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völkerung bei den Diskontoveränderungen und ähnlichen Fragen stets geltend gemacht werden. Ich will mich aher darüber nicht weiter verbreiten. Die Sache ist zur Genug: erörtert. Der Herr Abg. von Staudy da egen erwartet eine Diskont- veränderung von einer partie en, noch mebr , von einer totalen Verstaatlichung. In dieser Beziehung muß ich ihm entge entreten. Die Höhe des Diskonts wird stets von einer völlig una hängigen Reichsverwaltung lediglich im öffentlichen Interesse festgeseyt; der Zentralausschuß hat keine Initiative, er wird nur utacbtlrcb gehört, und ich kann versichern - man wird meiner, erficherung wobl Glauben schenken -, daß ein Einfluß auf die DiOkonterböbung in dem Sinne einer Von den Interessen der Mitglieder diktierten Beeinfluffuna niemals zu bemerken gewesen ist. Aber ich kann diese prinzipielle Frage jeßt Verlaffen. Die Anträge auf Uebernahme eines Theiss der Antbeile durch das Reich haben im Hause wohl nicht die mindeste Aussicht; sie sind schon in der Kommission gestellt, aber mit großer Mehrheit abgelehnt wvrden. Zur Diskussion steht heute baudtsächlicb und zunächst die Frage der Kapitalserböhuna. „Nun möchte ich doch bitten, sich daran zu erinnern, daß _die Regierung selbst eine KapitalSerböbung, und zwar eine recht betrachtliche, Vor- schlägt, Don 30 Mikiisnen Mark, und außerdem noch em Wieder- eröffnen des Reservefonds, der weiterhin auf die Höhe Von (_50 Millionen Mark gebracht werden soll, sodaß man im Ganzen zu einem eigenen
Vermögen der Bank Von -210 Millionen gelangt; das ist gewiß,
recht ansehnlich. Es ist nun von der Kommisfiqn schließlich ein Kompromiß zu stande gekommen, wonach über die 30 Millionen, die die Regierung vvrschlägt, hinaus noch eine Weitere Kaditalerböbung stattfinden soll, aber nicht wie jene sofort, sondern xpatestens nach fünf Jahren, innerhalb deren abgewartet rverden kann, wie sich die Verhältnisse gestalten. Es bleibt da immerhin die Möglickxkeit, daß mit der Bewölkerung und dem Verkehr auch die Umsätze der Reiche- bank und das bLkLÖÜrite Kreditbedürfniß sich in der Weise Vermehren, daf; schließlich eine größere Erweiterung der Garantie, die im Stamm- kavital liegt, und die kleine Erweiterung der Betriebdmittel, die da- durch herbeigeführt werden kann, tolerabel tein würden. In diesern Sinne ist eine Erklärung_ vom Herrn Staats-Minifter Grafen ron Psiarewskv in der Kommiiswn akgegeben werden. Nun er- scheirren aber jetzt viel weiter gehende Anträge. Herr 1)r. Arendt namentlich führt aus, das Kapital muss sofort auf 180 Millionen erhöht werden, weil weit mehr Betriebsmittel für die Reichsbank nötbig seien zur Verbilligung des Diskonts. (Gerade Von dem atxgen- blicklich abwesenden Stellvertreter des Herrn Reichskanzlers ist ickwn bei der ersten Lesung der Bankvorlage geltend gemacht, das; weder der Baaroorratl) der Bank mit Hilfe der KavitalSerlI-öbung eine dauernde Vermehrung erfahren würde, noch daß eine Ermäßigung des Didkonts davon 311 erwarten sei. Für die Betriebsmittel der Bank kommt das Stammkapital sebr viel weniger in Betracht als die Noten und fremden Gelder, jedenfalls erst in sekundärer Weise. Herr Dr. Arendt bat freilich in dieser Hinsicht seine bekannten An- ichauungen darüber vorgetragen, daß die, auch nach meiner Meinung, bedanerlicbe Höhe des Diskonts, zu der wir namentlich im letzten Winter genöthigt gewesen sind - jetzt smd wir wieder auf 4110/13 heruntergekommen -, nicht zurückzeiübren sei auf den dock) in der That Von allen Seiten außer Von ihm zugegebenen großen Aufschwung der Industrie, des Ünternebmungsgeistes unserer Landsleute, der deittschen Tbatkrait; er führt den boden Diskont allein zurück auf den angeblicbewGoldaifluii ins Ausland; 11) habe ich__ii:n verstanden. Er hat aber 1 zur Bekräftigung teiner Auffaiitmg recht falsche Zablen angegeben. Er führt an, die ganze Zemaléme der Ansprüche an die Bank, wie _ fie fich in der zinstragenden Anlaae, also kaudtsächlick) iii Wechieln und Lombard aiiedrücke, habe nur '200 Millionen betragen, rom 15. Februar 1895, dem Tage, wo die Reichskank am reichlicbsten mit Mitteln versehen gewesen, bis zum 15. Newember 1898, der unmittelbar der Diskonterböbung auf 60/0 vorangina. Nun ist eiiie Zunahme der Anlage Von '200 Millionen gewiß ickwn recht beträchtlich. Außer der Anlage kommen kei der Diskontfeitseßung überdies noch andere Dinge in Betracht: nament- lich der Stand der Baarmittel und der sogenannten fremden Gelder. Aber 200 Piiüionen sind eine ganz falsche Zahl. Er; bot in der yon Herrn Arext'et angegebenen Zeit eine Zunahme um das Dedrelte stattgefarden; die Gesammtanlage in Wechseln, Lom- bard und Eikekten hat am 15. Februar 1895 betraJen 544,8Mi11ionen, am 15. November 1898 961 Millionen, das macht eine Differenz von 418,2 Ykillienen Und nicht Von 200 Millionen. Herr Dr. Arendt hat weiter darauf hingewiesen, daß die Zumalxme der Noten in der Zeit vom Februar 1895 bis zum Nodember 1898 eine veriältnißmäixig garnicht sebr bedeutende gewesen sei, und will damit beweisen, daß der bebe Diskent lediglicv auf das birarthe-gangene Geld zurückzuführen sei. Einmal baden fick) die umlxafenden Noten in der kritischen Zeit überbaurt um 156,8 Millionen Vermehrt, wenn man jene beiden Tage mit einander Vergleicht, sodann kommt es über- baurt darauf nicht .in, sondern aui die durch den Baarvorratb un- zereckten Noten. In diesen liegt ja ws Mittel für die Reichsbank, Ulli elastisch den Münzumlani zu ergänzen, dcn Notenumlaui aur- Zlikkbkikki, wenn er nötbig ist, und bier zeigen sicb ganz gewaltige Sranmmgen gerade in jener Zeit. Wir hatten am 15. Februar 1895 eine Ueberrkckung rrn149 Millionen, dagegen am 15. November 1898 waren kUkÖ ken Liaarrdrratb ungedeckt fast 368 Millonen, das ergiebt einc Srannrmq ren 517 Millionen. Meine Herren, gerade in dieser Ziffer drückt sich am alierdelitiickosten „13-5, welche Ungedeuren Ansdrücbe eben an die NeiÖZbank seiteiit werden sind Und sie zu den beben DiZkOritiäyen rorüdergelxend ge- nötdizt baren. Man kann, wie ich wiederhole, mit Hil'e ,',rdßerer Erweiternng res Stammkapitals in keiner Weise berheiflibr-n, daß rnzn weniger Ungereckte Noten aii-Ziiiedt. TAI Stammkaviial spielt im wesentlichxn mir die Rolle eines Garantiekapital-Z: man muß fich sogar Hüten, VOM Stanrriinkt eines ordentlichen Bankrolitikerö, in der Erködrmg zii weit zii geben. Jeb möchte in der Beziehung 11111:
