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zum Theil die Mittel der Redactéon der frühern Gazette des Pays-Bas, in deren Offizin es erschcénr, zu Gebote, dahch es auch in seinem ausländischen Theile sorgfältiger redigirc wird , als die meisten andern Blätter; seine Ausfälle gegen, „die provisorische Regierung und den Kongxxeß find minder heftig, als die der „Emancipation“ nnd des „Bclge“, aber geisrvoller und manuégfalréger; das Black hat sich daher auch während seines kurzen Bestehens schon sehr viele Leser Lr- worben. Den drei genannten Blättern gegenüber Hat der „Courrier des Pays-Bas“, der fick) ]“er schlechtweg „ke Cour- rier“ nennt, ungemein verloren. Sonst das mächcige Oxgan der vereinigten Oppofition, hat er, seitdem dis Opposikion Herr geworden ifi, auch den Ton des" Herrn angenommen, der sich in die Brust schlägt und auf das pocht, was er be- reits getham hat. Dies wéll jedoch dic Msnge, die in dem herbeigeführten Resultate tmr iHre eigene Noth wahrnimmt, nicht amerkennen; ihk behagc dé-e. MUC Opposixétzn “mehr, als das alte Unions-Lied des „Courrécxr“, der bald in, der Weise seim's Französschen Namensvecccrs und bald in der des La- mennaé'schen „„Avenir“ schreibt UNd schreiben MUZ, weél die Bedingungen der katholisch-liberkäen Union, ÖJWU Glécder die Accionnairs des Blattes fänd, ihn dazu zwingcn. Die Priester-Parteé, die in Brüsssl ksin so selßskstéaxdiges Organ wie in den meisten Provwzial-H„prkstädren hsfikzr, hält sich sireng an den Kontrakt, und so fiéhk 0er Coux'rier fick) genöthigt, das lange Gaschwäkz des Grafen Robéano v. Boersbeek “eben so zu [)x-noriren, wie die sarkaüjschen Bemes- kungen seines Haupc-Redacceurs ZQctraxxd, der auch im Kon,- gresse nicht ohne C'infiuß ist. Die „Unt'ou Belge,“ ein Blatt, das von der provisorischen ngéerung gcgrkmdst wurde und in der Staats-Druckerei gedruckt wird, spielt die Rolle des Belgischen TNoniteur und is? das amtliche Organ der jekzig-sn Machthaber; es verschmäht es jcdock) UYU, auch die U71zäk); ligen Lügen seiner zahlreichen Belgischen Kollegen mit gewis- senHafter Treue aufzunehmen. AUßer dem kürzlich gegrün- deten kleinen Blatts „Mephistophilcs,“ das, wie der Pari- ser „Figaro“, jedoch ohne Französschem Witz, mehr Geklätsch über Politik, als Raisonnements enthält, ist als Brüsseler Zeitung, nur noch das „Journal de la Belgique“ zu erwäh- nen, das, das älteste unter seinen Dr_üdern, wegen seiner besonnenen Unparteilichkeit auch das achtbarsi'e Blatt ist. Auf
kleinem Raume enthält es dis übersichtliclxsken Berichte aus ,
