1875 / 21 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 25 Jan 1875 18:00:01 GMT) scan diff

Der Abg. v. Benda erachtete das Gesetz für eine durchaus _noth- wendige Grundlage der künftigen Etatsberatbung m_id sprach dte_Er- wartung aus, daß schon in nächster Session _ein definitives Geseß uber den Rechnungshof für das Deutsche Reich zu Stande kommen werde. Der Abg. Rickert äußerte Zweifel, ob die Bestimmungen des Oberrechnungkammer-Geseßes für Preußrn ohne Weiteres auch auf das Reich Anwendung finden; er habe deshalb zum Zwecke der Klarstellung ein Amendemeut eingebracht. Da daffelbe noch nicht

zur Vertheilung gelangt sei, so ersuche er den Präsidenten *

von Forckenbeck, die zweite Berathung des Geseßeniwurfes heute au-Zzuseßen und auf die TageSordnung einer der nächsten Sißun- gen zu seßen. Diesem Ersuchen des Abg. Rickert Wurde entsprochen, nachdem der Präsident des Reichskanzler- amts Staats-Minister ])r. Delbrück ßch dafür erklärt hatte. Hierauf trat das Haus in die zweiie Berathung des Ent- wurfs eines Vankgeseßes auf Grund des Berichtes der 17111. Kommission (s. Nr. 20 d. Bl.) ein. Von den aÜgemeinen Bestimmungen wurden die §§. 1_8 ohne erhebliche Debatte an- genommen; nur zu dem ersten Alinea des F". 4: „Jede Bank ist verpflichtet, ibre Notrn sofort auf Präsentation zum vollen Ncnniveribe einzulöfsn;“ Wurde folgender Von dem Abg. Spiclberg bcantragter Zusatz an- genommen: _ „aucb solche nichi nur an ihrem Hauptüße, iondern aucb bei ihren Zweiganstalten zum volicn Nennwertb in Zahlung anzu-

nehmen. _ _ Zu §. 9, welcher von der Kontingcnttrung [)audsli, waren

zahlreiche Amendements eingebracht, in deren Diskussion das Haus bei Schluß des Blattes eintrat.

_ Nach der Terminologie dcs allgcmrinen Landrrcbts miiff-en JWar unter Kircbendisnern im Wciicst-xn Sinne aUck) die Kirchenvorsteber mit dcrstanden ivcrdon, indcsseii Lirgt nach einem Sp€zia1€1'lai drs Ministors des Innern vom 14. r». M. U. I. dock) dM bstrcffendcn Bestimimmgrn dcr Städteordnung vom 30. Mai 1853 disse Begriffsbdstimmnng nicht zum Grunde. Wie aus den legislatoriichcii Vrriwnd'lim- gen iibcr dic letzter? «Uf das Unchidsutigste [)crdorgkbt, smd Unter den Kirchcndicnern im Simi? dcr §§. 17 und 301. 0. dissslben Perionrn zu verstehen, dars Dienstomkommcu nacb §. 4 jbic]. eine bedingte Immunität don städtistbru Lini- iagen JLUiLßCU sollte (01. Stcnogr. Veri). der Zidriten Kammer pro 1852, 1853. S. 895, und drr Ersten Kammer S. 179.)

Da die Kirckxnrorstrbcr zu der Katrgorie bcioldcirr Kirchen- diener nicbt gehören, sondern lediglich cin Ehrenamt bekicidrn, io ist deren Ausschließnng Von der städtischen Verwiiitung und Vertretung im (Heirizc nach dem (Erlaß dss Ministers nicht be: gründet.

_ Nach einem Spezialerlaß des Ministers des Innern vom 27. 1). M. U. I'. ist nach §. 2 des Gesexzes vom 9. März 1874 jedes MagistratSmitglied verpfkichtet, das ihm von dem Bürgermeister übertragene Amt eines stellvertretenden Siandesbeamten zu Übernehmen, andererseits aber durch den Wortlaut des alleg. §. 2 die BesteUung eines besonderen steklvertretenden Standesbeamten auch in dem Fail? nicht aUSgeschlo en, wenn der Bürgermeister oder ein Magistrats- mitglied die Geschäfte des Standesbeamten fiihrt.

_ Pachtverträge iiber ländliche Grundstücke, auch über einzeine Necker oder andere Pertinenzstücke eines Landgutes erfordern nach einem Erkenniniß des Ober- Tribunais vom 4. Dezember 1874, selbst weiin das jähr- liche Pachtgeld die Summe VLM 50 Thlr. nicht über- steigt, zur Recht§gü11igkeii schriftliche Form. Wird diese Form nicht erfüllt, so hat der durch Uebergabe vollzogene Ver- trag nur auf ein Jahr Giiltigkeit und kann mit Ablauf eines jeden Jahres nach vorheriger geseHmäß-iger Aufkiindigung wieder aufgehoben werden,

_ Dcr Bundesrathsbeddllmäckitigtc Königlich bayerischr Staats-Minister 01: von Fäustlc ift nack) Miinchen abgereist.

_ Dem Kaiserlich Deutschen Gesandten in Rom, Herrn von Keudell, ist dieser Tage ein UiifaÜ zugestdßen; derselbe stürzte auf einem Spazierritt mit dem Pforde. Die Verleßmig des Gesandten ist jedoch glücklicherweise nur eine leichte.

_ Zur Abstattung persönlicher Meldungen smd Hier ein- getroffen: der General-Lieuienant von Hartmann, Comman- deur der 3. Division, von Steiiin, dcr General-Lienienar-t von Bergmann, Inspecteur der 3. Feld:Ariiilerie-Inspekiion, von Hannover, Und der General-Major von Loos, bisher Kom- mandant von Frankfurt a. M. , von Wesel.

_ Der General-Lieutenant z. D. von Redern ist hier angekommen.

_ Dsr Gencral-Adjutani Sr. Majcstäi drs Kaiirrs don Rußland Fürst Boris Galiizin ist g€st€r1i Achd aus Paris bier eingetroffen und im Hotsl Royai abgestiegen.

_ Am 23. d. M. starb hier nach [ängerer Krankheit der General-Telegrapben-Direktor, General-Major Meydam. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 27. d. M., Vormittags 11 Uhr, von der Leichenhalle des Garnison-Kirchofes hiiiter der Hasenhaide aus auf diesem mit militärischen Honneurs statt.

