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schweigungen der vet'urtheiltcn Frauenzkngmcr konnten mehr oder - weniger wahrscheinliche Vermtxthungen uber das Vorhandenscyn Zeheimcr A enten erwecken, dre, wenn, es Belange. fie zu ent- ecken, end tch den wahren Charakter dteser rgndsk/tftungcn „ent- üllen würden. Man durfte hoffen„ daß dtesc vcrurthctltexi rauen immer, wenn seeerfi nach Paxes gebracht und von dem in n e befreit seyn wurden, der dxe vollständige Ausfq e der Wa rheét etwa verhindern möchte, letchtcr zum Geständnne ge- bracht wcrpen würyen. Sie wurden daher hierher transporttrt und vor dre Kothsskone csicllt. Oh [etch diesc Magßrc cl zu Zar keinem Resultat gqfu rt hat, sy ! dennoch nöthtg, „xhnen uber jeden der Prozesje, wclche dte Veranlassung dazu gaben, einige Worte zu sagen. ' ' ' Der erste Prozeß betrtffx Has FraucnzrmmerMaréc Pgulcne, die wegen einer am 26. Mar m tzcm Dorfe Sqent-Martm-de- Gallen„ im Bezirk pon qun, verubtcxt Brandütftung zum Tode verurthetlt worden :|. Dre Vcrurthctlung gründet sl .' nur auf eine, die Anklage aber auf ziv'ei vxrschredene Brand tftungen, von denen die erste am 24. Mac, Hte atxdcre am Zöstextßattge- funden hatte:; die erstere'hattc tranrrgc, dee lcßtcrx garkcme Fol- en. Beide waren gcwrffermaßen von d'er 5 aulme vorher vcr- ündi t worden. Dee Haß, mrt dcrse tm orfc Lärm, machtc, ihre egcnwaxt an Ort und Stcllcx thrx Reden, so wie chr gan- Zes Benehmen,- bezeichneten ste bc: bctdcn Br*andüestungcn W ie Schuldige; nur die eine aber k-xkannte src und wurde hm- schtlich der andexn von der Jury frc-tgesvxochcn. Ihren Gesthnd- ni en„ die ziemltch spät kamm, war eme Anklage gegen cmext xp ter für „unschuldig, befundcnxy Nachbar vqrausgcggngcn; ste cgleétxtc dteselbcn mrt" etner höchst unwahxschetnlichexx Gcschichtc. „„ Nach :hrer Auösage wollte nämltch Paulme durch dte Drohun- gen und Versprechungen eétzcs Unbekannten zum,?Bcrbrcchcn gc- trécbext „worden seyn. Da 1th Angaben über, dtcscn Unbekann- ten emegen Verdacht gcgen dee Domeßikcn emes in der „Nähe wo nenden Generals exweckten, Fo bcetlte s Pauline, die von die em Vcrdachte ,' wre es schetnt, unterm tex worden _war, auszusaÖen, daß in der That ein Domestek- an;: diesem Haufe r Versprechungen gemacht habe,; Ke naxmtc ehn mcht, ab abevfcm Signalcment, und dieses fttmmte mrt d_em, wclches ße Tuerü von dxm Unbekannten cgebcnz ntcht überem. Er war übrgens naxh threr Aussage ni t der ettxzége , der ffc zum Ver- brechen getrteben; noch drek andere Jndwrducn sollten ihr ?in- trägc gemacht und brennende Lunten gegeben haben. Aber xhre Aussagen widersprachen schx, die Instruqtéon _er- ab den v/ölltgcn Ungrund derselben; das Feuer war mit emer czn nchen Kohle an- gclegt-worden. Dcr Betru war augxnschcinltch, und ste wurde verurthcilt. Tages daran? geschah eme ncux Aussage von ihrer Seite; außer pen von ihr aYegebenen Indivtöucn sollte ihr noch ein Mann, mtt „dem sie im onkubinat lebte,_Anweésungcn gege- ben haben. Bet der Untersuchung erwies sech aber auch dtese Aussage als falsch. Nach „Paris. cbracht und von uns befragt, kat ste keine cWéZe zum Ztele fuhgrc_ndc Aussage, gethatx, sondern hren früheren t ersprüxhen noch erni2c„ncttc htnzugcfugt; Der einzige Ethruck, den, Rest Angelegen cet machen„kann, tsi der Ekel, den dte Lügen“ ctnes, wie es scxbft gesicht, sert dcr zarteücn Jugend durch“ die Gewöhnung an em„ercrbtes Lascx verderbxen YZ dadurch zum Verbrechcn vorberettctcn