1831 / 12 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Wed, 12 Jan 1831 18:00:01 GMT) scan diff

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fänglich so angekündigt wurde, ais enthielte es die förmliche Anerkennung des neuen Belgischen Staates, im Gegencheile nichts weiter als Mystificacion enthält , befishlc der Raiko- nal-Kongreß der Provisorischen Regierung vpn Belgien, die- Gesandten von London sofort zurückzuberufen und die Feind,- seligkeicen gegen „Holland wiedsr beginnen zu lassen; er er- klärt, daß der Sisg und das Loos der Waffen allein die Li- quidations-Frage der beidsn Länder entscheiden sollen, “Und da- mit die Holländer sich nicht“ durch Unwissenheic schüßen, soll das gegenwärtigeDLkrec den feindlichen Vorposten durch Parlamen- taire oder Waffen-Heroide atxgeéündi-„zt werden.“ Dieser Antrag, den Hr. PiesoU in einer RWS entwiékelte, fand Unterstülzung und wurde den Sectkonen zur Untersuchung überwiesen. Hr. v. Robaulx, der die Dringlichkeit des An- xrages in Frage bvachte, wurde datuic zurückgewiesen. OJTan schritt darauf znr Wahl der TNicgli-zder des neuen Reck)- nungshofes, als dessen Präsidsnc Hr. F;:llon, “O)?itgléed des Kongresses, erwählt" wurve. Auf den Antrag des Hrn. Char- les Rogier bildete die Versammluxig noch an demselben Abende ein GsneraL-Comété, um von der provisorischen Regiernng eine wichtige “Mittheilung entgsgen zu nehmen.

Ueber die Verhandlungen dicses General-Comicé wird unIr derHand Folgendes berichter: Herr Rogier seßte im Namen der provisorischen Regierung Die Dringlichkeit aus- einander, unverzüglich zur Wahl eines Staats-Obeylmupcs zu schreiten, da das Land von vckrschisde5en Besorgnissen so aufgeregt und von mehkeren Parteien dermaßen bearbaicec werde, daß es nothwendig sey, dem durch eine entschiedene Handlung entgegenzncreten; das Land, sagte er, würde von seiner Unruhe befreit wer'den, sobald es dem Provisorium ein Ziel gesteckt sehe. Zwei Mikgliedcr , die zugleich Ge- neral-Prokuraroren sind, widersprachen der Angabe von all- gemeiner Aufreggng des Landes; der Eine meinte, fie be- schränke sich nur auf einige Provinzen, der Andre fügte je,- doch“ hinzu, daß sämmtliche Gerüchte von Unruhen und Auf- regungen sehr übertrieben werden. Andre Mitglieder trugen auf strenge OKaaßregelm zur Unterdrückung der Umtriebe und zur Vorbeugung von Gefahren an, wo selbige zu fürchten seyen; inzwischen entschésd die Versammiung, daß solche Maaßregeln nicht vownöthen wären. Mehrere meinten, man sey im Lande zwar hier und dort mit der Langsamkeit des Kongreffss unzufrieden; die große Mehrzahl der Einwoh- ner sey jedoch durchaus nicht gemigr, zu einem anarchischen Zustande zurückzukehren; das beste Mittel zur Beseiti- gung der Unruhen WKW? die Besckzleunigung so vieler noch schwebenden OJDaaßregeln seyn. Die Versammlung be- schloß endlich, am fox'qsndsn Tage in öffentlicher Sitzung den Bericht der Central-Scction Wer die Arbeiten der verschie- denen cinzelnen Sectionen, hinsichtlich der Erwählung des Staats-Oberhaupcs, zu vornehmen und Die weitere Beratbung sogleich an die Resxxleate dicsas BMWA; zu knüpfen.

Es heißt, daß sack) von sämmtlichen zehn Sectionen nur eine einzigc für die Erwählimg eines Einheimischen zum Ober.- haupce von Belgien **,-rklärc habe; 731le Stimmen sollen zu Gunsten des Prinzen Otto" von Baixxn gesprochen haben.

Die provisorische Regierung hat die Herren Thorn und Nothomb mit außerordsnrlickyen Vollmachten zur Organisi- rung der Civil; und Militair-Machc im Großherzogthume ' Luxemburg ausgerüstet; ße find befugt, alle ihnen 'n-icht an,- stehcnde öffenkkéche Beamfen sofoi't abzusetzen, und sollen Zinnen zehn Tagen einen Boxrichc üöcr ihre Sendung ab- arten. -

Deutschland.

