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Jahre alt seyn sollen, erhoben fich die „Herren Paket und v.'Riberolles; “jener verlangte, daß man das Alter auf 21 Jahre herabsekzx, dieser, daß die Wax)! auf 5 Jahre er- folge. BeideAncräge wurden verworfen und der 4te.Arti- kel in der ursprünglichen Abfassung genehmigt; -er lauter als:): * „* „Art."4. Die, Maircs und Adjunkcen werden (»;uf 3 Jahre ernannt; sie müssen das 25sce Lebensjahr zurück- gelegthaben und in der Gemeinde selbst angesesssu seyn.“ öDer '5te und Re Artikel gingen nach einer Debatte, an
der ie nahmen, in nachstehender Abfaffung durcb: ' _ „Art. 5.“ In Abwesenheit oder in Be[)it1derm1gs-Fäl-
ten wird der Maire von demjenigen disponiblen Adjunkten,
' der nach der Residefolge dcr Ernennungen 'der, erste ist, «:!:-'
seht. Sind der Maire und seine Adjunkten abwesend odcr zu erscheinen behindért, so wird der Maire von demjeni- gen Municipairathe vertöecen, der im .Ve'rzeichnisse, Ml- ches nach de-r-Anzahl der erlangten Stimmen anzulegen ist, obenan steht.“ ,
. „Art. 6. Weder zux Makros; noch zu Adjunkcen kön- nen gewählv werden: 1) die Mitglieder der Königl. Ge- richtshöfe und Trébunale erster Instanz,. so wie der Frie- densgerichke; 2) die Geistlichen der_vorschiedene:1 Konfes-
, ßonen; Z) die aktiven oder disporäiblen-Mélitairs und Beamten der Land- und Seemacbt; 4) die aktivem Ju- genieurs der "Brüoken und Chauffeen, so wie dcs BETZ- bartes; 5) die Agenten und Beamten der Fénanz- und Forst-Verwaltung; 6) die Beamten und Aufseher in den Kommunal-Gymnasien, so wie die Lehrer an den Ele- mentar - Schulen ; zei ; Agenten.“
Verschiedene andere Ausschließungen, die die Herren
Kératryxund Gillon in Antrag brachtsn, wurden.,von der
„Kammer nicht genehmigt. Da die Versammlung fich am
folgenden Tage (Sonnabend) mit verschiedenen Petitionsbe- xichten beschäftigen wollte, so wurde die Fortseßung der .Be- xathuug aufden nächsten Montag verlegt.
Paris, 5. Febr. Der König hielt gestern f:“üh einen fünfstündigen Ménister-Ratk) und ertheélte späccr dem.;Abbé de Pradt, ehemaligem Erzbischofs von Mecheln, so wie dem Grafen v. Celles, Privat-Audienzcn. „
„ Der Moniteur enthält eine Königl. Verordnung vom 2.„Februar, wodurch der Geschäftsgang dei dem, eérécn _Thexl des Staats-Raths ausmachenden Comité für adminéskdacivs 'Gerichtsbarkeét regulirt wird. Der Bericht dikses Comité an den Staats- Roach in administrativen Streé'tsachsn wixd künftig in einer öffentlichen General-Silxung ,abgestattet und auch das Urtheil in einer., solchen gefällt werden. Zur Be- schkeunigung des Gefchäftsganges soll das Comité. für admi- Uistrative Gerichtsbarkeit in zwei Sectionen getheilc werden, deren jede ausfünf Sraatsrätden bestehen wird, Die Zahl der Requetenmeister und Audikoren, welcbe diesem Comité beigegeben werden sollen , wird später bc|immc werdcn. 4- Durch eine zwei::e, vom Zten. d. M. datirte Verordnung wird eine Kommisston zur Reviséon ,der den öffentlichen Un- serricht betreffenden Gesche, „Dekrete und Verordnungen und zur Entwerfung eines neuen Gesetzes über die allgemeine Organisation des Unterrichts ernannt. Mitglieder dieser .Kommisfion snd die Deputirten Daunou, v. Vatimesnil, Thenaxd'und Karl von Remusat , der Staatsratl) Cuvier, der CaffgtionsratY Casßni„ die Professoren Villemain, Du- bois, Broussais und-Francoeur und der General-Scudien-
nspektor Dubois; der Inspektor der hiesigen Akademée,
err'Artaud, wird die Fuyctionen eines Secretairs versehen.
