5) nachstehende vor dem Jahre 1840 au9geprägie Münzen Kuxfurßlich oder Königlich sächfischen Gepräges: 1/24 Thaler- Siucke, 1/48 Thaler-Stücke (Sechser), Achtpfenniger, Dreier und Empfenniger in Silber und Dreier in Kupfer,
6) die in den Jahren 1828 bis 1831 aUSgcprägten Ein- hundertkreuzer-Stücke und Zehnkreuzer-Stücke badischen Gepräges.
_ Es ift daher vom 1. Januar 1875 ab, außer den mit der Einlösung beauftragten Kassen, Niemand verpflichtet diese Mün- zen in Zahlung zu nehmen.
_ §. 2. Die im Umlaufe befindlichen, im §. ] bezeichneten Mynzen werden in den Monaten Januar, Februar und Marz 1875 von den durch die Landes-Centralbehörden z1_1 bezeichnenden Kassen derjenigen Bundesstaaten, welche diese Münzen geprägt haben beziehungsweise in deren Gebiet dieselben geseßlickzes ZahlungSmittel find, nach dem in dem §. 3 festgeseßten Werthverhältniffe für Rechnung des Deut- schen Reichs sowohl in Zahlung angenommen, als auch gegen Reichs- beziehunchweise LandeSmiinzen, jedoch nur in Beträgen von mindestens 12 Pfennigen preußisch oder 31/2 Kreuzern süd- deutsci) gleich 10 Pfennigen Reich§münze oder in einem Viel- fachen dieses Betrages umgewechselt.
Nach dem 31. März 1875 werden derartige Münzen auch von diesen Kassen weder in Zahlung noch zur Umwechselung angenommen.
§. 3. Die Einlösung der im §. 1 bezeichneten Münzen er- folgt zu dem nachstehend vermerkten festen Werjhverhältniffe:
Reichsmünze Mark Pf.
12/3
Z'/3
17/3 31/3 15 30 50 50 90 75 - 371/2 30 183/4 7'/2 12 6 8
die unter Ziffer 1 erwähnten Zweipfennig-Stiicke zu ebendort aufgeführten Vierpfennig-Stücke „ ZweiheUer-Stücke kurhesstsckgen Gepräges „ Vierheller - Stücke „ „ Achiheüer - Stücke „ sogenannten Kaffen-Eindriitel-Siücke „ Kaffen-Zweidrittel-Stücke 1/1 Speziesthaler oder 60 Schillings % „ „ 40 1/3 ', „ 20 1/5 „ 12 1/6 ' „ 10 1/12 „ 5 1/1T'd „ 4 „ 1/24 „ „ 2% das Zweisechslina-Stiick 1 „„ _ die 1/24 Thaler-Stücke sächsischen Geprages „ 1/48 „ // „( k „ Achfpfenniger „ k/ „ ' „ Dreier in Silber und Kupfer fachfischen Gepräges.......... _3 „ Einpfenniger sächs1schen Gepräges. . . . „ _ 1 „ Einhandertkreuzer-Stücke badischen Gepräges „ 2 855/- „ Zehnkrcuzrr-Stücke badischen Gepräges . „„ _ 284/7 §. 4. Die Verpflichtung zur Annahme und zum Umtauscb (§. 2) findet auf durch1öcherte und anderS, als durch den gewöhn- lichen Umlauf im Gewicht verringerte, ingleichem auf verfälschte Münzftücke keine Anchdung.
Berlin, den 19. Dezember 1874. Der Reichskanzler, Fürst v. BiSMarck.
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Berlin, den 26. Dezember 1874.
vorstehenden, in dem Reichs- geseßblatt für 1874 Seite 149 _ 151 publizirten Be- kanntmachung wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß unter den vorauf geführten Bedingungen die nachstehenden Münzen in den Monateji Januar, Februar und März 1875 innerhalb des Preußiftden Staates bei den unten bezeichneten Kaffen nach dem festgeseßten Werthverhältniffe so- wohl in Zahlung angenommen, als auch gegen Reichs; be- ziehungSweise Landeömiinzen, jedoch nur in Beträgen von min- destens 12 Pfennigen preußisch gleich 10 Pfennigen Reichs- müer, oder in einem Vielfachen dieses Betrages, umgewechselt wer en:
1) die auf" Grund der Zwölftheilung des 1/39 Tbalerßückes auSgeprägten Zwei: und Vierpfennig-Stücke deutschen Gepräges, sowie die Zwei:, Vier- und Achtheller-Siücke kurhessischen Gepräges
11. in Berlin bei der Kaffe der Königlichen Direktion für die Verwaltung der direkten Steuern, dem Haupt-Steueramt für inländische Gegenstände, dcm Haupt-Steueramt fiir ausländische Gegenstände, der StaatsschULd-zn:Tilgungskaffe und der unter dem Vorsteher der Ministerial-, Militär- und Baukommission ßehenden Kaffe;
1). ii) den Provinzen bei den RegierungH-Hauptkaffen, den BezirkH-Hauptkaffen in der Provinz Hannover, der Landeskaffe m Sigmaringen, den Kreiskaffen, den Kassen der Steuerempfänger, den Forftkaffen, den Haupt-Zoll- und Haupt- Steuerämtern, sowie den Neben-Zoll- und den Steuerämtern;
2) die Kaffen-Eindriiiel- und Zweidrittel-Stiicke hannover- schen Gepräges bei den Bezirks-Hauptkaffen und den Kassen der Steucrempfänger in der Provinz Hannover,
3) die in der Bekanntmachung aufgefühiwen Silbermünzen schleSwig-holsteinischen Gepräges bei der Regierungs-Hauptkaffe in Schleswig und den Kassen der Steuerempfänger in der Pro- vinz Schleswig-Holstein.
Der Finanz-Minister. C a m p h (1 us 1: n.
Zur Ausführung der
Minißerium der geiftlichen,U11terrichts- und MedizinaL-Angelegenheiten.
Bei der Königlichen akademischen Kunstschule zu Berlin und dem damit verbundenen Seminar für Zeichenlehrer sind der Profeffor IacobSthal, die Maler Haendler und Schaller, sowie der Bildhauer Goeriß als ordentliche Lehrer angestellt „worden.
Dem Oberlehrer Künzel am Gymnafium in Brieg ist das Prädikat „Professor“ beigelegt worden.
Den Univerütäts-GutSpächtern Kray zu Kessm und Riese- beck zu Neuenkirchen ist der Charakter als Königlicher Ober- Amtmann beigelegt worden.,
Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten.
