Yichtamtliches. Deutsches Reich.
W Preußen. Berlin, 6. Februar. Se. Majestät dsr Kaiser und König nahmen heute in Gegenwart des Gon: verneurs und des Kommandanten von Berlin militärische Mel- dungen entgegen, empfingen den General-Adjuianten General der Kavallerie Grafen von BiErnarck-Bohlen nnd hörten die Voririige des Militär- nnd des Civil-Kabinets.
_ Beide Kaiserliche Majestäten erschienen gestern Abend anf dem Feste des französischen Botschafters und ver- weilten daselbst bis nnch dem Senper.
_ Se. Kaiserliche und Königliche ÖOHLZÉ'ÖQLT Kronprinz nahm gestern um 1102 Uhr Vormittags unlita- rische Meldungen entgegen.
Abends 95274 Uhr begaben Sich die Höck1stenHerrschasten zum Ball bei dem franzöfisehen Botschafter. __ *
_ Bei Ihren Majeüäten dem Kaiser nnd der Kaiserin fand, wie bereits gemeldet, am Donnerstag, den 4., in AUerhöchftihrem Palais Ball nnd Seuper statt. Es waren dazn 500 Einladungen ergangen. In den Vorderen, nach den Linden gelegenen Räumen vom Balkonsaal bis zu dem blauen Speisesaal war das diplomatische Corps, die Fürsten und Fürstinnen, die Excellenzen mit Gemah- linnen nnd die übrige nicht tanzende Gesellschaft ver- sammelt, im rnnden Saale die tanzenden Herren und Damen. Der Anzug nnn für die Herren in Civil und Militär in Gina, für die Damen im Baükleide.
Die Königliehen Prinzen und Prinzessinnen versannneitenSich in denSalons reehts vom Balkonsaal und wnrdenhier vonIhren Majesiäten empfangen. Gegen 91“? Uhr erschienen Ihre Maje- stäten in der Gesekischaft, begrüßten zuerst das diplomatische Corps und dann nach dem Range die iibrigen im Malarhii: zimmer und im blauen Saale anfgesteU'ten Gäste und nahmen darauf unter dem offenen Portikus des runden Sinnes den Eintritt in denselben. Se.Majestät der Kaiser nndKönig, im roihenGaiarock der Gardes dn Corps, führten Ihre Kaiserlirhe nnd Königiiche Hoheit die Kronprinzessin, Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz in der Uniform der Königin-Kiiraisiere, Ihre Majestät die Kaiserin-K'önigin. Unter den Klängen des HerakleSmarsches machten Nilerhöchst- nnd Höchstdieselben einen kurzen Polonaise=Umgang, worauf die Rnndtänze begannen. Mit Ihren Majestäten waren in den runden Saal getreten Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Earl nnd Ihre Hoheit die Herzogin von Anhalt, Ihre Königlichen Hoheiten die Prinzessin Friedrich Cari nnd die Herzogin Wilhelm von Mecklenburg-Schiverin, Ihre Königlichen Hoheiten die Prinzessinnen Marie und Elisa- beth, Ihre Hoheiten die Prinzessinnen Marie von Sachsen-Meiningen und Elisabeth von Anhalt, Se.Kbnig1iche Hoheit der Prinz Carl und Se. Hoheit der Herzog von Anhalt, Ihre Hoheiten der Erbgroßherzog von Mecklenbnrg-Sirelih nnd der Erbprinz von Sachsen=Meiningen, der Herzog Panl von Mecklen- burg-Schwerin nnd der Prinz Friedrich von HohenzoÜern. Ihre Kaiserliche Und Königliche Hoheit die Kronprinzessin be- theiiigre Sick] außer an Contreränzen anch am Rnndtanze. “75 Wurden außer drei Eoniretiinzen nnd Lancier, den Cbiiilen einge- sch10ssen,6Tänze nach den beliebtesten nenestenMelodien geiunzi. Während des Balies machten Ihre Majestäten in den an den runden Sauk angrenzenden Ränmen nnter Ihren Gästen die Tonrnee, richteten an die meisten derselben hnl'dbblie Worte und begaben Sich an der Spihe derselben gegen 12 Uhr dnrck] die gelbe Galerie nach dem Adlersaak, wo das Sonper eingenom- men wurde
_ Gestern Abend erschienen Ihre Majestäien derKaiser und die Kaiserin auf dem Vallfesre, welches der fran- zöfifihe Botschafter, Vicomte von Gontciut-Viron, in seinem Hotel am Pariser Pkahe veranstaltet hatte. Beim Eintritr in die Säle, welehe von einer glänzenden und zahlreichen Gesel]- schafi gefüÜt waren, hatte der Botschafter die Ehre, Ihre Ma- jestät die Kaiserinbnigin zn fiihren. Se. Maje'kiiit der Kaiser und König hatten der Comtesse bon G0111c1nt=Bir0n, der älreften Tochter des Botschafters, den Arm gereicht. In der Begieitnng Ihrer Majestäien befanden Sick) Ihre Kaiserlichen nnd Königlichen Hoheiten der Kronprinz nnd die Kronprinzessin, Ihre Königlichen Hoheiten der Prinznnd die Prinzessin Carl, die Prinzessin Friedrich Carl, die Prinzessinnen Marie nnd Eliiabeth, Ihre Hoheit die Prinzessin Marie von Sachsen-Meiningen, Ihre Königlichen Hoheiten die Prinzen Albrecht Und Alexander, der Prinz Angnst von Württemberg und der Erbgroßherzog von Mecklenburg=Sirelih, Ihre Hoheiten der Erbprinz von Sackzsen-Meiningen, der Herzog Paul von Mecklenbnrg-Schwerin, der Prinz Friedrich von Hohen- onern. Die Allerhöchsten Und Höchsten Herrschaften bewegten Sieh vielscnh unter den Gästen und nahmen dann nach Mitter- nacht das Sonper ein.
_ Der Bundesrath fihnng. Vorgelegt Wurden Schreiben des Präsidenien des Reichstags, betreffend: 5. den Entwurf eines Bankgesehes; |). den Geiers- entwurf Über die Kontrole des Reich§han§ha1i§ :e. für 1874; 0. den Gesehentwnrf wegen Erweiternng der UmwaUnng von Straßburg; (1. den Gesehentwnrf über die Natnraiieistnngen für die bewaffnete Macht im Frieden; 6. die Gesehentwiirse wegen Einführung des Gesehes iiber die Qnartierleistnng bezw. in Bayern und in Württemberg; 1". den Gesehennvnrf Über die Reblaus-Krankheit; Z- die Resolution wegen Verlegung der; Ent- wurfs eines Gefängnißgesehes; 11. die Ueberweisung verschiedener Petitionen an den Reichskanzler zur Priifung und event. Be- rücksichtigung.
Den Ausschüssen überwiesen wurden zwei Vorlagen, betref- fend: den Entwurf eines Gescher“, iiber die Nainralisation von Ausländern, welche im Reiehsdienste angestellt find nnd die Ver- anstaltung einer Enquete iiber die Verhiinnisse der Gewerbe und Fabrikarbeiter.