Die Nachricht von der Erwählung des Herzogs v. Ne.- mours zum Könige der Belgier durch den Brüsseler Ratio:- “ nalxKongreß ist gestern Abendum 6 Uhr durch -einen Couriex hier einge augen.“ Der Moniceur enthält ste nicht, das Iourna des Débats giebt dieselbe ohn]e_weitere Betrach-
!
tungen, nur der. Temps und der Constitutidnnel spr?-
ehen sch in Nachsehri ten kur'z darüber aus*. Das“ erstere Blaßt sagt:“ „Der erzog v. Nemours ist ""zum Könige der B;!gter ernannt, und der Ministerrath t'sk versammelt. Frank- reich hat _ein Recht, zu erwarten, daß den Belgiern eine of- kene, undvon jedem diplomatischen Hinterhalt freie Antwort gxfge'ben wird. Hat nza'n den Krieg beschlossen, so ist man so enbav skarkgenug, ahn zu führen, und wird ihn ohne Zwei- fal muthtg zu erklären wissen. Das Land will, vor allen Dingen setne Zukunft und die Bahn kennen, auf welche man 28 leiten wia.“ -- Der Constitutidnnel bemerkt: „Die Ernennung des Herzogs v. Nemours zum Könige der Bel- gsek iii ein Ereignjß vonder höchsten Wichtigkeit, _nicht nur für Belgien, sondern, auch für Frankreich und ga'pz Europa.
Herren Marchal, Demargay und Faure Theik
7) die Polizei-KoMmissarien und Poli- ,
Wir ivissen nochnicht, was die Französtsche Regierun be- schlteßen-w1rd; dieser Beschluß hängt nicht nur 'von p?titi- schen, sondern auch von väterlichen Familien-Rückficbcen ab, dxe außerhalb des Gebiets der öffentlichen Erörterung liegen; nzclxc nux der König, sondern auch der Vater soll sich bei diejer wechccgen Gexegenheit aussprechen. Erwä' en wir nur das Interesse Bekgtens und Frankreichs , Iso w "nschen ivw, daß dte Wahl des Herzogs v. Nemours von unserer Re ie- rung angenommen wird. Wer kann die Folgen der AbFehx nung bet der Lage der vom Parteigeifte aufgeregten und eines Sammelpunkces entbehrenden Belgier, wer “die Folgen eines Zustandes der Anarchie in diesem Lande berechnen ? Ein „Krieg könnte dann urxv'erm'eédlick) werden.“ »
Der Mesjager des Chambres sagt in der Voraus- setzung, daß der Herzog von Nemours vom Brüsseler“ Kon“- grejse werde__gew„ähkt werden: „Wenn diese Wahl wirklich ßactfindet , pd xvcrd Frankreich natürlich berechtigc seyn, die- jetx Umstand de: der Londoner Konferenz geltend zu machen. Wtrddte “Wahl genommen, so wird dies nicht auf eine“, ge,- gez: dcezentgen Mtcgléeder der Konferenz , welche dieselbe nur mrc Untxmth betrachten können,. feindselige Weise geschehen, Wäre dre gänzliche Vereidigung Belgiens mit dem Französ- schen Gebeete avom Belgischen Volke ausgesprochen worden,“ so verlohnte dtes der Mühe , die Wechselfälle eines Krieges zu wagen; nxan muß aber zugxkben, daß das einem unserer Pymzen angetragene doxnenvolle Königthum mit der Ver- pfl_tchtung, neutrajer Zuschauer den etwanigen späteren An- grxffe auf-Fra_nkreech zu bleisen, kein Ereigniß ist, für das war uns ]ogletck) begeistern könnten, als gälte es die Größe und das Wohl Frankreichs.“ *
Der „Temps spricht sich in seinem heutigenBlatce abermals m folgender Weise gegen den Krieg aus: „Die
“Zweifel, die wir vorgestern , die Besorgnisse, die wir gestern