Kassel, 7. Jan. Ihre Königl. Hoheit die Kurfürstin und Ihre Hoheit die Prinzessin Karoline iind heute Abend von „Fulda in hiesiger Residenz eingetroffen und im Schloß Bellevue abgestiegen.

Die hiesige Zeitungenthält hierübsr folgendes Nä- here: „Den ganzen Nachmittag waren Abtheilungen der Bär- gexgqrde zum "Empfang ZhrerKönigl. Hoheit und Ihrer .Ho- heit aufgestellt; die Bürgergardex zu Pferde ritt der Durch- lauchtigsken Fürstin entgegen und" diente als Ehr'en-C'skorte. Um 5 Uhr verkijndigten vorauseilende Reiter die Ankunft Ihrer Königl. HoYr, Allerhöchftwelche von dem in„al1en Straßen, wo-die agen durchkamen, zahlreich gedrängten Volk»: mit unbeschreiblichem Jubel empfangen wurden; aus den Fenstern wehren" Tücher, mehrere waren mit Kränzen von Laubwerk und Blumen geschmückt. „Se. Königl. Ho- heit der Kurfürst, begleitet vom ganzen Hofstaate und den ersten Militair- und Civil-Behörden, empfingen die Kur- fürstin und kie Prinzesfin Kleine, Kdningoh. und Hof)., im Schloß Bellevue„ vor welchem eine Compagnie Garde *und eme Abtheilung der Bürgergarde aufgestellt war; letz-

tere machte Spalier bis ans Fratzßfurter Thor. Jm Pa- laiswnrden Ihrer Königl. H. und ,Zßhrer H. von weißZekle-ideten. Bürgerköchtern Gedichte unö Blumen überreicht. In einem Au- g-snbiécke waren alle Häussr der Frankfurter Straße, mehrere des Friedrichsplakzes und der Königsstraße erleuchtet“. Unauf- hörlicf) umdrängce eine freUdevoUe Volksmenge dasPalais, und die anhaltendsten anufuxigen wurden nur durch das .rau- schende Spiel der trefflichen 'Musik der Bürgergarde unter;- brochen. Ihre Königl. Hoh. die Kurfürstin geruhten an der Seite Ihres Durchlauchtigsten Gemahis auf dem Balkon zii erscheinen; die Zurufrxngen ertöncen jeßk wo möglich mit ver- doppelt-„xr Stärke. Ihre Königl. Hol). verneigcen sich auf das huldrcichste; *die Must? „spielce unter allgemein begeisterter

„Bxgieicung: „Heil unserm Kurfürst Heil!“ Als Se. Königl.

Hoheit der Kurfürst das Palais Bellevue verließen,. um nach Wilhelmshöhe zurückzukehren, begleitske AWHöchftdenselben aufs neue der Jabelruf eines treuen, von den schönsten Hoff- nungen erfüllccn Volkes. Abends um 11 Uhr brachte die Bü.".gergarde Ihrer Königl. Hoi). der Kurfürstin eine Fackel- musikimik den wiedexholtesten lauten Vivaro.“ Se. Hoheit der Kurprinz is: in verwichcner Nacht" [)ier' eingetroffen. * Se. Königl. Hoheit der .Knxfüx'sk haben das Ministe- rium des Innern (“;.-m Staaks-Mimistsr von Schminke und Sie ()xerdm-ct) erledigke Stelle des..Scaacs-Mini|ers der aus- wärtigen Angelegenheiten dem Gsheimen Kabinetsrath von Meysenbng übertragen"; ferner haben Se. Königl. Hoheit dcn iegierungs-Direktor Hasscnpfiug zum Präsidenten der Régierung für die Provinz Niederhessen und den *))?iniste- rialrari) Rieß zum Diri'kcor der Regierung für die Provinz Hanau ernannt. Kassel, 8. Jan. Am heutigen Tage. fand“ die fcier- liche Uebergabe der Verfassungs-Urkunde statt, wobei der Erbmarsckzau eine Rede hielt, in welcher derselbe Sr. Kö- niglichen Hoheit dem Kurfürsten dankte und um die Geneh- migung bak, Sr. Königl. Hoheit, nach dem Wunsche der dankbaren Stände, zum Andenken des heutigen Tages„ eine Statue erricbxcn zu dürfen, was von dem Kurfürsten genes)- migt wurde. Während der Eidesleistung erfolgten 101 Km- nomenschüése; Nach derselben verließ der Kurfürst den Thron und nahm die Giückwünsche des dip!omatischen Corps an. .Die Verfaffungs-Urkundt enthält folgende Abschnitte: ]. Von dem Staatsgkbiere, der Regierungsform, Regie- rungsfo-[ge und Regentschaft. 11. Von dem Landesfürsten und den Gliedern des Fürstenhauses. 111. Von den allgemeinen Rechten und Pflichten der Unterthanen. 17, Von den Ge- meinden und von den Bezirksrärhen. ?. Von den Stau- desherren und den ritterschcafclichen Körperschaften. 71. Von denScaQt-ezdienern. 711. Von den Landständen. All. Von den oberx'ien Scaatsbehörden. 121. Von der Rechtspftege. )(. Von Den Kirchen, den Uuterrichts-An|alten und den milden Stiftungen. )(1. Von dem Staatshaushalte. ).(11. All- gemeine Bestimmungen, vorübergehende Bestimmungen.