Fraucnztmmcrs cm- , en. _ „ Einen anpern Charakter bieten die Verbrechen dar, dercn dic Bourdeaux, deezweite „der vor derKommtsson erschiencnen Brand- ßtfterinnen, angeklagt tsk. Sieben Mal hat se in dezn Dorfe Crx; mot), wo ste wohnte, Feuer angelegt, und zwar drctmal im Haun: ihrer eigenen Mutter, das zuletzt i_n Asche gelegt wurde. Und dennoch war die'ses Mädchen noch ntcht 16 Jahr alt; nur ihrer Jugend wegen :| se bloß zUr aft in einer Bcfscrungs-Anüalt verurtheélx worden. Was war hx Beweggrund? War ihr Vcr- brechcn,dte Folge einer unerklärltcyen VerérrunF oder muß es schändlxchen in ebungen zugeschrieben “werden? eher _diescFrage hatte pte. Unter uchuugjem Ltcht verbreitet. Zwei Monate wa- ren fett thrcr Vcrurthcelung verfiossen, ohne daß sr“ ein neuer Aufs luß crgebetx hätte, als ztvei ihrer Oheime ße m “Gefäng- nisse essuchten; te bcfra en sie, und véxlletcht ynwtllkührlich dem Emslu e ciner n der cgcnd _qcltendxn Memun nach ebend, orfes cc zum Vcrbrcchen getrieben habe? Sie geht araufcin und sag“, die er- ßen Anreizungcn des farrers hätten schon vor wei Jahren flatt- efundcn. Sie, beüät ght diese Aussage im Verßdre und behaup-
vcrlangen sée zu wissen, ob nicht der Yfarrcr dcs
tüéanfangs auch ci der-Konfrontéruxt mit dem Pfarrer; eitsige mit“ Ruhe gn sie gerichtete Fragen dtr.?cs Geistlichen bringen e aber davon urch, und se widerruft alles Gesa te; späTer be- arrt Le bci „iesem Widerrufe auch in Abwesenhgeét des Pfar- rers. „xmleßten Verhöre aber kommt te auf die Anklage zu- rück und behauptet st'e imAngeficKtcx de en, dcn se beschuldégt;, übrigens soll nicht der Pfarrer a em fie vcrécitct, sondern ein unbekannter Bettler sc mehrmals bedroYt haben. Ihre Aus a- ?en ülmmen keineswcges unter sich übere n; sie weichen hin!? t- ich der eit, des Orts und der Gespräche von einander ab. Die Kommiston hat nur wenig Worte, die eine Anklage ge en den Pfarrer'cnthglten, daraus entnehmen können, und déeäntersu- thun hqt keene von ihnen bestätigt. écjcni *: unter den drei Vcrurtheélten, die die weiße Theil- nahmc ,einfi ßt, und deren Aus agen dennoch am wenigsten cin Ergebntß versprechen, isi dtc Josephine Baélleul. Nur eine Brandßéftung kü ihr Schuld gegcbcn, und sée bckcnnt dieselbe; Fe hat in, dem Hause ihrer eigenen Herrin Feuer angelegt. Ankh
sie sagt aus, ein Unbekannter habe ihr Geld c eben und :e im Falle der Wetgcryn mit dem Tode bedroht. g éese von f?r in den versthedcnxn erbdrcn bald zuxücxgenommene , bald w eder- holte AnvscFe rst um so unwahrschemlccher, als die Versprechun- en und rohungcn auf dxr Straße und am Mor en der euershrunsk selbst an sie gertchxet worden FM ollen. in an- dcrxr orclowahrsccyhcénléchxrer Aufzchluß crgic t s? auf den ersten Black any dcr znftructton. Dae Batlleul Z| von einem ange- nehmen,?!eußcrn; aus der Untersuchung erhellt, daß se mit dxm Stecfsohnc des-Besiyers des Hauses, wo sie wohnte, in einer mcht ftxafvarcn, aber vertrautcrx Verbindung ßand. Dieses Haus sollte needergertssxn und an ferner Stelle ein Kaffeehaus erbaut werden, wo der junge Mgnn sch etabl'éren wollte. Das einzige cntégcgcnßehende. Heydcrntß war der„be|ehendc Pacht-Kontrakt; W Hany war „ohnebtxt vxrnchert. Vtellcécht hatte der Plan einer Berbxndung! um dem xenztgetx Manne, den sie sah, in ihrer lebhaften Etnbtldnngvkrgftundthrem emfachcn Herzen Wurzel gefaßt. Konnte dtcseeran mchx auf „den Gedanken führen, den eernschtcn Au- ctxblt duch) cm Mtttel zu beschleunigen, das, wie se laubtc,