Der Königliche Eisenbahn-Bau- und Betriebs-Jnfpektor KarlHeinrich Bauer zu Frankfurt a. M. ist in gleicher
Jahr des Etats, mithin auch die Monate Januar und Februar zur
Das dem L. CreSpel und G. Bocquet zu Paris unter dem 24. Oktober 1873 ertheilte Patent: „auf ein Verfahren, die Rübenzucker-Melaffe für die Gährung vor ubereiten“ ift auigehoben.
' Iustiz-Minifterium.
Der Referendarius Ilse aus Cöln ist auf Grund der be- stgndenrn großen StaatSprüfung zum Advokaten im Bezirk des Komglichen AppeUationSgerichtshofes zu Cöln ernannt worden.
Bekanntmachung.
Ju GemäYFit der Bestimmungen über Klassifizirung der Reserve-
u_nd Land1ve_l)r-_ annsch_aften rückstchtlich ihrer l)äuSlichen und gewerb- 11chen Verhaltnisse _(Betlage _3 z_u der Verordnung vom 5, September 1867, bekreffeyd d1e Organyafron der Landwehr-Bebörden und die Dtenstpkrhaltmsse der Manmchaften des ByrtrlaubtensiandeS), sowie in Gemaßhett des Erlasses der Königlichen Ministerien des Krieges und des_ Innern vom 6. August 1873, wird hierdurch bekannt gemackyt, daß dte permauertky Mitglieder der unterzeichneten Kommiffion zum Behufe der Eni1che_1dung über die Gesuche um einstWeilige Zurück- st_ellung vom Eintritt in den Militärdienst, bei etwa eintretender Mo- bilmaéhung der Armee, am 7. April k. J. ihre nächste Sißung halten Werden.
_ Diejenigen, in hiesiger Stadt und deren Weichbild wvhnmden Mannscbgften des Beurlaubtenstandes, resp. Ersaßceservisten 1.K1affc, Welche emen Grund zur Zurückstellung nacb §. 2 der obengedachten Bestimmurxgen geltsnd machen zu können vermeinen, werden daher auf- gxfordert, ihre desfaklstgxn Gesuche unter Angabe ihrer Militärverhält- nisse und der Nummer, unter welcher sie in den Stammlisten des hresigen„Landivehr-Bezirks-Kommandos geführt Werden, im Laufe d_€s nacbstßn Monats beim Militär-Bureau drs hie- sigen Magt_strc_11Z(Raii)haus, Zimmer 99) anzubringen,
_ H1crbezw1rd _auSdrücklici; bemerkt, daß die bereits fr11_her beruckj1ch11gien Mannschaften ihre Anträge auf Festere Zuruckstellung im Bedarfsfalle_ zu erneuern
a en.
_ Die 1117111) _em 31. Januar eingehenden Gesuche können nicbt Wecker berucksich gt werdén.
Nach dem vorbszeickyneten Termine Werden die Namen derjenigen Manmchaftßn, deren Gesuche 1118 begründet erachtet worden sind, durch das „Jnielltgenz-Blatt“ öffentlich bekannt gemacht, wwbalb jede be- sondere Bescheidung auf die eingeXngcnen Gesuche untérbleibt.
Berlin, den_28. Dezember 1 4.
Königliche Kreis-Ersaß-Kommis'iion.
Yichtamtliehes.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 30. Dezember. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute Vormittag die Meldung des mit Urlaub hier anwesenden General-Adjutanten, General- Lieutenants von Oberniß, entgegen und [Orten den Vortrag des Chefs des Geheimen Civil-Kabinets, Geheimen Kabineis-Raths von Wilmowski.
_Jhre Majestät die Kaiserin-Königin war gest_erx§ 111 einer Sißung des deutschen Central-Comii-Zs an- we en .
_ Se. Kaiserliche nnd Königliche Hoheit der Kxßnpkjnz nahm gestexn Pormißags miliiäriscbe Meldungen entgegen und empfing Nachm1ttags41 Uhr den Kaiserlich rusfi- sckxen Ober-Sche_nk Grafen Potocki. _ Abends 7 Uhr besuchte Hochstderselbe dre Weihnachtsaussteüung von TranSparentgemäl- den 111 der Königlichen Akademie.
__ Se. Majestät der Kaiser und König werden am quxahrstage die Glückwünsche der Generale inklufive derer zur DtsPofition, sowie auch derjenigen Obersten, welche Stellungen von Gensralen bekleiden, und der Commandeure der Leib-Regi- mrnier im hiesigen „Königlichen Palais um 12 Uhr entgegen- nehmen, zu welchem Zwecke fick; diese Herren 113/4 Uhr “im Palais versammeln. “
Der Anzug bri dieser Feierlichkeit ist Parade-Anzug mii Ordensband und mit Schärpe.
