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Auflösung“ der Kammer wird durch die egenwärtigen Wahlen sehr vereinfacht. Dadurch daß uns das Land die aus,- geschiedenen Depucirten aufs neue zuschickt, giebt es uns zu verstehen, daß der Augenblick noch nicht gekommen set), An- dere an*deren Skelle zu ernennen. Hinslcbclich des Wahlge- .sekzes mag man noch den Versuch einer Herabsetzung des Census machen, wobei man jedoch dafür Sorge zu tragen ha- ben wird, daß man die Wahl-Kollegien nichr denjenigen Klas,- sen öffnet, die dem Eitxflnsse der alten Aristokratie unterwor- fen sind. Bei der Abfassung eines Kommunal-Geselzes [affe man die Munizipal-Conseils von den Bärgern, die Maires aber von dem Kömige, nac!) eiUcr ihm vorgelegten Kandida- ten-Liste, wählen, Die National-Garde muß in den Gränzcn ihrer ursprünglichen Institution, d. C). im rein bürgerlichen Sinne erhalten werden UNT) demnach Überall LMU? der Lsi- tung der Civil-Behörde stehen, Doyen mächkigsre Stüße sie ist. Was die Pairswürde anbetrifft, so wird das (Gesetz von 1831vielzu thun haben, um ihren Glanz wiederherznstcllen und endlich eine verfassungMiäßigc Aristokratie zu begründen„ die, von ihremEncstehen an dem Lande nichts als Vorkhetle gewährt. Die Stellung der Justiz-Beamten ésc bereits in der Charts festgesetzt, und esbleibtsot1acickjchcnichrs übrig, als die Durch den Tod oder freiwilligcxs Ausscheikzen erledigten Stell» all,- mälig mit anfgeklärrem ?.Nännexn zu besetzen. Wir hätten jelch nnr noch von den materiellsxn Jureressen zu sprechen, hier wünschen wir eher Freiheit als Unterstützung. Doch dürfen die ONonopole tmr allmälig und mittel,? C'nc- schädigung für wohlerworbene Rechte aufgehoben w-xrdeu. - Ueber solche Grundlagen sollten fick), wie uns däUckU, ehren,- werthe Männer leicht verständigen können. Was die jsßige
Verwaltung ins Verderben stürzt, ist, daß se eine Menge; wichtiger Fragen unentschieden läßt; die Unschlkxssigkeéc der Regierung erzeugt allein die Unruhe der Gemüthet“, und diese Unruhe ist ein Uebel, das deren tausend ande're nach fich zieht. Das neue Ministerium muß sonack) seinen Antréxt
gleich dadurch bezeichnen, daß es )'„ene Fragen zur Sprache bringt und sie auf eine erwünschte Weise ld! .“
„Wir begreifen nichr“, äußert dagegen das Mémorial de la Scarpe, „wie die Pariser Blätter auf Anlaß der leßten Pariser Unruhen, *- Vorfälje, die selbst die schwan- kendste und getheilceste Verwalcung wenigstczns für den An- genblick befestigen müßten,-von eincm DITtuisrerwechsel spre- chen können. Welcher Monarch würde so unvorfichcig seyn, sein Ministerium auf das Verlangen derer zU verändern, die er selbsk als Anarchisten behandelt hat“? Was für Männer müß- ten die Minister seyn, die durch solche Ereignisse nicht ver- einigt würden? Wer würde endlich unklug genug seyn, auf einem1solchen WegeMinister zu werden, ohne vorauszusehen, daß er in kurzem auf demselben Wege wieder werde abrrecen müssen? Und am Vorabende der Waßlen, wodurch der Wunsck) Frankreichs “sich auf gesetzliche Weise knnd geben wird,. sollte man ein neues Regierungs- System improvifiren und dasjénixge mißbillégen, welchem “die Stimmen eines
Dritth'eils von Frankreich neue Kraft verleihen können! '
