1899 / 126 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 31 May 1899 18:00:01 GMT) scan diff

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stkied bewilligt. Heinicke, Lt. im 5. Inf. Re . Print Friedricb August Nr. 104, zu den Oifizieren der Res. dieses egts. übergefubxt. Sonntag, charakteris. Major ;. D und Bezirks-Of 11er bum Landw. Bezirk Dresden-Ait1t., komxnandiert zum Kriegs- kimsterzum, Unter Enjbebung von dieser Steüung. Fortgewäbrung' der geseßltcben Yension und mit der Erlaubniß zum Tragen der Uniform des Fuß- [) kt.,aTTT-„ths. Nr. 12 mit den vorgeschrieber-en Abzeichen der Abschied ewt g . .

Jm Beurlaubjenstande. 25. Mai. Bübrdel, Oberli. der Inf. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Drrsden-Wtst., 1)r. Steg- lirb, Oberli. der Inf. 2211161135012 516 Landw. Bezirks Dresden- Altst, Weber (Paul), Kunßen, Oberlts. der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Leipzég, Andreae, Graf, Greif, Srbüttel, Oberlts. dcr Inf. 2. 2111151508; des L1n51v. Be1irks Plauen, Schrag, Lt. der Jus“. 2. "2111111111012 des Landw. Bezirks- DreSden-Altst., Welcker, Lt. der Inf. 2. Aufgcbots „dcs Landw. Bezirks Leipzig, 131". Schneidewind, Lt der Fuß-Art. 2. Aufgrbois desselben Landw. Bezirks, Meine, Oberli, des Trains 2. Adigebojs desselben Landw. Bezirks, - behufs Ueberiübrung zum Lavdstrirm 2. Aufgebots der Abschied bewilligt

Jm SanitätÖ-Korps. 25. Mai. [):-. Lange, Obc-r-Stabs- arzt 1. K!. 11115 Regis. Arzt vom 2. Königin-Hiis. Regt. 911.19, unter Verleihung des Charakters als (Hen. Oberarzt, in Genebmiaung seines Abschiedsges11ches mit Pension und der Erlaubnis; 111111 Fort- tragen der bisherigen Uniform mit den vorgeschriebexien Abze1chen zur Dikp. gestellt. 1)r. Lanaer, Ober-Séabsarzt 2. Kl. und Regis. Arzt vom 12 Inf. Neat. Nr. 177, 111111 Obkr-Stabsarzt 1. Kl. be- fördert 131". Wilke, Ober-Stabsant 2.511. 00111P10n. Bat. Nr 12, k0m1m1ndiert ziir Wabrnebn1u1111 drs regimi'ntsärztiicben Die11st€s bei dem 2. Königin-Hus. Regt. Nr. 19, als Regis. Arzt zu dicsem Regt, 131". Schemer, Siabs- 11111“ Batz. Arzt 00111 2 Bat. 10. Inf. Regis. Nr. 134, zum Pion. Bat. Nr. 12, 1)r. Martin, Stabs- und Bais. Arzt rom 3. Bat. 5. Inf. Regis. Prinz Friedrich 21111011 Nr 104, zum 2. Bat. 10 Inf. Regts. Nr, 134, - versetzt. 111". Nätber, Oberarzt 00:11 5. Inf. Regt. Priaz Friedrich August Nr. 104, z:.xm Stabs- und VW. Arzt des 3. 211115. dieses Regis. befördert. 1)1'. Veiter, Oberarzt 00111 Pion. Bar, Nr. 12, in das 5. Inf. Regt. Prix:; Friedrich August Nr. 104 Versetzt. 1)r. Mane, Assist. Arzt Vom 12. Inf. Zieht. Nr. 177, zUm Oberarzt beförderi. 1)r, Poleck, Könihl Preuß. Assist. Arzt der Res. a. D., im aktiven Sanitäts-Korps ais Ajsist. Arzt bei dem 10. Jnf. Regt. Nr. 134 mit Pakent Vom 24. Jimi 18986 angestellr. Renken, Schneider-Zeußius, Assist. Aerzte der Res. des Landw. Bezirks Plauen, zu Oberär1ten, 1)1'. Stabr, Unter- arzt der Res. 029 Landw. Bezirk-Z Meißen, 131: Böbmig, Unterarzt der Res. des Landw. Bezirks Dresch - Mwst., 1)r. Friedrich, 1)r. Foerster, Unterärzte der Res. 595 Landw. Bezirks Leipzig, - zu

ssist. Aerzieu, - befördert. Klien, Stabsarzt der Res. des Landw. Bezirks Leibzig, bebufs Ueberfübrung 111171 Lmdsturm 2. Aufgebols, Vr. Stärker, Stabsarzi der Landw. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Plauen, - der Abschied bewilligt.

Yiehtamtlicljes. Deutsches Reith.

Preußen. Berlin, 31. Mai.

Seine Majestät drr Kaiser und König führten bei der gestrigen Parade des Garde-Korps, welcher Ihre Majestät die Kaiserin und Königin sowie ScineKaiser: liche und Königiighe Hoheit der Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich-(Me, Seine Königliche Hoheit der Prinz Johann Georg von Sachsen, Seine Köni liche Hoheit der Herzog Nikolaus von Württemberg Und die Fier eingetroffenen österreichisch1n Offiziere bsiwolmten, bei beiden Vorbeimärschen das zweite Garde:é)€egiment 3. F. Jbrcr Majestät der Kaiscrin u11d der“ Erzherzog Franz Ferdinand hierauf das Kaiser Franz,_„„18ardc-Grenadier-Regiment, 1113 811118 dcsscn Höchst- dcrsclbe gestellt worden war, Seiner Majesjät dem Kaiser vor. Nach dem Schluß der Parade ritten Seine Majesxät in Begleitung des Erzherzogs Tranz Ferdinand an der Spihe der Fahnen-Kompagnie nach em Königlichen Schlosse.

Nachmitiaas nahmen Seine Majestät die Vorträge des Chefs des Zivilkabinets, Wirklichc-n Geheimen Raths ])]: 11011 Luc_anus und 52 Kriegs-Ministers, Generalleutnants von (8031er enigegen.

Nach der Vorstellung im Opernhause geleiteten Seine Majestät der Kaiser den Erzherzog Franz Ferdinand 11ach Höchstdeffen Absteigequartier im Hotel Bristol und kehrten 1113 dann mit Ihrer Majestät der Kaiserin 11ach dem Neuen Palais zurück.

