um 5_Ubr, d1_e zweite um 7 Uhr, beginnt, werden seckys Bilder vor- geführt: „,Die _Verkundigung bei den Hirten“ von L. Douzette und Z. Lakers; „dre Ruhe__auf der _Flucht nach Aegypten“ von Rudolf
cbi_ck; „_,Abschled_Ck)r11ki von 1einer Mutter“ von B. Plockhorst; „Lasict die_ Kindlein zu mir kommen“ von Adolf Burger; „Christus Kranke heilend _vor dem Tempel“ von Paul Graeb und C. Breit- bach; und „Christus auf dem Meere“_von A. v. Heyden, auSgeführt von G, Feckert und F,). Cschke. _- Die künstlerische Verbindung der Musik und Malerei ubt auch hier ihren alten Zauber auf das Ge- mnth urn so mehr _aus, a_ls nach beiden Seiten hin Vorzüglicbes gelxistes Wird._ D_te Gesange des Domchors steigern durch ihre schone Harmopie die audachtsvolle Stimmung, in welche der Be- schauer der Bilder verfeßt wird.
_ Der dritte schlesische Bädertag
fand in Yreölau _am 9. Dezember statt. Es hatten sich die Vertreter von 9_ Badem eingefunden. Nachdem zum 1. Votsißmden der Bür- gxrmetster Dengler-Reinerz und zum zweiten Vorsitzenden der Sani- tats-Rath Scholz m Cudowa erwählt waren, Wurde über folgende TageZordÖundg de_r_h_a__ndel_§_:__
_ . a eärz i e _emata, 1) Antrag des Dr. Bre mer in Gorbersdorf, betreffend die Einwirkimg auf die Haus- und oZdinireu-
,
FW der Bäder aklein zu_ überlassen. 2) Vortrag des Sanitäts- _a_ihes 1)r. Drescher in Remerz: Sind während der Zeit der vai- ditat Bader anzuwenden gestattet?
]_3. AUg_emeine_The_mata: Antrag aufErwirkung freier Eisen- bahzisahrx nir FreikurZaste. 4) Antrag des Dr. Brehmer ia Görbers- dors_ l_oezuglich der usdehnung einiger Bestimmungen der Bau- Polizeiverdrdnungen für die Städte auf die ländlichen Kurorte. 5) DeSgleichen wcqexi Erwirkung Liner Polizeivrrordnung zum Schutze des Trink- und ineßwaffers gegen Verunreinigung durch Cloqken. 6) Vortrag ch Burgxrmeisters Dengler über ein neues System bei Erbauung vou Moorbadern, unter spezieller Berückfiäyiigung des neu zu bauenden Moordades in Reinerz und unter Vorlegung von Zeich- nungkn. _ 7) __Erlxdtguug der Restvorlagen des Bädertages 1873, und ?_war: &: definitive Feststeaung des 1 ormulars zum Generalbericht;
. Beratbung des Statuteneniwurfs ür den Bädertag; o. definitive Berathung ubxr den Entwurf des MiethSreglements für Kurorte; (1. Berathun uber den Entwurf des Meidezettels. 8) Mittheilung
der Beschlüje des annenkongreffes am 13. und 14. September
1874 in _Brrslau mit Bezug_auf das Referat in den Verhandlungen 1873 Seite 22. _9) GeschaFtltche Mittheilungen. - Rechnungslegung, Abhaltung des nachsten Badertases.
Redacteur: J. Prehm, Verlag der Expedition (K_essel). Druck: W. ElSaer. Fünf Verlagen
Berlin:
Königlichen Akademie der Künste die bekannte Ausstellung von
den Aerzte, deu Badeärzteu die Bestimmung der Kurdaner und Au-
(eiuschsießlicb Börsen- und Handelsregister-Beilage).
zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich
Berlin, Dienstag, den 15. Dezember.
„NZZ 294.