Sodann wurde Beschluß gefaßt über den Entwurf eines Gesehes, betreffend die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung.
Ausschußberichte wurden erstattet Über 8. die definitive Fest- stellung der Einnahmen an Zölien, Salz=, Rübenzucker-, Tabak-, Branntwein- und Braumalzsteuer für 1870-1871; 1). die Fest- ßellung des Feingehalts der Silberwaaren.
hielt am 4. d. M. die 8. Plenar- Den Vorfih führte der StaaiS-Minister 01: Delbrück.
Endlich wurden Mittheilungen gemacht über die Penfions- -
verhältnisse bon zwei Reichsbeamten, so wie über die Einfüh- rung einer e1nheitlichen Benennung der Reictholdmünzen.
_ Der Verlauf der Verhandlungen über den in der vor- leßten Sessidn des; Reichstages vorgelegten Entwurf eines Gesehes, betreffend die Abanderung einiger Vestxrmmungen der Gewerbe-
ordnung, hatie dem Reich9kanzler=Amf Anlaß gegeben, über Bestand, Einrickztung und Wirksamkeit der durch den Geseh- entwurf berührten, nach §. 108 der Gewerbeordnung zur Ent- scheidung gewerb1icher Streitigkeiten berufenen Behörden durch Vermittelung der BundeSregierungen nähere Mittheiiungen ein- zuholen. Die Absicht dabei war, aus dem so gesammelten Materiale fiir die Würdigung der im Laufe der Verhandlungen des Reichstages für und wider die bezüglichen Bestimmungen des Gesehentwnrfes geltend gemachten Erwägungen. umfang: reichere und sicherere, als die bis dahin gebotenen Grundlagen zu gewinnen, Inzwischen ist _ großentheils znfolge der im Reichstage und in der Presse an den Gesehenttvnrf geknüpften Erörterungen _ in den gewerblichen Kreisen eine Bewegung hervorgetreten, weiche iiber die Grenzen des Entwnrfes hinaus die Beziehungen zwischen Den Arbeitgebern und Arbeitnehmern zum Ge,",enstande vielseitiger Kriiik und zahlreicher Wünsche ge- macht hat. Nach der Ansicht dee ReickPkanzierÄmies wird fick) der Bundesrath einer ernsten Würdigung dieser Meinungs- änßernngen nicht entziehen können, bevor er sieh Über die end: hültige Erledignng der immer noch schwebenden [egislativen Frage schlüssig macht. Fiir eine solehe Würdigung fehlen aber, fast noch mehr wie für die Prüfung der bereits vom Reiche.";- k0.nz[er Amte erörterten Punkte, die geeigneten Unterlagen, insofern über die zeitige Gestaltung der hauptsächlich in Betracht kom- menden Verhältnisse des Gewerbeivesens, iiber die Einwirknn: gen des bestehenden Rcchies, über die unter den Betheiligten selbst herrschenden Anschaunngen und Wünsche sowohl ans dem Gebiete des HUUÖWerLS, alS ÜUch des Fabrikbetriebes znverläsfige nnd ergiebige Mittheilnngen nicht voriiegen. Diescm Mangel kann nicht durch einfache Sammlnng thatsäch- lichen Materials Seitens; der Behörden in den einzelnen Bnn- desstaaien abgeholfen werden, da die fehlenden nermißtcn Unter- lagen sich füglich nicht anders ale.“- mittelst persönlicher Vernehmung zahlreicher Gemerbetreibenden anf Grund eines einheitliöhen Pro- grammes dnrch damit zu berranende Beamte gewinnen lassen. Demgemäß hat der Reichskanzler den Bundesmth ersucht, fich damit einverstanden zn erklären, daß iiber die beziiglichenFragen, die in einem Programme zusammengesteUt find, eine Enquete veranstalter werde, und zwar durch mündlicheVernehmnng einer größeren Anzahk mit den Verhältnissen der? Gewerbewesens praktisch vertrauter, vdrzngStveise aus dem Siande der Arbeit- geber (Fabrikbesiher und Meister), sowie der Arbeitnehmer (Fabrikarbeiter und Gesellen) nnter Veriickiichtignng der ver- schiedenen, in dem gewerblichen Leben vertretenen Riehinngen anSzmvähiender Männer; das; die Vernehmnngen nnter Leitnng der damit beansiragten Beamten in einzelnen gewerbfleißigen Orten _ durch weiche, was Prenßen, Bayern, Königreich Sachsen, Württemberg, Baden und Hessen betrifft, sämmtliche größere Verwaltnngsbezirke vertreten erscheinen _ stattfinden sollen; daß die Antworten der Sachverständigen, unter Angabe des Berufe?: der lehteren, bei Gewerbeireibenden insbesondere des Standes (Fnbrikbefiher, Fiibriiarbeiier, Meister, Geseile) nnd des Gewerbes, in kurzen Protokolien niedergelegt nnd die Protokolle dem Reikthkmrzler=Aiiite eingesendet werden sehen.
Das Programm werden wir in der närhsten Nr. d. B1. veröffentkiehen.
_ Die vereinigten Ansichüffe der“; BnndeSrath-s für das Seemesen und fiir RechnnngSwesen, die vereinigten Ans- schiiffe deffelben fiir das Seewesen und fiir Instizwesen, die ver- einigten Ausschüsse. fiir Zoll: und Steneriresen und für Handel und Verkehr, sowie der Ausschuß für Zeil- nnd Stenercvesen hielten heute Sihnngen,
_ Im ferneren Verianfe der gestrigen Sihnng des Hanses der Abgeordneten wurde die erste Berathnng des Geseh-
xennvurfs, betreffend den standeesherrlichen Recht-Zzustnnd '
des «Herzogs von N renberg wegen des Herzogihnms Meppen fortgeseht nnd antwortete znniichft der Instiz-Minister 1)r. Leon- hardr, weliher inzwisehen im Hanse erschienen war, auf die Nn- griffe des Abg. Windthorst (Meppen). (S. nnter Landtags- angelegenheiien.) Dann trat das.“: Hans sbfbrr in die zrneite Lesung ein.
_ .1. Die hannoVericben Verordnungen vorn 9. Mai 1826 Über_die standesherrliMn Verhältnisse der“- Herzeglich Arenbxrgichen Haines in dem bermniigen 21mm" (jehigcn Kreise) Meppen (Hannoi). (Hefetz-Saminl. 1826, Ahth. ]. S.155), bein 5. Oktober 1827 über die Vienner- nnd S_ierichtsverfafsnng in dem Herzegihnm Arenberg- Meppen (Hunnen. Geseh-Smnml. 1827, WW. 1, Seite 97), und rern 8. Angnsi 1852, betreffimd die I)ieiincI-rflege nnd Berwaltnng im Herzrgihnnie ArenbergWieppen (Hannor. Geseh-Smnml, 1852, AM). 1. “Sein? 237), Werden, ioweii fie Ueli) in Geltung siri) [*e- finDZh, ren denen im Z. 9 bezeichneten Zeitpnnkte an außer Kraft 9916 ,
wnrde nach einigen Bemerknngen des Abg. Windihorst (Meppen) und einer Erwiderung des Insiiz-Nänisters Vr. Leonhardt (S. nnter Landtags-Angelegenheiien) angenommen.