Schweiz.

- Bern, 1. Jan,. Zu der vorgestern gehaltenen 5ten Sikzung der Tagsaßung wurde beschlossen, daß zwar ein ei- gentliches Aufgebot dess Bundes-Auszugs noch nicht stattha- ben solle, wohl aber die Einübung der Truppen in den Kan- tonen. Auch soll eine imposante Landwehr errichtec und da- bei vorzüglich auf Schützen Rücksicht genommen werden. Vor der Hand aber wurdem der große Stab und die Brigadestäbe sammt etwas Kavallerie einberufen, auch das Kriegs-Kom- missariat unter Leitung deern. Oberskxn Pourtales wird fich in Luzern versammeln. Bis zum 5ten d. ist nunmehr (Jie Tag- satzung vertagt und wird dann in Luzern wieder zusammen- treten.

ftgen Schritte bei allen Kantonen zu Bereithaltun des ur Bundes-Armee zu liefernden Materieaeu und allf (lig er or- derlicber „Ergänzung allerVorrärhe von Kriegs-Bedürfnissen an Geschülz, Munition, Fuhrwerken u. s. w.

Die An ahl derer, welche zu der Stelle eines Befehls- habers des Bundes-Heeres in Vorschlag gebracht werden

sollen, mehrt sich. Voran steht (wie der Schweizerische_

Korrespondent meldet) der General Noten, ein Walli- ser, welcher fich in Spanien uncer Mina Erfahrung sammelte. Dann der Oberst Wattenwyl von Rubigen aus Bern, wel- cher nach dem Ausbruch der Revolution als Oberst in Eng-

xlischet1 Diensten ftand. Ferner der Oberst Salis aus Bünd-

ten, der “das ersie Schweizer-Regimenr der Garde des Königs von Frankreich befehligte.- Dann der eidgenössische Oberst

,Guiger von Prangtns; Zürck) endlich soll ciuenGenféi', Hrn.

Constant de Rebccque, empfehlen.

“Die Militairaufsichts-Behörde macht bereits die vorläu-

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Schaffhausen, 4. Jan. Im „Kanton Basel neigt es“ sich wieder zu Aufregungen. Rothe Kokarden mit dem wei- ßenKreuz erscheinen auf Füten und Müßen. Zu Gelter- kindén war am 27sten eine olksversammlung, welche Wal- dungen'für, die Gemeinden reklamirt. _

Zu Aargau versammelte sich am 2717911 der große Rath. Der wkchciqste Theil seiner Verhandxungen waren die Er- gänzungs-Wahlen für den kleinen Rath und das Appella- tionsgcrécht. Die Meinungen waren gecheilt; meßrere woll- ten eine "provisorische Bestätigung des gesammken Personales beider Behörden bis zur Einführung der neuen Verfassung, zu weichsm Ende" fie sich vorzüglich auf einen Vorgang im Jahr 1814 stÜßten, der aber denn doch nichr ganz auf die gegenwärtigen Verhälttiiffe paßt. Die «"““-:::.: ÖIZZZST! Wm- gen auf Ergänzung beider Behörden nach Vorschrift der jekzt noch in Kraft stehenden Verfassung, doch wollfen fie, daß ausdrückiich zu Protokoll genommen werde: es seyen diese Wahlen nur bis zu Einführung der Verfassung gültig. Diese Meinung erHielt eine ?Nehrheit von 73 Stimmen gegen 27. Am folgenden Tag wurden sämmtliche Austretende wieder gewählt.

Italien.