Königreich Preußen. Privilegium, wegen Emission von 800,000 Thalern Prioritäts- Obligativnen der Saal-UnstrutEisenbahn-Gcseüichaft.
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußrn 2c.
Nachdem von Seiten der Saal-Unstrut Eisenbabn-_Gese111chaft auf Grund des von der Generalversammlung ihrer Aktionare am_3. No- vember 1873 gefaßten Beschlusses darauf angetrcigen worden ist, ihr zur vollständigen Deckung der Baukosten die Aumahmx sm_er Anleihe gegen Aussteüung auf den Inhaber lautender und mit Zwöcyupons versehener Prioritäts-Obligxiiionen zu gestaiten, wollen Wir in Ge- mäßheit des §. 2 des Geießes vom 17. Juni 1833 (Geseß-Samm- lung Seite 75) durch gegenwärtiges Privilegium _Unsere_ latzdesherr. liche Genehmigung zur Emission derartiger Obligationen 111 einer Ge- sammthöhe von 800,000 Thalern, geschrieben:
.Achthunderi Tausend Thalern' unter den folgenden Bedingungen ertheileu:
§, 1. Die in Höhe von 800,000 Thalern zu emitiirenden Obli- gationen werden unter der Brzeichnuug: __ _ _ _
„Prioritäts-Obligationen der Saal-Unftrut Eiienbabn-Geieliichaft nach dem anliegenden Schema 4. in Apoints von 100 Thalern uiiter fortlaufenden Nummern von 1 bis_ 8000 auSgefertigt und mrt Zics- coupons nach dem Schema 13. ver1eher_i. _ _ _ _ _ _ _
Die Obligationen, auf deren Ruckjeite_ dies Privilegium abge- druckt wird, und die ZinScoupous, sowie dix AnWeijungen zu deren Empfange (Talouö) werden unter der _Firma der _Saa1-Uystrut Eisenßahn-GeieUschast mit Facfimile-Unierichrift von zwei Mitgliedern der Direktion auSgefertigt und von einem Kontrdlbcamten kontra- [ niit.
fg Die erste Serie der ZinScdupons für zebn Jahr_e nebst TJlOU wird den Obligationen beigegeben. Beim Ablaufe _dieser _und 1_eder [olgeuden zehnjährigen Periode werden nack) vorherigsr einmaliger offentlichec Bekanntmachung für anderwäte zehn Jahre neue Zins- coupons und Talons außgereicbt. Die AuSreichung erfolgt_ an den Präsentanten des Talons - durckz dassen Rückgabe zugleich uber den Empfang der neuen Coupons quittirt wird _- sofern nicht dagegen von dem Inhaber der Obligation bei der Direktion der Gesellschaft schriftlich Widerspruch erhoben ist. _ _
Jm FaÜe eines solchen Widerspruchs erfolgi die AUSreichuug an den Inhaber der Obligation. _ _ _
§. 2. Die Prioritäts-Obligaiionen _werden mit funf Prozent jährlich verziniei und die Zinsen in halbwhrlichcn Natur _rostnurne- rando am ersten Juli und zweiten Januar vo_n der_Ge_ie_UichJiis- kaffe, iowie an den durch die Direktion der Gesellichaki m offentlichen Blättern namhaft zu machenden Zahlsteüen auögeZablt. _
Zinsen von Prioritäts-Obligaxionsn, deren Orheburig innerhalb vier Jahren, von den in den betreffenden Coupons ßestimmien Zak)- lungSterminen_an gerechnet, nicht geschehen ist, verfallen zurn Vortheil der Gesellschaft. _ _ _ _ _ _ __ _
§. 3. Die Prioriiats-Obligaiionen unixrliegen der Amortiiation, wvzu alljährlich drr, nach Deckung der _larzseuden Verwaltungs-, Un- terdaltungö- uud Bstriebskqsten, der Vertrage zum Crneqerungs-_upd Reservefdnds, sowie der Zinien der durch dieses Privilegium emittir- ten Prioritäis-Obligatidnen, verbleibende Tbeil_ de_r Betriebs- Cinnabme bis zur Höhe eines halben Prozentsdcs Prioritqten-Kapitals unter Zuschlag der durch die eingclöisten Prioritats-Obligationen er- sparten Zinsrn verWendet wird.