aussprachen,_werden heute zu dringenden Wahrscheinlichkch rey. Man jagt, man wolle den Krieg nicht, und“ dennoch wcll man das, rchs den Krieg herbeiführt.„ Es ist Zeit , das Publikum aufzgklaren, da der “Minister der auswärtigen An,- g_e[eget1hetxe:x sich selbst nicht aufklären will. Seine ganze Diplomacxe läufdauf den Kriég hinaus, und das Land will den F-xiedxn. Dze Weisheit des Königs i|“zwéschen die Un- klyghßtt emes Mmi-sters und die Wünsche Frankreichs gestellt; semeWah] kann mehr zweifelhaft seyn.» Es fehlt am Throne nicht an_ Leuten, tyelxhe die Errichtung eines zwsétcn König; thums stehnlichß wvmjchen und aUe Jncriguen aufbieten, um e_s' da[)m zu brmgen; ein zweites Königthum verspkicht den Cxt'ketrBefdrder-u,t1g und den Andedn Aemter, die fie bei dem ersten Kdntgthum nicht erhalten konnten. Welch ein Markt würde xm neuer Hof für das Heer der Hofleuke seyn! erankrétcHKKthchc aber Märkte für wesentlichere Interessen, dte rhm nur der Frieden Z(ewährewkann, und den Frieden kann es um: durch die chtung vor den Verträgen be.- wahxeu. Galt etwa die Antwort, die der König vor eini- gen, Tagen an dte Deputation von Chateaumeillant er- thetlkaZ, denk belästigenden Gesuchen dieses neuen Ho- fes 111. 899.2 Fast möchten wir es gkauben; der Graf Sebastmnt schemc ste aber nicht verstanden zu haben.
In welcher Lage befinden wir uns heute (am 4 Febr.)? In,
Brüssel wird die Wahl des erzogs v. Nemours immer ge:,- wasser; in London :| am 27. an. von den fünf Bevollmäch- ttg_ten ein tzeues Protokoll, unterzeichnet worden, worin die. Ntederldndesche „S_chuld zwischen Holland und Bélgien-ver- theilt wcrd; ds J| «möglich, in dieser Maaßregel das Prim- ctp der Nechc-Exnchhung zu erkennen; dies war eine Pri- vac-Angeleg'enhetc, welche heide Länder unter steh abzumachen hat_tex1. „Dteses Protokoll ist gestern angekommen, und unser Mentstertym wetgext fich , es zu ratificiren. Wie sol] man deese-Wetgerung met der Deyesche unsers Ministers der aus- wärctgen Angelegenhetten zukammen reimen , worin der eine Karzdtdat ausgeschldffen und dadurch sein Mitbewerber "an- sclyemend dez1 Belgeern aufgedrungen wird? Ohne Zweifel wcrd ddr Furst v., Talleyrand, der diese plößléche Desavoui- rung.ntcht exwarten dyxfte, mit dem Paketboot zurückkeh- ren. Der htefige Engltkche Botschafter hat seinerseits; eine süßsauere Verwundergng Über diese verweigerte Ratification zu erkennen gegeben, m welcher er, nachdem Beitritte zu den früheren Pxotokollen) die hinsichtlich“ der Achtung des PM!- cxps der Rtcht-C'in_mtschung eben so wenig tadelfrei waren, ndr bössen' Welle:;„ßehtU Man KEN, wie weit es bereits mit dteser Allianz gedrehen l|,„, guf welche das Ministerium mit solcher Zuderstcht zu fußxn 1chien. Die Minister haben mit einem gewxs'en Pomp emen Artikel des Englischen Courier
„bekannt machst: lassen, worin eine halbeZHUstimmung Eng-
lands zur Erhebung des H„erzogs, von -emours auf“ den Belgischen Thron, zu liegen scheint. Dieses Blatt ist aber
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erskens nicht das Kabinet, und zweitens darf maanicht ver-
gessen., daß derselöe Courier zur Zeit der Ernennung des“
Ministeriums Polign'ac im voraus einé,Apo_logke auf dasse1be