Heute Vormittag um 10 Uhr nahmen Seine Majestäi der Kaiser im Lustgarten zu Potsdam die Parade iibcr die dortige Garnison ab. Der Purade wohnten Jhre Majestät die Kaiserin vom Stadtschloffe aus, Ihre Königlichen Hoheiten der PÜUZLIOHUUU (Georg von Sachsen und der Herzog Nikolaus von ürttemberg im Gefolge Seiner Majestät bci.

Nach der Paradetafel im Stadtschlosse reisten Ihre Kaiser- lichen und Königlichen Majesjäten Nachmittags um 2 Uhr von der Station Wildpark nach Kiel ab,

' _Bei der Parqdetafcl, welche gestern Nachmittag um 6 Uhr bei Ihren Keiserl1che11 bnd Koniglichen Majesiiiten im Weißen Sagle des hiesigen Kömglichen Schlosses staltfemd, erhob Sick) Seine Maxestat der Kgiser und König Weinem Trink- Zpruch,s 111 welchem Allerhochstdcrselbe, dem . T. B.“ zu- 0 ge, agie:

'Mi't Freude babe Ibn der Anblick Seiner Kaissrlicken und Kömalicben Hoheit des Erzherzogs Franz Ferdinand an der Svihe des Ka11er Franz (Garde-Grenadier-Regiments erfüllt, des Regimexts, das mit Stolz _den Namen des bocioverebricn Kaiserlichen Herrn trage, _und da0'11cb so vieler Berbeise der Gnade uud der Für- sorge 1eite11s seines Chefs zu erfreuenbabe. Cr erblick: in dem Festriaen _Tacxe ei-en neuen Beweis iür die treue alte Waffen- xüberschait, die beide Heere und beide Häuser verbinde, und Er ber- einiqe Glückw1m'sch und WiÜkommenSgruß für Seine KaiserliÖe und Königliche Hobett 0111 einem Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und das gesammte Kaiserliche Haus. „Seine Majestät Kaiser Franz Joseph Hurrab! Hurrab! Hurra!)!“

Die Mufik intomerte danach die österreichische Hymne.

Hierauf erhob sich Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit der Erzherzog FranzFerdinand und erwiderte:

Er spreche im Nam_en seines Kaisers und in seinem Namen den Dank aus für 'die nadigen Worte des Kaisers und den gnädigen Empfang, der tbm ier bereitet wvrden. Mit besonderer Freude habe es ibn erfü-lit, daß ibm gestern Gelegenheit geboten worden, der herrlichen Parade des Garde-Korps beiwohnen zu können, und nicht minder mit Stolz und reude, demselben nun (1011) anzugehören. Er erhebe fein Glas und etre es auf das Wohl Seiner Majestät, des Kaisers und Ihrer Majestät der Kaiserin._ „Seine Majefiat Kaiser Wilhelm und Ihre Majestat Kaiserin Auguste Victoria 5011)! boch! bock)!“

Die Mufik stimmte hierauf die Hymne „Heil Dir im Siegerkranz“ an,

Der Bundeßrat persammelte sich heute zu einer Plenarsißung, Vorher eriethen. die vere'nigten Ausschüsse für Zoll- und Steuerweßen und für Handel und Verkehr, sowie die vereinigten Aus chüffe für Rechnungswesen und fur Elsaß-Lothringen.

Kiel, 31. Mai. Zhre Königlichen Hoheiten der Groß- herzog und die Großherzogin von Baden sind heute Vormittag hier eingetroffen.

Bayern.

Seine Königliche Hoheit der Prinz-Regent ist mit Ihren Königlichen Hoheiten den Prin essinnen Therese, Mathilde und Hildegard gestern Früh von Wien wieder in München eingetroffen.

Sachsen-Cobnrg-Gotha.

In der heutiaen Sißung des gemeinsamen Landtags der Herzogthiimer Coburg und (Gotha fiihrte, wie . T. B.“ bcrichtet, bei der Etatsberathung der Abg. Liebetrau ars, das; die Frage der Thronfolge in den Herzogihümern Coburg und Gotha über die Grenzen derselben himms in weiten Kreisen eifrig und ernst be- sprochcn werde, wozu nicht zum geringsten manche be- fremdliche Aeußrrnng der englischen Presse den Anlaß gegeben habe. Der Landtag weise das vorgeschlagene Ein- greifen der Reichsinstanz zurück und lege dagegen Ver- wahrung ein, als könne Land und Volk von Coburg und Gotha als ein todtes Fam1liene1bs1ück betrachtet werden. Nach § 4 der Verfassung habe der Herzog seinen wesentlichen Auf: enthalt im Staatsgebiet zu nehmen, um mit den Zuständen deéZ Landes imd dM Bedürfnissen des Volkes vertraut zu sein. Dieser (Hesichtöpunkt sei auch für dcn Thronfolger geltend, der seinen wesentlichen Aufenthalt im Lande nehmen müsse. Nach dieser Richtung hätte die Staatsregierung längst eine beruhigende Erklärurg erlassen sollen. Er glaube im allgemeinen Einverständniß zu handeln, wenn er diese hoch- bedeutsame Frage anrege und der StaatSregierung Gelcgenbett zur Aeußerung gebe, bevor dieser Angelegenheit an Wichtigkeit nachstehende Fragen bei der Etatsberathung besprochen würden. Hirrauf brachte der Abg. Arnold folgsnden Abtrag ein: „Der gemeinsmme Landtag wolle die Herzo liche Staats: regierung ersuchen, an höchster Stelle darau hinzawirken, daß der nach mciischlicheM= Ermessen dereinst zur Thronfolge berufene Prinz Arthur von Connaught baldmöglichst seinen wesentlichen Aufenthalt in den Herzog- thiimern Coburg und (Gotha nehme, daselbst eine deutsche Erziehung erhalte und sich mit den Verhältnissen seiner neuen Heimath aus eiaenen Anschauunqen vartraut mache“. Diesen Antrag xvollte der Staats-Minister von Strenge an die Kommistion verwiesen wissen, um dort Erklärungen abzugeben, die sich der Oeffentlichkeit entziehen sollten. Der Landtag beschloß jedoch die sofortige Abstimmnng und nahm den Antrag gegen die Stimmen der Sozialdemokraten an.

Oesterreich-ngarn.

Der Kaiser empfing gestern Nachmittag den Minister des Aquärtigen Grafen G0l11chowski, den Reichs-Finanz- Minister Baron von Kallah imd den ungarischen Minister- Präfidenten von Szcll in Audirnz. Die ungarischen Minister werden heute Nachmittag nach Budapcst zurückkehren.

In einer gestern in Prag abgehaltenen Versammlung beschlossen die de11tschfortschrittlichen Abgeordneten zuin böhmischen Landtag, ihre Mandate nicht nieder- zu egen.