Die Amortisation beginnt mit dsm 1. Januar 1880. _
Die Amortisation wird durch AuSloomng de_wirkt. Die Aus- loofung findet im Monat Juli des auf das brirenende BeirtedSiahr folgenden Jahres statt. _ _ _
Der Saal-Unstrut EisenbaHn-Geieüichafi bleibt das Recht vor- behalten, sowohl dcn Amoriisationsfonds beliebig zu verstarxsn und dadurch die Tilgung drr Prioritärs-Obligationen _zu beschlenmgen, als aucb sämmtliche Prioritäts-Obligationen jxderzeit zu kündigen und durch Zahlung des Nominalwerihes e_inzu1öien. _ _
§. 4. Die Inhaber der PricriiaiS-O1x1igqtionen_ smd aux Hohe der darin bkzsichnexen Beträge neb]t den salligen Zinien Glaubigßr der Saa1-Ur-strut Eisenbahn-Gesrüickiait und heiden als solche em unbedingtes Vorzugsrccht vor den Stamm-Prioriiats: und Sta_m_m- Aktien nebst den dazu gchrigen Dividendensabcinch _und durieri namentlich vor Berichtigung 15mn1t1icher Ziniewder cmrtiirtsn Priori- täis-Odligationen Dividenden und Tantiémen nicht vertheilt. noch ge- zahlt werden. _ _ _ _ _ _ _ __
Auch soll den durch dieses Privilcgmm zu erniitirenden Prioritats- Obligationen arisdrüch1icb da_s Vorzugsxecht vor (111211 von der S_aa1- Unstrut Cisenbahn-GMMMU etWa“ Water noc!) auszugeéendkn Priori- fäis-Aktien und Orligationen ausdrücklich gewahrt bieiben und _erne derartige Ausgabe überhaupt nur unter beienderem Vorbehalt dieses Vorzugkrecbtes erfolgen. _ _ _ _ _ „
Der SaabUnstrut Eiienbahu-Gesellickyait bleibixedock) das Recht
vorbehalten, für die im Eingangs dieses Privilegiums_angegeber_im Zwecke mit Genehmigung der Staatskgierung eine_ wertete Anleihe bis zu einem Gesammtveiragc vori Zweibundert Tauiend Thalern rnit gleichem Vorzugdrechte bezüglich ihrer Verzinfung und Amortisation u ma en. _ z §.ch5. Die Inhaber der Prioriiäis-Odligationen fin_d nicht befugt, die Rückzahlung der darin vorseicbriebenen Kapitqlbetrazix anders, als nach Maßgabe der im § 3 enthaltenen Amortisationsbeitimmungen zu fordern, aus cuommen, wenn: _ _ ___ _
a. die inszahlun für vkriallene und vorscbrrftSrnasig pr_asen- tirte Zinscoupons dur Verschulden der Cisenbabnverwaltung langer als drei Monate mibm'cbtigt bleibt;
1). wenn der Trankportbstrieb auf_der Saal- Uiisiruidabn _aus Vkrschulden der Eijeubahnyerwaliung langer als sechs Monat ganz- lich eingestellt geweien; __ *- _ __
6 wenn die Amortiialion nicbt gema? §. 3 _erfolgx._ _ _ _
In den beiden ersten Fällen bedar es einer Kundigungsxrist uicht, sondem das Kapital kann von dem Tage ab, an welchem_emer dieser FäUe eintritt, zurückg:iordert werden, und zwar zu _a. bis zur Einlösung der betreffenden ZinScoupdns, wozu die Geiellichaft auch nach Ablauf jener drei Monate berechtigt und verpflichtet bleibt; zu 1). bis zur Wiederherstellung (“LS unterbrochenen TranSportbxtrixdes.