einen «anz kUrzen PaFUZ aus der bezüglicben Ausiüdrung des Herrn Preieffore Wzgner in ieinem neck) immer iel): beachten;;wertben Werk über Zetteliaxikrolitik verlesen: „Emtgegen einer derbreiteten Anichauring und in Verkennung der wahren Aufgabe res Stammkaritals einer Bank ist zwar ;m sri) ein ,bokez“ Karital niwt nnr kein unbedingter VrrtÖeil, sendern "m,;ekebrt nicht selten e:n Nachtbeil, weil eine Geiaxr für eine Tiank. Demi e:n großes Karital kann im gewöhn- licheri soliden ankzeirbäit nichr immer gerügend rentalrel gemaeht werken urid rerss-krt rarer die Bankderwuitung mitunter zu ge- mgteren Geschäften.“ Tae iit eien die Sache. Die Verwalten,; elaurt mit dem jerxigen Kurital und der in der .'„liegierunngi-lage rer,:eieioexien Erhöhung auskommen zu können. Die KavitalSerkÖdUng 1'ri-l! dei Srannungen in der Netenaußßade ren 500 Miiliwnem und weir, lrei Svannunzen in den fremden Geldern Von einigen (Kundert Millionen keine erbe'vlicbellielle. Es rer5chlägt nickte, rb das Stamm- iarital etwa:"- größer ist oder nicht. Wir gladden also mit ren in der Verwge rergeieberien 30 Millionen QUézureichen, fird aber nicktt Un'cxlikkßi gegen die ivätere Erböburg Um 30 Millionen, irdald rie Verbälmiäe sie rechtfertigen. ')irm wellen die beiden ersten Herren Berrerner «der ir) schnell als möglich auf 60 Yiillionen erhöhen, und ra_eer3tltcn wir eben leicht in die Verlegenheit, von der Herr Pro- iémer Wagrer irriÖT: Wir würden nicht im stande sein, die weiteren 30 Miliienen, rie iriertbeicbafft werken irllen, im ieiidanankgeicbäit ::.-zulegen. Ist dies nicbtmöglicb, dann würde der Verwaltungniibts übrig bleiben, 315 Yariere zu kaufen, worauf lchrn mein Amtsvorgänger Herr ren Techend auimerkiam gemacht hat: ich kann in dieser Be- J!?ÖUUZ nur bestätixen, was er hierüber gefaßt hat. Auch der Herr Staateiekretär Graf Von Pesaddweky bat sicb bei der ersten Lesung res Yankgeirßes nicht aridere ausgesprochen ur“? in“. weientlichen viel- mebr ganz raéiil'e: auegeiübrt. Jnebeionoete erwarten die Gegrer 2er- einer Zrééeren Vermehrurg des Stammkapitals einen Vortheil bi:i“ichtlich kes Lombarrrerfebrg, Herr Aba. von Staurv bat den errarrrerkebr „ganz keiorders gerükmt als sicherste Anlage. ,Ich rrili rieZ'cEerkeit Jarnicbt ledgren: rer Lcmbardrerkebr ist so, wie er :en rer N::Éeiark zebandkalrt wird - ron Papieren beieiben wir 11»: „;;-z !irbere -, wirklich eine sichere Anlage. Es kcmmt aber ir: der Bankrerwaltung nicht bloß auf
die Sicherheit an, sondern auch auf die “ Liquidität der An-
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lage; ich habe das in der Kommis n ausführlich auSeinandergesetzt, Ju" ftrei en. Ueber die segensreiche Wirkung der Privatnotenbanken
und ich glaube, i kann hier wob von einer Wiederholung absehen. Der Lombardverke r bleibt für die Bankpolitik in Uebereinstimmung ,mit dem Bankgesetz minderwertbig und ist daher in angemeiienen Grenzen zu halten. So ar auf die alte Frage der Beleihung von landschaftlichen Pfandbr efen ist _Herr von Staudt) dabei wieder eingegangen; darauf will ich aber nicht ausführlich zurückkommen. Es wurde damals eine Bevorzugung jener einen Art von Papieren im Lombardzinsfuße erstrebt, und dazu konnten wir uns nicht entschließen, wir sind vielmehr dazu übergegangen, jetzt sämmtliche Papiere im Zinsfuße gleich xu behandeln. ch resümiere mich kurt dahin: mit dem bisherigen Stammkapital in Verbindung mit der Erhöhung, die die Regierung vorschlägt, kommen wir aus; wir wollen abwarten, wie weit wir in den nächsten fünf Jahren kommen, und ist es inzwischen irgendwie nötbig und möglich, dann wird die Regierung von der Be- fugnis], die ihr eingeräumt werden sol], zur rechten Zeit Gebrauch zu machen wiffen.
Abg. (Gump (Rp.): Alle Anträge meiner Freunde wurden in der Kommission in der ersten Lesung abgelehnt. In der zweiten Lesung sind aber die Herren, die eigentlich auf einem anderen Stand- tunkt standen, sebr entgegengekommen, sodaß das Wesentlicbste erreicht wurde: die Vermehrung des Aktienkapitals um 60 Millionen, die Er- höhung des Notenkontingents, die Beicbränkung des Dividendenbezugs der Reichebank-Antl)eilseigner und die Beschränkung der Reichsbank be- iüglicb des Prioatdiekonts. Es wäre politisch unklu ,diese Vortheile auf das Spiel zu setzen, indem man sich an dem ompromiß nicht be- tbeiliqt. Aueh die Konservativen sollten bedenken, daß in diesen vier Punkten die Hauptsache erreicht ist; sie sollten für die ompromiß- anträae stimmen.
Abg. Büsin g (nl,): Nack) sehr langen und sÖweren Kommissions- verbandlurigen ist es gelungen, zu einer Einigung zu gelangen. Ich habe namens meiner Freunde die Erklärung abzugeben, daß dieselben
sicb einstimmig dem Kompromiß anschließen, daß fie sich also auf den -
Boden der Kommisfionebescblüffe stellen und gegen alle abweichenden Anträge stimmen werden.
Abg. Fischbeck (fr. Volkep.): Die Ausführungen der Herren von Staudt) und Arendt bringen niÉts Neues. Wir fühlen aucb nickit das Bedürfniß, uns mit Herrn Arendt noch auseinanderzuseßen. Wir werden für die Kommissionsbescblüffe stimmen.
Abg. 1)r. Siemen s (fr. VW.): Auch wir werden unter Ablehnung aller Anträge für das Kompromiß stimmen.
Abg. Dr. Arendt: Was haben denn die Parteien, die dem Kompromiß zugestimmt haben, eigentlich zugestanden? Sie haben die Diridendenbereckptiguna der UntbeilSeizner etwas beschränkt; im übrigen könnte deck) höchstens die Reichsbank davvn sprechen, daß fie etwas zugestanden babe. Redner polemifiert darauf gegen die Be- schlüsse der Kommission.
Damit schließt die Debatte. Der Antrag des Abg. [)]: Arendt wird abgelehnt, ebenso der Antrag des Abg. 131“. von Leveßow. Artikel 1 wird ohne Aenderung nach dem Beschluß der Kommistion angenommen.