Frankreich.

Der Senat genehmigte gestern, wie „W. T. B.“ meldet, die Vorlage, betreffend das britisch-franzöfiscbe Niger- Abkommen, 11achdem der Minister des: Auswärtigen Del: caéséx dic Vorthcilc desselben dargclegt hatte. Das Budget lie der Senat wieder der Dcputirtenkammer zugeben. Diese geriebmigie nicht alle Abänderungen des Scnats, sandte deshalb ihrerseits das Budget an den Senat zuriick und vertrgte sich bis 91/2 Uhr Abends, um das Budget aus dem Senat zuriick zu erwarten. Der Senat lehnte noch: mals einige von der Drputiitenkammer vorgenommene Ab- ätiderungcn des Budgets ab und vertagte. sich bis 10,1/2 Uhr Abends. Nach der Wiederaufnahme der Sißung der Dcputirienkammer bekämpfte der Depuiirte Pelletan 0011 neuem die vom Sebat beschlosseren prinzipiellen Abänderungen des Budgets. Der Minister: Präftdcut DUPUU und der Unter-Smatsfckretär Mougcot bctheiligien sich an der Debatte und traten für die Abände- rungen ein. Schließlich nahm die Kammer das ar-ze Budget mit 459 gegen 44 Stimmen an und unterbra hierauf die S1ßung, um die weiteren Beschlüsse dcs Senats abzuwartcn. Wenige Minuten vor Mitternacht wurde die Sihung dcs Scnats wieder eröffnet. Der Finanz:Minister Yeytral brachte das Budget von neuem ein und erklärte, er angcsichts der entgcgenkommcnden Haltung der Deputirtenkammer auf den übrigen streitig gebliebenen Forderungen nicht be- stehe. .erauf nahm der Senat das ganze Budget einstimmig gn und vertagte sick) sodann bis Dienstag. KUkz nach Mitternacht wurde die Sißung der Deputirtcnkammer Wieder eröffnet. Der Prändent theiltc mit, daß der Senat nunmehr das Budget in Uebereinstimmung mit dem leßten Brschluß der Kammer angenommen habe. Hierauf vertagte sich die Kammer bis mor cn.

In der gestrigen Stßung des Kassationshotfes fuhr Ballot-Veaupréz in seinem Berichte fort und er lärtc, er werde nun die Gründe prüfen, welche 2 en die Revision sprachen. Er crkannte an, _daß die 211 ter im Prozeß von, 1894 bei der Unterlaffung einer Mittheilung de'r gebmmetr Aktenstiicke an den Angeklagten und seinen Vertheidiger _in gutem (Glauben gehandelt hätten, aber d1e Echtheit sammtlicher Schriftstüche der geheimen Akten sei anzryeifclbar, und dicse bildeten kein Hindernis; für die Revision. Bant-Bcaupré begründete dann seine Ar.- stcht, daß dre Prufung sich einzig und allein mit der Handschrift und dem Papier, welche das Bordereau aufweie, „befassen müsse, und erklärte, er sei wegen der Aehnbchkett des_Papiers und der Hands rift im Vordereau mit der von zwei aufsehr feinem Papier ge chriebenen Brie-“en, als deren Verfasser sich Esterhazy bekannt habe, zu der Ueber- eugung gelangt, das; Esterhazy das Bordereau geschrieben“ abe. Ballot-Beaupré spra sich zum Schluß für die Revision und Verweisung an ein neues rtegögericht aus. Sodann ergriff der

General-Prokurator Manau das Wort, um seine Anträge zu begrunden. Er erhob Einspruch 5Zzegen die Beschuldigung der Parteilichkeit und betonte seine tebe für dieArmee, deren Interesse es „sei, fich der Verräther zu entledigen. Das Bordereau bilde die Hauptfrage des Prozesses. Dasselbe rühre in. Wirklichkeit aus dem August her und nicht aus dem April oder Mai, wie man anfänglich angenommen habe. Das neue Datum bilde unstreitig ein neues Faktum, durch das noch überdies weitere neue Thatsachen geschaffen würden. Manau bezeichnete die Expertise Bertillon's als unbegrriflich, besprach die übrigen Gutachten und führte auf Grund der- selben aus,“ daß das Bordereau von Esterhazy herrühre. Manauxbesprach sodann die verdächtige Haltung Esterhazy's und meinte, die Expertise vom Jahre 1897 sei fehlerhaft ge- wesen und habe die Richter im 0§ahrc 1897 ebenso tärrschen konnen, wie sie: die Richter im Jahre 1894 getäuscht habe. Um 5 Uhr wurde die Sihung ohne Zwischenfall aufgehoben. Manau wird seine Rede heute fortsehen.

Vor dem Schwurgericht wurde gestern die Verhandlung gegen Déro 1110111- und Habert fortgescßt. Bei Beginn der Sißung erklärte Dérouléde, um die Bemerkungen gemxffer Blätter richtig zu stellen, daß er keineswegs eine Dynastie, sondern eine plebiszitäre Republik würische. Die als Zeugen vernommencn (Generale Hervé, Lan11es, Barrés und Lemaitre haben den Patriotismus Téroulézde's hervor. Quesnar) de

Vcaurepaire tadelte dir Haltung Lo:1bet's in drr PammwAn-

gelegenheit und gab dann einen Rückblick auf die Gesch1chte derselben, 'spendete Dérouléde und Hubert lebhaftes Lob und erklärte, sie hätten sich großer Opfer, aber keiner schlccbwn Handluanähig gezeigt. Sie hätten sich als Männer von zu hohem Stnn Fir ihre Zeit erwiesen. Es folgte die Vrr- nehmung von Srillon, Provost de Launar), Henri Hoitssaye, Détaille und Carolus Duran sowie riniger weiterer Zeuzxen, die sick) giinsng fiir Dérouléde aussprachcn. Die Anrsaben mehrerer anderer Zeugen waren ohne besonderes Jntrrcsse. Um 4 Uhr wurde die weitere Verhandlung auf beute vertagt. Der Kreuzer „,D'Assas“ mit dem Major Marchand an Bord traf gestern Mittag in Toulon ein. Miircband wiirde unter lebhaften Begrüßuniien von seiten de1 Be- volkerung nach der Marine-Präfcktur geleitet, wo ihn der Vize-Admiral de la Jaille beglückwünschte und will- kommen hieß, Marchand sprach dem Admiral seinen Tarik aus. Die Abmiralttät und die Generalität ließen so- dann, auf dem Oixai die Expedition Revue passieren, und Vize- Adm1ral de la Jaille Überreichte unter dem Beifall der Menschenmenge Marchand das Kommandeurkreuz dcr Ehren- legion. Darauf begab sich Ma'or Marchand in das Stadt: haus, wo er von den Gemeinde ehörden begrüßt wurde.