Breslau, 23. Januar. Am heutigen Vormittage 9 Uhr wurde die ordentliche Provinzialsynode Schl€sienc3 im hiesigen StäUdEhÜUsL zunächst mit einem in Vertretnng des erkrankten General-Superintendenten 111. "Erdmann,. von dem Konfistorial-Rath Weigelt gesprochencn Gebet eingeleitet und darauf durch folgende Ansprache des KonßftoriabPräfidenten Wunderlich eröffnet:

Hochzuvcrebrcnde bochwürdige Herrin! Wir stehen heute an einem für die Entwicke1ung der ichlesiscben Provinzialkircbe hochwich- tigen Abschnitte. _

Nach langem Ringen und schweren Kampfen für den Weiteren Aquau synodaler Institutionen in den östlichen Provinzen der preu- ßischen Landeskirche ist durch Ailerböchsien Erlaß vom 10. September 1873 eine Kirchengemeinde- und'Synddalorduung ins Leben gerufen, Weiche, wie die auf Grund dieser Ordnupg erfolgten Wahlen beweisen, von alien Gemeinden acceptirt Worden ist. Freilich hat damit unsere Kirchenverfassung noch nicht ihren Abschluß erreicht, _leer die Unter- stufe, die Organisation der Einzelgemeinde ist wenigstxns als ab- geschlossen zu betrachten, da fie, so weit dies erforderlich war, ihr Supplement in dem Staatsgeseß vom 25. Mai 1874 erhalten _bat.

Jm verflossenen Sommer haben auch bereits die Kreiswnoden

etagt, und heute sind Sie, meine Herren, hier versammelt, um (xls itglteder der ersten, ordentlichen Provinzialsynode über hochwicbtige Angelegxnbeiten der Kirche zu beratben.

Mit nieinem EinladungSschreiben vom 6. d. M. babe ich Ihnen zu Ihrer naheren Information bereits das Proponendum des Evan- gelischen Ober - Kirchenraths, betreffend die Aufhebung der Stol- gebübren, zugehen lassen. _Das Königliche Konsistorium wird Ihnen den Entwurf des von einer Kommission der außerordentliéhen Pro- vinzialsynode des Jahres _1869 ausgearbeiteten Gesangbucbs für die Provinz Schlesien zur Prufung und eventuelien Beschlußfassung über

die Modalitäten der Einführung des neuen Gesangbucbs überreichen. *

Außerdem Werden Ihnen einige Statuten für Lokalgemeinden zur Prufung vorgelegt werden. _

Ich bin überzeugt, das; Sie an alle diess Aufgaben mri dem der Wichtigkeit der Sache gebührenden Eifer herantreten werden, und hoffe Lbi'lifl) zuversichtlich, daß Sie bei sämnitlichen Verhandlungen den Geist christlicher Liebe betbäiigen, und dadurkh es ermöglichen werden, das; ursprünglich divergirende Ansichten auf dem Wege freundlicher DiSkusRon mehr und mehr zum Auögleicb gelangen.

Als eine der wichtigsten Aufgabi'n für Iiire Thätigkeit glaube fck) die Wahl der Abgeordneten zur Generaiiynode bszeichnen zu dürfen. Diess Synode soll erst das schüßéndc Dari) über unsere Synodalverfassung breiten, Es ist daher von unberechenbarer Be- deutung, daß gerade in diese Versammluxig echt christliche Männer von Weitem Blick und klarem Verst.indni13 drr Bedürfnisse der Ge- sammtkirche wie der Einzelgemeinden gewählt Werden.

(Hebe Gott der Herr, daß Sie bei dirfer Wahl die ricbtigen Männer auffinden, damit auch der Abschlußnnserer Synodalverfassung zum Segcn der Kirche gereichc'. Das walte Gott! Und somit rr- kläre ich die crste ordentliche Provinzialsynode Scblefiens für eröffnet.

ZU provisorischen Beisißern wnrden hiernäckzst die Konfi- storial-Rätbe Dr. Richter und Lange bestellt und hieran der Personalbestand der Synode festgestellt.

Von den Eingeladenen 97 Drputirten (83 gewählten, einem von der ihedlogischen Fakultät bestellten und 13 landesherrlicb ernannten) maren zwei am heutigen Erscheinen verhindert, mit- hin anwesend 95.

Konststorial-Rati) Dr. Richter referirte alsdann Namens des Konsistoriums iiber die Legitimation der Mitglicdrr, welche troiz einiger in den Wablvcrhandlangen vorhandciier Mängel und eines gegen die Wahl des weitlichen Depuiirten der Kreis- sYUOdL Sprottau eingclegten Protestrs von ihm für aUSreichend erkiärt wurde. Die somit vorlänfig als legitimirt geltenden 95 erschienenen Mitglieder wurden sodann mit dem vorgeschriebenen Synodalgclöbniß von dem Vorsißcndcn durcb Handschlag der-

(i tLt. pf ck)Nachdem hierauf der Letziere dem BedaUern dariiber Ans- druck gegeben hatte, daß der Generai-S[iperintendent der Provinz durch Krankheit verhindert sei, für jth an den Verhandiungen Theil zu nehmen, erfolgte die Wahl des Preises“.

Von 95 Stimmrn erhielt Graf RothkirckJ-Tracl) auf Pan- thenau 50, Wirklicher Geheimer Rath und Appellationchrichis- Präsident Graf von Rittberg aus Glogau 44, Pastor Ramback] aus Graase 1; somit ist Ersterer gewählt. Die Bestätigung desselben diirch den Evangelischen Ober-Kirchenratb wurde von dem Vorsißenden vorbehalten.

Synode beschloß, sofort mit der Wabl der iibrigen Vor- standsmitglieder vorzugehen und zwar 6 S1)nodal:2lffefforen und eben so viel Stellvertreter zu wählen.

Demnächst wurden gewählt:

1". zu geistlichen Synodal-Nffefforen: ]) Superiiiiendeni Stiiler aus Koischwiß, 2) Pastor Weikert aus Gr. Wandris, 3) Superintendent Rolffs aus Schweidniiz;

11. zu weltlichen Synodai-Affefforcn: ]) Landrati) a. D. von Roeder auf Ober-Ellguii), 2) Prov. SclJUlratb a. D. Geh. Rath 131. Scheibert aUS Iannowiß, Z) Ober-Amimann Seiffert auH Rosenthal; -:*7*_«*:_.ch;*-:',„é;- «A.,«K ck

111. zu geistlichen SieÜvertreiern: 1) Sup. Ueberschaer ans Orks, 2) Sup. Gamper aus Markliffa, 3) Sup. Lic. Köl- ling mis Roschkowiiz; , ,

17, zu weltlichen Stirllvertxietern: 1) .*Landrath v. Lösch auf Langheiiwigsdorf, 2) Bixron v. Czetiriß=Neuhaus anf Kolb- niiz, 3) Direktor Dr. Brettschneider ach Saarau.

Sckiwß der Sißung gegen 42 Uhr. Morgrn friih 9 Uhr findet Synodal-Gottesdienst in der Elisabethkirche, die nächste Siixung Montag 9 Uhr statt.