_ Nein, einen solchen Fehler wird man nicht begehen, denn der König kann in _einem chräsentativ-Staate und bei einer ge- selzlichen Ordnung der Dinge, in welcher er sich seiner Kraft und seiner Pflichten bewußt ist„ ein Ministerium wohl nach einer Wahl, aber niemals nach einem Aufstande modificiren. Hat man durch diese Bewegungen auf die Wahl-Kollegien *in den' Provinzen einwirken WOÜM, so hat man stch gröblich getäuscht. Nichts war , für uns wenigstens, geeigneter, Un- sere Wahl auf gemäßigte,'den weißen wie den rothen Radi- kalen abgeneigte, Männer zu leitxn. Dies wird, wie wir glauben, in den meisten Departements der Fall seyn, und die große Mehrzahl der neuei: Deputirten wird die Meinung des linken Centrums, d. h. die des Landes, rcpräsentiren.“ Der Moniteyr enthält einen ausfüHrlichen Bericht des Ministers des Innern an den König, und in Folge dessen zwei Königliche Verordnungen vom 19cm d. M. , wodurch die 'VerWaltung _der Brückeü und Chausseen neu organisirt
und vereinfacht wird. Folgend“ ist der Haupt-Znhalr der; *
selben: „Das Cganze Land soll, wie .bisher, in Betreff des Brücken; und hauffee-Baus in 15 Divifionen gethcilt blei- ben, die von den Inspektoren alljährlich inspicirt werden, jedoch dergestalt , daß immer um“, ein Drittheil derselben auf Reisen ist„ zwei Drittheile aber an den Sitzungen des Ra- thxs für den' Brücken; und Chaussee-Bau Theil nehmen. „Dre General-Znspektprxn sowohl, als die Divifioné-Jnspek- toren , _haben i ren Wohnfiß in-Parés und können “denselben, nyr met Bewi igung des General-Direkfors verlassen. Sie erhalten an BÜreau-Kosten einIeder 1200 Franken und, wenn ste rejsen, 8Jranken für die-Po'ststacion und 12 Fran- ken an „Dtäten. Alle übrigen ihnenxbisher bewillcgc ge-
wesenen Emolumente fallen dagegen fort. eréschen dam Divifions -Jnspekcor und dem Ingenieur en Chef wird ein Mittelgrad unter dem Titel eines dérigirenden Inge- nieur en Chef gestiftet, der MM den Ingenieurs erster Klaffe nach 20jähriger Dienstzeit bewilligt werden darf. Es kann deren nie mehr als-6 geben. Bei Verseßungen liquidiren die dirigircnden Ingenieurs en Chef 8 Fr. für die Poststa- tion, die andern Ingenic'urs 4Fr. und die Eleven 2Fr. Das General-Conseil der Brücken und Chauffeen bestehr aus dem General-Direktor als Präsidenten, den (General- und Dwi- sions-Znspekcoren, und einem Ingenieur en Chef mic bera- Mndcr Grimm:“, als Secretaér. Die dirigircndenIngenieurs en Chef und die Direktoren der “Hafen-Bauten wohnen, wenn sie ck Paris sind, den Sißungen dss Conseils mit einer bcrathynden Stimme bei. Im Schooße dieses Con- seils werden zwei Kommésfioncn, die eine für den Straßen- und Brücken; Bau, die andere für die Schifffahrt gebildet. Ste versammeln sich wöchentlich einmal, insofern von dem General-Direkcor keine außerordentliche *Silzung' angesagt wird. - In Folge dieser Beßimmungcn werden 2- General- Jnspektoren, 7 Divéfions-Znspektoxen, 3 Ingenieurs en Chef und 1 Adjunkt pensionirr, 2 Divisions-Jmspeétoren, die Her- ren Duxens und Béréqny, zu Goneräl-Jnspektoren, 10 Zu,- genieurs en Chef zu Divifions-Znspekcoren und 6 gewöhn- liche anenienrs zu Ingenieurs en Chef ernannt.“
Gestern Mitrag fand auf dem Marsfelde dic angekün- digte O)?nsrerung von 9 Legionen der National-Garde durch den Geweral Lafayette state.