Rußland.

Die außerordentliche Session des finländischen Land- tags irt, wie „W. TV.“ meldet, gestern durch den (Hencral- Gouverneur, welcher die betreffende Kaiserliche Verfiigung verlas, geschlossen worden.

Italien.

In der gestrigen Sißung der Deputirtenkammer wurde die Wahl des Präsidenten vorgenommen. Der von der Regierung unterstsißte Deputirie Chinaglia wurde, wie „W. T. B.“ berichtet, mit 223 Stimmen zum Präsidentcn ge- wählt. Zanardelli erhielt 193 Stimmen. Außerdem wurden 16 weiße und 3 ungiiitige Stimmzettel abgegeben. Sodann seßte die Kammer die Beratbnng dc'r Tagesordnungen be- züglich der Erklä1111111e11 der chierung fort.

Die großen Manöver, an denen die beiden ersten Armee-Korps nebst einer aus vier Jnfantrric-Redimentern und zwei Bersaglicri:Bataillonen bestehenden Mobil-Miliz-Division 11111) einer znsammengestcllten Kavallerie:Dioision tbeilnehmcn, finden vom 28. August bis 8. September einsch1i.-ßlich statt; die Fcldmanöver im Divisionsverbande bci dcn Übrigen Armee- Korps zu derselben Zeit. “- Belagerungsiibungen finden vom 1. bis 23. 2111111111 statt; die näheren Vejtimmun en sixsd 1.011) vorbehalten. _ Die Kavallerieübungcn fin folgender- maßen fesjgcscßt: 1) Beim 111, "7. und )(. Armee-Korps (Mai- land, Verona 1111d Neapel) iibt “e eine Kavalleric-Briqads im September 15 Tage lang nach erer Anordnung des General- K'ommandos. 2) Die Regimenter Piemonte Reale cavalleria (Nr. 2), Lancieri di Aosta (Nr. 6), Cavallcggieri di Caserta (Nr. 17) und Cavallcggieri Umberto 1. (Nr. 23), die den drei c1sten KavaUerie-Brigadcn angehören und in Oberitalien stehen, irrten am 16. August im Lager von Cameri zu einer Divifion zusammen und üben in diesem Verbandr bis zum Beginn der großen Manöver, an denen sie theilnebmen. 3) Die Cavallcgicri-chimcntcr di Monferrato (Nr. 13), di Aicssandria (Nr. 14), diLucca(Nr. 16) und di Catania (Nr. 22) hallen in der zweiten Hälfte des August bei Griegmheit dcs Garnisonwechsels im Bereich des 122 Armee-Korps (Rom) Ueburigen im Aufklärungsdienst und im gemeinsamen Exerzicrcn ab. - Kadremanöver werden nach den kürzlich aufaestrllten (Hmmdsäßen in diesem Jahre beim 1., 111, 171, 17111, 1F. und )(1. Armee-Korpsftatifinden, Kadre-Belagerungs: übungen beim 117. und 17.(Piacenza Und Verona) unter Be- tbeiligung von Offizieren des 111. und 1711. (Mailand und Ancona), Kadre-Kavallericübungen im (Gelände des D'. Armee-Korps durch die in Verona und Padua stehende 4 und 5. Brigade.

Spanien.

Der Ministerrath hat, dem „W. T. B.“ zufolge, das Krie sbudget und die an die Cortes zu richtende Königliche BotFchaft enchmigt. Die Könrgin-Negentin unter- zeichnete cin ekret, durch welches der Marschall Campos zum Präsidenten des Senats ernannt wird.

Niederlande.

Die “Originalfassung der russischen Vorschläge über das Schieds ericht ist, wie das „Reuter'sche Bureau“ aus dem Haag Me det, gestern veröffentlicht worden. Die Vorschläge sind im wesentlichen folgende: Im alle ernßcr Meinungs- verschiedenbeiten oder eines Zerwürfni ses sollen die Signatur- Mächte, bevor sie zu den Waffen greifen, soweit die Umstände es gestatten, die guten Dienste oder die Vermittelung einer oder mehrerer befreundeten Mächte in Anspruch nehmen. Wenn die Zerwürfniffe Fragen vyn politischem Interesse betreffen, bieten die bei dem Konflikt nicht betheili ten Mächte aus ei ener Initiative den streitenden Machten ihre guten Diente zur Herbeifuhrung einer freundschaftlichen Lösun an, welche die Interessen der übrigen Staaten nicht ver 1. Vermittelung und gute Dienste haben einzig und a ein den Charakjer eines freundschaftlichen Rathes und nicht etwa den emes bindenden

Zwanges. Falls fiel; der Streit auf Rechtsfragen bezte !, findet unächst eine Interpretation oder Auslegunß der be Zehenden Verträge statt. Das Schiengericht mird a s 'das tyirkfamste und gerechteste Ausgleichswittel anerkqnnt. Die Machte ver- [lichten sich, sich an das Schiengerrcht zu wenden, sofern Je strittigen ragen nicht die vitalen Interessen oder die nationale E re der streitenden Parteien beruhren. Das

-Schiedsgericht ist *dage en obligatorisch, wenn sich die

Differenzen oder die. wistigkeiten' auf ' pekumare 'Ent- schädigungen beziehen, oder falls die Meinungsverschreden- heilen auf die Interpretation oder" Auslegung der m den russischen Vorschläßen einzeln aufgefubrten Vcr'iräge und Kon- ventionen Bezug haben. Die Zahl der „angefuhttcnn *Vcrtréige wird noch durch Ucbereinkommen dcr Signatar-Machte erhoht werden können. Jede einzelne Macht erd außerdem noeh Mit einer anderen Macht ein besonderes Abkommen treffen xonxien, um das Schied2gericht obligatorisch zu xnacheri. Zur alle ubrigen nichterwähnten Fälleistdas Schicds er1cht_rei11_akultaiiv. Eine internationale Untersuchungskommis 1011 mirddieUUmstande fest: stellen, welche das betrcffcnde Zcrwiirfmß herbeigefuhrt hadert, und durch eine unparteiische Priifrmg der „Thatsachen uber die Ur- sachcn Aufschluß geben. dee der bcidrti mteresficrtxn Regie,- rungen ernennt zwei Mitglieder, und diese vier _wahien em fünftes, welches zugleich Präsibent der Kornmrssion. ist _und eincn Bericht zu erstatten hat, der 111 _kemrr Werse emen Schiedsspruch bedeutet, sondrrn die Moglichkeu' gewahrt, cm Abkommen zu schließcR oder 1111 das Schiedsgericht zu appellieren. Den Vors lägen ist em vollstanmger Kodex fur das Schiedsgericht beige ügt. ' , , .