In dem Fak-le zu s. ist*dagegen eine dreimorr_at1i_che Kundigungß frist zu beobachten, und dauert das Rcckxt dxr Kundigung drei 51.3! nate von dem Taqe ab, an welchem die Tilgung der _Obligaiiq hätte erfolgen sollen. Die Kündigung verliert _indeffen ihre rec_1xtlt_che Wirkung, wenn die Gesellschaft die nicht umegehaltene Amortucxnon nachholt und zu dem Ende binnen längstcns drei Monaten nach ersylg- ter ündigung Y_ie LLUleZosungu der zu amortisirenden Prioritats- Obliaiionen ua trägi ewir . _ ___,
ijBis zur Tilgung der Obligaiionen darf die Gcsellscbaff_keine zur Eisenbahn und zu den Bahnhöfen_ erforderlichen Grundstucke ver- kaufen; dies bezieht sich jedoch nicht ayf die außerhalb der Bahn und der Bahnhöfe befindlichen Grundstucke, auch nicht auf solche, Welche innerhalb der Bahn öfe etiva an den Stagdoder au (Hemera- deu zur Errichtung von Po t-, Telegraphen-, Polizei- oder st_euerlichen Einrichtungen , oder welche zu Packböfen o_der Waarenniederlqgen abgetreten werden möchten. Fur den Fuß, daß Unsxre Gerithte emen Nachweis darüber erfordern sollte): ob_em Gryndstuck ziir Eisenbahn
* oder zu den Bahnhöfen erforderlié) i_ei oder nicht, genugt ein Attest des betreffenden Eisenbabu-Kommrssanats._ _ _ _ _
§. 6. Die Anoloosung der zu amortrfirenden Pnontats-Oblt a-
Erste Bella e
Gesellschaft unter Zuziebung eines, das Proioxoll führenden Ndiars in einem vierzehn Tage vorher einmal zur öncntlichxn Kenniiriß_zu bringenden Termine. zu welchem Jedermann der _Zuirttt gestattet i_st, Die Nummern der auSgelooften Prioritäts-Obxigatiorien werden bin* neu 14 Tagen nach Abhaltung des gedachten Tmmns zweimal orienilich bekannt gemacht, die Audzablung des NominaZbet'rages der Obliga- tionen erfolgt am 2. Jauch: des auf die Audldoiung folg_enden Jahres bei der anptkaffe der Geirklschaft und denjenigxu Zahlitellen, welche die Dire tion drr Geseuschaft in öffentlicher) Biattern hekazmt machen wird, an die Vorzeiger der betreffenden Prioritais Obligaiioneti gxgen Auölieferuug derselben und der dazu ßedörigen, _noch Zucht fristigen Zinöcoupons und Talons. Werden die Couvorrsu1chtmrtabg_eliefert, Zo wird der Betrag der feb-enden an dem Kaprialbetrage gekurzt und „ur Einlösung der Coupons verwendei._ _ _ _
Ebenso verhält es sich im Falle einer aÜgemcznen KundYung der Prioritäts-Obligationen, welche durch dreimalige offmtliche ekannt- machung, und zwar das erste Mal_miudeften_s sechs_Monate vor dem festgesetzten Rückzahlungstermine, eridlgi._ Dre Einloiung kgnn sowohl am zweiten Januar als am erftxri Juli xedes Jahres ftatiymden._ _ Die Verbindlichkeit der GeieÜschast zur Verzirisurig ]rder Pr10k_1- täts-Obligation erlischt mit dem 31_. Dezsmder deS1e_n_i_gen Jahres, in welchem diejelbe auSgeloost und dar; d_ie8_geichebcn_ , osseriilickx dekaimt gemacht wvrden ist, im FaUe der Kundigung init dem Failigkeiis- termine. _ _ Die im Wege der Amortisation eirxge1öste_n PrioriiäiH-Obligaiio- nen werden durch die Direktion der Ge1eÜichast _unter Zuzzehung e_ines das Protokoll iübrenden Notars verbrannt. Eine Anzsige Hierudsr _ wird in den öffentlichen Blättern erlasten. _ _
