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Europa's, welche fiel) auf ihren Rednerbühnen, und in ihren öffentlichen Blättern offen für die Polen erklär'thättxn, war- teten nur “darauf, daß dieseihre Selbstxändi kext auswräcben; von den- Ufern der Seine und. der __ hem e würden Hülfs- truppen nahen. Man müsse also diejes Work vxrxrauensvoll auss rechen, dies sey,_die_;er|e Pflicht des Retchscagex. -;- Na Beendigung dieser; RWL fordetzte der Marschall, an den Antxaq des Landboten Witkowski, die Kammer' auf, darüber“ abzustimmen, ob der Deputirce der Stadt*VZarschau, Lubowidzki, mit Recht gefangen gehalten werde.“) Der Lamd- bote Morawské erklävte, daß das Kriminal-Geseß keine Strafe gegen einen Bruder feststelle, der einem Angexlagcey zur Flucht behülflich séy , wenn derselbe nicht als mtc1chul_dtg befunden werde. Man forderte eine Aufklärungüber diese Angelegen- heit vom Justiz-Minister. Hierauf naym Herr Barzykowské, Mitglied des National-Conseils, das Wort und 1agce, es'scy in der heuci en Sitzung nicht Zeic-c dazu, Aktenstücke uber eine; solche kg))ebensache vorzulegen , übrigens sey ihm be- kannt, daß Herr Lubowédzki und Graf Lubiensfi, nach- dem- se von dey Flucht des früysren Vice; Präfiden- ten 'Lubowidzki gehört, fich selbst unter Gewahrsqm ge:, ftechhätren. Die Akten darüber befänden sich in Händen des „National-Conseils; an dem gestrige:n traurigen Tage hahe man "naht Zeit gehabt, fick) mit einer Entscheidung dieser An- gelegenheit zu beschäftigen: er stimme übrigens für die_Be- - freiungdes genanntenDeputircen. Auch die Landboten “Sta- rzynské und Ledschowski warkn derselde_n Meinung“; „der Letz- , tere warf Herrn Barzykowski vor, daß er den gestrigen Tag Keinen traurigen genannt habe; es xey der1elbe vielmehr em für Polen höchst erfreulicher gewesen. Nachdem noch meh- rere'Andere verschiedene Meinungen geäußert hatten, nahm der stellvertretende Finanz- Minister Jetski“ das _Wort und“ äußerte“, daß Herr Lubowidzki xelbfk am 'ersceu Tage wirklich seine Verhqftxxng verkangt hahe, nachher aber *in e'mem Zimmer- der, Bank 10, streng eingeschlos- sen „worden sey , daß man ihm “nicht einmal erlaubt habe, mit „Jemand zu sprechen; heute früh jedoch hade er ihn gese- henund sey vowihm ersucht worden, auf seme Befreiung anzutragen. Endlich trug Theophilus Morawski darauf „an, daß der Jastiz-Minisker , ,der die ganze Sache genau kenne, Barsch; darüberdn die„Kammer erstatten 1olle. Hier wurde jedoch die Diskusswn durch die Vereinigung der beiden Kam; mern unterbrochen. In der (lelxthinbcreics erwähncen)Rxde, we1che der Fürst Czartoryskt darauf “als Präsident in dss Sengcot'm-Kammer hielt, äußerce_ steh derselbe folgenderma-J ßen :. Man habe jetzt darauf zu ]ehen, daß man eim" starke Re ierung errichte, die. geeignec sey, alle. Kräfte des Staates in éweg'ung zu setzen;.man müsse fich von der mnexeuLage des Landes u überzeugen suchen und dessen Verhälrmffe nach außen hin fzeftstellen. Die Natéon, von einem uuauxhalcsa- men“ Strom fortgerissen, „habe laut und einstimmigihye