Die Sektion der 11. Kommission, welche sich mit ,der Akte der Brüsseler Konferenz von 1874 zu beschafttgen hat, hielt, dem oben genannten „Bureau zufolge, qestrrn eme Sitzung ab und nahm in zwetter Lesurig die Fassung der Artikel 23 bis 34, betreffend dlc Kriegsxxefaxigeiieb, an, über welche in der vorigen 'Sißung em Em- verstävdniß erzielt war. Dann gmgndie Sertion 'zur Be- rathung der Fragen über Pa'rlamentarc, Kapitula'tion u11d Waffenstillstand *über, welcbe 111 0111 Artikeln 43 bis 52 em- schließlick) enthalten sind. Man Yam auch" hier 31.1,e1ncr Ver- ständigung und wird die Artikel in der nachsten (“5115111111 einer weiten Lesung unterziehen. - Die andere Seftwn 'der 11. Kommission Trat gestern Obenfalls zusammen und berieth in erster Lesung über die Zusaßartikel zur (Genfer K_on- vention von 1868, bctreffcnd dre _Ausdehnung dicser Konvention auf den Seekrieg. Tiefe Zu1aßart1kel 0011 1868 erfallen in drei Kategoricn, betrcffend das Material, da; ?Personal und allgemeine Dispositionen. Gestch „wurden _ die Artikel über das Material bcrathen und mrt_ eimgen germxx: fügigen Aenderungen in erster Lesung genehmigt.

Belgien.

Wie „W. T. B.“ aus Brüssel meldet, trcrt die inter: nationale Konferenz znr Regelung der "Einfuhr vqn Alkohol und des Verkaufs 0,011 Spiritus cn in Afrika gestern zu einer Pienarstßung zusairimen. Der Bericht der zur Vorberathung der, Frage gcwahlien Koin- mission wurde genehmigt und dre VLkschlrdeU 'AkUkU des Entwurfs eines Abkommens rmgenommen, bis auf wei, über welche in der morgigen Sihunq' beratbcn wcrden 1011. Wenn auch iiber diesx Punkte ein E111vcrnrhm111_erz_1elt wird, so dürfte das Abkommcn ir. den ersten Tagen der 11ach1ten Woche unterzeichnet werden.

Afrika. . Aus Pretoria wird gemeldet, daß der Präsident Krüger gestern von dort nach Bloemfontein abgereist sei.

Nr. 21 der „Veröffexrrlikbunßen des KaiseriicberrGe- sundbeitSamtI' 00111 25. Mai hat folgenden Inhalt: Perional- Nachriäoien. - Gesundheitsstand und Gang der V011§1r0111be11en._ -* Zeitweilige Maßregeln geaen Pest - Aus dem Samtatsberiibt “uber die bayerische Armer, 1894/96. -- M1ttbe1l1111grn aus Neu-Sud- Wales, 1895/96. - D*:Sgl. ars Victoria, 1896. - DeLgl. aus Queensland. - DeSgl. aus Neu-Seeland. -- Gefessebbng u. s., w. Preußen.) Aerztlicbe Verordrwmxen. - (Rea.;Bez.Bre§lai1) Ktnd- 11eitfieber. - (Reg-Bez. L*"sn-Ourg) Le1chenieietl1chkeitem '- (Bayern) Beförderung 11011 Giflüael. - (Wuritemberg) Gebemy mittel. »- (Braunschweirikx Tollwutb. -- (Hamburg.) Arznei- mittel. --- (Jxaiien) Dützxxrr, Bbden, Wem 2c. - Gaizg der Thierseucben im Deunrbrn Reich, 15. Mai. - Deég1.'1n Bosiiien und der Herzegowina, 1898. - DeSgl. in Großbritanntrn, 1. Vierteijabr. - Zeivveiliae Maßregeln Legen Tbierseucben. (Deutsdbes Reich, Preußische Reg.-Bezirke Merse urg, Bayrrn, Mecklenburg- Streli , Oesterreich, Malta). - Verhandlungen 0011 gescßxiebenden Körper chaften. (Neu-Süd-Wach) Tuberkulose. -- Eejchenkl111e. - Wochrniabelle über die Stcrbeiäiie 111 deujscbezi Orten unt 40 000 und mehr Einwohnern. - DeLgl in ßrbßeren Starte11_dcs Auslandes. 7- Erkrankungen in Krankenbäusern dqucbcr Großstadxe. _ Dehgb 111 deutschen Stadt- und Landbezirken. -- Wittkrung. -- xEcr1ch1ltche Entscheirungen zum Nabryngsmijtrlgeseß (Maul- und Klau21-1rucbe, Blutzerseßung, infektiöse Lahme 2c.).

Statistik und Volkswirthschaft.

Unter eidun der Branxberluste "in Preußen im Jahre 1ch g 1895 nach Gegenstanden. 8 | ist“

Stat. Korr. Die aubtersebniffe der preiißiscbkn * rand at für d(as Jabr 189)5 inneZalb jeder Gemeindehruppc sind voquurjem mitgetheilt worden.*) Vertbeiit man die Verluste nach Ergen-

standögruppen, so ergeben sich TauseYdedéeNark [1 l'-

Gemeindegruvven !

, Land- größereklemere ge- Euts- zusam- '" SjädteSiädte M- bezirke men Immobilien ..... 948 3633 8021 30 442 6153 49198

. 0 146 172 259 131 709 esitZebénd.c .Woérkn. . 6 20 80 762 408 1 277 land . ko- durk'1ier tHFÖTafF [ . ..P . 9 463 1 047 6 801 3 751“ 12 069 Brennmaterial . . . . 2 29 36 262 31 360 gewerbliche Rohstoffe . 577 606 676 1 599 71 3 529 fertige Waaren . . . 692 1 571 1 171 2 422 208 6 064 au2rath 319 1 314 1 437 5 797 592 9 460 rbeitSmascbinen , . 274 1 205 1 018 3 312 876 6 685

ni b. -- 162 495 857 234 1748 MMUÄWLZUÉYT. 21127 9004 13 982 52 254 12 323 90 390

für Berl

*) S. Nr. 18 11. Bl. vom 16. Mai 11. I.