Artikel 11 betrifft die Gewinnvertlieilung. Bis zum Jahre 1889 erhielten, die Antiteilseigner 4 Proz. im voraus, von dem Rette entfielen 20 Proz. auf den Reservefonds, und von dem dann noch verbleibenden Reste erhielten das Reich und die AntheilSeigner je die Hälfte: von dem 8 Proz. iiber- steigenden Gewinn sollten das.?)ieici) 3/4, die Antheilseigner 1/4 erhalten. Von 1889 ab bis ]etzt erhielten die Antheilseiqner 31/2 Proz. im voraus, von dem Reste nacb Abzugvon 20Proz. ftir den Reservefonds die Hälfte bis zum Betrage von éiPr03.; von da ab sollte das Reich 3/4 des Reste»:- erhalten.
Die Vorlage will den Bankanttzeilöeignern außer den 31/2 Proz. bis zur Höhe von 5 Proz. die Hälfte, von da ab nufr [F4 des Uebrrschuiies zuwenden; der Rest soll dem Reiche zu a en.
Die Kommission hat beschloffen, den AntheilSeignern nur 31/2 Proz. zuzitdilligen und von dem Reste nach Abzug von 20 Proz. fiir den Reservefonds 1/4 den AirtheilSeignern und 3/4 dem Reiche zuzuwenden.
Die Sozialdemokraten beantragen, den Antbeils- eignern bei dieser Art der Vertheilung niemals mehr als 5 Proz. zuzubiliigen; die Konservativen wollen daftir einen Betrag von 6 Proz. festgeseßt wissen.
Abg. Graf Von Kaniß (d. konf.): Man hat fich im Lande darüber gewundert. daß von den Sozialdemokraten ein Antrag ein- gebracht worden ist, der nichts weiter bedeutet, als eine Verstaat- liwung rer Reichsbank. Wik ändern eigentlich an dem gegen- wärtigen Zustande sehr wenig, wenn wir Ihnen eir-e solche Be- schränkung auf 6% vorsckIlaqen. In der Kommiifien w:r bereits vorgeschlagen worden, die Dividende auf 5i % zu besckoränken, dieser Antrag wurde aber abgelebnt, und wir rebmen ihn jeßt in etwaZ erweiterter Form aui. Wir sind uns darüber voli- kommen klar, daß eine solche Beschränkung der Dividende wahrschein- lich dahin führen wird, daß die Reichsbank nicht mehr auf so hohen (Gewinn binarbeiten wird, wie es aegenwärtia noch in einem gewisien Maße wenigstens der Fall ist. Um so leichter wird es sein, sich billiges Geld zu verschafferi. Wir kitten also, unsern Antra an- ztmekmen. Wie wir uns zu dem sozialdemokratiscben Antrage teilen werden, kann ich nicht sagen, wir haben uns darüber noch nicht verständigt. .
Abg. Dr. S ck oenla nk (Srz.): Ueber die Veritaatlickyung werden wir enticbeiden, wenn uns Zeit und Umstände waffend erscheinen. Wird der Gewinn der Antbeilsrigner nicht auf 50/0 reduziert, so werden wir für den Antrag ren Leveßew stimmen. Da diese Be- stimmung eine der wichtiasten der Vorlage ist, so behalten wir uns unsere endgültige Ndstimmung für die dritte Lesung vor.
Der iozialdemokratische Antrag (Beschränkung auf 5 Proz.) wird abgelehnt, ebenso der Antraa der Konservativen (Be- schränkung auf 6 Proz.). Artikel 11 wird ebenfalls nach dem Beschlnffe der Kommission angenommen.
Auf den Antrag des Adg.Fischbeck(fr. Volksw.),xgegen den der Präsident des Reichsvank-Direktoriums ])]: Kock) nichts einzuwenden hat, da er eine Verbesserung bedeute, wird ein Artikel 11er angenommen, wonach die Mitglieder des Aus- schasies mrs dem Kreise derjenigen Antheilecigner gewählt werden, die Antheile im Mindestdetra e von 9000 M besißen (also 3 Antheile 5 3000 9%: oder 9 ntbeile “Lr 1000 «FH),
Angenommen wird ferner als Artikel 115 die Vorschrift, wonach auf ]e 1000 „46 eine Stimme entfällt Und mehr als 300 Stimmen nicht in einer Hand vereinigt sein dürfen; ebenso Artikel 111, wonach das steuerfreie Notenkontingent auf 541600000 «Fk: (nach der Vorlage nur 491800000 „FH) erhöht wird.
Nach Artikel D' sollte denjenigen Privatnotenbanken das Privileq der Notenaußgabe geknndigt werden, welche sich nicht verpflick)ten wollen, vom 1. Januar 1901 ab nicht unter dem Prozentsaße der Reichsbank zu diskontieren.
Die Kommission hat diesen Artikel dahin geändert, daß die Reichsbank nicht zu einem niedrigeren als ihrem offiziellen Tiskontsaße diskontieren dürfe, sobald dieser Satz 4 Proz. er- reicht o)er überschreitet, ohne diesen Prioatdiskontsatz im „ReichS-Anzeiger“ zu veröffentlichen. Ferner sollen die Privat- notenbanken nicht unter dem Reichsbanksaße diskontieren, so: bald derselbe 4 Proz. erreickt oder überschreitet, und im Übrigen nicht um mehr als 1/4 Proz. unter dem Sch der Reichsbank.
und speziell der bayerischen 'ei nur eine Stimme. Diese segenöreicbe Wirkung werde durch die Bestimmungen des Art. 7 ungemein be- schränkt; viel_genebmer würde die Vorlage den Bayern schon werden. wenn die erwahnten Worte gestrichen würden. Einitimmig babe sich de;: Yerisckye Landtag im Sinne der Ausführungen des Redners aus- gep en.
