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fügte er hinzu, habe er nichts einzuwenden, wohl aber gegen die Zahl eilf. Zn Betreff der Volks-Vereine war der Red- ner der Meinung, daß die Civilisation ihnen viel zu verdan- ken habe , und daß der Zustand der neuern Gesellschaft fich erst dann als vollkommen betrachcen lassen werde,. wenn es in- Frankreich einen Klub von 3:2 Millionen Metnchen gebe. -- Nach Hrn. v. Laborde ließ fich Hr.“ Ca1. Périer als Mitglied des Kabinecs in folgender Weije vcrnchmey:
„Ich beüxigc djcsc Rxdncrbühnc, um mcinenUnthccl xm den egen das ganze Mmistcrtuxn cxhobcnen Beschuldtgungcn en R'n- pruch zu nehmen; als Mttgltcd des Mtnistcr-Raths werde tck) auf die quréffc gegen denselben antworten. „Durch welches böse Verhängmß muß als“ unser crßcr Gegner em chrctchrther Dc- putirtcr auftreten , der vor zxpct Monaten das unbedmgtcüc Ver:
trauen zu, den Kabincts-Mctgltedcrn zu exkctxncn gab, „wclche größtenthetls aus den Männern der proyesortschcn Ncgtcrung, zu dcr,aych er gehörte, gewählt worden smd? Man behauptet, die Mtntüer serycn aus der vorwärts schreitendcn Bewegung her- ausgetrcten. Was“ kü denn zwischcxt uns und unseren Gcgncrn vor- Yfallen? Wie. kqmmx es, daß dtejcmgxn, die zusammen auf dem
tadthause, wre m xmcm Feldlager, _vtyouaamrten, tm Schxooße dicser Kammer und tm Namen Frankrecchs in Kampfmit einan- der gerathcn'z' „Lassen Sie uns unsere Handlungen näher bclcxtch- ten.. Wahrleck)! das Ministerium müßte, xtm Grund zu dtcscr Krtegs - Erklärung gegeben zu haben ,. sack) ürquare Hand- lungen erlaubt , oder Grundsätze einer Reactton gcäußcrt haben. Lascn Ste uns Ihre “Vorwürfe und unsere Thatcn, Jh- rcn Verdacht und unser Gthffcn prüfen, und zwey: [affen Ste uns dtesc Untersuchung mtt Ruhe und Kaltblkmgkectß a;»ücllcn, dem: wir glgubcn „nicht, daß wir uns" weder mrt Frankrctck) noch met Ihnen tm Krtegc befinden. Wir sollen weder dec vorwärts schreetendc Bcwcgux: noch Das S_ysicm, das daraus hätte hervor- ehetx müffen, 'blgkt cn haben; unsere Handlungen wilsn _unvoll- ändtg und Wtdxrsprcckxnd seyn, und Sie geben um; mm dtZMéf- tel, atx, um d1e„Nu„hc Und das Vertrauen wrcdcrhcxzuxtcllcxt. Dtes tß, wenn tch nrchk txrc, der Inhalt der Proposttéon, m wxlcbe tch durch een; Zcrgltederung derselben cimgc Ordnung zu brmgcn “hoffe. In 1ed_cr Revolution giebt es nach Ihrer Behaup- tung Stcgex und Bcstcgtc. Allerdings isi Dies. bci Revolutionen der Fall,„ dte durch den Bürgerkrieg vorbcrcttcx und vollbracht worden und. . Vcrdecnyabcr cßnc Partei, die ntcht dcn Muth hatte , zg kanxvfcn, eme bcstcgtc genannt zu wcrden_? . Was hßbcn wtr sctt .zehn Jahren ;gcsagt ? Daß es stck) ,um cmxn Kampf zwnchcn 32 Mtlléoncn Einwohncrq und Uner schwachen Cotcxtx handele; Habqn“ die Ereignisse dtcscZBehaup- tung nicbt bcüatxgt, und :| ck ndthég, die Zahl der Bcncgtqn zu v'cxrmehrxn, um _emen durch Schnelligkeit, MXigungund'Unctgcn- nuhigkctt ohnchm schotx glänzendxn Sieg no glänzexxdcrtzu ma- chc„n?„Ohne chtfel Mm cn Ste eben so wenig, wec war, Pro- scrzpttonen oder, was dare be seyn würde, eine neue cholutron. Dtx Staatsmännex,_ welche den Sieg unbcflccktxrhalxcn und be- MYM wollen, muffc_n sick) damn, begnügen, dre Bencgten ohn- xnä ttg zu machcn lech sprcchc htcr nicht von den .Strafbarcn), ,thncn aber den Schu