§. 2 [autet:
Vom 1. April 1875 an wird die dem Herzoge von Arenberg im Herzrgihume Vlrenberg-JFir-PPLU, ei111ch1ießlich der Stadt Papenbnrg, bisher zngestandene standeeherriirhe Gerichtsbarkeit Und obrigkeiiliche Verwaltung, lehtere mit den (ins dieyem Gesehe sich erge- benden Vorbehalten, ohne. Enisihädigrmg anfgehoben. _ Die Gerickytsbarkeii in dem vorbezeirhneten standesherrlichen Gebiete wird hinfort dnrch r*orn Staate bestellte Gerichtsbe- hörden, deren Einrirhiung nnd Znständigkeii durch die Vor- schriften iiber die in der Provinz Pantwber bestehende Gerichts- versassnng bestimmt wird, 1111 Namen des Königs ansgeiibt. _ Die. Atittsverwaltnng im standeSherrlichen Gebiet wird, unter Wegfall der bisherigen Herzoglichen Llemter, durch nntniiielhar Königliche, nach den allgemeinen Vorschriften iiber die Aintsvi-rfassnng in der Provinz Hannover einzurichtende Nenner geführt, kreiehe nur nach Maßgabe dethestimmungen im §. 6 Nr. 9 zngieiri) iin Namen des Herzogs noch zu fnngiren haben.
Hierzu lagen Amendemchs vor:
a. des Abg. Windthorst: ]) die Werke „ohne Entschädigung“ zu streichen_; 2) hinter dem ersten Absah folgenden Zusatz zu machen: „Deni Herzoge steht das Recht zu, für die Steilen der Ober- nnd 11mWrbemnien bzi dcn Yitnrsgeriännx und den Berwaiinngsännem der Königlichen Regierung soläxe Penciniichiiiten zur Bestätigung zn prä- sentiren, Welche nach den bestehenden Vorschriften zur Wahr- nehmung der bezeichneten Dienststelle:: eeignet sind; even- tuell aber denselben Znsah mit Be chränkung auf die Stellen bei den Verwnltnngsämiern zu machen; 3) für den Fall der Ablehnung der Anträge unter 2 hinter dem ersten Absah des § 2 einzuschalten: „Die für die oben aushesprochene Aufhebung der standesherrlichen Gerichtsbarkeit und der obrigkeitlichen Verival- tung dem Hexzoge gebührende Entschädigung wird nach Vorgängiger Verhandlung mit demselben durch ein besonderes Gesetz festgestellt.“
1). Des Abg. v. BiStnarck (Flatow): Lebenfalls die Worie „_ohne Ezttschädigung“ z_u streichen, 2) dem S lusse des Paragraphen, hmznzufugen: „die Festjehnng einer Entschädigung bleibt einem beson- deren Gesetze vorbehalten.“ *
, e, Der Abgg. ])1'. Bening und Lauenstein: 1) die Worte: „letztere niit den aus diesem Gesetze sich ergebenden Vorbehalten“ und ferner die Worte: „welche nur nach Maßgabe der Bestimmungen in §. 6
;?qu zagieich im Namen des Herzogs noch zu fungiren haben“ zu rei en.
Ueber das Nmendement zu 0. Nr. 1 soll erst nach Ve- schlnßfassung Über den §. 6, welcher von den erwähnten Vor- behalten handelt, abgestimmt werden.
Nach einer längeren Debatte zwischen den Abgg. Lauenstein, 131“. Vening nnd Windthorst (Meppen) wnrde §. 2 mit dem zweiten Amendemeni der Abgg. Bening nnd Lanenstein ange- nommen. Um 4 Uhr vertagte das Hans die Weitere Debatte.
_ In der heutigen (Z.)Sihung des Hauses der Ab- geordneten, welcher am Ministertische der Vize=Präfident des Stnat-Z:§111iiiiiteriitms, Jinanz=Minister Camphansen, nnd der Minister für die kandivirthschaftiichen Angelegenheiren, ])]: Frieden- thai, mit zahlreichen Regiernngskommissarien beiwohnten, wurde zunächst das Resultat der Kommissionswahlen, Wie folgt, mitgetheiit : '
Es bilden die beireffenden Kommissionen die Abheordncien:
Budgetkennniiston: Lasker (Vorsitzender), „Virchow (steilvertre- tender Vorfihender), Hamnmcber, Wehrenpfennig. Roepeil, Rickert, Miquel, Weber(Crinrt), KiesMe, v. Benda, Hänel, ck)iich)ter(.§)agen), Hoppe, v. Grethe, Stathz, Hnndt r*. Hafften, Stenzel, Tiedemann, Bernards, v. Heeremann, Schröder (Lippstadt).
Recht]nngxkeinmisfien: Virchow (Verf.), Rickrrt (Stehr), Sirerier, Danxenberg, Lndendrrf, Michaelis.
Unterriihrskommiifirn: Tekbow (Vors.), Pnner (Sirhrerireier), Witte, *)]Zemnn'en, Kisel, Walliibs, Seyffari, Krecb, 'Sibläger,Sch1nel- zer, von Oben, Perger, Briefe, Heimann, Rahtr'», Vergenrrtb, Srbinidk (Sagan), Graf VM Königsdorff, von Ghiarowski, Brüel, Lindemann.
Jnsrizkonnniisien: ». Rönne (Vrtsißender), Thilo, Bisenbrnh, Rübsani, Wittrock, Sarazin, Larekt, Welker, Thnlhener, Warbnrg, v. Bikimarck (Flatow), Pilaski, Döring, Brisert.
Gem.:indekommiiiien: Deiins (Vorfihender), Rnnge-Beriin (Stellvertreter), Lntierrih, I)iiihrel, Thörii', Lauenstein, Brng, Scknnidt, Götiing, SOON, (Bajeirsii, (Jimi v. Skin:]ifina-Kerssenbroek (Berkant), Prinz Handjrxh, Schliper, Wagner (N(llland).
Agrarkomeniifien: Sck)ellwi13 (Vorsitzender), Seelih (Sichber- ireier), Donglas, Donalies, Thomsen, Henhe, Nennmnn, Vetterien, v. Schoriemer-Lilsi, Lux, Herrlein, Spangenberg- v. Vier), Albrecht.
Priitiwnsiennniifien: Gneist (Versihrnder), Petri (Ztsilberireo ier), Kerzrwski, Mahhineki, Kral), Rüphel, Frenhcl, Scheel, Wix“;- nmnn, v, Lörer-Löweriédbrf, v. Bähr-Bähreniwff, Nilscbe (*))iünster-t berg), v. Tempelbrff, Jacobi, 1)r. Karp, K-.1110,Zäble, Ibach, Röcke- rciii), Hüffer, S&rrazin, Sehhii, Nenderi, Meyer-MerseWrg, Kassen- bach, Richter (Sangerhausen) Thilenins, Lehfeldi.