temandcn Nachthxtl brachte? Auf solche Weise ließe ich das Verbxxechen eder BatlZcul ohztc Annghme eines äußern Einfluffes auf sec erklaren. DtcseAnstcht schemt bei der Untcxsuchung nécht vorgehcrrscht xxx haben; „man erwartete neue Geständnisse. Die Batllcul, „tn welchc bet den Verhandlungen lcbhaft'gedxun en Wurde, schtctx emen Augenbltcke bcrcitz sich auszusprechen, abxri rc cxußcrorxdcntltckw_AUfrcgutxg fuhrte ctmx heftige Krésés herbcé, die nc!) mrt folgend/Zt, an' thlch Verthctdigcr gerichteten Wovtcn 1[ loß: „Laffen Gt; mrch ltclxer vcrurthctlt jvckdcn.“ Dies gc- c ah auch; aber dec duxcl) dtcfe Scene erregte Theilnabme gab
- zu tausend Vermuthungen Anlaß. Dic Bailleul erhielt eine Mél-
dcruLg dcr Strafe, aber weder dies, noch die wiederholten Bit- ten IhrerKommesffon, hahcn (Was aus ihr herausgebracht, und das (Yerxcht bletbx m chtfcx dgxrübcr, ob das Schwcégen dicser Unglucklechen der Furcht, dxe tbr Schuldige von hohem Stande emgcfsößx, oder der“ Besorgntß zugeschrieben werden muß, durch vonsiäxtdtgch Gcständqesse dcn Gegenßand eincr geheémen Nei- gung tt_t Gefahr zu brtngen. ' ,
Wtr habet) dem erécl)tshofe noch über eine „dritte Angele- genbetx zu bcrtchten,„ dre mehr duxck). die Ocffentlé „keit die se erhalten, als durch : rc Wechtégkcet eine bestimmte rkl rung er- fordert. Der 32 Ja r altx Karl Theodor Berrié, der bereits im Jahre 1824 zu 15monatltchem Gefängnjß verurthcilt worden, wurde inx Jahre 1826 wegen Diebstahls kondemntrt- In Btcetre, wo er sei?)
s neue zu 2jähré - , . . _ „ _ trafe absaß, durch „eine emnehmcnde Schctnhctltgkett das Vertraue fängL-“ciß-Vorüeher zu gewinnen und die Theilnahme des osc-
nxcrs, so wie emégcr ayswärtigen Geißlichcn, 71: erregen, wel : dte Gefangenen tttxterrcchtetcn. Als es ihm “ge ang, noch vorA - lauf semcr Straßen, ganz begnadtgt zu werden, kehrte er sogleich zu. sétncn vcrbrechereschcn Gewohnhcttcn zurück und saß, mehre:
*rcr schwerer Vergehen "angeklagt, im Gefängniß zu Toulouse,
aks der große_ Prozeß, der Sie 1“.th beschäfté t, und die' Brand- sirftmzézen, dee vonseinotgen damrt in Verbin un gebracht „wur- den, t m als e_én gunüxger Umstand erschienen, ferne nahe bevor- ftchnqucrurthcelung zu verzögern und entweder eine Milde- rung semer Strafe oizer (Helechheit zum Entweichen u erlan- en. Er ersgny soglctch ctne abel und verwebtc in die elbe, um. xe ,wahrscheznltcl), zu machen, alle Namen, die er durch seine Ver- bmdungen tn Ptcetre und durch dte Zeitungen kennen gelernt hatte. Er schrrcher h_abc Nusse) _ck zu thun, und erklärte vor" Gericht“; er sey fur dte Orgamtrung der Brandüiftun cn als Werkzeug gebraucht worden. Geldxr, geheémnéßvolle Brie e seycn thm anvertxaut worden; er habe dtc Häupter des Komplottcs *e- sehcn. Herz“ von Polégnae selbst, von dem er übrigens eitx "tg- nalemcnt gtxbt, 'das. mrt dem des ehemaltgen remécr-Mtnifiers ar nicht4uberem|emmt,„soll sich ihm rück altlos anvertxau't aher). Erne Art von fretem Gcleitschein, von der' Hand dresses Mtntskcrs,aysgefertkgt, befkndct fich angeblich unter den Papieren, dre Berrée ttz Bordeaux zurückgelassen haben will; diese Papicére sollen die wc ttgskcn Angaben enthalten;, er will sfx aber nur nach, der crha tenen Zusicherung "ciner „'., ; ,semer Strafe ausl_tcfern. Auf Befehl der Komxnissionxj“ 21:5, „,sygleéch na Parts, gebracht; cr bxüäti t und spannt stxéxxzxx-x “ FussaÉen no weiter aus. Aber dtese apiere, durch E““ „;;-;;e-ne ussa en bekräftigt werden könxren, will er nur Zus e'- rungen qusliefern; dtesewerden ihm 17 ““ “***.