Bevollmächtigter zum Bundeskatb, Königlich bayerischer Staats- ratl) von Stengel: Meine Herren! Es ist mir sebr willkommen gewesen, daß der err Vorredner den Antrag, die Worte „erreicht oder" in dem Arti el 5 wieder zu streichen, soeben gestellt hat. Der Bundesratb hat zwar zu dem yon der Kommission beschloffenen Antrag zu Artikel 5 seinerseits noch keine Stellung enommen, und ich möchte auch in keiner Weise der seinerzeitigen Ye?chlußfaffung des Bundes- ratbs in dieser Frage vorgreifen. Immerhin dürfte es jedoch manchem Von Ihnen erwünicht sein, und vielleicht wird es auch zur weiteren Abkürzung der Beratbungen über den Artikel 5 beitragen, wenn der Vertreter des Staates, welchem die bedeutendste der Priyatnotenbanken angehört, über die Vorlaufige Stellungnahme seiner Regierung zu der vo_n der Kommission beantragten Fassung des Artikels 5 nähere Auf. klarung giebt. Jeb erachte mich dazu um so mehr verpflichtet, als, wie ja den Herren bekannt sein dürfte, in dem bayerischen Landtage erst kürzlich aus Anlaß des Antrags eines Abgeordneten eine bedeut- same Kundgebung in dieser Frage erfolgt ist. „Ick werde hier nicht erst die Versicherung geben, resp. wiederholen müßen, daß die bayerische Regierung auf die Forterbaltung der Privatnotenbanken und ins- besondere der bayerischen Notenbank den allergrößten Werth legt. Wennicb mich nach diesen einleitenden Worten zu dem Beschluss der Kommtssion wende, so möchte ich berdorbeben, daß aÜerdings durch die von 'der Kommission beschlossene Fassung gegenüber der ursprünglickyen RegierungWorlage die Privatnotenbanfen in einer Beziehung günstiger, in einer anderen Beziehung aber ungünstiger gestellt werden. Günstiger werden sie gestellt gegenüber der Regierungsvorlage d:- durch, daß Ihnen die Kommission Vorschlägt, den Privatnetenbanken über den Diskontnotensaß de_r Reichsvank hinaus eine weitere Marcie Von ck resp. 30/0 zu gewabren. Ungünstiger gegenüber der Reaierungs- Vorlage werden jedoch die Privatnotenbanken mit der Reichsbank dadurch gestellt, daß nach dem Vorschlage der Kommission den Privat- notenbanken wie der Reichebank selbst bei einem offiziellen Diskontsas yon 4 0/0 und darüber die Gewährung des Pridatsaßes untersagt sein soll. Die Worte „erreicht oder“ bewirken, daß das Verbot des Diskontierens unter dem offiziellen Saß schon bei 40/0 einsetzt. Diese Wsrte waren in dem Beschluß, den dre Kommission in erster Lesung gefaßt bat, nicht enthalten, Und es war im besonderen auch von mir in erster Lesang dringerid befürwortet worden, diefe Worte Wegzulaffen. Erst in der zweiten Leiung wurden auf einen Antrag, von dem ich be- merke, _daß er von einer Seite ausging, welche sich offen zu der Gegnericbatt der Privatnotenbanken bekannt bat, diese Worte „erreicht oder“ in der_n Artikel 5 des Gesetzeprtrvurfs eingeschaltet. Ich erkenne gern an, dax; zrzr tbeilweisen Kompensation dieser für die Notenbanken lättigen Beichrankung, die bier eingeschaltet wtirde, auf der anderen Seite Klick) wiederum durch die Gewährung der erwähnten Marge dann schließiich jenen Banken auch wieder ein Vortheil zugewendet worden ist. Aber es gewinnt den Anschein - wenigstens haben das die Verhandlungen des day-krischen Landtages ergeben -, daß diese Marge in den detlieiligten Kreisen als ein ausreichender Entgelt nicht erachtet wird. Bei der dritten Lesung nun ist es bei Einschaltung jener Worte „erreicht oder“ in dem Artikel 5 belassen worden. Es war mir leider irnmöglicb, den Verhandlungen in dritter Lesung bei- znwebnrn. Somit würde ich sehen damals dringend gebeten haben, im Interesse der Privatnotenbanken, namentlich aber auch im Jntereffe ihrer Kundickoait diese Worte wegzulaffen. Nachdem mir nun dort in der Kommiision bei der dritten Lesung diese (Gelegendeit nicht ge- boten war, möchte ich nicht unterlaffen, wenigstens heute hier im Plenum des Reichstages noch dieien Versuch zu machen. indem ich dem boden Hause dringend empfehle, den nach meinem Dafürhalten durcb- auß begründeten Antrag, den der Herr Abg. Dr. Heim unter Ziffer] gettelit bat. anzunehmen. Ich glaube, daß Sie dadurch nur einem woblbererbtigten Waiiieiye der Privatnotenbanken entgegen- kommen würde:“,
Abg. (Graf Ven Kaniß: Ick halte es für wünschens- wertl), daß die segenSreiche Thätigkeit der Privatnotenbanken erhalten bleibt. Der_niedrige Disk:)ntosatz bedeutet einen Vortheil für das ganze Land, iär Handel und Industrie. Ick; möchte anen den An- trag kek- Alog. Heim empfehlen, aber ich möckzte weiter vorschlagen (entsprechend einem inzwischen eingegangerien Antrage des Abg. 1)r. vori Levetzow), daß wir den Privatnotenbanken gestatten, nicbt i, sondern 11% unter dem Reichsbanksaße zu bleiben. Außerdem solire die Reichebank gar keinen Privatdiskont mehr gewähren.
Präsident des Reicheloank-Direkwriums, Wirklicher Geheimer Rath 1)» Koch: Meine Herren! Der Herr Abg. Graf Kunitz bat soelxen die_Frage _kes Goldadflaffes in einer Weise gestreift, die nur in 1ebr loiem Zuiammenhanq mit Art. 7 steht. Wenn er glaubt, daß die Diskontvolitik der Rcicbebank in dieser Beziehung unwirksam _eweter] iei, fd möchteich dern dechdieUrt5eile sebr z:l)lreicher kompetenter 'örderychqften im Lande. des Handelstages und_anderer entgegenbalten. Auch der Königlich bayerische Herr Finanz-Miniiter hat erst Vor kurzem zu meiner Freirde in der dortigen Kammer anerkannt, daß die Reichs- bank gerade als Hüterin der Goldwäbrung eine erfolgreiche Thätigkeit entfaltet habe. Die Thatsacben sprechen gegen die Ansicht des Herrn
88.160 seit 1885 recht erheblich vermehrt und nicht Vermindert, troß der großen auch im Auslande mit deutsciiem Geide entwickelten Thätigkeit, und ebenso hat der Goldverratb der Reichsbank fort und fort zugenommen, bis in den leßten Jahren der innere Bedarf bedeutende Mittel eriorderte. Indessen ick) verla"1e diesen Punkt und gehe auf die Anträge ein. Der err Aba. von Levetzow und Genossen haben zunächst zu Art. 17 Anträge geitellt, die darauf hinausgehen, den etwaigen Privatdiskont der Reiebsßank ganz zu beseitigen, und weiterhin wollen sie den Privat- notenbarken nach unten_eine Marge von YV/o statt von 1%, wie es in den Kornriii1fi0n8vor1chiägen enthalten 1st,gestatten. Diese Anträge entfernen sieb ,“,anz außerordentlich weit voa der Vorlage der Regierung. Die rerdündeten Regierungen haben bei der Vor- lage auf dem Standpunkt gestanden, im Jntereffe einer ein- heitlichen, wahrhaft wirksamen DiSkontyrlitik die Privat- note:.banken überhaupt an den Diskontsatz der Reichsbank zu binden, sei das nun der offiziell bekannt gemachte oder ein Privat- diskontsnß Obgleich die Reichebankichon seit Ayril 1896 einen Privat- dikkontsas nicht mehr gebar-t hat, so glaube ich doch, daß ihre Bewegungs- ireibeit ebenso wie dies den Privatnotenbanken unerträglich erscheint, zu sehr eingeschränkt würde, wenn man ihr die Möglichkeit ganz ab- schneidet, zu Zeiten unter dem öffentlich bekannt gemachten Satz zu diskqntieren. Ick will aber auf diese etwas keine Frage, die audiübrlirh in der Kommission erörtert worden ist, nicht näher eingeben. Ich glaube nicht, daß die Anträge der Herren von Ledeßow und (HenoÉn Aurficbt haben, in dieser Beziehung an- genommen zu werden. 