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das*Mini|erium des Innern und die Natiqul-Regierung appelliren dürfen , was jedoch die aeugeiiblicklieiw "Benetzung seines Hause:; zu den Lazareth-Bedurfmssen iiicht behindert. Ehe die Kommission zu einer unbedingten Adrchizkzung schrei- tet, soll sie sich bemühen, den Eigentyümer zu einem gutwtl- ligen Uebereinkommen zu bewegen. Aux! einemz auf„solche Weise in Beschlag genommenen, Hause joUen dee „Miether, ohne Ansprüche an den Eigenthümer, ausziehen; die Kosten ihrer WohnungS-Veränderung sonen. ihnen jedoch voneder Kommission nach einer diesfälligen Abschäizung ,verguttgt werdem Dem Eigenthümer soll der Quartal-Betrag der ihm zu bewilligeud-en Entschädigung pränumerando ausZezahli imd der dazu nöchige FNLds aus dem Etat des Kriegs-thste- riums genommen werden.
Der Municipal-Rail) macht unterm 5ten d. M: bekannt„ daß, einer früheren Verordnung der National-Regierwig zu; folge, die wegen der Kriegs-Ereignisse aufgeschobenen Wal)- len neuer Municipalräche mm morgen und Übermoegeu searc- finden sollen; die Bürger hätten sich daher an diesen Tegen in den betreffenden Bezirks-Versammlungen zu vereinigen und je 4 Mitglieder für jene Behörde zu Wähler:. .
Die hiesige Staars-Zeicursg t[)eilc untex amtlicher Rubrik einen Armee-Berichc des Divisions-Generais Dwer- nicki aus Markuszow vom Zcen d. M. mtc, welcher Fol- “' gendes enthält: „In Folge der Bewegung, welchequeneral Kreuz, nachdem er bei Kozienice auf das rechce Wetchjelufer überzuseßen genöthigc worden, von Maeiejowice natd "Pu- lawy zu machte, brach ich am 1. März auf und kam M der Nachc in Gniewoszow an, um am folgenden Tage nach Pu- iawy überzuselzen. Als ich jedoch erfuhr, daß Generai Ki'euz, nachdem ee-bei Bobrowniki über den Wieprz gegangen, sich seldst nach Kurow zu gewendet, ein Deagoner- Mid em “Kosaken-Regiment aber unter dem abgesonderten Kommando des Herzogs Adam von Würtemderg gegen Puiawhabge- schicke habe, zog ich sogleich aus den ananierie-Bataillonen einige 100 Freiwillige zusammen, uin noch währeiid der Nacht nach dieser Stadt überzusekzen , und gab dem Oberst Koza- kowski, welcher steh mit seiner Kolonnevon Zwolen aus der Weich- sel näherte, Befehl, in derselben Nacht in Puiawy einzutref- fen. Dies Alles wurde vor Tagesanbruch bewerkstelligt. Von der Kolonnedes Obersten Kozak'owski setzten die Jäger des _Oderst- Li'eutenants Julius Malachowski , die Jäger vom Mineue- Corps und von meinem Corps die dazu deorderten Frenmllr-
en über die Weichsel, vertrieben dem Feind und nahmen ohne Berlusk ganz Pulawy; worauf der Oderst-Lieutena::t Mala- chowski die Anhöhen und einige auf der Seife _von Konsk'd; wola die große Landstraße berührende Alleen, bejeßce und dre
Freiwilli en-aus den Bataillonen sich nach der linken und"
rechien eite hin begaben , um „die wichtigsten Punkte m_m Pulawy einzunehmen. Die auf die Straße nach Koyskdx wola zurückgedrängcen Dragoner, welche 2 Stücke Sexchats bei sch_hatten, versuchten es einige Male, zurückzukehren und Pulawy wieder zu nehmen, vorzüglich aber den Uebergang meines Corps über die Weichsel, den sie leicht vorausxehexi konnten, 7zu,verl)indern. Aber die unerschroekezie Infanterie leistete ihnen nicht nur tapferen Widerstand , wudern drang s ogar zweimalmicdem Bajonetcauf ihre Escadrons ein. In diesen Scharmüßeln wurden dem Feind 100 “Mann und gegen.50 Pferde getödtet; diesen Verlust verursachte ihm das Jäger- Regiment von Iqlius