_, der Gesetze gewähren, wcnn sfchch ßcffcl- ben durch Yeduldtgc ügxmg m ihr Schicksal, wclche tbr crgcncs Lytcreffe'inen vorschrctbt, würdé machen. Dies isi ein der _ reger würdrg'cs Benehmen, deren -. ahm, so wie die vpn ihnen errungene Charte, unserer Obhut anvertraut smd. Dtc Negjx- nzng sicht skull, sagt man fcxner. Was soll das hejßcn? Blethx mcht; vielmehr „der chner 17:11 stehen, der heute sick) gcgen dre Mixtiüer Ludwrg Ph1leppsodcrselben Ausdrückx und Redensarten bxdnnt, welche er vor dret Monaten gcgen dre Mmisicr dcr vo-
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rjgen Negtxrung gebraucht haben würde, und eine Untersuchupg „3;ng uns m Antrag brmgt, äbnltch„derjcm,gxn , „dre so,ebcn„tm
_amcn _dcr Kgmmer egen. das vortgc Mtntstermm ccngelettet woryen tft? Dxe Tran cnhctt„des'Séeges macht_vergcßlich; ryan vxrgtßt, daß vtcx und zwanztg Stunden vor, emer Revolutton, de_e„keine1ncn_fchltche„Bercchnung voraussehen konnte, dte kühnüen Hoffnuon en sach auf dxc alte Charte bcfchxäxxktcm untxrdxchdingung, daß dre elbe von ctnemeloyalcn *thtéerium rtchttger begriffen und bcffcr angewendet nxurde. 5 Und jcßt-wo drei Tage mehr gc- chcnxhgbcn, a__ls man fur mehrere Jahrx verlangte, wo orgayi- cheGefetzc, tyre“ xnan, _,von der Zukunft erwartete, fgst tmpxovin'rt wcpdetx, wo eme- anz neue Ordnungdcr Dinge met modtäzirten Kgmmcrmundm tn'u'r unter'„dcrxvcrgänngcn_Büngchaft gut ck- fmntchtyéfker, sondern 'un„tck'der dauernden Gara'nttecmcr erwä !- texj Dynaftte'xmd ctncs rxchtltchen Königs, beginnt, - cht spannt man semeForderungennur xmmerhöhcr, je mehr dieselben befriedigt wer- den, und verlanget von cmcr-vertrmzensvvllcn Regierung mehr Bürg- ::chafken, als fruher von cmcrgmßtrauéfchen! Wie? in wei auf
olcbeWe-ise Verwendeten Monaten hätte ein Stillstand gc crrscht? :
Yer cffmch doch, meine crrcn, auf einen. Augenblick dicse _eha klose Anklage, _um un efangctx mxscre Thaten zu prü- cn, die Zhnen durch ungegründctc Emflufterungen aus den Au- gen gert“: t werden! Andere werden Ihnen unsere Handlungen
txn thsammcnhange darlegen; ich bxschränkc mich 'auf diejenigen, Welck)? derGegenüqnd von Bcsckyxbcrden geworden sind.- Lang- samkctt odex Uchcrctlounq, allzu entschiedene “oder unvollständige Wahlen, drcse*ßnd dei: Vorwürfe„dic man der neuen Organisa- tion-. des unuberesehbarxn Franzößschxn Verwaltungs-Pcrsonals macht/ *- Voervfe, dte sach gegensettig aufheben und ausschlie- ßen. *Diese Bes; werde verdtent daher nur kurz erwähnt zu wer- den. Einer der inißer, so sagt man," hat bet wettcm mehr gc-