35 nun gar die Marge von ;FM; unter dem offiziellen Diskont anlaegt, so muß ich sagen, das; eine solche Be- schränkung der Privatnotenbanken völlig wcrtblos ist für die Reichs- bank und die verbündeten Regierungen. Das ist so gut wie gar keine Befcbränkung. Die Privatnotenbanken würden dann im Vollsten Um- fange Gelegenheit haben, die Diskontpolitik der Reichsbank zu er- sckweren mid dieie zu unterbieten, mebcnoch als diesfchonjeßt geswiebt. Es bgndelt fich bei dem Gesetzvorschlage durchaus nicht um einen Eingriff in die Bildung des Geldpreises im freien Markt. sondern um die Aufrecisterbaltung der wahren Bestimmung des fiduxiären Geldes. Gegenwärtig bleibt den Notenbanken ein gewisser Spiel- raum. Wenn sie wifien: der Satz der Reichsbank ist der und der, -' dann _können sie ihr durch Unterbieten den Vorrang abgewinnen. Dies schranken _auch noch die KommiisionSVorschläge wesentlich ein; der Antrag der „Herren von Leveßow und Genossen in irgend erheb- licher Wirkgng nicht mehr. Ich weiß ja, auf welchem Standpunkt die Hirten in Bezug auf jene Banken stehen; aber die Regierungen
“ Ab . ])r. Heim (Zentr.) beantragt, die Worte „erreicht oder“
Graren Konig. Bekanntlich bat fiel) der Golddorratb tm Lande per"
zam einen anderen, auf tbunlichst einheitlichen Diskont gerichteten und
die Reichsbauk deSgleiÖen, kurz, ich kann nur ratben. den Antra abzulehnen. Was den Antrag Heim anlangt, so_ muß zunächft zu Nr. 2 desselben bemerken, daß er in dieter Faffung unannebmbar ist. Er will nämllckd die Bestimmung der Vorlage, die dahin geht, es solle Gebrauch von der Kündiaixngsbefugniß gemacht werden, wenn die Notenbanken sich nicht verpflichten u. s. w., dabin zudem, das; der Bundeöratb vvn_dem Kündigungßrecht keinen Gebrauch machen wird gegenüber deri Privatnotenbanken, wenn diese Banken sich verpflichten u. s. w. Hier ift der eme Fall, in dem eine Kündi- ung seitens des Bundeßratbs nach dem Bankgeseß erfolgen kann, ganz Zberfehen worden; nämlich der, wenn die Notenbanken den An- ordnungen des Bankgeseves zuwidergebandelt babe". Diesen Juli hat auch wohl der Herr Antragsteller nicht ausschließen wollen; jene Befugniß würde aber immerhin aufrechterhalten werden müssen. Im übrigen würde gegen die'vorgeschlagene negative Faffunq nichts Erbeblicbes zu erinnern sein, sie hat rm wesentlichen wohl nur redaktionelle Bedeutuna. Indem ich nun aber zu dem Antrag Heim Nr. 1 (zu § 1 des Art. 5) übergebe, möchte ich darauf aufmerksam machen, daß schon das in der Kommissionsvorlage enthaltene Kompromiß immerhin recht weit yon der Regierungsvorlage abweicht und diese erheblich abscbwäcbt. Dabei sollte es unbedingt sein Bewenden haben. In erster Lesung der Kommission wurde der Antrag von Hertling angenommen, welcher zwar die in zweiter Lesung eingeschalteten Worte „erreicht oder“ nicht enthielt, aber den Privatnotcnbanken gegen den etwaizcn Privatsaß der Reichsbank wie gegen deren offiziellen Satz eine Marge von 1/80/9 gestattete. Der in dritter Lesung angenommene Komvromiß verwandelte nun das 1/5; in 1/4 bei dem offiziellen Satze. Hiermit sind wir doch wobl bei der äußersten Grenze der Zugeständnisse angekommen. Es liegt nahe, an Beschlüffen festzuhalten, die in ihrem inneren Zusammenhange auch von den Regierungen als das äußerste Maß deffen, rvas aÜer-ialls zugegeben werden könnte, bezeichnet worden sind. Ich sehe keinen genü enden Grund ein, daVon abm- geben, wenn auch inzwischen die “gitation der Privatnotenbayken immer lebhafter geworden ist. Allerdings hat sieh der bayerische Petr Finanz-Minister in der dortigen Kammer und heute der Herr bayerische BundeÖrathbedoÜmächtigte dem Wunsche, jene Worte „erreicht oder“ wieder zu beseitigen, an*;„eschloiien, aber doch nicht in dem Sinne, das Zustandekommen des Geseyes davon abhängen zn lafien. nur möchte ich dabei an einige Worte des Herrn Ministers Freiherrn Von Riedel in seiner bock) bedeutsamen Rede erinnern, in der er sich namentlich auch mit Vollster Entschiedenheit gegen den Gedanken _einer Verstaat- lichung der Reichsbank erklärt dat. Er sagte ungefahr, man dürfe bei dieser ganzen Frage nicht nur den einseitigen Standpunkt der- xenigen süddeutschen Staaten emnebuzen, welche noch Privatnoten- anken haben, sondern auch erwagen, daß Preußen aui seine Privatnotenbanken bis auf eine Verzichtet habe, Und daß andere Bundesstaaten keine Privatnotenbanken haben; man müffe dem Reiche geben, was dem Reiche gehört. Es liege ein gegenseitiges Verhältniß vor, daS von_ beidenxSeiien zu würdigen sei. An diesen wahrhaft staatsmänniichen Aus'prucb möchte ich den hohen Reichstag erinnern und deshalb abratben, den Antrag Heim zu Art. 5 § 1 anzunehmen, _
Abg. Haußmann-Böblin en (d. Volley.) weist daraus hin, daß zahlreiche Handwerker- und ewerbevereine mit Eingaben an den Reichstag berangetreten seien, welche die Bitte enthielten, den Privat- notenbanken ibre Thätigkeit_ nicht zu beschränken, Detn_ Reichstage würde die Gewährung dieter Bitte nicht w:lie, den tädreurschen Handwerkern dagegen wobl thun.
Abg. Dr. von Frege (k.kons) bedauert, daß man den Privat- notenbanken nicht mehr entgegenkomme. Tie Privatnotenbanken teien nicbt Privatbanken, sondern eigentlich Staatsbanken rnit Unterstüßung von Privatkavital, ibre Tbätidkeit sei für ihren Wirkunaekreis eine viel umfaffendere als die der Reichsbank. Redner erklärt fiel) für den Antrag Heim und svricht die Hoffnung aus, daß der Bundesratl) seinen Widerspruch fallen [affen werde. *
Abg. Gamv (Re.) erklärt, Deutichland habe ein einheitliches wirtbscbaftlicbes Gebiet, und die Privatnotenbanken hätten oft die Diskontovolitik der Reichsbank durchkreuzt. Redner wendet fick) Irgen die gestellten Anträre, wenn er auch nichts dagegen einzuwenden hätte, das; der Reichsbank ieder Privatdiskent untersagt würde.
Abg. Lucke-Patersbausen (i). k. F.) tritt für die Berücksichtigung der Privatnotenbanken ein, welche den landwirtbsckpaitlicden Jntereffen und den Jntereffen des Kleingewerbes gedient hätten.