WHU- fche und ,die Berektwilligkeir, sch zu vertheidigxn, verkéindtgt. Aber-es gebe auch Momente, wo die Schickjale der Völker nicht von den ße beherrschenden zufälligen Umstländcn , son- dem von ihnen selbst abhängig sdyen. Zn emem solchen Momente befinde sich Polen jetzr. Der vernünftige Gxuuß der erlangten Freiheit hänge von der Nation ab; sie“ jdlbst müsse sich helfen und beweisen, daß se fich ganz den Bedürfnissen des Landes aufopfeun könne. In der Ein- tracht allein beruhe dée Bürgschaft für “das Glück der Völker; alle persönliche Rüchfichcen müßten jetzt in den Hin- tergrund treten. Ein Wille möge Alle verbinden,_ein Gedanke; ein Sinn die Kammern, die Regierung, das Heer, _die ganze Nation durchdringen. .Die Lage der Polen sey sehr schwie- rig, und Alle müßten daher ihre Einsicht, Ueberlegung, Kraft "“ und Festigkeit, zu einem Ganzen vereinigen. -- Nachdem der Landtags-Marschall dieser Rede seinerseits unter Anderm noch
hinzu efügt hatte, daß die Polen, wenn auch ßeineThermopylen, ,
doch“ et“, en wie die Spartaner hätten, und daß sxe aus ihnen eine Brustwe “r_ aufstellen sollten, welche ihr Land vorn Rußland, wie die berühmte Mauer China von der Tarcarei, trennen würde, wurde, den Kammern von der Reichstags-Deputation Rechen,- schafc über i re Schritte ab escattet. Der Bericht darüber enthält im esenclichen dasslee, was (wie lelzchin gemeldet) die Waxschauer-Staats-Zeitung schon über die Verhandlun- Yn jener Deputation mit dem Diktator mitgetheilt hat.
ußecdem fügt derselbe noch das Nähere hinzu, der General Chlopické habe erklärt, daß, wenn er den ungeheuren
Kampf, wéichem seh das Land gegen den mächtigsten Mo-_
narchen unter iehen müsse, und die geringen Verkheidigungs-
mittel dieses andss in Betrachc ziehe, er als ein erfahreyer
*) sé. Nr. 24 der St. Zeit.
Krieger keine andere Beendigung des Aufstandes anra- thet) kdn_ne, als durch eine friedliche Vermittelung; wollte er ]etzr dee Nation in einen Krieg führen, aus" dem ste fich unmöglich mtc4Vlortheil herauszukämpfm im Stande sey, so würde dee Gejchtchte ihn mit dem Namen „eines Verräthers gegen sem eigenes Vaterland bezeichnen. „_ ;Ferner wurde in diesern Bericht das Schreiben des Staats-Miniskers Grafen Grabowski an den General Chlopicki mitgetheilt, welches folgendermaßen lautet: ,
„General! 0“ck habe den Befehl erhalten, Sie, mein Herr , zu benachrichtigen, daß Se. Kaiserl. Majestät Ihren Bericht vom 10ten d. M.- erhalten und daraus mic Wohlge- fal_len die Ausdrücke der Gefühle ersehen haben, von welchen Sies für Höchstdessen Person belebt find. Er wird denselben völligen Glauben beimeffen, insofern Sie, Herr General, Ihm unwiderlegbare Beweise davon geben; wenn Sie sich nach Seinen hoydu, in der am 17. Dezember an die Polni- sche Nation gerichteten Proclamacion dargelegten 'Abfichten so streng richten, als es nur immer die Möglichkeit erlaubt. Emyfangcn Sie die Versicherung der hohen Achtung, mit welcher ich die Ehre habe zu *seyn, Herr General, Ihr un- terthänigscer und gehorsamster Diener. -
(unterz.) Graf Grabowski“.