“ egeben, daß seine Aussagen sch als wahr beweisen sollten. 'H mm nennt „er die Person, in deren Hände er jene wichtégenAktenüücke nteder- Jelegt haben, will weicht jedoch in ber Angabe der Adresse erselben tägltch a . Aus den in den beiden von ihm angegebe- nen Häusern„angcßellten Untersuchungen hatxsfch ergehen, da die von Bcrrte: bezerchncte Person dqrt völlig unbekannt tsk- An alle andern Punkte der AuHsagc erwwfen |ck als Lügen. Hätte es sfch um eme weniZer wtchtige Sache gehandelt, so würde ein solcher Ncbcnpunkt o nx wettcre Prüfung beseitigt worden seyn; beser aber ist es, daß daes, erf? nach einer vollständigen Untersu- chuaner Umßände geschtebt. , ies ist, m. H., das Ergcbxnß der Arbeit, die Ihre Konz,- mésüon in Betreff der Branxfttftungen unternommen hat; ne wollte Ihnen nicht „eine vollstandige Geschichte dieses noch "jetzt forthaucrnden Unhctls geben, son_dern hatte sch nur mit den Beztchungen zu beschäfttgen, worm dasselbe zu den angeklagten
“ BMW"?
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Ministern sieben konnte. Darguf b.cschränktecfich ,der Auftrag 0“hrer Kommisston. Inßem tch dtescn Thetl unserer Arbctt chließe„ wird es dechnegen, ,der von “hnen den Auftrag er- ielt, den ge cnwärttgenBcrtcht abzu atten, pergbnnt seyn, u sagen, da er zwölf Iahxc mit dem Justtz-Manne zu- ?ammen gelebt hat, der bctm Ausbruche der ersietz Feuc'rs- brünfte das Staatssfe el führte. Herrn von Couxvotffcre hatte man nicht wagen düren, das Verbrechen als Mxttel fur dxn Sieg einer politischen Partei in Voyschlag 'zu brengcn. Sem edler Unwille würde den Elendcn, der thm dxe cn Antra _gcmachx, vernichtct haben. Zum Unglück für ihn beste tecman emcn We- versiand, in das Minisierium „vom 8. Augm ctnzutxctcn; abcr diejenigen , die ihn kanntetz, ,Wtffcnx daß er als gufrtchtkgcr An- hänger der öffentlichen Frxthettcn, dre er lange Zett von ,der Red- nerbühne herab vcrthct-dtgt hatte, nur „aus edlen Gcsxnnungen und in der Hoffnung nach ab, das Gewcm'r, das er aber uns heranziehen sah, zu beschw retx. Als dtese Hoffnung vcrsxhwand, trat er in das" rtvatlcben zuruck. Auch sey chhrcm Berecl)t_-Er- üattcr, alsgewc cnc_m erften Präfidcntcn des Kömgl. Gcrtchtshoch zu Lyon, dessen Mttglted Hr. v. Chgntcxauze war, erlaubt, Heffcn Ergey- schaften als Prwatmanns, so wee ferner: Unbcsckyoltcnheet axs Iuütz- Beamten, Anerkennung zu _zollen; dtese Unbescholtcnhett erwarb ihm das Vertrauen und dxe Achtung derer, deren Nexhte nxtd Intercscn er abzuwägen und zu erörtern hatte; ste fmdet stch anz in der Ihnen vorgelxgten Korrespondenz wieder:. Ich war en Herren von Courvoisrcr und „von Chantexauze dtescs öffent- liche “'cugniß schuldig; dem mxme langjährtgcn„Verhtndungcn mit 1 neu vielleicht eimges Gewtcht verleihen. Smd dte qund- üiftungen, die noch jcyt Frankreich verhecrcn, das Resultat cttxcs abscheulichen Komplytts, o, wollcxt wir hoffen, daß, es anl_tch aufgedeckt werden wtrd. ee Ncgterung verdoppelt thrcn Eefcx, um den Faden diescr furchtbaren Umtrtcbe aufzuünxen, und wrr dürfen von ihren Bemühungen Mes erwarten. Fur heute aber
"möge die Aeußerung Jenügen, daß nichts darauf hindeutet, daß
er vorigen Regierung dicse Komplotte gc- faßt oder untersiützt habe und daß also aus dex Rethe dex th- nen Schuld cgebenen V ehen Alles, was auf dtese entseßltchcn Verbrechen zZZezug hat,-c tfernt Werden muß.“
(Schluß folgt.)