Bayern. Miinchen, 22. Immar. Die „Mig. Ztg.“ schreibt: „Im Gkchsaße zu unserer Mitthéilimg vom 17. d. in Verrcff des Standes der Ostba[)n:Verkanfsangrlegeuheii wnrde dem „Korr. 1). U. f. Deutschland“ diksck Tage von hier mit- getheilt, daß die Differenz des KanipreiSangebdts der StaatH: regierung gegeniiber der Fordrrunq drs Verweiliungsrathes eine keineswegs ganz geringe sei, da die letztere, anf §. 8 (respektive §. 41) der SaHungen fußend, den Diirchstkmiit des Fraiik- furter Courses (der Ostbahn = Akiirn) drr [eHien 10 Jahrs bcrcchnct. Diese Behauptung bcrnht jedoch sirixr aufeinem Irrihum; denn, abgesehen davon, daß nach 611-121? sdlciien Dnrck]ichnittsberechnung die Forderung des Ver- waltungHratizs fick] so hock) stellen müßie, daß von einem Ankauf der Ostbahnen dermaien kaum weiter die: Rede sein könnte, be- zieht sich die Bestimmung des citirtcn Paragraphen auch nur auf den Fall, wenn nach Abiauf der Zinsengarantiezeit _ Und diese dauert bis Ende 1904 _ der Staat von dem vorbehalienen NRW der Ablösung der Ostbahnen Gebrauch machen soilte. Dieser FaU liegt aber 11icht vor, drnn nicht um eine Ablösimg, sondern Um einen Ankauf der Babnen nach freier Uebereinkimst haiidelt es sich dermalen, und daß eine solche Uebereinkunst im beiderseitigen Interesse in kürzester Zeit zu erzielen sein wird, dies wird uns wiederholt versickzeri.“

_ Am 23. d. M. verstarb in Niirnbsrg der frühere Justiz=Minifter Carb Freiherr von Mulzer, Königiick) baye- rischcr Kammerherr, StaatSrath im außerordentlickzen Dienste UNd quieSc. Appeüationsgerichts-Präsident, Großkreuz des Ver- dienst=Ordens vom hi. Michael. Derselbe am 4. April1805 zn Weßlar geboren, war der Sohn des im Jahre 1831 in Pas- sau verstorbenen Regierungs-Präsidrriten Frdrn. v. Mulzer. Miilzcr wurde am 24. April 1859 in das neugebildete Mini- sterium als Iustiz-Minifter berufen. Sein Name ist mit der Geschichte der Geseßgebung Bayerns eng verknüpft; die Trennung der Justiz von der Verwaltung, sowie iiber- haupt die so wichtige legiskaiorische Reformen anbabnende Gerichtsderfaffung vom 10. November 1861 falken unter das Ministerium Mnlzer. Nach dem Tode Königs Max ][. strikte Freiherr von Mulzer das Gesuch um Enthebung von seinem Ministerposten, und wurde unter Wiilsahrung dieses Wunsches am 7. August 1864 zum Präsidenten des AppeÜationSgerichtes von Niederbayern ernannt. Ein Augeuleiden zwang ihn, im Jahre 1867 um seine Penstonirung nachzusuchen.

Heffen. Darmstadi, 20. Januar. Die „Darmst. Ztg. meldet: Die Großherzogliche Regierung hat der Zweiten Kammer der Stände den mit der Königlich preußischen Regie- rung wegen Führung der Berlin-Weßlarer Bahn durch Groß- herzoglich hesfisthes Gebiet, und iiber die Anlage einer Zweigbahn von Kinzenbacl) in das Bieberthal abgeschlossenen StaatSver- trag (1.11. 27. Dezember 1874 nebstSchlußprotokoU von gleichem Datum zur Zustimmung vorgelegt. Inhaltlich dieses Vertrages wird die in Rede stehende Bahn das dieffeitige Gebiet in der Richtung von Lollar nach Kinzenbach*durchschneiden, von welch ltherem Orte aus eine Zweigbahn zu dem in Bieberthal ge- legenen Erzfundstätten in Aussicht genommen ist. Bei Lollar und Kinzenbach sollen Stationen fiir den Personen- und Güter-

verkehr angelegt und die betreffenden Anlagen bei Lanr mit der Main-Weserbahn in Schienenverbindung gebracht werden, durch welche Beßimmung die Interessen der Stadt Gießen so weit als thunlich gewahrt worden sind.

_ Das soeben auSgegebene „Regierungs- Blatt“ enthält das Geseß vom 11. Januar d. 3. über das neuzuschaffende oberste VerwaltungSgericht (Verwaltungs-Gerichtshof) als Schlußftein zu dem neuen, im Uebrigen vollendeten Verwal- tungs Organisationögebäude. Danach wird dieses Gericht zusam- mengeseßt 1) aus Verwaltungsbeamten, welche ein höheres Ver- waltungsiimt, das juristische Bildung vorausseßt, bekleiden oder bekleidet haben, oder Professoren der juristischen Fakultät oder der staatswissenschaftlichen Fächer an der LandeS=Universität, und 2) aus richterlichen Beamten, welche Mitglieder von Kollegialgerichten smd oder gewesen find. Die Mitglieder des Verwaliungs-Gr- richtshofs werden auf Vorschlag des Gesammt-Ministerinms für die Dauer der Bekleidung ihres Hanpt-Amts, oder, wenn sie als Psnsionäre zu diesen Funktionen berufen werden, auf Lebens- zeit oder für die Zeit, bis ihnen von Neuem ein Hauptamt übertragen werden wird, ernamit. Das im Ganzen 18 Artikel enthaltende Gdsexz tritt in Kraft, sobald der bisherige „Admi- nistrativ-Instizhof“ seine amtliche Wirksamkeit einstellt, und von diessm Zeiipunki an ist auch der „Staatératb“ aufgehoben. Eine gleichzeitig erschienene Bekatmtmachung bestimmt, daß die fiir 1874 ernannt gewrsenen außerordentlichen StaatSrathK- Mitglieder bis zu jenem Zeitpunkt noch in anktion bleiben folien.

Sachsen = Meiningen =Hildburghausen. Mei nin - gen, 22. Januar. Nachdem der tagende Landtag vor Weil)- nachten bereits den Staatsdienern eine BesoidungSerhöhung von 20 Proz., den Forstbeamien bie.“- zU 33 Proz. gewährt hat, ist von demselben in seinen mit Anfang diescr Woche wieder auf- genommenen Sißimgen auch das Vcsoldnngsgesei) der Volksschnllehrer geregelt wordsn und zwar in folgender Weise:

Cs crbalien in den Städten 1. Klassr die Schuldirektdren 1900 „76, dir 2 am niedrigsten befoldéten Lehrer je 900 „;ck, 2 höher besoldcte Lehrer je 1000 .77, ails übrigen je 1200 «76; in drn Städten 11. Klasse die Sibuidirektdrrn 1800 «16, dcr am Nirdrigsten,_be- soldeie Lehrer 850 „76, ein höher beidldcter LEHrer 1000 „76, alle übrigen abcr je 1150 „is.; in anderen Ortrn mit 4 oder mehr Lebrrrii die Rrktoren 1550 .M, dcr am uiedrigstcn besdldete Lebrrr 725 «“.., ein böhcr beioldcier Lehrcr 850 „77, alle iibrigcn je 950 „;ck; an Orion mii weniger ais 4 ordentlichen Lehrern, und zivar w-xnn der Schnibczirk wenige'r als 300 Brwobnsr zählt, wsrden ge- zahlt 675 M, "boi größcrrr Einrvobnerzabl 900 „;ck Bsi Scbulcn mit 2 Lebrern erhäli der erste 900 («.., dcr ziveiie 675 „;ck; bei Schulen mit 3 LCHWM dsr Lksté 900 „71, der zweite 750 xxx., d€r diiiié 675 „76. Naßcrdem folien YlltLr-Zzuiagsn grwäbri ivcrdrn, Und zwiir 0an Un- irrichied zwischen Skadi und Land nach 5jäbrigcr Dicnstzrit 70 (76, narf) 10jä[)rigsr Dicnstzsii 100 .li-., nacb 15jä[)riger Dirnstzsii 150.76, 11011) 20jäbrigrr Diriistzsit 200 „47, nach 30jähriger Disnstzcii 300.77.