Nac!) Abstattung dieses Berichts kehrte die Landboten- Kammer wieder in ihren Sißungs-Saal zurück und setzte ihre Berathungen über die Freilassung de_s errn Lubowidzki fort. Der stellvertretende Iustiz-Ministev . Néemojewské erklärte, daß die Verhaftung jenes Deputirten ohne sein
Wissen auf Befehl des Diktators geschehen sey; der Anlaß ,
dazu habe iti der Entweichung des? ehemaligen Vice-Präß- denten Lubowidzki gelegen; die Untersuchung der Sache habe der Diktator dem Munici al-Rath und dann einer schieds- richterlichen Kommisfion bertragen. Der genannte Depu-
' “tirce habe eingeskanden, daß er zum Entkommen seines Bru-
ders beigetragen; das Kriminal-Geseß spreche ihn aber in dieser Hinschc von jeder Strafe frei; übrigens stelle er,es
der Kammer anheim, darüber zu entscheiden ob derselbe in-
fernerem Gewahrsam gehalten oder freigelassen werden sollte. Mit einer Majorität von 83 gegen 30 Stimmen ent- schied dieKammer sch für das Erßere. Hierauf unterzeich- neten, (Mf einen Antrag des Landboten Trzcinskk, diejenigen Landboten und Deputirten, welche dies noch nicht gethan hatten, ihre Namen unter dieAkre', durch welche die Revo- lution vom Reichstag für- national „anerkannt wird. Dann wählte: man “die 15 Mitglieder für die Reichstags-demis- Kok, welches bis spät in die Nacht hinein dauerte, und schloß hierauf die Berathungem *
Am“ 20|en früh fanden keine Sitzungen statt,- weil um '
diese Z-xic ein Kriegsraxh beim GeneralKlicki gehalten wurde. Erst Nachmittags um 6 Uhr versammelten fich beide Kam: mern zugleich, um einen Generalisfimus für die Armee zu wählen,. (Das Resultat dieser Sitzung haben wir in dem vorgestrigdn Blatte der St. 3. schon mitgetheilt; die nähe- ren Detaiks müssen wir uns wegen Mange!s anRaum noch vorbeßalteu.) .
General Chlopicki hat am 18ten d. seine bisherige Woh- nung im Statthaxter-Palaste wieder verlaffxn und ist in sein früheres Quartier zurüdkgezogen. Dagegen bewohnt _nun Fürst Radztwill, nunmehriger Generalisfimus der Polni1chen
Armee, jenen Palast, wohin ihn am 20|en d., als er von _
den Berathuugen der Kammern zurückkehrte, eine Abthei- lung der Nacional-Garde geleitete und die Ehrenwache an dem Palast verrichtete. Am 21ften d. hat derselbe einen Tagesbefehl an die Truppen erlassen , worin er denselben er,- dffnet, daß er sich bereitwillig, auf die an ihn ergangene Aufforderung , an ihre Spiße stellen und se in den Krieg führen werde. Fürst Radziwill war früher Polntscher Ge- neral und kommandirte zur Zeit des Herzogthums Warschau das 5te Infanterie-Regiment. _ _
Am 18ten Abends erhielt das Natwnal-Garde plötzlich Befehl, über Ordnung, und Sicherheit in der Hauptstadt zu wachen, indem fich eine gro e Menge Personen jedes Stan- des vor dem Palast der öniglichenStatthalter und vor dem Franziskaner-Kloster zu versammeln anfing; man be- fürchtete in der Nacht unruhige Auftritte; doch bis jetzt ist die Ruhe noch nicht unterbrochen worden.
Einer aus Krakau hier eingxlaufenen offiziellen Nachriche zufolge, melden hiesige Blättxx , ist dort eine Revonjtion "ausgebrochen, welche die vereinte Bürgerschaft für national anerkannt hat. nommen worden seyn. (Vergleiche dagegen unten den
kel: Krakau.) - « _ General Anton “Potocki, der Bruder des in der Nacht
vom 29. Nov. gebliebenen Generals Stanislaus Potocki, ist
rt-
Der, Präsident Wodziokl soll gefangetäge- .