__ _Diejenigen Personen, welche Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin aus Veranlassung des einiretenden- JahreHWLckgsels ihre Glückwünsche darbringen möchten, haben ihre Karten am 31. d. Mts. bei der OberHofmeistrrin Gräfin von der Schrilenburg abzugeben. -
_ Bekamitlick) Wurden durch den StaatshaushaltSeiat vom Jahre 1872 den Riel)tern Gehalts-Erhöhunaen bewiüigt, welche durch den LlÜerhöchsten Erlaß vom 20. März 1872 111 der Weise zur Ausführung gelangten, daß bereits vom 1. Ja- n_uar 1872 addiese Gehalts-Erhbhungen den Richtern zu Gute kamen. An diesesEreigniß knüpft fich ein an120.N0vember er. durch das Ober-Tribunal endgültig entschiedener Rechtsfall. Der Krrisgerichts-Rath N. war am 1. März, also MM 3 Wochen vor Erlaß der oben erwähnten Kabinets-Ordre, in den Penfions- zustand getreien und beanspruchte nach Publikation jenes Er- laffes, daß die GehaltSerhöhungen für die Richter, die bis zum ]. anuar 1872 zuriickdatirten, auch ihm zu Gute kämen. Auf die von_1hm gegen den Fiskus angestrengte Klage wurde er in zweiter Iriftanz mit seinem Anspruche zurückgewiesen. In der da_geg_en eingelegten Nichtigkeitsbeschwerde führte der Kläger aus: Die B_ewi11igung der Gehalts-Erhöhungen sei keine blos that- s_ächlrche ohne Rechtsgrund, wenn den im Dienste befind- lichen Beamten das erhöhte Gehal; schon vom 1. Januar 1872 ab, und nicht erst vom Tage der Publikation des Etats, aus- gezahlt worden sei; denn die fragliche Berechtigung beruhe unter Anderem auf Kapitel 59 Tit. 27 und 28 des Staatshaushalts- Etats xzro 1872,'1md auch die Kabinetöordre vom 20. März1872 gehe bei ihren Anordnungen ebenfalls nur von diesem Grundsaße _ aus, da sie sich im Systeme des Etats bewege und also das ganze
Vorausseßung habe. Kläger sei in diesen Monaten noch aktiver Bxamter gewesen- und nehme demnach auch an dem eben er- wahnterz Rechte der Beamten Theil. Das Ober-Tribunal erklärte ]edoch _m [emem die Nichtigkeitsbeschwerde zurückweisenden Er- kenntmß _dtese Ausführung für ungegründet das angegriffene Erkenntmß des AppeUationS-Richters führe mit Recht für seine Annahme an: die Feststellungen des Staatshaushalts- Etats gestalteten dem Iuftiz- Minister die Auf- wendung der bewilligten Mittel, verpflichteten ihn ]edoch nicht dazu in der Weise, daß der einzelne Beamte aus der nicht geschehenen Aufwendung der
folgung im Rechtswege auf Grund des Gesetzes vom 24. Mai 1861 vorauSgeseßt wird. Der Hauptetat enthalte in Betreff der Gerichte im Kapitel 59 Tit. 27 u. 28 nur die Position: „Besol- dungen 6,269,938Th1r.u.s.w.", und es sei klar, daß aus einer solchen Feßfteüzmg gar nichts für die Grhaltsklaffe folge, zu welcher der Kluger gehörte. Di1.Spezialetats aber seien nicht p_ubltzirrund hatten auch nur die Bedeutung, die von der RS gierung tm Hauptetat gemachten Anforderungen zu motiviren, und aus ihren Berechnungen würde sich nicht einmal ersehen lassen, welches spezieUe Gehalt ein bestimmtert Beamter zu er- halten habe. Erst hiermit seien die Ministerien in der Lage, den BesoldungSetat der von ihnen reffortirenden Beamten zu ordnen und festzuseßen, und demgemäß bestimme auch der Allerhöchfte Erlaß vom 20. März 1872 übrr die Regulirung der Gehalte innerhalb der Etats, daß in den Etats die Ge- hälter nach der Gesammizahl der richterlichen Stellen abgestuft werden und die jeßige Gehaltsvertheiiung, so- wie der künftige Eintritt in die neu zu bildenden Gehalts- klaffen lediglich nach dem Dienstalter der Richter erfolgen solXen. Hiernach sind also erst nach dem 20. März1872 die Gehaltsklaffen gebildet, und erst nach diesem Tage soÜie die „jeßige“, d. l). die fÜr das Jahr 1872 zu bewirkende Gehalts- Vertheilung erfolgen, und ist auch erfolgt. Diese Verthei- lung war also unbedingt nothwendig, um die damals bezweckte Verbesserung der Veamtengehäkter überhaupt in Wirksamkeit treten zu lassen. Ist dies aber nothwendig, so hat der Kläger aus dem oben angeführten Staatshaushaltsetats-Geseß und aus der KabinetSordre vom 20. März 1872 aUein schon vor dieser beregten Abstufung und Vertheilung, also so lange Kläger sich noch im aktiven Dienste befunden hat, noch nicht ein klag- bares Recht auf die in eFrage stehende Gehaltöerhöhung er- worben gehabt.
_ Wenn Jemand einer anderen Person ein Darlehn ge- währt, unter“ der Bedingung, daß der Schuldner, sobald das Darlehn gekündigt wird, die Frist zur Rückzahlung nach bestem Gewissen bestimme, so ist nach einem Erkenntnis; des Ober-Tribunals vom 17. November cr. der Schuldner ver- pflichtet, die Zeik der Rückzahlung zu bestimmen. Macht er von dieser Befugniß binnen einer, nach dem Ermessen des Richters genügenden Zeit keinen Gebrauch, fo erlangt hierdurch der Gläubiger ein Klagerecht auf Realificung seiner Forderung. Die Erfüllung, führt das Ober - Tribu- nals = Erkenntniß aus, „,ist nicht in unbestimmten Aus- drücken nach Möglichkeit oder nach Gelegenheir versprochen. Auch ist die Zeit der Erfüünng nichl der Willkür des Verpflichteten überlassen. Da der Darlehnsgeber fich resp. seinen Erben die Kündigung vorbehalten und die Frist zur Rückzahlung dem Ge- wissen der Verpflichteten überlassen hat, so hat den Leßteren damit allerdings eine gewisse Bestimmung bezüglich der Zeit der Rückzahlung, aber nicht völlige Wiükür, eingeräumt werden soUen. Die Klage erscheini deshalb nicht bis zum Tode des Verpflichteten ausgeschlossen. Von der Befugniß, eine Frist zu bestimmen, [)aben fie keinen Gebrauch gemacht.“
_ Von der deutschen Expedition zur Beobachtung des Venusdurckgganges auf den Auckland-Inseln ist dber Melbourne vom 29. Dezember durck) „W. T. B.“ die Mit- theilung eingegangen, Üaß bei der Beobachtung befriedigende Re- sultate erzielt ftnd.
_ Der BundeSraihs-BevoUmächtigie Königlich bayerischer Ministerial-Ratk) von Riedel ist in Berlin eingetroffen.
_ Der General-Licntenant von Oberniß, General- Adjntank Sr. Majestät des Kaisers und Königs und Com- mandeur der 14. Division, ist rnit Urlaub Von Düsseldorf hier eingetroffen.
_ _ Am 29. d. M., Vormittags, verschied im 71. Lebens- ]ahr der AppellationSgerichi-Z - Präsident H er g e 11 h al) 11 in W i e s b a d e 11.
_ Die Stadtverordnetenvwsammlung steUte in ihrer ge- strigen Sißung den Haushaltsetat der Stadt Berlin für das Jahr 1875 in Einnahme und AUSgabemi133,267,646 Mark fest. An Gemeinde-Einkommenfteuer smd im nächsten FFM 8,416,415 Mark oder 80 Prozent der Normalsäße zu er-
e en.