Mittelfr einer im [MM erschéenenem Gesckz-Büaetin be- kannt gemachtcn Königl. Verordnung vom 18. September wird die Bildung eines vierten Batailxons bei den Linien- Rogimentern befohlen, wodurch dieseißen 3000 WTann an, Uncer-Offizieren und Gemeinen stmk wcxrdeU.
é)ie Ankunft des General Lamarque in Angers hat in der- dorkégeu Gegend Besorgniffe erregt, welche das Jour- nal des Débacs als ungcgrümdec darzUßcll-sn bemüht ist. „Die Sendung des (Feneöal Lamarque in die westlichen Dc,- partemenrs“, sagt dicses Blatt, „die WM seit mehreren Mo- naten untcr scimem Ober: Befehl stehen, ist dnrchans frésdli- cher Natur. Er soll im Namen der Regierung dem Lande SCHUH für den Kulcus und Achtung für Die Freiheit der Per- sonen und ?Meinungen verbürgcn, insowoér die Aeußerung der letztern nicht die öffentliche OQ'ÖUUUZ zu stören droht, Er soll Vcrsgessenhcic früherer Zwistigkeiten und die Absicht verkün- den, die Spuren derselben durch eine gerechre und wohlwol- lende Verwaltung zu verwischen. Er soll den Mitgliedern des Klexus, welche steh auf den Kreis der durch das Evan- gelium vorgezeichneten Pflichten beschränken, den Beistand der REZÖGYUUJ zufichern und die Strenge der Gesetze nur gegev- diejenégen Individuen, sie mögen nun Laien oder Priester seyn„ in Anspruch nehmen, welche ihren Einfluß auf das Volk etwa mißbrauchen möchten, um es zur Widerseßlichkcit gegen dix: mit der Vollziehung der GesekZ-e beauftragte Be- hörde anzuxeizen.“
Das inAngers erscheinende Journal de Maine et' Loire erklärt die Gerüchte von aufrührerischen Bewegungen (“n der Vendée für ungegründet; es versichert, nicht 200 Sol- daten von der Garde Karls )(. seyen in dieser Provinz vor:- handen, obgleich mehrere Blätter die Zahl derselben auf 2000 Mann angegeben härten. “
Auf den Antrag des Ministers des Innern werden im Silzungs-Saale der Deputirten-Kammer mehrere Vsrschönex, rungen vorgenommen werden. Die zwei großen Nischen der Hinterwand des Saales sollen durch zwei 7-x Fuß hohe allegorische Statuen, die Freiheit und die öffentliche Ordnung, als die beiden Grundgedanken der Verfassung, darsteélend, geschmückt uxtd unter der Statur der Freiheit ein Basrelief, die Ankuyß des Herzogs von Orleans auf dem Stadthaus? vorstelle», angebracht werden. Auf dem Gefims der Ntschen sollen vier HZ Fuß hohe Figuren aufgestellt werden, von denen zwei, mit _der Statue der Freiheit in Verbindung stehend- die Kraft: und die Gerechtigkeit, und die beiden andern fick) auf die öffentliche Ordnung beziehenden den Frieden und die öffentliche Wohlfahrt darstellen werden. Der nächste Zweck_ die- ser Verschönerungen ist, ausgezeichneten Künstlern BUCHM- tigung zu geben. ,
Die Regierung hat eine Untersuchung in Bctre der vielen Feuersbrünsre einleiten lassen, welche einen Thei _von Frankreich heimgesucht haben. Die General- Prokuratoren bei den verschiedenen Gerichtshöfen sind bc'aufttagr, die M“! teréaxien dazu zu" sammeln und se ungesäum'c dem JUM- Minifter einzusenden. ' ' ,
, Das Memorialde's Pyrenées entbäLt in, emem Schreiben aus Pau vom 19. Okt. nachstehende Details über