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in Warschau angelangt. ' Der Warschauer Zeitung zu; folge wird auch der Franzöüsche General Fabvier in“ der Hauptstadt erwartet. - ' - -
Vorigen Freitag, den Listen, hat fich, wie dasselbe Blatt berichtet , in der Hauptstadt ein neuer „patriotischer Verein“ unter dem Vorsiß des Professors Joachfm Lelewel gebildet, welcher seine Sitzungen in der Universität hält. Man beschloß in demselben einstimmig, den Diktator über den von ihm gerhanen Schritt zur Rechenschaft zu ziehen, und übertrug eénem Comité die Anfertigung einer in dieser Beziehung bei den Kammern einzureichenden Petition. Fer- ner trug der Geistliche Klonowski in der Silzung dieses Ver- eins darauf an, über die Mittel zu berathschlagen, wie die in der Hauptstadt vorgesgllenen Ereignisse auf das schnellste Und richtigße in den Provinzen verbreitet werden könnten; er schlug in dieser Hinscbt vor, für die allgemeine Verbrei- tung der öffentlichen Blätter zu sorgen und die Geistlichen an solchen Orten , wo jene nicht von Allen gelesen werden könnten, zu beauftragen, daß sie ihre Pfarrkindcr nach der Predigt“ von der Kanzel herab von dem Gange der-Er- eignisse unterrichten und zur Unterstützung des Landes auf,- fordern sollen.
Krakau, 20. Jan. Der hiesige Courier enthält folgende Bekanntmachung des dirigireuden Senats: „Die Nothwendigkeit, Sicherheit und Ruhe in der Stadt Krakau aufrecht zu erhalten", als die ersten Bedingungen, auf welche das Glück der gesellschaftléches1 Ordnung ge ründet ist , hat den dirägirenden Senat bewogen, einen icherheits-Aus- schuß aus folgenden Personen zusammen zu setzen: dem Se- nator Bartl, dem Grafen Joseph Wodzicki und Herrn Mar- tin Soczynské, und demselben zugleich Vollmacht zur Anwen- dung aller Mittel zu ertheilen, welche zur Erreichung eines so wichtigen und das allgemeine Wohl interessirenden Ziels für ndthig befunden werden möchten. Da jedoch bei so aus- serordentlichetrEreignissen einer jeden Behörde und einem jeden rechtschaffenen ehrliebenden Bürger die Verpflichtung obliegt , sich diesem Comité- anzuschließen , um dasselbe in sei- nen edlen „Beskrebungen zu untcrstüßen, so fordert der Se- nat alle Behörden, Bürger Lund Einwohner der Stadt Kra- kau auf, die ersten,“ als von Amtswegen und vermöge ihres Berufs zur Aufrechthaltuug der Sicherheit ver- pflichtet "und dafür verantwortiich , die anderen, um ihr Eigenthum und ihre Person zu fiebern , welche im. Fall der “Unordnung und Ent ichung des den Behörden und dem Gesetz schuldigen Gehor ams von Gefahren bedroht werden könnten, beide also, daß fie dem, wie oben erwähnt, zusammengesetzten Ausschuß nicht nur auf jedes Verlangen desselben eilige Hülfe leisten, sondern auch außerdem dessen Bemühungeuxmit "allen ihren Kräften unterstützen. Zugleich macht der Senat hiermit kund, daß der. Senator Wojewode “des KönigreichsPolen, Graf Stanislaus Wodzicki, bisheri- ger Senacs-Präsident, we en seiner durch Alter und ange,- skrengte Arbeit im Verlau? seiner öffentlichen Amtsführung geschwächten Gesundheit, und in der Abficht, sich zu erholen Und seine noch übrigen Kräfte dem Wohl seiner eigenen Familie zu widmen , das bisher von ihm bekleidete Amt am 18ten d, M. niedergelegt hat. Es find Bürgerauserwählt worden, welche denselben bei seiner Entfernung in das Kö- inreich Polen bis an die Gränzen unseres Gebiets begleiten ko en. * - Für den Senacs-Präsidenten der präfidirende Senator