Königsberg i, Pr., 29. Dezember. (W. T. B.) Bei der heute Nachmittag stattgehabten Wahl eines Ober-Biirger- meisters der Stadt Königsberg wurde der Ober-Bürgermeijter Selke in Elbing mit 55 11011 90 Stimmen gewählt. Die übrigen (35) Stimmen fielen auf den Regierungs-Rath Mar-
cinowsk von hier.
Bayern. München, 28. Dezember. Se. Majefiät der König hatte zur gestrigen aus 30 Gedecken bestehenden Hoftafel, welche im Wintergarten der Königlichen Refidenz stattfand, die Königin-Mutter mit Gefolge, sowie sämmtliche Mitglieder des Königlichen Hauses geladen. Außerdem waren zur Kö- niglichkn Tafel die StaatsoMinister v. Pfreßschuer und v. Pranckk), die obersten Hofthargen und die StaatSräthe 13. Fischer und v. Eisenhart gezogen. Während der Tafel selbst spielte die Mufik dcs Regimets „König“. _ Die Abreise Sr. Majestät des Kö- nigs nach Hohenschwangau ist auf morgen Nachmittag festgescßt. _ Der neu ernannte päpstliche Nuntius Monfignore Bianchi ist heu1e hier eingetroffen und im neuen Gesandtschafts- hotel an der Theatinerstraße abgestiegen.
Baden. Karlsruhe, 28. Dezember. Der Großherzog und dte Großherzogin gedenken am Dienstag, den 29. De- zember, Vormutags, zum Besuch" der Großherzoglichen Familie fich nach Darmstadt zu begeben und Mittwoch, den 30. Dezember, Abends, hisrher zurückzukehren.
Hessen. Darmßadr, 29. Dezember. Dem Vernehmen des „Fr. J.“_ nach wird der für die Berathung der Kirchen- geseße gewahlte Spezialausschuß am 2. Januar k. I. mit dem Ministerium zu einer Sißung zusammentreten, um über die in der Ersten Kammer beliebten abweichenden Beschlüsse zu seinen Ge- seßen zu berathen.
Sachsen-Weimar-Eisenach. _Weimar, 27. Dezember. Eine soeben erschienene Verordnung des Kultus- und Justiz- Miriisters trifft auf Grund des §. 8 des Volksschulgeseßes dahin Vorsorge, daß denjenigen jugendlichen Strafgefan- genen, welche noch die Schule oder Fortbildungsschule zu be- suchen haben, täglich mindeftens eine Stunde Unterricht durch einen Volksschullehrer oder eine sonst dazu geeignete Lehrkraft ertheilt werde. Für jede Stunde solT ein Honorar von & bis 1 Mark gewährt, auch sollen die nöthigen Lokalitäten im Gerichts- gebäude verfügbar gemacht werden; zur, stillen geistigen Beschäf-
Gigenschaft nach Fulda verstßt worden.
1111 Haupt-Etat bewilligten Mittel einen Anspruch fur sich geltend machen könne, wobei eben die Ver-
tigung_der fraglichen Gefangenen find den Gefängnissen die er- forderlichen Utenfilien zu stellen. Für Untersuchungsgefangene
soll die Unterrichtdertheilung nur so weit eintreten, als der Zweck
der Untersuchungshaft dadurch nicht gefährdet wird. Die Ver- ordnung empfiehlt auch für solche Gefangene, die zum Schul- besuch nicht mehr verpflichtet find, „eine anregende, die sittliche Hebung befördernde geistige Beschäftigung.“
Reuß. Greiz, 27. Dezember. Der Fürst und die
Fürstin find heute nach Bückeburg zum Besuche des dortigen Fürßlichen Hofes abgereist. _ Heute verstarb hier der Fürstliche
“Leibarzt und Medizinalreferent der LandeSregierung, Geheime
Medizinal-Rath ])r. H0 ck b er ge r.
Elsaß-Lothringen. Straßburg, 24. Dezember. Ve- kannilick) haben die Gemeinden und Private während des Krie- ges vielfältig Lieferungen an die franzöfische Armee gemacht. Die desfallfigen Reklamationen smd von der franzöftschen Re- gierung geprüft und in erheblicher Anzahl ais begründet aner- kannt worden. Wie die „Els. Korr.“ hört, wird die Auszah- lung der genehmigten Beträge an die Empfangsberechtigten in den nächsten Monaten durch Vermittelung der deutschen Behör- den erfolgen.
Ueber den Fortgang der Arbeiten der gemis ch1en Kom- mission erfährt dicielbe Corr, daß die noch rückständigen Ab- rechnungen wegen der vor und nach dem Kriege vorgeschoffenen Pensionen, über die Finanzabscdlüffe der Departement?- des Oberrheins, der Mosel, Meurthe und der Vogesen, sowie in Betreff der departemenlalen Venfionskaffen voraussichtlich bald beendigt sein werden. Die gemischte Kommission wird alsdann fich unmittelbar mit der Vermögens-Nuseinanderseßung der durch die neue Diözesanabgrenzung getheilten Pfarrbezirke zu beschäftigen haben und damit ihre umfangreichen Arbeiten zum Abschluß bringen.
, _ (Straßb. Ztg.) Vorgestern folgte ein großer Zug von hohen Offizieren, daruntrr Se. Exceilenz der Gouverneur, und zahlreiche Mannschaften dem Sarge der barmherzigen Schwester Maria Urbana (vorn Niederbronner Mutterhaus), Welche tm Militärkrankenhaus mit aufopfrrndfter Hingabe thyphuk-kranke Soldaten gepfiegt hatte, bis fie selbst von der tbdtlichen Krank- heit ergriffen wurde. Schon in den Feldzügen von 1866 und 1870/71 sowie in verschiedenen Militärspitälern hatte fie sich als Krankenwärterin aiisgezeickmct.