Malachowski, welchcs aus tüchtigen Schüßen besteht. Um dieselbe Zeii seßte mein Corps glück- lich und mit so großer Eil über das Eis der Weichsel, daß es eh noch vor “Einbruch der Abenddämmerung in Pulawy ver ammelt befand._ Einige auf die Straße nach Konskowola angschiekte Enadrons drängten den Feind bis hinter dieses Städtchen urück. Als ich durch Konskowola marschirt war, „zei te ck nur ein starker feindlicher Waehtposieneuf den „'An öhm ; aber_ bei Annäherung _meiner Flanqueurs Log sick) derselbe sogleich nach K_urow zurück, und als er n' die Stadt eingerückt“ war, drangen eine Abthei- lung“ des «ck Uhlanen ; Regiments und eine Abthei- layg des Regiments Fürst Poniatowski mit außerordent- licher Schnelligkeit und Tapferkeit über einen Deich hinweg, ihm naeh und nahmen auf dem Marktplatz 2 Stück Geschüß und 20'GEfangene, unter denen sich ein Artillerie-Offizier be- fand. Nachdem sie den Feind aus der “Stadt verdrängt hat- ten,“ wagten sich die genannten Abtheilungen zu weit vor; ein Hrag'o.ner-Reg_“imenc, welches aus Markujizow heranrückco; vereini ce sich Mik den Zurückgedrängteu, )ieb mit großer Heftig _ei'c 'auf" die Abiheilxmg des eiten Uhlanen-Regiments und die Schwadron des Fürsten Poiiiacowski ein, und zwang dieselhewzum „Rückzuge, welchen se in aller Ordnung bewerk- stelligien“. Aber ehe“ se die Stadt' erreichten, eilten ihnen aiide'r'e Kavallerie-Abtyeilungen , von Artillerie unterstützt“,
welche schnell durch die Stadt drangen, zu Hülfe, und naeh- dem sie nun in, Gemeinschaft den Feind zum Rück- zug gendehigt_ harten, „nahmen “sie ihm wieder 2 Kano- nen und zeriprengcen ihn in solcher Eil, daß bei dem Durchzug durch Markuszow auf dem Maß „„und den Straßen viele Russen durch das große Gedränge von den Pferdm stürzten. Wenigstens 100 Pferde jagten. durch diese Stadt, wie die Einwohner derselben bezeugen, ohne Reiter mit dem Sattel unter dem Bauch. Zu der Stadt nahmen wir 80 Mann gefangen , welche ich zugleich mit 2 Geschützen nach
Radom senden werde; an Todten verlor der Feind"40,* und .
Vexwundete mußte er sehr viele haben, da der anzeWeg von Karow bis eine Meile hinter Markuszow, o weit als meine Patrouillen vordrangen, mit Blut bedeckt war. Von unserer Seite smd 40 verwundek und gegen--20 gecddtet wor- den, unter dieien Letzteren der Offizier Ostaszewski vom Tren. Uhlanen-Regin:1enc,“ -- Hierauf folge noch eine Belobuug, der einzelnen Militairs, welche sich in diesem Treffen beson- ders [)erdorgeti)an haben. “
' Dasselbe Blatt meldet ferner: „Cs isi hier die Nach- richt eingegangen, daß das Corps “des Generals Keeuß sich durch Lublin gezogen hat, daß General Dwernicki ite diese Stadt eingerückt ist, und daß ee die Zurückwei- chenden noch weiter verfolgt lwt.“ Ein zur Organisation der Sicherheitswache von hievadgeordnerer Beamter meldet, daß die Russen aus Pulawy unter Andrrex: de:; Gemeinde;. Voigt und den Postmeister als Gefangene Y'origesüdrc haben.“
Der Warschauer Zeitung zufolge, “Z:..IiTQ der General Rybinski die Stelle des zum Gouvesneur WU Warschau er-
,namncenGenerals .Krukowieeki in der aktiven Aemee vertreten. ,