Grodzicki. Für den General-Secretair des Senats D a r o w 6 kt“ , Staats-Referendar.“
Frankreich;
Depucirten-Kammer. In der Sitzung vom19. Januar wurden die Berathuugen über den GeseZ-Entwurf wegen der Personal- und Mobiliar-Sreuer fortgesetzt. Herr v. Las Cases meinte, es- sey ein großes Unglück für eine Nation, wenn die Art und Weise der Steuer-Erhebung die Einwohner daran gewöhne, in den Agenten des Fiskus nichts als Feinde zu erblicken und sch deren angeblichen Bedrük; kungen bei der ersten fich darbietenden Gelegenheit zu wider,- etzen; der neue Plan der Regierung scheine ihm unbedenk- ,ich ein solches Resultat zu versprechen, und er halte es da- er für um so besser, bei dem gegenwärtigen System u blei- en, als danach weit weniger Unterschleife zu gewrtigen Wären, als wenn der Fiskus direkt die Steuerpflichtigen taxi-
ren wollte. Herr Salverte nahm stch dagegen des Ge-“
seß-C'ncwurfes an; er vers rach fiel) von der Ausführun des,- solbenjden doppelten Vortx * g
reßarttrt werden und mehr eintra en würde, als bisher. Nach- dem noch drei Redner, Herr [in de Bourdon, der
eil, daß die Steuer, glleichmäßiger
Graf von Rambuteau und Herr Estancelin sich gegen" dex: Entwurf erkkzrt hatten, trat der cher-Staats-Secretaér im Fenanz-Mimftermm, Herr T h i e r s, zur Vertheidfgung desselben auf. Bet aller Mühe, die-er fich aber gab, die Vortheile des Geseßes herauszuheben, gelang ey ihm doch nicht, die Versammlung zu": Überzeugen. Vorzüglich lebhaftzeigte fich der Opposttions- _Eetst, qls"der Redner die Behauytung aufstellte, daß die' ]eßtgetx Steueraus1chreiber ihr Amt mit der größten Sorg- lofigfett verrichteten. Mehrere Stimmen riefen: die Steuer- aus1chreibxr beständen gus den angesehensten Einwohnern der Gexnemde; es gebe ,ogar'Deputirce, die “dieses Amt ver- sähen. Da Herx Thiers fast bei_jedem Redesalze unterbro- chen wurde, s_o xai) sich der Prä1ident zu der Bemerkung deratzlaßt, daß, wenn der Redner im Jrrthume sey, es um 10 letchter ]eyn w_erde, tkm zu widerlegen; mittlerweile müsse es aber Jedem frei stehen, seine ONeinung ohne Rückhalt abzugeben. Nachdem die Ruhe wieder hergestellt worden, setzte Herr Zhiers 'eme Nßde fort und führte unter Anderm- zum Bezvezye, wie nachläjfig die Steuerausschreiber zuweilen chr Gexchäft verrlcvteten, das Beispiel eines Einwohners an, der, nachdem _er ßch beklagt, daß er mit 240 Franken zu hoch besteuert ]ey, _beé einer zweiten Abschätzung zu 400 Franken und bei etner dritten gar zu 600 Franken taxirt worden sey; Niemand könne in Abrede stellen, daß die Sreuer-Qontrolleurs, die in den Städten das Abschäßungsamt zu verrichten hätten, weit unparteeischer ver- führen, als die Steuergusschreiber in den Landgemeindem ' was s;!) auch whk emfach daraus erklären lasse, daß sie sämmtltch an der Anlegung des Katafkers gearbeitet hätten Und mithin die erforderlichen Kenntnisse