allen fremden Ländern, theilt die Belgischcn Ereignisse treu mit und weiß mit weiser Mäßignng aue Uebexrreébxmgen ski- ner Kollegen von seinen Berichtsn Über das Inland auszu- scheiden. UUskrei-tig hat dieses Blakt unter den fricdlieben; den Bürgern die meisten LSskk; kann es auch dnrch seime pa)- sive Tugend“ das Gute wenig förNrn, so [)x'lfc es doch manche Nachrichtverbreitety dic, wiewohl Zegründcr, dock) ihxcr Natur wegen von den anderen Blättern mit Stillschweigen Übergangen wird. Gehen Wir von den Brüsseler Blättern zx! denen der Pro- vinz über, so finden wéxckhicr' zmxächst eine Gärtnng, die in Brüssel selbst weniger ropräsctxtikt ist, nämlich die Isßritische. Dazu gehören vornehmlich das „Journal des Flandres“ (_le Catholique) én GMs“, dev „Coxxx'riey de la Meuse“ in Lüttich, der „Courrier de la Samer“ in Namur und der „Courrier de ['Escaut“ in Doornif'“. Zu den Blättern,
welche den unionistéschen Charakter de:; Brüsseler „Courriers“ ,
an fich tragen, gehören der „Polécéqxxxe“ in kattikh, der unter dem Einfluss des provisorischen T*T-zzxisrmtgs-Mitgliedes, Hrn. Charles Rogier, stets, und der „Obsexvateur du Hainaut“ in Mons, der eine geistvol!ere Reduction a!s die meisten übrigen Belgischen Blätter hat, wiewohl er eine gewisse naive Unwissenheit mit den benachbarten Frat1zöfischen Zei,- tangen theilt. Zu den unter rspublik-anischem 00er Französ- schem 'Einftusse redigirteu ProvinziaL-Blättern gehören das „Journal de Louvaéu“ .und das „Zomxnal de Verviers“, von denen das leßtere die merkwürdigsten Lügen, die nur eine Zeitung enthalten kann, täglich zu s.)?ark'ce bringt. Endlich" tragen den Charakter des Brüsseler „Vrai Patriots“ der „Messager de Gand“ Und das „Journal d'Anvers“, und zwar das erstere mét' gxößerer Entschieden- heit und Energie; .seine Redaccionsweise erinuch noch jetzt an das „Journal de la Hays“, dessen Redacteur, Herr Charles Durand, ehexnals die Leit'ung jenes Genter Blattes hatte. Das Lütticher Blatt „Journal de la Province de Liézge“ neigt sch zwar ebenfalls ein wenig zur Orauischen Partei hin, jedoch nochmir großer Unsicherheit. Die außer dem oöen genannten noch in Antwerpen erscheinenden Zef- tungen, das „Journal du Commerce“ und die „Gazette d'Anvers“,.haben eben so wie die m Flamändischex Sprache erscheinenden Blätter seit dem Ausbruchs der Revolution schon. mehrere Mal i-T)re Farbe verändert. Da der Handels- und Fabrikstand vonAntwerpm un:- Gentjefzc jedochentschéeden
“ebenfalls" bestätigt.
“banker Fahne berufen
Oranisch gesnnc is?,xsc» hat aus!) diese Gysinnung fn KÜS" den zulc-kzr erwähtxren Blättern wécd-sr' mehr Raum gswonnen.
A_ntwsrpea:,10. Zan. Das Journal d'Anvers wider1pricht in seiner heutigen Nummer der vom Journal du Commerce gegebenen Nachricht von Ausrüstungen, die
"hier stattfinden sollen.
Gent, 8. Jan. Dem Jourmal des Flandres zu,- folge hat g;".srern bei C'ede zwischen den Holländern und den Belgiern ein Treffen stattgefunden, bei welchem mehrere der Ersteren getödryt und verwundet worden, die Belgier aber sämmtlécl) unversehrt davon gekommen seyn sollsn.
In mehreren Dörfern unserer Gegend find leichte Un- quen au_sgebrock)e_n, die man jeöock) mehr lokalen als politi- 1chen Ur1achen zuschreibt. General Dnvivier hat nach allen Dörfern, wo srck) dsr Geist dsr Unruhe gezeigt, Agenten zur Dämpfung „desselben abgesandt.