Die genannte Zeitung enthält wnter Anderem Fol.- ?endes: „Man muß erstaunen, daß einige BezirkszKommis- are, welche den Landbewohner und Grundbesitzer mic unbil- ligen Executionen bedrücken, sich mir den Sequestratoren in die dem_Bürge?' entrissene Beute ttzeilen und der schlechtesten Amtsfühxng überfühi't find, sich doch noch erdreisten, die Bürger um "Ausfertigung von schmeichelhafren Zeugnissen für fick) zu bitten; aber noch mehr muß man erstaunen, daß sie durch ihxe Birken auch die würdigsien Personen berhören und solche Zeugnisse erlangen. Die Schwäche dee Nachgiebigen wird m diesem Fall zum Verbrechen: denn sie täuscht Treue und Glauben und stellt die unwürdigsten Beamten den treff- lichsren gieich.“ _ -
Nach Inhalt eines Tages-Befehles des Generalisfimus- Skrzynecki ist der Oberst-Lieutenant Zwolinski, von dem 8cen Linien-ananteeie-Regiment, zu dem Russischen Heere über- gegangen. -
.I"- dem Blatt: „Der gewissenhafte Pole“ und in der „Poinischen Zeitung“ wird noch iwwer ein Streit darüber gefühik, ob das Ablegen des“ Bartes von Seiten der Israe- liten geselzlich sey, oder nicht. Der Vertheidiger der ersten Meinung macht sich in dem letzteren Blatt anheischig, naeh Beendigung des Krieges“ eine vollständige Adhandlung über dieses Thewa zu schreiben, welche beweisen sone, daß sich die eraeiiten dadurch keiner Ucbertretung ihrer Gesche schuldig machten undsich im Gegentheil auf diese Weise der Aufklä- rung und Civilisation nähern und den Zutritt zu allen bär:- gerlichen Rechten erwerben würden. ,
Krakau, 5.,März.. Der hiesige Kurier enthält.“ Foigendes: „Briefe aus Lasszow , einem Städtchen in der Gegend von Zamosc, an der Galizischen Gränze, melden,. daß dort bereits wieder Zeitungen und Briefe aus Warschau ein.- egangen smd, welehe- beweist, daß die Communication mir. Lublin wieder vöaig hergestellt ist; auch ist die ganze dortige. Gegend von den Russen verlassen worden, so daß selbst die Fe- stung Zamosc nicht mehr eingeschlossen ist; 7000 Mann des allge- meinen Aufgebots, von einer Abtheilung des regelmäßigen Heeres aus Zamosexuncerstüßt, sind unter dem Kommando von Lubowiecki und Bromirski über den Bug gegangen». '
-- - Von der Polnischen Gr-änze, 9. März. Dew neu'eskeniNachrichten zufolge, soll ein bedeutendes Russisches Armee-Corps in Plock eingerückx seyn, durch “die schxvache Eisdecke aber noch gehindert werden, über die Weichjel zu-
gehen. '
*Deutschland.
annoveß, 9. März. * Se. Königl. Majestät haben * dem . taats- und Kabiners-Minisrer Grafen von Münster- bei dessen Austritt aus den bisherigen Dienst-Verhälcnisswx das Großkreuz des-Großbritanischen Bath-Ordens gnädigsk zu verleihen geruht. * ' »
. Juden- leszten, Tagen des Februars fand hier,. gegeii eine für die Armen bestimmte Entree, in. mehreren Zimmern
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des Börsenhauses , eine Ausstellung von 732 auserlesenen und geschmackvollen voir weiblichen Zäuden verfertigten Ar- beiten statt. Selbige waren auf die ufforderung eines Vee- eins von Damen eingeliefert,“ welcher zusammengetreten war, um durch die „eingesandten und mittelst einer Lotterie aus- zuspielenden Gegenstände einen für die nothleidenden Landes; Einwohner zu verwendenden Ertrag zu sammeln. Dieser Plan, uncersküßc durch Ihre Königl. Hoheit die Herzogin von Cambridge und eine große Zahl der_ hiesigen „Bewohne- rinnen, hatte nicht allein hier die günstigste Aufnahme ge- funden, sondern es waren auch von Ihrer Majestät der Kö- nigin, sämmtlichen in London anwesenden KönYl. Prinzes- sinnen und mehrerer: dortigen Damen, 325 Stü selbst ver- fertigter Arbeiten zu dem angegebenen wohlthätigen Zwecke hierher gesandt.. ,Die Verloosung erfolgte in der vorigen Woche; der gesammte Ertrag dieses wohlchätigen Unterneh- mens war 2548Z Rthlr.
Italien.