Rom, 30. Dez. Am 2/1sken d. überreichte der Maquis v. Lacour-OJTaubourg gls Französscher Botschafter dem Kon- klave das .Kondolenzschreiben seines SoUveraéns wegen des Ablebens Pius Ulll. und hielt dabei eine feierliche Anrede an das heilige Kollegium, die vom Kardinal de Gregorio im Namen der Kardinältz erwiederc wurde. '

Zu den leßtverfloffenen Tagen schwoll der Tiber durch anhaltende Regengüsse und bei stark wehendem Südwestwinde dergestalt an , daß am 27|en und 28sken die niedrig gelege- nen Theile der, Stadt, namentlich die Straßen Ripetta und dell' Orso, der Plaß. vor dem Pantheon und der Ghetto unter Wasser |anden. Gestern begann das Wasser am Tage zu finken, [)ob sich aber am Abend wieder.

Die Bevölkerung Roms belief sich zu Ostern 1830 auf 147,285 Seelen, worunter 30 Bischö e, 1455 Priester, 1986 Mönche und Ordensgeiskllche , 1385 Tonnen , 560 Semina- risken u. s. w.; fie hat gegen die des vorigen Jahres um 2744 Seele?: zugenommen.

-- Die Allgem eine Zeitung meldex in einem Schreiben aus Rom vom 28. Dez.: „Gestern hielt der Französische Gesandte im Konklave seine Rede. Da „se in der hiesigen offizieüen Zeitung noch nicht abgedruckt isi, so läßt sich über deren Inhalt nichts Gewisses sagen. Es läuft aber im Pu- blikum das Gerücht, der Gesandte habe steh über das Prin- cip der Nicht-Zntervention, welches sein Monarch in der weitesten "Ausdehnung aufrecht zu erhalten gesonnen sey, auf eine solche Art ausgesprochen, daß es scheine, als wolle Frank- reich seibst von seinem Veto keinen Gebrauch machen. -- Was die Skrutinien im Konklave betrifft, so erhält sich fort- während das Gerücht, die Stimmen scyen zwischen den Kar- dinälen Pacca und de Gregori getheilr; indcffen ist bekannt, daß man dem, was man darüber wissen will, nicht zu viel Elan- ben bcimeffen darf. Fremde und Einheimische vereinigen fich, die Einen der Feierlichkeiten und des Karnevals, die Andern der allgemeinen Noth wegen, in dem Wunsche, die Wahl so bald als möglich zu Stande gebrachc zu sehen. Die sehr zahlreiche Klasse der Tagelöhner findet bei dem unausgeseßten Regenwekter und den Ueberschwemmungen dcs Tiber wenig Arbeit, und man hat fich unter diesen Umständen genöthigc gesehen, in Gemäßheic einer alten Stiftung Brod unter die,-

1elben vertheilen zu lassen.. -- Einige vor kurzem hier vorge-.

fallene Verhaftungen sollen keinesweges von wichtigen Ursachen herrühren, und man hört bei der Unbedeutsamkeit der Per- sonen fail nicht mehr davon sprechen.“

Neapel , 20. Dez. Durch eine Königl. Verordnung vom vorgestrigenDatum wird allen, wegen politischer Verge- hen Verurtßeilten die Hälfte der gegen ste verhängten Strafe erlassen. Die Galeerenstrafe wird für dieselben in einfaches Gefängniß , die der ewigen Verbannung in 5jähriges Exil gemilderx. C'in früheres politisches Vergehen hört auf, ein Hinderniß für die Zulassungen zu öffentlichen Aemtern zu seyn. Die aus politischen Gründen außer Aktivität geseßten Offiziere können fich um alle Civil - Aemter bewerben, zu de- nen se die erforderlichen Eigenschaften befißen.

"Portugal.

Ein in England eingegangenss Privatschreiben aus Lis- sabon vom 18. "Dez. bringt Folgendes: „In den lelzten

Tagen war hier das Gerücht, daß binnen kurzem von hier »,

Truppen uach der Provinz Minho marschiren sollen , wes-

Halb abcr , darüber herrschen die verschiedenschn ?Neiuungen. Einige führen als Grund dazu eine beabstchtigce Landung in Terceixa an, was jedoch unter den vormaligen Verhältnissen nicht jehr wahrscheinlich ist, obgleich man hinzufügt, daß die Regierung von Terceira 3 große Schiffe als Beistand aus Brakiticn erwarte, wovon das eine vorgeblich von der Regie- rung, das zweite von der Kaufmannschaft in Rio und das dritte von der- Kaufmannschaft itt Bahia ausgerüstet seyn soll. Auch spricht man von einer Seiten FkaUkl'eiäW neuer- dings an die SpanistHe chéerung gemachten Forderung von 80 Millionen, die noch von dem lelzcen Aufenthalt der Fran- zöfischen Truppen in Spanien herrührt. Der gegenwärtige Zustand der Exxropäisäxn Angeiegenheiten erregt übrigens His? UOTCJWMÖJIWÜCésé große Bcsorgniffe. -- Seit der lelzxen Zagdpartie Dom Miguels fanden hier Kine Verhaftungen statt, Lis vor einigen Tagen, wo ein Mann arretirt ward, 13er als Geschäfisxnatm auf öffentlicher Auction Waffen go,- kaufc harre.“