Geschäftserdnnngs-Kmnmisfien: Wachler (Voriihender), v. Detxzin (Sielibertreier) Haucke, (Télgndwski, chtschke, Lieber, Krebs, Frihe, Maß, Sachse, Miiller (Trier), Häbler, (Hihiihngen.
Konnnisfirn für das Waidschuhgeieh: S ck01 [wih (Versihendcr), Vening(€te110erireter), Bernhardt, L).)Ziihlenbeck, Sebniiri (Sagan), Parisins, Brüggetnnnn, v. Schorlemer-Alst, Graf Mainsthka, Pfaffe- rdtr, v. Köper, Brunn (Waldenbnrg), Thiel, Thilenins.
Dann sehie das Haus die ztrieite Berathnnx] des Gesch:- entwnrfs, betreffend den standesherrlirhen Rechts: znstand ders Herzoch VUU Arenberg wegen des Herzog:“- thnnis Meppen fort. Die §§. 3_5 wurden ohne erhebiirhe De- batte genehmigt; 5. 6, welcher die Rechte nnd Ehrenanfzéihlt, welehe. dent Herzege verbleiben sehen, erregte eine längere lebhiifn' Debatte, an welcher sich die Abgg. 1)r. Ebern], ven Binn'ck-Flannv, 1)r. Bening Und derRegiernngs-Kbtiiniiff(1rGeheimeRegiernngs- Rail) von Branchitsch beiheiligien. §. 6 irnrre mit einigen non den Abgg. 1)r. Bening nnd Lnnenstein beantragten Aende- rnngen nnZenommen. Tie §§. 7 nnd 8 wnrden ohne erheb- liehe Debatten gxnehmigi; in §. (.) wnrde nis Einfiihrnngs:* iermin der 1. Oktober 1875 angenommen. Bei Schlnß de-Z Binttes trat dne“, Hans in die zweite Lesnng dcs Etnies der Dorniinenberibaltnng ein.
_ In der Woche vom 17. bis 23. heprägt worden an Goldmünzen: _ Mark 20: Mark- ftiicke, . _ Mark 10: Markstiicke; an Silbermünzen: 1.700,240 Mark 5:Markstiicke, 724,564 Mark 1-Markstiicke, 343,913 Mark 4()Pf. 20-Pfennigstiicke; an Nickelmünzen: 84,170 Mark 20 Pf. 10-Pfennigstiicke, 84,767 Mark 50 Pf. 5:Pfennigstiiche; cm Knpfermünzen: 53,206 Mark 26 Pf. L-Pfennigsriirke, 18,54!) Mark 10 Pf. 1-Pfennigstiirke. Vorher waren geprägt: an Goldmünzen: 882,540,800 Mark 20-Markstiicke, 220,293,160 Mark 10-Markstücke; an Siibermünzen: 7,403,850 Mark 5-Mark- stücke, 35472313 Mark 1-Markstücke, 10434072 Mark _ Pf. 20-Pfennigstiicke; an Nickekmünzen: 5,015,688 Mark 40 Pf. 10-Pfennigstiicke, 1,878,824 Mark 50 Ps. 5 : Pfennigstücke; an Knpfermünzen: 1,931,362 Mark 64 Pf. 2-Pfennigftiicke, 777,154 Mark 29 Pf. 1=Piennig§kiicke Mithin sind im Ganzen geprägt: an Goldmünzen: 882540800 Mark 20:Markstiicke, 220293160 Mark 10-Markstijcke; an Silbermünzen: 0,113000 Mark 5-Mark- stücke, 36203877 Mark 1-Markstücke, 10,778,885 Mark 40 Pf. 20- Pfennigstiicke; an Nickelmünzen: 5009858 Mark 60 Pf. 10-Pfen- nigstücke, 1,063592 Mark _ Pf. 5-Pfcnnigstiicke; an Kupfer- miinzen: 1,984,568 *Mari' 00 Ps. 2-Pfennigftiicke, 795,703 Mark 30 Pf.“ 1-Pfennigstiicke. Gesarnmian-Zpriignng: «n Goldmünzen: 1,111,833,960 Mark; an Silbermünzen: 56005852 Mark 40 Ps.; an Nickelmiinzen: 7,()63,45() Mark 60 Ps.; an Knpfermünzen: 2,780,272 Mark 20 Pf.
_ In Anknüpfung an unsere gestrige, die Herbeifüh- rnng einer einheitlichen dentschen Reehtschreibnng betreffende Miitheiinng bemerken wir zugleich als Antwort auf mehrere, bereits an 11115 ergangene Anfragen, daß es in der Absicht des Knratorinch des „Denischen Reich-Z- und Königlich Preußischen StaatS-aneiger-Z“ liegt, fick] mit dem Professor von Raumer in Verbindung zu sehen, um im Anschluß an das von demselben zu erwartende Gutachten, auf der Grnndiage des von dem Vereine der Berliner Ghmnafinllehrer herancF-gegebenen orthographischen Wegweisers, dnrch die beabsichtigten Verhand- lungen mii Zeitnngen nnd Buchhandlungen diese ?liigelegenheit praktisch zu fördern.
_ Der Königlich preußischen Post-Zoliexpediiion in Verl i n ist die Ermächtigung ertheilt worden, Uebergangxösckxine über mii der Post eingehende Waaren zu erledigen.
_ Der General-Licutenani von Rauch, Commandenr der 9. Division, hat fiel) in seine Garnison znrückbegeben.
_ S. M. S. „Angnsta“ und S. M. Kanonenboot „Nlbatroß“ find am 4. Februar cr. Nachmittags, von San- rander kommend, in Ferro! eingetroffen.