besäßen, um das der Steuer unterworfene Eigenthnm richtig zu würdigen. AW Herr Théers seinen Vortrag beendigt hatte, verlangte der General Demarczay das Wort, um einige von demselben angeführte Thatsachen zu berichtigen. -- Zuvor aber bestieg der Minister des Znnxrn dieRednerbühne, um der Ver- sammlung zwei neue_ Gejeß-Entwürfe vorzulegen. Durch den ersten derselben wü die Stadt Paris“ zur Eröffnung ei- ner Anleihe von 750,000 Fr. Renten, zum Kapitalswerthe von 15 MillionenFr. Behufs der Deckung der in den leßten 5 Monaten gehabten außerordentlichen Ausgaben, auch der Abtragung des Restes der in den Jahren 1818 und 1828 er- öffnecen Anleihen von zusammen 5,200,000 Fr., ermächtigt wxrden. Zur Tilgung dieser neuen Schuld wird der Amor- _ tijationsFonds von 200,000 Fr. auf 500,000 Fr. erhöht. --
'Der zweite Geseß-Encwurf, den der Graf v. Montalivet
ei,:xbrachte, betrifft das Theater - Wesen. Zur Moti- vtrung desselben „äußerte der Minister unter Anderm: „Ihnen, m. H., ist in demselben Maaße wie uns eine große Aufgabe zu Theil geworden: wir sollen gleichsam unsere ganze Gejelzgebun durchjehen, um fie mit den Grundsätzen unse- rer neuen harte in Einklang zu bringen. Die Regierung konnte bei ihren YerbesserunZs-Plätren unmöglich die Thea- ter Übersehen, aus denen Kunst und Literatur fich vereinigen, und-die iu annkreich eine so große Rolle spielen. Die dra- tzmttsche Cenjur hatte sie gleich nach ihrem Entstehen abge- 1cha_ffc und fich dadurch zur Mitschuldigen der [)ocherzigen Annchten gemacht, die fich immer gegen jede Censur erho- hen hadert. Die Regierung ihrerseits ist diesen Anfichten, ]o1vtechrem tésten Willen, das Gute überall zu fördern, stets getreu geblieben; nicht so die literarische Welt. Sie hat uns gezwungen, eine weit umfassende Arbeit , nur der wix über Alles, was zur geistigen Entwickelung des Menschen beitra- gen kany, beschäftigt waren, zu unterbrechen, um uns vor:;- zugswxije einem Theile derselben zu widmen. Die dramacfx' _ 1che J1teratur hat, es läßt fich nichc läugnen, statt von ihrer Freiheit einen klugen Gebrauch zu machen, nur zu oft schon ein öffentliches Aergerniß gegeben; sie ist* gleichsam zu einer - Biographie und [Verleumdung unserer ZZeitgenoffen geworden und hat daher den gesellschaftlichen Zustand aufgeret und . dix guten Sitten verleht, Wir werden späterhin die rbelt - wieder aufnehmen und mit Beharrlichkeit fortsetzen, die der Literatur im All emeinen zu gute kommen soll“; mittlerweile aber legen wir I um einen Geseß-Entwurf vor, den das Glück und die Ruhe der Familien in. hohem Grade erforderlich machen. Die öffentliche Moral, die Integrität des Natio- nal-Charakcers, die Unverlehlichkeic des häuslichen Hundes, die Heiligkeit des Grabes, smd Dinge, über die man nicht eifriF genug wachen kann. Faru von uns ist der Gedanke, die ensur wieder “einzuführen; in unseren Au en ist fie e- storben, ohne je wieder aufzuerskehen; die ensoren sel
habense getödtet. Keine Präventiv-Maaßregeln sollen also die Theater-Freiheit hemmen; dagegen sollen Repressiv-Maaß- regeln eingeführt werden, die dem Lande die bendthigten Bürgschaften geben. In der That besteht “ein großer UNM-