_ DaWngornnchbk. fiirdachrzdgtbiim Sachicn-Mciniiigcn rwröffenilicbt cin NuSscbreibeti dcs Hrrzoglicbcn Siaats- I)iiniftrrinms Abiboilmig dcs Innrrn, vom 11. Jannar 1875, dic Schonzsit drs Wildes beirrffdnd.

_ Ferner folgendes 05177613 vom 5. Jannar 1875, de- irsffend dic Tagrgeldrr nnd TranSPOrikostcn drr Lani- tagsabgcdrdnctcn:

Ari. ]. Dic Tagrgcldcr dcr LandraZSabgcordUcicn ivcrdcn aui Norm Mark für den Tag festgeicßt.

Art. 2. Außerdcm wird deiiiclbcn der Uiiihigc Aufwand VM Traiispdrtk'ostcn crstaiici, und zwar da, wo (?iicnbabn- mid reip. Posidcrbiiidimgcn bonuizt Werden 1141111811, das Jahr- grld fiir dic Zivciie Wagoniiaffc bcziiglick) das Pdstgeld.

Ari. 3. Gcgcnwäriich (Heidi; tritt [Wii: 1. Januar 1875 ab in Krast.

OÉKTLKÉZLZJKUUÜULU» Wirn, 23. Iaimar. Der Kaiser iriffi morgcn von Ofen in Wien ein.

_ Im Horrenhciuse fand hrut die zwsite Lesung des Gessizrniwnrch iiber die Errichiimg dcs BcrwaiiUnchZgLrichts- 50er statt. Drr Abg. Hye beantragte die Zuriickleitimg an die Sprzialkommission behufs Vorxmhme einiger Vsrbefferungen. Der Minister Unger wiU dM Vcrtvaliungsgerichishof nur als Kaffdtionshdf und trat dcn Anschannngeu Hyrs entgegen, deffsn Aniräge indirekt anf die Aufbrbmig dss §. 15 des Siaais- gkUUdgLstYLÄ abzielen. Drr Minister sagte, der Verivciltungsgerichts- hof sei berufen, cine RechthUcrleYung der Verwaltung wieder Herzustellen, er sei kciiie administrative oberste BcrUfsinstanz'Und stehe nicht innerhalb der Verwaiiung. Nur der Verwaltungs- gerichtsizof ais Kassationshdf sei bcispielsweise im Stande, ein Gegengewickzt gegen parteiische Entscheidungen eines Landesaus- schnffcs zu bieten. DLL? Miiiisicr legte Gewicbt darauf, daß die Mitglieder desselben nicht drn Vertretmigskbrpern angehören diirfen, sondern vom Kaiser ernannt werden und empfahl schließlich die Annahme der Vorlage in der jeYigen Gestait. Der Miuistor Laffer hielt drn Verwaltungsgcrichishof nicht für ab- solUt iiorhwendig, aber für nützlich; es müsse dafiir gesorgt werden, daß die USUS Einrichtung nicht hemmend odcr verlangsamend in die Verwaltung eingreifc. Hl)? zog hirran srincii Antrag zurück und behielt sich vor, seine Amendrmrnts in der Spezialdebatte einzubringen. Das Haus trat sodann in die Spezialdebaiie ein und nahm den Geseßeniwurf mit einigen Amendements cm. Die Konsularkonvention mit Italien Wurde ebenfalls angenommen und die Kaiserlichen Verordnungen iiber die SuSpenston und Wiederherstellung der Bankakte genehmigt.

_ Das Abgeordnetenhaus berieik) iiber die Petition der Eisenindiistriellen und Nahm nac!) liingerer Debatte den An- trag drs Ausschusses an, die Regierung aufzufordern, das Eisenbahnprogramni mit größter Beschleunigung vorzulegen. Vonda interpellirte wegen einer in Ragusa stattgefundenen Ent- führung einer österreichischen Staatsbürgerin durch einen türki- schen Unterthanen. '

_ (Prag. Abendbl.) Jn Pest fand am 20. d. M. ein Ministerratk) statt, welcher sich mit den Maßnahmen zur Rege- lung der Kreditverhältnisse des Landes, hauptsächlich mit der Wucherfrage, befaßte. Wie iriibe es in wirthschaftlicher Be- ziehung bereits in Ungarn aussieht, das zeigt das namhafte Sinken der Wähleranzahl anläßlich der eben im Zuge befind- lichen Wählerkonskription. Wegen großer Steuerrückstände mußte nämlich eine namhafte Anzahl Wahlberechtigter aus den Listen gestrichen werdrn. In einzelnen Komitaten, wie z. B. im Bors- zoder, beträgt das Minus an 40 Prozent sämmtlicher Wähler.

Pest, 22. Januar. Unter dem Vorsiße des Kaisers finden täglich Berathungen über das Honved-Dienftregle- ment statt, die demnächst zu Ende geführt werden.

_ Die Ver andlungen wegen der rumänischen Zoll- konveniion ne men, dem „Pester Lloyd“ zufolge, einen gün-

stigen Fortgang. Diesslben werden in Wien mit dem rumäni- schen Agenten Coßaforu direkt gepflogen.

__ 23. Januar. Das Abgeordnetenhaus seßte den Beginn der Budgetdebatie auf Miitwoch fest. Hierauf wurden Petitionen verhandelt. '.

_ Im O_b erhaus e wurden die HandelSverträge und eine Gxsxizvdrlage uber Krankenpflegekosien angenommen. Montag wnd die Grundsieuervorlage verhandelt.

_ 25. Januar; (WTB) Der Finanz-Minisier Ghyczr] hat gestern Abend in der Konferenz der Deakpartei sein bekanntes Finanzexpdséz vorgelegt und dabei die Erklärung abgegeben", daß die Regierung das Defizit jedenfalls vermittelst einer Erhohung der Steuern um einenBetrag von 13 Millionen de_cken werde. Zsrdenyi beantragte, das Budget an den Fiiianzaussckmß Mit der Instruktion zurüchzuverweiseii, eine großere Ersparung von Ausgaben im Auge zu behal- ten. Baron Sennyer) erklärte, er nehme das Bildget in drffen Grundzügen an und werde fick) darauf beschränken, einige Bedenken gegcn die eingeschlagene Finanzpolitik im Hause vorzubrmgen._ _ Der Minister-Präfident Bitw betonte wieder- holt, daß die Rrgicrung auf Votirung der Steurrvorlage be- ßehen musse, worauf Baron Senner] und Uermenyi die Ver- sicherung abgaben, daß von ihnen keine Ueberraschung vorbereitet werde. Nack) dreistündiger Debatte wurds zulth beschlossen, dsn Berichtdes Finanzausschusses, unter Ablehnung des Antrages Zscdenm, als Grundlage für die Sprzialdebaits anzunehmen.