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

New-York, 1. Dez. Am 26sken 13. M. feierten die hier anwesenden "Franzosen die leßte Pariser Revolntion. An die von ihnen veranstaltete große Prozession hatten sich die hiesigen Gewxrke mir ihren Zeichen und Fahnen ange- schlossen; die ganze Stadt war in Bewegung; an Mittags- mahlen, Trink,;elagen, Gesängen und lauten Freudensbezeu- gungen mangelte es nicht, indessen ist, so weit man erfahxen, kein Unglück vorgefallen.

Es heißt, der bei unserer Regierung akkreditirte Mexß kanische Gesandte Herr Tornel habe den in den Vereinigtea Staaten angeskellten Merikanischen Konsuln anbefohlen, nur Mexikanern Pässe nach solchen Häfen zu ertheilen, die zwischen Tamaulipas und Galvefton liegen; diese Maaßregä hat hier einen sehr ungünstigen Eindruck auf Alle gemacht, die mit Mexiko in Verbindung stehen. '

Der Oesterreichische Gcneral-Konsul , Baron von Lede- rer, hat öffentlich bekannt gemacht, daß jeder Sklave von dem Augenblick an frei sey , wo er Oesterreichischen Boden beträce, indem seine Regierung anerkenne, daß jeder Mensch kein hmxgebornes Recht und Anspruch auf bürgerliche Frei- )eic a e. .

Aus der leßten Volkszählung ergiebt sich, daß in der Stadt und der Provinz von Philadelphia die Zahl der Be- wohner sch binnen 10 Jahren um 58,000; binnen 20 um 83,000 und binnen 30 um 114,000 Einwohner vermehrte; sie beläuft sich dermalen auf 195,00").

Inland.

Berlin,“ 11. Jan. Nachrichten aus Schkß Reisen (im Großherzogchnm Posen) zufolge, ist daselbstIhreDurchlaucht die verwirrwete Frau Fürstin Karolina Sulkowska, geborne Gräfin von Bubna und Cictiß, am 7ten d. M'. Abends in * ihrem 72sten Lebensjahre an Alterschwäche und Abzehrung sanft und ruhig verschieden.

«- Die Breslauer Zeitung meldet: „Am1.Ian. verfügte fich eine Dcpucation des Offizier-Corps der 11. Di- vifion zu ihrem“früheren Commandeur, „Sr. Excellenz dem Hrn. General-Lieutenanr außer Diensk, Freiherrn Hiller von Gärcringen, um ihm Glück zu wünschen und zu-

gleich als Zeichen ihrer Hochachrung und Verehrung, so wie

zur Erinnerung an die wichtigsten Tage seines thatenreichen und ruhmvollen Kriegerlebens, einen Ehrendegen ,u überrei- chen. Mit freudiger Rührung empfin der ehrw rdige Ve- teran, der seit dem Jahre 1784 mit eutscher Treue dreien Köni en von Preußen im Heere gedient hat, diesen Beweis von iebe aus den .?änden seiner braven “Kameraden.“,- Nach der weitern M ttheilung jenes Blattes enthält der De- gen die Namen von 61 Gefechten und „Schlachten, in denen der Herr General mitgekämpfc hat.“

-- Aus Bres lau vom 7cen d. wird gemeldet: Heute Abend nach 6 Uhr hatten wir hier den für unsere Gegenden höchsk seltenen Atiblick eines Nordlichcs, dessen hoch 171 den Himmel [)erauf reichende Strahlen vom lichtesten Weiß abwechselnd bis ins glänzendste Dunkelrotl) übergingeyund mit dem Zsiderschein einer fernen Feuersbrunst einige Aehnlichkeit atten.

-- Auch in Stettin ist am 7t_en d. das_ schöne Nord- licht beobachtet worden. Die daxige Zerrung meldet folgendes , Nähere hierüber: „Man bemerkte zuerst am 6 Uhr Abends am nördlichen Horizonte einen dunkeln Kreis- abschnict, den man für eine Wolke _ehal'ten haben würde, wenn in demselben nicht die Sterne fuveingutss Auge sicht-