hielt und ihm durch seinen Beifall so, viel wie möglich Bei-
stand zu leisten suchte". SechsMonaxe'später, lehnte der_selde Courier und dasselbe England "alle Verantwortlichketc für dte Politik jenes tvahnfinnigen Ministeriums “ab. , [dessen Fall_fie voraussah'en. Selbst in dem heutigen beifälligen Artikel des Londoner Blattes liegt ein Vorbehalt; für „de_n Prinzen von Oranien." Dies ist eine Lücke-in dem _poltti1chen Gebäude, deren Ausfüllung einem andern Ministerium vorbehalten tft, und ein solcheswird in Englandi'n dem Augenblicke ans Ruder kommen, wo ein anderes System nützlich wird, d. h. nachdem wir uns kompromittirc haben werden. Und warum, wie und durch wen sollen wir kompromittirc werden? Warum? da ganz Frankreich den Frieden will? Wie? da die -?ajoritäc der Kammern fich für ein entgeZen- gesetztes System ausgesprochen hat? Durch wen"? Dyrch ein Ministerium , dessen Diplomatie sich nur auf dte_Mmo- ri-täc des Landes und der Kammern ftüßß So große Ver- blendung ist kaum glaublich. Die ,Civilijatcon ist- der Zweck jedes Staates; die Regierung ist nur das Mittel dafür, und die politischen Formen smd um so vollkommener, je mehr sé zu den Bedürfnissen der Civilisacéon pass_en , die vor allen Dingen auf dem Frieden beruht. Der „Kriegoisk “nur ein außergewöhnlicher Zustand, und es qc dre Pflecht der Regierungen, ihn zu vermeiden, so lange dies nnr dec wal)- ren Ehr» und den Interessen des Landes vereinbar ist. Das Land würde daher jeden Krieg mißbiUigen, den man aus „fal- sch'em Ehrgefühl oder im Interesse einer Dynastte und enzer Partei unternehmen wollte. Ist wohl die Verfassung eme Wa h“rheit, wenn die Anfichten des 0er oder einer Paxrci so mächtig sind, daß se ein dem bekannten unjche des Landes, so zvxe allen Interessen zuwiderlaufendes Resultat herbeiführen ? .Die-je Erscheinung bietet uns heute die Politik eines Ministers dax, den Schritte und Depeschen, die ihn bloßstellten, allmäleg auf einen falschen Weg geführt haben, von welchem die An- *gelegenheéren nur abgelsxitek werden können, wenn dex: MW- ster ausscheidet. Ju solchem Falle muß man das Englische «Heilmittel anwenden, das zugleich das verfassungsmäßige :|.“
Dem Temps zufolge hätte Heri“ Odilon-Barror geuejrn seine Entlassung als'Präfekr des Seine-Deparcemencs em- gereicht. - Der National verstehert, daß der General-Pro-
kurator Perfil seine“C'ntlassung nehmen wolle, sobald der:
Königl. Prokurator, Hr. Comte, nichr abgeseßc würde. '
Das Journal du Commerce meldet, der Kreegs- Minister habe früher dem Artillerie-Corps Befehl orcheilt, .bis zu Ende des Monat Januar 100 Feld; Batterieen, zu :)"echs Geschükzen jede, in Stand zu setzen; neuerdings habe Derselbe Minister die Bildung von 50 neuen Batterieen be- «É'ohlen, wodurch der Bestand der Feld-Arci'llerie auf 000 de- spannte Geschütze gebracht werde. Der Judicatxur de Calais berichtet,' das Haus Rothschild habe in England “20k00fPferde für Rechnung .der Französschen Regierung auf: ge au t. “
Man hat berechnet, daß Herr Scribe in den leßten 10 Jahren 135 und Herr Théaulon 94 Stücke auf den hiesigen
-
Bühnen zur Aufführung gebracht haben.