Staatssekretär des Innern, Staats-Minifter 1)r. Graf von Posadowskr) : Wehner:
Ick muß bitten, den Antrag von Levetzow akziilebnen. Wenn die .Herren sicb gütigst erinnern wollen an die Geschichte der Ent- stehung des ReichsbankgesetZes, durch welches für Deutschland eine Zentralndtenbank geschaffen werden sollte, so war man damals offen- bar der Ansicht, daß" diese Zentralnotenioank idreTbätigkeit allmählich auf ganz Deutschland erstrecken sellie, und man betrachtete die Noten- banken, die noch verblieben, als in einem Uebergangsitxdium befindlich (sebr riclétig! rechts, Obe! links), weshalb man au:l) die Diskont- kenkurrenz der Privatnotenbanlen für die ReichIbank so leicht als möglich gestalten wollte. Was ist indeffen eingetreten? Die Reichs- bank diskontierte zunächst zu einem öffentlick) bekannt gemachten Diskontsatz. Aber auf Grund eines Bundesratbsbeschluffes war man der AWM, sie wäre nach den Bestimmungen des Reicb-Jlmnkgesetzes auch in der Lage, unter diesem öffentlich bekannt gemxchten Satz zu einem PkaäfkiÖka-tsaß zu diskontieren. Wir waren genötbigt, diesen Weg einzuschlagen, weil die Privatbanken ikrerseits zu einem "1951111???" Privatdiskontiaß diskontieren und wir dringende Gründe hatten, auf dem Gebiete des Privatdiskonis in finanzieller Konkurrenz mit den Privatnotenbanken Zu bleiben. Darauf, meine Herren, wird Ihnen jest ein Gesetz vorgeleßt, welchee die Reichsbank, die deutsche Zentralnetenbank, in klarer Form vollständig parallel stellen sol] mit den Prioatnotenbank-sn. Es war hierbei daVon auögegangen, daß, so lange die Reichsbank nur zu dem offiziellen Sas diskontiert, auch die Privatnetenbanken nur zu dem offiziellen Satze diskontieren dürften, und daß, wenn die Reichsbank zu einem Priwatdiskontsaß diskortiert, auch die Privatnotendanken zu diesem Privatdiskontsaß diskontieren dürften. Man stellte also das große nationale, zentrale Noten- insiitut aucb geseslich Vollkommen parallel mit den Privatnotenbanken.
Meine Herren, wenn Sie jetzt diesen Antrag Leweyow annehmen, stellt fich aber der Sachverhalt geradezu umgekehrt dar, wie er bei Erlaß res Reickzebankgeseses gedacht ist. Die Reichsbank soll nur zu dem öffentlichen Diskontsay ditkontieren dürfen, die Privatnoten- banken dagegen sollen Priviligiert sein, unter dem Diskontiaß der Reichsbank zu diskontieren. Mir scheint das in der That eine gerechte Entwickelung der Sache nicht zu sein, nachdem Preußen mit erheb- lichen Opfern seine eigene Notenbank im Jntereffe des zentralen nationalen Noteninstituts aufgegeben hat. (Sehr richtigl bei den Nationalliberalen.)
Ich kann nur dringend bitten, diesen Antrag, den ich für äußerst bedenklich halte, abzulehnen. Im übrigen bin ich in der Lage, die Ausführungen des Herrn Abg. Gamp in allen Punkten zu bestätigen. (Bravo! bei den Nationalliberalen.)
Abg. Dr. Arendt hält es für zweckmäßig, tea Privatdiskont der Reichsbank ganz zu beseitigen. Das Notenrecht der Privatbaeken überswäße man sehr; auch ohne Notenausgade leiiteten diere Privat- banken dem Publikum ihre Dienste. Redner empfiehlt die Annahme der Anträge, weil fie keine große Bedeutung hätten.
Präsident des Reichsbank - Direktoriums, Wirklirber Geheimer Rath 1)r. Korb: Meine Herren! Nach den Ausführungen über den Privatsaß der Reichsbank muß ich annehmen. daß über die Natur dieser Einrichtung noch mancherlei Mißverständnise obwalten. Es handelt sich dabei in der That nicht um eine Begünstigung des Großkapitalß. Das geht schon daraus hervor, daß gerade'dte großen Banquiers die entschiedenen Gegner des Privatsaves der Reichsbank von jeher gewesen sind. Ich kann in der Beziehung anführen, daß der verstorbene Banqmer don Bleicbröder, ich scheue meh nicht, den Namen zu nennen, als Mitglied des Zentralaussckpuffes der Reichßbank fortwährend vergeblich die Beseitigung des Privatsases verlangt bat, und so ift es auch von großen Finanzleuten an anderen Orten geschehen. In Berlin ift zum Privatsay von der Reichsbank niemals diskontiert worden. Die Ent-
roickelung des Privatsaßes an der hiesigen Börse sollte gerade die
Grundlaaekür die Höhe desPrivatsaZes an den Reichsbankanftalten bilden. Als die Reichsbank den Privatsatz einführte, bat sie unter Zustimmung des Bandeskatbs nur dem Vorgang der Privatnotenbanken Rechnung getragen, die sich nicht für gebunden hielten an den eigenen offiziellen Saß, sondern immer |U willkürlichen niedrigeren Privatsätzen diskon- tierten. Es kam für sie die Thatsache in Betracht, daß Börsenwechsel von jeder einen hölzeren Preis gehabt, also niedrigeren Diskont bedingt haben als gewöhnliche Wechsel. Die Reichsbank schützte sich zu Zeiten besonders flüisizen Geldes durch den Privatiatz gegen die Verschlechterung ihres Wechseiportefer-ilies und bewahrte sich dadurch den Einblick in die Beziehungen der Handelshäuser zueinander. Der Privatsaß kommt in der That nicht ausschließlich nur den reichen Leuten zu gute; denn, wenn auch bei dem geringeren Diskontsatz die Rücksicht auf die bessere Besätaffenbeit der Waare, d b. die Thatsache mit- spielt, daß bei solchen Wechseln einzelne Wechselberbundene mehr Vermögen haben als die aus gewöhnlichen Wechseln Verpflichteten - die Bank folgt in dieser Beziehung nur den allge- meinen VerkehrSgesetZen _, so ist doch auch der Ankauf von Wechseln gestattet, welcbe kleinere Leute auf einen Reicheren; z. B. auf einen Banquier, gezogen haben, und wobei somit diejenige Summe der Kreditnormierung herauskommt, die bei der Zu- lassung des Privatsaßes zur Bedingung gemacht ist. Das war das Wesen dieser Einrichtun , die allerdings zu Zeiten flüssigen Geldes dahin geiü rt bat, daß die Reichs- bank ziemlich große Mengen Von Wechseln zu einem gerinßeren Saße als dem otfiiiellen genommen dat. Es bleibt ja fraglich, ob sie einen aroßen Theil dieser Wechsel, wenn die Einrichtung nicht bestanden hätte, nicht auch zu einem höheren Satze bekommen hätte. Aber sobald einmal ein Privatiatz bestand, formte fie es den Leuten nicht Versagen, jene Wechsel zum Priwatsaße anzubringen, während eine aligemeine Diskoritberabseßung aus den vit erörterten Gründen nicht angängig erschien. Nun geht der Antrag der Herren Or. vOn Levetzow und Genossen dahin, die Reichsbank solle aufhören, jemals zu einem Privatsatz zu diskontieren. Jbr soll diese Einrichtung, welcbe Jahre [rng bestanden hat und welche immer- bin für sie zu Zeiten Von Werth sein kann, nicht mehr gestattet sein, dagegen tolle es den Privatndtenbanken nach wie vor freistehen, einen niedrigeren Privatsas als ihren eigenen offizielien Saß, selbst wenn dieser noch niedriger ist als der offizielle ReichßdankxDiskdnt, zu halten. Das würde ich für einen ganz geWalti-gen Rückjrbritt halten, ein solches Verlangen haben die Privatnotenbanken selbst niemals erhoben - so wenig wie ihre Regierungen -, aucb jeyt dei den Ver- handlungen der einzelnen Landtage ist ein solches Verlangen meines Wiffens nicht gestellt worden. S9 kühn find die Priyat- notenbanken nicht, daß fie eine io starke Beworzugung vor dem Zentralnoteninstitut Deetsckylands erstreben, welches dazu berufen i!!, eine einheitliche DiC-kontpolitik zu handhaben und dadurch dem übermäßigen Goldabfluß nicht nur in das Außland, sondern unter Umständen "auch in das Inland vorzubeugen. Die Herren Antragsteller dagegen wollen einmal killt den Privat- notenbanken jeden ihnen angemesen scheinenden Privatiatz Yestatten und außerdem noch die Marge bei einem offiziellen Keickoebankdiskont urxter 40/0 von ck -- anstatt des dem jetzt (reitenden Abkomrr-en in der Regel entsprechenden Achtels - auf ?9/0 erweitern. Mit einer so weit gebenden Erweiterung des Geiwäftskreises der Privatnotenbanken kann di: Reichsbank nicbt wirtbsciyaften. Es würde dahin kommen, daß die Privatnotenbanken die Reichsbank zeitweise geradezir überflügeln können, soweit die Mittel dam hinreichen, V0" einer ausreichenden Deckung wäre nicht mehr die Rede. Das ist nach meiner Meinung völlig unannebmbar. Ich kann nur ratlien, entweder die Regierunngerlage anzunehmen oder an dem K'owvromiß festzuhalten, welches zwar ich0n gegenüber dem Antrag den Hertling's und vollends aeger-Übrr der Retrierimgs- Vorlage eine Verschlechterirng entßält, ixideffen vorbehaltlicb künftiger Criabrunßen dexn Interesse des Reichs genüaen dürfte. Den Aus- Lübrungen des Herrn Abg. (Garni) in dieser Beziehung kann ici; nur eitreten.