GroF-Zriéanten unT: Irland.
London, 11. Dez. Die Hof-Zeétung melder mm“,- mehr die Ernennung des Viscount Granville zum Königlich Großbritanischen Botschafter bei Sr. Pkajestäc dem Könige der Franzosen. _
Inder gestrigen Sitzung des Uuterhauses wurden auch noch, auf IdenAntrag des Kanzlers der Schakzkammer, 100,000 Pfd. auf Rechnung der Civil-Liste und 950,000 Pfd. zur Verzinsung der Schahkammer-Scheine für. das [aasmde Jahr bewilligt. Ueber beide Bewilligungen fand keine Dis- kusfion statt. Die Regentschafts-Bill ging sodann durch den Ausschuß, und wurde, auf den Antrag des Herrn O'Con- nell, statt-des Wortes „Papistisch“ überall „Römisch-Ka- tholésck)“ gedekzt.
Gestern hatten die Repräsentanten der großen Mächte im auswärtigen Amte eine Konferenz über die Belgischxn Angelegenheiten, die über 3-2- Stunde dauerte; Nachmittags fand ein Kabinets-Rath statt.
Heute , morgen und am nächsten Donnerstage wird der Lord-Katyzler' große Mitra smahle in seiner Wohnung geben. Das Kabinets-Diner des ord Melbourne wird am kommen- den Mittwoch stattfinden. .
Man will wissen, Lord Lyndhurst abe das Amt eines ersten Barons der “Schalzkammer iu telle des Sir W. Alexander angenommen, dem man die Pairswürde und einen Silz im Oberhause bestimmt.
In einem hiesigen Blatts ( the Post) heißt es: „Wir hören, der ehemalige Minister des Innern sey vollkommen überzeugt, daß die Brandstiftun en und Unruhen im Lande von denselben Individuen herrü ren , welche die Volks-Be- w_,egun en in Paris während der 3 Tage veranlaßten und du: sp ter mit ähnlichen Bemülungen in Brüssel, und iy London ungefähr am 9. Nov., téätig auftraten.“ Auf dieke Aeußerung_bemerkc der Courier: „Wir glauben nicht, daß der ehemalige Minister eine solche Ueberzeugung hatte; “sollte es aber der_Fall seyn; so würden wir es natürlich xelcsam finden , daß man keine kräftigen Ge en-Maaßregeln traf. Die Wahrheit indessen ist- daß Sir . Peel keine zuverläs- sige Nachrtcht erwähnter Art erhalten hat, und wir können versichern, daß, als, er“ aus dem M'äniskerium schied, dort nicht “ein einziges Akcenstüok vorhanden war, das die Behauptung unseresKollegen rechtfertigen könnte. Die mit den Brandstiftun- gen in Frankreich und England verknüpften Umstände smd noch
ein'cs der Mitglieder
mit einem geheimnißvollen Schleier bedeckt; währscheinlich aber ist das Elend der unteren Klassen nicht die einzige und un- mittelbare VeraUlassung derselben; wir glauben im Gegen- theil, daß fie häufig einer gewissen Neigung, roher ONersschen, Böses zu thun, und theilweise vielleicht cinem beklagenswcr- then Geiste der Nachahmung - einer absoluten Manée - zuzuschreiben sind, die wir zwar nicht begreifen, von deren Daseyn indessen: , wenn man den Pariser Aerzten Glau- ben bcimcffen will , die erschreckendfte Gewi“héic vorhanx den ist. Wir lasen nämlich in einem chreibm aus Paris, daß mehrere der ersten dortigen Aerzte in „?i- ner zur1.lnter1'uchung der Ursachen der Brandstiftungen gehaltenen Versammlung und nach Verlesung mehrerer Zeu- gen-Aussagen einstimmig dahin übereingekommen find, daß man fich diese Brandstiftungen nichc“anders als durch das Vorhandenseyn einer Nachahmungs-Manie erklären könne. Bei uns hac man bemerkt, daß Morde und Selbstmorde fich mic beklagenswerther Schnelle folgten; isi das wahr, so könnte man sagen, daß,. wenn es eine Nachah-mungs-Manie für eine Art von Verbrechen gäbe, ste auch bei anderen stattfinden könne. Einer solchén Mänie indessen muß Einhalt gethan werden, und unserer OJTeinux1g nach kann das nur geschehen, wenn man Personen, die fich in dieser ihrer Krankheit eines Verbrechens schuldig machten, als Kapital-Verbrecher behan- delt und bestraft.“ *