Aus den Verlustwertben la en fich einige Verbältnißzablen berechnen, welche die gegenständlirg sebr bedeutenden Abweicbzmgen von einer Gemeindegrupve zur anderen deutlxck) vor Augen fuhren. Im Jahre 1895 fielen Hunderttbeile desiScbadenwertbes

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große- kleme- Land- Guts- Berlin re.," “" 9?“ 1... , su- Stad- Städ- mein- zirken ,ammen [st ten ten den '

8. vomGesammtber u 1". auf Immobilien .. 33,53 40,35 57,37 58,26 49,93 54,43 1). vom Verluste an Im- mobilien auf fest- stehende Motoren 0,00 4,02 2,15 0,85 2,13 1,44 (: yom Verluste an M0-

bili an Viel) e."..f. ..... 0,30 0,37 1.34 3,50 6,61 3,10

landw. Produkte .. 0,48 8,62 17,57 31,18 60,78 29,30 Brennmaterial 0,11 0,54 0,60 1,20 051 0,88 gewerbliche Rbbstrffe 30,71 11,29 11,34 7,33 1,15 8,57 fertige Waaren 36,82 29,26 19,65 11.10 3,37 14,72 HauSratb 17 02 24,47 24,11 26 58 9,59 22,97 ArbeitSmairbinen .. 14,57 22,43 17,08 15,18 14,20 16,23 nicht unterschiedene . - 3,02 8,31 3,93 3,19 4,24

Die diesjährige Generalbcrsammlurig des Deutscbezr Svarkassen-Verbandes find-i (im Eonxabend, den 3 Juni, Vormittags 11 Uhr, im_ Geschäftßbause des Kreises Teltow, Vikwrtastraße 18, bierselbit statt. Die Tagesrxrrnung lautet: 1) Erledigung der 1111 § 14 der VerbandS-Saßungen "vor- geschriebenen Geschäfte, näu1lich:__ &. (811101111119 "des Grécbafts- bericbjs, 5. Feststellung drs Hausbaitfzplans silk 111111x Jahr 1899, (: VorsiaxidSwablen. (1. Entlastung wegen der Berrinsx rrcbnunßen für 1897 111111 1898, sowie Neuwahl dec Rechnungs- R-“visoren. 2) Geschäftliche Miitbeilunßen. 3) K011i01'0rre111- und Cbcckvsrkebr bei den Sparkassen. Berichterstatter: 911,11erungs-Ratb Or. SeireL-Wiesbaden und Sparkasienberwaiter Leicr-Zzbr. 4) Das Bürgrrliäze Geseßbuck) 11ach seiner Wirkung im ©97chaft§bge1ch der öffrntlicben Sbarkaff 711. Berickyterüatter: Landgertcbis-Ratb K *Hckxneider- Caffel und Stadiiyndikus Götting-Hiiresbeim. 5) Das Mchnungs- jahr der Sparkassen. Berichterstatter: Stadtrajb Kunckel-Komgéberg.

Zur Arbeiterbewegung.

Zur Lobnbewegung der Riemendrebesr iii BKLMLU erfährt die .Rb.-Westf. ZM,“, daß 1108 der Bcscbluffe m dcr Textilarbener- versammlnng 0011 Sonnabend Abrnd„ (001. Nr., 125 1). B1) und froh der WÜMUUJM ein Tbxil der Arbeiter der FikkYa Bartels, Dier1chs 11. C0. am Mrntag Nachmittag die Arbeit emgrsteÜt bat. Die Ausiiändigen verlangen den 10stünrigen Arbeitstag. _“ZIie Ftrma wrl] ken 10sti'1ndigcn Arbeitsiag im L;111e 210 Jabkrss emxubren, bat aber die Forderung der Strikcndcn, dies schriftlich 111 ben:;ttgen, ab- ele 111.

g qum Ausstand der StrinbruÖIarbeiter in G0'mxnern (vgl. Nr. 113 0. Bl) meldet die „Magd. Ztg.“, dcxfz alle Emigixngg- rersurbe aesckyeiterx reien, der Ausstand a110 unberanxxkrt 4sr-rtbeWbe. Die kürzlich d0rt (1119210112151 fremden Arbeiter smd 11111708! abgereist.

Hier in Berlin haben die ansstandisen Sje1xise§er (vgl. Nr. 123 d. Bl.) beschloss", das Gewerbeger1chi 11113 Elnrzungsemt anzurufen, und sind, dcr „(O; W.“ zufblge, (;.-Urrn m_ den aiigémemxn 'Liuöstand eingetreten, um aus die1e Weise der angedrohten Aufbjperrung durch die Aibeitgeber zuvorzukorpmcra. UcberaÜ ,da, WOEDLS Fordc- r11n51en der Gesellen- neunstündige Arbeitszeit bet einem Stirnde1'1l0h11 0011 65 „3 -- noob nicbt bewilligt sind, 1011 sofort die' Arbei? meyer- gelegt werden. Wie ir. einer Moutag Abend abgebabenrri Ver7an1n1111ng mitgetheilt wurde, arbeiten 00:1 dem 800 Berlme/r. S1'211116H67n,081*3112 .“.aber 200 zu den neuen Bedingungen. Durch Sch1esbrir („rr biefigen Sreinseßer-Jnnung an den Gexeüenaasxchuß 00111 26 b. 2111. Wird drr Innungsbeschiuß fmirgegeben: „1) sobaid dte'_Z'rang§-111111111g ern- xzefübrt ist, mit dem Geyellenansxcbnß 1111er die Arbeits- bedinriungcn 311 VLtbar-drln , 2) 0011 ZELL „ab „111111? 11111011 Gesellen mebr einxuiteüen, u11d 3)_„i.1Üs der_Sirike 1112 3]. 5. Pk. nicht beendet sein sbllie, ci11c11 („Heberalstrife 5:1“ Mxiirer em- treten zu [affen und sämmtiicbe G:]eüen 10 lange abszuiberreb, bis die Arbeit 111 00116111 Umfange wieder aufgenommenxwtrd.“ Die Zahl der Ausständihen ist auf 350_ 111111191311. In den ?Lraßeiiarbeixn 111 ein nabezu Vollständiger Stillstand eix1getrcxen. Die Bcrlmgr Stem- seZZx-Firma H. Hein bat, ebrnso ,wxe die F1rma_S1emen2 11._.§1alske, die beim Hrchbabnbau gl1ichfaüs emeAnzablStcmseßer 011511711111, die Gesellcnforderungen bewiÜigt. , _ , .