Brüxyel, 11. Jan. Gestern fand im Kongxes'e dis mongcliche Erneuerung seiner, Beamten statt. Herr Surlec v. Chokier wm'Te wiederum zum Präsidenten erwäch, und- dée bisher als Secxecaire fungirendcu Mitgléeder wurden Als der Präfidenr seinen Plakz wieder eémmhm, dankte er der Vsrsammlung für das ihm Wiedek- [)olc geschenkte VexrraUen und fügte Hinzu: „Wollte Gott, m. H., _daß dieses Mal die [ckck Präfisxencen-WWT stattge- fUUÖEU habe, und daß Sie bis zum 211. FEHMM das StaaXs- Oberhaupt exwählc, so wie die Freiheit und Unabhängigkeit des Vaterlandes auf fsskexx Grleagen konstituirc haben mö- gen!“ -- Hr. v. Gerlache stattete „„den Bericht über eine Qictschrifc der in Doornik (Tournay) gefanZen gehaltenen Holländisckwn Oéfizéere ab. Déese skellten vor, daß se nichr mit den Waffen in“ der Hand ergriffen woxden seyen, und verlangten da[)Ir, in Freiheit gesetzt zu werden. Ein beiqe- fügtes Schreiöen des Magistrats von Mons, wo die Offi- ziere fesrxzenommen worden waren, b-zstätigke deren Angaöe, insofekn nämlich bei ihrer Festnehmmy-g gar keinKamPf [katr- gefunden habe. und se nur als Geüselu angesehen worden seycn. Ein ebenfalls bLiliegender Bericht des Obersten v. Buzen, bisherigen Kommandanten von Mons, betrach- tete jedoch die Frage aus einem andern Gefichtspunkce undschloß damit, daß die*Ho[lät1dischen Offiziere sehr wobi als KriegsZefangene anzukehen seyen. Hr. v. Ger- lache erkiärte, daß die Biccschriften ,- Kommisfion durch den vorliegenden Fall in Verlegenhkic gesetzt worden sey, und nichts LLUOMZ vorzuschlagen wisse," als die Ueberweisung der Bitcscbrif'r an den Kriegs-Minisker, der, nachdem er die pro- väsorische Regierung darüber konsulcirt haben wird, sein Gut- gxhten über die Petition der Holländischen Offiziere abgeben ]oll. Herr Duval von Beaulieu meinte, daß selbst“ nach den Worten ejéner ältern Proclatnation der proviso- rischcn Regierung, worin die Belgier unter die Bra- und nächstdem aufgefordert wur- dem,_„„die Holländer, aus ihren Reihen zu verabschieden, um yse tzack) ihrer Heimath zurückkehren zu lassen“, die HOÜÜUÖÜCHEU Offiziere vollkommen berechtigt seyen, guf lhre Fwiheic zu Dringen. Mehrere andere Mitglieder tkaten cbecxfalls dieser O)?eitmng beé; Herr A. Rodenbach exkkärte fich Woch auf das entschiedensre dagegen. Da Hr. Claus Unter Anderm anführts, daß die Holländer in Mucks auf das Volk“ gar nicht geschoffcn häktcn und der „Bericht ides Obersterx von Buzen unrichtig sey, entgegnete Herr A. chn- debien, der am vorigen Tage von seiner Sendung nach P.“;ris zurückgekehrt war: „Die Holländischen Offiziere sind ergriffen worden, als Belgien micHannd Krieg führte, und dies reicht hin, se als Kriegsgefangene gelten _zu lassen. Der
-Bericht des Herrn von Buzen ist übrigens das Werk eines
erfahrener: Oxfiziers, devdie Kriegs-Geseße besser versteht, als Herr Claus. Die Holländer haben sich noch Mehrere
Tage, nachdem unsere Proclamation erlassen worden, in Monis"
vertßeidigt.“ „Wenn Übrigens“, fügte das genannte Mit- glied der provisorischen Regierung hinzu, „die Holländer uns keine Gefangenen aUszuléesern haben", so kommt es daher, daß sie die gefangenen Belgier todt schlagen.“ Und zur Be- kräftigung dieser Aeußerung erinnerte Herr Gendebten an die bekannten-Mährchcn von den Gräuelchaten der Holländer in Brüssel, bei C'sschen (wo ein Fr'anzöfisch-Belgischer Freiwilli- ger, der fich jelzo noch wohlbehalten it] Löwenstein beßndet, von einem Holländischen Offizier er1choffen worden seyn soll) und kürzlich bei Mastrécht. *) Diese Argumente bewo- gen cndlich die Versammlung, den Beschluß der „Bitt- schriften-Kommission zu genehmigen. -- Als der Kongreß sodann zur fernen Bcrachung der auf das Staats-Oberhaupr
*),Vgl. dxn-Artikcl aus der Nicderläydéschen Staats-Cou- rant tm gestrtgen Blatte der Staats-Zettung.
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Bezug Habenden Artikel des.Verfaffungs-Entwurfes schritt, machre zunächst Her? Fransman den Ancrag, daßman dem Staats-Oöerhaxtpce das Recht nehme, den Krieg zu er- klären und Frieden abzuschließen, wclcher Axxtkag jedoch vcr- worsen wurde. Angenommen wurde dagegsnein anderer An- trag, wonach zwar das Staakö-Oberhaupc Verträge mit an- deren _Sraaren soll abschließsn können, je:.doch soléen alle Han,- dels; 10 wi? solche- Verträge, woduxci) dem Staate zu nahe getreten wird oder die Belgier individuell zu etwas verbun- den werden, vsrésr der Genehmigung der beiden Kammern unterLéeaen. -- Zn der nächsten Sékzuxxg wird man sich mit der Wahl des Staats-Oßcrhauptcs boschäscigen.