Es ist beschlossen worden, jedes Regiment KönighTrup- pen bis auf 740 Mann (den kompletten Stand) zu bringen; die dazu erforderüchen Maaßregelu smd bereits getroLLen wor- den. Bisher zählte jedes Regiment nur 660 Mann. ée Ver- mehrung der Armee, welche auf diese Weise 6000 Mann betra- gen würde, ist, wie man glaubt, durch die in mehreren Bezir- ken herrschenden Unruhen veranlaßt worden.
Lord Cochrane, der vor kurzem aus Paris hier eintraf, beobachtete während seines hiefigen Aufenthaltes das strengfte Inkognito; er hatte, wie es heißt, wichtige Geschäfte und ist bereits wieder nach Paris zurückgekehrt.
Der hiesige Agent Dom Miguels hat einen Versuch ge- macht, ;das freundschaftlickye Verhäicnéß zu erneuern, das zwi- schen ihm und dem auswärtigen Amte stattfand, als es noch unter der Leirung des Grafen von Aberdeen stand; dieser Versch) ist jedoch, wie das Ho f-Journal bemerkt, fruchtlos gewe1en.
Der Mexikattische Gesandte, Herr von Gorostiza, ist im Begriff, mit besonderen Aufträgen seiner Regierung nach Paris zu reisen, “und wird stch später , wie man sagt, nach Brüssel begeben.
Nied-xriaxxde.
Aus dem Haag, 15. Dez. Jux Journal de la Haye liest man: „General _Bylandt be1chwerc sich darüber, daß man ihn im Verdacht habe, nicht alle möglichen Mittel in Anwendung gebracht zu haben, um die ersten Volksbewe- gungen in Brüssel (wo der General bekanntlich beim Aus,- brucbe der Empörung den Militair-Befel)l führte) zu unter- drücken. Er hat Se. Majestät den König gebeten, ihn durch eine Verfügung rechtfertigen zu wollen oder ihn zu ermächti- gen, diese Rechtfertigung selbst vor einem hohen Kriegsgericbt zu bewirken. Es isl dem General gestattet worden, das Leß- tere thun zu dürfen.“ , “
- _ Aus dem Haa g , 16. „Dez. Der“ Niederländi- sche Botschafter zu Konstantinopel, Baron von Zuylen von Nyeveld, der seit mehreren Monaten hier ist, begiebt fich m'it Aufträ en des Königs nach London; es heißt, daß er der dor- tigen onferenz als Lter Bevollmächtigter Sr. Majestät bei- wohnen wird. -- Der Herzog Bernard von Sachsen-Weimav befindet sch seit 14 Tagen im Haag und steht einer neuen Anstellung bei der Armee entgegen, da das unter seinem Be- fehle gestandene Corps, seit der Expedition von Mastricht, weeder nach, Nord; Brabant zurückgekehrt und unter das Kommando des General-Léeutenants van Geen gestellt ist. -- Es befinden sich gegenwärtig noch 1210fßzéere und 1450 Un- ter-Offiziere: und Gemeine der Niederländ€1chen Armee m Be!- gischer Gefangenschaft; mit Ausnahme eméger Emzelnen, dte wirklich im Kampfe gefangen genommen. worden, “find ,die an- deren eigentlich nur durch Verrath m dre Hände threrFeinde qerathen; denn die Festungen Moys (Ber en), Tourna!)- Ach, Venloo u. a. m. wären me m Hie H nde der Belgier gerathen, wenn die in der' Niederländischen Armee dienenden Belgier und die Bürger nichc mit großer Uebermacht über die