Großbritanien und Irland.
Parlaments-Verhandlungen, Beide Parlaments- däuser “waren am 3. Febr., bis zu welchem Tage fie proro- girt woxden waren, wieder versammélt. Jm Oberhaus e Überreichte der Graf Grey eine große Anzahl von *Bittschrif- ten zu Gunsten der Parlaments-Reform. “ Er sagte dabei: „Ick habe wohl kaum ndt'hig , zu bemerken, daß, wenn ich auch allen in diesen Petitionen enthaltenen Vorschlägen nicht ““beistimme, doch hinschclich der nachgesuchcen Maaßregel im "Al! emeinen ganz __damit einverstayden biw Schon ,in einer 'fcüßern Periode meines Lebensxwar ich eben so wie jetzt da- von überzeugt, daß aus einer verfaffungsmäßigen Reform sehr heilsame Folgen für das Land entspringen können. _,Jch bim zur Erwägung dieser wichtigen Frage 'mit dem Vorsaße übergegangen , eine wirksame und tüchtige“ Maaßre el zu Skandé zu bringen. Nun, ich freue mich, sagen zu E nnen, "daß, wiewohl dies seit langer Zeit schon eine Arbeit von gro- ßer.“ Schwierigkeit gewesen ist, den Ministern endlich die Ent- werfung einer Maaßregel elungen ist, die mit dem Wunsche einer dieser Petitionen voZkommen übereinstimmt und die,
ohne die Gränzen“ einer billigen und wdhlberathenen Mäßix“
Suu zu überschreiten„ dochxvon großer'Wirksamkeét seyn
. dür te. Sie hat die einmüth'ige Zustimmung der ganzen Ver-
waltung erhalten und wird so bald als» möglich dem andern Parlamentshause, da es angemessen erschetnt, se dort zuerst
in Erwägung ziehen zu lassen, vorgelegt werden. ck kündé : dies absichtlich _so frühzeitig an, damit Ew. HerrliYÉeiten egrx" fahren, was die Regierung im Sinne habe, und empfehle ich“ deMgemä die vorliegenden Bitcschriften der Aufmerksamkeik und der -egchcu'ng des Hauses.“ Graf Darnley wünschte dem Hayje Glüok, dazu, daß die so wichtige Frage'endlich von der _Regterung aufgenommen worden sey, und meinte,-_daß, da ste m so guten Händen sich befände, die billigen Erwartungen“ des Landes nicht getäuscht werden dürften. „Niemand unter Ihnen“ , fuhr er fort, „kann wohl mehr als éch jene wilde Reform von fich ablehnen, die den Namen „„Radikal-Re- form““ führt, das allgemeine Stimmrecht zur Grundlage hat und unvermeidlich zu Revolution und Anarchie führen würde. Gleichwohl habe ich doch die innere Ueberzeugung, daß jetzt die Zeit gekommen, in der die, allgemeine, ja, ich möchte sagen, eit1mükdége, Gefinnung des Landes, die Gesu- nung der Mitkeiklassen, die aller Unordnung feind smd und unter denen die Bildung ungemein verbreitet ist, zu Gun.- sten einer Maaßregel sfch ausspricht, die alle wesent- liche Erforderniffe der Reform in fich begreift.“ Der Redner ging nun zu dem dermalége'n Zustand Irlands Über und äußerte die Hoffnung, daß die Minister auch darauf ihre besondere Aufmerksamkeit hinlenkten. Er sprach sein Bedauern aus, daß die gepriesene Maaßregel ( Emancipacion der Katholiken) des edlen Herzogs auf der Oppositions-Bani€ (v. Wellingron) noch nicht all das (Gute. hervorgebracht, das man sich von ihr versprochen habe und das man auch noch von ihr erwarten “dürfe. Hoffentlich, fügte er hinzu, werde man sich in der gegenwärrxgen