than, als seine Kollegen. Dies, war cin_Vortheil und eine 2;- dmgung ferner Stxllung. Da dthra c-uber-»dic “'*“ustéz-Béamcxn durch dre Charte tn ernem dex: Ans ten der er cn Wortfühm- der vorwärts strebenden Party: entgegengesetztxn Sinne entschie- den wurde, so mußte man m Her fast anzltchcn Veyändernng der Beamten des Payqucts und m der sI-seynégen Ersetzung der abwesendetx, auSgeschtxdcnxn und nicht verctdégtcn Beamten ein Ge cngcwrcht gcgen dte Ungbseßbgrkctt suchen, über die man/ such bek- agte. Ern anderer: Mtntüer rvtrd der Uebereilun in der Wahl dxr Beamten heschueldtgté und dxnnocb hatte man 1" n gcnöthi t, dtc_ Absetzungen zu _uberctlcn. Emen drtttcn klagt man der Tr g- hezt qn, thl er mcht um der Mcnschxn, sondern um der Ver- haltmffe MUM, Vcrändxrungcn vcrmexdet. Ist man denn anz unbekannt rmx dcm zwtschen dcm Prtvat-Vcrmögcn und. em Staats-Vcrmogcy bcßchendeq Zusammxnhangc und mit den Ver- bnzdungcn, worm,dtcscs mrt dcn Fmanz-Einnchmern cht? Send Akxsxyungcn xn _dtcsem Verwaltungszwcégc eben so mßlicl) nnd ausstzhrvar, wxe m andernchtgxn, nnd snd die neuen Bc- wcrbxr bc: dcn_Bedtngungen, wclche dteNgtur diefer Acmter vor:- schrexbt, eben 1ozahlrctch? Man bcschwert14chfcrncr darüber, daß das Wahl-QStZÜem zu lan c uncntschtedxn gclaffcn worden, daß es, unyollstandtg sey. Dx ennngeachtßt tsi das für die Wählbar- kctt ndthrge Alter vxrmtndert und dre Wicdcr-Erwählang dcr Anegcstclltcn um Prtnztpgcnxachtwordcn; die neuen Wählex und Waölvarcn md von der Bepmgung dcs Iahrcs-Bcstßcs enécbun- dxn, das" doppelte Votum rst „abgeschafft unH provisorésck) durch- cm Verfahren, das mqn gcweß ntcht ein artstokratisclws nennen kann, ersetzt worden; m kurzem werden 125 neue Wahlen die
Kammer vervollständigen und die gegenwärtige Richtung der“
öffentlichcn Meinung darlxgcn. Nur ein Punkt ift noch fest- zuüedllcn, tck) meme dtc Bcßtmmung dcs Wahl- und Wähl- yarürtI-chxsus. Abcx cbqn wcex gerade dieser Punkt noch nicht festgestellt tft, legt man thm cenc übertriebene Wichtigkeit bci, ah; wenn das ganze Wahlgesetz und al_lc Wahlfreiheiten alLein in dtcscr Frqgc beruhten! Man ntmmt kcmc Rücksicht auf das, was man bcrcrts ck_langt hqt, um das Recht zu_bchaltcn, Alles, und zwar wo mögltci) an cmxm Tage und itz einer Séßung, zu ver.: !angcn;„nmn bedenkt mcht, daß auf dtcsc Weise leicht Gcseße tmprZyMrt wcrden köxmcn, dcrxn Dauer eben so kurz isi, als die auf ne _verwxndcte Zczt, und dre lxcim ersten praktischen Versuche Ergebneffglecfcrn, dec nur zu, oft den Abfuhtcn ihrer Urheber enxgcgev: smd._ Ist man denn, m der That in Gewißheit über die »Wtrkun cn, dec cm ganz neues Wahlgesetz hervorbringen würde,- dcffcn ,Lcmcnte nybckatxnt wären und das wedevauf feststehende Zahlen noch auf dtc„ELsahrtzng „begrünßct wäre? Würde c§ klug seyn, den Versuch cmer thctchtscn;'Wtcdck-Er1vählung, die dem Gqscßgxbcr Thatsachen ,an dxe Hand geben wcrd,__§zu untersagen? Wee wxll man