Bayern. München, 4. Febrnar. Ueber den gestrigen Hofb all Melden bayerische Blätter Folgendes:
Der gestern im Festsaalbau der Königlichen Residenz abgehaltene Hofbi'xll, der einzige in diesem Jahre, War sehr glänzend, Se. Majestat der Kö nig erschien bald nach 7 Uhr, die Prinzessin Ludo 1th am „Arme führend, in der Oberst-Uniform seines (4.1 Chevau- leger-Regiments. Es fand hierauf die Vorsteünng von 21 Damen 11. Rangklasse, 3 neu ernannter Kämmerer (Frhr. v. Malsen, Frhr., v. Crailöheim und Frhr. v. Bethmann) sowie 12 fremder Herren, meistentheils Mitglieder auswärtiger Geiandtschaften, ferner des (Hou-
Innnar 1875 find
vertie'urs von Ulm, General-Lieuiennnis b. Berger und Generals Baron Schönfeld, endlich von 6 Damen 111. Rangilase stink. Die Yele- naiie eröffnete Se. Majestät init der Gemahlin des_ wnriicnibergnhen Gesandten Frhrn. v. Soden, Prinzeifin Lndwn] wurde gefuhrt vom rnsfiichen_Gcsandten ven Ozerew, Prinzeifin Gisela vorn preußischen Geiandten Frhrn. Ven Werthern, Priiizeisin Therme vom würtiembergiickzen Geiandlen Jrhrn. ben _ «eden, _Prmz Otto geleitete die (Gemahlin des österreichischen (_Beianien, Frkiiierrn v. Bruck, Prinz Ludwig die Fürstin Oettingen-jxwelherg, Prinz Leopold die Fürstin Lilhienstein, Prinz Arnnlß die Fnrstm ren der Leyen, Prinz Adaibxrt die Gräfin von der Mnble, Herxeg LnJZrng die (Gräfin Prcci. 11111 101 Uhr begann das Semper. Dein Kenn; zur Rechten saß Prinzessin Lndwig, hieran reihten sick) PM]"Z Ono, Prinxeh Therese, Prinz Leowrtd, Prinz Ada11*ert,_ der" PÜPsiiiÖK Nn-iins. an Linken nahmen die Sihe cin: Prinzenin (ZZUYÜ, PkMZ Lniibold, Lndwih, annli, Herzog Ludwig,_Fr§-ismn renézo- den, Nack) dem Srnber folgte noch ein Walzer, renne der Ceriiirn. Se. Majesiär der König FDJ fich gegen 122 Uhr in seine Apprzrxe- ments znrück. Unter den Anwesenden Waren «nher der_CZeneraliiai, den Ministern v. Pfrehicbner, [)r. v, Fänst_1e Und 1). P.'EUssEr insbe- sondere das voÜsiiineig erschienene dirlemariirbe CEWS zu bemerken.
_ Die „N. Nachr.“ schreiben: Die Nachrnhi, als habe Staatsraih 1). Schubert das Vräfidinm im Beribaltnng-Zrnthe der Ostbahnen niedergeiegt, ist ohne aUe Begriindnng. Die Ver- handlnnqen des Vertbalinngsrathes mir der Regiernng werden noch in dieser Woche znm Absihliiffe kommen.
Württemberg. Siniigari, 4. Jebrnar. Das henie ausgegebene R egier n nchb1aii Nr. 3 einhält eine „Bekennt- maehnng deS Liiinisterinnis det.? Innern, beireffend die Venen: nung der ansicknskommisfidn fiir die Sinai?-krankenanstalien und die Verleihnng dcr Befngniffe eines Landeswxieginms an diese Behörde, 110111 23.Iannnr 1875. Die ?lnfjick]?§beh5rde iiber die Sinntsirrenanstalten soll hiernneh künftig „anfirhts: kommission fiir die Siani-Zkrnniennnstaiten“ benannt Werden, In der gleichen Nnrniner ist dns Siatnt der SiameirrenanstM- ten Schussenried, Winnenthnl nnd Zibiefniirn veröffenilickn.
_ Ter „St. 21. i. W. meidet: Soeben trifft hier die Nachricht ein, di1ß die längsi erirnrreie Srhieszkonnnisfion nnn: mehr am 20. Febrnar eintreffen wird. Ebenso kommt von Crefeid die erfrenéirhe Mittheilnng, daß dem nncögesprdckwnen Wnnsri) zufolge der Rheinische Schiihenbnnd sein fiir diese!? Iuhr schen bestimmtes VnndeHsckUeßen, ebenso wie der Leipziger, iin Intereff unseres Tenisrhen Jnndesfestcs ans nächstes Jahr zn verlegen beschissen hat. _ In der [ehren Sitzung des Centrnleomite?) wnrden die Pläne für die Schiek;- halle, sowie fiir die Erdnrbeiicn genehmigt, nnd man sieht in knrzcr Zeit nnch dern Plein fiir die FesthaUe entgegen.
_ Bei der am 28, r). M. norgenommenen Wahi der Mitglieder der «Handels- und Geiberbekaninier haben irn AintsOberamts:Bezirk Stnitgnrr Wii 30 Wahibererhtigien nnr ncht nbgestinnni. Es wnrde deshalb anf henie ein C::r gänznngHibah[:Terniin anbernnmt, nn weirhem jedrch keine Stimmen mehr ((b-gegeben wnrden.
“»Flädero Knrlsrnhe, 4. Febrnar. Wie der „CerriSr. Ztg.“ nnH znnerniifiger Qneile mirgeiheilt wird, ist die nene badische 4411415. Anleihe, iiber weiche seit längerer Zeit Verhinidinnxien srhniebten, nnnmehr znm endgiilrigen Abschliiffe gelanxxr. Die Uebernehmer der Anleihe find das Bankhans M. 21. r. 8inihsihiid n. Sbhne zn Frankfnri n. M„ die Ti: rektibn der DiSidnid-Geie11ichafi zn Ber1in, das Bnnibnns W. H. Ladenburg n. Söhne nnd die Rheinisrhe zirediibnni in Mannheim.
chck'lcnburg. Schiverin, 5. “Fcbrnnr. Ms Land: iagH:K01nmissc2rien werden, den „Merkl. Linz.“ znfohxxe, den [*evrrstehenden Landtag in Malrhin die Sinats-Minijter Gref von Bnffewih nnd Staat?;rath Wehcii besnrhen.
Sachsen : (Loburxi; : Gorda. (Jdbnrg, 3. Febrnar. Der Sck]111direkkor Heckenhann hiersel'hsi ist vom Herzog vom 1. April d. I. (111 znm Selmi-Inipekter fiir die Volksichnsen doc.“; Herzogihnm»; Cobnrg (21rt.82 dcs Ielkdichnlgcseth) cr- nannr werden. _
_ In dem nenen Siadiertneiiernngsplnn fiir Goiha find nenerdings ca. 60 nene Hanpt- nnd Nebenstrnßen eingezeichnet nnd :,nm größten Theile bereits mit Nnmen bezeichnet worden. Westlich von der Stadt selten Unter anderen dereinst entstehen: eine „Raiserstrnße“, eine „Ernststrnsze“ (beide 90 Fnhbreii nnd ca. eine hnibe Sinnde 1ang; von der Eisenacher Straße bis znr Eisenbahn an der Urheber (Ihnnffee), eine „Vismarckstnnze“ n. s.1v.; östlich von der Sindt: eine „Friedrich Wiiheims- straße“ (von der Siebeleber bis Kindieber Chanffee), eine „Leopoldstrnße“, eine „Limalienstraße“, „Lnisenstraße“, „Kronach- straße“, „leredstmße“, „Sedanstraße“ n. s. w.; nbrdlick) _von der Stadt, hinter der „Hohen Straße“; eine „Spohrstrahe“, „Seebachstrnße“, „Hanieniraße“, „Sckzihersiraße“, „Yorkstraße“, „Bliicknrftrnße“, „Moltkestraße“, „Rennstrnhe“, „Wbrthftrahe“ n. s. n). -
Oesterreicthgarn. Wien, 5. Februar. Das Landes: gesch: und Verordnungsblatt des Jahrganges 1875 ß'ir das Erzherzoglhnm Oesterreich unter der (Inne; enthalt das Gesch, betreffend die Verlängernng des Termineck; znr Dnrckffiihrnng des Schluck)thanszivanges in den Vororten Wiens.