Zum Bergarbeiter-Ausstanb 111 2011121115211 wird der „Köln. Ztg.“ unter dem gest1igrn Tage (1112 Saarbruck-n gemrldet: Tie beute Vormittag 0011 eiwa _150 ausnmirigen Berglenten chr Privatgrube Spittei besacbtc Vsmzmmlung 111 Lamerbacb „bcscbloß, daß heute Nachmittag sämmtliche jun-zere11 Bérglerrte ihre islbksbx 01113 AuGlobnung vxrlangen sollen, 111.1 anderweitig Arb-xit zu 111611211. Peine feiern 422 Mann, 144 arbkitcn. Eine gestern _1m quke bei Lautst- baci) géplante Vrrsmnmlung wurde 11113) die “PAYS! verhindert, worauf etwa 150 Mann nacky Karlingsn vor die Direktorwobnung zogen , wo gesungen und gerrbet wurde; 2111§schreitungen kamen 111 1 Vor. __

ck In Bremen baben, einer Nach1icht _der „Von. Zi .“ zufolge, sämmtliche Dachdeckergcbilfcn gestern dre Arbch etngeteUt. .

In Leibzi,1 besch10ss-.11, wie die „W. Zig.“ mntbeilt, d1e St 11 ck a te 11 r g e b i l f e 11. 10 einer am Mr_nrag abgebalkenen Verrxiymlung, am Dienstag in den allgemeinen 211113111105 einzulreien. 21111 Sonntag [ckatien die Gehilfen besch10ffe11, 0011 einrmAusstank abzusehen, werin die am Montag rii1be1uirne J11nu11gsber1ammluna 1011119119113 “016 (Einführung der 8111111151915 UrbÜlÉZUT [ür den 1. 2111111 1900 bindxnd zufichern würde. Das 1cheirxt 111ch1 gc!ch1b€n zu seir; denn gestern früh ist der “Ausstand ausgebrochen. __ ' .

Zur Lobubeivegung ber böhmrjchen Texttlajrbeiter (vgl. Nr. 109 1). B1) wird dem „W. T. B;“ v0m_ gestrigsn Tage aus Brünn telegrapbiert: Heure fand hier eine Veryainir-lulng dcr W011- waarenfabrikanten statt. Es, Wurde ieschlofien, writer etmg gegen die Forderungen der Arbeiter z_111c1mmenz_usteben.' Es verladiet, daß xur die nächste Zeit die Schließung ZWULO Fabriken mit 1000 Arbeitern beborstebe. _ '

Dec allgemeineAusiTand m den Werken 0011 LeCrruzot (vgl, Nr. 125 5. Bl.) ist, dem „W. T'. B.“ zufolge, trois der Be- mühungen der Behörden, die Streitingt'en betzulegxn, außgebrochen. Eine Anzahl Aussjändiger schleuderte Steme gegen die Gebaude. Ein Gendarm wurde Verwöndet. G;“;inb R-thmcnt Kavallerie wurde zur An re ter altun der rdnuna er eigermen. ,

fZckkr dYn ArJeiteru11ruben in Rigg (ral; Nr. 119 und 122 “0. Bl.) entnimmt „W. T. B.“ einer Korrelbqndenx der „St Peters- burger Zeitung“ folgende Mitibeilungen: Beim Zusammenstoß der Arbeiter der Wag onfabrik .Pböntx“ am“ 17. d. M. und, der Arbeiter anderer abriken mit der Polizei und dem Mibtar wurden sieben bis acht Personen getödtet und 20_ Verwundet, wean man nur diejeni en zählt, die noch an demielben Tage im staatlichen Krankea aufe verbunden Werden mr'ßten. In der Nacht vom 18. zum 19. wurdcn 13 öffentliche Häuser rn der St. Petersburger und Moskauer Vorstadt von Arbeitern Zbe1lwe1se in Brand gesteckt und einige vollständig demolierrz sammtl1che 13 Häuser sind gänzlich unbewohnbar gemacbx wordexx. In verfolgen- den Nacht seßten die Arbeiter die Vernichtung der offentliäoen Hauser in der Moskauer Vorstadt fort. Am 2“), Nachmittags wurden zrver sebr große derartige Häuser in der St. Peteerurgcr Vorstadt voürg demoliert. Bis zum 20. richteten fich die Angriffe dg Arbeiter und des Pöbel; nur egen die öffentlichen Häuser und einige Sabankwtrtbfchasten niedrigsten anges in der Moskauer Vorstait. In der Nacht vom

20. auf den 21. Mai wurde das 6 Werft von Riga an der Peters-

bur er“ Cbau ee gelegene Vergnügun slokal Villa Nova völlig demgoliert. VT!!! 22. ab begannen die rbeiter auch die Fabriken an- zuzünden und zu zerstören. Das Operationsfeld warde nun auf die Mitcruer Vorstadt, auf dem linken Düna-Ufer, verlegt, wo viele Fabriken stehen und miliräriiche Hilfe schwer m_erlangen ist. Dort haben die Fabriken seit dem 22. d. M. Tag fur Tag unter der Zerstörungs- wmb der Arbeiter und ihrer Anstifter zu leiden gehabt, wobei es zu einer kleinen Schlacht fam. Die Kosaken sollen energisch; vorge- gangen sein. Das Beamtenpersonal einer Fabrik mußte,_brs müt- tärische Hilfe eintraf, mit den Wxffen in der Hand 1ein Leben schüßen. In eiver anderen Fabrik, in Welcher sich 111111) die Wohnung d-ZI technischen Dirsktors befand, wurde außer dem gesammten Fabrik- mobiliar auch das in der Privatw0bnuns drs Direktors bcfind- _ lick)? Mobiliar zertrümmert. Die Hauptwaffen der Angreifenden warm Pflxsteksteine, die in der Mitauer Vorstadt im Gange befind- liiber Pfl1st€rungen 1761er jest bequem zu haben find. -- Allem Anschcine nacb bandclt es 1111) in Riga um sr-jialisiische und anarchistische Amstiftungen. In Arbeiierkleixern steckende Personen brtbciligrn sich 6111 den Unruhen. Die Leiter der Bswegung, die mit rein a11archi1tifchem Charakter zu Tage tritt, sind bisher 11ichtermittelt. Wzbrscheinliä) kamrn sir aus anderen Stärien des Reiches, von 100er 110wrische (Fmiffare nach Riga ausgesandt wurden; vor einigen Tagen wurde ein mit Arbeitern stark be- srtztrr Zug (es _so[len einiße hundert Mann gewesen sein) angehalten, sodaß diese Leute Riga uicht erreichen konntew. Es fcbcim, d1ß der Plan dsr ganzen Bewegung daraus binausiäuft, Unzufrierenbeit unter den Arbeirern zu errezen Und _sie zur Verwüstung 0011 Fabriken an- zustcxcheln. -- Man 1151: in Riga a11genblicklich 111 einem Zustande der Anarchie. Das stänbige Militär ist bor einisen Tagen ins Lager auxigerückt, 11115 die r0rbanbe1:en waar busdert Mann Kbsaken können die weit argsgedebnte Stadt qnmbglicb 11561311 bor heimtückischen Angmffcr) und BrandstistUUFén fcbü en. A11ch die Tüchtiz1e Beriiiö- 11115 sreiiviUi,;(* F-*urrwebr k.;11n nichtlei ten, was sie s011st kömxte, 11211 fi? bxi ibrer L01chtbätigk€it Durch kirine Janßen gebindzrt wird, welche, wie 5118111 diesen Tagen worxam, den Syrißcnschlaucb zericbneide'n und dann [Purios 0111er Die fie säxüSc-„de Menge Verschwinden. -- Am 26. 2171-15. 151115 nach einem Pribatbriefe eines sehr zuverläsfizzen G-kwäbrsmanres (1115 Riga zwischen auxstär-oigen und U1ch1ck115stä11015221 Arbeitern einer grrßen GummiwIarensabrif eine Schlägerei statt. Mit welchem Erfolg?, ist nicht bekannt.