das Einrücken der Spanischen Flüchtlinge in Spayien: „Die ausgewanderten Spanier haben fick) endlich egtjchlos- sen, ihr gefährliches Unternehmen auszuführen. Dre leßte telegraphiscbe Depesche, welche die Zerstreuung allear an der Gränze gebildeten Haufen anordnete, [zac nicbß „wemg zu die,- sem Entschluß beigetragén. “Mehrere Französi1che Freiwillige haben Pässe genommen, um in ihre Heimat!) zurückzukehren. Oberst Valdes rückte an der Spiße von 400 Mann am 14. um 11 Uhr Morgens durch das Dorf Urdache in Spanien ein. Alle waren unbewaffnet bis an die äußerste Gränze vorgegangen. Hier öfftxete man die Kasten un_d vertheilce die Waffen. Mit dem Rufe: Es lebe die Verfassung! wurde das Spanische Gebiet: betreten, Eine Menge von Einwoh- nern begab sick) anf den Weg, welchen Oberff Valdes kam, wiederholte denselben Ruf und beeilte sich, den Truppen Vor,- räthe aller Arx zu bringen. Am 15021 ist TAMM in Zugar- ramurdi eingerückt. Dieser Punkc, so wie Urdache, wa- ren von den Mélizen geräumt worden, die sick) kn ziemlich starker Anzahl in era und San - Esxsban befanderv Beide Stellungen sind von der der Consci- tutionnellem nur wenig enxfcrnt. So weit: gehst] Die zuver- Zäss'igen Rachrichken. Umlaufenden Gsrüchcen zusolg2,_l)aben die Constitutionnellen sich V?xa's bemächcégc und marxcfsrtxtx gestern auf Iran. Ein ganz-zs Regtmcnr und 200 ZoU-Sol- daten sollen mit dem Rufe: Die FreiheicÖlebe! zu ihnen Übergegaxxgen und ein Kioske? mit «in_er „*Wnrrißucion von 200,000 Fr. belegt worden seyn. Dieke Nachrichten bedür- fen imdeß der Beskärigung. General Vigo ist, mchdem er Valdes bis nach Urdache begkcitet, mic dem Ob-erstsn Cachw auf der Post hierher zUrÜckgckoznmeU. Fast alle “in dcr [)'ic- stgen Umgegend liegenden DekaWemenks h-gcccr] mt) bereits, nach St. Zean-Pied-de-Porc zu, nach der 05101sz dms?- „zogen. Die Beschlagnahme von'140 chroncaßciwm, zu wel,- cher die Französische Behörde in der W*'T»k)nm1g _Vigo's ge- schritren war, hat ihm einen großen Strick) Fnrch jeéne Pläne gemacht, Die National-Garde von JMnein hax sogar ein ““vom Obersten Cagnelo geführtes Dexaxcchnetxt Spanéer cm- gegréffen. Dieser mußte in ein Geyöiz entflohen, hier die "Waffen vertheilen und an Ncbenwxgyn die Gräxxzc z:: (;E- winncn suchen. GcneralVigo ist 171éc'x'3imem Adjutanten und einem Obersten, wahrscheinlich P;“:dlo, von disr abxzec'eést; er wendet sick) nacb Tardets. Das ans Srndcnccn und KÜnsc- -lern bestehende heilige Corps harte bereirs früher diyseäbe Rick)- tung ,eingeschlagen. Sie hoffen, Jacca ohne Flinxcnxchxzß aeinzunehmen. -- Rachschréfr. Sox eben hören wrr, em Reisender habe die Nachricht Überbracht, daß 100 Mann von .der Garnison von Pampelona mit ihren Offizieren auf das Französische Gebiet übsrgegangen seyen, um fich mir den Con- stitutionnellen zu verbinden.“ “'
Die ganze südliche Gränzlinie isk mic Franzöuschen Trup- pen besekzr, die Befehl haben, die Bewegungen der Spani- :schen Flüchtlinge zu beobachtsu.1md alle_diejenigen, welche zu- ".“Ückgeworfen wexden und das Fra:136s0che Gebißt wieder zu Betreten versuchen möchten, zu enrwaffncn.