Die im Wege der Kündigung oder Ruckforderurig (§. 5)_einge- lösten Prioritäts-Obligationen karin die Griellschnit Wieder ausgeden. Ueber die Ausführung der Tilgung wird dem bstreffenden EUER" babn-Kommiffariat alljährlich Nachweis _gefu17ri._ _ _ _ _
§. 7. Die ausgeloosten und gefundigténZPridriiats-leligaiioqen, welchc ungeachtet der Bekanntmachung in ösxcntlxchen Bkgttern nichi rechtzeitig zur Realisation eingehen, werden wahrend der nachsteti zehn Jahre nach dem Fäliigkeitstermine von dsm GeseUichaftsvoritande alljährlich einmal öffrmlicl) aufgerufen. _ _ _ _ __ Gehen fie déffkn ungcaäxtet nicks fpatcthnY bmnxn Jahredxxrit nach dem leßien öffen11ichen Aufruie z_ur_ Realisation __ein, _1_d _er1i1cht jeder Anspruch aus densslbcn an das (Heiellichaiisvermogen sUr_iu_m_ier, was unter Angabe der Nummern drr _we_rtd_los gewordenngrwritais- Obligationen von der Direktion der Ge]ell)chaft einmal offentlich be- kannt gemacht wird. _ _ _
§. 8. Für die Mortifikaiion anxzrdlick,» verlorexxer oder vcrmcbtcter Prioritäts-Odiigaiionen findet das irn §_,. 21 des Hiatuis der Saal- UusirutEiienbahn-Geseklschast vorgeichriedenß Vorfahren Anwendung. Die Mortifiziruug verlorener oder vernichteter ZmEcoupdns und Talons ist nicht statthaft. _ _
§, 9. Die in den vorstehenden Paragraphen vorge1chriebeucn öffentlichen Bekanntmachungen erfolgen durch
1) den Preußischen Stagts-Anzeiger,
2) die Berliner Börsen-Zeitung,
3) den Nordhäuzer Cdurier,
4) die Nordhäuier intunxi, _ _ _
5) diejenige Weimariiche Zeitung, We1che_die amtlichen Jn- ierate der Weimarischen Staatöregierung abzudrucken crhäii, _
6) den Buttiiadtcr Stadt- und andbdien,
7) die in Weimar ericheinende Zetiung „Deutschland.“
Sollte eincs dieser Blätter eingehen, so gexiügt die Bekanntmackxung in den übrigen, bis zur anderweitigen, rmt Gen€hm1gung Unicres Handels-Ministers zu kreisenden Beiiirniinxng. _ _
§. 10. Den Inhabern yon Priogtats-Obltgaiionen ste_Ht_ der Zutritt zu dsn Generalvrrsammlungen eisen, doch haben_ _fie als iolche nicht das REM, sick) aii dén Verhandluxigen oder Abiiiwirxnngewzi: bciheili en. Zu Urkund dessen haben Wir das gegenwartige_5xck_rwi- legitim Zlürrhöchsteigenhändig vvÜzogxn und unter Unserem Konrglichen Jufiegel ausfertigen lassen, ohne isdxch _dadurch_ den Inhaber); der Okligaiirnen in Ansehung ihrer Befriedigung _eme Gewahrleiiiung von Seiten des Staates zu geben oder Rechten Dritter zu praiudiziren.