Pest, 4. Februar. In der hentigen Sihnng des Ab: geordnetenhanses sehte als erster Redner in der Bridget- debatte Helix] seine gestern begonnene Rede fort und spMck) gegen die Budgetvorlage. Koloman Szei! erklärte,;die Frage der Bedeckung sei der eigentlicheHauptgegenstand, wenn selbe Quel) UZkl] nicht konkret anfgeworfen sei; er befiirwbrreie eingehend die Steuervoriagen nnd die Anträge der Regiernng. Er aeeeptire dteSteuererhohnng nicht deSwegcn, weil dies a1lein znr Regelnng des Staatshanö- haltes nothwendig sei, sondern weii selbe sofbri absolnt'noih- wendig sei und das Defizit weder mittelst Jnmnzoperaiioneii, noch durch Weitere Reduktionen jeht zu beseitigen moglrckisei, da man nnr dnrchfiihrbare Ersparnisse und nicht problemattsehe anderseitige Einnahmen in Rechnung bringen könne. Dies schließe nicht aus, mache sogar nothwendig, daß anch andere Re- formen durchgeführt werden, welche die Steuerfähigkeii heben. Aber auch Ersparnisse miiffen gemacht werden, wenn dies anch in diesem Jahr nicht möglich sei. Bei dem Gestütsivesen,“ bei der Instizpflege, im Budget des Kommunikations-Yimisterinnis werden jedenfalls Reduktionen nothwendig und moglich sem; auch sei es absolut unmöglich, bei den Bergwerken und dem Forstwesen noch in diesem Jahr Millionen zu ersparen. Des- halb sei auch Zsedenhi's Antrag nicht für die Generaldebatte, sondern für die Spezialdebatte. Er fordere aber bei den Kosten der Wehrmacht große Reduktionen, die jedenfaUs möglich smd. Man dürfe nicht die jetzt präliminirten Einnahmen, sondern die faktischen als Basis nehiiien und die Schlnßrechnnngen beweisen, daß die Einnahmen" nur zwischen 134 bis 140 Millionen varnren, "wahrend 147 Millionen veranschlagt smd. Als fichere Basis konne des-
halb bei schlechter Ernie nur 142 Millionen betrachtet werden. Die fixe Summe von 125 Miilionen abgeschlagen, frage er Sennhen, ob er es denn möglich halte, daß wir mit der blei- benden kleinen Summe Unsere inneren ?lussxaben decken können? Oder sollen wir etwa Knlth, Honwed, Kommunikationsbndget viillig rednziren? Sind wir dies im Stande? (Hemiß nirht; drinn müssen aber die Eininrhmen erhöht werden nnd wenn wir heute aneh p[dhlich einhalten, mird ec.“- dann möglick) sein, in Zn- "knnst den Anfordernnern dec; Siaairö nnd der Verhiiltnisse nnr zn entsprechen? Wir können nns Unmöglieh in solch enge Grenzen znriickdriinxxen. Es find jene AUS- gaben gestiegen, welche wir abioint nichr rednziren können. Dies verursache eigentlich dns Defizit. Der Redner endete unter dem größten BeifnU der Rechien, das; er niht nnr die Vndgeworlage, sondern :nick) die 'Stenervvriage acceptire. Der nächste Redner, Polit, sprach gegen die Großmnckscholitik Oesterreichs nnd die spezifisch maghhrische Politik, die es Uer- sänmt habe, die Serben als Brüder zn gewinnen, nm, Wenn die große Katastrophe im Orieme ansbrechen werde, nicht von Oesterreichs nnd der Türkei Gimdeabhängen znmiiffen. Schließ- lich reichte er einen BescknnfzantraZ ein, denihemiiß die BUÖZLT- borlnge nbgelehni werden soll.
Der Jnstjz:Minister Psinier m-Jehie darauf nnfmerksam, daß die dreihunderijiihrige Gesehichie Ungarns.“: der beste Bennie.“- iiir den Vortheil deH Bündnisses mit Oysterreick) sei, welcheH es in die Lage nerseht, 40,000 einwandernde verisigie Familien gastirenndlich anfnehmen zu können, jene mit Czernowits herein- gekommenen Serben nämlich, die eine Kircknncintrniornie bekommen heben, wie sie die griechischen Riihtnnirten nirgends in der Welt befihen, nnd die mit den iibrixien Einwohnern des Lnndes noi]? kommen gleiche politische Rechte erhalten haben. Dies sei immer die Ungarische Poiiiik den Nationaliräien gegeniiber gewesen, nnd Wenn demnach Herr Prliibehanpte, daß die Serben Unsere Brüder sein 1v011en, io jhnn sie nichts ald ihre Pflicht. Der Zweck des 1867er Ansgleiche-Z aber nnn, jene Fragen zn lösen, welehe zwischen beiden Smcnen zn Tiffcrenzen Anlaß beten. Wir haben damals die Selbständigkeit Und Unabhängig: keit getvnnnen. Früher wnßie dns AnHland nichic5 von einem ungarischen Staate, heute ist die nngnrisrize Fingge in KMU Weinrieeren sichtbar. Vor der orientalischen Frage nber branchen wir uns, sr) lange wir mit Oesterreirh ein ehrliches Bündniß haben, nicht zu fürrhien. Redner ging hiernnf znm Gegenstande der TageHo-dnnng iiber nnd meinte, d„11ß die Gehner der Ver: lage nnr die Srhattenseite der Lage zeiehnen, 1130 doch nnstreitig auch der geistige und m:":terirlle Fortschritt vorhanden sei. Er arceptirte schließlich die Budgeworlage. Anton Zichr) spinal) sehr dringend für die Bn-dgetvorhize nnd wird die hente nnterbrochene Rede morgen fortsehen.
_ Die nnßerordenxxnche Wirkung, welche die gestrige Rede TiS-za's hernorgernfen, zeigte sich g stern im Deak-Klnb, wo die Abgeordneten und die Minister ,sehr zahlreirh erschienen ware Es wnrde ein I)iinisterrnth ab ehalten, welcher über die Lnge Bernthnngen rising, nnd wnrde hieranf beschlossen, fiir hente Abend eine Konferenz der Deak-Pariei abznhnlten. Das linke Centrnm hiilr erst Übermorgen eine Konferenz.