Großbritannien und Irland. London, 25. Januar. (W. T. B.) Der ipaiiiickMGciandtc bai dcm «Usiräriigcn Amts am 23. d. M. ein rigenbändigcs Schrriben drs Kiiiiigs Alfons zngcsteli, in ivrichrm dcrielb€ dcr Könißiii srim' Tbrdchstcignng anzeigt Und die Vcrsickxrung "k)itizufiigt, daß es icdchstrrbru icinivordc, dir dcrfaffimgsmäsxigc, biirgor- 1ichc und religiöse Frsibrii drs Königreichs, ZU dcffcn Rogie- rrmg cr berufen worden, zit erhalten Und ausznbaiicn.

Frankreich. Paris, 24. Icmuar. (W, T. B.) In der Frage Über dis Gesexzvorlage, betreffend die Bil- dung eines Senates, herrschen, wic die „Agence Harms“ meldet, bei der Partei der Linken schr ver- schiedene Ansichten, die gesammtr Partei ist indes; ent- schlossen, fiir die zweite Lesung dieser Vorlage zu stimmen. _ Der Herzog von Padua (Bonapartist) tritt als Kandi- dat fiir das Deputirtcnmandat in dem Departement Seine-et- Oise anf. In seinem Wahiprogramm erklärt derselbe, daß er die dem Marsckzall-Präfideriien von der Nationalversammlung verliehenen Gewaktcn sicts achten werde, daß aber mit dem Ab- [anf derselben dsr französischen Naiion das Recht zuriickgegebcii werde, iibwr die zukünftige Regierungsform zu entscheiden.

Spanien. Madrid, 23.Ia1mar. (W. T. B.) Der König will, wie in militärischen Kreiseii vrrlautet, betreffs der zu den Carlistcn übergegangiien Offizierk eiiie ÜUZLMLZUL Am- nestie erlassen, 1101110616091] nur diejenigrn aiisgesihloffen sein soÜen, die Angesichts des FrindeH resp. im Griecht zu den Carliiten iibergetrrien smd. _ Drr Herzog von Sevilia hat sick] für König Alfons erkliiri. _ ES smd Königliche De- krete erlassen, durch welche der Rauguntersck)ied des hohen und dcs niederen Adels (Ritter Und Hidalgos) wiederhergesteUt Und die Wiedereinführung der (Hencralräthe angeordnet wird. Den VorfiHrndeU der [eyteren erneniit die Regierung. 211111) die Ableistimg drs Treucidrs dmr!) die präkonifirtrn höheren gristlickxn Würdenträger ist wiedrr eingefiihrt.

_ “1013 P aris, 23. Jammr, Abends, wird ick?- graplzirt: Der „Moniiriir“ meldet-, das; König Lllfoiis heilte eine Reone abgebaiten Hubi: Und [1011 den Truppdn mit großem Eiiihustarniits empfangen worden ici. _ Ueber König Aifonso's Proklamation an die Nation wird miigetheili, daß dieseibc allo Spaiiier ohne Unterschied der Parteien auffordcre, fiel] um die konstitutionelle Monarchie zu schaaren, Den baHkischen Provinzen verspricht der König aus: drücklich, dic Fnerch aufrrckit erhalten: zu wollrn. Den gegne- riichcn Parteien wird ein Generalpardon angeboten; jede Feind- seligkeit solle vrrgeffcn werden. Die carlistischen Offiziere, welche durck) rcvdlniidnäre Umtriebe? in das Lager des Don Carlos gciricbsn wnrden, fordert der König auf, zariiikzrikehrcn imd sick) wieder cm die Seils ihrrr alten Kampfgenoff-sn zu strllen.

25. Jannar. (W. T. B.) Dic Regicrung hat in dsm Wunsche, den von der deutschrn Reichsregiernng betreffs der Brigg „Gustav“ erhobenen Reklamatioiien nach jeder Ricbiimg gerecht zu werden, 2111611 Spezial-Kdmmissär nach Zarauz abgeschickt, der cm Ort und Sieiie iidcr dic näheren Umstände bei dem Angriffe drr Cariisteii anf daS denisck]? Schiff weitere Erhebungen vortirhmen soll. _ Nack) Mittheilmigen ans Regie- rungskreisen ist die Haltung der Kurie gegeniiber dem ULULU Köuig Alfons fortdaueriid einc», iiiißerst freundliche Und riitgegen- kommende.

Peralta, 23. Januar. (W. T. B.) König Alfons har gestern eine Ansprache an die Bewohner der Pro- vinzen BiScMa Und Navarra erlassen, in welcher er den [ebhasten Wunsch kandgiebi, daß der Friede im Lcmds wieder- hergesteilt werde. ES wird vom König in dieser Ansprache be- sonders hervorgehoben, daß seine Thronbesieigung _ wie dies seinen Wünschen entsprochen _ obne jedes Blutvergiißen mög- lici) gewesen sei. Wenn rs fick) Seitens der Bewohner von Vis- catza Und Navarra ihm gegeniiber um einen Streit über die faktische kaalt [)andle, so bleibe allerdings nichts als der fortgeseßte Krieg übrig. (Helke ihr „Kampf aber der monarchiscbenTrßne, der Anhäng- lick)keit an die Monarchie, so sei er der Repräsentant der Dynastie, gelte derselben dem katholischen Gkauben, so sei er ein katholisaher König. Er werde die Unbilden, die die Kirche erfahren, wieder gut zu machrn suchen und er werde ein diirchans konstitutidnkller König sein. Er biete ihnen den Frieden an, die Bewohner beider Provinzen würden ihre Freiheiten bchaltsn und ihren friiheren Wohlstand wieder erlangen. _ In einer an die Armee erlaffenen Proklamation weist der König darauf hin, daß die Armee Spaniern und Landsleuten gegenüberstehe und daß er zu Gunsten der Wiederhersteüung des Friedens, nicht aber für den Ruhm der Waffen, i re Energie in Anspruch nehme. Wenn sein Aufruf an die im feindlich Gegenüberstehenden nicht beachtet werde, bleibe nur der Kampf iibrig. Gott werde mit denen sein, die den Frieden woliten, nicht mit denen, die die Waffen gegen das Vaterland trügen.