Das gegenwärtige Privilrgiuin ist durch die Amtsbläiier der Regierungen zu Erfurt und Marieburg aui Kosten der Geielhchaft zu veröffentlichen und_cine Anzeige davon, daß dies geschehen, in die Geseß-Sammlung aufzunehmen.
Gegeben Berlin, den 7. Dezember 1874.
W i l l] e l m.
Camphaufeii. ])r. Achenbach.
_ S ck) € m a „4. Fünfprozentige P rioritäis -O_l)1igation der Saal-Unstrut Eisenbabn-Geiellschaft Nr ..... über Einbundert Thaler Preußisch Courant.
Inhaber dieser Obligation hat auf_ Höhe vo_n Einhundert Thalern Preußiick) Courant Antveil an_ dem_ in Geniaßheit des _umstebend abg-drucktm AÜerhöchften Privilegiums ermttirten Kapitale von 800,000 Thalern. _ _
Die Zinsen mit fünf Prozent fur das Jahr find gegen dis aus-
egebenen, am 2. Januar und 1. Juli jedes Jahres zahlbareu halb- ]ährigen Zinscoupons zu erheben. - Cereda, den “. . ten ..... _. . ._ . : . 18 . . . Die Direktion _ der Saal-Unstrui Cisenbahn-Geseüicha_ft_ (Trockener Stempel:) __ _(__Facfimrlrrt:)__ __
"Konirole 1301. ' Der Kontrolbeamte. U. U.
Dieser Obligation smd 20 Zinscoupons für 10 Jahre vom ...ten...." ..... 18...bis..ten .......... 18... beigefügt.
Schema 13. 2 Thlr. 15 Sgr. - Pf. ' Serie 1. , .___ter Zi1_choOu_Z)_dn__ __ ' ur ünfprozentigen rioritä - iga ion er z fSaal-UnstrutNEiseubahn-Gesellscbaft, r .....
[tig und wertblos.wenn Zahlung äsentirt wird
ungü
der Verfaüzeit pr
Dieier Zitis- coupon wird er nicht binnen 4 Jahren nacb
zur
Zwei Thaler fünfzeÉn Silbergroschen hat Inhaber dieses vom
..... ab, bei unserer eselljchaftskaffe zu erheben. Coeueda, den . . ten ...... 18_ . . Die Direktion der Saal-Unstrut Eisenbahu-Gefellschgft. (Trockener Ttempel.) __(chsimile)__
Äuséefertigt. Kontrole ko]. U. R.
g Preußischen Staats-Linzeiger.
18724.
Schema (3. Talon
zu der fünfprozentigen Prioritäis-Odligation Nr. . . . der Saal-Uxiftrut Eiicnbahu- Geiellschait_ über 100 Thlr. Preußiich Courant,
Inhaber empfängt gegen diesen Talon n_ach Maßgabe_ des §_. _1 des Privilegiums vom . . ten . . . . 18 . . bei _nnierer _Geirusthasw- kaffe die . . te Serie dsr Zinscoupoxi§_ x_ur _obigen Prioriiais-Obli- gatiou der Saal-Unstrut Ciienbahn-(Heieüichast. Coeüeda, dsa . . tea ...... 18. . Die Direktw _ _ der Saal-Unstrui Eisenda1ckn-Ge1e_111c_k_aft. (Trockener Stempel.) (iaciimiltrt) U, 1'. R. 1 . Auggeierrigi. Kontrd1e 1701. U. R.
Neichötags : Angelegenheiten.