Abg. Dietrick) (d. kons,): Wir rerlangen prinzipiell die Be- seitigung des Pridatdiekonts der Reichsbank, der nach der gegenwärtigen (Gesetzgebung schon unzulässig sein sollte. Der Prwatdiskont kommt nur den Großkapitaiisten zu gute. Der Zinsius; der Reickis- bank ist für uns in Norddeutschland maßgebend; Süddeutschland würde bevorzugt sein, wenn die Priwatnotenbarken unter den Bankiers geben könnten.
Aba. Frisen-Tüffeldori (Zenit) erklärt, daß die Mehrzahl seiner Freunde gegen den konserVatiVen Antrag stimmen würden, der jeden rivatdizkont der Reichsbank Verbiete. Für den Antrag Heim werde der größte Theil des Zentrums 11icht stimmen, weil dadurch daS Kompromiß gefährdet werden könnte. .
Abg. Dr. Heim tritt nochmals für seinen Antrag (M. Der Bundesratl) babe unter direkter Billigung des Fürsten Bisinarck den Privatdiökont eingeführt. Es sei nickt einzusehen, weshalb man den Privatndtenbanken nicbt ebenfalls einen gewisien Spielrauar [affen könnte. ,
Bewollwääotister zurn Bundesratl), Königlich bayerischer Staats- ratl) von Stengel: Nur 110ch zwei Worte! Der Herr Abg. Fritzen bat vordin eine Rede gehalten, nach der es den Anschein gewinnen könnte, als hätte auch der Herr Staats-Minister Or“. Frhr. Von Riedel in der bayerischen Kammer der Abgeordneten sich dahin aus- gesprochen, daß er auf die Streichng der Worte „erreicht oder“ in dem Artikel 5 keinen besonderen Werth lege. Ich wollte nur darauf hinweisen, daß die Sach? sie)) gerade gegentbeilig Verhalten hat. Ieh habe hier den stenograpdiscben Bericht über die Sitzung der bayeri- schen Abgeordnetenkammer vom 20. dieses Monats bereits gedruckt Vor mir, und daraus gebt bervyr, daß der Herr Staats-Minister von Riedel insbesondere am Schluß seiner Rede ganz ausdruckltcb betont bat, welchen großen Werth er darauf legen müsse, daß jene beiden Worte aus dem Artikel 5 des Kommiisionsantrages wieder entfernt werden. Das Eine muß ich dem Herrn Abg. Frißen aller- dings zagebeu, und darin stimme ich mit ihm überein: einen größeren Werth noch als auf die Streichung dieser Worte lege auch ich natür- lich darauf, daß Artikel 5 überhaupt zur Annahme gelangt und daß nicht schließlich das ganze Kompromiß darüber in die Brüche gebt. Wenn das der Fall wäre, dann würde ich allerdings der Beibehaltung der Worte „erreicht oder" den Vorzug geben.
Abri. Dietrich: Bezüglich der (Erhaltung der Privatnoteebanfen in ihrer egenßreicben Stellung sind wir alle einig. Es kommt nur auf den eg an, wie das geschehen soll. Nicht die Bayerische Bank entfernt sich am weitesten von dem Diskontqsaß der Reichsbank, sondern eine preußisäoe Bank, nämlich die Frankfurter Bank.
Abg.Niß ler (d. kons.) erklärt sich für die Anträge, weil dadurch allein den Privatnotenbanken eine gewisse Sicherheit gewahrt wurde, daß sie ihre fegenßreiche Thätigkeit fertiesen könnten.
Artikel 17 wird darauf unverändert nach den Beschlüssen der Kommission angenommen; sämmtliche Antrage werden ab:
gelehnt.
Der Rest des Gesetzes wird ebenfalls nach den Beschlüssen der Kommission angenommen.
Die Kommission beantragt ferner folgende Resa: lationen:
,1) den Reichskanzler zu ersuchen, zu veranla en, daß die Reichsbank bei Diskontierung von Genoffenscbaftswecb ein die Haft- pflicht der Genoffen für die Beurtheilung der Kreditfäbigkeit der betreffenden Genoffenschaft berücksichtigt,
2) die ErWartung austusvrechem daß die Reichsbankleitung in Erwägung zieht, ob nicht zu Zeiien flüssigen Geldstandes eine Zins- festseyung für Lombarddarlebne auf 11% über Bankdiekont er- möglicht werden kann." “
Bside Resolutionen werden ohne erhebliche Debatte an: genommen. '
„Schluß 51/2 Uhr. Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr. (Dritte Lesung der Bankvorlage und zweite Lesung der Novelle zur Strafprozeßordnung.)
Literatur.
Unter dem Titel „Kaiser Friedrich der Gütige' begaim im Historischen Verlage von Paul Kittel (Berlin 817.) eiiie um- fangreicbe und gründliche Lebensbescbreidung des lxocbixligen Kaisers Friedrich in Lieferungen zu erscheinen. Dem Veriaffer, Profeffor Müller-Bohn, stand für das Werk ein rricbee, zum tdeil bieder unbenußtes Quellenmaterial: handschriftliche Beiträge, Briefe, Doku- kumente, Tagebücher, persönliche Erinnerungen und Miitieilungen don Zeitgenossen, zur Verfügima. Auch für die iliriltratire Aireitattung werden viele roch nicht veröffentlichte, seltene ältere Kimitblättir, ein- und mehrfarbige Rerroruktionen meierrer _Geuxälde Zierer" ragender Künstler, ferner Facfimiles von Bri-W, Zeich1tex.„;:i, Schriftproben tc. rertvandt werden. Die die jetzt Veriieeeriden drei Lieferungen schildern in schli€iter, allgemein verständlich Darstelleng die Kindheit imd JUJSUÖ d-ZI underseßlichen Kaiserlieker: Ddlderd. Die Kopitel-Uebersciortiten lauten: 11 Gelernt und Tauie, 2) Erste Kinderzeit, 3) Knabenzeit, 4) Bis zur Hochichale Die Aaeitattitxig ist reich und gediegen. Ju 25 dreiwöche::tlichen Lixfernn,xen 7111781117131 Umfange Von durchschnittlich 20 S. groß 4 0 imd zqm Pri"? 0011 je 90 „Z iel] das Werk Voliständig werden.