Italien. Rom, 23. Januar. (W. T. B.) In der heutigen Sißung der Deputirtenkammer beantwor- teten die Minister der Justiz und des Innern die Inter- pellation des Deputirten Cairoli über die in Villa Ruffi vorgenommenen Verhaftungen und legten die Gründe dar, aus denen dieselben nothwendig erschienen wären. Cairoli erklärte darauf, durch die Antworten der Minister nicht zufrieden gestellt zu sein, und beantragte die Annahme einer

Tageöordnung, durch welche dem Ministerium ein Tadelsvotum ertheilt wird. Die Kammer beschloß, Über diese TageSordnung am Montag in Verathung zu treten.

_ _ (W. T. B.) In einer von Studirenden der Hiestgen Universität abgehaltenen Versammlung war die ZU- stimmung zu der Demonstration ausgesprochen worden, welche die Studirenden der Universität Turin gegen den Unterricht:?)- Ministrr Bonghi bei dessen kiirzlicher Anwesenheit in Turin ins Werk geseßt hatten. Die Regierung hat in Folge dessen ein Dekret erlassen, wonach .der 5. und 6. Kursus der medizi- nischen Fakultät der hiesigen Universität geschlossen wird.

_ 24. Januar. (W. T. B.) Garibaldi ist heuée hier eingetroffen und auf dem Bahnbofe von dem Syndikus und dem Munizipalrati) empfangen worden.

_ Sicherem Vernehmen nach betrifft die bereits erwähnte Schnßoperation des Finanz-Ministers Mingbetti den Abschluß einer Konvention mit der Tabaksregie, wonach die lthere von den in diesem Jahre und im Jahre 1876 zur Ausloosung gelangenden Serien ihrer Obligationen zwei für Rechnung der Regierung amortifiren und dafür zwci neue, in den Jahren 1882 und 1883 verfallende Serien erhalten soll. Die Operation ist somit eine Prolongation der Rückzahlung von 100 MiÜionen Francs, welche die TabakSregie der Regierung vorstrcckte. Die Gencralversammlung der TabakSregie wird hier- Übcr am 27. d._ Besck][uß fassen.

Rumänien. Bukarest, 23.Ianuar. (Wien. Ztg.) Die Kammer, welcbe gestdrn wirder zusammentrat, hat die Gessi;- vorlage be iiglick) der Unterstüßung der Einwohner der 011761) die Mißernte Zeimgesuckzien Distrikte angenommen.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 23. Ja- mmr. (W. T. B.) Gestern fand im Winterpaiais ein großer Valk statt, welchem alle hier anweseUdcn Mitglieder des Kaiser- lichen Hauses beiwobntcn. Das diplomaiische Corps war, bis auf den diirch Unwohlsein abgehaltenen englischen Botschafter, Lord Loftus, voiiständig vertreten; ÜUch die Damen desselben nahmen an der Festlichkeit Theil.

SchWLdén und Norwegen. Stockßolm, 18.Januar. (H. R,) Der Reichstag wurde, wie bereits telsgraphisck) gc- meldet, mit gewohnter Feierlichkeit eröffnet. Dem vorgelegten Budget szolge find die Eiiinahmen zu 67,507,000 Kr., und die Y_USJÜÜEU zu 79,554,919 Kr. veranschiagi. Dic Diffrrenz, namiick] 12,047,919 Kr., soll durch Beiträge von Seiten des Reichssckiukdencomtoirs ancZgrglichen werden.“ _ Zu Obigem mag, naci) „Strckl). Dagbiad“, noch hinzngefiigt werden, da[“; das Budget am Sck)luffe des Jahres 1876 einen Ueberschuß von 691111001161: Kronen ausweist, über dessen Anwcndnng die Re- giermig sick) vorbrhält, spiiter Vorschläge zn machen. Zu Etsenbahpanlagen und Anschaffimg von Eisenbahnmaieriai wird die Aufnahme einer Anlribe von 12 Millionen drrlangi mdrdcii, imd_wi'nn man bicrzii die Beträge legt, Miche nacb _dcm Beisblnß frubrrdr Reich“»tagc golfebcn WA'ÖLU soilcn, sr Wird die ganze _im Budgcr bsrrchnstc 21111810011111111W sick) anf ca. 23 9110001101 Kr. bclanfcn dic tbcils zn Eisenbahimnlagcn, tbcils znr Linidrriiatidn ältcrrr Eiianbahnanicibsn derivcndci wrrdcn idii. _ Dcr Vorschlag zur H ser (: I org atiisaiio n soliddm VCL'UCÖUWU nach im Fcbrimr zur Biraiiwng kdmmrn. Dcr jrizt boriammch Roilbstag wird fick) aucb mii eiiwr wichiigdn leminiftraiioiisii'xmc zit bcicbiiftigrn 171117011, iiidcm, Wickman er“ Wartet, cin Vorich1ag znr giinziick)cn Umbildiing dcs Kommerz- Kdchimnr; zur Verhandlung kommi.

_ Dor bisbcrigc 370117111 fiir SÖLVCÖEU und NOL'WLICU in Fraiikfurt _an Main, Baron R. r. Erlanger, ist Von Sr. Maic- ftät dem Kbiiig zum GCXTLki'il-KOKLsil1 fiir Schwchdcn und Norwsgrn in Fraiikfiirt 0111 Main i'i'imiiiit wordM,

_ Das großartige Asyi fiir alt?. Leute», Michas die ver- witiMic Kiiriigin Josephinr in Stockholm errichten läßt, Und ercliom iie dcn Nanrcn„52[1idriikrn an Oskar dcn Ersten“ gegrben bat, soll Pcrsvncn iiber 50 Jabrc aiifncbmcn, welcbe ein ordkiiklickMÖ chcn gefiihrt babeii mid an keincr unheilbaren oder anderen Krankhcii [eidexr dic bridndere Pfliégc crfdrderi. erer Zniasir erhält rin Zimmer iiiiiLiibi, Wärme und Mobi- lisn idwic Täglich 3 9121101380011.

_ Die Tbronrede, mit welcher der König am 18. den ReichHtag eröffnete, lautet, wie folgt:

Guis .H-érran und fcbwedisciw Männrr!

SiC nebatrn Jhr durch das Grund,]cssß brstimmtc Amt in Lincr Zeii de;; äuixrsn Friedsns Und dsr Freundschaft mit aÜrn fremdcn Mäcbtrn wiedcr aiif. Dieses glückliche Verhältniß nrbsn eim'r iiinrm Ruhr: und nngxstörirn gedeiblickwn Entwickslimg drs Réicbcs, wird *Ihre? Bcraihuugen in wichtigcn Staatßangclrgrnbeiirn erleichtern.

Ciwiis mobr ais ein 1md_rin 01111168 Jahr ist verstossen, seitdem Sie drn Wuufch gräußrri, daß das eriixidigungsweseU dcs Reickxs in ZUsÜMMCUHÜUJ mit der Absibaffunx] der Grundstcuern, auf den Grund der allgemrinrn Webxpfiicbr iimgsicimffcn und aufgebaut Wer- dan mögr. Jndsm ich auf Jbre Ernsthafte Mitwirkung zur Erhaltung Liner in Nr Wirklichkeit zufrisdenstrilsndcn Herrrsordnung reckme, Habe ich obne VSXZUJ die Arbeiten vormbmkn lassen, welche zur EntwickZ- lung der beiden, Jbrrn Wüni )cn zuf-„lge dcrcinigien Fragrn unum- gänglich rrfordrrlici) sind; diess Llr'deitsn sind auch sriidem ohne Ab- bruch fortgegangrn.