der unvollstandtgcn „Kammer das Recht bctlegcu, em Wahlgcseh zu machen, quxt man ehr dte Macht, minder wichtige D-mge zy entschetden, ürxtttg machx? Hax man die Aufre ung, der Gemuthcr m den Provtnzcn und m arts bxdacht, und glgaubt mem das Resultat dxr bevorsiehcndxn ahl_en tm voraus besiim- men zu können:? Netn; aber man tft von_ctncr ßxcn Idee einge- nommen, txämlteh von der Auflösung xtncr Kammer, die man noc» vyr wter Mopaten als die Bcfrcterxn des Landes begrüßte,- uned Pte vor zwct Monaten den vonßthr gehegten Hoffnungen Wurdtg „entsprochen mxd ste sogar noch ubcrtroffen hat.„ Man ver- langt dre Auflösung emex Depytirtcn-Kamzner, welche die Zeic- gcnoffcn unsererZvaolutton, dec Mitschuldtge an den Ereignissen _dcrselbcnckund„fur thre Folgen soltdarrsth verpßérhtct iii, um an thre Stche eme neue. Kammer zu setzen, dre der Revolution fremd, mtt den Ursachen de.rselhen unbekannt und an ihrem Ur- sprzmgc unschuldig, allen kunfttgen cZdlänen (selbs? denen der Le:- éttmxtät, wenn,?“olche ewahrschemlt, wären) j7ch leichter zum
erkzetxge d'arbeZTen wurdx, als dre Kammer, deren Mitglieder scxmmtlech fm: dre Neyolutton vox: 1830„veraz1trvortléch sind. Was dec Bo-lksvercene betrtfft, soe wctsen wrr mtrgaer Kraft unseres Gthffens den Verpacht zuruxk, aus Furcht dye. Wichtigkeit und foahr dieser Veremgübertreebcn zu habext, dee._von dem Frei- hettsßrudel, ausdem ste exttftanlxenzfortgetßtffen, Leeder der Gefess- Zebung zuvorZekommen smd,„dte.1hncn em geordnetes Beßehen *ätte geben-konncn. Dee Etnwohncr haben uch mehr als die
Regierung gegen _dichsxzränfß erregenden Versammlungen erho-
ben„ und es Wavunscre icht, die deffentléxhe Ordnuno aufrecht zu erhalten, es mochten mux Gesetz; uber dtxsen-Gegen „and vor- hgndcn seyn ode_r ant. Dre Regtcrung wurde Versammlungen nzcht stören„ dre, m' t selbst durex) eme wecklose und unzeé- tege Oeffentltchkett dte Ruhe der Burg_er_» | rten. X| bei diesen Redeühungen, zumal unxcr „dcn *vxrwzckeltxn Umjkänden, welche nach ctnemso großen Erctgntffc, wtcdxe neueste Revolution, ein- treten und dee ernßen Evtnnerungcn an dre Revolution von 1789 wie- dex hcxvorxufchn auf den Straßen ßchendcs Auditorium nöthig? Dres Z| eme Frage , welchx der Gesetzgeber zu untcrsuchcn hat- und bts zu 'dercn Lösung dee Vcrcmc wohl thun würden, d_em Volke zu kctncm Vcrdachte' Anlaß u geben. Unsere Nevo'luttott
„muß der Welt eben so viel Betvci e von Klugheit als von Muth
„xben; dadurch werden wir Kraft im Innern und nach außets Jm erlangen. l_tnscre mncre Ruhe Mrd“ der beste Gewährsmaqn fxftr äußeren Frtcdxn seyn. Un_scr _chrcnwcrther Gegner, der m cmer Yrt„v,on„Wedcrspruch mtc semcn Grundsätzen die„Gcfahk' des rmztps unserer choluteon über-treebt, weil er vergtßt, da
dase be für Europa in der Person un eres Monarchen im „beru- “
rieg, fragt, wo unsere Ar-
hégendsfcn Lichte erscheint, vrophe eit So viel
m*cc sey, und seht unsere festen läye in Trümmern.