Session nicht damit begnügen, bloß von Irland zu sprechen, son- dern werde auch etwas Wirksames, namentlich für die Ar- men in Irland, thun. Visconrt Melbourne (Mi- nisker des Innern) erwiederte in dieser Hinsicht, daß die Mé- nlster, ungeachcec der vielen Schwierigkeiten, die fich ihnen seit dem Antrérte ihres Amtes entgegengestellt, dock) angele- geutlich an die ONictel gedacht härten, die für die Sicherheit und Wohlfahrt dcr Schweftcr-Znsel so sehr nothwendig sehen.. Er äußerte, daß dem Hause bald eine Maaßregel, die diesen Zweck hätte, vorgelegt werden werde. Nachdem auch noch
Graf v. Wicklow einige kurze Bemerkungen in dieser Hin- ficht gemacht hact-e, vertagte seh das Haus. '
“- Jm 1l nterhause “leisteten unrer mehreren anderen neuenMicgliedern die Herren Jeffrey (jetziger Lord/Ad- vokat von Schortland) und Hxxnt den Eid. Lelztorer, der von Hrn; A. Dawson éntroducirc wurde, nahm seinen Plaß neben dem des Hrn. Hume und fand auch sogleich eine Veranlassung, slch vernehmen 'zu (affen. Es wurde nämlich eine Biccschrxft der Lxchtzieher von Edinburg überreicht, die- darum t1achsuchten, daß die Abgabe auf Talg-Lichce abge- schafft werden möge. Hr. Hunt nannte die Bikce geweht; sie betreffe, sagte er, einen Gegenstand, bei dem die arme arbeixcnde Klasse sehr inceresficc sey. Der Preis von Light und Seife sey stark in die Höhe gegangen, und daran yet) die Monopoxifirung eines Handlungs „- Hauses in Lon- don schuld, „das alle'n Talg an fich gekauft habe“; er werde nächstens einen Antrag in dieser Hinsicht ma- chen. Hr. Wardxzrton begnügte fich mit der Gegen- bemcrkung, daß nicht das Englische“ Verwaltungs-S stenz, sondern der dermalige Zustand Polens und Rußlands, ,o wxe" der schlechc ausgefallene Wallfischfang, den Preis des Talgs- gesteigert habe. Hr. Hunt überreichte darauf eine Bitc- schrifc aus der Grafschaft Somerset, in der umAenderung des Zehntén-Systemes, “Herabseßung der Steuern, Einschrän- kung der Sinecuren und völlige Abschaffung aller Stelljen und Penfionen, in denen und für welche nichts gethan wn'd, so wie endlich um Parlaments-Reform, nachgesuchc wurde. Er erklärte, mir dem Gesuche, ganz“ übereinzustimmen, jedoch nicht damit, daß an Parlan1enc_s-Reform und Absttmmen durcb Ballotirung hinterher, an das Andere. aber zuer| “gedacht worden sey; denn ohne diese beiden Dmge würde das Land von *allen anderen Uebeln nicht loskommen. C'itxe„qt1dere Bkkkschrisc um Abschaffung der Korn - Geseße, dee er ebenfalls überreichte , veranlaßte ihn anzukündrgen, daß er am 73. März einen Antrag in dieser Hmsichc macher; werde. --_ .Der Kanzler der Schglzkammer (Lord “Althorp) zeigte an, daß am 1. März der.) Antrag auf Parlaments-Refdrm, eingebracht werden solle,“ und zwar habe das, Ministerium zum Antragsteller den_ Zahlmeister des Hee- res (Lord I. Russell), als den alten jahrelangen Verthetdt- * ger der Reform, defignirt. -- Die Frage des .HM- HUM- ob die Minister_ dem Hause einen Berichcxüber die WKM samkeit der kürzlich ernanntenSpecial-Kommtsfionsn vorlegen würde , verneinte LordAlthorp, worauf M' Erstere M