Verschiedene» Vorschläge zu cincr neuen Ordnurig fowvbi fiir die Land- und Srcveribeidignng, aks aucb für mur Ersetze über die (111- gemrinc chrdflicht sind jcßi Entworfrn und von sachkundigsn Männcrn sorgfältig grpriift.

Ein auf meinen Befc-bl brkannt gcmacbiss GutaÖien 1":er Ab- schaffung der Grundsicncrn ist nach grnndgescßlicher Bestimmung dem betreffenden Amte zur Brreiiung überliefert; aber die in bohem Grade verwickelt? Bsscbaffrnbeit des wichtig€n Stoffes hat noch nicht den Abschluß dieser Bereitung zugrgebcn.

Da Sie indessen ielbst dir Abschaffung der Grundstcuern don ciner befriedigenden Lösung der Fragc iiber das Umbilde-n des Vor- tbeidigungsMscns beruhend gemacht haben und in aÜen Fällen drr jetzt Vorliegcnde Vorschlag in [eßtgsnanniem Zidecke nicbt berücksich- tigt ist, zur Ausführung grbracht zn Wsrdcn, che dis Frage über die Grundsteuer abgemacht ist, so trage ich kein Bedenken, anen schon beim gigenwäriigen Reichstage dic Voliendeten Theile dicser weit- umfasscnden Angelegenheit vorzulegen. Mit VVÜLM Vertrauen zu Ihren vaterländiscben Gesmnungen und Ihrem aufrichtigen Willen, dic Verjbeidigung unseres Vaterlandes zu ficbkrn, Erwarte ich den Ausgang Ihrer Uéberle ungen.

Ein nruer Haitptt eil des großen Unternebmens, Weiches Vor 20 Jahren eingeleitet wurde, ist vor Kurzem mit der Eröffnung der östlichen Stammbabn voÜendet wvrden, und die bedeutenden Staats- zuschüsse, welche ich 11“ Beförderung des Verkehrs auf den Staats- bahnen von Ihnen der augen Werde, find _eine Folge des vermehrten Gesébäftsverkehrö. _ _

Mit dem Bedarf des Staats find auch dre Mittel» zur Erfüüung geWacbien, und der ganze Betrag der St_aatsemkünfte des leßtver- Yffenen Jahres überschießi bedeutend die don anen berechnete

umme.

Hiermit erkläre ich diese Reichsveriammlung als eröffnet, und indem ich den Segen Gottes über Ihre Arbeiten bxrniederrufe, ver- bleibe ich Ihnen, gute Herren „und schWedische Manner, mit aller königlichen Gnade stets gewogen.

Amerika.

New-York, Dem Vernehmen nach wird dem Kongreß eine in welcher die von Kellog eingeseßte Re-

unterbreitet werden,

gierung von Lou

25. Januar.

(W.

T. B.)

Resolution

isia n a anerkannt wird. General Sheridan

bleibt bis auf Weiteres auf seinem Poßen in New-Orleans.

Die Legislative von Kan Präsidenten Grant und ausdrückliche BiUigung auSgesprochen. sion hat ihre Berathungen betreffend steuer bis dahin vertagt, vorbereitete bezügliche Bill

_ Der „A. A. C

amerika vor:

des Generals

-„42 ] [UHU

vom 23. D

Rubesjörungen im Norden dauern noch imm

unruhigen Bezirke find ron Corps besetzt und beruhigt 11) erste bewaffnete Widerstand gegen telegraphiscber Meldung in Bonito ere ibeiiung Polizei, in dem Raihb feuerte und fie Verspre-

ordeii.

ngts, wobei ihr Nn

Andere verwunst wurden. Der Kongreß

Welches verfügt, das; die in der Bank von rcfultirsnd aus der Von George Earl Chu Bolivia konirabirten Anlsi östlichcn Flüsse und

verwsndet werden sollen.

_Der „Buenos Ayres Standard“ 3000 Mann der chemaligrn Rebeblen wurden. Dre'iimnlrrt Offiziere wurde um dort abzuwartrn, was dic R.". Einige Journale fordern ein fire Stimmung begünstigt cin ciniach nrraie Mitre und MMS und andere

Staatsfeiertag in sämmtlichen 14

voÜständigen Wicderbexsteliung d

Namen der Gensrale Mitre',

men haben.

Venezuci und den

Truppen-Abibri Jn P ?

aafrührrriscbe

sas hat bezüglich des Vorgehens des Sheridan in Louisiana ihre _ Die Finanzkommis- die Kaffee: und Thee- wo die vom Schaßsekretär Briftow _eingegangen sein wird.

.“ liegen folgende Nachrichten aus S üd- Dir „Anglo-Brazilian Ti szrmber berichtet: Die er ft-Iri, abEr einige der lungen oder Freiwiliigen- rnambuco soi] fich der _ Vewegnngxn laut ignrt baben, wv eine kleine Ab- ause rrrbarrikadiri, auf ihre Angreifer führer getödtet und mehrere hat ein Gesetz angcndmmen, England dcponirten Fonds, ck im Namen der Republik be, ausschließlich zur Schiffbarmachixng der

zum Bau drr Madrira- und Mamore-Eisenbahn

vom 15. Dezember meldet, daß

armee in ihre Heimatb entlassen n nach Buenos Ayres gebracht, erung 1":er fie bkfcbließcn wird. nges Urtbeil; aer die «[[-,",emeiue Verbannungsdekret gegen die Ge-

Führer. Der 17, ist für einen

Rivas, Arredon Iwanowski sind in dcr Armeeliste gcsiricben ww bat den BelagerungSzustand noch nicht aufgehoben scixier WirkunZ-Zn beseitigt. daß die Einkünfte seit dem

Nachrichten vom

rdkn.

“Tir _Zoliausweise in Schluß dss Kris

Venezuela. Die Morgenbkéiiirr dks Konsuls für Venrzurla in London Nrw-Ydrk telegrapbirie Nachricht, das; des Aufstandes im Staate Barcelona, und dsr incdsn in dicscr (Hrgend Wisdr tigi wird. Spätrre offizielle daß der Insurgenirnführer Cdiina don Grnrr dem Präfidsnisn von gänzlich geich1agen wurde ieinrs Krichmalsrials cingebüßi hai ganzsn Republik wieder 1)€rgesteili.