Gestern Abend war man hier in der Stadt sehr unru- hig, da tausend Gerüchte von eén-xm zx: öxéf:?7chx:xxéc:1 Anf,- stande verbreicsc warsn. ES hieß, daß nach Beendxgung des Schauspiels die MGnZe sich nach dem Kongreß begeben wolle, UM di:: "VSrsan1n1lUtxg für aufgelösk zu eöklären. Zahlreiche BÜrger-Gacdcn durchscreifcen jedoch die Straßen der Stadt, MW so ist es dem: aUck) mic Hülfe derselben gelungen, die Ruhe bäskxer aufrecht zu erhalten.
Ein im Lütticher Journal de la P:“ovcnce enthal- tenss Schreiben aus Brüssel schildert“ den Zustand der Re- giernng als im [)ökhskc'tk. Grade aufgslöst. Jm Kongrc-ss-x seyen dia Laien mit den Priestern enczweéc, wagten es jedoch nicht, offen wider disselbxn aufzutreten. Die Mitglieder schic- nM-mi“; dem Plane uszgehen, nach und nach ihrén Ab,- schéed einzureichen, so daß der Kongreß bald nicht mehr voll,- Éhlég .und genöthégt seyn würde, sch aufzulösen. In der - erwalkung skäU-T'en große Veränderungen bevor: err Cl). Hrn. Goblet das Kxiegs-Minéstorium und . err Le Hon an der Stelle des Herrn Tielemans das Mini erium des Innern übernehmen. Die Mitglieder des Kongresses hätten fich zulekzc beson-Éers stark für die Er- wählung des Herzogs von Leuchtenberg zum Könége von Bel- gién ausgesprochen, inzwischen sey noch vor dEr Ekwählung des Staats-OberhaUpces ein Bürgerkrieg zu befürchten, den das abergläubische Volk in Brüssel um so meHr erwarte, seitdem kürzlich das Nsrdléchc zu sehen gewesen sey. “Zn Brüssel, heißt es schließlich in diesem Schreiben, erwarte man die Ankunft von vier Frauzöfischeu Generalen, unter denen fick) die Herren Fabvier nnd Excclmans befinden sollen.
: Die provisorische Regierung hat angeorönet, daß die noch tm Gebrauche befindlichen Holländischen Stempel des KöUég; reichs der Niederlande mir dem 1. April 1831 abge1chaffc seyn und an deren Stelle neue, mit dem Belgischen Löwen verzierte, cretcn sollen. “
/ Herr D'estrivaux hat am 6ken d. M. seine Entlassung als Mitglied des diplomatischen Comicé's eingereicht.
„_ Die BcloHUungs-Kommésston* von Brüssel hat das pro- vtdorische Gouvernement ersmht, den Herrn de Potter zum Mélgléede dieser Kommisfion zu ernennen.
Deutschland.
Göttingen, 9. „Jan. (Aus dem Hamburger Kor- respondenten.) Ein gestern hier erschienenes gedrucktes Plakat lautet wörtlich wie folgt:
„Um den durch die bisherige allgemeine Noth erzeugten Beschwerden abzuhelfen und zugleick) die durch dieselöen be- reits entstandenen Und noch drohenden Unruhen für die öf- fex1téiche Ordnung gefahrlos zu machen, haben fich die Unfer- zstchncren mic nns vsreinigt, in eine National-Garde zusam- menzutreren, deren Organisation alsbald stattfinden soli. Wir Verpflichtmr uns Alle für Einen und Einer für“ Alle, die öf- fentliche Ordnung aufrechtzu erhalten, zugleich aber,- sobald als es irgend geschehen kann, Sr. Majestät unserm vielgeckiebten „Könige unmittelbar die geeignete unterrhänigste Vorstellung zu thun, Allerhöch|denselben zu bitten, allernächskens in einer d1arch freie selbstgewählte Volksvertreter gebildeten Stände- Versammlun das Wohl und wahre Beste seines getreuen Volks bekamen und für das Hannöversche Land eine voll,- kommxn freie Verfaffung errichten zu lassen. Die Hoffnung, daß alle unsere und auswärtige Mitbürger in den Städten
Rogier würde statt des
' “UW auf dem Lande fich zu demselben Zwecke mit uns verei-
Mgen werden, ist um so mehr begründet, als die Ursache un- seres Znsamrnenbleibens allgemein ist.