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Mathlofigkcit auf der einen Seite vertxäg't sich kaum mit so gro- ßen Forderungext auf der atxdercn. Ww wollen den ehrenwerthcn Redner über eme „Besorgmffx beruhtgen, wünschen aber cbxn so, daß "er uns üscr dre Besorgntffe beruhigen md c, die unbesitmmxe Forderungen txt uns ctwa erreJcn könnxen. ie Armee organt- :irt sch uxtd dre Verwaltung, er es kctncswcges a;: den zrx :hrcr Orgamsateqn nöYhtgcn Elementen fehlt , beändct steh nur 111 dxr Verlegetxbett, zwn'chen alten und neuen Verdiensten, wclche glet- chcn Etch an den Tag legen, 1: wählen. Auch unsere scsien * [atze werden m gutem Zustande erhalten. Apex: m an crem Iahrhundxxt xmd_ nach dcr ergencn„ Ansicht des Urhebers dex Proposttton t| dtc moralische Kraft cmc besexe Garantte, axs dtc matcrtclle. Frankreich isi, wenn es organtstrt kü, unangretfbgr Und_, wenn es angegriffen wcrden_so11tc, unver- wundbar. Dre Frechett „wacht rm Inpern für d,:e Aufxcchetcr: haltung der Ordnyng/ dtc Ordnung, wan nach „außen hm ubxr unsere Unabhängtgkcxt xwachcn. Dre Emfachhctt der vpn xmr . gcgcbxncn Erläuterun *cn ch t hinlänglxch, daß es damtt mcht - auf eme Lobrede abgc chxn 11 „ welche„1cdc.Erörtcxung und Be,- lehrung ctwa zurückwctsen wtll. Wer raumexxtm Gegenthctl eincn Vorwurf ein, den, Yer Urheber der Proyosttxon ups zu ma- chen vcrgcffcn hat, nämlech dcp , daß wex vtcllctchhmcht schxtcll und entschlossen gqnug uns mrt_der nbthtgcn Autorttät bcklctdct haben, um Ungewrßhet„ten,„Zwetfcln und Schwankungen veorzg: beugen. Dennoch hat dre; dte gute Folge gehabt, daß das Bcdurfntß diescr schüßcndcn Auteorctät stch allgemcm fühlbar gemacht, urxd MY dicMacht, die wxr tms nicht betlcgten,_ steh uns selbst tn dtc H ndegegebcn hat. Wzrkcnnqn daöganzeGewrchx unddanerth dcr; selben und werden das damtt verbundenen Pßechtcn erfüllen. Dre
Feinde unserer Freiheiten haben uns lange Für unfähig gehalten, _
mit unsernGrundsäßcn ein Gebäude aufzufuhrcn. Lassen Sie uns die Freude und die Hoffnungetx derselben vereiteln; lassen Sie uns Yum darthun, daß weder um Innern noch nach, außen hm eine rennung unter uns" besteht, und daß, wenn ste cs ntcht verstanden haben , durch die Staatsgewalt Freiheiten zu begrün- den", wir es versehen, durch die Frcthcit und im Interesse dersel- ben cine Staaatsgcwalt zu errichten.“
Nack) Herrn Cas, Périer “verlangte der Vicomte von Martignac das Wort; der Präsident machte ihm indeß be- merklich, daß bereits eine große Anzahl von Rednern vor ihm eingeschrieben seyen. Sonach bestieg Hr. Madier de Moncjau die Rednerbühne. Er tadelre die Minister, daß fie die Volks-Véreine, wodurch die öffentliche Meinung ein- geschüchtert worden séy, so lange geduldet hätten, und ver- tbeidigte demnächst die Kammer gegen die ihr gemachten Vor; 1 würse, daß ihre Existenz gesetzwidrig sey , und daß fie das von ihr begonnene Werk nicht konsolidiren dürfe. -- Dcr Oberst Paixhans behauptete, daß die festen Plätze in Frank- reich