Provinzen anberaumt, zur Feier der es Friedens in der Rcvublik. Die do, Gelb), Obes und

Die Rrgierung

, aber die meisten Paragizay zeigen, ges um 50 % zugenom-

drröffenilicben ein Eingesandt , m welcbsm die jüngst aus Pelidd und Perez, die Führer geiangrn genommexi wurden, rhcrgestellt wwrden sci, bestä- 20. Dezcmber melden, «[ Guzman Blanco, a, in xiuem eniscbcidrndrn Treffen größtsn Tbcil ieinxr Bagage wie )6. Der Friedrn isi nun in der

In Carl Héymanns Vrrlag bicrislbst find erschienen: schlands. Nebst

Babnpdlizki-Rrgirmcnt iür dic Eisrnbabnrn Dem drm Rundschreiben dss Reichs-Eisenbabn-Amies Bundc-Sregicrungin (exkl. das Druiscbe Rcicb“,

Signaldrdnung für die Eisrnbai) Rundsciuribcn dés Reichö=Etssnbckbw desi'cgicrungrn (exkl. Baycrnii). Deutsckw Reich“, 111. Jahrgang,

Bskannimacbung. 4. Janxiar 1875 und drm Betricbs-Reglsi dic Eiirnbabnen Danischlands.

111, Jahrgang, Nr.

_ _an die sämmtlichen Bayrrns). Publizirt im „Ceriiralblatt für 2. rom 8. Januar 1875. nm Dkilkich1ands.

_ _ Nebst dem Amies an die sämrniiicben Bun-

Publiziri im „Csntraiblatt für das

AUIZUJ aus OLM

Nr. 2 vom 8. Januar 1875. Babypolizei-Re lemeni vom

nent vom 11. ai 1874 für

Nack) den

Statistische Nachrichten. des Kaiserlicbkn

AUfsteÜangrn bai die Wechirlstcmpclsteuer Jahr? 1874 Sinrn Ertrag von Thlr. in 1873 und grgcn 1873 einrn Ausfall O Von 32,470 Thlr. ergében.

im Deutschen 2,347,160 Thlr. gegen 23791530 Thlr. in 1872 gklicferi; on 269,302 Thlr., gegen 1872 einen svlchen

Wenn man nach drm Maßstabe von

& Thlr. Stcaer : 1000 Tblr, Wechfel den

so crgiebi derselbe für 1874 ein;"n Ges Thlr. gegen 52328 Mili. Thlr. disse Brrcci) ist sclbstVZrständlicl), inn branipruckpcn können; sie: srgisbi,

1872. Dai

1874 gkgrn denjsnigen dcs Vdrj _ ast die Hälft-s der Abnahme des Verkkbrs rnifäÜt

verminderi bai.

F auf Brrlin allein, sicb hier in den einzrlnen Monaten r «13 gcstaiici haben; dies ergiebt fol-

Und Es ist von Interesse, näber

ftrmpelstsuer und der Wecbiriumi

82!de Uebsrsickit:

Wecbsrist empcisteuer: 1874. 28,862 Thlr.

Monat. Januar. Februar. 20,839 März... 22,640 April... 22,006 Yéai .. . 24,319 Juni... 21,766 Juli 22,880 Augnst . 21,624 Sepibr.. 20,647 Oktober. 23,180 Novbr. . 20,450 Dczbr.. . 21,219

Zusamm. 270,432 Thlr. 395,523Ti)1r. 540691011. Thlr. 791,0 5.11 Der Wcchic1rcrkebr Berlins, soiDeit cr fich aus d bier aufgii'ommcnc'n Wechselstempeisteuer berechnen im qbgclaufenen Jahre um circa 250 MiÜionen Tl) _ Es zeigt sich in dieser Ziffer rc Einfluß, welchen die mtßlicben Geld- und Krcdi hiesigen Platz auSgeübt haben; nicht in s01auffallender Weise 1)

in 1873 chosen.

17

xxxaxeka

1873. 35,126 Thlr.

42,135 34,901 30,950 26,193 35,938 29,193 39,272 37,007 30,100 25,293 28,755

_staiistiichen Amts Reiche im

2,616,462

sie hat sonack')

Wrchselvrrkebr berechnri, ammtumsaß von 46943 Mill. ixi 1873 und 4759,2 Mil]. Thlr. in nung niciyi vollständig zutrrffsnd sein kann, UCkHi-“l wid fir abrr ein gewiss da[; der Werbiewérkcbr des Jahres abrés sick) um ca. 538 Mill. Tblr,

('s Jntcress e

zu vcrfoigcn, wie

on 1874 und 1873 die Wechsel-

45,8 44,0 48,6 43,5 45,8 43,2 41 „3 40,4 40,9 42,4

Wechselumsaß:

1874. 57,5 Mill. Thlr. 70, 41 7 8

ervorgctreten.

"

x

,3 69,8 61,9 52,4 71,9 58,4 78,5 75,2 60,3 50,1; 57,5

1873. 2 Mill. Thlr.

***Kxakk

!, | .

!, illi. Thlr.

em Eriragc der

ßt, ist hiernach

ler geringer, als

chi deutlich der _ _ tverbäitniffe auf den dicielben find auch andcrswo, aber So iveiisn von den

Ober-Post-Direkiionsbezirken des Reichs-Postgebieis u. a. an Steuer-

einnahme weniger nach: H Wkchs€]), Frankfurt a. Cöln 14,739 Thlr; (: 29,4 Mill. Thlr. Wecbs Thlr. (: 26,1 Mil]. Thlr. Wechsel), Danzig Mil]. Thlr. Wechiel), Leipzig 10,970 T lr.

Wechsel), Liegnitz 10,121 Thlr. (: 20,2

9638 Thlr. (: 19,2 Miki. Thlr. (: 19,1 Mil]. Thlr. Wecbiel), Vrsslag 7347 Tblr._ In den übrigen Bezirken des Retchs-Postgebiets renzen zwischen beiden Jahren von Weniger Be-

n da egen 22,2 ZKM.

Thlr. Wechsel).

waren die Diffe _ Mehreinnahmen von einigem Belange ersteres 11,090 Thlr, (:

deutung.

Bayern und Württemberg nach

Thlr. Wechsel), letzteres 358? Kunst, Wiffenschafi"ünd Literatur.

Der bald na Jahren angefangene Bau des Ca enommen werden. ordcrung von 600,000 Mark als

ist unter dem Titel

helm 17. vor 33 Dome,

soli jeßt wiedcr_au Staatßbaixshalt enthält eme Rate zu diesem Ziveck.

_ Bei E. A. Seemann in Leipzig

7

amburg 25,005 Thlr. (: 50,0 Mil]. Thlr. /M. 19,065 Thlr. (: 38,1 Mil]. Thlr. Wechsel), rl), Düsseldorf 13,058 11,927 Thlr. (= 23,8 (: 21,9 Miu. Thlr.

ill. Thlr. Wechsel), Posen

"ZZ

chbiei), Bremen 9557 Thlr.

(= 14,7 Mill.

Weise

hlr. (: 7,1 Mill. Thlr. Wechsel).

ck dem RigicrungMniritt König! Friedrich Wil- o Sauto am

er diesjähri e «,L-

„Das Königliche Schloß in Berlin“ em beliographisches