Oesterreich = Ungarn. Wien, 28. Dezember. Yer Erzherzog Kronprinz Rudolf ist _ gestern nacl] Wie11zuruck- eke rt.
g h_ Die Finanz-Kommission des Herrenhauses beantragt in ihrem Bericht: Das Herrenhaus wolle der Kaiser- lichen Verordnung vom 13. Mai 1873, wodurch die Bestimmung des H. 14 der Staiuten der privilegirten österreichischen National- bank Über die Bedeckung der im EScompte- und Belehnung?)- geschäfie auSgegebenen Notensummen aufgehoben worden 1ft; dann der Kaiserlichen Verordnung vom 11. Oktober 1874, durch_ welche die soeben erwähnte Kaiserliche Verordnung vom 13. Mai 1873 wieder außer Wirksamkeit gesrßt worden ist, die ver- faffungömäßige Genehmigung ertheilen. __
Post, 28. Dezember. „Pesti Naplo“ meldet: Wahrend der Feiertage wnrden Ministerkonferenzen abgehakren. *Im _ge- strigen Ministerraihe wurden laufende Angelegenheiten erledigt. Seitens der Regierung wird eine Vorlage Über Verbesserung der Krsditverhältniffe vorbereitet, entsprechend dem jüngsten Be- schlusse des Unterhauses gelegentlich der Debatts iiber das Wucher- geselz. In Folge der Feststrlluxtgen des Finanz- u11d Stegeraus- schusses erhielt das Gesammtbudget eine weseni_[1ch veranderte Gestalt. Der Finanz-Minister bereitet eine vergle1chende Zusam- menstellung vor, welche den AUSgangSpunkt weiterer Bcrathnn- gen bilden soll. _ __ _
Am Neujahrstage erfolg1 die Enthebung der 1112111611 stadti- fck)en Ob er ges p äne sowie mehrerer KomitatS-Obcrgespane, be- züg[ich der leßteren 'auf eigenes Ansuchen.
Das Inkompatibilitäicögeseß wird in der nächsten Reichstag6fißung promulgiri; an der Verzögerung war ein ge- ringfügiger Formfehler Sohuld. _ _
Agram, 27. Dezember. In der heutigen Sißung des Landtags (zu Pest) wurde der Bericht der Verifikations- Kommission vom Hause einstimmig angenomm1n und dem z1_1- folge die Wahl des Abgeordneten der Stadt Kreuz Ludwrg Baron Ozegovic definitiv verifizirt.
Schtveiz. Bern, 26. Dezember. In seiner heutigen Sißung har sick) der BundeE-ratk) mi1 der Ver- theiiung der verschiedenen Departements 17.111217 seine Mitgliedkr für das Jahr 1875 beschäftigi. Das politische De- partementerhielt, wie immer, der Bundes-Präfident, als welcher, da der seitherige Bundes-Vize-Präfident Welti diese Wahl aus- geschlagen, fiir das nächste Jahr Bundesrath Scherer von Winter- thur (Kanton Zürich) gewähit wurde; ebenso wurde diesem, ww immer Üblick), als Stellvertreter der BundeS-Vize-Präfident bei- gegeben, welchen Posten für das nächste Jahr Bunchrath Bärel von Neuenburg einnimmt. Das Militärdepartement wird, entsprechend s einem Wunsche, dem Bundesraik) Welti von Zurzach (Kanton Aar- gau) zugctheilt, welcher zum Strllvertreter Bunchratl) Ceresole von Bever) (Kanton Waadt) erhielt; dieser erhielt das Justiz- und Polizei-Departément und zum Stellvertreter Bunde-Zrath Wesir, VundeZ-Vize-Präfident Borek erhielt wieder das Poft-Departe- ment und zum Steilvertreter Bundesratl) Näff von St. Gallen; dieser das Finanz- und Zoll-Departement und Bundesrath Knüsel von Luzern zum Stellvertreter; dieser das Departement des Innern und Bundeörath Schenk von Signau (Kanton Bern) zum Sterertrcter und diese endlich das Handels- und Eisen- bahn-Departement und Bundes-Präftdent Scherer zum Stellver- treter. BundeSrath Näff ist das älteste Mitglied des Bundes- raths, Borel das jüngste; dieser ist 39, jener 72 Jahre altZ Knüscl hat das 61. Altersjahr erreicht, Schenk das 51., Welti und Scherer das 49., Ceresole das 42.4
Großbritannien mid Irland. London, 28. Dezember. 311 dem Befinden der vorwittweten Herzogin von Cam- bridge ist seit Sonnabend Befferung eingetretkm. .
Spanien. (N. A. Z) Derselbe Korrespondent der „In- dependance“, welchem die Details über die in den nördlichen Provinzen im Felde stehende spanische Armee entnommen waren,
“ theilt neuerdings seinem Bkatte auch Bemerkungen über die
carlistischen Streitkräfte mit. Da er im Hauptquartier zu Logroüo verweilt, so mögen die von ihm gemachten ?lngabe_n ungefähr die Ansichten des spanischen Generalstabes uber die Gegner wiederspiegeln, ,
Der Korrewondent Warni ganz besonders vor den Uebertrsibun- gen, welche 1n Bezug auf Ausküstung, Starke und Zusammenseßupg des carlistischen Heeres in Umlauf sind. Daß car_11st_1s_che Heer 1st theils durcb Zwangöaußhebung, theils durch _ die Fretwrlltgerz gebixdet worden. (Erstere hat man in den nicht bask1schen Landedtheilen yrak- tizirt, um die Asturier und Castilianer unter dre Fahren des Praten- denten zu zwingen. In Navarra sind dagegen aus der Mitte der Bevölke-
rung selbst 12 Bataillone und zahlreiche Banden gebildet worden, Welche Letztere die Verbindungen, das Nachricbtenrvcfen u. s. 11» be- sorgen. Diese wölf navaxrefischen Bataiüone haben im Laufe des Bürgerkrieges s on oft ihre Führer gewechselt. Guipuzcoa hat zehn, BiScava eilf nnd Alara acht, theils durch ZtvaugSauöhebung, theils durcb Freiwillige formirte Bataillone geliefert. Unter diesen „Ba- taiÜonen“ iind indrß keineswegs regulär abgetheilte und formirte taktische Körper, wie bei den europäischen Heeren, zu verstehen. Sie erreichen bisweilen die Stärke von 1000 Mann, wenn fie einen bedeutenden oder populären Führer aq der Spiße haben, und sinken im andkren Falle wieder bis zu 500 Mann und dar- untkr herab. Eiko hat sein Möglichstes aufgeboten, diese Ba- iaiÜone durch neue Aushebungcn auf einen regelmäßigen Kricgs- fuß zu bringen, aber die Provinzialdeputasionen sowohl wie die Vllkalden dahin erklärt, daß das Land nicht mehr zu leisten vermöge. Neben dieskn 41 navarrefiscben und kask1schen Bataillonen bestehen 4 castilianische und 3 asturiiche, Welche fich bi§her ziemlich gut geschla- gen [)aben. Einzrlne diefer Bataillone find mii neuen Waffcu und Uniformen auSgeriistct, andere geben in 531111111111 einher, und einzelne Ortschaften, wie Galdacano und Orduna, hatten Gelegrnheif, sich von dem bedauernSwertben Aussehen verschiedenér carlisti1chcr BataiÜoUe zu überzeugen. Jm Uebrigen rariirendie Kostixme ]? nach de::_ Pro- vinzen. Am meistsn beklagen d1e CarlistLTT fich uber ihre Bat_a1110ns- und Compagnie-Offiziere, auch die Unteroffiziere taygen nich1_vrel,_ und die Einübung und DiSziplinirung der Massen 1s1 fiir d1e_Fu_br1-r äußerst schwierig. Dcr ganze Unterricht der Mehrzahl der carbstqcben Soldaten bestehi in den eleiyeutarsten Uebungen in drr Handhabung der Waffen und dem Srbiyßen nacb Kdmmando. Dagegen werden fie viel im Auswerfen von Laufgräbcn, ihrer ha17ptsäch1ichste11 Stuße, Jeüdi. Dis Bajonetangriffe werden von ihnen _aus Jns1111k_t odrx aus Fanatismus unternommen, denn nach ihrem etgenen Gestandmß besitzen fie nicht die geringste Kenntniß vom Fechten mit dieser
Wa e.