Die Konferenz der Deak-Partei hat indessen nicht staiigefnn- den, da man fie noch für verfrüht hielt. Mit Bezugnahme anf die Zibeifel, ob das [inke (Zenirnm die gestrige Manifeste: tion Tiszn's billige, crfiihrr dcr „Ungarische Lwhd,“ daß die- selbe der Rnsflns; eines Parisi:Konferenzbeickzlnffes gelbesen sei Und dns; das Llnitreten TiSza's kannt den Anstrin von 1 bis 2 Miigliedern zur Folge haben wird. *
7_ 5. Jebrnar. (W. T. B.) Die Nachrichten, welche in Folge der Rede des legeerdneien TiSza iiber eine Koaiiiion der Frakiionen TiIza, Sennheh nnd Lenhm) nnd iiber die Bil- dnng eine:; MinisterinniZ dnrah dieselben Verbreitet wnrden, wer- den von gni nnterriekneier Seite als mindestens verfrüht be- zeichnet. _
_ 6. Jebrnar. Die „Pester Korrespondenz“ kenstaiirt das Verhimdensein einer Ministerkrisir, hält indeß die Gerüchte von dem beabsirhtigien Rücktritte des Ministerinms ebenfalls für verfrüht nnd glanht, daß dnl; Z)]iinistcrinin znniichft erst die Ver: Trauenchrage an den Reicheöiag stellen werde.
Schtvciz. Bern, 5. Fehrnnr, (W. T. V;) De_rSchah vnn Persien hat seinen Beitritt znder Genfer Konven- iion, betreffend die Verbefferirng des Loeser» verwunderer Krie- ger offiziell anzeigen laffen.
Niederlande. Haag, 2. Jebrnar. Nnch einem bei dem Kokenien-Ministerium eingetroffenen Telegramme des General- Gonvernenrs bon Niederländiich=Indien, vom Diiinin des 31. Immer, hat der Militär: nnd (TibibVefethhaber in Atrhm, Oberst Pei, am 26. Iannar folgende telegraphtsche Meldungen dem indischen Gouvernement in Batafvii'rzngesck)1cht:
„Panglinxa Tini aus den 22 Mnknn nt in dein Gefechte Win 31. Dezember gefahrn. Imam Lrnhbann 115531 irrmk in den Oberlanden. Tnin Kajni aus den 22 Mukinr agitiri sink inr den Krieg, das Volk aher verlangt nack) Frieden. Am 22, Januar wurden Muki nnd Labnan Hadne (an der Westküste) gezi'nhtigt; zn Pnlu Kanixwhrde die nieder- ländisc'ne Flagge anfgehiht. (Im Dezember hatte xberst Pei durch das Kriegsicknff „Watergeus“ an Die noch ix_idersyenstigen Staaten an der Westküste ein Ultinmtmn gelangen 1amen;__ der „Watergehs“ War daniels ohne befriedigendes Ergcrnih „ven hiejer Mission znrnck- gekehrr; darauf, wie es scheint, wnrde die „chhiihnng“ angeordnet nnd roilzogen.) Am 23. Januar wnrde'zn Purigel Blang-Tjnrem nener Pesirn errichtet, ohne das; eine Degegnnngnmt dem Feinde stattfand. Der Gesundheitsstand War minder giinstig; vom 15. bis 26. Januar kamen 13 Chelerafälle bor.“
Großbritannien und Irland. London, 4. Febrnar. Aus Osborne wird gemeldet, daß Prinz Leopold fort- während täglich an Kräften zunimmt. (ZIS _werden folglich keine Weiteren Viiiletins Über sein Befinden er1cheinen.
_ Lord Harrington, der nengewähkie Fuhrer der profi- tion im Hause der Gemeinen, ist, nach der „A. 21. C.“, der alteste Sohn des 7. Herzogs von Devonshire und wurde in 1833 geboren, ist somit erst 42 Jahre alt und hat eine „nahezu 181ahrrge par- iamentarische Erfahrung. Nachdem er seine Studien m Carn- bridge beendet, Wurde er in 1857 fur "North : Lancashire in das Parlament gewählt. Bei der Ewffnung des neuen, Parlaments in 1859 beantragte er ein M1ßtranensvotnmjgegen Lord Derbh's Regierung, das mit 323 gegen 310 Stinzmen zur Annahme gelangte. Im März 1863 wurde er zu einem Lord der Admiralität im Kabinet Paimerston ernannt, und wenige Wochen später erfolgie' seine Ernennung zurn Unter - Staatssekretär im Kriege.“- - Mtntßermm. Bet der Rekonstruktion der Regierung " nach Palmerstons Tode wurde er zum Kriegs-Minister hefordert. Im Dezemher 1868 büßte Lord Harrington seinen Sih fiir North-Lancafhire ein, wurde aber unmittelbar darauf zuin Unterhansvertreter des Fleckens Radnor gewählt, worauf er die General-Poßmenterstelie in Mr. Gladstone's Kabinet annahm. Dresen Posten vertauschte
er im Januar 1871 mit dem eines Ober-Sekretärs fiir Irland, den er bis zum Sturz der liberalen Regierung im vorigen Jahre innehielt.
_ Tie irrische Hülle des vor einigen Tagen verstorbenen Komponisten Sir Sterndale Bennett wird am nächsten Sonnabend in der Westminster-Abtei beigeießt werden.
_ ). Febrnar. (W. T. V.) Beide Häuser des Parla- ments haben di: Adresse anf die Thrdnrede nach kurzer Debatte einstimmig angenommen. _
F;ankreich. Tn?» konstitnrionelle Gesetz lautet nach der zweiten Berarhung wie folgt:
Ari. 1. Die rni-ßeebende (»)ewali Wird ven JWei Versammlun- gen, einer T(rntirrenkammer und einem Senat, ausgeübt. Die De- Pntxrieniannner wird dnrch aligemeines Siimmrexixt unter den dnrch das Wgh1gcieh festzustellerden Bedingungen gewählt. Die Znsam- menieiznnß, rie “LM der (Ernennung nnd die Beingnisse des Senats wcrden dnrch ein [*e'xrnderes Gesch geregelt.
Ark. 2. Der Prkiürent der Republik wird durch absolute Mehr- beii der Stimmen des Senats nnd der Tewntirtenkammer, die als Tiiiitienal-Bermnnnlnng „;nsammenireien, gewählt. Er wird auf sieben Jahre ernannt. Er ist wieder wählbar.
Arr. 3. Der Präsident der ?)iepnblik kann anf Zusiinnnenres (Kiniaihien des Seeats bin die Debniirtenkaminer Vor der hxiehkichen Berndihung ihres Mandats auflösen. In diesem FIM? Werden die *LZahl-Ceiienien znr Vomahnie der neuen Wahlen binnen drei Mo- naten minjninenbernien.
“Jiri. 4. I)ie Minister sind ver der Kammer fiir die niihenieine Prliiii irlidariirb, éiir ihre Persönlichen Handinngen einzein heranr- ibrriliii'. Tyr Priiiircnr der ?iichnblii" ist nnr in dcin Falle der» Horh- rerrailxz reraniirrrtiirin
“Jiri. .'“). Jin Kalle rer (.?“rirrihnnn (der Präkidrnisrbnfi) dnrrh Teresinkl eder dnrrb irhrnd eine andere Ursache srhreiten die rereinigien .Kannnrrn srsrri ;nr Wahl eines nenen Y),“riiiidrnten. In der Zwisrhen- Krit Wird der i))iinisierraib mit der reliiiehenden (M*walt hekieidei.