sich in. gutem Vertheidigungssiande befänden, die Zeug- häuser wohl versehen und die Regimenter vollzähligund vom besten Geiste beseelt wären. -- Hr. Viennet klagte über die Langsamkeit des Ministeriums in der Vorlegung der von der Nation“ erwarteten Gesetze , doch stimmte er gegen den Antrag des Hrn. Mauguin. Ueber die Volks-Vereine äu- ßerte der Redner sich folgendermaßen: „Diese Vereime be- stehen größtentheils aus jungen Lcuren , die an den öffentli- chen Angelegenheiten Theil nehmen möchten. Dergleichen Gesellschaften sind aber unter einer. Repräsentativ-Regierung nichc zuläsfig; sis ziemen nur der Republik, Die konstitui- rende Versammlung war es, die die Volks-Vereine einführte; ste berechnete gar nicht, welche Fol“ en diese letztern haben würden. Nachdem uns aber die Er?ahrung hierüber belehrt hat, dürfen Wir solche Vereine nicht ferner dulden; die Mit- glieder der Regierung müssen fichwohl hüten,“ daß man nicht 'von ihnen sage, was man von der vorigen Dynastie gesagt, daß fie nichts vergessen und nichts gelernt habe.“ -- Nachdem noch Hr. v. T r a cy gegen,.die Propostion des Herrn Mauguin aufge- treten war, nahm dies er Leßtere selbige zurück, indem er fich darauf beschränkte, auf die Bemerkungen des Hrn. Du- pin und Cas. Périer zu antxvorten.*) Am folgenden; Ta e wollte die Kammer fich ,mit dem Geseh-Enrwurfe wegeen 296- schaffung- d_er beifihenden Richter beschäftigen.
'. Paris, 1. Okt. Der König hielt gestern früh einen
"Minister-Rath uud arbeitete Nachmittags mit dem Großfiegel-
bewa rer. _
* ée- Verwaltungs-Büreaus der nicht katholischen Kon- fßsstonen, welche bisher Hm,;Ministerium „des Innern ge- hörten, smd wieder zum inisterium des öffentlichen Unter- r-ichts-und des, Kultusgeschlagen worden. - “
.- Der Herzog von Orleans zog gestern in der: Artillerie- Kaserne der National-Garde -als Kauonier auf Wache und stand eine Stunde als Schildwacht.
Der Globe will den Gxund der Entlassung der Herren Barthe und Bernard aus ihren Stellungen als Königl. Pro-
“ *) „Einen Auszug aus dem betreffenden Vortrage dcs Herba Maugum behalten wrr uns auf morgen vor. -
' kommen ,
Kommisfion soll dahin übereingekommen seyn, daß diese
kuracor qm hiesgen Civil-Tribunale und als General-Proku;
rator am Königl. Gerichtshof hierselbsx darin finden, daß die- selben, wie allgemein bekannt sey, fich eweigert hätten , dss Volks-Vereine und einige Preß-Verge en gerichtlich zu ver- folgen. Insbesondere habe Herr Bernard sich geradezu ge- weigert, eine Untersuchung gegen den Verein der Volks.- [freunde kraft des Artikels 291. des Strafgeseßbuches einzu- eiten.
. Der Minister des öffentlichen Unterrichts hac Hrn Cou- sm, Professor der Geschichte der neueren Philosophße und Mitglied des Universitäts - Raths, zum Titular - Professor der Geschichte der alten Philosophie statt des auf Penson gesetz; cen Hrn. Milon ernannt. Die Professur des Handelsrechtes hat Poncelet erhalten, da Herr v. Pardeffus seinen Abschz'ed genommen hat.