In einem Schreiben aus Bayonne vom 20sken d. M.
meldet man: „Alle Spanier, die sich in hiefiger Gegend be- fanden, smd jekzt auf Syanisäwm Gebiete, mit Auanhme der Mitglieder der prov:]oxéschen Regierungs-Kommikfion. TNina hat bei seiner Ankunft in Spanien einen Tex esbefehl erlassen, wonach Jeder, der sich einen Diebstahl zu chulOcn kommen läßt, sogleich erschossen werden soll. Dieser Befehl ist be'reirs'an Mehreren vollzogen worden. Auch hat _er' al- Les schlechte Gesmdel ausrangirc und hierher zurückgejcyickt. Juan Romero Alpuente, ehemaliger Depucirter bei den Kox- tes, hat in einer Proclamation die Arragonier aufgefordert, auf die Seite der Jnsurgenten zu treten.“ . Seit einigen Tagen suchen einige Spanier , von einem Franzosen als Dolmetscher begleitet, unter den hiesigen Ar- beitern Rekruten für das Heer der Znsurgenten zu werben. Es haben sch auch bereits 90 anwerben lassen und werden "morgen nach der Spanischen Gränze abgehen.
Im Departement des Calvados haben an mehreren Punkten die Feuersbrünske gufs neue begonnen. “
„ Aus Toulon schreibt man unterm 187en d. M.: „Das erstefhlilcfige Handlungshaus, Paulet Roux, hat mit 500,000 r. a irt.“
General Tiburtius Sebastiani ist von Paris in Toulon
angekommen, um fich mit dem yächsken Dampfboote nach
* Korstka zu begeben.
Vor kurzem smd in Calais mehrere für die Häuser Lafficte und Rothschild bestimmte Kästen mit Gold; und St!- berbarren von London angekommen und befinden fich auf dem Wege hierher. ' ,
Der Messager des Chambres äußert: „Nach aus-
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führlichen uns von Algéet' x'zugekommenen Details über die Nachforßchungen der Untersuchungs-Kommisßon scheint es er- wiesen, daß von dem Schakze in der Kaffaubah nichts unter- schlagen worden ist, und daß es selbst physisch fas? unmögléch war, eine nur irgend bedeutende Summe davon zu entwen- den. Anders war es mir den Privat-Schälzeu des Dey und der Übrigen vornehmen Tüxken, welche sich nach Maaßgabe der Summen, die man iHmen mitzunehmen erlaubte, loskau- fax; mußten. Auf diese indirekten Beraubungen hat die Un- tersuchungs-Kommission jekzr ihr Augentnerk zu richten und die Bedrücker ans Tageslécht zu ziehen.“
Herr Hericarc de Thnry, bishs'c'iger Direktor der öffenr- lichen Bauten dsr Scadk Paris, [)at seinen Abschied erhal- ten, und sokl für die anxmft dieser Verwalcungszweig mit den Büreaus der Präfektur des Seine-Deparrcments ver- einigt werden.
Die Bauten im kleinen Luxembourg nähern fick) ihrem Ende. Die für die voxégen Wänisier bestimmten Zimmer sink) ftrtig. Die Kamine sind vermauerc Und für die Hei- zung Oe; Zinnncr Oefen erbaut worden.
Großbrit-mien und Irland.