ffDie carlistische Kavaüerie ist nur sehr schwach und rckruiirt sicb aus navarrefischkn Deserteuren. Sie ist ziemlich gut_ beriitsn und trägt die blanc Uniform und rothen Hosen _derama-Hujaren der reguläxen Armes. Die carlistische Artillrrw ist M AÜgemcmen das Gegeniheil von dem. Wofür sie gehalten wird._ Sie bestsbi aus viczr verichiedenen Kategorien von Gejchüßen, _Ersii1ch wiede, we_lch€ die Carlisten selbst in Vera und Lizpcitia fabrizirt baden. _D1e gegen Bilbao verwendeten Mörser zersprangen unter dsn Handen der Bedienung. Ferner [Jaden fie einige alte Kanonen 111 Bis- caya angrgraben, oder in einigen Städten forigcnornmen, wv d1e selben als Zierratb aufgestellt waren. Endlich sind 111 Englgnd und Deutschland Geschüße angekauft wordrn, Welch: von den dortigen Re- aiernngen refusirr wurden. Außerdkm besitzen dic Carlisten an Wirbwortkyßcscbüßen sechs Feldsiucke_ und v_1er vor_Jrun v2_rwe_11d1'1e große Positionsgejcbülze. Hauptiächl1cb gebrichi 94 WM 2111016112 an Mauleskln und ausJ-ebildeter Bedienungsm-_ nichast. Sobaid dix von England mit den Gcschüßen gekommene Mum 1011yerbr1111cht rst, konnrn sie dirsclbcn nicht Vsrwenden, da die eigener Jabr1ke11 mcht 1111 Stande find, diefe Munition zn cr1elzen. Den Regierungsirnppen haben sie beiCuenca und Moya vier Kruppfche Kanonen abgcnommcn, und auf gleichem Wege kam die Prätendertenarmee qnch in_drq Besißwon acht kleinen Birgiwubitzen alten Musters. Diese ArNÜer1e_unter_11ek)t der Leitung eiraiger tüchtigsr und fremder Ossincre und" ist _bct dcn Belagerungen Vorzüglich verwendet workgn, 111 aber Fur die Ver- Wendung ais Feldart1üerie weder au6g9111s1;t__11och zmammengewßi. Der Korrespondeni scbäßi die „regulären“ Kräfte der Carlisten auf einige dreißigtausend Mann. _ _ _
_ Das carliftische Organ „Euartel real“ brmgi die M11-
theilung, daß ESpartero am 21. d. M. gestorben 1st.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 30. De- zember. (W. T. B.) Die vom Kaiser eingeseßte ministerieÜe Kommisfion wird demnächst ihren Bericht in Betreff der hbherJU Lehranstalten erstatten. Gutem Vernehmen nach wrrd die- selbe eine Revision der Stamten der gedachten Lehranstalien empfehlen, welche" auck] vom U111errichiö=Minister besonders befur- woriet wurde. _ Die Aukunft des diesseitigen Botschafters 111 London, Grafen Schuwalow, der im Laufe des Jarmar zu kurzem Aufenthalte erwartet wurde, steht erst im Aprtl 1. I, bevor.
Amerika. Per Kabel wird aus New-York rom 26. d. gemeldet: Das Wahlamt von Louis i1_111_a hat angezeigt, daß die Republikaner einc Majorität von zwei 1111 Reprasentante1chczuse des Siaaics haben. Die durch die beanstandeten Wahlbertchte verursachte Aufregung nimmt zu. _
_ Ein Telegramm aus Ottawa vom 25. d. M meldet, daß auf den Vorschlag des britischen Ministers für d1c Kolonien, Lords Earnarvon, eine Lösung der strei1igen Fragen zwischrn der Regierung des Dominion und der von Brittsch-Columbta bx- wirkt worden ist. Die Punkte dieser Ueberemkrwft umfaffrn d1e unverzügliche Horsteüung einer Eisenbahnverbrndung zwischen EHquimault und Nanainw, einer TelegrapHenleitung und __enrer Wagenftraße auf de111 Festlande, welch (eßterr sdbald ales moglich durch eine Eisenbahn erseßt werden soll. DU? ]ahrlick)e AuSgabe für diese Zwecke ist auf 2,000,000 Dollars vxransthxagr. Die Eisenbahnsoll gegen Ende von 1890 vom Superwr-Sce bis zum Siillen Ocean fertig gestellk werden. _ _
_ Die Cuba betreffende Stelle m der nunmehr im Worilaute vorliegenden Botschaft des Präsidenten Grant lautet:
„Der bedauernHWertbc Kampf auf Cuba danert ohne_irgend welche markirte Aenderung in den relativen Vorthétlen dcr 1trL1tenden Parteien fori; die Jusurrektion nimmt ihren Fortgang, aber Spa111e11 hat kein Uebergc-wicht gcwonncn. Sechs Jahre des Kampfes geben der Jusurrcktion 171111" Bedeuiuyg, _ dir nicht 111911511161 Werdén kann. ZHW Daucr, dic H1rinäck1gke1t _1lyr1'r Anhangcr, 1111_d_ ebenso die Abwcsenizeit einér manifestirien Macht sie 311 bswailgey auf Seiten Spaniens, können “nicht besiriitew werdkn und dizrftsn einige PVsiiiV'L Schritte Seitens anderer Machte zur gcbietertsckyen Notick1ve11digkeit (& 111111161" 0f 881k-1180659112F) machen._ _Jck) hatte _zu- versichtlich gehofft, um diese Zeit das Arrapgement ewiger der Wick)- tigen zwischen dieser Regierung und drrxemgen Spaniens schwebender Fragen ankündigen zu können; 91161 dte_Vcrl)a11d1ungen find m _dte Länge gezogen worden. Die U11g111ck11chen„11111eren _«Paitgngep Spanwns fordern unsere tiefe Sympathie (_)eraus Und mrrssen riclle_1c_ht als 111- sache einigcr Aufschiebung acceptwt werdet). Erne fruhzxtttge, wenig- stens theilweise Regulirung der Fragen zwtsxben den Regierunßcn 1v1rd erhofft. Auf die Resultate der azzgenblrcklich _schwebenden Verhand- lungen Wartend, verschiebe ich vorlau_fig eme weitere 11111) a11_sfuh_ri1chere Mittheilung über die Bezirbungen d1e1es Landes zu Span1€11.'