So geschehen Göttingen, den 8. Jan. 1831.“
Hierauf smd bereits in Göttingexn mehr als 2000 Un- térschxifteu von den Bürgsrn und mehr als 500 von den Studtrenden erfolgt. Die National-Garde ist" bereits voll- konmren gebildet worden.
N an'nover, 13. Jan. Ein Extrablatt der hiesigen „ achrtchten en'csßälx folgende Proclamation:
du „Während Wer) mtt unabläsffgxr Sorgfalt bemüht sind, der Wk) außerordentltche Natur-Eretgniffe, durch Mißernte und
andere xtnabxykndlickx Verhältnisse in mehreren Theilen des Lan- des herxcxgcsührtctx Noth abzuhelfen, und alle aus zu Gebote |c- hcndc Mttxel za dtcscm Zwscke „verwepdcn, haben einige Uebel- wollcndc stel) angelegen „seyn lanext, dre Treue des ihrxm erhabe- nen Landesherrn „nnd Sumer Ncgternng von jeher ergebenen Vol- kes" HUrck) Verbrettung hoshafter Unwahrhex'tcn, Mrck) fr'cventliche Entjtcllnng bekannter Thqtsachcn zu cx'scl)üttern Und »daffelbe zu cmcyAufithmxng gcgen _dtc öffentlécthrdnung zu vexleitcn. Lei- der stud dtcsc vex*brcck)erts9lxcn „chsuchc nicht [ganz ohne Erfolg gchlccbcn. Zu Osterode M die? emen Augcnb ick gcüörtc Ruhe wtcder hergeüsllt worden,„ohnc daß es der Anwendung der gesetz- lxchcn Gewalt bcdnrft hätte. Zwei, anscheinende Nädclöfährer smd zm“ Haft gczchn und erwarten dre Entscheidung ihres Schick- sals von dem Spryche der ordentlichen Gerichte. _- Jn Göttin.- gen, ecncx' dnrci) dle. Duvclsaucbtigüen Fürsten des Guelvhts&,en Nchzkaßamzxch„scst lä-ngcr als" ct'ncnx Jahrhundert mit beson- dcrcr„_landcsvater[echcr Leude hock) begünnégtcn Stadt, ck| ein Theil dcr Cenwyhncr durch zu dcm_Vcrdcrbcn der Staaten véclfack) bc- nutztx Mtttcl zur ochrcn Wtdcx'sckzlécbkcét gegen die Regierung vcrlcttet worden, und von dort an»; wékd, dem Vernehmen naxh, der SÜUMM dcs Atrsyuhrs in der umliegenden Gegend ausge- s'txreu-t. Wer, dercn Händcn des Königs Majestät das Wohl des KöntgrqtckB anzuwxx'traucn gcruht hach, die Wir nic gerechten, auf vcrs'afftxngsntéßxgcm Wegcqn nns“ gebrachten, Klagcn'und Be- schwerden Unser „Ohr zu Verschltcßm gewohnt, deren schönster Lohn cs thHcr gcxvesctx,„ zn helfsn, wo, WIr vcrmock)tcn, sind jetzt ge- zwungen, dtc Hülfsxmttcl, ,wchtw Wir mit ernster AUßrcn un ycrbxkgczogcn „haben, um dre zu Unserer Betrübnéß das 2an drückenden LLth zu lindern„ dtc Kräfte des Staates, tchche 1: dessen Wohl bcnußx wcrdxn sollten, auf den Schul; dcr pcrsönki- chen Ruhe und Stchcrhctt der ruhigen Bürger gegen ihre auf- rühreréschcn Brüder zu verwenden. Es hat Uns' tief gcschmerzr, dic untex allen _Stürmexr des nahen und fernen Anstandes stch stets gletch xvltcbcnthcbc zur: Ordnung in Unserm Baterlande qukm zu s?ycn. Wu" haben tndeß das Vertrauen in den guten Stun der großen Mehrzahl dcs getreuen Volkes nicht aufgc eben undahaltcn 1an? überzeugt, daß dasselbe die yerbrechrrischen IZath- schlage vpon nch abweésen werde. Unsere Pfltcht aber erheéscht es, des Köntgs Untcrthanen aufzufordery, die alte Treue zu bewah- rc_n, in dex Uchcrzcugung von den ltcbcvoUen Abschccn der Re- terung necht- trrcmzu werch, arxf Zeseßluhcm Wege Hülfe zu Juchem xtécht