- Die evangelischen Kirchen iind Karelleri iv Berlin und seiner nächsten Umgeburig. Nebit kikiknl cbtrtnoldgiicken Verzeichnis; der Gotteedäuser. Von Mar Kübnlein, Areditekt. Berlin, Verlag Von Otto Nabmmacber (Lüdeckerstraiie 40). Pr. 75 „5. - Dieses kleine Buch enthält, nach den Kirckderinamen airbabetiich geordnet, in gedrängter Kürze alle wesentlichen Angaben iiber die erar- aeliiäxen Gottedliänle; Berlins und einiger Vrrorte, wie Luxe, Zeit der (Entstehung, Nameii res Baumeisters, Baustil, Patronat, Tditrmdöbe, Anzahl der Glocken, Zahl der Siyrläye, Baukosten 2-;. Da ker Ver- faffer sich dabei, wie er im Vorwort iazt, auf die ren Piarrgeistiickten für ihn außgeiltliten Fragebogen stützt und, wo srlche Daten fehlten, andere zuderiäsfise Quellen demrst hat, „so wird man fritiert Mit- tbeilurgen im wesentlichen vertraueii dürfen. Jekenfaliö ist die VM ibm darauf Verwandte Yiübe darkenßwertb, Und ioickten, die eim“ kiirze und schnelle Information wünschen, wird die kleine Schrirt „:ewii; will- kommen sein. * _
_ Baron Gottfrieds Enk-Flinnen. ROMCM ven Rola Nouchette - Carey. Nach dem Englischen re:: Margarete 17011 Wenden Zwei Bücher in eivem Bande (472 S.). Berlin, Verlag von I. Hartwitz Jiachf- ((C. Tb. Kerrkacb). Preis* gel); 5 „4e- - Die Veriafferin dieses Romans führt den Leser in die cheneipléäre einer altaristokratiickien encilisclxen Familie und maäot ibn zurn Zeaden eines Familiexizwiites, dessen Entwick-xlimg imd Airstrag ren r-wcho- logischem Jntereffe ist". Auch fehlt nicht das aiiziebe1.de Gegenbild schlichter (Gesellsckizftekreiie, wie es U. a. die intime Sedileerimg des Lebens im Pfarrbauie ron St. Jurä darbietet. *)iilwxrr echtxr, duld- samer Religiosität bctltätigt fiel) in den lebrnewadr x,:zeicbnetin Charakteren eine wetterfeste, tiraktikcbe Lebensweisheix xedaß des Buck) dadurch (ilich einen erzieherischen Werth erhält.
-- Herr urid Fran Wewer. Novelle don PIltl Linda", Mit einem Briefe ron Emil Augier an den Vertaiier. Zehnte Auflasie Breelau, Schlefiicbe Verlageanstalt Von S. Sciodttländer. Pr. 2 „tk: 50 „Z. - Tie Lebendigkeit der Schilderrnxi und die Originalität der Charaktere haben den Leserkreis dieses früher be- spreckenen Blickes, wie die lebe Zffer drr Attilagen erweist, stetig vergrößert, mir das TypiscH-Mrdetne der darin dargettellteri 'Ver- lzäitniffe lexßt dies eriläriicb erscheinen. (Es gehört rrtsrdiereri zu den gelungensten Schöpfungen des vielseitigen Autors.
- Rrrdvard Kirling, der in seinen beiden „.11111Y151100145“ die Tbierwelt der indischen Dickxunzeln sd köstlich geschildert 11110 dem menschliÖ-"n Emrfinren rradegebracbt bar, ist auf dem Gebiete der Märcher1dicktu1m iki ieiriem nettesten Buche „*ka 1)kr)"5 xx'orlr" eiiier: bekentsamen, merkwürdigen Schritt weiter geganan. (Es sind ram"; zwei Erzählungen, in welchen der Dichter deri Gebilden der nwder-ien Technik eine Seele und die (Gabe des Sprechens beilegi. In der Erzählung „Das Schiff, das fick) ieldit fand“, bekommen alle Bestandtieile eines mm ersten Mal in Ski'ßi'bi'nkklt Dampfschiffe“; Leben !MÖ Sriracha und tauschen in ieemäiiriischer Redeweiie iltre Anticbten 11170 (Entrüm- dungen untereinander aus; in der anderen Erzählung, betitelt „.007', führen LokomotiVen, die im Sckyitrvcn beieinander sieben, die eine nach der andern zum Dienst abgeryfen wird, dielebba'testeit Gewräche miteinander, in denen jede einzelne Masck)i11e in böcléit origineller Weise ihren besonderen Charakter offenbart. Das kecke lir-terian-en des Dichters, den technischen Errungerifckoxiten der Neuzeit. die bis er als die Verkörperte Prosa galten, cinen Poitischen (Gedaltadzugewinnen, mag manchem „romantiiib' Veranlagten aniangs deiremdlicb ericheinen. Dennoch wird man, wenn man nicht iianz elzne Ybantafie ist, zugeben müssen, das; auch eine Lokomotive oder_rm 3chiff die Vorstellung Von etwas in diesen selbsttdätia sich rorwarts bewegenden Eisenkörvern webnendem Seelischen, Persönliclieri berdorzuruien rer- mösen. Wenn Kipling diese dunkle, durcbaiw Wertkarte Vorstellung Poetiscb verwertbet hat, so hat er nnr von de_m guten Recht des Dichters Gebrauch gemacht und in genialer W:“iic der voetifchen Dar- stellung ein neues, bisher Unbetietenes Gebiet er1chloffetu -* Die beiden originellen Erzählungen werden demnächst ven rer Zeitickirisi für die moderne Erzählungeliteratur des Auslandes „AUF fremden Zungen“ (Stuttgart, Deutsche Verlagt-anstait) in deuticder Ueter- seßung veröffentlickot werden. _ _ _
- Unter dem Titel „Illustrierte Zeilsrageri' begannen im Verlage Von J. J. Weber iL Leipzig zwangloser Feile- zii er- scheinen, deren erstth den Titel .S_amoa_“ führt. Dieses Yeti (iki Großfolioformat) bietet eine kurz.;eiaßte Orientierung über Werth und Bedeutung der Jnfelxrurde, ibre Bewohner, die Ereignis", die fiä) seit dem August v. J. daselbst abgewielt baden 2c. Zur an*cbaulicden _Er- läuterung vierten 38 gute Abbildungen (meist nach Photogradliien) sowie drei Karten. „ „
- .Der Bär“, illustrierte Wochenschrift für (Jeickxkebtr und modernes Leben (Verlag von Friedrich Srbirtner, Berlin, ZW„ Reuenburgerstr. 14a; Abminementepreie vierteljabriicb 2 zte .'.0 „Q. jährlich 10 946), hat in der Nummer 15 des 25. Jirlngm'gs 1.899 folgenden Inhalt: Das Heiratbsjabr. Ein Lusisptel-kirowan in zwölf Kapiteln von Fedor Von Zobeltitz. (Fortseyung) *- Wie sab Berlin nach den Freiheitekrielien aus? Von Ernst Friedel. - Beringer Aberglauben. - Ludwig Relistab. (Schluß.) “" FkUlÜ*-'_wll des Bar: zwei Gedichte des Fürsten Hohenlohe; Berliner tn Amerika; Geo rapbticbe Eigennamen tc. - Kunst und WtffkkisckWfkl Aris den Kuntsalons, Theater. - Berliner Chronik. - Märkische Chronik. -- Kleine Mittheilungen. - Büchertiich.
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Serbien. Milan Peirowitch, Galanteriewaarendändler in Belgrad. AuFeldetermin: 13./25.Maid. I.; Verhandlungstermin: 15/27.Mai d. .