Parlamencs-Verhandlungen. Beide Häuser wa,- ren am 26. Okcober zum erscenmale versammelt. Jm Ober- [)ause crschien um 2 Uhr Nmbmirrags der Lord-Kanzler, begleiter von den Köwigl. Kommissarien, Grafen Bathurs'r, Lord Roßlyn, Herzog von „Buckingham und Erzbischof von Canterbury. Nachdem die »))?érglieder des Unterhau- scs, arkf die an sie ergangene Einladung, sick) ebexsfalls im Oberhausc eingefunden hatten, forderte sie der Lord-Kauz; ler anf, dcm'“WiUen des Königs gemäß, zur Wahl eines" SprecHerö zu Wreéccn und das Resultat ihrer Wahl am morgenden Tage dem Könige vorzuleget1.- Jm Unter- hause, wo bereits früher in der langen Gallerie der Lord- Stewart mehreyen *))?icgiicdern den C'éd abgewommen hatte, schcicc man, nach der im Oberhause empfangenen Botschaft, zur Wahl des Sprechers, die neuerdings, und zwar ein- sxtmmig, auf Hrn. C. Manners Sutton fiel._ Sir Rob. Peel trug [Wann aU'F die Vertagung des Hauxes an, wcl- chem Antrags, den Hr. Broug'tzam unterßüßte, Folge ge- geben wnrde.
London, 26. Okt. JJ. Majestäten find gestern mit dem Prinzen George von Cumberland von Brighton hier etngekroffen; gleich nack) deren Ankunft stattete der Herzog vzn Cumberland dem Könige einen Besuch ab.
JJ. König!. Hohetcen die Herzogin von Kent und die Prinzej'sin Victoria, mic Gefolge, langten vor emigen Tagen aus Malvern in Buch an.
In den letzten drei Tagen ist wiederholentléck) Kabinecs- Rath gehalten worden; jede Sikznng dauerce zwei bis drei Stunden.
Ihre Majestät haben aus der Seiden-INanufaktur in Spitakßelds Proben von den kostbarsten Seidenstoffen ver- langt, um fich aus einem derselben ihren bei dem bevorstehenden großen Feste zu tragenden Anzug verfertigen zu lassen; diese Maaßregeihat unter den armen Webern die größte Freude verbreitet“, weil fie hoffen, daß das von der Könégin gegebene Beispiel die günstigsten Folgen für fie haben werde.
In Lewes (Grafschaft Sussex), wohin J. J. Maje- skäten neulich von Brighton aus eine Spazierfahrt machten, wurden sie auf das feierlichsre und herzlichste empfangen und, mit einem glänzenden Dejeuner bewirrhet. Zn Beaütwor- tung einer bei dieser Gelegenheic an den König ersehnten“ Anrede äußertexa Se, JITaj., es sey allerdings bemerkgenswertl), daß Lewes seit 600 Jahren keinen Besuch von einem Engli- schen Könige erhalten Lahe; "zugleich fügten Se. Maj. hinzu, daß 'Ihr berewigter ruder den Ort gewiß besucht haben würde, wenn er nicht durch _seinen üblen Gesundheirs-Zustand davon abgehalten worden wäre. Im Lgufe der Rede gab der König seine Abficht zu erkennen, jäyrlich eine geraume Zeit in Sussex zu ubringen, und erwähnte dabei eines von ihm ertheüten Befesles, dem zufolge die Miliz dicser Grafschaft künftig den Namen Königliche Sussex-Miliz führen solle. Nach einigen Bemerkungen über den blühenden Ackerbau der Grafschaft tranken Seine Majestät auf das Wohl der Einwohner von Sussex und der anwesenden Notabeln 'v'on Lewes. Nach einer kurzen Pause nahm der König"(dem Courier zufolge)“wieder das Wort und sagte: „Sie haöen auf das Wohl Ihrer Majestät “getrunken. Als ich Ihnen für den mi“ r gebrachten Toast dankte,“ that ich es auch für die Königin. Unter den “vielen günsctgen Umständen, *die meine Thronbesteigung begleiteten, ist keiner, der so sehr mee“- ne Dankbarkeit gegen die Vorsehung in Anspruch nimmt, als