Aus“ Toskana vom 22. Febr. wird (in der Allgemei- nen Zeitung) gemeldet: „Wie waren hier seit, kurzem nicht ohne gegründete Besorgnisse, in den Strudel der Re- volution mic hineingezogen zu werden. Es scheint, der letzte Sonniag im Karneval war dazu bestimmt, in Florenz, Pisa und Livorno Volks-Bewegungen zu erregen. Doch wurde die Sache von der Polizei entdeckt und dadurch vereitelt. Den,- noch leben wir in Ungewißheic und Unruhe, da die Gährung in den Gemächern der Jugend durch die nun genommenen |rengen polizeilichen Maaßregeln eher genährt als vernichtet wird. Die Regierung hat eine freiwillige Bürgergarde an- geordnet, die jedoch so "eingerichtet wird, daß nur die Geru- fenen dazu kommen, denen dann erst, wenn fie auf die Wache iehen, die Gewehre eingehändigt werden. -- In Rom find Bewegungen vorgefallen, in denen die Regierung die Ober; hand behielt. Um sie zu behaupten, soll dieselbe die Trasteveriner bewaffnet haben. Céine Maaßregel, die sehr gefährlich werden könnte. Der größte Theil des Päpstlichen Gebiets hat sich bereits gegen den heiligen Stuhl aufgelehnt; man besorgt, daß selbst die nahegelegenen Städte um Rom, Spoleto, Or- vieto, Viterbo, Frofinone, nach den Gefinnungen, die man in deren Einwohnern kennt, sich der Bewegung anschließen dürften. --- Zn Massa, Carrara und der Garfagnana ist die Autorität des Herzogs von Modena noch aufrecht erhalten. Vor einigen Tagen hat derselbe das den Carraresen im vori- gen Frühjahr ertheilte Versprechen, den Einfuhrzoll auf Korn und Wein aufzuheben, in Erfüllung gebracht. Dadurch hat er sehr die Zuneigung des dortigen Voiks gewonnen.“
-- Nach Berichten aus Rom vom 26. Febr. stand (wie ebenfalls in der Allgemeinen Zeitung gemeldet wird) ein zum Angriffe auf diese Hauptstadt bestimmtes Insur- genten-Corps von etwa 1000 Mann bei Otricoli, wo es die von verschiedenen Seiten her anrückenden Verstärkungen ab- warten sollte, um sodann (wie es hieß, gegen den 10cen oder 12. März) seinen Marsch fortzusetzen. Unweit Civita-Ca- stellana waren zwei kleine Gefechte vorgefallen, in deren er- stem die Znsurgenten eine Päpstliche Truppen-Abtheilung von dem Ponte felice'verdrängten, in dem zweiten aber wieder davon verdrängt wurden. Der heilige Vater hatte befohlen, einen Theil der in Civita-Casiellana befindlichen Staatsge- fangenen in Freiheit Zu seßen. Zugleich schien derselbe seinen Vorsatz„ sich in der Lngelsburg einzuschließen, aufgegeben zu haben; die Anstalten zur Einschiffung in Civita-vecchia wur- den lebhaft betrieben.
Inland.
Den 12ten März 1831.
„Wir haben in eini en Blättern des Mesxager des Cham- bres einen langen “Arti el über Preußen Zele en, welcher auf eine unerhörte Weise die öffentliche Schi lichkeit verleßt ,und uns deshalb mit Verdruß und Unwillen erfüllt hat. Wir, die wir, Gott Lob! in. unserer politischen Ausbildung noch nicht so weir vorgerückt sind , daß wir Regierung und Volk bejiändig ais vöklig getrenm und für sich bestehend betrach- ten könnten, sind auch noch so weit zurück daß wir eine an- verdieuce Schmähung auf das, was wir öchstes unter uns kennen, geradezu wie eine dem ganzen olke widerfahrene
ränkung fühlen. Wenn der Verfasser jenes Artikels wirk-
ch ein Preuße ist, so gehört ,er nach unserer Art hier zu denken und zu fühlen, nicht aliein zu der alleräußersten Linken, sondern ersieht, wo möglich, noch darüber hinaus. Um der Wahrheit aber und um des Nutzens willen, wünschten wir sehr, dciß man sich injFrankreich nicht täuschce. Diese Stimme ist mehr, die Volksstimme, welche allerdings hier beachtungswerih
&.
isi, wie überall, und auch dafür anerkannt wird, Wenn es aucß nich': jeden Tag so erscheint. Als Erwiederung auf jenen Artikel wollen wir es aber versuchen, das Organ dieser Volksstimme zu seyn , und hoffen,“ von der Mitte her, wo
' wir zu filzen beßaupten, und wo an Zahl und Einsicht wohl -die Kraft eines jeden Landes ihren Plaß hat, keinen Wider- “*
spruck), sondern nur Bestätigung zu hören. Freilich wollere wir dabei dem Verfasser nicht durch alle seine Kreuz- und Querzäge folgen, sondern eine Art Ordnung beobachten, bei welcher jedoch nichts Wesentliches, worüber- der Artikel des Messager fick) ergeht, unberührt bleiben soll.
Zuerst mm wird es sicher nicht von uns erwartet wer- den, daß wir zur Vertheidiguug der Personen, die in dem Artikel durchgehende geschmähc werden, irgend ein Wort bei- bringen, und glauben darin, daß wir es nicht thun, vor Allem den Sinn derienigen Fraecion der öffentlichen Meinung zu treffen, welche diese wirklich aussprichc.