Der Haupteiat der VerWaLtung der Kaiserlichen Marine. "
„4. Personal. __ _ Der Vorliegende auptetar der Y_erwaliang drr .KaiierlicYen Marine für das Jahr 1 75 steUt fest, das; voraussichtlick) iin riach1ten Jahr der Of"zieretat aus;;xfßlit sein wird, kxgniragi (eddcy eine _Er- höhung der ahl der Schinsiungen um 100 Kopie, um dadurch einen mit der Vergrößerung der Mczrine Schriii 1)a1tendeii _Stamm _von tüchtigen Unteroffizieren zu gewinnen. Zugleich liegi e§_1n der 21573651, die Stadswache mit der ZELT eingehen zi_r_1asien und ix_ir_ den PollZLl- dienst an Bord Feldivebei zu eriiennßn, iur deri Po1i3eidienst auf den Werften aber Landgensd'armen einzuitellen. _ _ Die See-Artiüerie in ihrer jeßigsn Starke von 3 Compagriieu genügt uicht mehr für die_Friedensbes_eßung der ausgedebnistß- irstigungswerke der Reichskrixgsbafen Klkl und Wilbelixishgven, iowie für die umfangreichen Munitions- und De_poiczrbeiteri sur die Y_ere. Sie ist Weitaus unzur-zichend, i_im die Kriegsidrmairon _m der Starke von 18 Compagnien (einsckyiießlich _2 Eriqß-Cdmpagnien)_ sicher 3_u steilen, noch auch die fiir den Kriegösal] nothwendige Verstarkung mir Sicherheit und in dem erforderlichen Umfange m Ausiichi stellen zu können. _ _ _ Da unter diesen Verhältnisisn dir Sicherbeii der Kriegskyafeu gefährdet erfcbeini', wird eine Verstärkuzig _der See-Artillerie in dem für den Friedensdienst wie für _den KMZYMÜ 11ch_er steUenden Urn- fange, namlich um 5 Compagnien und die Formirzing der1elben_zu einem See-AriiÜerie-Regiment von 2 Bataiüonen zu 1? 4 Compagnien beantragt. _ __ _ Für die Marine 1011en neue Waffen nach dem_ in der Armee zur_ Einführung gelangenden Modell 1871 _und zwar in solcher Zahl be- schafft werden, daß im Frieden wie im Kriege 1eder Mairdse nzid Schiffsjunge mit einem Gewehr veriehcn werdeii und sammiliche im Kriege vorhandenen Compagnien BLS See-Vaiailldns und _der See- ArtiUerie mir gleicher Waffe ausgerusiet werden konnen. Dix erft- divisionen soÜen das apiirie Füfiliergewehr w/60 erhaltet], die Zand- nadelbüchie w/54 und das ZünduadelgeWehr 51/41 außer Gebrauch treten.
13. Vauien._ _ _ Eine umfangreiche Vauihäiigkeit _wird fich aucb rin nachsten Jahre innerhalb des Ressorts der Marmevexwaltung entWickeln. _ In Wilhelmshaven soll_ die Aufhrhung des Stadtterrains durch Sandscbüitungen nichi_nur im Jntereffs der; Verkehrs und der mi1itärisch€n Ausbildung erfolgen, sondern_fie 1d_[l zugleich 0.16 ein wichtiges Mittel zur Verbesserung des GeiundheitSzustaiides dienen. Es hat fick) die Rothwendigkeii heranSgesteÜt, umfangreiche Y_oden- flächen, Welche bereits auigehöhi wareri, Von Neuem zu beschaffen, weii Versackungen eingetreten find. _MLT den__1*is Ende 1873 zur An- lage eineL Parkcs verfügbar gerveienen Mitte1n h_qt in F01_e der außerordentlichen Schwierigkeiien, welche die klimqtnchen und oden- verhältniffe enigegenstelieu, nicht viel uzebr a]s em Schußgurtel_um den Park geschaffen werden können. Die Bepflanzung innerhalb dicses Schußgüriels, also die eigentliche Herstellung des Parkes, soll Mit de_n für 1874 bewikligten Geldmittein (7500 Thlr.), begonnen und mri- telst der für 1875 beantragten Summx von 45,000 M. zun) Ab- fchluffe gebracht werden. Die Anlage eines Parkes in Wilhelmshaven hat nicht allein den wohlbegründetexi Zweck, dyn dortigen_ Auferxthalt angenehmer zu machen, sondern dars, ebenso wie die Terramgrrshohim- gen, gleichzeitig als ei? Mittel zur Verbesserung ,„des Gemudheiis- u landes an ée en wer en. _ _ z s Es beschx [)an diesem Orte eiiie „Allgemeine Krankenkasse“, fur welche eine staatliche Beihülie ebensaÜS m Aquruch endinmcn wer- den muß (7200 Mark), um dem Weniger bemittelten armepersonal
und den Arbeiterfamilien freie Arzeuei _und arztiiche Yehandlun?_?u Theil werden zu lassen; denn die ungunstigen k11_n_iatii_c_1)en Ver3a i- niffe erhöhen die Zahl der Er_krankungen im Verhaltniß zu anderen Garnisonstädtén nicht unerhebhch. _ _ _
Um den Kindern der dortigen Werstarbeiier freien Schulunter- richt gewähren zu können, war dix Ansteüung eines Clementarlehrers beantragt, um auch auf diese Weise _der Werft_Arderier_ zu erhalten.