auf nch und thre Mitburgcr das“ von mncren Un- ruhen mehr zu xrcnncndc unabfehbare Elend zu laden, nicht gänz- liche Zugrunderccbtung ch schop erschütterten Wohlsicmdes mtt Gewalt herbcizufükxxm, ntcht dre Strafen_ der Gcrechti kct't her- vorzurufen. Wir und 1?th und gern bcrctt, gcxcchten eschwer- den, nach angcstclltcr Untersuchung, so „wert dre Mittel reichen, abzuhelfen, Auch jetzt noch werden Wer es verstehen, an den Okrcn, wo b'cklagcnswcrthe Unruhen stattgefunden haben und noch ßattßndcn, dcn Jrregcletxcten vyn dxm Schuldigen zu un- terscheiden. Fortwährcnde WtT-crscßltchkctt aber wird Um? zur Anwendung“ der äußcrßcn Uns zu Gebote Üxhenden Mittel zur Wrcdcrhersicllung der öffentlichen Ruhe zwttzgcn; denn Unsere Pflicht und das, Wohl d-„Js Landes gestatten nxcht die Existenz eé- nex Gewalt, dre dcr gescßléckxn Regierung mcht untcrthan seyn well., Hannover, dyn 12. Januar 1332. , _
Köntgl. Großbritantsch-Hannöocrschcr zum Kabttxcts-Menésieréum
verordneter General-Gouverncur und Gchetmc-Räthe. MelolybUZ kx'Sclsx'ick." -
Ferner enthält jenes Blatt folgende, an die Univerfitäk Göttingen ergaxxgcme Verfügung: „Wilhelm der Vierte, von Gottes Gnaden König des
vereinigten IT"»éch Großbkétanicn und Irland :c., auch KMZ von Hzmnover, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg :c. :c. a die Etnwohner Unserer Stadt Götttngen, welchc v'on Uns und Un- sern Yorfahxen an, der Ncgéerun mit zabxloscn Wohlthatcn übe)“- häuft tft,- weder dee geseßltch bet chende Ordnung u„ndankbar „steh aufgelehnt und unter trügerischcn Vorwänden cegcnmächtt er Wetsqctqen sogenannten Gemeinde-Rath gcbilßet und ohne r:- laubmß threr Obrigkeit cine Bürgcrgarde crrtchtet hgben mct dcn htcxdurck) cntstandcncn unruhigen Bewc ungen exne, i/rgend erfolgreeche Betreibung der Studien aber m t zu vcretntgen ist; so fknxen „Wir. Uns bewogen, dée Vorlcsyngcn an Unserer Uni- versktat htermrt vorersi bts Oftern zu schlteßcn, und befehlcn_allen Profesoren und Lehrern, der Fortsetzung derßscl-ben von Stund ay stck) u „enthalten. Zugleich befehlen Wtr allen, zu Göt- ttngew udtrcnyen Hanndverschcn Unterthanen, dte dorti e Stgdt unverzügltcl) „zu verlassen, unter der Verwarnung, daß a e dtcjcni en, wclche dtesem Unseren Befehle Zuwtdcr dcffenun each- tet chelbü zurückbleiben sollten, emcr je cn AuMcht an eine Anstc an im öffentlichen Dienste dzs bicffgen Köntgreichs, in welchem „ achexs auch seyn solxte,*fur immcx' verluüjg seyn sol- len. Ntcht mtnder fordern Wtr auch alle _mGöttmgen üudé- rende Ausländer auf, aus dorti er» Stadt ohne Aufschub sch zu entfernen, da nach erfolgter Sch éeßung der Vorlesungen dee Ver: _
anlassung ihres dortigen Aufenthalts aufgehört hat und Wir ihr
längeres Verweilen Haselbft, so wie ihr Anschließen an dieeBür- ergarde, nur als eme strafbare Theilnahmc an den arxfruhrerk- ?chen Bcwe ungen der sich außehnenden Bürger und Exnwohner der Stadt öttingen würden betrachten können. -- Ww beat?!- tragetx den akademischen Senat Unserer Gcorg-Augusts-Univert- tät, dteses sämmtlichen Studircndcn fördersamst zu eröffnen und