Was nun die Sachen angeht, so beschäftigt sich der Artikel vorzugsweise mit Preußens innerer Lage, mit seiUer Politik nach Außen und zuletzt mit einigen Betrachtungen, welche rein militairischer Art sind, theils die Armee und die Rüstungen, theils die Aussichten Preußens bei einem Kriege betreffen.
Hinsichtlich der innerejn Verhältniffe Preußens stehc die Behauptung oben an, „das Begehren nach einer Verfassung, d. f). nach einer, nicht bloß durch die Sitte, sondern auch durch die Form ausgesprochenen Beschränkung der Königlichen Machcvoilkommenheit, sey bei der unermeßli- chen Majoricät des Preußischen Volkes lebhaft vorhanden, und werde nur durch den sklavischen Zustand der Presse zu-
„rückgehalten , fich Luft zu machen, würde dies aber bei der
nächsten Gelegenheit sicher thun, wenn die Besorgniß, den sehr geliebten König zu kränken, nichc vielleicht noch längere Zeit davon abhielte.“
.Diese Behauptung nun trägt den Charakter des Ueber- triebenen eben so gut wie die übrigen Angaben des Arti- kels und bedarf, um wahr zu seyn, wesentlicher Beschränkun- gen und Erklärungen. Freilich läßt fich annehmen, daß das Land Garantieen wünsche, um auf dem Wege der histori- schen Fortbildung weiter zu schreicen, auf dem es bisher gegangen, und dem es seine jetzige Ruhe verdankt. Aber es wird dem Franzosen darum kein Preuße zugeben, sein Land habe keine Verfassung , er wird ihm sogar erwiedern, daß er Vieles befikze, was wesentlich zu einer guten Ver- fassung gehöre und was dem Franzosen mangele. Der Preuß: wird höchstens zugeben, es mangels dem Gebäude bei ihm noch jene odenerwähnte Gewähr, dafür aber habe dem Franzosen bis jeizc aller solide Unterbau gefehlt, so daß die Frage enc- srehe, welcher von beiden am besten daran gewesen und es auch künftig seyn werde. Wir find daher in unserem Begehren von jeder übertriebenen Unruhe um so mehr fern, als wir sehr gut wissen, daß die zu hitzig getriebenen Pflanzen nichts taugen. Wir hoffen dabei und vertrauen auf die and, welche unsere Angelegenheiten bisher geführt hat; wir ürchcen jede Uebereilung mehr, als ein Verschieben, und begehren nichts, gls die Ueberzeugung haben zu können, es „solle der wahr- haft zeitgemäßen Entwickelung keine Gewalt angethan werden.
In den Vorstellungen, welche der Verfasser von der äu- ßeren Politik Preußens zu haben scheint, herrscht noch“ mehr Unklarheit und" Jrrchum, als in dem eben berührten, über unsere inneren Verhältnisse. MTM muß seine Augen abficht- lich verschließen , um nicht gewahr zu werden, daß sich die Preußische Politik an kein unbedingtes Princip ergeben hat, es heiße Intervention oder Nicht-Jntervention. Die Re- gierung fühlt hier eben so wohl wie überall mit der gefun- den Mitte, wie uanreichend und arm Principten der Art sind; ihre Politik ist die des Wohlergehens, des Interesses im besseren Sinnedes Wortes. Wo, ihr Wohl _es fordert, mischt sie sich ein, unterläßt es aber noch lieber, wo das mch: der Fall ist. Die Anfichten des Verfassers sind aber keineswegs die des Preußischen, und eben so wenig dex Deutschen Volkes. Jeder Deutsche betrachtet es wie einen Verrath an seinem Va: cerlande, auch nurxden kleinften Strich Landes, Wo deutsche Zunge errschc; an den Fremden abtreten zu wollen. Es i uns wohl kar,- daß Frankreich an Kraft und Sicherheit zun hme, * wenn es den Rhein wieder , undznoch dazu mit seinen neu erbauten Festungen, zu seiner Gränze hätte; es ist uns aber eben so klar, daß von dem, Tage ab Deutschland, und wenn es auch nur ein Reich bildete, bei jeder Gelegenheit den u- vaßonen Frankreichs bis zur Elbe hin ausqeseßc wäre. 8- gen die Franzosen, weiche immer von der Rheingränze reden, ihre Strategen fragen , ob es nicht so ist, und dann endlich aufhören , uns dergleichen als billig-und nothwendig vorzu- schlagei1. „Kein Preuße will auf solche Vorschläge emgehem-