In Friedricksttt bei Kiel Wird dieErrixbtung eines Jefim! s-
efängni ses im Fort alkenftein p_rojektirt. Bröher werden die e-
?tuugßgexan enen der Tariue noch 111 den Festungen der Arrnee unter- ebracht. ei dem Eingehen mehrerer Festungen reichen die yerblei- Zenden eben nur [)in, um die Gefangenen_ der Lgndarrpee darm auf- zunehmen, und es ist vom Königlichen Kriegs-Mimstexxum wiederholt der Antrag gestelli worden, zur Unterbringung _der Strafgefangenen der Marine eigene Anstalten zu errichten. Es_ ist auch noch zu er- wähnen, daß die Festungen deSbalh_noch mehr in Lliisprchx gendmmen Werden, weil nach den neuen Militarstrafgeseßen die Gefan m_ßstrafe über 6 Wochen bei Unteroffizieren und Gemeinen in einem e tungs- gefängnis; vollstreckt werden muß.
0. Schiffe. _ “ _ m nä sten Jahre 5011 der Bau der Schiffe „Gro er __Kuxfurst“, „FrieIZrich decrbGro e', „Kaiser“, „Deutschland“ m_:d „Pteu en _ voyendet, der von 3 Panzer anonenbooten _an Stelle des_m der Detzkjchrift de_- treffend die Criveiterung der KaisFlichen Manne, projektirten oni- .4. in An i mommen wer en. _ _ _ __ _ tors In den ÄHftssollu gestellt werden fur auswarirge Stationen: 1 G1attdeckskorvette und 1 Kanonenboot nach Westindien, 1Kauonen- boot im Mittelmeer, 2 gedeckte Korvettxn nach Ostasien, 1 éedcckte Korvette zur Beobachtung des _Venuövorubergangs, 1 cmzer regaite und 1 GlatideckSkorvette als legendes Geschwader. _ ußerdeizi fun- irt eine rößere Anzahl vyn chiffen als Uebungsjchiffe und fur den ?Oienst ber den Marmestationen und zur Vermittelung des Verkehrs zwischen den Werften. Der Etat der deutschen Seewartx etzt (dur crsöuliche und sächliche Aus aden 74,800 M. axis. .Die ahl er eobachtungsfteUen ist vorläiÉg auf 9, die der Signalßellen auf 45
bestimmt, welcbe leßtere jedo im ersten Jahre die fertgeseßte Höhe noch nicht erreichen werden.
Als Beilagen sind dem Etat Tabellen über die Reparaturkosten
Wen geschieht durch die Direktion der Saal-Unstmt Eisenba u-
der Krie s iffe und Fahneuge, 1owie_ solche über die Neubauten von Kriegsschgiféch bis ultimo 1873 beigefugt.
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