Afrika. Wie die „Opinione“ meldet, ist_der dirigirende Ab- theilungschef im Iustiz-Minifterium, _Cav. Gutseppx Haimann, in derselben Eigenschaft in dem ägyptischen Staatsdienße gngrstellt worden. Diese Wahl ist auf den Vorfchlag_ des_ tta11en11ch_en Mini"'ters Siegelbewahrers erfolgt, der vom "(1 qptrschen Justiz- Mini“1er ersucht worden war, ihm emen tu tigen, erprobten italienischen Beamten für diesen Posten vorzuschlagen.
_ Aus der Capstadt wird unterm 5. d. M. gemeldet: Präfident Baughers begiebt fich _nach Europa, um eme Anleihe von 300,000Ls1r. für eine Eisenbahn von Delagoa nach" Nachenberg aufzunehmen. Dem „Nami Mercury“ zufolge ist für den Bau der Natal-Eisenbahn eine Subsidte, bestehend und 50,000 Lstr. uud 500,000 Morgen Landes, angeboten worden.
Australien. Das Parlament von Victoria wurde
Nr. 94 des „Amts-Blatis der Deuischen Reichs-Post- Verwaltung“ bat folgenden Inhalt: Generalverfügunaen: Vom 26. Dezember 1874. Ausführung dss Yddiiional-Fabrposr-Berirages mit Belgien vom 22. November 1874. Taxe für Druckiacheu und Waarenvroben im Verkehr mit Ocsterreich-Ungarn. Vom 25.Drzem- ber. Ecmitielungen über die frachtpf1ichtigeu Packete auf der west- fälischen Eisenbahn.
Reichstags = Angelegenheiten.
In einer Siezuna des Reichstags wurde kürzlich von dem Abg. v. Schulte zur Sprache gebracht, daß die Legitimations- karten dcr Reichstags-Abqrordneten zur freien Fahrt auf den deutschek Eisenbahnen auf einigen Bahnen abgestem- 13811, auf anderen abgenommen und erst auf einer der folgenden Sta- tionen zurückgegeben würden, obwvbl auf der Rückseite der Karten ausdrücklich vermerkt sei, daß nur die V_orzeigung dxrselhen verlangt Werden könne. (T's “wurde hieran dor Munich geknüpft, daß das ahr- personal veranlaßt werden_ möge, fick) mit der Vorzeignng der arte zu bcgnügen. Der preußische Handels-Minister hat nun, wie die „N. A. Ztg.“ mitiheilt, die unterstehenden Eisenbahndirrktionen und Kommissariaie boaufiragé, die Fahr- und Revisionßbkamten unweriüg- lick) mit Anweisung dahin zu versehen, das; sicb diesclbsn bei Aus- übxmg der BiÜetkonirolc mit der Vorzeigung derartigkr Karten be- gnusen.
Landtags = Angelegenheiten.
Nack) dcm nunmehr Vorlikgenden amtlichen Rssuliai der am 28. d. M. statigfhabien Ersaßwabl zum Abgeordneisnhaufe für den 9. hannovrriicbcn Wahlkreis Chreni111rg-Dievlwlz wurden für den gswähitm Kandidaten der nationakliberalcn Partei, Rechts- anwalt ])r. Plate zu Diepholz 86 Stimx-Uen abgegeben, Der frei- konservaiive ngenkandidax, Kreiébauptmayn Drnick? in Diepholz, erhielt 77 Stimmsn.
Kunst, Wissenschaft und Literertur.
Dem ordentlichen Profrssor dsr Pbyfik an der_ Unirersität Heidelberg. Gebsimeu Rath 1)1'. Gustav Kirchl)off, :| M nach- gesucbiL Entlassung aus dem bad1schen Staatsmenste eriheiltwordea.
_ Dar Glockengießer Ham 111 zu Frankenthal bar dieser Tage dem Vorsißenden der“: ((Central-Drmbauvereins die M1ttv€ilung zu- kommen lassen, da" fich das Aufziehrn dar Karserglorke an _das für sie bestimmte Gerüst wogrn der kurzen Tags und des u11günst1gen Writers ilwas ve'zöqert [)abc. _Nunmehr habe die Glocke ihre Stene eingenommrn; das Riefenwerk 161, so viel er bcuribcilrn könne, auch in Bezug auf den Ton vollständig gelungen, und es werde die Kom- misfion zur Priifung der Glocke erwartsi.
- Die 10 bciräÖtlicbcs historisches 1:11d_ e_tbnologiiÖW Interesse be- fißcnde Sammlunß antiker K111iosiiaten, dre 131. Leitner, dsr bekannte deutsche Gelehrte, jüngst aus Indien mitbx'achir, und die in Wien wie in London öffentlich ausgestcÜt gewesen ist, soll nun, Londoner Blättern szolgc, in den Besiß der Judia-Officc (Ministerium für Indien) übergxhen.
_Ezra Cornell, Gründer der freien Univrrßiät, welche seinen Namen tkäJk, einer ÖL? gsmÜnnüßigsten Bürger des Staates New- York, ist am 9. ds. im 211111: von 67_Jak)rc11 gestorbrn. Dem Unter- 111hmungsgcisi dcs Verstorbenxir i1t anch die AuSdshnung des Telegraphensystcch 111 den Veremrgien Staaixrr 311 _verdauken. _ Im Jahre 1844 bauic er die erste Trlcg1apir11-L1nirzw1sch€_n Baltiuwre und Washington, dann dic Linien zw1ichen Philadelphm UNd New- York, New-York und Albany UND vcr1ch1edcne andere.