Vorgestern hätte fich beim Gasse der 18 Fuß hohen bronzenen Bildsäule des Königs Stanislaus großes Unglück. zutragen können; man machte nämlich zum ersten Male im Großen den Versuch mit einem neuen Verfahren. Die Form, die vollkommen gelungen und beim Eingießen d“er TNasse ganz Leer war, sprang plößlich, und der umher sprüx [zende glühende Sand, so wie die hervorquellende heiße „Bronze- OJTasse, setzten das Leben der Arbeiter und der in der Gieße- rei befindlichen zahlreichen Zuschauer einen Augenblick in Gefahr. Zum Glüéé ist Niemand dabei ums Leben ge- nur einige Arbeiter haben mehr oder wenigetx schwere Verlcßungen erhalten. Herr Quatremére de Quin» hat einige Quetschungen davon getragen und Herr v. Arcet; der jüngere fich die Haare versengt und einige Stellen des Gesichts verbrannt. Der Oesterreichische Botschafter Graf von Apponi, der gleichfakls anwesend “war, ist ohne alle Ver:- leßuug'davon gekommen. '
Der Kricgs-IMnister wil! diejenigen Soldaten der auf- gelösten Schweizer-Regimenter, welche nicht geborne Schwei;- zer sind, in das in Französischen Diensten stehende Deutschx Regiment Hohenlohe eintreten lassen.
Die für die Untersuchung der Getränksteuer nieder eselzte teuek um “37 Millionen verringert werden und daß in allen Städten über 4000 Seelen die Erhebung der Getränksteuer an den Barriéren mittelst der Thorgefülle geschehen soll, wie dies be; reits in Paris;"“der Fall isi. Um den Ausfall von 37 Millio- nen “im Budget izu decken, sollen 7 IRiUionen durch diese: neue Art der Erhebung bei den Verwaltung-Fosten ersparx und die übrigen 30 Millionen unter 'die Grund- und Persos nalsteuer vertheélt werden.
Die Gazette d e Fran ce bemerkt: „Die Staats-Fonds, der Handel und der Gewerbficiß scheinen seit der leßken Re,- volution von einem immer mehr überhandnehmenden Sin- ken betrosen zu werden, dessen Grund .man alle Tage zu er- forschen jucht. Sind es die Klubs, die dieses Sinken bewir- ken, oder find es die Nachrichten aus Brüssel? Nein; wenn. der öffentliche Reichchum abnimmt, so geschiehtes , weil Luan Zis Henne gecödcet hat, die goldene Eier
egte. _
Das 1elbe„Blat„c äußert: „In der gestcigen Sitzung hat Hr._ Castmxr Porter zugegeben, die Regierunghabe es bisher mchc v-Lrftanden, zu regieren. Hr. Mauguin ist durch dieses Geständniß zufrieden gestellt worden und hat seinen Antrag zurückgenommen.“ „
Auch in die Quotidienne hat dewGraf von Kergor- lay sein (gestern mitgetheiltes) zwsites Schreiben an den. Pxäfidenten der Pairs-Kammer einrücken lassen. In Bezug auf_einen- Ta-Yes zuvor im National erschienenen Aufsaße, worm das. er, e Schreiben des Grafen von Kergorlay heftig angefochten, die vorige Dynastie zugleich verunglimpft und der König angeforderc wurde, „die edle Legitimnät, die er der Nation verdanke“, mit Würde zu behaupten, enthält das Eingan s erwähnte Blatt Folgendes: „Wir halten es fÜr überfiü fig; den edlen, Pair gegen die Angriffe des Naxional zu vertheidigen. Dieses Blatt scheint ganz „und gar zu ver- geffen, daß der [Mann, gegen den es sich erhebt.; weit ent- fernt, der vorigen Regierung jemals Weihrauch gestreut u haben,; see “vielmehr stets über ihre Fxhler aufzuklären bem c gewesen, ist. ,Diese edle Freimüthig eit hst fich“ 'zu keiner eik und auch bei dieser leßter'en Gele" “enhecc' nieht" verläugnet. Wäre mau minder parteiisch, so w rde man“ fühlen„ daß die höchste Achtung einem Manne gebühré, dere nachdem er der glücklichen Macht oft strenge Wahrheiten gesagt , ihr in ihrem Unglücke seine unwandelbare; Treue zu er- kennen giebt. Nachdem der National seinen offi iellen , Unwillen über den erfassex des Schreibens ausgedrückdt hac, kommt erxauch alzf dte„B_ourbons zu sprechen. ier sollte?: er aber doch endlcch emjehen lernen , daß eine erlauchte' Fa-