Jiri. 6. Die Kannnern kiinnen dnrrb gerrenni: 251711121100, die mii: abirlnicr Ziinmnrnnn'brheir gefahr Werden niiiisen, sei er aus freien Zifickrn rrer iyi r.“- nnf “Lieriänhrn rex; Yriiiidenien dcrkiiewnbiii", eriiären, dai? “Lier'n1iinisnnh rrrlmindenist, die krnsriinrirnenen (sieieize xn rebidiren- Wenn jede der [*rikxn .Nannnern dicien Besrbini: nein!";r 17.5, bereinigen sie. sirl» al:“; *.)iurisna[:Yersamininnn, nin an I)icriiirn ,;n i(jireiien. Die Besibliiise be1rrff§ ker rollständigen erer iinilireiien Revision der: Verfaiinng ninisen klii'Üi nbsrlnieI)iebrheir _derdir211.7Tienal=Veria1nnß [nnxx bildenden “))?ifglieder gefahr werden Index": kann diese Iiieriiibir Während der Taner der dem Marsrhnll Mae Muhen rnni) dns (Liesey VOM 30. Kiirrentrsr 1873 iiberiragenen (Tieirxli'en nnr anf den Antrag d» Präsidenten der I)iernblii' siaribnben.
Lilri. 7. Der Zih der bellxirhrneen (Ticirniren nnd der bcidcn Kammern ist Kn VersailleI. "_
Art". 8. DIF (Kiesel), iiber die Organisation der Siaaizgewaifen Wird erst nmi) drr endgfiktigen Annahme des (Yieieheö Uher ren Zenaix Veröffeniiirbt.
Bersaiiies, 5. Februar. (WTB) Die National- versamminng genehmigte henie _ des Widerspruchs der: Minister Ungeachtet _ die Verlage iiber Freigebnng der Fabri- kation von PnWer nnd Dynamit in zweirer Lesung und vertagte
fich hierauf bis nächsten Donnerstag.
Spanien. Madrid, 5. Februar. (W. T. B.) Nach einer (ins Oteiza hier eingegangener: amiiirhen Meldnng haben die Carlisten gestern in einer Stärke von 8 Vatailienen einen änßerst heftigen Sturmangriff anf die befestigten Peiitionen der Kdniglickxn Trnppen am Berge ESqninza gemacht. Es ge- lang ihnen, bis an die Tranchéen verzndringen, fie wurden schiießlich aber mit großen Verlnsten znriickgemdrfen. Moriones nnd DeSpnjois beabsicknigen, gegen die starken carliftischen Siel- langen bei Santa Barbara borzngehen.
_ Die Einnahme von Pnenra la Reina Und die Herstellung der Verhindnng mii Pampelona wird amilich be- stätigt; ebenso hat die Besehießnng von Santa Barbara, einer Vorstadt von Esteila, begonnen.
_ Zorilla hatte fiir Wiederherstelinng der Repnblik Pro- paganda zn mnchen gesucht und ist deHhaib von der Regierung verwarnt worden. Derselbe hat sick) in Fosge dessen nach Frank- reich begeben. _
Rußland und Polen. Sr. Petersburg, 5. Fe- brnar. (W. T. V.) Der StaatS-Sekretär Longuinow, Chef der General-Direktion fiir Nngeiegenheiten der Preffe, ist gestor- ben; als innthmaßZicher Nthachfelger deffeiben gilt der interi- mistische Chef, Staaisrath Grigoriew. _ Bei dem Finanz- Minisierinm ist eine besondere Kommission mit der ?insarbei- tnng eines Normalstatnies für die rnss ischen Börsen beauf- tragt worden. _ Fiir den Ankauf der Bagaslatvschen Bergwerke im nördlichen Ural find 3 Bewerber aufgetreten nnd gilt die Veränßernng der Bergwerke im Interesse eines leb- !) asteren Betriebes derselben fiir wahrsckninlich. .
_ (W. T. B.) Die Podgorizza:Anßelegenheit, die die hier eingehenden fremden Zerrungen noch immer: lebhaft beschäftigt, betrachtet ,man hier als „geordnet und hält es fiir hbrhft nnwahrscheinlich, daß Tetarizwrschenfrqgett einen irgend ernsten Charakter annehmen, nachdem die prinzi- pieUen Fragen zwisehen der Pforte und Montenegro durch die iibereinftimmenden Rathschläge der rnsfisthen, deutschen und bsterreiehischen Regierung geebner worden smd.
Türkei. Konstantinopel, 5. Februar“. _(W. T,".B') Die der britischen evangelischen Depniation bei ihrer Abreife zugestellte Mittheilung bestand,1vie verficheri wrrd, nr einem Schreiben des britischen Botschafters des Inhalt?, daß die Pforte anf ihrer Weigerung, das Gesnch der Depniatton um eine Andienz bei dem Sultan zu unterstützen, beharre, daß aber der Botschafter nichtsdestoweniger glaube, daß das" Vorgehen der Depntaiion von der Pforte werde gebührend gerbnrdigt wer- den, und daß die Pforte alle zum Schuhe ihrer ihrntlichen 11:1- terthcmen dienlichen Maßregeln ergreifen werde. Von den iur- kischen Ibnrnalen, besonders von der „anane“ mid von dem „Bassiret“ werden heftige Nrtikei gegen die Missionare und ge- gen die Jesuiten veröffentlicht.
Schmirden und Norwegen. Stockholm, 3]. Januar. (H. N.) Die Zweire Kammer trat gestern zu einer Sihnng zusammen, hauptsächlich um die am Donnerstag gestelLten 88 Anträge zu besprechen und event. an die betreffenden Aus- schüsse zu verweisen. Die wichtigsten derselben sind folgende: C. G. Lindmark: Wegen BewiUigung von Uti'terstnßungen fur die Kolonie St. Barthelemy. I. Edstrem: Abandernng'der Be- stimmungen für Bagagebefördernng des Indeüa-Infanterte-Regi- ments. P. Nilison: Richtigere Verxheilnng der Yerpfltckßung, die Wege in Stand zu halten. P. Hubmekez Erhohung des „Jolies auf Branntwein 2c. S. Johnson: Yemxilrgunh von 500,000 Kronen zur Erleichterung der Höfe reipeknve Guter, welche ver- pflichtei smd, Soldaten zu stelien. Chr. Arrarson: Rehultrung des sogen. Sjuthwesens. Per Nelssons Verordnung fur Apo- theker, keine betänbende Tropfen abzugeben. C. A. Larsson: Von den Siaaiseinkünfien zehn MiÜionen als. Reservefqnds abzusehen, für etwaige ?lnölagen, welche in Weniger ergiebigen Jahren zu decken wären. O. Mannen: Den von der Riksbank