Land: und erftWirthfchaft.
Zn d-xr Eisenbabuiariffrgge 1111 der ständige Nus- scbuß dcs Dcntschrn LandwrrtbsthafiSrafhs folg€nde Er- klärung veröffentlicht: _ _ _ _
Nack) Übéreinstimnwndsn M1iiheilungench11 drr Zwichskanzler Fürst BiZmarck drm Bnndcsraihe untcr Moiivirung durcb SML Druck- schriff des ReichI-Ciicnbc1111131711113 vorgeschlagcn: _ _
1) die durcf) den BuuchratlxsbciÖluß_vo1_11_ _11. Jam Hrrbei- geführie Cisenbaimtarif-Erhöhung vrn dUrch1chn11111ch 20% nur yor- bcbaltlick) einer durchgrcifondrn Rsform des Eissnbahntartsö und Be- 111ebö1rcie11s lediglich interimistisck) fortbcsteben zu lasson und zwar unter folgenden Bescwänkungrn: 11. dgß hinfort tzeben ren_ von der Tariferhöhung ausixeswlosseuen G1g€nstande_n, namlich Getreide, HU!- senfrüchte, Kartoffsln, Salz, Mehl und Muhlenfwbrikatc, fernerWeMg ausgeschirssen bleiben und also zu dcnSaßrxr bcfordert wrrdcn, welche vor dem 1. August bestanden: DiingungSUUTtxl, FutiewnÜtel, Holz, Visi), sowir Zucker und Spiritus 11125 landwirtbscbgstlrcix-rProdukte, Kohlen, Koks, Erze, Stsine, Robciser; 1). daß die Taxiseriwhung, soweit fie Platz greift, nur bis 311 Höchstens 2076 rrfolgsn dars;_ _
'2) baldmöglichst cin_d1'r Re1chLVOrfassung eniiprrcbcnch emheü- lichcs und einfaches Tariswstem 11.111) _vorheriger Ungebrnder quurte durch greignete Vrrircicr dsr La11dw1rx_[)scha__ft, der Industrie, 1384 Handels und dsr Eisenbahnen dcsiniiiv cmzufuhrrn. _
Wir, der uuirrzeicbnetr 2111514911); des_Deu1schcn Lwdwwtbsckzafis- 11111316 erklärrn Hiermit, im writerry Versolg der Anfrage und New- 111iioncn des Deutfche11 Landwiriwäw'siskaihes vom Oktober 1). J., unsere voÜe Zustimmung zu dirsrn Y_orschlagen, welch? _w1r_a1s ent- smeckrrnd drm Geisir dcr Reichsverfasiurrg und dcn BedUrfmffcn der Deutschen LandwirtHsÖafT wie allkr Ko_n1111_11_cnten cinerkinnen. Gegrn- iiber cinem etwaigen Widerstand? der c1111€1itg€11Etseuvai)n-Jr_1tereff€11, getragen, sei es 1) 11 den Verwaltungsm drr Prwatbadncn, sei es von fiskalischen Bssircbungcn d--r Einzel-Ziegrerungpn, _fordernwrr unsere BerufSJenossen auf, Enkrgistl) und _1n1t_a[[e11 zuiaisigsn M1112ln,_a1_1ch in den Laxxdesvsxtreiungen der C111zel7li1aicn ihren ganzcn Einfluß geltend zu 1111141111 und die, den_ naiionalcp (Hejammtßytchssstn 8111- jprecbeude Eisrnbahn-Politik, Wie fie fich m obtgchorickyiqgon kund giebt, kräftigst zu untarsiüßen. (1111tcr1ch1111cn.)
Berlin, DM 23. Dszcmbcr 1874. »
_ Febrmanns elastischsr ZUJ-Apparcrt _(sdgenanntxr Pferde- Schoner) ist in 1191161191“ Zeit auch von dcu1_Komglich baysr11chen Pro- fessor Braungart auf dem Staatsxxut „We1henstepbc1n“ i)1nfichtl_1ch feiner Leistungsfähigkett untrrsucht wwrden. Dabe1 wyrde konstaurt, daß selbst bei einer von 200 auf 700 Pfuyd gesteigxrtkn Mehr- belastung der Zugstab sicb verlängertc, als:; d1e Elastizitat des Ap- parats nicbt schwächte. Die übrigen Vorzuge des Apparats find eben- falls von dem Prof. Brauxgart anerkannt worden.
Gesv'erbe und "Handel.
Wie wir bereits mii etheilt, erfährt der CburSzettel der Berliner Börs e vom . JUnuar ab_ eine erhebliche Umgeßaliung inFolge Einführung der neuen Reiwswayrnng. Unseren diesbczuglrchen Angaben lassen wir heut eine voÜständ1ge Zusammensteuung der _be- Vorsiehenden Aenderungen folgen und raihen u_nseren Lesern, fich dtese Darstellung zum Verständniffe der "neuen _Notnungcn aufzuwaabreu:
1) Sammtliche Papiere, deren _Nottz jeßt „yor 11-111 lautet, werden „per 091112“ notirt. Sämmtltche Pap1ere, W?lche__1_e_ßt „per Stück“ zur Notiz gelangen, werden 111 „_Rmk. per _Stuik nottrt. Sämmtliche Paptere, wclche jeßt_„per Stuck, aber nicht m Rtblr., sondern in fremder Valuta“ notirrumden „(z.B, Lombard, Zprpz. Prioritäten), behalten di? e Notiz bei; nur 11a11e111sche TJkaSaktren und türkische 400-Francs- oose w'rden _in „Rmk. per Stuck nottrt (Stückzinsen vom eingezahlten Kapital a. 100_Francs = 80 R_mk.)_
2) An Steile der jetzt üblichen Bruchz1ffeciz ireien zWeistekltge Dezimalbrüche, und zwar nur solche _deren zweite Z1ffer 5 oder 0 lautet. Eine Abweichung tritt nur be1m Wechselcour§ von London, sowie bei den Notirungen der Goldsorten insofern em, als die ge-
laut Telegramm aus Melbourne vom 24. 'd. prorogiri.
nannten Course auch in dreistelligen Dezimalbrüchen uotiren;