Kunst und Wissenschaft.

Das Fürstenthum Montenegro hat bei dem schweize- rischen VundeSraih seinen Rücktritt von der 01119. September 1886 zu Bern geschlossenen Ueberetnkunft, betreffend die Bildung eines internationalen Verbandes zum Schuhe von Werken der Literatur und Kunst (R.:(H-Bl. 1887 S. 493ff.), und somit auch von den am 4. Mai 1896 in Paris zu dieser Ucbcrcinkrinfi getroffenen Zusahübereinkommen, nämlich einer Znsaßafle umd einer Deklaraiion (R.-(53.-Bl. 1897 S. 759 ff. und S. 769 ff), an:

? ei t.

gz gJ11f0lge dessen wird die enanntr Uebrreinkunft nebst den Zusahabkommen im Verhältni zu dem Fürstenthum Montenegro am 1. April 1900 außer Kraft treten.

Land: und Forstwirthschast.

Für die diesjähriße, in den Tagen 00111 8. bis 13. Juni in Frank- furt a. M. stanfindenre Warderansskellung der Deukxcben LanbivirtbsÖafts-:«Hese111chaf1isit_r013 mancher Bestimmungen der Schch1110rrnun,1, die auf eine Beschrankuna der Beschickung bin- wirken, drci) wiederum 111" 50116 3:51 0011 1228 Rimrern zum Wett- bewe1b um “wie Quégescbriebenen Preise angemelret worden. Die Höhxnscbiäiw 11121 855 Sxück Überwiegen bsi wrkem die Nieder-Ytgs- 1chlchige (37.1); 112 iiammen zum größten Tbeii (633) aus Süd- ke-111chlch1115 11115 fird 5115 Ostelbien gar nicbt, (1115 Westelbien nur durch Heffe11-Naffa11,Waldrck, Wrstxalen und Rbeinlard bertréten. Unter 89:1 einzelnen Schlägen sieb: 1.13 große Fleckbird (Sitmnenjbaier) mit 338 obenar; LI folgen das gelbe eiufarbiße Rind (Schein- feldxr, Flaktléil, Glan) mit 176, dii§_g_r;1111ckr;11:ne Grbirgsbieb (All,;äuer, Sch1r0551) mit 120, das etniarbig roibe 11111656. Das Niedernnch-vieb (373) stammt zur kleineren Halfte aus Osielbiert (141) 1111169 1011113111er Hblsteinern und 61 scbwarz-rmißen Rindern (Hobander, Ostfricmn 11,21. w.), die größere Hälfte (1110 Wrstelbicn mti 128 1chwarz-1rr1x;e11, _13 rotbbunten, 31 L;,„dxmgern, 1116111 (1119 Weitsalzn Z11r 3291110111119 smd außer 10 BMW 1101) 32 KÜÜSLL 26 Och1en an,;emeldet, 517111011 22 aus Bayern. Im Ganzen werdet1_als0 68 0011 1228 angesteUten Rindern ibre Zagbrmxchbarkeit zu erwei1en baren.

London, 31. 517111. (W. T. B.) Nach einer Meldung des .Neuter'schn 2131103111115“ ars W111111P83(C111aba) wird die. Menge “092 noch in 5211 HKUDen ber Farmcr befindlichen Weizens auf 5Y11910116n 215111172113 11115 des in den Silos ir11_Jr1r-ern lagernden 2331315200 9111111111?- 011f _5 „5111011011311 BUWAI ge1ch2ßr Das Weiter ist 1ür die Saatrn Züritix.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten uud Absperrungs- Maßregeln.

Dcr Ausbrixcb und das Erlöschen der Maul- und KlaUSÖ-iskuck)? ist dem Kaiseriiéxeb Gesundheitsamt gemeldet worden born SÖlaÖi-Nirbbbfc zu Esscn_a Ruhr am 29. Mai, das Er- ibschcn der ScuÖe 001.71 Viebboic zu Bremen am 30. Mai, das Erlöschen der Se11ch3 unter den Rindern 00111 ZentrabViehbofe zu Berlin an demselben Tage.

Portugal.

Zufolge Verfügung des Königlich portugisfischen Ministeriums des Innern 00111 23. d. M. finden die unter dem 14. Abril 1897 zur Verhütung der Einscblcrritng der Bculenbeft angeordneten Maßnahmen auf alle Herkünfte aus Alexandrien Anwendung. (Vergl. .R-Unz.“ Nr. 97 00111 26. April 1897.)

Verdingungeu im Auölaude.

Britisch-Jndien.

6. Juni. 12 Ubr. mey W. Norman, 1118119J111J-(111'SCk-0r ol 12118 8911011 11111121212111111787 CowpaF, 55 (Zr802-01111rc11 ZkkSSb, 110116011 15), G : Likferung folgender aaren: 1) EiienzKurz- waaren, Eisen, YYETQÜS, Lsdcrwaaren, Oele und Farben, Hanf-„und Baumwollartikel, Glas 11. a. m. 2) Radreisen für Lokomotiven, Achsen, Springfcdern, Kupferpiatten, Stahlblech _für_Keffel. Pilffkk. 3) Register, Papier und Bureaubcdarf. Lastenhext _1m Bureau der Gesellschaft gegen 1 Pfd. Strl. für jedes Loos erhaltlich. ,

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